Die drei Empfänger, an die niemand denkt
Die Unterauftragsverarbeiter-Liste ist öffentlich und übersichtlich. Drei Einträge darin tauchen in deutschen Verarbeitungsverzeichnissen trotzdem fast nie auf.
OpenAI. ActiveCampaign führt OpenAI ausdrücklich als Unterauftragsverarbeiter für KI-Dienste, daneben Amazon Bedrock. Wer die eingebaute KI für Betreffzeilen oder Kampagnenentwürfe nutzt, überträgt damit Daten an einen weiteren US-Anbieter. Das ist zulässig und dokumentiert – aber es gehört ins Verzeichnis, und es fehlt dort praktisch immer.
Zendesk. Der Herstellersupport läuft über ein US-Ticketsystem. Der praktische Punkt ist nicht der Vertrag, sondern die Gewohnheit: In ein Support-Ticket legt man einen Screenshot, und auf dem Screenshot stehen echte Kontaktdaten. Damit ist die Übermittlung erfolgt, unabhängig davon, wo das Konto liegt.
Cloudflare. Ein Netzwerkdienst mit Sitz in den USA liegt vor der Plattform und sieht jeden Aufruf. Das ist bei fast jedem modernen Dienst so und selten ein Problem – aber es ist ein Empfänger, und Vollständigkeit ist im Verzeichnis der halbe Zweck.
Und ein vierter Fall, der rechtlich anders liegt: der MCP-Server. Wer Claude oder ChatGPT über die MCP-Schnittstelle an sein Konto hängt, hat keinen weiteren Unterauftragsverarbeiter von ActiveCampaign – sondern einen eigenen Auftragsverarbeiter. Der Vertrag dafür ist deiner, nicht ihrer. Das ist der sauberste Schnitt der ganzen Liste und der am leichtesten übersehene.