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ActiveCampaign Deals CRM automatisieren: 7 bewährte Automation-Strategien für mehr Umsatz

Tom
Tom
12. März 2026 · 13 Min. Lesezeit

ActiveCampaign-Deals lassen sich automatisieren, sobald du Trigger, Aktionen und Bedingungen klar voneinander trennst. Deals entstehen dann durch Verhaltenssignale, Pipeline-Stages wechseln nach definierten Regeln, und Follow-up-Tasks erscheinen genau dann, wenn sie gebraucht werden. Wer das strukturiert aufbaut, reduziert manuellen Aufwand im Vertrieb und stellt sicher, dass kein Lead durch die Pipeline rutscht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Deals automatisch anlegen, sobald ein Kontakt ein Verhaltenssignal mit eindeutigem Intent sendet – nicht erst nach dem manuellen Erstkontakt-Entscheid.
  • Stage-Wechsel regelbasiert automatisieren, aber kaufkritische Übergänge wie „Angebot“ zu „Verhandlung“ bewusst manuell lassen, weil sie eine menschliche Einschätzung erfordern.
  • Tasks automatisch zum richtigen Zeitpunkt erstellen, damit kein Follow-up vergessen wird – und erledigte Tasks als Trigger für den nächsten Schritt nutzen.
  • Pipeline-Hygiene per Automation erzwingen: Deals, die zu lange in einer Stage stagnieren, automatisch markieren und dem Owner melden.
  • CRM-Automation und E-Mail-Automation als ein System betreiben, nicht als zwei getrennte Werkzeuge.

Welche Trigger und Aktionen stehen im Deals CRM zur Verfügung?

Bevor du Automationen baust, lohnt es sich, die verfügbaren Bausteine zu kennen. ActiveCampaign trennt zwischen Kontakt-Triggern und Deal-Triggern. Auf der Kontaktseite kannst du Tag-Hinzufügungen, Formular-Submits, Site-Tracking-Ereignisse und Lead-Score-Schwellenwerte nutzen, um eine Deal-Automation zu starten. Auf der Deal-Seite stehen dir dedizierte CRM-Trigger zur Verfügung:

  • Deal wird erstellt – der universelle Startpunkt für jede CRM-Automation; trifft zu, sobald ein Deal per Automation oder manuell angelegt wird
  • Deal Stage ändert sich – wird ausgelöst, wenn ein Deal in eine andere Stage verschoben wird, egal ob manuell oder automatisch
  • Deal Status ändert sich – zum Beispiel wenn ein Deal auf „Gewonnen“ oder „Verloren“ gesetzt wird; erlaubt differenzierte Folgeprozesse je nach Ergebnis
  • Deal Owner ändert sich – nützlich, wenn mehrere Vertriebspersonen in der Pipeline arbeiten und Übergänge geregelt werden sollen
  • Task wird erstellt oder als erledigt markiert – wichtig für task-basierte Follow-up-Ketten, bei denen jede abgehakte Aufgabe den nächsten Schritt startet
  • Deal-Feld wird aktualisiert – für eigene Custom Fields wie „Entscheidungsträger bekannt“, „Budget bestätigt“ oder „Vertragsentwurf versendet“

Auf der Aktionsseite kannst du aus Automationen heraus Deals erstellen, in eine andere Stage verschieben, Felder aktualisieren, Notizen hinzufügen, Tasks erstellen und den Deal-Owner benachrichtigen. Diese Trigger-Aktions-Kombinationen bilden das Fundament jeder Deal-Automation. Wichtig: Die Aktionen „Task erstellen“ und „Deal-Owner benachrichtigen“ sind eigenständige Automation-Aktionen und kein Nebeneffekt anderer Schritte – du musst sie explizit einbauen.

Deals automatisch erstellen – wann welcher Trigger passt

Der häufigste Engpass in CRM-Systemen ist nicht das Verwalten von Deals, sondern das Anlegen. Viele Teams legen Deals erst manuell an, nachdem ein Kontakt sich gemeldet hat – also zu einem Zeitpunkt, an dem die Pipeline längst hätte laufen sollen. Automatische Deal-Erstellung löst dieses Problem: Ein Verhaltenssignal erzeugt direkt einen Deal, ohne dass ein Vertriebsmitarbeiter manuell eingreifen muss.

Welche Signale eignen sich als Trigger?

Nicht jedes Browsing-Signal rechtfertigt einen Deal. Die Schwelle liegt dort, wo ein Kontakt aktiv Intent signalisiert – nicht nur passives Interesse zeigt. Sinnvolle Trigger-Kombinationen für die automatische Deal-Erstellung:

  • Kontakt füllt ein Kontaktformular oder eine Demo-Anfrage aus – der direkteste Trigger, weil eine explizite Absicht dahintersteckt; Deal sollte sofort mit der Quelle im Titel erscheinen
  • Lead-Score überschreitet einen definierten Schwellenwert – zum Beispiel 40 Punkte; nützlich für Inbound-Funnels, bei denen sich Intent durch mehrere Signale akkumuliert
  • Kontakt besucht die Preisseite und klickt auf einen Produkt-Link – Kombination aus zwei Signalen, die zusammen stärker sind als jedes einzeln; erfordert Site Tracking und eine If/Else-Bedingung im Automation-Builder
  • Kontakt reagiert auf eine E-Mail-Kampagne durch Klick auf einen Kauf-Call-to-Action – besonders relevant für transaktionale B2B-Angebote

Im Automation-Builder richtest du die Deal-Erstellung so ein: Automationen → Neue Automation → Trigger „Tag hinzugefügt: Qualified Lead“ → Aktion „Deal erstellen“. Dort wählst du Pipeline und Start-Stage, trägst einen Titel ein – am besten mit Merge-Tag für den Firmennamen oder die Kontaktquelle – und kannst optional einen Deal-Wert hinterlegen. Der Deal erscheint sofort in der Pipeline, und das Vertriebsteam sieht ihn ohne manuellen Aufwand.

Duplikat-Deals systematisch verhindern

Ein häufiges Problem bei automatischer Deal-Erstellung: Derselbe Kontakt löst denselben Trigger mehrfach aus und erzeugt Duplikat-Deals. Das passiert zum Beispiel, wenn jemand die Preisseite an verschiedenen Tagen besucht oder mehrere Kampagnen-E-Mails nacheinander anklickt. Das Gegenmittel ist eine Bedingung am Eintrittspunkt der Automation: „Kontakt hat keinen offenen Deal in Pipeline X“.

Du setzt diese Bedingung als erstes If/Else-Element direkt nach dem Trigger. Falls ein offener Deal existiert: Automation verlassen. Falls kein offener Deal existiert: Deal erstellen und weiterfahren. Zusätzlich empfiehlt sich die Einstellung „Kontakt darf diese Automation nur einmal starten“ in den Automationseinstellungen – das verhindert, dass eine erneute Tag-Zuweisung die Automation für denselben Kontakt neu startet.

Pipeline-Stages, Tasks und Benachrichtigungen als ein System

Einzelne Automationen für Stage-Wechsel, Tasks und Alerts zu bauen funktioniert – aber es entfaltet seine volle Wirkung erst, wenn die drei Elemente zusammenspielen. Dann entsteht ein selbststeuerndes System, das den Vertriebsmitarbeiter immer zum nächsten konkreten Schritt führt, ohne dass er aktiv nachsehen muss.

Welche Stage-Wechsel automatisiert Sinn ergeben

Die Grundregel: Wechsel in Richtung „weiter im Prozess“ können automatisiert werden, sobald objektive Kriterien erfüllt sind. Wechsel, die eine menschliche Einschätzung erfordern, bleiben manuell. Ein Beispiel für einen sauber automatisierbaren Übergang: Wenn ein Kontakt auf den Link „Demo anfragen“ in einer E-Mail klickt, springt der Deal automatisch von „Interessent“ zu „Demo angefragt“. Das ist ein eindeutiges Signal ohne Interpretationsspielraum.

Ein Modell, das sich in der Praxis als tragfähig erwiesen hat:

  • Automatisch: „Neu“ → „Kontaktiert“, sobald die erste ausgehende E-Mail über ActiveCampaign versendet wird
  • Automatisch: „Kontaktiert“ → „Demo angefragt“, sobald der Kontakt auf einen Demo-Link klickt oder ein Terminbuchungs-Formular ausfüllt
  • Manuell: „Demo angefragt“ → „Angebot vorbereiten“, nach dem Demo-Call – dieser Übergang hängt vom Inhalt des Gesprächs ab und ist zu komplex für eine Bedingung
  • Automatisch: „Angebot versendet“ → „Follow-up ausstehend“, nach 5 Tagen ohne Reaktion des Kontakts (kein Link-Klick, keine Antwort)
  • Manuell: „Follow-up ausstehend“ → „Verhandlung“ oder „Verloren“, nach Vertriebsentscheidung

Task-basierte Follow-up-Ketten aufbauen – Schritt für Schritt

Tasks in ActiveCampaign sind mehr als Erinnerungen: Sie sind Automations-Trigger. Wenn ein Task als erledigt markiert wird, kann das eine neue Automation starten, die den nächsten Task erstellt, die Stage wechselt oder eine E-Mail vorbereitet. So entsteht eine Follow-up-Kette, die den Vertriebsmitarbeiter sequentiell durch den Prozess führt.

Dieses Beispiel zeigt eine dreistufige Kette nach dem Versand eines Angebots. Der Aufbau erfordert drei separate Automationen, die sich gegenseitig triggern.

  1. Automation 1 – Trigger: Deal Stage ändert sich zu „Angebot versendet“. Aktion: Task erstellen mit Titel „Angebot beim Kontakt bestätigen“, Fälligkeit in einem Tag, zugewiesen an Deal-Owner. Pfad: Automationen → Erstellen → Trigger „Deal Stage ändert sich“ → Bedingung: neue Stage = „Angebot versendet“ → Aktion „Task erstellen“.
  2. Automation 2 – Trigger: Task mit Titel „Angebot beim Kontakt bestätigen“ als erledigt markiert. If/Else-Bedingung: Hat der Kontakt den Tag „Angebot akzeptiert“? Falls ja: Deal Stage auf „Verhandlung“ setzen. Falls nein: neuen Task erstellen „Nachfass-Call planen“, Fälligkeit in zwei Tagen.
  3. Automation 3 – Trigger: Task „Nachfass-Call planen“ als erledigt markiert. If/Else: Ist der Deal noch in Stage „Follow-up ausstehend“? Falls ja: Task erstellen „Alternative Lösung vorschlagen“, Deal-Score um 10 Punkte reduzieren. Falls nein (Deal hat sich bewegt): Automation verlassen.

Der Aufbau dieser drei Automationen dauert etwa zwei Stunden. Danach läuft das System eigenständig und stellt sicher, dass kein Angebot ohne Nachverfolgung bleibt. Entscheidend: Jede Automation endet mit einer klaren Konsequenz – entweder bewegt sich der Deal weiter, oder der Owner weiß genau, warum nicht.

Stage-Wechsel mit Owner-Benachrichtigungen verknüpfen

Jeder automatische Stage-Wechsel kann eine Benachrichtigung an den Deal-Owner auslösen. Nutze dafür die Aktion „Deal-Owner benachrichtigen“ im Automation-Builder – sie sendet eine In-App-Benachrichtigung und optional eine E-Mail. Das ist sinnvoller als eine separate Benachrichtigungs-E-Mail, weil der Owner auch auf dem Mobilgerät informiert wird. Wenn mehrere Personen in der Pipeline arbeiten, lässt sich die Benachrichtigung auf den jeweils zugewiesenen Owner beschränken; du musst keinen konkreten Namen hinterlegen.

Wie du Follow-up-Automationen in ActiveCampaign strukturiert aufbaust und welche Trigger dabei die zuverlässigsten Ergebnisse liefern, beschreibt ein eigener Beitrag ausführlicher.

Contact Scoring für die Deal-Priorisierung nutzen

ActiveCampaign bietet kein eigenständiges Deal-Scoring-System – das ist wichtig zu wissen, bevor man Zeit damit verbringt, es zu suchen. Was es gibt, ist Contact Scoring: ein Punktesystem auf Kontaktebene, das Verhalten, Tags und E-Mail-Aktivität bewertet. Dieses Score ist in der Deal-Ansicht sichtbar, weil jeder Deal einem Kontakt zugeordnet ist. Wer in der Pipeline-Ansicht nach Score sortiert, sieht sofort, welche Deals die aktivsten Kontakte haben.

Für die Lead-Scoring-Einrichtung in ActiveCampaign gibt es eine eigene Anleitung. Für den Einsatz im Deal-Kontext sind folgende Scoring-Ereignisse besonders relevant:

  • Preisseite besucht: +15 Punkte – klares Kaufinteresse, das sich von allgemeinem Content-Interesse unterscheidet
  • Demo-Anfrage gestellt: +25 Punkte – der stärkste verfügbare Inbound-Trigger im B2B
  • E-Mail-Klick auf Produkt- oder Kauf-Link: +8 Punkte – moderates Signal, das sich mit anderen akkumuliert
  • Antwort auf persönliche E-Mail vom Vertrieb: +12 Punkte – zeigt aktives Engagement
  • 30 Tage keine E-Mail geöffnet: −10 Punkte – Signal für nachlassendes Interesse
  • Newsletter abgemeldet: −25 Punkte – sofortiger Abzug, Deal sollte manuell geprüft werden

Die Score-Werte lässt du im Automation-Builder über die Aktion „Score anpassen“ setzen. Es gibt keine festen Grenzen – du legst selbst fest, ab welchem Wert ein Deal als aktiv gilt und welche Automationen bei einem Score-Abfall ausgelöst werden. Sinnvoll ist eine Schwelle von etwa 50 Punkten für einen Deal-Owner-Alert: Kontakt hat Score von 50 überschritten und hat offenen Deal – jetzt persönlich nachfassen.

Stale Deals erkennen und Pipeline-Hygiene automatisieren

Eine Pipeline voller veralteter Deals ist schlechter als eine leere: Sie verzerrt Forecasts, macht Berichte unlesbar und demotiviert das Vertriebsteam. Automatische Stale-Deal-Erkennung sorgt dafür, dass das Problem sichtbar wird, bevor es sich aufschichtet. Die Automation läuft permanent im Hintergrund und erfordert nach dem einmaligen Setup keinen weiteren Aufwand.

Wann gilt ein Deal als stagnierend?

Die Schwelle hängt vom Vertriebszyklus ab. Für B2B-Projekte mit längeren Entscheidungsprozessen ist ein Deal oft erst nach 30 bis 45 Tagen in derselben Stage als stagnierend einzustufen. Für transaktionale Deals kann die Grenze bei 7 bis 10 Tagen liegen. Lege die Schwelle fest, bevor du die Automation baust – sonst justierst du sie später unter Zeitdruck und verlierst das Vertrauen des Vertriebsteams in das System.

Automation: Stale-Deal-Management in vier Schritten

  1. Trigger: Deal Stage ändert sich. Starte einen Wait-Timer für die festgelegte Anzahl Tage (z. B. 30 Tage). Pfad: Automationen → Erstellen → Trigger „Deal Stage ändert sich“ → Aktion „Warten“ für 30 Tage.
  2. Bedingung prüfen: Hat sich der Deal in diesen 30 Tagen weiterbewegt? Nutze eine If/Else-Bedingung auf Basis des Deal-Stage-Datums oder eines gesetzten Tags. Wenn ja: Automation verlassen. Wenn nein: weiter.
  3. Aktion: Tag „Stale Deal“ zum Kontakt des Deals hinzufügen. Deal-Owner per E-Mail benachrichtigen mit Information, in welcher Stage der Deal feststeckt und seit wie vielen Tagen – nutze Merge-Tags für den Deal-Namen und die aktuelle Stage.
  4. Optional: Deal automatisch in eine dedizierte Stage „Klärung nötig“ verschieben, damit er in der Pipeline-Ansicht sofort auffällt. Richte eine gefilterte Pipeline-Ansicht ein, die nur Deals mit dem Tag „Stale Deal“ zeigt – das ergibt die wöchentliche Review-Liste für das Vertriebsteam.

Einmal pro Woche lohnt es sich, die Deals mit dem Tag „Stale Deal“ zu reviewen und zu entscheiden: Reaktivierungsversuch starten, Deal in den Nurturing-Prozess zurückführen oder auf „Verloren“ setzen. Letzteres klingt unbequem, ist aber wichtig: Ein sauber geschlossener verlorener Deal ist wertvoller als ein Deal, der die Pipeline verstopft und Forecasts verfälscht.

Typische Fehler und wann Automation nicht passt

Zu viele Deals, zu früh im Funnel

Wenn jeder Kontakt, der eine Seite besucht, automatisch einen Deal erzeugt, ist die Pipeline nach kurzer Zeit voll mit Rauschen. Das untergräbt das Vertrauen des Vertriebsteams: Wenn drei von vier Deals nie qualifiziert werden, hört man auf, die Pipeline ernst zu nehmen. Die sinnvolle Schwelle liegt dort, wo ein Kontakt aktiv Intent signalisiert – und das erfordert in der Regel eine Kombination aus mindestens zwei Signalen. Ein isolierter Preisseiten-Besuch reicht nicht. Ein Preisseiten-Besuch plus Klick auf einen E-Mail-CTA ist ein anderes Bild.

Automationen ohne Exit-Bedingung

Wenn ein Kontakt eine laufende Nurturing-Sequenz durchläuft und gleichzeitig kauft, soll er nicht mehr mit Verkaufskommunikation bespielt werden. Fehlende Exit-Bedingungen produzieren absurde Situationen: Ein Neukunde bekommt eine Reaktivierungs-E-Mail, obwohl sein Deal bereits auf „Gewonnen“ steht. Baue deshalb bei jeder Deal-Nurturing-Automation eine Exit-Bedingung ein: „Verlasse Automation, wenn Deal-Status auf Gewonnen oder Verloren gesetzt wird.“ Diese Bedingung ist im Automation-Builder unter „Ziel“ (Goal) verfügbar und kann als Sofort-Ausstieg konfiguriert werden.

Benachrichtigungen, die niemand liest

Zu viele automatische Alerts führen dazu, dass das Vertriebsteam aufhört, sie zu lesen. Ein Team, das täglich 20 automatische Benachrichtigungen bekommt, behandelt jede einzelne als Hintergrundgeräusch. Beschränke automatische Alerts auf Ereignisse, bei denen ohne sofortiges Handeln etwas verloren geht: Deal stagniert seit 30 Tagen, Deal-Score sinkt unter 15, Demo-Anfrage eingegangen. Alles andere gehört in einen wöchentlichen Bericht, nicht in den Echtzeit-Posteingang.

Wann Automation nicht der richtige Ansatz ist

Beratungsintensiver Vertrieb mit langen, individuellen Entscheidungsprozessen lässt sich schlecht in regelbasierte Stages pressen. Wenn jedes Gespräch anders verläuft und der nächste Schritt stark vom Inhalt des letzten Calls abhängt, schafft eine erzwungene Pipeline-Logik mehr Aufwand als sie spart – der Vertriebsmitarbeiter arbeitet gegen das System statt mit ihm. In solchen Fällen ist es sinnvoller, das CRM als Dokumentationswerkzeug zu nutzen und nur periphere Prozesse zu automatisieren: Notizen nach dem Call per Task sichern, Angebote verknüpfen, Daten bereinigen.

Ebenfalls kritisch: Teams, die noch keinen stabilen manuellen Prozess haben. Automation festigt Prozesse – sie verbessert schlechte Prozesse nicht. Wer nicht weiß, welche Deals er heute verfolgt und warum, wird es mit Automationen nicht besser wissen. Der sinnvolle Zeitpunkt für die ersten Deal-Automationen ist, wenn der manuelle Prozess drei Monate lang stabil gelaufen ist und die Engpässe bekannt sind.

Häufige Fragen

Kann ich in ActiveCampaign mehrere Pipelines parallel nutzen?

Ja. ActiveCampaign erlaubt mehrere Pipelines mit je eigenen Stages. Das macht Sinn, wenn dein Vertrieb verschiedene Produktlinien oder Kundensegmente mit unterschiedlichen Prozessen bedient – zum Beispiel eine Pipeline für Neukunden und eine separate für Bestandskunden-Upsells. Automationen können pipeline-spezifisch ausgelöst werden: Ein Deal in Pipeline Neukunden kann andere Automationen starten als ein Deal in Pipeline Upsell. Halte die Gesamtzahl aktiver Pipelines klein – mehr als drei Pipelines gleichzeitig zu pflegen wird selten effizienter, aber immer unübersichtlicher.

Ab welchem ActiveCampaign-Plan ist das Deals CRM verfügbar?

Das CRM mit Deals und Pipelines ist ab dem Plus-Plan enthalten. Im Starter-Plan stehen keine CRM-Funktionen zur Verfügung. Die Automation von Deals – also die Verbindung von Deals mit dem Automation-Builder – erfordert ebenfalls mindestens den Plus-Plan. Wer zusätzlich 1:1 E-Mail-Tracking über Gmail oder Outlook nutzen will, um persönliche E-Mails am Deal zu dokumentieren, benötigt den Professional-Plan, in dem die entsprechenden Integrationen verfügbar sind.

Wie verhindere ich, dass Automationen Duplikat-Deals erstellen?

Die sicherste Methode ist eine If/Else-Bedingung am Anfang der Deal-Erstellungs-Automation: Hat der Kontakt einen offenen Deal in Pipeline X? Wenn ja: Automation verlassen. Wenn nein: Deal erstellen. Ergänzend empfiehlt sich die Einstellung „Kontakt darf diese Automation nur einmal starten“ in den Automationseinstellungen. Beide Maßnahmen zusammen stellen sicher, dass auch bei wiederholtem Trigger-Auslösen kein zweiter Deal entsteht.

Wie synchronisiere ich Deal-Daten mit Kontakt-Custom-Fields?

ActiveCampaign erlaubt keine automatische Synchronisierung zwischen Deal-Feldern und Kontakt-Feldern – du brauchst eine Automation mit der Aktion „Feldwert aktualisieren“. Wenn zum Beispiel der Unternehmensname aus einem Deal-Feld in ein Kontakt-Custom-Field übertragen werden soll, baust du eine Automation mit dem Trigger „Deal wird erstellt oder aktualisiert“ und der Aktion „Kontaktfeld aktualisieren – Wert aus Deal-Feld“. Welche Feldtypen dabei verfügbar sind und wie benutzerdefinierte Deal-Felder eingerichtet werden, beschreibt der Beitrag zur Einrichtung von Deal Custom Fields in ActiveCampaign.

Was passiert mit laufenden Automationen, wenn ein Deal auf Verloren gesetzt wird?

Ohne Exit-Bedingung: nichts. Laufende Automationen laufen weiter, auch wenn der Deal bereits abgeschlossen ist. Das führt dazu, dass Kontakte weiterhin Verkaufskommunikation erhalten, die für sie irrelevant geworden ist. Baue deshalb bei jeder Deal-Nurturing-Automation ein Ziel ein: Verlasse Automation, wenn Deal-Status gleich Verloren oder Gewonnen. Diese Exit-Bedingung ist in den Automationseinstellungen unter „Ziel hinzufügen“ konfigurierbar und tritt sofort in Kraft, wenn der Status sich ändert.

Kann ich Deal-Automationen mit externen Tools wie Calendly oder PandaDoc verknüpfen?

Ja, über Webhooks und native Integrationen. Calendly sendet nach einem gebuchten Termin einen Webhook an ActiveCampaign, der eine Automation starten kann – zum Beispiel den Deal in Stage „Demo gebucht“ verschieben und einen Task „Demo vorbereiten“ erstellen. PandaDoc kann bei Angebotsöffnung oder Unterzeichnung ein Ereignis senden, das den Deal automatisch in Stage „Unterschrieben“ bewegt. Beide Integrationen sind technisch stabil und erfordern einmalig eine Webhook-Konfiguration, entweder direkt in ActiveCampaign oder über einen Automatisierungsdienst wie Make.

Der Einstieg in Deal-Automationen lohnt sich am meisten dort, wo der manuelle Prozess bereits läuft und die Engpässe bekannt sind – dann setzt Automation genau dort an, wo Zeit verloren geht. Wer das ActiveCampaign Deals CRM noch aufbauen oder von Grund auf strukturieren will, sollte zunächst Pipelines und Stages sauber definieren, bevor die ersten Automationen greifen.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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