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Cyber Monday E-Mail Marketing: 8 bewährte Strategien für maximale Umsätze im DACH-Raum

Tom
Tom
12. März 2026 · 13 Min. Lesezeit

Eine Cyber-Monday-Kampagne entscheidet sich nicht am Aktionstag selbst, sondern in den zehn Tagen davor. Wer erst dann sendet, trifft auf Postfächer, die Marken mit mehr Vorlauf bereits bespielt haben. Hier siehst du, wie eine mehrstufige Kampagne in ActiveCampaign konkret aufgebaut ist: vom Teaser für VIP-Kontakte bis zur Nachkauf-Sequenz am Dienstag.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Cyber-Monday-Sequenz startet mindestens zehn Tage vor dem Aktionstag mit einem Teaser an Bestandskunden.
  • Segmentierung nach Kaufverhalten ist kein Extra: VIP-Kontakte, Stammkunden und Newsletter-Abonnenten ohne bisherigen Kauf brauchen unterschiedliche Angebote, um wirklich anzusprechen.
  • Warenkorbabbrecher sind die größte Einzelchance am Cyber Monday – eine dreiteilige Abbruch-Sequenz mit Exit-Goal holt einen messbaren Teil davon zurück.
  • Urgency funktioniert im DACH-Markt nur, wenn sie echt ist: konkrete Deadlines und echte Lagermengen, kein Fake-Countdown, der nach dem Ablaufen zurückgesetzt wird.
  • Post-Purchase-E-Mails nach dem Aktionstag sichern Folgegeschäft und sind im Durchschnittsbetrieb das am stärksten vernachlässigte Glied der Sequenz.

Warum Cyber Monday in Deutschland Vorlauf braucht

Der Handelsverband Deutschland (HDE) weist Cyber Monday und Black Friday als die umsatzstärksten Online-Shopping-Tage des Jahres aus – ein klares Signal, aber gleichzeitig eine Warnung: Dieser Markt ist bekannt, er ist voll, und die Konkurrenz im Postfach ist an diesem Tag so hoch wie an kaum einem anderen.

Was viele unterschätzen: Die durchschnittliche Öffnungsrate sinkt an Hochvolumen-Tagen, weil das Sendeaufkommen steigt. Laut dem Email Marketing Benchmark 2026 von Unic – basierend auf 4 Milliarden anonymisierten E-Mails über die Inxmail-Plattform – liegt die durchschnittliche Öffnungsrate im deutschsprachigen Raum stabil bei 24,1 Prozent. An einem Tag wie dem Cyber Monday drückt die schiere Menge an Kampagnen im Postfach diesen Wert weiter nach unten – es sei denn, deine Kontakte kennen dich schon und haben in den Tagen davor bereits mit deinen E-Mails interagiert.

Genau das ist das Ziel einer Vorlaufsequenz: Sie baut Erwartung auf, wärmt die Beziehung zum Kontakt auf und sammelt erste Interaktionssignale. Wer am Cyber Monday zum ersten Mal in diesem Zyklus eine E-Mail schickt, tritt gegen Marken an, die bereits drei oder vier Berührungspunkte gesetzt haben. Diese Lücke lässt sich nicht allein mit einem besseren Angebot schließen.

Die Timing-Staffel im Überblick

Phase

Zeitpunkt

Inhalt

Ziel

Teaser

10 Tage vorher

Ankündigung ohne Preisnennung – "Etwas Besonderes kommt"

Erwartung aufbauen

Early Access

5 Tage vorher

Vorab-Angebot ausschließlich für VIP- und Stammkunden

Loyalität konkret belohnen

Countdown-Start

2 Tage vorher

Angebotsdetails + konkrete Deadline

Kaufentscheidung vorbereiten

Launch-E-Mail

Cyber Monday, ca. 8:00 Uhr

Hauptangebot mit direktem Link

Kaufimpuls setzen

Mittagserinnerung

Cyber Monday, ca. 13:00 Uhr

Angebotsstand + Social Proof (z. B. Anzahl Bestellungen)

Zögernde aktivieren

Last Chance

Cyber Monday, ca. 20:00 Uhr

Countdown auf Mitternacht

Kaufentscheidung beschleunigen

Nachzügler

Dienstag, ca. 10:00 Uhr

"Du hast es verpasst" + kleines Trostangebot

Restpotenzial heben

In ActiveCampaign baust du diese sieben Schritte als eine einzige Automation auf. Der Eintritt erfolgt, wenn du einem Kontakt den Tag "Cyber Monday 2026" setzt – manuell, per CSV-Import oder über eine vorgelagerte Automatisierungsregel. Die Wartezeiten steuerst du über "Wait"-Aktionen mit absolutem Datum und Uhrzeit, nicht mit relativen Zeitspannen.

Wer welche E-Mail bekommt: Segmentierung vor dem Aktionstag

Die Lücke zwischen einer segmentierten und einer unsegmentierten Kampagne liegt im Angebot, nicht in der Technik. Wenn ein Stammkunde mit drei Käufen das gleiche Erstbesteller-Angebot bekommt wie ein Kontakt, der noch nie etwas gekauft hat, wirkt die Kampagne ausgeschöpft – aber nicht durchdacht. Das Segment entscheidet, welches Angebot passt; die Technik setzt es nur um.

Vier Segmente, die in der Praxis tragen

VIP-Kontakte (definiert über Gesamtumsatz oder Anzahl der Käufe) bekommen Early Access bereits fünf Tage vor dem Cyber Monday. Kein Massenangebot, sondern exklusiver Vorabzugang. Das ist keine Rabatteskalation, sondern Loyalitätsmanagement: Wer früh kauft, fühlt sich gesehen – und kauft häufiger wieder.

Stammkunden (zwei bis fünf Käufe, letzter Kauf weniger als 90 Tage zurück) sind empfänglich für Produktempfehlungen, die zur Kaufhistorie passen. ActiveCampaign erlaubt es über die Deep-Data-Integrationen für WooCommerce, Shopify und BigCommerce, die Kaufhistorie direkt als Personalisierungsfeld zu nutzen. "Du hast letzten Monat X gekauft – heute passt Y dazu besonders gut" ist eine andere Ansprache als ein generischer Rabatt-Newsletter.

Erstbesteller (genau ein Kauf) befinden sich in einer Übergangsphase: Sie haben Vertrauen aufgebaut, aber noch keine Routine. Cross-Sell-Angebote, die sich klar auf die bereits gekaufte Produktkategorie beziehen, haben hier eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit als ein Querschnitt durch das Sortiment.

Noch-nicht-Käufer (Newsletter-Abonnenten ohne bisher getätigten Kauf) brauchen einen stärkeren Erstanreiz als alle anderen Segmente. Für diese Gruppe ist der Cyber Monday oft der erste ernsthafte Kaufanlass – ein einmaliger Erstbestellerrabatt, der am Tag selbst nicht mehr verfügbar ist, schafft echte Dringlichkeit.

Segmentierung nach Website-Verhalten

ActiveCampaign Site Tracking erlaubt es, Kontakte danach zu segmentieren, welche Seiten sie in den letzten 30 oder 60 Tagen besucht haben. Wer regelmäßig auf einer Produktkategorie-Seite war, bekommt eine Cyber-Monday-E-Mail, die genau diese Kategorie zeigt. Das ist nicht Personalisierungskür, sondern Standard: Wer relevante E-Mails schickt, hat bessere Chancen auf Öffnung und Klick als wer ein generisches Sortiment versendet.

Segmente in ActiveCampaign legst du unter Kontakte → Listen & Segmente an. Kombiniere dafür Felder wie "Anzahl der Käufe", "Letzter Kauf" und Tag-Kombinationen. Für Website-Verhalten nutzt du Tracking-Events als Segmentierungskriterium, die über das eingebettete Site-Tracking-Skript erfasst werden. Im Beitrag zum Aufbau von ActiveCampaign-Automationen findest du, wie bedingte Pfade und Exit-Goals grundsätzlich funktionieren.

So baust du die Cyber-Monday-Automation in ActiveCampaign auf

Die gesamte Kampagne – Teaser, Early Access, Aktionstag-Sequenz und Post-Purchase-Nachfolge – bildet eine einzige Automation in ActiveCampaign ab. Was komplex klingt, ist in der Praxis ein strukturierter Aufbau aus wenigen Bausteinen: Eintrittspunkt, Bedingte Pfade, Wait-Schritte und Exit-Goals.

Haupt-Automation: Schritt für Schritt

  1. Kontakte tagen: Setze für jedes Segment den entsprechenden Tag unter Kontakte → Tags: "CM-VIP", "CM-Stammkunde", "CM-Erstbesteller", "CM-Newsletter". Das kannst du manuell, per CSV-Import oder über eine automatische Regel erledigen (Wenn Gesamtumsatz größer als X Euro → Tag "CM-VIP" hinzufügen).
  2. Automation anlegen: Gehe zu Automationen → Erstellen → Starte von Grund auf neu. Wähle als Eintrittspunkt "Tag hinzugefügt" und wähle "Cyber Monday 2026". Stelle sicher, dass die Option "Kontakt kann mehrfach eintreten" deaktiviert ist.
  3. Bedingte Pfade einrichten: Füge nach dem Eintrittspunkt eine If/Else-Bedingung ein: Tag enthält "CM-VIP" → Pfad A (Early Access ab Tag minus 5), Tag enthält "CM-Stammkunde" → Pfad B (Countdown ab Tag minus 2), alle anderen → Pfad C (Launch-E-Mail am Aktionstag). Jeder Pfad hat eigene Wait- und Send-Email-Schritte.
  4. Exit-Goals setzen: Lege oben in der Automation unter "Goals" einen neuen Goal an mit dem Kriterium "E-Commerce-Event: Kauf getätigt". Platziere diesen Goal-Schritt nach jedem Send-Email-Schritt. Sobald ein Kontakt kauft, verlässt er die Automation und bekommt keine weiteren Cyber-Monday-E-Mails.
  5. Post-Purchase-Pfad anhängen: Am Ende der Haupt-Automation befindet sich ein "Goal erreicht"-Zweig. Hier fügst du die Nachkauf-Sequenz an: Kaufbestätigung mit Mehrwert (Styling-Tipps, Anwendungshinweise), nach drei Tagen ein Versandupdate, nach einer Woche ein Cross-Sell-Hinweis.
  6. Automation auf Aktiv stellen: Frühestens elf Tage vor dem Cyber Monday. Sobald du die ersten Kontakte mit dem Eintritts-Tag versiehst, läuft die Sequenz automatisch ab.

Warenkorbabbrecher-Sequenz: drei E-Mails, ein Ziel

ActiveCampaign erkennt Warenkorbabbrüche über die Deep-Data-Integrationen. Sobald ein Kontakt Produkte in den Warenkorb legt, aber den Kauf nicht abschließt, feuert das "Abandoned Cart"-Event. Für den Cyber-Monday-Kontext lohnt sich eine eigene Abbruch-Automation, die nur an diesem Tag aktiv ist – mit anderen Abständen und einem stärkeren letzten Angebot als deine Standard-Abbruch-Sequenz.

E-Mail 1 nach 1 Stunde: Erinnerung ohne Rabatt. Zeige die liegen gelassenen Produkte mit Bild, Name und Preis. Kein Druck, keine Deadline – nur die Produkte und ein direkter Link zurück in den Warenkorb. Viele Abbrüche sind keine Kaufverweigerungen, sondern technische Ablenkungen.

E-Mail 2 nach 6 Stunden: Leichte Knappheit und sozialer Beweis. "Diese Artikel sind heute noch im Angebot" benennt den echten Engpass – der Aktionstag läuft aus – ohne dabei zu einer Floskel zu werden. Ergänze, wenn möglich, echte Hinweise auf den Angebotsstand (Lagerbestand, Anzahl der Bestellungen).

E-Mail 3 nach 18 Stunden: Eskalation mit konkretem Mehrwert. Biete einen kleinen Zusatzrabatt oder kostenlosen Versand für diesen spezifischen Warenkorb an, zeitlich begrenzt auf Mitternacht. Dieser Vorteil gilt ausschließlich für Warenkorbabbrecher – was sich in der Betreffzeile direkt sagen lässt. Über die Abandoned-Cart-Einrichtung in ActiveCampaign und die technischen Voraussetzungen für das Tracking findest du mehr in unserem Beitrag zur Warenkorb-Automation zu Aktionszeiten.

Setup der Abbruch-Automation in ActiveCampaign:

  1. Automationen → Erstellen → Eintrittspunkt "E-Commerce-Event: Abandoned Cart"
  2. Bedingung direkt nach dem Eintrittspunkt: Aktuelles Datum ist [Datum Cyber Monday] – so läuft an anderen Tagen die Standard-Sequenz, am Cyber Monday diese
  3. Bedingung: Warenkorbwert größer als dein Mindestschwellenwert (z. B. 30 Euro)
  4. Wait 1 Stunde → E-Mail 1 senden
  5. Bedingung: Kauf getätigt → ja: Automation verlassen; nein: weiter
  6. Wait 5 Stunden → E-Mail 2 senden
  7. Bedingung: Kauf getätigt → ja: verlassen; nein: weiter
  8. Wait 12 Stunden → E-Mail 3 senden
  9. Goal "Kauf getätigt" = Automation verlassen

Betreffzeilen und Urgency für den DACH-Markt

An einem Tag mit sehr hohem E-Mail-Volumen entscheidet die Betreffzeile, ob eine E-Mail geöffnet oder weggeklickt wird – bevor der Inhalt überhaupt eine Chance hatte. Das klingt banal, aber der Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Öffnungsrate liegt oft allein hier.

Was im DACH-Markt öffnet

Deutsche, österreichische und schweizerische Kontakte reagieren stärker auf konkrete Nutzensignale als auf Hype-Formate. Was in der Praxis funktioniert:

  • Konkreter Vorteil zuerst: "Heute 30% auf alle Jahreslizenzen – bis Mitternacht"
  • Personalisierung mit Vorname: "{{contact.first_name}}, dein Code läuft um Mitternacht ab"
  • Produktbezug mit echtem Engpass: "Deine Größe M ist heute 25% günstiger – noch 12 Stück"
  • Neugier ohne Clickbait: "Warum wir dir von unserem Cyber-Monday-Sale abraten würden"

Was im DACH-Markt nicht funktioniert und warum:

  • Versalien und Häufung von Ausrufezeichen – sie signalisieren Spam, bevor der Inhalt gelesen wurde
  • Englische Slogans bei deutschsprachigen Kontakten – das wirkt wie ein generisches Template, nicht wie eine Ansprache
  • Mehr als ein Emoji pro Betreffzeile – einzeln eingesetzt kann ein Emoji Aufmerksamkeit lenken, gehäuft wirkt es dilettantisch
  • Reißerische Formulierungen ohne konkreten Inhalt: "MEGA CRAZY SALE HEUTE NOCH" sagt nichts und gibt dem Empfänger keinen Grund zum Öffnen

Echte Urgency vs. Fake-Urgency

Urgency ist einer der stärksten Hebel im E-Mail-Marketing – und einer der am häufigsten falsch eingesetzten. Der entscheidende Unterschied: Echte Urgency benennt eine konkrete, nachprüfbare Situation. Fake-Urgency sagt das Gleiche in jedem Newsletter und verliert damit jede Wirkung.

Echte Urgency klingt so:

  • "Angebot gilt bis 1. Dezember 23:59 Uhr" – wenn das wirklich gilt
  • "Nur noch 8 Stück auf Lager" – wenn das der echte Lagerstand ist
  • "Dieser Rabatt gilt ausschließlich heute für Cyber-Monday-Bestellungen"

Fake-Urgency klingt so:

  • "Nur noch für kurze Zeit" – ohne konkrete Aussage darüber, wie kurz
  • Countdown-Timer, der nach dem Ablaufen automatisch zurückgesetzt wird
  • "Letzte Chance" als fester Bestandteil jeder zweiten Kampagnen-E-Mail

Im DACH-Markt fällt Fake-Urgency schnell auf, und Kontakte erinnern sich daran. Wer einmal mit einem falschen Countdown erwischt wurde, öffnet die nächste E-Mail dieser Marke mit mehr Skepsis. Wenn du keine echte Deadline hast, formuliere ohne Urgency-Element – das ist besser als eine, die sich als leer erweist.

A/B-Tests bei Betreffzeilen

Der Cyber Monday liefert genug Volumen, um A/B-Tests bei Betreffzeilen schnell statistisch belastbar zu machen. Teste immer nur eine Variable gleichzeitig: entweder die Betreffzeile oder den Sendzeitpunkt, nicht beides. In ActiveCampaign nutzt du dafür die A/B-Split-Funktion unter Kampagnen. Empfehlenswert: Den Test morgens mit 20 Prozent des Segments starten, nach zwei Stunden auswerten, den Gewinner an die restlichen 80 Prozent senden.

Typische Fehler und ihr Gegenmittel

Aus der Begleitung von Kampagnen im DACH-Raum zeigen sich immer wieder dieselben Schwachstellen. Hier sind die sechs häufigsten, mit Ursache und konkretem Gegenmittel:

Kampagne beginnt am Cyber Monday selbst. Ursache: keine Vorlaufplanung, kein Teaser, keine Early-Access-Phase. Gegenmittel: Teaser mindestens zehn Tage vorher anlegen; Segmentierung fünf Tage vorher abgeschlossen haben.

Alle Kontakte bekommen dieselbe E-Mail. Ursache: Segmentierung wurde nicht eingerichtet oder als zu aufwändig eingestuft. Gegenmittel: mindestens drei Segmente – VIP, Stammkunde, Noch-nicht-Käufer – mit unterschiedlichem Angebot und unterschiedlichem Sendzeitpunkt.

Keine separate Warenkorbabbrecher-Automation für den Aktionstag. Ursache: Standard-Abbruch-E-Mails wurden nicht angepasst. Gegenmittel: eigene Abbruch-Sequenz für den Cyber Monday mit eskalierendem Angebot und Zeitbegrenzung auf Mitternacht.

Urgency wirkt unglaubwürdig. Ursache: Countdown-Timer sind Dekoration, keine echte Deadline. Gegenmittel: nur Urgency kommunizieren, die wirklich zutrifft. Fake-Deadlines beschädigen das Vertrauen dauerhaft.

Kein Exit-Goal in der Automation. Ursache: Automation läuft durch, auch wenn der Kauf schon getätigt wurde. Gegenmittel: Goal-Schritt "Kauf getätigt" nach jedem Send-Email-Schritt einbauen; kaufende Kontakte verlassen sofort die Sequenz und bekommen die Post-Purchase-Serie.

Keine Auswertung nach dem Aktionstag. Ursache: Kampagnen werden nicht systematisch analysiert, deshalb bleibt das Lernen aus. Gegenmittel: ActiveCampaign Revenue Tracking aktivieren; nach der Kampagne Öffnungsrate, Klickrate und Umsatz pro E-Mail segmentspezifisch auswerten und dokumentieren.

Wann diese Strategie nicht passt

Eine mehrstufige Cyber-Monday-Sequenz mit Segmentierung, Warenkorbabbrecher-Automation und Exit-Goals lohnt sich nicht in jedem Fall. Es gibt Situationen, in denen eine Vereinfachung oder ein vollständiger Verzicht die bessere Entscheidung ist.

Zu kleine Liste: Wenn das gesamte Segment unter 200 Kontakte hat, sind die statistischen Ergebnisse pro E-Mail kaum auswertbar, und der Aufwand für Segmentierung übersteigt den Nutzen. In diesem Fall ist eine einzige, sehr direkte E-Mail an alle sinnvoller als eine siebenteilige Sequenz mit bedingten Pfaden.

Kein E-Commerce-Kontext: Eine Sequenz rund um Warenkorbabbrüche und Lagerbestände funktioniert nur, wenn ein Online-Shop angebunden ist. Für B2B-Dienstleister, Agenturen oder Beratungsunternehmen ist der Cyber Monday als Aktionsanlass oft erzwungen wirkend. Wenn es kein natürliches Angebot gibt, das an diesem Tag Sinn ergibt, ist es besser, keines zu erfinden. Eine künstlich auf einen Rabatt zusammengebastelte Aktion schadet der Markenwahrnehmung mehr, als sie nützt.

Fehlende Deep-Data-Integration: Die Warenkorbabbrecher-E-Mails erfordern die technische Verbindung zwischen ActiveCampaign und dem Shop-System. Ohne diese Integration lässt sich kein "Abandoned Cart"-Event auslösen. Die Integration selbst ist schnell eingerichtet, aber sie muss vor dem Aktionstag getestet sein – nicht am Tag selbst.

Zu kurzer Vorlauf: Wer erst fünf Tage vor dem Cyber Monday anfängt zu planen, wird kein belastbares Ergebnis bekommen. Segmente aufbauen, Templates erstellen, Exit-Goals testen, A/B-Tests anlegen – das braucht Zeit. In diesem Fall ist eine einzelne, gut gestaltete Kampagnen-E-Mail besser als eine hastig zusammengestellte Sequenz mit Fehlern im Timing.

Liste wurde zu lange nicht angeschrieben: Eine Kontaktliste, die seit Wochen keine E-Mail bekommen hat, ist kalt. Am Cyber Monday kalt zu starten bedeutet erhöhte Abmelderate, mögliche Spam-Beschwerden und schlechte Zustellbarkeit – weil die Empfänger den Absender nicht mehr erkennen. Hier ist eine kurze Reaktivierungssequenz vor dem Aktionstag wichtiger als die Cyber-Monday-Kampagne selbst.

Häufige Fragen

Wie viele E-Mails sollte man am Cyber Monday selbst verschicken?

Maximal drei E-Mails am Cyber Monday selbst: eine zum Start (morgens, ca. 8:00 Uhr), eine zur Mittagszeit mit Hinweis auf den aktuellen Angebotsstand und eine "Last Chance"-E-Mail am Abend. Mehr als drei erhöhen die Abmelderate spürbar. Wer bereits früh kauft, verlässt über den Exit-Goal die Automation und bekommt keine weiteren Cyber-Monday-E-Mails – nur die Post-Purchase-Sequenz.

Wann sollte man mit dem Aufbau der Automation beginnen?

Spätestens vier Wochen vor dem Aktionstag sollte die Automation stehen. Das lässt Zeit für Template-Tests, den Aufbau der Segmente und – wenn gewünscht – einen A/B-Test der Betreffzeilen in einer kleineren Testgruppe. Einen Tag vorher anzufangen bedeutet fast immer: keine Segmentierung, kein Test, kein Backup-Plan. Auf Probleme im Setup zu stoßen, nachdem die ersten E-Mails rausgegangen sind, ist teuer.

Wie richtet man einen Exit-Goal in ActiveCampaign ein?

Öffne die Automation und klicke oben auf "Goals". Lege einen neuen Goal an mit dem Kriterium "E-Commerce-Event: Kauf getätigt". Platziere den Goal-Schritt nach jedem Send-Email-Schritt. ActiveCampaign prüft das Kriterium kontinuierlich – sobald es zutrifft, springt der Kontakt direkt zum Goal und verlässt die Sequenz, ohne die restlichen E-Mails zu bekommen.

Ist Cyber Monday in Deutschland genauso stark wie Black Friday?

Nein. Der Black Friday ist im DACH-Markt der stärker verankerte Aktionstag. HDE-Zahlen belegen, dass ein substanzieller Teil der Online-Shopper im DACH-Raum am Cyber Monday konkret einzukaufen plant. Für E-Mail-Marketing ist das gleichzeitig eine Chance: Wer eine dedizierte Cyber-Monday-Sequenz aufbaut, trifft im Postfach auf etwas weniger Konkurrenz als am Black Friday selbst und kann gezielt die Kontakte ansprechen, die am Freitag noch nicht gekauft haben.

Was tun, wenn die Liste zu klein für separate Segmente ist?

Wenn ein Segment unter 200 Kontakten hat, ist aufwändige Segmentierung kontraproduktiv: Die Ergebnisse sind nicht belastbar, und der Aufbau übersteigt den Nutzen. Hier empfiehlt sich eine einzige, gut auf die Hauptgruppe zugeschnittene E-Mail – zum Beispiel nur an Bestandskunden, wenn die Liste vorwiegend daraus besteht. Der Aufwand für das Setup einer vollständigen Sequenz lohnt sich ab etwa 500 Kontakten je Segment.

Was macht man mit Kontakten, die nicht kaufen und auch nicht abbrechen?

Wer die Launch-E-Mail nicht öffnet, bekommt die Mittagserinnerung. Wer nach der Last-Chance-E-Mail immer noch nicht reagiert hat, verlässt die Automation am Ende ohne Goal-Erreichen. Diese Kontakte sind wertvolle Signale für die Segmentierung im nächsten Jahr: Sie haben möglicherweise kein Interesse an Rabatt-Kampagnen oder das Angebot hat nicht gepasst. Markiere diese Gruppe mit einem "Cyber Monday 2026 – kein Kauf"-Tag und analysiere sie separat.

Die meiste Arbeit einer Cyber-Monday-Kampagne passiert vor dem Aktionstag: Segmente aufbauen, Automation anlegen, Templates testen, Exit-Goals setzen. Wer das zwei bis vier Wochen vorher erledigt, kann am Cyber Monday selbst die Automation anlaufen lassen – und beobachten statt nachjustieren. Wer mit ActiveCampaign dabei Unterstützung sucht, findet auf unserer ActiveCampaign-Service-Seite den nächsten Schritt.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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