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Leadgenerierung für Webdesign-Agenturen: Outbound, Inbound und Automatisierung

Tom
Tom
4. April 2025 · 13 Min. Lesezeit

Webdesign-Agenturen gewinnen planbar neue Kunden, wenn sie Outbound und Inbound kombinieren: eine sauber aufgebaute Zielkundenliste, personalisierter Cold-Outreach über E-Mail und LinkedIn, ein strukturiertes Nachfasssystem und eine SEO-Strategie, die mittel- bis langfristig eingehende Anfragen aufbaut. Welcher Kanal wann trägt, welche Fehler die meisten Agenturen machen und wie ActiveCampaign den Prozess automatisiert, zeigt dieser Beitrag.

Das Wichtigste in Kürze

  • Qualifizierte Leads entstehen nicht durch Masse, sondern durch Relevanz: Suche gezielt nach Unternehmen, die eine veraltete Website haben oder noch keine digitale Präsenz aufgebaut haben.
  • Cold-Outreach funktioniert in Sequenzen, nicht als Einmalkontakt: mindestens vier bis fünf Berührungspunkte über E-Mail, LinkedIn und Telefon erhöhen die Antwortwahrscheinlichkeit deutlich.
  • SEO und Content-Marketing liefern Inbound-Leads ohne direkten Aufwand pro Anfrage, brauchen aber sechs bis zwölf Monate Vorlaufzeit bis zur ersten nennenswerten Wirkung.
  • ActiveCampaign eignet sich als kombiniertes Nachfasssystem, Lead-Scoring-Tool und CRM für Webdesign-Agenturen auch ohne eigenes Vertriebsteam.

Warum Webdesign-Agenturen Outbound und Inbound kombinieren müssen

Viele Agenturen verlassen sich entweder ausschließlich auf Empfehlungen oder betreiben punktuelle Kaltakquise ohne System. Empfehlungen liefern oft die qualitativ besten Aufträge, aber ihr Timing ist nicht steuerbar. Kaltakquise ohne begleitende digitale Präsenz wirkt aufdringlich und erzeugt Widerstand. Agenturen, die planbar wachsen, kombinieren beides: aktiver Outbound, um in kurzer Zeit in konkrete Gespräche zu kommen, und Inbound-Präsenz, die das Vertrauen aufbaut, bevor ein Erstgespräch stattfindet.

Im DACH-Raum gilt 2026 zunehmend: Wer über einen Outbound-Erstkontakt kommt, wird danach fast immer online geprüft. Eine schwache Website oder ausgedünnte Inhalte bremsen die Konversion, die der Outreach bereits erzeugt hat. Das bedeutet: Beide Seiten verstärken sich gegenseitig. Wer nur eine ausbaut, verschenkt Potenzial.

Outbound und Inbound folgen außerdem unterschiedlichen Zeitlogiken. Outbound verschafft dir in wenigen Wochen Gespräche mit qualifizierten Unternehmen. Inbound dauert länger, aber ein gut gerankter Artikel zu „Webdesign Agentur Hamburg" arbeitet fortlaufend ohne weiteren Aufwand je Anfrage. Das praktische Modell für eine wachsende Agentur lautet deshalb: Outbound in den ersten sechs bis zwölf Monaten, um Umsatz zu generieren und Referenzprojekte aufzubauen. Inbound als Parallelarbeit, die nach zwölf bis achtzehn Monaten tragende Anfragen liefert.

Wie du eine qualifizierte Leadliste für deine Webdesign-Agentur aufbaust

Die Leadliste ist das Fundament jedes Outbound-Systems. Ihre Qualität entscheidet darüber, ob deine Outreach-Kampagne Rückmeldungen erzeugt oder ins Leere läuft. Eine unqualifizierte Liste mit 2.000 Einträgen liefert in der Praxis weniger Gespräche als eine sorgfältig aufgebaute Liste mit 200 Einträgen, bei denen du weißt, warum jedes Unternehmen einen konkreten Bedarf hat, den du adressieren kannst.

Branchenregister und Datenprovider

Branchenverzeichnisse wie das Handelsregister, die Gelbe Seiten oder branchenspezifische Verbandslisten bilden die Ausgangsbasis vieler Outbound-Listen. Darüber hinaus gibt es spezialisierte B2B-Datenanbieter, die Kontakte mit verifizierten E-Mail-Adressen und LinkedIn-Profilen anreichern. Der Vorteil liegt in der schnellen Verfügbarkeit: Du kannst innerhalb weniger Tage eine strukturierte Liste aufbauen, ohne aufwendig selbst zu recherchieren.

Der Nachteil: Eingekaufte Daten sind häufig nicht aktuell und enthalten einen Teil ungültiger E-Mail-Adressen. Wer damit arbeitet, sollte die Liste vor dem Versand validieren – Tools wie Hunter.io oder NeverBounce helfen dabei, unzustellbare Adressen zu bereinigen. In Deutschland gelten für den Cold-E-Mail-Versand an Privatpersonen strenge Vorgaben nach dem UWG; im B2B-Bereich gibt es mehr Spielraum, sofern ein berechtigtes Interesse nachvollziehbar belegt werden kann.

Technisches Web-Scraping nach veralteten Websites

Für Webdesign-Agenturen gibt es eine besonders präzise Methode: die gezielte Suche nach Unternehmen mit veralteter oder fehlender Website. Tools wie Screaming Frog oder spezialisierte Plattformen ermöglichen es, Unternehmen zu identifizieren, die noch auf veralteten CMS-Versionen laufen, keine mobiloptimierte Website haben oder deren letztes Redesign mehr als fünf Jahre zurückliegt.

Diese Methode erzeugt automatisch eine relevante Zielgruppe: Das Unternehmen hat einen erkennbaren Bedarf, du kannst ihn beim Namen nennen, und das erste Anschreiben lässt sich dadurch konkret personalisieren. Statt einer generischen Einleitung schreibst du: „Mir ist aufgefallen, dass eure Website noch auf der alten Jimdo-Basis läuft – wir haben dieses Jahr mehrere Unternehmen aus eurer Branche auf schnellere, wartungsarme Systeme umgestellt." Das erzeugt Relevanz, wo ein generisches Anschreiben Widerstand erzeugt.

Qualitätsmerkmale einer einsatzfähigen Leadliste

Eine einsatzfähige Leadliste enthält mindestens diese Felder. Fehlende Daten, besonders bei Name, E-Mail und Bedarfsnotiz, solltest du vor dem Start der Kampagne nachrecherchieren, nicht während sie läuft.

  • Unternehmensname und Branche – ohne diese beiden Felder lässt sich kein Anschreiben sinnvoll personalisieren
  • Name und Position des Entscheidungsträgers – nicht nur die Funktionsbezeichnung, sondern Vor- und Nachname
  • Validierte E-Mail-Adresse der Entscheidungsperson – nicht die allgemeine info@-Adresse, weil ungeprüfte Adressen die Domain-Reputation gefährden
  • LinkedIn-Profil-URL der Ansprechperson – als Grundlage für die Kontaktanfrage ohne Begleittext nach der ersten Mail
  • Telefonnummer der Ansprechperson – für die telefonische Nachfassung ab dem dritten Berührungspunkt, wenn E-Mail und LinkedIn keine Reaktion brachten
  • Kurznotiz zum spezifischen Befund, zum Beispiel: „Website läuft auf Jimdo", „keine SSL-Verschlüsselung aktiv", „mobil nicht optimiert"

Ohne die Bedarfsnotiz verliert die Personalisierung ihre Grundlage. Wer das Feld weglässt, sendet am Ende doch wieder generische Mails, obwohl die eigentliche Stärke dieses Ansatzes gerade in der Individualisierung liegt.

Outbound-Kanäle im Vergleich: Wann welcher Kanal trägt

Webdesign-Agenturen stehen im Outbound vor der Wahl zwischen vier Kanälen: E-Mail, LinkedIn, Telefon und postalische Mailings. Kein Kanal funktioniert am besten allein. Die Kombination aus mehreren Berührungspunkten, die über mehrere Wochen gestaffelt sind, erzeugt deutlich mehr Gespräche als ein einzelner Kanal mit hohem Volumen.

Kanal

Kosten je Kontakt

Skalierbarkeit

Wann sinnvoll

Cold E-Mail

niedrig

hoch

Als Eröffnungskanal, automatisierbar in Sequenzen

LinkedIn-Outreach

niedrig

mittel

Als zweiter Berührungspunkt nach der ersten Mail

Telefonische Nachfassung

mittel

niedrig

Ab dem dritten Berührungspunkt, direkter Gesprächsabschluss möglich

Postalisches Mailing

hoch

niedrig

Für hochwertige Zielkunden als Differenzierungsmittel

Cold-E-Mail-Sequenzen richtig aufbauen

Eine einzelne Cold-Mail erzeugt selten eine Reaktion. Wirkungsvolle Outreach-Kampagnen arbeiten mit Sequenzen: fünf bis sieben Berührungspunkte über mehrere Wochen verteilt. Die erste Mail ist kurz und personalisiert, bezieht sich auf einen konkreten Befund und endet mit einem klar formulierten nächsten Schritt. Follow-up-Mails bauen auf der vorherigen auf, statt dieselben Argumente zu wiederholen.

Die technische Voraussetzung für ausreichende Zustellbarkeit ist die saubere Konfiguration der Absender-Domain. SPF, DKIM und DMARC müssen korrekt gesetzt sein. Wer von seiner Hauptdomain aus hohe Versandvolumen für Outreach sendet, riskiert deren Reputation. Die übliche Praxis ist eine separate Domain mit ähnlichem Branding, die schrittweise aufgewärmt und ausschließlich für Outreach-Kampagnen genutzt wird.

Was in der ersten Mail nicht funktioniert: sofortige Produktvorstellungen, lange Einleitungen über die eigene Agentur, Formulierungen wie „Ich hoffe, diese Nachricht findet dich gut". Was funktioniert: ein Satz zum konkreten Befund, ein Satz zum Mehrwert, ein klar formuliertes Angebot für ein kurzes Erstgespräch.

LinkedIn-Outreach als zweiter Berührungspunkt

LinkedIn funktioniert im Outreach für Webdesign-Agenturen nicht als primärer Kanal, aber als wirksamer zweiter Berührungspunkt nach der ersten E-Mail. Eine Kontaktanfrage ohne Begleittext, zwei bis drei Tage nach der ersten Mail gesendet, erhöht die Sichtbarkeit und die Wahrscheinlichkeit einer Reaktion.

Wenn die Kontaktanfrage angenommen wird, folgt eine kurze Direktnachricht, die konkret auf die gemeinsame Branche oder einen aktuellen Beitrag des Empfängers eingeht. Was dabei nicht funktioniert: lange Nachrichten, sofortige Produktvorstellungen, Terminbitten in der ersten Nachricht. Was funktioniert: ein gezielter Bezug, der zeigt, dass du das Profil tatsächlich angeschaut hast.

Telefonische Nachfassung zielgerichtet einsetzen

Ein Anruf nach der dritten oder vierten E-Mail ohne Antwort ist kein Kaltanruf mehr. Der Gesprächspartner hat die Mails gesehen, auch wenn er nicht geantwortet hat. Dieses Telefongespräch hebt die Hürde des schriftlichen Antwortens auf und liefert in der Praxis die meisten Gesprächstermine.

Das Skript ist kurz: Name des Gesprächspartners nennen, Bezug auf die Mails herstellen, einen konkreten Mehrwert in einem Satz benennen, konkretes Angebot für ein Kurzgespräch von 15 bis 20 Minuten machen. Wer länger als 30 Sekunden braucht, um auf den Punkt zu kommen, verliert die Aufmerksamkeit. Das Ziel des Telefonats ist nicht der Verkauf, sondern der Termin für ein Erstgespräch.

Postalische Mailings als Differenzierungsmittel

Physische Post liest fast jeder Geschäftsführer persönlich – im Gegensatz zu E-Mails, die häufig im Assistenz-Postfach landen. Ein professionell gestaltetes Anschreiben mit konkretem Bezug auf die Website des Empfängers fällt auf, weil die meisten Agenturen diesen Kanal nicht nutzen. Postalische Mailings machen Sinn als Ergänzung zu einer E-Mail-Sequenz, nicht als eigenständiger Kanal. Die Kosten pro Kontakt sind deutlich höher, und ohne anschließende Nachfassung verpufft die Wirkung.

Inbound-Leadgenerierung durch SEO und Content – so baust du es auf

Der Aufbau einer Inbound-Strategie für Webdesign-Agenturen folgt einem klaren Muster. Das Ziel ist, in Google auf Suchanfragen zu erscheinen, die potenzielle Kunden in der Orientierungs- und Recherchephase stellen – bevor sie eine Agentur direkt anfragen. Wer dort sichtbar ist, wird als kompetent wahrgenommen, bevor das erste Gespräch stattfindet.

  1. Keyword-Recherche: Identifiziere regionale Suchanfragen wie „Webdesign Agentur Düsseldorf" und branchenspezifische Longtail-Keywords wie „Website für Architekturbüro erstellen lassen Kosten". Beide Typen brauchen unterschiedliche Seitenformate.
  2. Regionale Landingpages aufbauen: Für jede Stadt oder Region, in der du aktiv bist, eine eigene Seite mit lokalem Bezug. Diese Seiten ranken oft schneller als allgemeine Themenseiten und erzeugen konkrete Anfragen.
  3. Fachbeiträge zu Branchenfragen schreiben: Artikel, die Fragen beantworten, die deine Zielkunden stellen – „Wie viel kostet eine professionelle Website?", „Was ist der Unterschied zwischen WordPress und Webflow?" Wer diese Fragen gut beantwortet, baut Vertrauen auf, bevor der erste Kontakt stattfindet.
  4. Lead-Magnete bereitstellen: Checklisten wie „10 Zeichen, dass deine Website ein Redesign braucht", kostenlose Website-Audits oder kurze Kalkulatoren senken die Hürde für den ersten Schritt und liefern qualifizierte Kontaktdaten.
  5. Formular-Integration in ActiveCampaign: Eingehende Leads werden automatisch in eine Qualifizierungssequenz übergeben, die innerhalb von Minuten eine persönliche Bestätigungsmail sendet und im CRM eine Aufgabe für das Erstgespräch anlegt.
  6. Sequenz zur Qualifizierung aufsetzen: Drei bis fünf E-Mails, die nach der Anmeldung automatisch versandt werden und den Lead weiter qualifizieren, bevor das erste Gespräch stattfindet. Wie du dabei aus Downloads zahlende Kunden machst, beschreibt der Beitrag zum B2B-Lead-Nurturing.

SEO-Ergebnisse brauchen Zeit. Wer heute startet, sollte mit sechs bis zwölf Monaten rechnen, bis organische Anfragen in relevantem Volumen eingehen. Der Aufwand lohnt sich trotzdem, weil die Kosten je Anfrage mit der Zeit sinken, während Outbound-Kosten proportional zur Anzahl der Gespräche bleiben.

Wann Outbound nicht passt – und was dann besser funktioniert

Outbound ist kein System für jede Situation. Agenturen, die ausschließlich an einem kleinen lokalen Markt arbeiten, aus einem engen Netzwerk heraus wachsen oder einen Kapazitätsengpass haben, profitieren vom Aufbau eines vollständigen Outbound-Systems kurzfristig nicht. Wenn die Kapazität für neue Aufträge ohnehin begrenzt ist, ist Qualifizierung wichtiger als Volumen.

In diesen Fällen sind folgende Ansätze oft wirkungsvoller:

  • Aktives Empfehlungsmanagement: bestehende Kunden systematisch um Weiterempfehlungen bitten und Partnerschaftsmodelle mit Steuerberatern, Unternehmensberatern oder Druckdienstleistern aufbauen, die regelmäßig Unternehmen mit Website-Bedarf betreuen.
  • Netzwerk-Events und Verbandsmitgliedschaften in der Zielbranche, die direkten Kontakt ohne Kaltakquise ermöglichen.
  • Content-Marketing auf einem einzigen Kanal, der konsequent bespielt wird: ein gezielter YouTube-Kanal für eine bestimmte Branche oder ein thematisch enger Fachblog erzeugt oft qualifiziertere Anfragen als breiter gestreuter Outbound.

Outbound lohnt sich erst dann, wenn der Prozess skalierbar sein soll und eine klar abgegrenzte Zielgruppe definiert ist. Eine Agentur, die sagt „wir helfen allen, die eine Website brauchen", wird auch mit Outbound keine guten Ergebnisse erzielen, weil jede Mail generisch bleibt.

Typische Fehler bei der Leadgenerierung für Webdesign-Agenturen

In der Praxis wiederholen sich bei Agenturen, die Outbound neu aufbauen, immer wieder die gleichen Fehler. Wer sie kennt, kann sie von Anfang an vermeiden, anstatt nach drei Monaten ohne Ergebnisse das gesamte System zu verwerfen.

Zu breite Zielgruppendefinition. Agenturen ohne klare Nische kämpfen im Outreach um Aufmerksamkeit, weil sie keinen erkennbaren Spezialisierungsvorteil benennen können. Eine Spezialisierung auf eine Branche – etwa „Websites für Pflegeeinrichtungen" oder „Webdesign für mittelständische Handwerksbetriebe" – macht personalisierte Ansprache möglich und steigert die Antwortquoten spürbar.

Zu früh aufgeben. Wer nach zwei E-Mails ohne Antwort den Lead aus dem System nimmt, verliert einen Großteil der potenziellen Abschlüsse. Viele Termine entstehen erst im dritten oder vierten Berührungspunkt, weil Entscheider selten nach der ersten Kontaktaufnahme reagieren.

Fehlende technische Infrastruktur für die Zustellbarkeit. Cold-E-Mails aus einer nicht vorgewärmten Domain landen häufig im Spam-Ordner. Das Einrichten von SPF, DKIM und DMARC sowie das schrittweise Hochfahren des Versandvolumens ist keine optionale Maßnahme, sondern Grundvoraussetzung für jede Kampagne.

Vage Handlungsaufforderungen. „Ich würde mich freuen, wenn wir mal telefonieren könnten" ist kein konkretes Angebot. Konkret formuliert lautet es: „Ich habe 20 Minuten reserviert für ein kurzes Erstgespräch – passt dir nächste Woche Dienstag oder Donnerstag?" Wer den nächsten Schritt unklar lässt, verlagert die Entscheidungslast auf den Empfänger.

Keine Struktur für Leads nach dem Erstgespräch. Ein Lead, der im Gespräch nicht sofort entscheidet, braucht ein strukturiertes Nachfasssystem. Ohne Automatisierung gehen diese Kontakte im Tagesgeschäft unter – Gespräche, die zu Aufträgen hätten werden können, werden nie weiterverfolgt.

So automatisierst du den Lead-Prozess mit ActiveCampaign – Schritt für Schritt

ActiveCampaign eignet sich als kombiniertes Nachfasssystem, Lead-Scoring-Tool und CRM für Webdesign-Agenturen, die ihren Leadprozess strukturieren wollen – auch ohne eigenes Vertriebsteam. Das System übernimmt Nachfassung, Priorisierung und Segmentierung, während du an Projekten arbeitest. Das Ziel ist ein Setup, das läuft, ohne dass du jeden Lead manuell im Blick behalten musst.

  1. Zwei getrennte Listen anlegen: „Outbound-Prospects" für aktiv angeschriebene Kontakte, „Inbound-Leads" für eingehende Anfragen über Website oder Lead-Magnet. Getrennte Listen ermöglichen getrennte Sequenzen und saubere Auswertung.
  2. Outbound-Sequenz aufsetzen: Automationen → Erstellen → Eintrittspunkt „Kontakt tritt einer Liste bei". Fünf Schritte aufbauen: erste Kontakt-Mail (Tag 0), Follow-up mit konkretem Mehrwert (Tag 3), weiterer Follow-up mit anderem Argument (Tag 7), Aufgabe „telefonisch nachfassen" im CRM (Tag 12), kurze Abschluss-Mail mit klar formuliertem letzten Schritt (Tag 21).
  3. Inbound-Sequenz aufsetzen: ActiveCampaign-Formular auf der Website einbinden – Formulare → Inline-Formular. Eingehende Anfragen übergehen automatisch in eine separate Automatisierung, die innerhalb von fünf Minuten eine persönliche Bestätigungsmail sendet und eine CRM-Aufgabe für das Erstgespräch anlegt.
  4. Lead Scoring konfigurieren: Vergib Punkte für E-Mail-Öffnungen, Klicks auf Links und Website-Besuche nach dem Erstkontakt. Ab einem definierten Score-Wert erzeugt die Automatisierung eine Aufgabe „jetzt anrufen" oder verschiebt den Kontakt in eine Warm-Sequenz. Wie du das Score-Modell aufbaust und welche Kriterien im B2B-Bereich tragen, beschreibt der Beitrag zum Lead Scoring in ActiveCampaign.
  5. CRM-Deals anlegen: Jeder Lead, der in ein Erstgespräch geht, wird als Deal im CRM erfasst. Automationen → CRM → Deal anlegen, wenn Kontakt eine bestimmte Aufgabe abschließt. So behältst du den Überblick über alle laufenden Gespräche, auch wenn du mit zehn Interessenten parallel in Kontakt bist.
  6. Reporting einrichten: Berichte → Kampagnenberichte zeigen dir, welche Mail-Variante die höchsten Öffnungsraten und Antwortquoten erzeugt. Wer von Anfang an misst, kann den Prozess nach zwei bis drei Zyklen gezielt verbessern.

Welche Tools für den DACH-Markt in der automatisierten Lead-Generierung taugen, zeigt der Überblick zu den besten Tools für automatisierte Lead-Generierung im DACH-Raum.

Häufige Fragen

Wie viele Unternehmen sollte eine Webdesign-Agentur pro Monat im Outbound anschreiben?

Das hängt von der Kapazität ab, neue Gespräche zu führen. Ein realistisches Modell für eine Agentur mit zwei bis fünf Mitarbeitern: 100 bis 200 neue Kontakte pro Monat in die Sequenz aufnehmen, die jeweils fünf Berührungspunkte über drei bis vier Wochen erhalten. Entscheidend ist dabei nicht das Volumen, sondern die Qualität der Liste und die Personalisierungstiefe jedes Anschreibens.

Darf ich in Deutschland B2B-Cold-Mails versenden?

Im B2B-Bereich ist Cold-E-Mail-Outreach nach dem UWG zulässig, wenn ein berechtigtes Interesse des Empfängers nachvollziehbar belegt werden kann – etwa weil das angebotene Produkt direkt zur beruflichen Tätigkeit des Empfängers passt. Der Versand muss eine Abmeldemöglichkeit enthalten. Privatpersonen dürfen ohne ausdrückliche Einwilligung nicht angeschrieben werden. Bei rechtlicher Unsicherheit empfiehlt sich Rücksprache mit einem auf Wettbewerbsrecht spezialisierten Anwalt.

Was ist der Unterschied zwischen einem Lead und einem Prospect?

Ein Prospect ist ein Unternehmen, das grundsätzlich zu deinem Angebot passen könnte, aber noch keinen Kontakt hatte. Ein Lead ist ein Prospect, der auf eine Weise reagiert hat, die Interesse signalisiert – zum Beispiel durch eine E-Mail-Antwort, eine LinkedIn-Verbindung oder das Ausfüllen eines Formulars. Die Unterscheidung ist relevant, weil Leads und Prospects unterschiedliche Nachfasssequenzen in ActiveCampaign benötigen.

Wie lange dauert es, bis SEO erste Anfragen für eine Webdesign-Agentur liefert?

Realistische Erwartung: drei bis sechs Monate bis zu ersten sichtbaren Rankings, sechs bis zwölf Monate bis zu nennenswerten Anfragen. Regionale Keywords wie „Webdesign Agentur [Stadt]" ranken oft schneller als allgemeine Begriffe, weil der Wettbewerb geringer ist. Wer früh startet und konsequent Inhalte aufbaut, hat nach zwölf bis achtzehn Monaten eine belastbare Inbound-Quelle, die das Outbound-Volumen reduzieren kann.

Muss ich für Outreach ein separates E-Mail-Konto nutzen?

Ja, das ist empfehlenswert. Wer hohe Versandvolumen über die Hauptdomain sendet, riskiert Zustellbarkeitsprobleme für die gesamte Domain, einschließlich normaler Geschäftsmails. Die übliche Praxis ist eine separate Domain mit ähnlichem Branding, die schrittweise aufgewärmt und ausschließlich für Outreach-Kampagnen genutzt wird. Die Hauptdomain bleibt davon unberührt.

Der Aufbau einer systematischen Leadgenerierung ist kein einmaliges Projekt, sondern ein laufendes System. Outbound liefert kurzfristige Gespräche, Inbound trägt mittel- bis langfristig. Wer beides mit einem sauber konfigurierten ActiveCampaign-Setup verbindet, schafft eine Grundlage, die nicht von Empfehlungen oder Zufällen abhängt – und die sich mit jedem Zyklus verbessern lässt.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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