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70+ Newsletter-Ideen: So hältst du deine Abonnenten langfristig bei der Stange

Tom
Tom
12. März 2026 · 14 Min. Lesezeit

Newsletter-Engagement hängt nicht an der Zahl der Ideen, sondern daran, ob jede Sendung eine konkrete Frage beantwortet, einen Einblick gibt oder eine direkte Handlung ermöglicht. Wer Inhalte nach Typ, Frequenz und Segment plant statt spontan zu reagieren, hält eine Liste dauerhaft aktiv. Dieser Beitrag zeigt, wie das systematisch funktioniert und wie du es in ActiveCampaign umsetzt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Inhalte mit direktem Nutzwert – Anleitungen, Checklisten, kurze Analysen – binden Abonnenten dauerhafter als reine Aktionsmails.
  • Segmentierung in ActiveCampaign entscheidet, wer welchen Inhalt erhält: eine Liste für alle senkt die Relevanz für jeden.
  • Ein fester Redaktionsrhythmus mit vier bis sechs Themenfeldern verhindert Lücken und spontane Ideennot.
  • Inaktive Abonnenten reagieren zuverlässiger auf Re-Engagement-Automationen als auf dieselben Inhalte wie aktive Leser.
  • Der stärkste Engagement-Treiber ist Konsistenz, nicht Perfektion – wer selten schreibt, verliert schneller als wer regelmäßig liefert.

Was Abonnenten langfristig hält – und was sie verschleißt

Wer einer Liste über Monate treu bleibt, tut das nicht trotz der E-Mails, sondern wegen ihnen. Das klingt banal, ist aber der entscheidende Unterschied zwischen Newslettern, die als gewohnter Begleiter empfunden werden, und solchen, die beim nächsten Durchlauf des Postfachs als erstes gelöscht werden. Abonnenten bleiben, wenn jede Mail eine klar definierte Erwartung erfüllt: Sie wissen, was sie bekommt, wann es kommt und warum es für sie relevant ist.

Was Abonnenten dauerhaft hält:

  • Inhalte, die eine konkrete Aufgabe lösen oder eine Entscheidung erleichtern, nicht solche, die nur Aufmerksamkeit fordern.
  • Eine erkennbare Struktur und ein vorhersehbarer Rhythmus, an dem sich Leser orientieren können.
  • Eine persönliche Perspektive oder Einordnung – das, was eine Suche allein nicht liefert.
  • Segmentierte Inhalte, die sich nach dem eigenen Interesse anfühlen, nicht nach einer Rundmail an alle.

Was verschleißt:

  • Mehrere aufeinanderfolgende Aktionsmails ohne inhaltliche Pause. Wer kaufen wollte, hat es getan – wer nicht kaufen wollte, meldet sich nach dem dritten Angebot ab.
  • Unregelmäßige Sendung mit langen Pausen. Vier Wochen Stille, dann plötzlich drei Mails in einer Woche: Das zerstört den Gewohnheitseffekt.
  • Inhalte, die nicht zum Einstiegsthema passen. Wer sich wegen eines Steuer-Tipps angemeldet hat, will keine Lifestyle-Kolumne.
  • Allgemeinwissen, das die Zielgruppe längst kennt. Marketing-Fachleute brauchen keine Erklärung, was eine Öffnungsrate ist.

In der Praxis sieht man häufig Listen, die technisch gut aufgestellt sind – saubere Templates, korrekte Segmente – aber mit Inhalten, die weder Neues zeigen noch eine konkrete Frage beantworten. Das Ergebnis ist nicht sofortige Abmeldung, sondern schleichende Inaktivität. Öffnungsraten sinken, Klicks bleiben aus, und irgendwann ist die Liste zwar groß, aber tot.

50+ Newsletter-Ideen in sechs Kategorien

Die folgende Übersicht ordnet Ideen nach dem Ziel, das sie erfüllen – nicht nach Format. Das hilft beim Planen, weil du nicht nach dem Format, sondern nach der Funktion im Gesamtmix suchst.

Kategorie

Ziel

Frequenz-Empfehlung

Wissen und Anleitungen

Nutzwert aufbauen, Expertise zeigen

1–2 mal pro Monat

Einblick und Persönlichkeit

Vertrauen und Beziehung stärken

1 mal pro Monat

Aktuelle Relevanz und Einordnung

Als informierte Stimme positionieren

Anlassbezogen, max. 1× pro Monat

Interaktion und Gemeinschaft

Dialog öffnen, Segmentdaten gewinnen

Vierteljährlich bis monatlich

Produkt und Verkauf

Kaufentscheidungen auslösen

Max. 20 % aller Sendungen

Automatisch getriggerte Serien

Onboarding, Re-Engagement, Lifecycle

Einmalig aufbauen, dann automatisch

Kategorie 1: Wissen und Anleitungen

Das ist die tragfähigste Kategorie: Inhalte, die ein Problem lösen oder eine Fähigkeit vermitteln. Sie bauen über Zeit Autorität auf und rechtfertigen die Anwesenheit im Postfach besser als jede andere Kategorie.

  • Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für eine konkrete Aufgabe, die deine Zielgruppe regelmäßig erledigen muss
  • Eine Checkliste, die vor einer wiederkehrenden Entscheidung absichert (z. B. vor dem Versand einer Kampagne)
  • Ein erklärender Vergleich zwischen zwei Methoden oder Tools mit klarer Handlungsempfehlung
  • Ein kommentiertes Beispiel: Was genau hat jemand gemacht, warum hat es funktioniert, was würdest du anders machen
  • Eine Vorlage, die Leser direkt übernehmen können – für E-Mail-Betreffzeilen, Segmentierungsregeln, Automationsaufbau
  • Ein Glossar-Eintrag zu einem Fachbegriff, der in der Praxis oft falsch verstanden wird
  • Antworten auf Fragen, die in Gesprächen mit Kunden oder in Support-Anfragen immer wieder auftauchen
  • Eine Einordnung: Warum eine gängige Empfehlung in bestimmten Kontexten nicht funktioniert
  • Drei Tools im direkten Vergleich für dieselbe Aufgabe, mit Empfehlung nach Anwendungsfall
  • Ein Lernpfad: Welche Themen sollte jemand in welcher Reihenfolge verstehen, um in einem Bereich sicher zu werden

Kategorie 2: Einblick und Persönlichkeit

E-Mails, in denen eine echte Person sichtbar wird, erzeugen eine andere Art von Bindung als reine Fachinhalte. Sie sollten nicht dominieren, aber fehlen darf diese Kategorie nicht. Der Schlüssel: Der Einblick muss mit dem Thema verbunden sein, das die Abonnenten interessiert.

  • Ein Blick hinter die Kulissen eines laufenden Projekts – was gerade schwierig ist, nicht nur was gut läuft
  • Eine Entscheidung, die du getroffen hast, und die Überlegungen dahinter
  • Ein Fehler aus der eigenen Praxis mit einer konkreten Konsequenz und dem Gegenmittel
  • Ein Gespräch oder eine Situation aus dem Arbeitsalltag, die eine relevante Erkenntnis ergeben hat
  • Ein Rückblick auf das vergangene Quartal: Was hat sich verändert, was bleibt offen
  • Eine ehrliche Einschätzung zu einem kontroversen Thema in der eigenen Branche
  • Ein Buch, ein Podcast oder eine Quelle, die gerade tatsächlich gelesen oder gehört wird – mit dem Grund, warum
  • Dankeschön-Mails an besondere Anlässe: Nicht als Marketing-Mechanik, sondern als echte Haltung

Kategorie 3: Aktuelle Relevanz und Einordnung

Branchennews allein sind kein Newsletter-Inhalt – sie sind überall zu finden. Wertvoll wird eine Nachricht erst durch deine Perspektive: Was bedeutet das für die Praxis der Leser, was sollten sie davon mitnehmen, was ist überschätzt.

  • Eine neue Plattformfunktion oder ein Tool-Update mit Einschätzung: Für wen lohnt es sich, für wen nicht
  • Eine Marktentwicklung, die in der eigenen Branche oft unterschätzt wird, mit konkreter Handlungsempfehlung
  • Ein Kommentar zu einer verbreiteten Empfehlung, die in der Praxis häufig scheitert
  • Saisonale Orientierung: Was ist im nächsten Quartal besonders relevant, auf welche Themen sollte man sich vorbereiten
  • Zusammenfassung einer Konferenz oder eines Events mit den zwei oder drei Erkenntnissen, die wirklich relevant sind
  • Ein Vergleich: Wie hat sich eine bestimmte Praxis in den letzten Jahren verändert und warum

Kategorie 4: Interaktion und Gemeinschaft

Diese Kategorie ist unterschätzt, weil der unmittelbare Output schwer messbar ist. Tatsächlich erfüllen Interaktions-Mails zwei Funktionen: Sie öffnen einen Dialog, und sie liefern Daten, die in ActiveCampaign zur Segmentierung genutzt werden können.

  • Eine kurze Umfrage (ein bis drei Fragen) zu einem Thema, das die nächsten Inhalte beeinflussen soll
  • Eine direkte Frage an die Leser mit der Bitte um Antwort per E-Mail – kein Tool, nur ein offenes Gespräch
  • Vorstellung eines Lesers oder Kunden, der etwas Bemerkenswertes gemacht hat
  • Eine Challenge oder ein kurzes Experiment, das Leser in einer Woche umsetzen können
  • Ein Sammlung: Leser einladen, ihre Einschätzung zu einer Frage zu teilen, dann die Antworten in der nächsten Mail zusammenfassen
  • Eine Abstimmung über das nächste Thema: Auf diese Art entsteht Inhalte, die tatsächlich gefragt sind

Kategorie 5: Produkt und Verkauf

Verkaufsmails funktionieren, wenn sie nicht wie Verkaufsmails aussehen – sondern wie eine logische Konsequenz der vorangegangenen Inhalte. Wer drei Mails über ein Problem gelesen hat und dann ein Angebot bekommt, das dieses Problem löst, empfindet das als Service, nicht als Werbung.

  • Ein zeitlich begrenztes Angebot mit klarer Begründung, warum es jetzt gilt – nicht nur weil Quartal ist
  • Ein Kundenbeispiel: Welches Problem wurde gelöst, wie lange hat es gedauert, was hat sich verändert – kein Testimonial, sondern eine Darstellung
  • Ein Produktupdate oder neues Feature mit konkreten Anwendungsfällen für verschiedene Zielgruppen
  • Eine Einladung zu einem Webinar oder Event mit einer klaren Aussage, was Teilnehmer danach anders machen können
  • Ein Vergleich: Warum diese Lösung für eine bestimmte Situation besser geeignet ist als die Alternative – ehrlich und ohne Übertreibung
  • Eine Fallstudie, die ein konkretes Ergebnis zeigt, verbunden mit einer Einladung zur Anfrage

Kategorie 6: Automatisch getriggerte Serien

Diese Kategorie unterscheidet sich von den anderen: Die Inhalte werden einmalig erstellt und dann automatisch ausgelöst. Sie sind der effizienteste Weg, um neuen Abonnenten konsistente Erfahrungen zu liefern und inaktive Kontakte zurückzugewinnen.

  • Eine Willkommens-Sequenz: Drei bis fünf Mails, die zeigen, was die Abonnenten erwartet, wer hinter dem Newsletter steckt, und sofort Nutzwert liefern
  • Eine Onboarding-Serie für neue Kunden: Geführter Einstieg in ein Produkt oder eine Dienstleistung mit konkreten nächsten Schritten
  • Eine Re-Engagement-Sequenz für Kontakte, die seit 90 Tagen keine Mail geöffnet haben: Andere Inhalte, andere Betreffzeile, ein letztes Angebot
  • Geburtstags- oder Jahrestagsautomationen: Persönliche Relevanz ohne manuellen Aufwand
  • Kauf-Nachfolge: Was kommt jetzt, was sollte als nächstes getan werden, welche Ressourcen sind relevant
  • Browse-Abandonment und Cart-Abandonment für E-Commerce: Inhaltlich gestützt, nicht nur erinnernd

Vier Wochen Newsletter planen und in ActiveCampaign aufsetzen

Das folgende Beispiel zeigt einen vollständigen Monatsplan für einen B2B-Newsletter mit einem wöchentlichen Versand. Es ist keine Vorlage im Sinne von Textbausteinen, sondern eine Struktur, die du mit deinen eigenen Themen befüllen kannst. Danach folgt, wie du die Sendungen in ActiveCampaign anlegst.

Schritt 1: Themenstruktur für den Monat festlegen.

  1. Öffne ein leeres Dokument und trage vier Kalenderwochen ein.
  2. Weise jeder Woche eine Kategorie zu, z. B.: Woche 1 = Wissen, Woche 2 = Persönlich/Einblick, Woche 3 = Aktuelles, Woche 4 = Angebot oder Interaktion. Diese Reihenfolge ist nicht starr, aber sie verhindert, dass drei aufeinanderfolgende Werbe-Mails versendet werden.
  3. Notiere für jede Woche ein konkretes Thema, keine Kategorienbezeichnung. Nicht "Wissens-Newsletter", sondern "Wie Segmente in ActiveCampaign aufgebaut werden, bevor Automationen laufen".

Schritt 2: Inhalte erstellen und in ActiveCampaign anlegen.

  1. Gehe in ActiveCampaign auf Kampagnen → Erstellen → Standard-Kampagne.
  2. Wähle das Segment oder die Liste, an die die Mail gesendet wird. Falls du nach Interesse segmentierst: Kampagnen → Empfängerliste filtern nach Tag oder benutzerdefiniertem Feld.
  3. Erstelle die Mail im Drag-and-Drop-Editor oder im HTML-Editor. Speichere den Entwurf.
  4. Stelle unter Zeitplanung ein: Datum und Uhrzeit. Für wöchentliche Versendungen: Wähle denselben Wochentag und dieselbe Uhrzeit jeden Monat. Abonnenten entwickeln ein Erwartungsmuster.
  5. Lege unter A/B-Test zwei Betreffzeilen an, wenn du Versandgröße und Zeit hast. Lass ActiveCampaign nach vier Stunden automatisch die bessere Variante weiterversenden.
  6. Wiederhole den Vorgang für alle vier Wochen, bevor die erste Mail rausgeht. So hast du den gesamten Monat vorbereitet und kannst in Woche 2 nicht in Zeitnot geraten.

Schritt 3: Automationen für getriggerte Serien einrichten.

  1. Gehe zu Automationen → Erstellen → Klicke auf "Von Grund auf neu starten".
  2. Wähle als Eintrittspunkt "Wird zu einer Liste hinzugefügt" für Willkommens-Serien oder "Tag wird hinzugefügt" für Ereignis-getriggerte Serien.
  3. Füge nach dem Eintrittspunkt eine Wartezeit von einem Tag ein, dann die erste E-Mail. Dann wieder Wartezeit, dann die zweite E-Mail, und so weiter.
  4. Setze am Ende der Serie eine Bedingung: Wenn Kontakt Tag "Aktiv" nicht hat, füge ihn zur Re-Engagement-Sequenz hinzu. Wenn er den Tag hat, beende die Automation.
  5. Aktiviere die Automation und prüfe mit einem Test-Kontakt, ob der Ablauf korrekt ist.

Den Ideen-Strom nicht abreißen lassen

Wer drei Monate redaktionell plant, löst das Ideenproblem kurzfristig. Das eigentliche Problem ist das vierte und fünfte Monat: Wenn die erste Energie weg ist und der Redaktionskalender sich anfühlt wie eine Verpflichtung, nicht wie ein Werkzeug. Dafür gibt es zwei Quellen, die verlässlich liefern.

Aus bestehenden Gesprächen schöpfen

Die tatsächlich besten Newsletter-Themen entstehen nicht am Schreibtisch, sondern in Gesprächen: Support-Tickets, Verkaufsgespräche, Kundenfeedback, Kommentare auf LinkedIn oder in Foren. Wer diese Quellen systematisch anzapft, hat nie wirklich Ideenmangel. Das erfordert ein einfaches Ablagesystem: In ActiveCampaign kannst du Tags wie "Frage: Onboarding" oder "Problem: Konfiguration" anlegen und Kontakten zuweisen, wenn diese Themen im Gespräch auftauchen. Nach vier Wochen siehst du Muster – und weißt genau, welche Themen tatsächlich beschäftigen.

Eigene Inhalte mehrfach verwenden

Ein ausführlicher Beitrag in deinem Wissensbereich kann als Newsletter-Serie verarbeitet werden – mit anderer Struktur, anderem Einstieg, anderem Fokus. Ein Webinar-Recording liefert drei bis vier Teilthemen, die sich in einzelnen Mails ausarbeiten lassen. Ein Kundengespräch, das zu einem Aha-Moment geführt hat, wird zu einem "Was wir gelernt haben"-Newsletter. Das ist kein Recycling, sondern Vertiefung: Dieselbe Idee aus einem anderen Winkel oder für ein anderes Segment aufbereitet.

Typische Fehler – Ursache und Gegenmittel

Die meisten Probleme mit Newsletter-Engagement haben keine inhaltliche Ursache. Sie entstehen durch strukturelle Entscheidungen, die sich über Zeit akkumulieren.

Zu viele Versprechen beim Anmeldeformular

Ursache: Das Anmeldeformular beschreibt einen Newsletter, den es so nicht gibt – zu breites Themenversprechen, zu hohe Frequenz angekündigt, oder der Lead-Magnet steht im Vordergrund, nicht der Newsletter selbst. Gegenmittel: Das Anmeldeformular beschreibt konkret, was Abonnenten in welchem Rhythmus erwartet. Wer sich abmeldet, weil die Erwartung nicht erfüllt wurde, war kein guter Abonnent – wer sich gar nicht erst anmeldet, weil das Versprechen zu vage ist, auch nicht.

Zu viele Zielgruppen in einer Liste

Ursache: Die Liste enthält Kunden, Interessenten, ehemalige Kunden und Leads aus sehr unterschiedlichen Kontexten, bekommt aber denselben Newsletter. Gegenmittel: Segmente in ActiveCampaign nach Kontaktstatus, Produktinteresse oder Engagement-Level anlegen. Nicht jede Sendung muss an alle gehen – manche Inhalte sind nur für Kunden relevant, andere nur für Interessenten. E-Mail-Segmentierung in der Praxis zeigt, nach welchen Kriterien das sinnvoll aufgebaut wird.

Betreffzeilen, die nicht zum Inhalt passen

Ursache: Der Betreff wurde für Öffnungsrate optimiert (neugierig, vage, überraschend), der Inhalt liefert aber etwas anderes als erwartet. Gegenmittel: Betreff und erste drei Zeilen müssen dasselbe versprechen. Eine hohe Öffnungsrate mit niedrigem Klick oder hoher Abmelderate nach Öffnung ist ein Zeichen für diesen Fehler. Betreffzeilen testen und optimieren erklärt, wie du das systematisch angehen kannst, ohne Klickköder zu bauen.

Fehlende Re-Engagement-Strategie

Ursache: Inaktive Kontakte bleiben in der Liste und erhalten dieselben Mails wie aktive. Das drückt die Öffnungsrate, verschlechtert die Zustellbarkeit und vermittelt ein falsches Bild von der Listenqualität. Gegenmittel: In ActiveCampaign eine Automation einrichten, die Kontakte nach 90 Tagen ohne Öffnung in eine separate Re-Engagement-Sequenz verschiebt. Drei Mails mit anderem Inhalt, anderem Absendernamen und klarer Frage: Soll der Kontakt weiter Mails erhalten? Wer nicht antwortet, wird ausgetragen – das ist keine Niederlage, sondern Listenhygiene.

Inhaltliche Drift

Ursache: Der Newsletter beginnt fokussiert, wächst aber im Laufe der Zeit inhaltlich aus, weil es leichter erscheint, einfach alles Interessante zu teilen statt bei einem Thema zu bleiben. Gegenmittel: Am Anfang jedes Quartals prüfen: Würde sich jemand, der sich heute anmeldet, wegen dieses Newsletters anmelden? Wenn die Antwort nein ist, ist die inhaltliche Drift eingetreten. Das ist der Zeitpunkt für eine bewusste Entscheidung – Fokus zurückgewinnen oder eine Segmentierung einführen.

Wann Newsletter-Ideen nicht das eigentliche Problem sind

Manchmal liegt das Engagement-Problem nicht am Inhalt, sondern an strukturellen Faktoren, die keine noch so gute Idee ausgleichen kann.

Eine Liste mit vielen inaktiven oder qualitativ schwachen Kontakten wird auch auf guten Inhalt nicht reagieren, weil die Kontakte nie wirklich interessiert waren. Eine Re-Engagement-Automation löst das, aber keine Idee. Ähnlich verhält es sich mit technischen Zustellbarkeitsproblemen: Wenn Mails regelmäßig im Spam-Ordner landen, ist der erste Hebel nicht ein besseres Thema, sondern die Sender-Reputation – SPF, DKIM, DMARC und eine saubere Liste.

Auch der Kanal selbst kann ungeeignet sein. Für sehr hochfrequente, operative Kommunikation (tägliche Deals, Live-Alerts) ist E-Mail oft nicht die beste Wahl. Für vertiefende, wissensbasierte Inhalte ist sie kaum zu schlagen. Wer Newsletter-Ideen als Problem definiert, obwohl das eigentliche Problem die Listenqualität oder die technische Infrastruktur ist, arbeitet am falschen Hebel.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ein Newsletter versendet werden, um Engagement zu halten?

Es gibt keine universell richtige Frequenz. Entscheidend ist Konsistenz: Wöchentlich ist für die meisten B2B-Newsletter machbar und aufmerksamkeitsstark genug. Zweiwöchentlich funktioniert, wenn der Inhalt entsprechend tiefgehend ist. Monatlich ist die Untergrenze – seltener bedeutet, dass Abonnenten beim nächsten Versand oft vergessen haben, dass sie sich angemeldet haben. Wichtiger als die Frequenz ist: Die angekündigte Frequenz tatsächlich einhalten.

Welche Newsletter-Ideen funktionieren besonders gut in B2B-Kontexten?

Im B2B-Bereich tragen vor allem Ideen, die Arbeitszeit sparen oder eine Entscheidung erleichtern: Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Aufgaben, die wiederholt anfallen, direkte Vergleiche zwischen Lösungsansätzen, kommentierte Praxisbeispiele. Persönlichkeits-Inhalte funktionieren ebenfalls, wenn sie mit dem fachlichen Thema verbunden bleiben. Reine Lifestyle- oder Motivations-Inhalte gehen in B2B-Listen häufiger unter.

Wie segmentiere ich meine Newsletter-Liste für bessere Öffnungsraten?

In ActiveCampaign baust du Segmente am wirkungsvollsten nach Verhalten und Status auf: Wer hat in den letzten 60 Tagen geklickt (aktiver Kern), wer hat geöffnet aber nicht geklickt (passiver Leser), wer hat gar nicht geöffnet (Inaktive). Diese drei Gruppen brauchen unterschiedliche Inhalte und unterschiedliche Betreffzeilen. Zusätzlich lohnt sich die Segmentierung nach dem Einstiegsthema: Wer sich wegen Thema A angemeldet hat, reagiert auf Thema-A-Inhalte besser als auf allgemeine Rundbriefe.

Was tue ich, wenn meine Öffnungsraten trotz guter Inhalte sinken?

Zunächst prüfen, ob es ein technisches Problem ist: Spamfilter, veränderte Darstellung des Absendernamens, oder Apple MPP (Mail Privacy Protection), das Öffnungen falsch mitzählt. Wenn die Technik stimmt, ist der häufigste Grund inhaltliche Drift – der Newsletter ist inhaltlich nicht mehr das, was er anfangs war. Ein Re-Engagement-Lauf mit einer sehr direkten Frage an die Abonnenten schafft Klarheit und räumt inaktive Kontakte aus, was die reale Öffnungsrate sofort verbessert.

Wie vermeide ich, dass mein Newsletter im Spam-Ordner landet?

Die technische Grundlage ist SPF, DKIM und DMARC korrekt konfiguriert – das ist Voraussetzung, keine Option. Darüber hinaus: Nur an Kontakte senden, die sich aktiv angemeldet haben, keine gekauften Listen verwenden, inaktive Kontakte regelmäßig bereinigen. Inhaltlich helfen eine klare Absender-Identität (immer derselbe Absendername und dieselbe Adresse), keine täuschenden Betreffzeilen und eine klare Abmeldemöglichkeit im Footer. ActiveCampaign verwaltet Abmelde-Links automatisch und hilft bei der Überwachung der Sender-Reputation im Reporting-Bereich.

Wer Newsletter nicht als Einzelkampagnen, sondern als System plant – mit klaren Kategorien, fester Struktur, durchdachter Segmentierung und einmalig aufgesetzten Automationen –, schafft eine Liste, die über Jahre stabil bleibt. Die Ideen selbst sind dabei das wenigste Problem: Sie entstehen aus dem laufenden Betrieb, aus Kundengesprächen und aus dem eigenen Fachbereich. Wer das technisch sauber in ActiveCampaign aufstellt und methodisch aufrecht erhält, braucht keine Inspiration-Listen – er hat immer Stoff. Wer dabei Unterstützung sucht, findet im Advertal-Serviceangebot für ActiveCampaign einen direkten Ansprechpartner.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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