ActiveCampaign und Lexware Office lassen sich über Make.com, Zapier oder die offizielle Lexware-API verbinden. Damit fließen Kontaktdaten, Rechnungsstatus und Tags automatisch zwischen CRM und Buchhaltung – ohne manuelle Übertragung. Welchen Weg du wählst, hängt vom Lexware-Office-Tarif und dem technischen Aufwand ab, den du bereit bist einzugehen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Lexware-Office-Public-API ist ausschließlich im XL-Tarif (32,90 Euro/Monat) verfügbar – alle günstigeren Tarife bieten keine direkte API-Anbindung.
- Für No-Code-Lösungen bieten Zapier und Make.com vorkonfigurierte Konnektoren, die keine Programmierkenntnisse erfordern.
- Die sinnvollsten Automationen: neue Kontakte aus Lexware Office in ActiveCampaign anlegen, Rechnungsstatus als Tag setzen und Zahlungserinnerungen per E-Mail-Automation auslösen.
- Die Integration läuft nicht nativ in ActiveCampaign, sondern immer über eine Middleware – Make.com, Zapier oder eigener Code.
- Bevor du die Integration aufbaust, kläre, welche Daten tatsächlich zwischen beiden Systemen synchron sein müssen: viele Teams brauchen weniger als sie zunächst denken.
Welchen Lexware-Office-Tarif du für die Integration benötigst
Lexware Office (bis Ende 2024 unter dem Markennamen lexoffice bekannt) bietet vier Tarife. Die Public API, über die eine direkte technische Anbindung an ActiveCampaign möglich ist, schaltet erst der XL-Tarif frei. Wer einen der drei günstigeren Tarife nutzt, ist auf No-Code-Middleware angewiesen – also auf Zapier oder Make.com.
Tarif | Monatspreis | API-Zugang | Typischer Anwendungsfall |
|---|---|---|---|
S | 7,90 Euro | Nein | Belegerfassung und -archiv |
M | 12,90 Euro | Nein | Rechnungen, Angebote, Banking |
L | 21,90 Euro | Nein | GuV und Bilanzierung |
XL | 32,90 Euro | Ja | Serienrechnungen und API-Anbindungen |
Den API-Schlüssel findest du im XL-Tarif unter Einstellungen > Weitere Apps > Public API. Ohne diesen Schlüssel funktioniert weder eine direkte Anbindung noch das Einrichten von Webhooks, die manche Middleware-Dienste zur Echtzeit-Kommunikation mit Lexware Office benötigen.
Für Teams im Tarif S, M oder L
Wer auf einen günstigeren Tarif angewiesen ist, kann trotzdem eine funktionsfähige Integration aufbauen – allerdings nur über Zapier oder Make.com, die selbst die API-Verbindung zu Lexware Office herstellen. Du brauchst dann keinen eigenen API-Schlüssel, musst aber einen bezahlten Tarif bei der jeweiligen Middleware haben, der ausreichend Operationen für dein monatliches Datenvolumen enthält.
Drei Wege, ActiveCampaign und Lexware Office zu verbinden
Es gibt keine direkte native Integration zwischen den beiden Tools. Jede Verbindung läuft über einen Zwischendienst oder eigenen Code. Welcher Weg passt, hängt vom Datenvolumen, dem Automatisierungsumfang und dem verfügbaren technischen Know-how ab.
Weg | Technischer Aufwand | Zusatzkosten (Stand 2026) | Flexibilität |
|---|---|---|---|
Make.com | Niedrig – visueller Editor | Ab 9 Euro/Monat (Core-Plan) | Hoch – komplexe Szenarien möglich |
Zapier | Niedrig – schrittweiser Assistent | Ab 20 Euro/Monat (Starter-Plan) | Mittel – lineare Zaps, weniger Logik |
Direkte API | Hoch – eigene Entwicklung nötig | Nur Entwicklungszeit | Maximal – volle Kontrolle |
Make.com als bevorzugte Wahl für die meisten Teams
Make.com hat einen nativen Konnektor für Lexware Office und einen für ActiveCampaign. Das bedeutet: Du musst keine API-Dokumentation lesen, keine Request-Struktur kennen und keinen Code schreiben. Du verbindest die beiden Dienste im visuellen Szenario-Editor, wählst Trigger und Aktionen aus und aktivierst das Szenario. Für die meisten Anwendungsfälle – neue Kontakte anlegen, Rechnungsstatus als Tag übertragen, Zahlungserinnerungen auslösen – reicht der Core-Plan aus.
Zapier als Alternative mit geringerem Einarbeitungsaufwand
Zapier ist einfacher einzurichten, aber weniger flexibel. Jeder Zap besteht aus einem Trigger und einer einzigen Aktion. Wer einen Kontakt in Lexware Office anlegt und ihn gleichzeitig in ActiveCampaign eintragen, taggen und in eine Automation aufnehmen will, braucht entweder mehrere Zaps oder Multi-Step-Zaps, die im Starter-Plan nicht unbegrenzt verfügbar sind. Für einfache Übergaben – zum Beispiel "neuer Kontakt in Lexware Office erstellt ActiveCampaign-Lead" – ist Zapier aber eine valide Wahl.
Direkte API-Anbindung: wann sie sich lohnt
Wer eigene Entwicklerkapazitäten hat oder individuelle Logik benötigt – zum Beispiel Rechnungsdaten in benutzerdefinierte ActiveCampaign-Felder schreiben oder Webhooks mit komplexer Filterlogik einrichten –, profitiert von der direkten API-Anbindung. Die Lexware-Office-REST-API unterstützt Kontakte, Rechnungen, Gutschriften, Dokumente und Event-Subscriptions (Webhooks). Der Aufwand für eine eigene Anbindung lohnt sich erst, wenn Make.com oder Zapier tatsächlich an ihre Grenzen stoßen.
So richtest du den ersten Workflow in Make.com ein
Als Ausgangspunkt eignet sich der häufigste Anwendungsfall: Ein neuer Kontakt wird in Lexware Office angelegt und soll automatisch in ActiveCampaign erscheinen. So baust du das Szenario auf, ohne eine einzige Zeile Code zu schreiben.
- Make.com-Account anlegen oder einloggen und ein neues Szenario erstellen.
- Erstes Modul hinzufügen: Suche nach "Lexware Office" und wähle den Trigger Watch Contacts. Make.com fragt nach deinem Lexware-Office-Account – du authentifizierst über deinen API-Schlüssel, den du unter Einstellungen > Weitere Apps > Public API findest.
- Polling-Intervall festlegen: Make.com prüft in den eingestellten Abständen – zum Beispiel alle 15 Minuten –, ob neue Kontakte vorhanden sind. Für zeitkritische Prozesse wähle ein kürzeres Intervall; für tägliche Verarbeitung reicht stündlich.
- Zweites Modul hinzufügen: Suche nach "ActiveCampaign" und wähle die Aktion Create/Update Contact. Verbinde deinen ActiveCampaign-Account über URL und API-Key – beides findest du unter ActiveCampaign > Einstellungen > Entwickler.
- Felder zuordnen: Mappe die Lexware-Office-Felder auf die ActiveCampaign-Felder. Typische Zuordnung: Vorname zu First Name, Nachname zu Last Name, E-Mail zu Email, Firmenname zu Organization. Benutzerdefinierte Felder in ActiveCampaign kannst du hier ebenfalls befüllen – zum Beispiel mit der Kundennummer aus Lexware Office.
- Optional: Tag setzen. Füge ein drittes Modul hinzu: ActiveCampaign > Add Tag to Contact. Setze zum Beispiel den Tag "Lexware-Kontakt", damit du in ActiveCampaign auf einen Blick siehst, welche Kontakte aus der Buchhaltung stammen.
- Szenario testen: Klicke auf "Einmal ausführen" und lege einen Testkontakt in Lexware Office an. Prüfe, ob der Kontakt in ActiveCampaign erscheint. Wenn ja, aktiviere das Szenario.
Das Prinzip lässt sich umkehren: Wenn in ActiveCampaign ein Kontakt den Tag "Kunde" bekommt, erstellt Make.com automatisch einen Datensatz in Lexware Office. Das verhindert, dass das Buchhaltungsteam neue Kunden manuell einpflegen muss, und stellt sicher, dass beide Systeme denselben Kontaktbestand führen.
Welche Automationen sich in der Praxis bewähren
Nicht jede theoretisch mögliche Automatisierung ist im Alltag nützlich. Die folgenden Workflows ersetzen manuelle Arbeit an den kritischsten Übergabepunkten zwischen Marketing und Buchhaltung – und lassen sich mit Make.com ohne Entwicklungsaufwand einrichten.
Rechnungserstellung nach Kauf auslösen
Wenn ein Kontakt in ActiveCampaign einen bestimmten Tag erhält – zum Beispiel "Kauf abgeschlossen" –, löst ein Make.com-Szenario die Erstellung einer Rechnung in Lexware Office aus. Dieser Workflow funktioniert besonders gut für digitale Produkte und Online-Kurse, bei denen der Kauf über ein Formular oder eine Landingpage läuft und in ActiveCampaign erfasst wird. Voraussetzung ist, dass der Kontakt in Lexware Office bereits existiert oder im selben Szenario zuerst angelegt wird.
Zahlungserinnerungen über ActiveCampaign versenden
Lexware Office verschickt eigene Mahnungen, aber wer mehr Kontrolle über Zeitpunkt, Ton und Inhalt will, lässt den Workflow über ActiveCampaign laufen. Sobald eine Rechnung in Lexware Office den Status "überfällig" erhält, setzt ein Make.com-Szenario in ActiveCampaign einen Tag wie "Rechnung-offen-14d". Eine ActiveCampaign-Automation wartet auf diesen Tag und versendet eine personalisierte Zahlungserinnerung mit deiner Absenderadresse, deiner Vorlage und deinem Timing.
Kundenstatus nach Zahlungsverhalten spiegeln
Wer regelmäßig kauft und pünktlich zahlt, verdient eine andere Kommunikation als ein Einmalkäufer. Wenn Lexware Office eine Rechnung als bezahlt markiert, kann das in ActiveCampaign einen Tag wie "Stammkunde" oder "VIP" setzen. Die Tag-Strategie in ActiveCampaign entscheidet dann, welche Automationen und Angebote dieser Kontakt bekommt – ohne dass jemand manuell Listen pflegen muss.
Gutschriften und Stornierungen abbilden
Wenn ein Kauf storniert wird und Lexware Office eine Gutschrift erstellt, kann Make.com in ActiveCampaign Tags entfernen oder neue setzen – zum Beispiel um Zugänge zu gesperrten Inhalten zu entziehen. Ohne diesen Workflow behalten Kunden nach einer Stornierung weiterhin Tags, die ihnen Zugang oder Sonderangebote verschaffen, die nicht mehr zustehen. In der Praxis wird dieser Workflow oft vergessen und erst dann gebaut, wenn der erste Missbrauchsfall auftritt.
Wann die Integration nicht das richtige Mittel ist
Die Verbindung zwischen ActiveCampaign und Lexware Office löst echte Probleme – aber nur, wenn Daten tatsächlich zwischen beiden Systemen fließen müssen. Es gibt Situationen, in denen die Integration mehr Aufwand erzeugt als sie spart.
Wenn dein Team Rechnungen in Lexware Office manuell anlegt und diese nichts mit Marketingautomationen in ActiveCampaign zu tun haben, ist eine Synchronisation nicht sinnvoll. Der Nutzen entsteht dort, wo ein Kaufereignis sowohl in der Buchhaltung als auch im CRM eine Konsequenz hat – also bei digitalen Produkten, Abonnements oder wiederkehrenden Dienstleistungen, die über ActiveCampaign gesteuert werden.
Ebenfalls kritisch: Wenn du keinen klaren Dateneigentümer festlegst. Wenn sowohl ActiveCampaign als auch Lexware Office Adressen speichern und beide Systeme Änderungen vornehmen können, entstehen Widersprüche. Make.com und Zapier synchronisieren in der Standardkonfiguration in eine Richtung. Bidirektionale Synchronisation erfordert deutlich mehr Aufwand und sorgfältige Konfliktregeln.
Typische Fehler beim Einrichten
In der Praxis treten immer wieder dieselben Probleme auf, die eine Integration zuverlässig machen oder zerstören:
- Der Lexware-Office-Kontakt und der ActiveCampaign-Kontakt haben keine gemeinsame eindeutige Kennung. Ohne Abgleich über E-Mail-Adresse oder externe ID entstehen Duplikate.
- Make.com-Szenarien werden nach dem Aktivieren nicht überwacht. Wenn Lexware Office eine API-Änderung vornimmt oder Make.com ein Feld umbenennt, schlägt das Szenario still fehl. Richte E-Mail-Benachrichtigungen für fehlgeschlagene Szenarien ein.
- Die Polling-Frequenz ist zu niedrig für zeitkritische Prozesse. Wenn eine Zahlungserinnerung sofort nach Fälligkeit versendet werden soll, reicht stündliches Polling nicht aus. Lexware-Office-Webhooks im XL-Tarif reagieren in Echtzeit.
- Benutzerdefinierte Felder in ActiveCampaign werden nicht angelegt, bevor das Szenario aktiviert wird. Make.com kann keine Felder erstellen, die nicht existieren – es schreibt nur in bereits vorhandene.
- Der API-Schlüssel wird nirgendwo dokumentiert. Wenn das Lexware-Office-Konto wechselt oder der Schlüssel rotiert wird, funktioniert die gesamte Integration nicht mehr, und niemand weiß, wo überall der alte Schlüssel hinterlegt war.
Häufige Fragen
Brauche ich Programmierkenntnisse, um ActiveCampaign und Lexware Office zu verbinden?
Für die No-Code-Wege über Make.com oder Zapier brauchst du keine Programmierkenntnisse. Beide Plattformen bieten visuelle Editoren, in denen du Trigger und Aktionen verknüpfst. Technisches Wissen hilft bei komplexerer Logik, ist aber für die Grundfunktionen – Kontakte synchronisieren, Tags setzen, Rechnungen auslösen – nicht notwendig. Wer die direkte API nutzen will, braucht Kenntnisse in HTTP-Requests und JSON.
Welche Lexware-Office-Ereignisse kann ich als Trigger nutzen?
Die Lexware-Office-API unterstützt Webhooks für Kontaktänderungen, neue und aktualisierte Rechnungen, Gutschriften und Dokumente. Make.com deckt über seinen nativen Konnektor die wichtigsten davon ab. Im XL-Tarif kannst du Webhooks direkt in der Lexware-Office-Oberfläche registrieren, sodass dein Integrationsdienst in Echtzeit informiert wird, ohne in festen Intervallen zu pollen.
Kann ich Rechnungsdaten in ActiveCampaign als benutzerdefinierte Felder speichern?
Ja, das ist möglich. Du legst in ActiveCampaign benutzerdefinierte Kontaktfelder an – zum Beispiel "Letzte Rechnungsnummer", "Rechnungsbetrag" oder "Zahlungsstatus" – und lässt Make.com diese Felder bei jeder Rechnungsänderung aktualisieren. Das ermöglicht eine Segmentierung nach Kaufhistorie, ohne auf ein separates System angewiesen zu sein. Wie benutzerdefinierte Kontaktfelder in ActiveCampaign angelegt werden, erklärt ein eigener Beitrag.
Wie gehe ich mit Kontakten vor, die bereits in beiden Systemen vorhanden sind?
Kläre vor dem Aktivieren der Integration, welches System die führende Kundendatei ist. Wenn Lexware Office führend ist, exportiere die Kontakte und importiere sie in ActiveCampaign. Stelle die Make.com-Aktion dann auf "Aktualisiere Kontakt, wenn E-Mail-Adresse vorhanden" ein – so entstehen keine Duplikate, sondern bestehende Datensätze werden ergänzt. Prüfe nach dem ersten Testlauf manuell, ob die Zuordnung stimmt.
Wie hoch sind die laufenden Kosten?
Die Kostenrechnung hängt von drei Faktoren ab: Lexware-Office-Tarif (XL für API-Zugang: 32,90 Euro/Monat), Make.com-Tarif (Core-Plan ab 9 Euro/Monat für bis zu 10.000 Operationen monatlich) und der Anzahl der täglich verarbeiteten Datensätze. Für kleine Teams mit wenigen Dutzend Transaktionen monatlich reichen Lexware Office XL und Make.com Core aus. Größere Volumina erfordern höhere Make.com-Pläne.
Was passiert, wenn Lexware Office die API ändert?
Lexware Office kündigt Breaking Changes in seiner Entwicklerdokumentation an. Make.com aktualisiert seinen Konnektor in der Regel zeitnah. Wenn du eine direkte API-Anbindung betreibst, liegt die Wartung bei dir. Richte deshalb Monitoring für fehlgeschlagene API-Calls ein – zum Beispiel über ein Make.com-Szenario, das Fehler per E-Mail meldet –, damit du Ausfälle erkennst, bevor Kunden von ihnen betroffen sind.
Wer die Integration aufbauen will, startet am besten mit einem einzigen klar definierten Workflow und erweitert schrittweise. Integrationen, die zu viel auf einmal synchronisieren, werden schnell unübersichtlich und schwer zu warten. Ein enger erster Schritt ist stabiler als ein breiter erster Entwurf – das zeigt sich besonders dann, wenn Datenmengen wachsen oder sich Prozesse ändern.



