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Wenn du ActiveCampaign wirklich nutzen willst, führt kein Weg an Automationen vorbei. Das ist das Herzstück der Plattform - und genau da trennt sich die Spreu vom Weizen.

Nach über 170 begleiteten Projekten wissen wir: Die meisten scheitern nicht an komplexen Strategien, sondern an den Basics. Sie verstehen nicht, wie der Automation Builder funktioniert. Oder sie bauen chaotische Monster-Automationen, die niemand mehr durchblickt.

Deshalb zeige ich dir hier Schritt für Schritt, wie du Automationen sauber aufbaust. Nicht theoretisch, sondern so wie es in der Praxis funktioniert.

1) Der richtige Einstieg in den Automation Builder

Du findest den Automation Builder über Automationen im linken Menü. Klick dann auf "Automation erstellen" rechts oben.

Jetzt stehst du vor drei Optionen:

  • Active Intelligence nutzen: Du gibst einen einfachen Prompt ein und ActiveCampaign baut dir eine Automation. Funktioniert für Standard-Cases ganz gut.
  • Von Grund auf neu: Du startest komplett blank und baust alles selbst. Das empfehle ich für individuelle Workflows.
  • Vorgefertigte Rezepte: ActiveCampaign bietet Templates für typische Szenarien wie Willkommens-Serien oder Geburtstags-Kampagnen.

Mein Tipp aus der Praxis: Schau dir zuerst die Rezepte an, auch wenn du am Ende von Grund auf neu baust. Sie geben dir oft gute Ideen für Trigger und Abläufe.

2) Trigger richtig konfigurieren - das Fundament jeder Automation

Der Trigger ist das Wichtigste an deiner Automation. Er entscheidet, wann und wie oft sie startet.

Die wichtigsten Trigger-Typen für DACH-Unternehmen:

  • Subscribes to list: Perfekt für Newsletter-Anmeldungen und Lead-Magneten
  • Submits a form: Ideal für Kontaktformulare und Event-Anmeldungen
  • Tag is added: Flexibel einsetzbar für Segmentierungen und Verhaltens-Trigger
  • Deal stage changes: Unverzichtbar für Sales-Prozesse und Pipeline-Management
  • Opens/clicks email: Starke Engagement-Trigger für Follow-up-Kampagnen

Die "Runs"-Einstellung verstehen:

Hier machst du eine fundamentale Entscheidung:

  • "Einmal ausführen": Jeder Kontakt kann die Automation nur einmal durchlaufen. Standard für Willkommens-Serien.
  • "Mehrfach ausführen": Kontakte können bei jedem Trigger-Event erneut einsteigen. Vorsicht bei E-Mail-Automationen!

Praxis-Beispiel: Eine Geburtstags-Automation sollte "mehrfach" laufen, damit der Kontakt jedes Jahr die Glückwünsche bekommt. Eine Willkommens-Serie läuft "einmal", sonst nerven sich Neukunden mit wiederholten Intro-Mails.

3) Kontakte intelligent segmentieren beim Einstieg

Die Segmentierung beim Einstieg ist ein mächtiges Feature, das viele übersehen. Du kannst zusätzliche Bedingungen definieren, wer in die Automation darf.

Klassische DACH-Anwendungsfälle:

  • Nur Kontakte aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz (über Custom Fields)
  • Nur B2B-Kontakte (über Unternehmens-Tags)
  • Nur aktive Newsletter-Abonnenten (über Listen-Status)
  • Nur Kontakte ohne bestimmte Tags (z.B. "Kunde" ausschließen für Prospect-Kampagnen)

Das sieht in der Praxis so aus: Du hast einen Trigger "Tag hinzugefügt: Interessiert an Webinar". Zusätzlich segmentierst du auf "Land ist Deutschland" und "Tag ist nicht: Kunde". So landen nur deutsche Prospects in deiner Automation.

4) Actions strategisch aufbauen - mehr als nur E-Mails versenden

Actions sind die Aktionen, die in deiner Automation passieren. Die meisten denken nur an E-Mails, aber ActiveCampaign kann viel mehr.

Die wichtigsten Action-Kategorien:

E-Mails und Nachrichten:

  • Send Email - Der Klassiker
  • Send SMS - Für höhere Öffnungsraten bei wichtigen Updates
  • Send Site Message - Pop-ups und Banner auf der Website

CRM und Sales:

  • Create Deal - Automatische Pipeline-Einträge
  • Update Deal - Status-Changes nach bestimmten Aktionen
  • Add Note - Automatische Dokumentation von Kundeninteraktionen

Kontakt-Management:

  • Add/Remove Tag - Für Segmentierung und Verhaltens-Tracking
  • Update Contact Field - Custom Fields automatisch befüllen
  • Subscribe/Unsubscribe - Listen-Management

Das funktioniert besonders gut in DACH-Unternehmen: Kombiniere E-Mail-Sequenzen mit automatischem Deal-Management. Wenn jemand auf einen Beratungs-Link klickt, wird automatisch ein Deal erstellt und dem zuständigen Vertriebsmitarbeiter zugewiesen.

5) Wait-Conditions und Timing perfekt abstimmen

Das Timing macht den Unterschied zwischen einer guten und einer großartigen Automation. ActiveCampaign gibt dir verschiedene Wait-Optionen:

  • Wait for Time: Feste Wartezeiten (Stunden, Tage, Wochen)
  • Wait until Date/Time: Bis zu einem bestimmten Datum warten
  • Wait for Conditions: Warten bis bestimmte Bedingungen erfüllt sind

Bewährte Timing-Regeln aus unseren Projekten:

  • B2B E-Mails: 2-3 Tage zwischen den E-Mails einer Serie
  • E-Commerce Follow-up: 1-2 Stunden nach Warenkorbabbruch, dann 24h, dann 1 Woche
  • Event-Marketing: 4 Wochen, 1 Woche, 1 Tag vor der Veranstaltung
  • Onboarding-Serien: Tag 1, Tag 3, Tag 7, Tag 14, Tag 30

Besonders mächtig: Wait for Conditions. Zum Beispiel wartest du nach einer E-Mail, bis der Kontakt die Website besucht hat. Erst dann geht es weiter mit personalisierten Inhalten.

6) If/Else-Conditions für intelligente Verzweigungen

Hier wird es spannend. Mit If/Else-Bedingungen machst du deine Automationen wirklich smart.

Klassische Verzweigungslogiken:

  • Hat E-Mail geöffnet? → Ja: Vertiefende Infos | Nein: Erneut kontaktieren
  • Hat Custom Field "Branche"? → Ja: Branchenspezifische Inhalte | Nein: Allgemeine Infos
  • Ist Kunde? → Ja: Upselling-Kampagne | Nein: Conversion-Fokus
  • Land ist Deutschland? → Ja: Deutsche Preise | Nein: EU-Preise

Ein Praxis-Beispiel aus einem Beratungsprojekt: Nach dem Download eines Whitepapers prüfen wir das Custom Field "Unternehmensgröße". KMU bekommen andere Follow-up-Inhalte als Konzerne. Das hebt die Relevanz massiv.

7) Actions verschieben, kopieren und organisieren

Wenn deine Automation wächst, musst du flexibel bleiben. ActiveCampaign macht es dir einfach:

  • Verschieben: Drag & Drop auf das "+" Symbol
  • Kopieren: Gleiches Prinzip, aber du wählst "Copy" statt "Move"
  • Löschen: Hover über das Element und klick das Lösch-Symbol

Wichtig: Beim Löschen von If/Else-Conditions fragt ActiveCampaign, was mit den darunter liegenden Actions passieren soll. Überleg dir das vorher.

8) Automationen richtig benennen und organisieren

Das unterschätzen fast alle: Eine saubere Benennung wird zum Gamechanger, wenn du mehr als 5 Automationen hast.

Bewährtes Namensschema:

  • [Zweck] - [Zielgruppe] - [Trigger]
  • Beispiel: "Onboarding - Neukunden - Tag: Kunde"
  • Oder: "Lead Nurturing - B2B Prospects - Form Submit"

Labels für Kategorien nutzen:

  • Lead Generation
  • Customer Onboarding
  • Sales Pipeline
  • Event Marketing
  • E-Commerce

So findest du auch nach Monaten sofort die richtige Automation.

9) Aktiv/Inaktiv Status strategisch nutzen

Lass deine Automation erstmal inaktiv. Das ist wichtig.

Erst wenn alles getestet ist und läuft, schaltest du auf "Aktiv". Denn sobald die Automation läuft, können Kontakte einsteigen.

Beim Bearbeiten aktiver Automationen:

  1. Auf "Inaktiv" stellen
  2. Änderungen vornehmen
  3. Testen (mit Test-Kontakten)
  4. Wieder auf "Aktiv" stellen

Warum? Kontakte, die gerade in der Automation sind, könnten sonst Schritte überspringen oder hängen bleiben.

10) Testing und Optimierung - der oft vergessene Schritt

Hier trennt sich Profi-Level von Amateur-Stunde: Du musst deine Automationen testen, bevor sie live gehen.

So testest du richtig:

  • Test-Kontakt erstellen (z.B. deine private E-Mail-Adresse)
  • Alle Pfade der Automation durchlaufen
  • If/Else-Verzweigungen separat testen
  • E-Mail-Design auf verschiedenen Geräten prüfen
  • Links und Call-to-Actions testen

Profi-Tipp: Nutze das "Goal"-Feature von ActiveCampaign. Damit trackst du, ob Kontakte das gewünschte Ziel erreichen (z.B. Kauf, Download, Termin-Buchung).

Fazit: Automationen sind ein Handwerk - und erlernbar

ActiveCampaign Automationen zu beherrschen ist kein Hexenwerk. Es braucht nur Struktur und Übung.

Die wichtigsten Punkte nochmal:

  • Starte einfach und baue schrittweise komplexere Automationen
  • Trigger und Segmentierung entscheiden über Erfolg oder Misserfolg
  • Nutze If/Else für personalisierte Pfade
  • Teste immer vor dem Go-Live
  • Halte Automationen organisiert und gut benannt

Je mehr du übst, desto mehr Möglichkeiten entdeckst du. Und plötzlich automatisierst du nicht nur E-Mail-Kampagnen, sondern ganze Vertriebs- und Marketing-Prozesse.

Wenn du das mit Advertal professionell umsetzen willst: Wir haben in über 170 Projekten so ziemlich jeden Automation-Fall gesehen. Von einfachen Willkommens-Serien bis zu komplexen Multi-Channel-Kampagnen. Melde dich unter advertal.de/start und lass uns schauen, wie wir deine ActiveCampaign-Automationen auf das nächste Level bringen.

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