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Die 5 besten Marketo-Alternativen für den DACH-Markt

Tom
Tom
13. März 2026 · 11 Min. Lesezeit

Marketo richtet sich an Enterprise-Marketing-Teams mit mehreren Hunderttausend Kontakten und komplexen ABM-Anforderungen. Für den typischen deutschsprachigen Mittelstand ist das Tool überdimensioniert. Die fünf stärksten Alternativen – ActiveCampaign, HubSpot, Mailchimp, Brevo und Zoho Campaigns – unterscheiden sich in Automatisierungstiefe, Integrationsbreite und Preis so deutlich, dass die Wahl stark vom Anwendungsfall abhängt.

Das Wichtigste in Kürze

  • ActiveCampaign ist für KMU und Mittelstand der stärkste Marketo-Ersatz: tiefer Automation Builder, integriertes CRM und ein Einstiegspreis ab 15 US-Dollar pro Monat für 1.000 Kontakte (laut costbench.com, Stand 2026).
  • HubSpot lohnt sich, wenn Marketing, Sales und Content-Produktion auf einer Plattform konsolidiert werden sollen – wird ab dem Professional-Tier deutlich teurer als ActiveCampaign.
  • Mailchimp und Brevo passen für Teams, die primär Newsletter versenden und keine komplexen Automationen brauchen.
  • Marketo bleibt das richtige Werkzeug für Enterprise-Teams mit Account-Based-Marketing-Anforderungen und tiefer Salesforce-Integration.
  • Der Wechsel von Marketo zu einer Alternative dauert je nach Automatisierungsumfang vier bis zwölf Wochen und erfordert strukturierte Datenmigration.

Warum Marketo im DACH-Mittelstand selten das richtige Mittel ist

Marketo ist kein Self-Service-Produkt. Adobe veröffentlicht keine Preisliste – wer wissen will, was die Plattform kostet, braucht ein Verkaufsgespräch. Das allein zeigt, an wen sich das Tool richtet: Organisationen, die ein Vertriebsteam einschalten, einen internen Administrator besetzen und Monate in die Implementierung investieren können. Für kleinere Teams ist das ein strukturelles Missverhältnis zwischen Aufwand und Nutzen.

Hinzu kommt, dass viele der Stärken von Marketo Engage in DACH-KMU selten gebraucht werden: Account-Based Marketing auf Unternehmensebene, Marketo Measure für Revenue Attribution, Dynamic Chat, tiefe Salesforce-Integration. Wer diese Features nicht nutzt, zahlt trotzdem für sie. Die meisten Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz brauchen solide E-Mail-Automation, CRM-Verknüpfung und DSGVO-konforme Datenhaltung – nicht mehr und nicht weniger.

Das Onboarding von Marketo dauert in der Praxis drei bis sechs Monate, oft mit externer Agentur. Auch der laufende Betrieb ist betreuungsintensiv: Datenbankpflege, Segmentierungslogiken und Integrationspflege binden regelmäßig Arbeitszeit. Wer kein eigenes Marketing-Operations-Team hat, verliert diesen Aufwand als versteckten Kostenfaktor.

Das heißt nicht, dass Marketo schlecht ist. Es heißt, dass ein Werkzeug für Enterprise-Marketing-Abteilungen in einem Betrieb mit 50 Mitarbeitern strukturell fehl am Platz ist. Die folgenden fünf Alternativen lösen dieselbe Aufgabe mit weniger Reibung.

ActiveCampaign bietet den tiefsten Automation Builder im Mittelklassesegment

ActiveCampaign ist unter den Marketo-Alternativen das Tool mit der stärksten Marketing-Automation außerhalb des Enterprise-Segments. Der visuelle Automation Builder erlaubt komplexe If-then-Verzweigungen, zeitbasierte Wartezeiten, konditionelle Inhalte in E-Mails und direkte CRM-Aktionen innerhalb derselben Automation – ohne eine Zeile Code. Das reicht für den Großteil der Anwendungsfälle im DACH-Mittelstand.

Was der Automation Builder in der Praxis leistet

Im Automation Builder erstellst du Kampagnen über einen visuellen Canvas. Der Einstiegspunkt – also der Auslöser einer Automation – kann ein Formularabschluss sein, ein Website-Besuch, ein Tag, der einem Kontakt hinzugefügt wird, oder eine CRM-Änderung. Von dort verzweigt die Automation anhand von Bedingungen: Hat der Kontakt eine bestimmte E-Mail geöffnet? Liegt der Lead Score über 60? Hat er in den letzten 14 Tagen die Preisseite besucht?

Ein Beispiel aus der Praxis: Du richtest eine Lead-Nurturing-Automation ein, die neue Kontakte aus einem Whitepaper-Download über fünf E-Mails führt. Bei Klick auf die Preisseite innerhalb der Sequenz verzweigt die Automation und benachrichtigt den Vertrieb, anstatt die nächste E-Mail zu senden. Diese Verzweigungslogik ist in ActiveCampaign ohne technisches Vorwissen aufzubauen – über Automationen > Neu erstellen > Einstieg wählen > Bedingungen hinzufügen. Wer die Möglichkeiten des Builders systematisch kennenlernen will, findet im Praxis-Guide zu ActiveCampaign-Automationen eine strukturierte Übersicht.

Für fortgeschrittene Teams erlaubt ActiveCampaign außerdem split-basiertes A/B-Testing innerhalb von Automationen und das Verzweigen auf Basis von Wahrscheinlichkeitswerten aus dem Predictive-Sending-Feature, das ab dem Professional-Tarif verfügbar ist.

Lead Scoring und Site Tracking als Entscheidungsgrundlage

Site Tracking ist eine der Funktionen, bei denen ActiveCampaign deutlich mehr leistet als einfache E-Mail-Tools. Mit dem Tracking-Script auf der eigenen Website siehst du, welche Kontakte welche Seiten besucht haben und wann – das funktioniert DSGVO-konform mit entsprechendem Consent. Diese Daten fließen automatisch in Automationen und in das Lead-Scoring ein.

Lead Scoring in ActiveCampaign funktioniert regelbasiert: Jede definierte Aktion eines Kontakts – Website-Besuch, E-Mail-Öffnung, Link-Klick, Formularabschluss – addiert oder subtrahiert Punkte. Wenn ein Score einen Schwellenwert überschreitet, kann ActiveCampaign automatisch eine CRM-Aufgabe erstellen, eine Benachrichtigung an den Vertrieb senden oder den Kontakt in eine andere Automation überführen. So lassen sich Hot Leads identifizieren, ohne manuelle Prüfung der gesamten Kontaktliste.

Integriertes CRM ohne separate Lizenz

ActiveCampaign enthält ab dem Plus-Tarif ein eigenes CRM mit Pipeline-Ansicht, Deal-Phasen und Aufgabenverwaltung. Das reicht für Teams, die keine vollwertige Salesforce-Instanz betreiben, aber Deals aus dem Marketing-Kontext heraus verwalten wollen. Wer mehr über den CRM-Teil wissen will, findet eine Übersicht im Artikel zum ActiveCampaign CRM für Vertriebsteams.

Für Unternehmen, die bereits ein eigenes CRM betreiben – Pipedrive, Salesforce, HubSpot CRM – ist ActiveCampaign über native Integrationen oder Zapier verknüpfbar. Die Synchronisation läuft typischerweise bidirektional: Deal-Änderungen im CRM können Automationen in ActiveCampaign auslösen und umgekehrt.

Wann ActiveCampaign an seine Grenzen stößt

ActiveCampaign ist kein Tool für Teams, die schwerpunktmäßig Account-Based Marketing betreiben. Koordinierte Kampagnen über mehrere Ansprechpartner hinweg bei denselben Zielunternehmen, orchestriert über verschiedene Kanäle und verknüpft mit Salesforce-Opportunity-Daten, sind in Marketo oder Salesforce Marketing Cloud besser gelöst.

Auch die Reporting-Funktionen sind in ActiveCampaign funktional, aber nicht für komplexe Anforderungen ausgelegt. Wer Multi-Attribution-Modelle, Revenue-Impact-Analysen oder kanalübergreifende Funnel-Reports braucht, stößt auf Grenzen. Für diesen Fall ist HubSpot Professional oder ein zusätzliches BI-Tool die sinnvollere Ergänzung.

ActiveCampaign berechnet im Starter-Tarif 15 US-Dollar pro Monat für bis zu 1.000 Kontakte (jährliche Abrechnung, laut costbench.com, Stand 2026). Der Plus-Tarif liegt bei 49 US-Dollar, Professional bei 79 US-Dollar, Enterprise bei 145 US-Dollar. Die Preise skalieren mit der Kontaktanzahl.

HubSpot lohnt sich, wenn Marketing, Sales und Content auf einer Plattform landen sollen

HubSpot ist breiter aufgestellt als ActiveCampaign. Neben Marketing-Automation enthält HubSpot ein vollwertiges CMS für Websites und Landing Pages, ein CRM mit tiefer Sales-Funktionalität, einen Service-Hub für den Kundensupport und weitreichende Reporting-Funktionen. Wer alle diese Bereiche auf einer Plattform konsolidieren will und das Budget hat, findet in HubSpot eine kohärente Gesamtlösung.

Wo HubSpot klar stärker ist als ActiveCampaign

Content-Marketing-Teams profitieren von HubSpots integrierten SEO-Empfehlungen, der Blogging-Funktion und dem Content-Strategie-Tool. Statt drei separate Systeme für CMS, Analytics und E-Mail zu pflegen, läuft alles aus einer Datenquelle. Das reduziert Reibung bei Übergaben zwischen Teams und verbessert die Datenqualität, weil kein Datentransfer über Schnittstellen nötig ist.

Das Reporting in HubSpot Marketing Hub Professional ist deutlich mächtiger als in ActiveCampaign. Multi-Touch-Attribution, Kanalvergleiche und anpassbare Dashboards erlauben eine tiefere Analyse des Marketing-Einflusses auf Umsatz. Für Marketing-Teams, die ihren Beitrag zum Umsatz gegenüber der Geschäftsführung nachweisen müssen, ist das ein substanzieller Vorteil.

Auch für Teams mit mehr als zehn Personen in Marketing und Sales zahlt sich die gemeinsame Datenbasis aus: Jeder Vertriebsmitarbeiter sieht, welche Marketing-E-Mails ein Lead erhalten hat. Jedes Marketingteam sieht, welche Leads vom Vertrieb als unqualifiziert zurückgestuft wurden. Dieses Feedback-Loop ist in ActiveCampaign nur über Integrationen abzubilden, in HubSpot ist es Standard.

Wann HubSpot zu teuer wird

HubSpot Marketing Hub Professional liegt im Bereich mehrerer Hundert US-Dollar pro Monat bei jährlicher Abrechnung – ein Vielfaches des vergleichbaren ActiveCampaign-Tarifs. Das ist gerechtfertigt, wenn du auch Sales Hub und Service Hub nutzt und HubSpot als Gesamtplattform betreibst. Teams, die hauptsächlich E-Mail-Automationen betreiben, zahlen für viele Funktionen, die ungenutzt bleiben.

Hinzu kommt ein obligatorisches Onboarding für den Professional-Tarif, das die Einstiegskosten erhöht. Wer das einkalkuliert und HubSpot als langfristige Gesamtlösung betrachtet, rechnet anders als jemand, der nur Marketing-Automation sucht. Der Tipp aus der Praxis: Zähle vor der Entscheidung, wie viele der HubSpot-Hubs du tatsächlich in den ersten zwölf Monaten nutzen wirst – nicht wie viele du theoretisch nutzen könntest.

Mailchimp, Brevo und Zoho Campaigns im direkten Vergleich

Für Teams mit einfacheren Anforderungen gibt es drei weitere Optionen, die deutlich günstiger als Marketo sind und für bestimmte Anwendungsfälle sehr gut passen. Die folgende Tabelle zeigt, wo die Stärken liegen und für wen welches Tool geeignet ist.

Tool

Stärken

Schwächen

Passt am besten zu

Mailchimp

Bekannte Benutzeroberfläche, guter Template-Builder, starkes E-Commerce-Tracking für Shopify und WooCommerce

Automation-Logik begrenzt, kein echtes CRM, Preise steigen steil mit Listengröße

Online-Shops und Publisher mit einfachen E-Mail-Anforderungen ohne komplexe Automationen

Brevo

Multi-Channel (E-Mail, SMS, WhatsApp, Chat), DSGVO-freundliches europäisches Unternehmen, Transaktions-E-Mail inklusive

Weniger Automation-Tiefe als ActiveCampaign, CRM-Funktionen begrenzt

Teams, die E-Mail mit SMS oder Chat kombinieren wollen, und Unternehmen mit hohem Transaktions-E-Mail-Volumen

Zoho Campaigns

Tiefe Integration ins Zoho-Ökosystem (CRM, Books, Desk), sehr günstiger Einstiegspreis

Benutzeroberfläche komplex, außerhalb des Zoho-Stacks wenig Mehrwert

Unternehmen, die bereits Zoho CRM oder andere Zoho-Produkte nutzen und kein separates Marketing-Tool wollen

Brevo verdient in der DACH-Diskussion besondere Aufmerksamkeit: Als europäisches Unternehmen mit Datenhaltung in der EU und entsprechenden Zertifizierungen ist es für DSGVO-sensible Branchen attraktiver als amerikanische Anbieter. Die Multi-Channel-Stärke – E-Mail, SMS und WhatsApp in einer Plattform – ist besonders interessant für Unternehmen, die Transaktionsnachrichten und Marketing-Kommunikation vereinheitlichen wollen. Wer dagegen tiefe Automation-Logik braucht, stößt bei Brevo schneller an Grenzen als bei ActiveCampaign.

Mailchimp hat eine starke Marktposition im E-Commerce-Segment, weil die Integration mit Shopify und WooCommerce ausgreift und Kaufdaten direkt für Segmentierung und Automation nutzbar macht. Für B2B-Teams mit komplexen Lead-Journeys ist Mailchimp hingegen zu begrenzt – die fehlende CRM-Funktionalität und die begrenzten Verzweigungsoptionen im Automation Builder sind strukturelle Einschränkungen, keine Bugs.

So läuft eine Marketo-Migration in der Praxis

Der Wechsel von Marketo zu einer Alternativplattform ist aufwändiger als eine normale Tool-Migration, weil Marketo-Kunden in der Regel tiefe Automationsstrukturen, CRM-Integrationen und langjährige Kontakthistorien mitbringen. Die folgende Schrittfolge orientiert sich daran, was den Übergang reibungsärmer macht.

  1. Bestandsaufnahme in Marketo: Exportiere die vollständige Liste aktiver Automationen, E-Mail-Templates, Landing Pages und Kontaktsegmente. Prüfe, welche Automationen tatsächlich aktives Volume haben und welche seit Monaten inaktiv sind – letztere müssen nicht migriert werden und vereinfachen den Übergang erheblich.
  2. DSGVO-Status der Kontaktdaten klären: Prüfe vor dem Export, ob alle Kontakte einen dokumentierten Einwilligungsstatus haben. Der Wechsel des Tools ist kein Grund, bestehende Einwilligungen neu einzuholen, aber der Opt-in-Status muss beim Import in das neue System korrekt zugeordnet werden.
  3. Zielplattform technisch aufsetzen: Richte das neue Tool auf, bevor der erste Kontakt importiert wird – Domain-Authentifizierung (SPF, DKIM, DMARC), Tracking-Pixel und Formular-Integration. Konfigurationsfehler am Anfang kosten später Deliverability.
  4. Automationen in absteigender Priorität neu aufbauen: Beginne mit den umsatzkritischen Automationen: Willkommensserien, Lead-Nurturing-Sequenzen, Reaktivierungskampagnen. Baue sie im neuen Tool auf und teste sie mit einer kleinen Gruppe realer Kontakte, bevor du Volumen überträgst.
  5. Kontakte schrittweise importieren: Starte mit einem kleineren Segment – etwa aktive Kontakte der letzten 90 Tage – und beobachte Öffnungsraten und Deliverability für zwei bis vier Wochen. Erst wenn die Metriken stabil sind, folgt der Rest der Kontaktliste.
  6. Parallelbetrieb einplanen: Schalte Marketo nicht ab, bevor alle laufenden Automationen im neuen Tool stabil laufen und der Datentransfer vollständig abgeschlossen ist. Vier Wochen Parallelbetrieb sind eine realistische Mindestdauer, bei komplexen Setups eher acht.
  7. Abschalten mit Datensicherung: Exportiere kurz vor der Abschaltung von Marketo ein letztes Mal alle Daten als CSV-Backup. Marketo gibt Kontakthistorien und Aktivitätslogs mit – nach der Vertragskündigung sind diese Daten nicht mehr zugänglich.

Eine vollständige Marketo-Migration dauert je nach Komplexität der Automationen und Größe der Kontaktliste vier bis zwölf Wochen. Wer bereits über einen Jahresvertrag mit Marketo verfügt, plant die Migration so, dass der Parallelbetrieb ins letzte Quartal vor Vertragsende fällt. Wer dagegen monatlich abrechnet, kann flexibler vorgehen.

Wann Marketo trotzdem die bessere Wahl bleibt

Es gibt Konstellationen, in denen der Aufwand von Marketo gerechtfertigt ist – und in denen der Wechsel zu einer günstigeren Alternative mehr kostet als er spart.

Das gilt vor allem für Teams, die Account-Based Marketing in großem Maßstab betreiben: koordinierte Kampagnen über mehrere Ansprechpartner hinweg bei denselben Zielunternehmen, orchestriert über verschiedene Kanäle und verknüpft mit Salesforce-Opportunity-Daten. Marketo Engage in Kombination mit Marketo Measure ist für diesen Anwendungsfall eine der ausgereiftesten Lösungen am Markt und schwer zu replizieren.

Auch Unternehmen, deren gesamter Marketing-Stack auf Adobe aufgebaut ist – Adobe Analytics, Adobe Experience Manager, Adobe Target – profitieren von der nativen Integration, die eine Alternativplattform nicht replizieren kann. Ein Wechsel bedeutet hier nicht nur Tool-Migration, sondern Umbau eines Teils der Datenarchitektur.

Schließlich gibt es Teams, die bereits mehrere Jahre in Marketo-Expertise investiert haben: zertifizierte Admins, dokumentierte Prozesse, tiefe Integration in Vertriebs- und Reporting-Workflows. Für diese Teams ist der Wechselaufwand real und nicht zu unterschätzen. Eine alternative Plattform ist nur dann sinnvoll, wenn die laufenden Einsparungen diesen Einmalaufwand innerhalb eines vertretbaren Zeitraums aufwiegen.

Häufige Fragen

Kann ich meine Marketo-Automationen eins zu eins zu ActiveCampaign übertragen?

Nicht direkt – es gibt kein offizielles Migrations-Tool zwischen den beiden Plattformen. Marketo-Automationen müssen im ActiveCampaign-Automation-Builder manuell nachgebaut werden. Die Logik – Eintrittspunkte, Verzweigungen, Wartezeiten – lässt sich übertragen, aber der Aufbau ist Handarbeit. Komplexe Automation-Strukturen können zwei bis vier Wochen Aufwand bedeuten, einfache Willkommensserien hingegen wenige Stunden.

Was passiert mit den Marketo-Kontaktdaten beim Wechsel zu einer Alternative?

Marketo erlaubt den Export aller Kontaktdaten als CSV einschließlich Feldinhalten, Aktivitätshistorie und Opt-in-Status. Diese Daten lassen sich in alle gängigen Alternativen importieren. Der Einwilligungsstatus muss beim Import korrekt zugeordnet werden – nur Kontakte mit gültigem Opt-in dürfen im neuen System Marketing-E-Mails empfangen. Aktivitätshistorien aus Marketo stehen im neuen Tool nicht als native Daten zur Verfügung, können aber als CSV-Archiv gespeichert werden.

Ist ActiveCampaign für deutsche Unternehmen DSGVO-konform einsetzbar?

ActiveCampaign schließt mit Kunden einen Auftragsverarbeitungsvertrag und bietet Datenhaltung in der EU an. Das macht DSGVO-konformen Betrieb möglich, aber nicht automatisch. Du musst Double-Opt-in für alle Listen aktivieren, eine Cookie-Einwilligung für das Site Tracking implementieren und sicherstellen, dass das Tracking-Pixel nur nach Consent feuert. Diese Konfiguration liegt in deiner Verantwortung.

Welche Marketo-Alternative passt am besten für B2B-Marketing im DACH-Raum?

Für die meisten B2B-Teams im deutschsprachigen Raum ist ActiveCampaign die stärkste Wahl, weil die Kombination aus Automation-Tiefe, CRM-Funktionen und Preis-Leistungs-Verhältnis im Mittelklassesegment überzeugt. HubSpot ist die bessere Wahl, wenn Content-Marketing eine zentrale Rolle spielt und Sales und Marketing eng verzahnt werden sollen. Für Teams mit tiefer Salesforce-Abhängigkeit und ABM-Anforderungen bleibt Marketo oder Salesforce Marketing Cloud die konsequentere Wahl.

Wie lange dauert ein vollständiger Wechsel von Marketo zu ActiveCampaign?

Eine realistische Zeitplanung liegt zwischen vier und zwölf Wochen, abhängig von der Zahl aktiver Automationen, der Kontaktlistengröße und dem Integrationsumfang mit anderen Systemen. Teams mit weniger als fünf aktiven Automationen und unter 20.000 Kontakten schaffen den Wechsel oft in vier bis sechs Wochen. Wer dagegen komplexe CRM-Integrationen und mehrere Dutzend Automationen mitbringt, plant realistisch zwölf Wochen ein.

Wer den Wechsel von Marketo plant und dabei Unterstützung sucht, findet bei der ActiveCampaign-Agentur von Advertal Begleitung von der Tool-Auswahl bis zur vollständigen Migration.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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