ActiveCampaign Pages ist der integrierte Landingpage-Builder, der ab dem Plus-Plan verfügbar ist. Du erstellst Seiten per Drag-and-Drop aus über 60 Templates, verbindest sie direkt mit Automationen und dem CRM und kannst eine eigene Domain per CNAME einbinden. Wer einfache Lead-Capture-Seiten benötigt und den Medienwechsel zu einem Drittanbieter-Tool vermeiden will, findet hier alles, was nötig ist – ohne zusätzliche monatliche Lizenz.
Das Wichtigste in Kürze
- ActiveCampaign Pages ist ab dem Plus-Plan verfügbar; der Starter-Plan enthält es nicht.
- Über 60 responsive Templates lassen sich per Drag-and-Drop anpassen, ohne Programmierkenntnisse.
- Kontakte aus Formularen landen sofort im CRM und starten automatisch eine Automation – kein Webhook, keine Verzögerung.
- Eine eigene Subdomain bindest du per CNAME-Eintrag ein; die Standard-Adresse läuft über *.lp.page.
- Für komplexe mehrstufige Funnels oder intensives A/B-Testing auf Seitenebene stößt der Builder an Grenzen – dort ist ein spezialisiertes Tool besser geeignet.
Was ActiveCampaign Pages leistet – und was es nicht ist
ActiveCampaign Pages ist kein vollwertiger Website-Builder und kein Funnel-Tool im Sinne von ClickFunnels. Der Ansatz ist ein anderer: Die Seiten sind tief ins ActiveCampaign-Ökosystem eingebettet. Ein Besucher, der ein Formular abschickt, wird sofort als Kontakt im CRM angelegt oder aktualisiert, Tags werden gesetzt, benutzerdefinierte Felder befüllt und die Automation gestartet – alles in einem Datenbankvorgang, ohne Umweg über eine externe Integration.
Das ist der eigentliche Vorteil gegenüber einem Drittanbieter-Tool: kein Datenverlust auf dem Weg vom Klick zur Automation, keine Synchronisationsverzögerung, kein doppeltes Kontaktprofil durch fehlerhaften Abgleich. Der Builder selbst ist funktional, aber nicht so mächtig wie Unbounce oder Leadpages, die speziell auf konversionsoptimierte Seitengestaltung mit pixelgenauer Kontrolle ausgerichtet sind. Wer primär Landingpages für E-Mail-Kampagnen, Webinar-Anmeldungen oder Content-Downloads baut, ist mit ActiveCampaign Pages gut bedient. Wer hochfrequentiert für Paid Traffic optimiert, multivariate Tests benötigt oder vollständige Kontrolle über den Seitencode braucht, wird früher oder später an die Grenzen stoßen.
Ab welchem Plan ist ActiveCampaign Pages verfügbar?
ActiveCampaign bietet 2026 vier Hauptpläne: Starter, Plus, Pro und Enterprise. Pages ist ausschließlich ab dem Plus-Plan freigeschaltet. Der Starter enthält weder Landing Pages noch das integrierte CRM noch Lead Scoring. Der Plus-Plan beginnt bei 49 US-Dollar pro Monat bei jährlicher Abrechnung und 1.000 Kontakten; der Preis steigt mit der Kontaktzahl.
Plan | Pages | CRM | Lead Scoring | A/B-Tests | Seitenpersonalisierung |
|---|---|---|---|---|---|
Starter | Nein | Nein | Nein | Nein | Nein |
Plus | Ja | Ja | Ja | Nein | Nein |
Pro | Ja | Ja | Ja | Ja, bis 5 Varianten | Ja |
Enterprise | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja |
A/B-Tests auf Seitenebene sowie die Personalisierung von Seitenelementen für verschiedene Zielgruppen sind erst ab dem Pro-Plan möglich. Wer nur eine Seitenvariante pro Kampagne benötigt, kommt mit dem Plus-Plan vollständig aus.
So richtest du ActiveCampaign Pages ein – Setup und Domain
Landingpage anlegen: Schritt für Schritt
Der folgende Block zeigt den vollständigen Weg von der leeren Seite bis zur veröffentlichten, mit einer Automation verknüpften Landingpage.
- Gehe in ActiveCampaign zu Websites → Seiten und klicke auf Seite erstellen.
- Wähle ein Template oder starte mit einer leeren Seite. Die Templates sind nach Anwendungsfall sortiert: Lead-Generierung, Webinar-Anmeldung, Produktseite, Dankeseite. Jedes Template ist vollständig anpassbar; es dient als Ausgangspunkt, nicht als feste Vorlage.
- Passe Überschriften, Texte, Farben, Bilder und Abstände im Drag-and-Drop-Editor an. Ziehe Elemente – Formular, Button, Countdown-Timer, Video, Testimonial-Block – per Maus in die gewünschte Position.
- Füge ein Formular ein: Klicke auf das Formular-Element und wähle ein in ActiveCampaign gespeichertes Formular aus. Neue Formularfelder kannst du in Formulare anlegen und dann in Pages einbinden.
- Lege im Formular die Aktion nach dem Absenden fest: Weiterleitung auf eine Dankeseite, Start einer Automation oder beides kombiniert. Ohne diese Einstellung sammelt die Seite Leads, die danach keine Nachverfolgung erhalten.
- Öffne die Seiteneinstellungen (Zahnrad-Symbol) und trage SEO-Titel, Meta-Description und ein OG-Bild ein.
- Wechsle vor dem Veröffentlichen in die mobile Vorschau und prüfe, ob Überschriften korrekt umbrechen, Formulare vollständig sichtbar sind und Buttons die richtige Größe haben.
- Klicke auf Veröffentlichen und wähle die Domain aus.
Eigene Domain verbinden
Die Standard-Subdomain lautet *.lp.page. Für Paid-Traffic-Kampagnen mit Meta-Pixel oder Google Ads Conversion-Tracking ist eine eigene Subdomain wichtig: Browser und Adblocker behandeln Drittanbieter-Domains restriktiver als First-Party-Domains, was zu Tracking-Verlusten führt. Der DNS-Ablauf dauert je nach Anbieter zwischen 15 Minuten und einigen Stunden.
- Gehe zu Websites → Domains und klicke auf Domain hinzufügen.
- Trage deine Wunsch-Subdomain ein, zum Beispiel lp.meinbusiness.de.
- ActiveCampaign zeigt dir den CNAME-Zielwert an.
- Lege beim DNS-Anbieter einen neuen CNAME-Eintrag an: Name gleich lp, Ziel gleich der von ActiveCampaign angezeigte Wert.
- Klicke in ActiveCampaign auf Verbindung prüfen. Nach erfolgreicher Verifikation lassen sich neue und bestehende Seiten dieser Domain zuweisen.
Wer den Google Tag Manager bereits einsetzt, kann das GTM-Snippet über das Feld für benutzerdefinierte Skripte in den Seiteneinstellungen einbinden – vollständiges Pixel-Tracking ohne direkten Code-Eingriff.
Wie die Integration mit Automationen konkret funktioniert
Bei einem Drittanbieter-Tool läuft die Datenübergabe über eine Zapier-Integration oder einen API-Call – mit einer Verzögerung von Sekunden bis Minuten und dem Risiko, bei einem fehlerhaften Feldwert zu scheitern. Mit ActiveCampaign Pages ist das Formular direkt mit der ActiveCampaign-Datenbank verbunden. Sobald ein Besucher das Formular abschickt, legt ActiveCampaign den Kontakt neu an oder aktualisiert einen bestehenden Datensatz. Tags werden sofort gesetzt, benutzerdefinierte Felder befüllt und die Automation ausgelöst – alles in einem Vorgang. Doppelte Kontakte durch asynchrone Synchronisation entstehen nicht.
SiteTracking auf Pages-Seiten
Auf Seiten, die unter einer eigenen ActiveCampaign-Domain oder einer per CNAME eingebundenen Domain laufen, greift SiteTracking automatisch – vorausgesetzt, der Besucher ist bereits als Kontakt bekannt. Das erlaubt es, in Automationen nachzuverfolgen, welche Kontakte die Dankeseite besucht, welche die Seite ohne Submit verlassen und wo Kontakte aus einer E-Mail-Kampagne abspringen. Seitenbesuche lassen sich als Eintrittspunkt oder als Bedingung in Sequenzen einsetzen.
Konkretes Beispiel: Webinar-Anmeldung mit automatischer Folgesequenz
Ziel: Kontakte melden sich über eine Landingpage für ein Webinar an und erhalten automatisch eine Bestätigungsmail, eine Erinnerungsmail am Vortag und eine Follow-up-Mail mit der Aufzeichnung.
- Erstelle die Landingpage mit einem Formular: Vorname, E-Mail-Adresse, optional Firma und Themeninteresse per Dropdown.
- Im Formular unter Aktionen: Setzt das Tag webinar-angemeldet-2026-09 und startet die Automation Webinar-Sequenz September.
- In der Automation: Sofortige Bestätigungsmail mit dem Webinar-Link; Wartezeit bis einen Tag vor dem Termin; Erinnerungsmail; Wartezeit bis einen Tag nach dem Webinar; Follow-up-Mail mit der Aufzeichnung.
- Nutze in der Bestätigungsmail ein benutzerdefiniertes Feld Webinar-Datum, das du im Formular als verstecktes Feld mit dem festen Wert vorausfüllst. So ist das Datum dynamisch in der Mail ohne manuelle Anpassung für jeden Versand.
Dieses Szenario funktioniert vollständig innerhalb von ActiveCampaign. Die Landingpage, das Formular, die Automation und die Kontaktdaten liegen in einem System.
Wann ActiveCampaign Pages reicht – und wann ein separates Tool besser passt
In der Praxis sehen wir, dass viele Teams unnötig ein zweites Tool abonnieren, weil sie die Möglichkeiten von ActiveCampaign Pages nicht kennen. Gleichzeitig gibt es legitime Szenarien, in denen der integrierte Builder zu eng wird.
Pages reicht, wenn …
- Die Seite primär Leads für E-Mail-Kampagnen sammelt und direkt in Automationen übergeht.
- Das Design-System überschaubar ist und die vorhandenen Templates als Ausgangspunkt ausreichen.
- Formulare, Tags und benutzerdefinierte Felder aus ActiveCampaign direkt auf der Seite eingesetzt werden sollen.
- Budget und Toolstack schlank gehalten werden sollen – spezialisierte Landingpage-Tools kosten zwischen 49 und 649 US-Dollar pro Monat zusätzlich.
Ein spezialisiertes Tool lohnt sich, wenn …
- Multivariate Tests mit mehr als zwei Varianten nötig sind; ActiveCampaign Pages bietet A/B-Tests erst ab dem Pro-Plan und nur für Automation-Varianten, nicht für beliebige Seitenelemente.
- Hochvolumige Paid-Traffic-Kampagnen laufen und minutiöses Conversion-Rate-Tracking auf Elementebene, Heatmaps oder Session-Recordings benötigt werden.
- Das Design stark vom Template-Raster abweicht und eine pixelgenaue Umsetzung mit eigenem CSS notwendig ist.
- Compliance-Anforderungen vollständige Kontrolle über den Seitencode erfordern.
Ein verbreiteter Ansatz: ActiveCampaign Pages für organischen Traffic und E-Mail-getriebene Kampagnen, Unbounce oder Leadpages für Paid-Traffic-Seiten, die permanent optimiert werden. Die Kontaktdaten fließen dann per Webhook oder nativer Integration in ActiveCampaign zurück.
Typische Fehler beim Einsatz von ActiveCampaign Pages
Formular ohne Folgeaktion verknüpft
Das häufigste Versehen: Das Formular sammelt Kontakte, aber keine Folgeaktion ist hinterlegt. Leads landen im CRM, empfangen aber keine Bestätigungsmail und werden in keine Automation aufgenommen. Direkt im Formular unter Aktionen nach dem Absenden eine Automation auswählen oder zumindest eine Weiterleitung auf eine Dankeseite setzen, auf der der nächste Schritt kommuniziert wird.
Standard-Subdomain bei Paid Traffic
Die *.lp.page-Adresse ist technisch einwandfrei, aber für Pixel-Tracking problematisch. Browser und Adblocker behandeln Drittanbieter-Domains restriktiver, was zu Event-Verlusten bei Meta-Pixel und Google Ads Conversion-Tracking führt. Eigene Subdomain per CNAME einbinden, damit das Tracking als First-Party gilt.
Mobile Ansicht nicht geprüft
Der Desktop-Editor zeigt nur die Desktop-Ansicht. Formulare, die auf dem Smartphone unter der Falzkante liegen, oder Buttons, die zu klein zum Antippen sind, kosten messbar Conversions. Vor dem Veröffentlichen in die mobile Vorschau wechseln und alle interaktiven Elemente durchklicken.
UTM-Parameter gehen beim Weiterleiten verloren
Wenn Besucher von einer Ad-Kampagne auf die Landingpage kommen und von dort auf eine externe Checkout-Seite weitergeleitet werden, gehen UTM-Parameter in der Weiterleitungs-URL oft verloren. UTM-Parameter manuell in die Weiterleitungs-URL des abschließenden Buttons eintragen oder per Google Tag Manager automatisch durchreichen lassen.
Formularfelder und CRM-Feldtypen stimmen nicht überein
Wenn ein Formularfeld einem benutzerdefinierten CRM-Feld mit dem falschen Datentyp zugeordnet ist – etwa ein Textfeld, das eigentlich ein Datumsfeld sein sollte –, schreibt ActiveCampaign den Wert zwar in den Kontakt, aber nachfolgende Automationen, die auf diesem Feld filtern, arbeiten fehlerhaft. Feldtypen vor dem Launch in Kontakte → Felder verwalten prüfen.
Häufige Fragen
Ist ActiveCampaign Pages im Starter-Plan enthalten?
Nein. Der Starter-Plan enthält weder Landing Pages noch das integrierte CRM noch Lead Scoring. Du brauchst mindestens den Plus-Plan, der bei 49 US-Dollar pro Monat bei jährlicher Abrechnung und 1.000 Kontakten beginnt. Mit wachsender Kontaktliste steigt der Preis entsprechend der Kontaktstufe.
Kann ich eine eigene Domain für ActiveCampaign Pages nutzen?
Ja. Du verbindest eine eigene Subdomain per CNAME-Eintrag in deinen DNS-Einstellungen. ActiveCampaign stellt dir den Zielwert für den CNAME-Eintrag bereit. Nach erfolgreicher Verifikation kannst du neue und bestehende Seiten dieser Domain zuweisen. Eine Root-Domain ohne Subdomain-Präfix ist nicht möglich; eine Subdomain wie lp.deinbusiness.de ist der empfohlene Weg.
Wie viele Templates gibt es und wie weit lassen sie sich anpassen?
Stand 2026 stehen über 60 responsive Templates zur Verfügung, sortiert nach Anwendungsfällen wie Lead-Generierung, Webinar-Anmeldung, Produktseite und Dankeseite. Alle Templates lassen sich per Drag-and-Drop vollständig anpassen: Texte, Farben, Bilder, Schriften und Layout-Blöcke sind editierbar. Die direkte Bearbeitung des zugrundeliegenden HTML oder CSS ist nicht möglich.
Funktioniert SiteTracking auch auf ActiveCampaign Pages?
Ja, wenn die Seite unter einer mit ActiveCampaign verbundenen Domain betrieben wird. SiteTracking identifiziert Kontakte, die bereits im System sind und Tracking akzeptiert haben, und zeichnet ihren Besuch auf. Das ermöglicht Automationen, die auf Seitenbesuche reagieren – etwa eine Follow-up-Sequenz, wenn ein bekannter Kontakt die Preisseite besucht, ohne ein Formular auszufüllen.
Kann ich ActiveCampaign Pages für mehrsprachige Seiten einsetzen?
Nicht nativ. ActiveCampaign Pages bietet kein eingebautes Sprachmanagement. Wer eine deutsche und eine englische Version einer Seite braucht, erstellt zwei separate Seiten und steuert die Weiterleitung über UTM-Parameter in der Kampagne oder über ein externes Redirect-Setup. Tags im Kontaktprofil helfen dabei, die richtige Sprachversion bei zukünftigen Kampagnen auszuspielen.
Wer Landingpages primär für E-Mail-Kampagnen, Webinar-Anmeldungen oder Content-Downloads einsetzt und den Wechsel in ein separates Tool vermeiden will, findet mit ActiveCampaign Pages eine vollständig integrierte Lösung. Den nächsten logischen Schritt – wie Formulare in ActiveCampaign sauber aufgebaut und mit Opt-in-Prozessen verknüpft werden – zeigt der Leitfaden zu ActiveCampaign-Formularen im Detail.


