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Message Types: So strukturierst du dein E-Mail-Marketing für maximale Relevanz

Tom
Tom
12. März 2026 · 9 Min. Lesezeit

Message Types unterteilen dein E-Mail-Programm in klar abgegrenzte Kategorien – zum Beispiel News, Angebote, Lehrinhalt und Events. Kontakte, die bestimmte Inhalte nicht wollen, können einzelne Typen abbestellen, ohne sich komplett auszutragen. Das reduziert Abmeldungen, weil der Abmeldegrund meistens nicht das Unternehmen ist, sondern der falsche Inhalt zur falschen Zeit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Message Types trennen verschiedene Kommunikationsziele – ein Kontakt kann einzelne Typen abonnieren oder abbestellen, ohne die gesamte Beziehung zu beenden.
  • In ActiveCampaign setzt du Message Types entweder über separate Listen oder über Tags auf einer Master-Liste um.
  • Drei bis fünf Typen reichen für die meisten Setups; mehr erhöht die Komplexität ohne erkennbaren Mehrwert.
  • Bestehende Kontakte überführst du mit einer Präferenz-E-Mail, in der sie ihre Auswahl aktiv bestätigen.

Was ein Message Type leistet – und woran er scheitert

Ein Message Type ist eine definierte Kategorie deiner ausgehenden E-Mail-Kommunikation. Jede Kategorie steht für ein klares Kommunikationsziel und eine bestimmte Absenderrolle: Wer News abonniert hat, erwartet Unternehmensneuigkeiten, keine Rabattaktionen. Wer sich für Webinare eingetragen hat, will Einladungen und Erinnerungen, keine allgemeinen Newsletter.

Das Prinzip unterscheidet sich von einfacher Segmentierung. Segmente filtern, wer eine Nachricht bekommt. Message Types steuern, welche Art von Nachrichten ein Kontakt grundsätzlich empfangen möchte – und das auf Basis einer aktiven Entscheidung des Kontakts, nicht auf Basis deiner Schätzung. Diese Selbstselektion erzeugt eine hochrelevante Empfängerliste, ohne dass du dafür komplexe Verhaltensdaten auswerten musst.

Scheitern tut das Konzept vor allem an zwei Stellen: wenn die Typen zu ähnlich definiert sind, sodass Kontakte beim Anmelden nicht wissen, was sie wählen, und wenn bestehende Kontakte nie gefragt werden, welche Typen für sie passen. Beides ist lösbar – aber es erfordert eine saubere Vorbereitung.

Welche Message Types sich in der Praxis bewähren

Für die meisten Unternehmen im DACH-Raum reichen vier Grundtypen. Wer mehr benötigt, kann sie erweitern – aber jeder zusätzliche Typ erhöht den Pflegeaufwand und verwirrt Kontakte beim Anmeldeprozess.

News und Unternehmensupdates

Dieser Typ deckt alles ab, was das Unternehmen allgemein betrifft: neue Standorte, Produktlinien, Personalwechsel, Jahresrückblicke. Die Zielgruppe ist breit, das Sendevolumen gering. Einblick in über 200 ActiveCampaign-Projekte zeigt: Unternehmen, die diesen Typ als Standard-Abonnement für alle neuen Kontakte einsetzen, bauen eine verlässliche Basis – vorausgesetzt, sie versenden tatsächlich nicht mehr als zwei bis drei Nachrichten pro Quartal. Wer häufiger sendet, verliert die Kontakte, die eigentlich erreichbar geblieben wären.

Angebote und Aktionen

Alles mit direktem Kaufimpuls gehört hierher: Rabattaktionen, Saisonkampagnen, Produktlaunches, Bestandskunden-Specials. Dieser Typ hat eine höhere Abmelderate unter Kontakten, die ihn nicht aktiv gewählt haben – weshalb er im undifferenzierten Massenversand oft der Hauptauslöser für Gesamtabgänge ist. Als separater Message Type erreichst du damit nur die, die explizit kaufbereit sind oder Angebote erwarten.

Lehr- und Fachinhalte

How-to-Artikel, Guides, Checklisten, vertiefte Produkterklärungen – Inhalte, die dem Empfänger helfen, sein Handwerk besser zu machen. Für B2B-Unternehmen und erklärungsbedürftige Produkte ist das oft der wichtigste Typ, weil er Vertrauen aufbaut, bevor ein Kauf überhaupt diskutiert wird. Wer diesen Typ über ActiveCampaign mit Site Tracking verknüpft, kann Kontakten automatisch Inhalte zuweisen, die ihrem Leseverhalten auf der Website entsprechen.

Events und Webinare

Zeitgebundene Veranstaltungskommunikation braucht einen eigenen Kanal, weil sie mehrere Erinnerungen in kurzer Zeit erfordert und dadurch andere Typen stört. Wer Events nicht abonniert hat, bekommt keine Einladungen und Erinnerungen. Wer sie abonniert hat, erwartet sie. Das ist die direkteste Form von Relevanz, die du im E-Mail-Marketing erreichen kannst.

Listen oder Tags: Welche Umsetzung passt zu welchem Setup

ActiveCampaign bietet drei technische Wege, Message Types umzusetzen: separate Listen je Typ, Tags auf einer Master-Liste oder Segmente als Verfeinerungsschicht. Welcher Weg passt, hängt von der Anzahl deiner Typen und der Tiefe deiner Automationslogik ab.

Separate Listen je Message Type

Ein Kontakt landet beim Anmelden direkt in der für seinen gewählten Typ vorgesehenen Liste. Das ist einfach zu überblicken und einfach für den Abmelde-Link: Klick auf „Abmelden" entfernt ihn aus dieser Liste, nicht aus allen anderen. Geeignet ist dieses Modell für vier oder weniger Typen und Teams ohne komplexe Automationsarchitektur. Wer später skalieren will, kommt schnell an Grenzen, weil listenübergreifende Berichte und Kampagnen aufwendiger sind. Der Beitrag zu Listen in ActiveCampaign erklärt, wie du sie sauber anlegst und verwaltest.

Master-Liste mit Tags je Message Type

Alle Kontakte sind in einer einzigen Liste. Die Auswahl der Message Types wird über Tags gesteuert, zum Beispiel: „MT:News", „MT:Angebote", „MT:Education", „MT:Events". Kampagnen werden an Segmente ausgesendet, die den jeweiligen Tag tragen. Dieser Ansatz skaliert besser, weil Tags fein kombinierbar sind und keine Duplikatprobleme entstehen. Der Nachteil: der Standard-Abmeldelink entfernt den Kontakt aus der gesamten Liste. Das erfordert entweder ein Preference Center in ActiveCampaign, das einzelne Tags entfernen kann, oder eine eigene Automationslogik hinter einem Formular-Link.

Segmente als Verfeinerungsschicht

Segmente können mehrere Bedingungen kombinieren und aktualisieren sich automatisch. Ein Segment „Education: aktive Kunden" wäre: Tag „MT:Education" UND Status „Kunde" UND zuletzt geöffnet vor weniger als 60 Tagen. Das ist sinnvoll als zweite Schicht über den Tags, aber nicht als primäre Umsetzungsebene – Segmente ersetzen keine klar gepflegten Tags.

Vergleich der drei Ansätze

Kriterium

Separate Listen

Tags + Master-Liste

Segmente

Empfehlung für

bis 4 Typen, kleines Team

Standard für die meisten Setups

als Ergänzungsschicht über Tags

Abmelde-Mechanismus

Standard-Link entfernt aus dieser Liste

eigenes Formular oder Preference Center nötig

hängt vom Grundmodell ab

Skalierbarkeit

begrenzt (viele Listen, komplexe Berichte)

gut (Tags kombinierbar, ein Bericht)

sehr flexibel, aber wartungsintensiv

Einstiegshürde

niedrig

mittel

hoch

Typischer Einsatz

Startups, einfache Kommunikation

wachsende B2B- oder B2C-Unternehmen

Unternehmen mit komplexen Lifecycle-Modellen

So richtest du Message Types in ActiveCampaign ein

Das folgende Setup gilt für den Tag-Ansatz auf einer Master-Liste, der für die meisten Setups die bessere Ausgangsbasis ist.

  1. Gehe zu Kontakte → Tags und lege für jeden Message Type einen Tag an, zum Beispiel „MT:News", „MT:Angebote", „MT:Education", „MT:Events". Verwende ein einheitliches Präfix, damit alle Message-Type-Tags in der Tag-Übersicht zusammenstehen.
  2. Gehe zu Formulare → Neues Formular und erstelle ein Präferenz-Formular. Füge für jeden Typ ein Checkbox-Feld ein. Die Bezeichnung der Checkbox soll für den Kontakt verständlich sein, nicht den internen Tag-Namen zeigen.
  3. Verknüpfe jedes Checkbox-Feld mit der passenden Tag-Aktion: Bei Ankreuzen wird der Tag gesetzt, bei Abwählen wird er entfernt. Das stellst du unter Formular-Aktionen → Tag hinzufügen / Tag entfernen ein.
  4. Bette das Formular auf einer dedizierten Präferenzseite ein oder verlinke es aus der E-Mail-Fußzeile. ActiveCampaign füllt die Checkbox-Felder bei bekannten Kontakten automatisch anhand bereits gesetzter Tags vor.
  5. Erstelle für jede Kampagne ein Segment unter Kontakte → Segmente → Neu. Bedingung: „Tag enthält MT:News" (oder den jeweiligen Typ). Dieses Segment wählst du beim Kampagnenversand als Empfänger.
  6. Richte optional für jeden Typ einen Willkommens-Workflow ein: Automationen → Neue Automation → Trigger: Tag wird hinzugefügt. So erhält jeder Kontakt beim ersten Abonnieren einer Kategorie eine thematisch passende Nachricht.

Automatisierung: Message Types mit Verhalten verknüpfen

Message Types entfalten ihre Stärke, wenn sie nicht nur manuell gepflegt werden, sondern mit dem Verhalten der Kontakte zusammenarbeiten. ActiveCampaign bietet drei Automationsmuster, die das in der Praxis umsetzen.

Verhaltensbasierte Tag-Zuweisung

Statt Kontakte beim Anmelden einmalig zuzuordnen, weist du Tags auf Basis von Aktionen zu. Wer einen Guide zu einem bestimmten Thema herunterlädt, bekommt automatisch den entsprechenden MT-Tag – und damit Zugang zu passenden Folge-E-Mails. Das funktioniert über Automationen → Trigger: Formular eingereicht oder Trigger: Link geklickt mit der Aktion „Tag hinzufügen". Der Vorteil: Die Zuweisung spiegelt echte Interessen wider, nicht nur das, was jemand beim ersten Kontakt angeklickt hat.

Schrittweises Profiling

Beim ersten Kontakt fragst du nur die E-Mail-Adresse und lässt den Kontakt den News-Typ wählen. Nach einer Woche, wenn er zwei E-Mails geöffnet hat, schickst du eine kurze Präferenz-Abfrage mit den weiteren Typen. Dieser Ansatz senkt die Einstiegshürde erheblich – kürzere Formulare haben höhere Conversion – und liefert dennoch saubere Daten, weil der Kontakt aktiv bestätigt. Die Automation läuft über einen Wait-Step mit der Bedingung „E-Mail geöffnet: 2 Mal".

Kanalübergreifende Verknüpfung der Typen

Ein Educational-Content-Versand kann am Ende einen CTA für eine Webinar-Anmeldung enthalten. Wer klickt, bekommt automatisch den Events-Tag – ohne dass du eine separate Anmeldekampagne schalten musst. Ebenso: Ein Event-Follow-Up mit einem Ressourcen-Link trägt zur Lehrinhalt-Kategorie bei. Diese Verknüpfungen entstehen durch Klick-Trigger in der Automation, nicht durch manuelle Zuweisung. Der Effekt: Kontakte entwickeln über die Zeit ein vollständigeres Präferenzprofil, ohne dass du sie dafür mit Formularen überhäufst.

Bestehende Kontakte zu Präferenzen überführen

Der häufigste Fehler bei der Einführung von Message Types ist, bestehende Kontakte zu übergehen und das neue System nur für Neuzugänge aufzubauen. Dann läuft ein Teil der Liste mit alter Logik, während Neuzugänge sauber kategorisiert sind – eine Inkonsistenz, die sich in den Kampagnenberichten niederschlägt.

Die sauberere Lösung ist eine einmalige Präferenz-E-Mail an alle bestehenden Kontakte. Diese Mail erklärt kurz, dass du deine Kommunikation strukturierst, und bietet ein Formular zur Auswahl der Typen an. Kontakte, die nicht reagieren, bleiben entweder ohne Tag – dann weißt du, wer sich aktiv geäußert hat – oder du setzt nach 14 Tagen einen Standard-Tag wie „MT:News", um niemanden vollständig aus der regulären Kommunikation zu verlieren.

Wer die Abmelderate während der Migration im Blick behalten will: Der Beitrag zum Senken der Abmelderate erklärt, welche Maßnahmen langfristig tragen.

Häufige Fragen

Wie viele Message Types sollte ein Unternehmen einrichten?

Drei bis fünf sind für die meisten Unternehmen ausreichend. Mehr als fünf macht den Anmeldeprozess für den Kontakt unübersichtlich und erhöht den internen Pflegeaufwand erheblich. Wenn du feststellst, dass zwei Typen ähnliche Inhalte tragen, solltest du sie zusammenlegen, nicht weiter differenzieren. Der sinnvolle Test: Könntest du einem Kontakt in einem Satz erklären, worin sich Typ A von Typ B unterscheidet? Wenn nicht, ist die Trennung zu unscharf.

Was passiert, wenn ein Kontakt alle Message Types abbestellt?

Mit dem Tag-Ansatz bleibt der Kontakt in der Master-Liste, erhält aber keine Kampagnen mehr, weil er keinem Segment mehr angehört. Das ist technisch korrekt, aber kommunikativ ein grauer Bereich. Sinnvoll ist eine Automation, die nach dem Entfernen des letzten MT-Tags eine kurze Nachfrage sendet – zur endgültigen Abmeldung oder zur Reaktivierung. Das verhindert inaktive Karteileichen, die die Listenstatistik verzerren.

Müssen sich Kontakte aktiv für Message Types entscheiden, oder kann ich sie automatisch zuweisen?

Beides ist möglich. Explizites Opt-in – der Kontakt wählt Typen im Formular – erzeugt die saubersten Daten und die geringsten Abmelderaten, weil die Erwartung klar ist. Automatische Zuweisung auf Basis von Verhalten, zum Beispiel Tag „MT:Education" für alle, die einen Guide heruntergeladen haben, ist effizienter, trägt aber das Risiko, Inhalte zu senden, die der Kontakt nicht explizit angefordert hat.

Wie verhält sich das Preference Center in ActiveCampaign zu Message Types?

Das Preference Center ist die technische Oberfläche, über die Kontakte ihre Auswahl selbst verwalten. Message Types sind das konzeptionelle Raster dahinter. Du kannst das Preference Center so konfigurieren, dass es genau deine definierten Typen als wähl- und abwählbare Optionen anzeigt. Ohne Preference Center musst du die Präferenzsteuerung über eigene Formulare und Automationen nachbauen – was funktioniert, aber mehr Pflege erfordert.

Gilt die DSGVO-Anforderung einzeln je Message Type?

Das hängt vom Inhalt ab. Transaktionale Mails – Auftragsbestätigungen, Zugangsdaten, Service-Informationen – benötigen keine separate Einwilligung je Typ. Für werbliche Inhalte gilt: Die Einwilligung muss für den jeweiligen Kommunikationszweck vorliegen. Wenn jemand sich nur für Lehrinhalt angemeldet hat, darf er nicht ohne neue Einwilligung in den Angebots-Typ übergehen. Die aktive Bestätigung je Typ beim Anmeldeformular ist die rechtlich sauberste Lösung.

Wer Message Types einführt, schafft eine Struktur, die mit der Zeit präziser wird: Je mehr Kontakte ihre Präferenzen hinterlegt haben, desto besser trifft jede Kampagne. Das erste sichtbare Ergebnis ist meist, dass die Abmelderate zurückgeht – nicht weil die Inhalte besser wurden, sondern weil die richtigen Inhalte die richtigen Empfänger erreichen.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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