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Mobile Optimierung für Telefonanrufe: So generierst du mehr Leads über Handy-Traffic

Tom
Tom
13. März 2026 · 14 Min. Lesezeit

Mobile Nutzer, die eine Nummer sehen und direkt tippen, schließen Anfragen schneller ab als Nutzer, die ein Formular ausfüllen. Der Schlüssel liegt in drei Elementen: technisch korrektes Click-to-Call, eine Landing Page, die den Anruf aktiv bewirbt, und eine ActiveCampaign-Automation, die jeden Anrufer zuverlässig erfasst und weiterbearbeitet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Click-to-Call-Links brauchen das Format tel:+49... mit Ländervorwahl – nur so wählt das Gerät automatisch, ohne dass der Nutzer die Nummer manuell eintippen muss.
  • Der Call-Button muss auf mobilen Geräten ohne Scrollen erreichbar sein; ein Sticky-Element am unteren Bildschirmrand ist die zuverlässigste Umsetzung.
  • Anruf-Leads landen nur dann in ActiveCampaign, wenn ein Call-Tracking-Tool per Webhook automatisch einen Kontakt anlegt und mit einem Tag versieht.
  • Eine Follow-up-Automation, die unmittelbar nach dem Gespräch startet, hält den Kontakt warm – ohne sie geht ein erheblicher Teil der Anruf-Leads verloren.
  • Outbound-Rückrufe unterliegen in Deutschland dem UWG – Einwilligungen und Löschfristen müssen im CRM abgebildet sein, damit die Nachverfolgung rechtskonform bleibt.

Wie Telefonkontakte auf dem Handy entstehen – und warum der Moment zählt

Der Unterschied zwischen einem Anruf-Lead und einem verlorenen Besucher liegt oft in Sekunden. Wer mit dem Smartphone nach einem Dienstleister, einem Produkt oder einer Beratung sucht, befindet sich häufig bereits in einer konkreten Entscheidungssituation: unterwegs, mit einer dringenden Frage, ohne die Zeit oder den Willen, ein mehrseitiges Formular auszufüllen. Ein sichtbarer Anruf-Button schließt genau diese Lücke.

Das mobile Nutzungsverhalten unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt vom Desktop: Auf dem Handy ist der Anruf nur einen Fingertipp entfernt. Auf dem Desktop erfordert er das Öffnen eines Telefons oder einer VoIP-App – eine Reibung, die beim Smartphone vollständig entfällt, wenn die Webseite den Schritt technisch vorbereitet. Seiten, die das nicht tun, lassen den Konversionsmoment ungenutzt verstreichen.

Besonders stark zeigt sich dieser Effekt bei erklärungsbedürftigen Dienstleistungen und im B2B-Vertrieb. Wer eine komplexe Anfrage hat, will oft nicht in ein Formular schreiben, sondern Antworten in Echtzeit. Der Anruf signalisiert hohes Interesse und eine unmittelbare Kaufbereitschaft. Aus diesem Grund ist der Anruf-Lead für viele Geschäftsmodelle der wertvollste Kontaktpunkt – er darf nicht technisch verhindert werden.

Welche Geräte und Betriebssysteme relevant sind

Sowohl iOS als auch Android erkennen tel:-Links nativ. Auf iOS öffnet ein Tipp auf einen solchen Link direkt den Wähler mit der vorausgefüllten Nummer; Android verhält sich identisch. Auf Desktop-Browsern öffnet Chrome denselben Link mit einer Weiterleitung zu Meet oder der Standardtelefonie-App – für die meisten Desktop-Nutzer kein sinnvolles Ergebnis. Du kannst den Button per CSS auf Mobil-Viewports beschränken, damit Desktop-Nutzern stattdessen ein Formular angezeigt wird. Das ist die sauberere Lösung, weil die Nutzererfahrung beider Zielgruppen getrennt optimiert werden kann.

Für Tablets gilt: Viele Nutzer verwenden Tablets mit aktiver SIM-Karte. Schließe Tablets bei der Optimierung nicht pauschal aus. Dein Call-Tracking-Tool zeigt dir anhand des User-Agents, welcher Gerättyp tatsächlich anruft – erst mit diesen Daten lohnt sich eine Entscheidung über Tablet-spezifische Anpassungen.

Click-to-Call technisch korrekt einbauen

Ein Click-to-Call-Link ist schnell gebaut – aber Fehler im Format führen dazu, dass beim Antippen auf dem Handy nichts passiert, ein Fehler erscheint oder eine falsche Nummer gewählt wird. Das passiert häufiger als vermutet, weil viele Websites Telefonnummern als reinen Text ausgeben, der auf dem Desktop optisch eine Nummer darstellt, technisch aber kein anklickbares Element ist.

Das korrekte HTML-Format

Jede Telefonnummer auf deiner Website, die für mobile Nutzer erreichbar sein soll, muss als Link mit einem tel:-Attribut eingebunden sein. Der href-Wert braucht drei Dinge: das Protokoll tel:, den Ländercode als Plusformat ohne Leerzeichen oder Bindestriche (also +49 für Deutschland statt 0049), und die restliche Nummer ohne Trennzeichen. Die sichtbare Beschriftung des Links darf dagegen beliebig formatiert sein – zum Beispiel als "030 123 456-0" für Lesbarkeit.

Was nicht funktioniert: Nummern mit Schrägstrichen oder Klammern im href-Wert, Leerzeichen zwischen den Ziffern oder das Präfix 00 statt des Plus-Zeichens. Manche Telefonie-Apps kommen damit zurecht, andere nicht. Mit dem standardisierten Format stellst du sicher, dass die Verbindung zuverlässig aufgebaut wird – unabhängig von Gerät und Betriebssystemversion.

Sticky Call-Button für mobiles Scrollen

Der wirksamste Platzierungsansatz ist ein Button, der beim Scrollen sichtbar bleibt. Typischerweise sitzt er am unteren Bildschirmrand – dort, wo der Daumen beim einhändigen Halten eines Smartphones natürlich liegt. Die Mindesthöhe für tappbare Buttons auf Touch-Geräten beträgt 44 Pixel; kleiner wird der Button zu leicht verfehlt. Auf Desktop-Viewports sollte das Element ausgeblendet werden, damit es auf großen Bildschirmen nicht deplatziert wirkt und keinen Raum verschwendet.

Zeige im Button nicht nur ein Symbol, sondern auch die Nummer oder eine kurze Handlungsaufforderung. Reine Icon-Buttons haben eine niedrigere Tipp-Rate als solche mit Text, weil Nutzer manchmal unsicher sind, ob der Tipp eine Verbindung aufbaut oder nur zu einer Kontaktseite führt. Diese Unsicherheit kostet Anrufe.

Weitere sinnvolle Platzierungen der Rufnummer

Neben dem Sticky-Button gibt es weitere Stellen, an denen ein Call-Link den Konversionsweg verkürzt:

  • Im Header der Seite direkt neben dem Logo, damit die Nummer ohne Scrollen sichtbar ist und sofort Erreichbarkeit kommuniziert.
  • Direkt nach einem ausgefüllten Formular als Alternative für Nutzer, die lieber sprechen als auf eine E-Mail-Antwort warten möchten.
  • In Preislisten und auf Produkt-Detailseiten, an dem Punkt, wo Kaufentscheidungen getroffen werden und konkrete Rückfragen entstehen.
  • Am Ende von Wissensartikeln, wenn der Leser eine weitergehende Frage hat, die im Text nicht beantwortet wird.

Landing Pages gestalten, die Anrufe auslösen

Ein technisch einwandfreier Click-to-Call-Link nützt wenig, wenn die Seite drumherum keine Bereitschaft erzeugt, anzurufen. Anrufe entstehen aus einem Impuls – sie müssen motiviert werden. Das geschieht durch Vertrauen, ein klares Bild davon, was am anderen Ende der Leitung passiert, und durch Formulierungen, die den Nutzen des Gesprächs konkret benennen.

Formulierungen, die Anrufe wahrscheinlicher machen

Der Text neben deiner Telefonnummer entscheidet, ob jemand tippt oder weiterschrollt. Passive Formulierungen wie "Kontakt" oder "Telefon" lösen wenig aus. Aktive Formulierungen, die den Nutzen des Gesprächs beschreiben, funktionieren besser. Einige Ansätze, die in der Praxis tragen:

  • "Kostenlose Ersteinschätzung am Telefon – in 15 Minuten weißt du, ob das für dich passt." setzt eine konkrete Erwartung an Dauer und Nutzen des Gesprächs.
  • "Direkt sprechen: Wir sind wochentags von 9 bis 18 Uhr erreichbar." baut Vertrauen durch Transparenz über die tatsächliche Erreichbarkeit.
  • "Frage zur Bestellung? Unser Team ist gerade verfügbar." erzeugt ein Gefühl von Unmittelbarkeit, ohne Versprechen zu machen, die nicht gehalten werden können.

Was in DACH-Märkten besonders trägt: die klare Angabe von Öffnungszeiten und – wenn möglich – die Nennung, mit wem der Anrufer spricht. Wer eine Nummer sieht und nicht weiß, ob er in einer Warteschleife landet oder direkt jemanden erreicht, zögert. Transparenz löst dieses Zögern auf, weil die Erwartung an das Gespräch gemanagt wird, bevor es beginnt.

Vertrauenssignale in der Nähe des Call-Buttons

Direkt neben oder unter dem Anruf-Element platzierte Vertrauenssignale erhöhen die Bereitschaft zu tippen. Geeignet sind Kundenbewertungen mit konkretem Bewertungstext, Erreichbarkeitsaussagen, Zertifizierungen oder relevante Partnerschaften. Als offizieller ActiveCampaign-Partner betreut Advertal Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, und dieser Hinweis gehört in den Kontext, in dem ActiveCampaign-Beratung angefragt wird – weil er die Kompetenz belegt, bevor das Gespräch beginnt.

Was nicht funktioniert: generische Sticker wie "Alle Kunden begeistert" ohne jede Einschränkung. Sie werden ignoriert, weil niemand glaubt, dass ein Unternehmen diese Aussage kritisch prüft. Echte Zitate mit Namen oder ein konkreter Hinweis auf das Partnernetzwerk sind glaubwürdiger.

Ladezeit als harter Erfolgsfaktor

Google empfiehlt, dass mobile Seiten innerhalb von drei Sekunden geladen werden. Wird diese Grenze überschritten, steigt die Absprungrate erheblich – und der Nutzer, der anrufen wollte, ist weg, bevor er die Nummer gesehen hat. Das betrifft besonders Landing Pages, die für Paid Traffic genutzt werden: Der Nutzer hat auf eine Anzeige geklickt, aber er wartet nicht. Komprimierte Bilder, kein übermäßiger JavaScript-Einsatz und ein schlankes Template sind die wirksamsten Hebel für schnelle Ladezeiten auf mobilen Endgeräten. Falls du A/B-Tests zwischen Mobile- und Desktop-Varianten durchführst, lohnt sich ein Blick auf den Leitfaden zu getrennten A/B-Tests für Mobile und Desktop, weil Conversion-Unterschiede zwischen Geräten schnell falsch interpretiert werden.

ActiveCampaign für Call-Tracking einrichten

Anrufe zu generieren ist die eine Seite – sicherzustellen, dass jeder Anrufer automatisch im CRM landet und weiterbearbeitet wird, die andere. Wer Anruf-Leads manuell ins CRM einträgt, verliert einen Teil davon: durch vergessene Einträge, fehlende Quelle-Informationen und fehlende Follow-up-Automationen, die niemals gestartet werden, weil der Kontakt gar nicht angelegt wurde. Die Integration von Call-Tracking-Tools mit ActiveCampaign schließt diese Lücke.

Das Grundprinzip: Ein Call-Tracking-Tool weist deiner Kampagne oder Landing Page eine dedizierte Rufnummer zu. Ruft jemand auf diese Nummer an, feuert das Tool automatisch einen Webhook an eine von dir konfigurierte URL. ActiveCampaign empfängt den Webhook, legt den Kontakt an oder aktualisiert einen bestehenden Eintrag und löst – wenn ein entsprechender Trigger konfiguriert ist – eine Automation aus.

So richtest du den Webhook in ActiveCampaign ein

Diesen Ablauf richtest du direkt im ActiveCampaign-Admin ein:

  1. Öffne in ActiveCampaign das Einstellungen-Menü über das Zahnrad-Symbol oben rechts und wähle dort Entwickler aus.
  2. Klicke auf Webhooks verwalten und dann auf Hinzufügen, um einen neuen Webhook anzulegen.
  3. Vergib einen Namen, der die Kampagne oder die Rufnummer eindeutig identifiziert – zum Beispiel "Anruf-Lead Landingpage Produkt X".
  4. Trage die Empfangs-URL ein, die dein Call-Tracking-Tool bereitstellt, und wähle als Ereignis das Auslöser-Szenario, das zu deinem Datenfluss passt – in der Regel "Kontakt erstellt" oder eine benutzerdefinierte Aktion.
  5. Speichere den Webhook und teste ihn mit einem echten Anruf auf die Tracking-Nummer. Prüfe anschließend in ActiveCampaign unter Kontakte, ob der Eintrag mit den erwarteten Feldern angelegt wurde.

Das Ergebnis ist ein Kontakteintrag, der automatisch die Rufnummer des Anrufers, den Zeitpunkt, die Gesprächsdauer und die zugeordnete Kampagne enthält – sofern dein Call-Tracking-Tool diese Felder überträgt. Je vollständiger die Daten, desto gezielter kannst du die Folge-Automation steuern.

Tags und Custom Fields für Anruf-Daten

Damit du Anruf-Leads später segmentieren und in Automationen gezielt ansprechen kannst, sollte jeder eingehende Kontakt mindestens einen Tag erhalten, der die Quelle kennzeichnet. Nützliche Tags in der Praxis sind:

  • Ein Tag für den Kanal, aus dem der Anruf kam – zum Beispiel "Quelle: Google Ads" oder "Quelle: Organisch", damit du Kampagnen nach Anruf-Volumen optimieren kannst.
  • Ein Tag für die Anruf-Qualität, das dein Team nach dem Gespräch setzt – etwa "Qualifiziert", "Rückruf vereinbart" oder "Kein Interesse", damit nachfolgende Automationen nur relevante Kontakte weiterlaufen lassen.
  • Ein Tag für den Gesprächsstatus, der steuert, welche Follow-up-Sequenz gestartet wird – damit Kontakte, die bereits ein Angebot erhalten haben, keine allgemeine Nurturing-Sequenz bekommen.

Diese Tags setzt dein Team entweder manuell nach dem Gespräch oder du konfigurierst sie automatisch über den Webhook, wenn das Call-Tracking-Tool entsprechende Felder überträgt. Für die Auswertung langfristiger Kanalperformance empfiehlt sich zusätzlich ein Custom Field, das die Erst-Kontaktquelle dauerhaft speichert – Tags können überschrieben werden, Custom Fields behalten den Ursprungswert.

Follow-up-Automation nach dem Anruf konfigurieren

Sobald ein Anrufer in ActiveCampaign angelegt ist, sollte eine Automation starten, die den Kontakt nicht abreißen lässt. Den richtigen Automation-Trigger in ActiveCampaign zu wählen ist dabei entscheidend: Für Anruf-Leads eignet sich ein Tag-basierter Trigger, der immer dann feuert, wenn das Tag "Anruf-Lead" gesetzt wird. Alternativ funktioniert ein Webhook-Trigger, wenn das Call-Tracking-Tool den Kontakt direkt mit einer Automation-Anfrage anlegt.

Eine einfache Follow-up-Sequenz, die in der Praxis trägt:

  1. Unmittelbar nach dem Anruf: Eine kurze, persönliche E-Mail, die das Gespräch zusammenfasst und den nächsten vereinbarten Schritt wiederholt – ohne Marketing-Sprache, konkret und auf das Gespräch bezogen.
  2. Nach einem Werktag ohne Reaktion: Eine zweite E-Mail mit einer konkreten Handlungsmöglichkeit, zum Beispiel einem Terminbuchungs-Link oder einer Frage, die im Gespräch offen geblieben ist.
  3. Nach einer Woche ohne Deal: Überprüfung durch das Team, ob ein weiterer Rückruf sinnvoll ist – gesteuert durch eine Bedingung in der Automation, die prüft, ob ein Tag wie "Angebot versendet" bereits gesetzt wurde.

Typische Fehler beim Anruf-Lead-Management

Der häufigste Fehler ist nicht der fehlende Click-to-Call-Button, sondern was nach dem Anruf kommt – oder eben nicht kommt. Anruf-Leads werden systematisch schlechter nachverfolgt als Formular-Leads, weil Formulare automatisch im CRM landen, Anrufe aber oft manuell eingetragen werden müssen. Wer das nicht automatisiert, verliert Leads nicht im Kanal, sondern im Prozess danach.

Keine Trennung zwischen Kampagnen-Nummern

Wenn alle Anrufe auf dieselbe Nummer gehen, weißt du nicht, welche Kampagne, welche Seite oder welches Keyword den Anruf ausgelöst hat. Call-Tracking-Tools lösen das mit dynamischen Nummern: Je nach Quelle sieht der Besucher eine andere Rufnummer. Alle gehen auf deine echte Leitung, aber das Tool protokolliert die Quelle. Ohne diese Trennung kannst du Kampagnen nicht nach Anruf-Qualität optimieren – du siehst nur das Volumen, nicht den Ursprung.

Call-Button auf der mobilen Version versteckt

Viele Websites haben eine Desktop-Version mit Telefonnummer im Header und eine mobile Version, auf der die Nummer hinter einem Hamburger-Menü versteckt ist oder auf der Kontakt-Unterseite liegt. Das ist das Gegenteil von dem, was funktioniert. Auf dem mobilen Gerät, das den Anruf ermöglicht, muss die Nummer am auffälligsten platziert sein – nicht tiefer in der Navigationsstruktur als auf dem Desktop.

Follow-up zu spät oder ohne Bezug zum Gespräch

Wer nicht innerhalb weniger Stunden nach dem Gespräch einen nächsten Schritt einleitet, verliert den Impuls. Das gilt besonders, wenn der Anrufer noch keine Kaufentscheidung getroffen hat und das Gespräch ein erstes Kennenlernen war. Eine Follow-up-E-Mail am selben Tag hält das Gespräch präsent. Eine, die drei Tage später als generische Vorlage ohne Bezug auf das tatsächliche Gespräch ankommt, zeigt dem Kontakt, dass der Anruf nicht dokumentiert wurde – das untergräbt Vertrauen.

Button-Text ohne konkrete Erwartungssetzung

Reine Symbole oder das Wort "Anrufen" ohne weiteren Kontext erklären nicht, was den Nutzer erwartet. Wer nicht weiß, ob er in einer Warteschleife landet, mit einem Callcenter spricht oder direkt mit einem Berater verbunden wird, zögert – und das Zögern kostet den Anruf. Ein konkreter Button-Text, der Dauer, Gesprächspartner oder Nutzen benennt, löst dieses Zögern auf.

Wann dieser Ansatz nicht passt

Click-to-Call und Anruf-Lead-Management sind nicht für jedes Geschäftsmodell gleich sinnvoll. Für einige Setups lohnt sich der Aufwand deutlich weniger als für andere – und die falsche Erwartung an den Kanal führt zu enttäuschenden Ergebnissen, die am falschen Ort gesucht werden.

Niedriger Auftragswert, standardisierter Kauf

Wer ein Produkt für zwanzig Euro kaufen will, ruft nicht an. Der Anruf-Kanal trägt dort, wo der durchschnittliche Auftragswert den Aufwand eines Gesprächs für beide Seiten rechtfertigt. Im E-Commerce mit niedrigen Warenkörben und standardisierten Produkten ist das in der Regel nicht gegeben; der Formular- oder Chat-Kanal ist dort schneller, günstiger und einfacher skalierbar.

Hochvolumige Anfragen ohne ausreichendes Team

Wenn eine Kampagne täglich eine große Zahl von Anfragen erzeugt und kein ausreichendes Team vorhanden ist, das jeden Anruf annimmt und qualifiziert, führt der Anruf-Kanal zur Überlastung. Anrufe, die nicht angenommen werden, schaden dem Eindruck stärker als kein Anruf-Button – der Besucher hat ein explizites Angebot erhalten und wurde dann nicht erreicht. In diesem Fall ist ein vorgelagerter Qualifizierungsschritt mit einem kurzen Formular sinnvoller als ein direkter Anruf-Button ohne Filter.

Produkte und Dienste ohne Rückfrage-Potenzial

Wenn ein Produkt oder eine Dienstleistung so klar beschrieben ist, dass kaum Rückfragen entstehen, generiert ein Call-Button wenig Traffic. Dann lohnt sich der Aufwand für Integration und Tracking nicht. Ein einfacher Test: Zähle, wie viele eingehende E-Mails oder Formular-Nachrichten Fragen enthalten, die in einem Gespräch besser beantwortet werden könnten. Ist die Zahl gering, ist der Anruf-Kanal für dieses Angebot nachrangig.

Häufige Fragen

Darf ich Anrufer automatisch in ActiveCampaign erfassen, ohne sie vorher zu informieren?

Die DSGVO verlangt nach Art. 13, dass Betroffene über die Datenverarbeitung informiert werden, sobald du ihre Daten erhebst. In der Praxis geschieht das durch einen Hinweis auf der Seite, von der aus der Anruf ausgelöst wird, kombiniert mit einer Datenschutzerklärung, die die Verarbeitung von Anruf-Daten beschreibt. Ein separates Consent-Formular vor jedem Anruf ist nicht zwingend erforderlich, wenn der Hinweis ausreichend sichtbar ist und die Datenschutzerklärung konkret auf die Anruf-Datenverarbeitung eingeht.

Darf ich Anrufer zurückrufen, wenn sie nicht erreichbar waren?

Im B2C-Bereich gilt nach § 7 UWG: Telefonwerbung gegenüber Verbrauchern setzt eine vorherige ausdrückliche Einwilligung voraus. Wer auf einem Click-to-Call-Link getippt hat, hat damit kein aktives Einverständnis für eigenständige Werbeanrufe gegeben. Ein Rückruf im direkten Zusammenhang mit dem Anrufversuch ist etwas anderes als eine spätere Werbemaßnahme – aber die Grenze ist fließend. Ein Hinweis auf der Seite, dass bei Nichterreichbarkeit ein Rückruf erfolgt, schafft Klarheit. Im B2B-Bereich ist ein sachlich begründeter Rückruf bei mutmaßlichem Interesse zulässig.

Wie erkenne ich in ActiveCampaign, welche Kontakte über Anrufe gewonnen wurden?

Über das Tag-System. Wenn dein Call-Tracking-Tool beim Webhook automatisch ein Tag wie "Anruf-Lead" setzt, kannst du in der Kontaktsuche unter Erweiterte Suche danach filtern und Segmente bilden. Zusätzlich empfiehlt sich ein Custom Field, das die Erst-Kontaktquelle dauerhaft speichert. Mit diesem Feld kannst du langfristig auswerten, welcher Kanal die Kunden bringt, die am längsten bleiben – nicht nur, wer angerufen hat, sondern wer danach auch Kunde geworden ist.

Welches Call-Tracking-Tool eignet sich für die ActiveCampaign-Integration?

Die Wahl hängt von Volumen und Budget ab. Für kleinere Kampagnen und wenige Nummern reicht oft eine Middleware wie Make oder Zapier, die zwischen deinem Telefonie-Anbieter und ActiveCampaign vermittelt. Spezialisierte Call-Tracking-Anbieter bieten für größere Volumina native Integrationen oder dokumentierte Webhooks. Entscheidend ist, dass das Tool die Felder Anrufdauer, Quelle und Anrufzeitpunkt überträgt – damit du in ActiveCampaign nicht nur weißt, dass jemand angerufen hat, sondern auch unter welchen Bedingungen.

Öffne die Seite auf einem echten Smartphone – nicht im Desktop-Browser mit aktiviertem Mobilmodus, der nicht das identische Geräteverhalten zeigt. Tippe auf den Link und prüfe, ob der Wähler automatisch öffnet und die richtige Nummer vorausgefüllt ist. Teste auf einem iOS- und einem Android-Gerät, weil sich das Verhalten in Randfällen unterscheiden kann. Wenn der Link auf einem Gerät nicht reagiert, liegt der Fehler fast immer im href-Format: ein fehlender Ländercode, ein Leerzeichen oder ein unzulässiges Sonderzeichen im Wert. Korrigiere das Format auf tel:+49... und teste erneut.

Die technische Grundlage und das CRM-Setup stehen im Mittelpunkt dieses Artikels, weil Anruf-Leads nur dann einen messbaren Wert haben, wenn sie vollständig erfasst und systematisch weiterbearbeitet werden. Wer ActiveCampaign bereits einsetzt und den Anruf-Kanal strukturiert integrieren möchte, findet bei der ActiveCampaign-Agentur Advertal Unterstützung für das technische Setup und die Automations-Konfiguration.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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