ActiveCampaign stellt für interne Benachrichtigungen zwei eigenständige Wege bereit: die Automatisierungs-Aktion „Benachrichtigung senden“ und die native Formularoption „E-Mail-Ergebnisse“. Welcher Weg passt, hängt davon ab, ob du Merge Tags, CRM-Felder oder Verzögerungslogik brauchst. Beides lässt sich in unter zehn Minuten einrichten – wenn du die Unterschiede kennst.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Aktion „Benachrichtigung senden“ in der Automatisierung unterstützt Merge Tags, bis zu fünf Empfänger und lässt sich mit beliebigen Triggern und Bedingungen kombinieren.
- Die Formularoption „E-Mail-Ergebnisse“ ist in zwei Minuten eingerichtet, aber ohne Merge Tags, ohne Bedingungen und ohne Verzögerungslogik.
- Deal-Benachrichtigungen laufen separat über CRM-Automationen und informieren Deal-Owner, wenn sich ein Kontakt qualifiziert hat oder ein Deal-Status wechselt.
- Häufigster Fehler: keine Bedingungen gesetzt, sodass das Vertriebsteam für jede Newsletter-Anmeldung eine Benachrichtigung erhält und anfängt, alle zu ignorieren.
- Merge Tags bleiben leer, wenn das Formularfeld kein Kontaktfeld hinterlegt hat – das prüfst du in den Formulareinstellungen unter „Felder“.
Die zwei Wege zu internen Benachrichtigungen in ActiveCampaign
ActiveCampaign unterscheidet konzeptionell zwischen Benachrichtigungen, die aus einer Automatisierung heraus ausgelöst werden, und Benachrichtigungen, die direkt am Formular hängen. Beide landen als gewöhnliche E-Mail im Postfach des Empfängers – der Unterschied liegt in der Konfigurierbarkeit und der Logik dahinter. Wer nur einen Kanal kennt, richtet entweder zu viel Komplexität auf oder verzichtet auf Flexibilität, die er eigentlich braucht.
Die Automatisierungs-Methode: flexibel und mit jeder Bedingung kombinierbar
Die Aktion „Benachrichtigung senden“ findest du im Automatisierungs-Builder unter der Kategorie „Senden“. Du trägst bis zu fünf Empfänger-Adressen ein, formulierst Betreff und Nachrichtentext frei und kannst jeden Kontakt-Merge-Tag einbauen – also den Namen, die E-Mail-Adresse, ein beliebiges benutzerdefiniertes Feld oder den zugewiesenen CRM-Deal-Wert. Die Benachrichtigung wird ausgelöst, sobald ein Kontakt diesen Schritt in der Automatisierung erreicht. Das bedeutet: Du kannst davor beliebige Bedingungen schalten – Lead-Score, Tag, Feldwert, Formularausfüllung, Seitenaufruf.
Die Aktion lässt sich auch zeitlich verzögern. Wer nicht will, dass das Vertriebsteam nachts um drei angeschrieben wird, setzt davor eine Wartebedingung mit einem definierten Zeitfenster. Im selben Automations-Zweig können direkt weitere Aktionen folgen: einen Deal anlegen, eine Aufgabe erzeugen, den Kontakt in eine andere Automatisierung verschieben. Die Benachrichtigung ist damit kein Endpunkt, sondern ein Schritt in einem längeren Prozess.
Die Formularoption „E-Mail-Ergebnisse“: schnell eingerichtet, aber begrenzt konfigurierbar
Wer ausschließlich bei einem Formulareingang informiert werden will, findet in den Formulareinstellungen unter „Aktionen hinzufügen“ die Option „E-Mail-Ergebnisse“. Du trägst eine oder mehrere Empfänger-Adressen ein und wählst Absender und Betreff. Die E-Mail enthält automatisch alle ausgefüllten Felder des Formulars – aber kein individuell formulierter Mailtext, keine Bedingungen und keine Verzögerung. Was immer jemand einschickt, landet sofort bei den eingetragenen Empfängern.
Das reicht für einfache Kontaktformulare auf Landingpages, bei denen jede Einreichung bearbeitet werden soll. Sobald du qualifizieren willst – nur Kontakte mit einem bestimmten Score weiterleiten, nur Anfragen aus bestimmten Branchen bevorzugt behandeln – ist die Formularoption zu grob. Du bekommst keine Möglichkeit, nach Einreichung zu filtern.
Kriterium | Automatisierungs-Aktion | Formularoption |
|---|---|---|
Merge Tags im Mailtext | Ja, alle Kontaktfelder nutzbar | Nein, nur rohe Feldwerte |
Maximale Empfänger | 5 Adressen pro Aktion | Keine dokumentierte Grenze |
Zeitliche Verzögerung möglich | Ja, mit Wartebedingung | Nein, immer sofort |
Bedingungen vor der Benachrichtigung | Beliebig kombinierbar | Nicht möglich |
CRM-Aktionen im selben Zweig | Ja, Deal anlegen, Aufgabe erstellen | Nein |
Auslöser | Jeder Automatisierungs-Trigger | Nur Formulareinreichung |
Einrichtungsaufwand | 5–15 Minuten | 2–3 Minuten |
So richtest du eine Benachrichtigungs-Automatisierung ein – Schritt für Schritt
Das folgende Beispiel baut eine Automatisierung auf, die dein Vertriebsteam informiert, sobald ein Kontakt ein Lead-Formular ausgefüllt hat. Die Benachrichtigungs-Mail enthält Name, E-Mail-Adresse und die individuelle Nachricht des Kontakts direkt im Mailtext – kein manuelles Nachschlagen im CRM nötig. Eine vollständige Übersicht aller Automatisierungs-Bausteine findest du im Leitfaden zum Erstellen von ActiveCampaign-Automationen.
- Gehe zu Automationen → Neue Automatisierung erstellen → „Von Grund auf neu starten“.
- Wähle als Trigger „Wenn ein Tag hinzugefügt wird“ und trage den Tag ein, den dein Formular beim Einreichen automatisch vergibt, zum Beispiel „anfrage-leadformular“. Alternativ funktioniert auch der Trigger „Wenn ein Formular eingereicht wird“ direkt.
- Setze direkt unter dem Trigger eine Bedingung: „Kontakt-Score ist größer als [Schwellenwert]“ oder „Feld Branche enthält [Zielbranche]“. Ohne Bedingung erhält dein Team für jede Formulareinreichung eine Benachrichtigung – also auch für Newsletter-Anmeldungen und Freebie-Downloads.
- Klicke auf das Plus-Symbol in der Automatisierung und wähle unter der Kategorie „Senden“ die Aktion „Benachrichtigung senden“.
- Trage im Feld „An“ die E-Mail-Adressen der Empfänger ein. Pro Aktion sind maximal fünf Adressen möglich. Nutze für den Betreff einen Merge Tag, zum Beispiel „Neue Anfrage von %FIRSTNAME% %LASTNAME%“, damit der Empfänger den Kontakt im Betreff erkennt.
- Formuliere den Mailtext mit allen relevanten Angaben: Name (%FIRSTNAME% %LASTNAME%), E-Mail (%EMAIL%), Unternehmen (%ORG%), Telefonnummer (%PHONE%) und das benutzerdefinierte Feld mit der Nachricht des Kontakts. Spare den Empfängern jede Sucharbeit.
- Speichere die Automatisierung und aktiviere sie. Schicke anschließend einen Testdatensatz durch das Formular und prüfe, ob die Benachrichtigung korrekt ankommt und alle Felder befüllt sind. Leere Felder deuten darauf hin, dass ein Formularfeld kein Kontaktfeld hinterlegt hat.
Merge Tags in Benachrichtigungs-E-Mails konkret einsetzen
Der entscheidende Vorteil der Automatisierungs-Methode liegt im freien Einsatz von Merge Tags. Wer im Mailtext nur „Neue Anfrage eingegangen“ schreibt, zwingt das Team dazu, den Kontakt erst in ActiveCampaign aufzurufen – das kostet Zeit und wird in der Praxis oft übersprungen. Eine vollständig befüllte Benachrichtigung hingegen ermöglicht die sofortige Reaktion.
Folgende Merge Tags sind in Benachrichtigungs-Mails besonders nützlich:
- %FIRSTNAME% %LASTNAME% – Vor- und Nachname des Kontakts für eine persönliche Ansprache im Betreff
- %EMAIL% – E-Mail-Adresse des Kontakts, damit der Empfänger direkt antworten kann
- %ORG% – Unternehmen, relevant für B2B-Qualifizierung auf den ersten Blick
- %PHONE% – Telefonnummer für sofortige Rückrufe, sofern das Feld im Formular erhoben wird
- Benutzerdefinierte Felder in der Form %FELDNAME% – zum Beispiel die Freitextnachricht aus einem Kontaktformular oder die gewählte Produktkategorie aus einem Dropdown
- %DEAL_TITLE% und %DEAL_VALUE% – Deal-Daten, wenn im selben Automations-Zweig vor der Benachrichtigung ein Deal angelegt wurde
Benutzerdefinierte Felder, die du als Merge Tags nutzen willst, müssen im Formular einem Kontaktfeld zugewiesen sein. Prüfe das in den Formulareinstellungen unter „Felder“ in der Spalte „Kontaktfeld“. Ist dort kein Feld hinterlegt, speichert ActiveCampaign den Eingabewert nicht am Kontakt – der Merge Tag bleibt dann leer, auch wenn der Kontakt das Formularfeld ausgefüllt hat.
Deal-Benachrichtigungen für Vertriebsteams einrichten
Wer ActiveCampaign als CRM nutzt, hat eine dritte Option: die Deal-Benachrichtigung. Sie informiert den zugewiesenen Deal-Owner, wenn sich ein Deal-Status ändert oder ein Kontakt ein definiertes Verhalten zeigt. Deal-Benachrichtigungen laufen über eigene CRM-Automationen, sind vom Formular entkoppelt und lassen sich präzise auf Vertriebsmomente zuschneiden. Wie du Deals grundsätzlich in ActiveCampaign strukturierst und automatisierst, erklärt der Artikel Deals und CRM in ActiveCampaign automatisieren.
Ein konkreter Anwendungsfall: Ein Kontakt klickt dreimal auf den Link zur Preisliste in einer E-Mail-Sequenz. Das signalisiert Kaufinteresse. Die Automatisierung prüft, ob für diesen Kontakt ein offener Deal existiert, aktualisiert dessen Status auf „Warm“ und schickt dem Deal-Owner eine Benachrichtigung mit dem Namen des Kontakts, der ausgelösten Aktion und dem aktuellen Deal-Wert.
- Gehe zu Automationen → Neue Automatisierung und wähle als Trigger „Wenn eine E-Mail-Aktion stattfindet“ (zum Beispiel „Link geklickt“) oder „Wenn ein Deal aktualisiert wird“.
- Füge eine Bedingung ein, die sicherstellt, dass nur qualifizierte Kontakte die Benachrichtigung auslösen – zum Beispiel „Deal-Pipeline ist [Ziel-Pipeline]“ und „Deal-Status ist nicht Gewonnen oder Verloren“.
- Wähle als Aktion „Benachrichtigung senden“ und trage als Empfänger %DEAL_OWNER_EMAIL% ein. Damit landet die Benachrichtigung immer beim tatsächlich zugewiesenen Deal-Owner, unabhängig davon, wer das gerade ist.
- Formuliere den Mailtext mit Kontext: Welche Aktion hat der Kontakt ausgelöst? Welchen Score hat er gerade? Welche nächste Handlung ergibt sich daraus?
In der Praxis sehen wir, dass Vertriebsteams deutlich schneller reagieren, wenn die Benachrichtigung konkret sagt, was der Kontakt getan hat – statt nur zu melden, dass „ein Kontakt aktiv wurde“. Der Empfänger entscheidet anhand der Benachrichtigung, ob er sofort zurückruft oder die nächste E-Mail-Stufe aktiviert.
Typische Fehler bei internen Benachrichtigungen – und was du stattdessen tust
Alle Kontakte lösen die Benachrichtigung aus
Wer den Trigger „Formular eingereicht“ ohne Bedingung nutzt, bekommt für jede Newsletter-Anmeldung, jede Freebie-Download-Anfrage und jede Webinar-Registrierung eine Benachrichtigung ins Postfach. Das Ergebnis: Das Vertriebsteam ignoriert Benachrichtigungen generell, weil zu viele davon keine Handlung erfordern.
Gegenmittel: Trenne Formulare nach Zweck durch unterschiedliche Tags und setze die Benachrichtigung nur auf Tags, die echte Kaufabsicht signalisieren. Alternativ filtere mit einer Score-Bedingung direkt im Automations-Zweig.
Merge Tags bleiben leer
Die Benachrichtigung kommt an, aber die Felder zeigen nur den Platzhalter oder bleiben komplett leer. Ursache ist fast immer, dass das Formularfeld nicht mit einem Kontaktfeld verknüpft ist oder das benutzerdefinierte Feld noch nicht im Account angelegt wurde. Prüfe nach dem ersten Testlauf die tatsächlichen Feldwerte des Testkontakts unter Kontakte → Kontakt auswählen → Felder.
Empfänger-Adresse steht auf der internen Abmeldeliste
ActiveCampaign unterdrückt E-Mails an Adressen, die als abgemeldeter Kontakt geführt werden. Wenn eine Mitarbeiteradresse versehentlich als abgemeldet markiert wurde – zum Beispiel weil sich die Person testweise aus einem Newsletter ausgetragen hat –, kommen Benachrichtigungen nicht an, ohne dass eine Fehlermeldung erscheint. Prüfe unter Kontakte, ob die Empfänger-Adresse als Kontakt existiert und welchen Abmeldestatus sie hat.
Zu viele Automatisierungen mit ähnlichem Trigger
In gewachsenen Setups entstehen oft fünf oder mehr Automatisierungen, die alle auf denselben Tag oder dasselbe Formular reagieren. Das führt dazu, dass eine einzige Kontakteinreichung mehrere Benachrichtigungen auslöst. Bereinige regelmäßig den Automations-Überblick unter Automationen → Übersicht und konsolidiere ähnliche Trigger in einer einzigen Automatisierung mit mehreren Verzweigungen statt in separaten Automationen.
Wann interne Benachrichtigungen nicht der richtige Hebel sind
Benachrichtigungen helfen dort, wo ein Mitarbeiter unmittelbar handeln soll – anrufen, antworten, einen Termin bestätigen. Wer aber nur dokumentieren will, dass etwas passiert ist, braucht keine Benachrichtigung. Dafür reicht ein Tag am Kontakt oder ein CRM-Eintrag, den das Team bei Bedarf abruft. Zu viele Benachrichtigungen erzielen den gegenteiligen Effekt: Das Postfach wird zum Rauschen, und der wirklich wichtige Lead geht unter.
Auch als Ersatz für ein vollständiges Lead-Routing funktionieren Benachrichtigungen nur begrenzt. Wer mehrere Vertriebsmitarbeiter nach Region, Produkt oder Lead-Score zuweisen will, kommt mit einer E-Mail-Benachrichtigung an eine feste Adresse nicht weit. In diesem Fall brauchst du eine Kombination aus Lead-Scoring-Automation, Deal-Zuweisung und anschließender Deal-Owner-Benachrichtigung – alle drei Schritte in der richtigen Reihenfolge, nicht drei separate Benachrichtigungen an dieselbe Verteiler-Adresse.
Ebenfalls ungeeignet: Benachrichtigungen als Ersatz für ein Reporting. Wenn du wissen willst, wie viele Formulare pro Woche eingereicht wurden, schau in die ActiveCampaign-Berichte oder im Formular-Dashboard nach den Einreichungszahlen – nicht in den Posteingang der Benachrichtigungsempfänger.
Häufige Fragen
Kann ich Benachrichtigungen an externe E-Mail-Adressen senden, die kein ActiveCampaign-Konto haben?
Ja. Die Aktion „Benachrichtigung senden“ schickt die E-Mail an jede gültige Adresse, unabhängig davon, ob der Empfänger ein ActiveCampaign-Nutzerkonto hat. Du kannst also externe Partner, Freelancer oder dedizierte Team-Postfächer eintragen. Das Limit liegt bei fünf Adressen pro Benachrichtigungs-Aktion. Wenn du mehr Empfänger brauchst, fügst du im selben Automations-Zweig eine zweite Benachrichtigungs-Aktion direkt dahinter ein.
Lässt sich eine Benachrichtigung nur zu bestimmten Uhrzeiten versenden?
Ja, mit einer Wartebedingung direkt vor der Benachrichtigungs-Aktion. Wähle in der Wartebedingung „Warten bis“ und konfiguriere Wochentag und Uhrzeit. Der Kontakt hält in der Automatisierung an, bis das Zeitfenster öffnet, und die Benachrichtigung wird dann erst ausgelöst. Das verhindert, dass dringende Benachrichtigungen am Wochenende oder nachts unbemerkt im Postfach landen.
Wie unterscheidet sich die Benachrichtigungs-Aktion von einer regulären Automations-E-Mail?
Eine reguläre Automations-E-Mail geht an den Kontakt selbst – sie erscheint in dessen Postfach und zählt für Öffnungs- und Klickstatistiken. Die Benachrichtigungs-Aktion geht an interne Empfänger-Adressen und ist für den Kontakt nicht sichtbar. Sie erscheint nicht in den Kampagnen-Berichten und zählt nicht zur E-Mail-Frequenz des Kontakts. Beide Aktionen können in derselben Automatisierung vorkommen.
Landen Benachrichtigungs-E-Mails im Spam der Empfänger?
Das hängt von der verwendeten Absenderadresse ab. Wenn du im Feld „Von“ eine Adresse einträgst, die nicht unter deiner verifizierten Sending-Domain liegt, steigt das Spam-Risiko. Verwende daher eine Absenderadresse unter der Domain, die du in ActiveCampaign als Sending-Domain verifiziert hast. Benachrichtigungen an interne Firmen-Postfächer derselben Domain landen nahezu nie im Spam, sofern die Domain-Authentifizierung korrekt eingerichtet ist.
Wer Benachrichtigungen als Teil eines durchdachten Lead-Qualifizierungsprozesses einsetzen will, sollte das Setup mit Advertal als offiziellen ActiveCampaign-Partner abstimmen – insbesondere wenn mehrere Vertriebsmitarbeiter, unterschiedliche Pipelines und automatisierte Deal-Zuweisungen zusammenspielen sollen.


