Eine Marketing-Kampagne planst du in sieben Schritten: Ziel festlegen, Zielgruppe beschreiben, Kernbotschaft formulieren, Kanäle wählen, Inhalte planen, Zeit und Budget verteilen, aufsetzen und steuern. Die ersten drei stehen vor dem ersten Content – wer sie überspringt, produziert viel und erreicht wenig. Rechne mit vier bis acht Wochen Laufzeit.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Kampagne braucht ein einziges Hauptziel – wer gleichzeitig Leads generieren und direkt verkaufen will, erreicht beides halbherzig.
- Zielgruppe, Botschaft und Messgrößen müssen schriftlich festgelegt sein, bevor der erste Content entsteht.
- Die 7 Planungsschritte funktionieren unabhängig von Branche und Kanalwahl, von der ersten kleinen Kampagne bis zum größeren Rollout.
- In ActiveCampaign lassen sich alle Kampagnenschritte in einer Automatisierung verbinden und zeitgesteuert ausrollen.
- Was nicht vor dem Start definiert wurde, kann danach nicht sinnvoll ausgewertet werden: Messgrößen vorab festlegen.
Was eine Kampagne von einer einzelnen Maßnahme unterscheidet
Eine E-Mail zu verschicken ist eine Maßnahme. Eine Kampagne ist eine koordinierte Abfolge von Maßnahmen über mehrere Touchpoints, die alle auf dasselbe Ziel einzahlen. Der Unterschied liegt in der Verbindung: Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf und bereitet den nächsten vor.
In der Praxis sieht das so aus: Ein Blog-Artikel zieht Besucher an. Eine Landing Page wandelt sie in Kontakte um. Eine E-Mail-Sequenz qualifiziert sie. Ein persönliches Gespräch oder eine abschließende Mail schließt ab. Wer nur einen dieser Schritte isoliert umsetzt, verliert an jedem Übergang Interessenten, die bei sauberer Verbindung geblieben wären.
Kampagnen haben außerdem ein klar definiertes Ende. Sie laufen über einen begrenzten Zeitraum und werden danach ausgewertet. Dauerhaft laufende Maßnahmen wie Onboarding-Strecken oder Re-Engagement-Automationen sind keine Kampagnen im strengen Sinne, auch wenn sie in der Kampagnenplanung vorbereitet werden. Dieser Unterschied ist wichtig, weil Kampagnen messbar und wiederholbar sein müssen – und dafür brauchen sie einen Anfang, ein Ende und klare Erfolgskriterien.
Was den Planungsaufwand rechtfertigt: Eine sauber aufgebaute Kampagne ist wiederholbar. Wer sie einmal dokumentiert hat, kann sie mit angepassten Inhalten in der nächsten Periode neu starten – ohne von vorne zu beginnen. Das ist der Unterschied zwischen einer Kampagne und einer einmaligen Aktion.
Wann eine Kampagne sinnvoll ist – und wann nicht
Kampagnen lohnen sich für zeitgebundene Anlässe: Produkteinführungen, saisonale Aktionen, Events oder Phasen, in denen du bewusst mehr Aufmerksamkeit erzeugst. Für die kontinuierliche Betreuung bestehender Kontakte sind automatisierte Nurturing-Strecken das bessere Mittel. Beides schließt sich nicht aus – Kampagnen und Automationen ergänzen sich. Eine Kampagne kann der Einstieg in eine dauerhaft laufende Automation sein: Wer sich über die Kampagne einträgt, läuft in eine weiterführende Sequenz, die unabhängig vom Kampagnenende weiterarbeitet.
Vor dem ersten Content: Ziel und Zielgruppe festlegen
Die häufigste Ursache für Kampagnen, die hinter den Erwartungen bleiben: Das Ziel wurde erst nach dem ersten Content-Brief diskutiert. Dann ist die Richtung schon vorgegeben – und zu grob, um präzise zu steuern. Ziel und Zielgruppe sind zwei verschiedene Fragen, die beide schriftlich beantwortet sein müssen, bevor irgendetwas erstellt wird.
Das Kampagnenziel scharf stellen
Ein Kampagnenziel ist dann brauchbar, wenn du im Nachhinein eindeutig sagen kannst, ob es erreicht wurde. Mehr Sichtbarkeit ist kein Ziel. 120 neue E-Mail-Kontakte im Oktober ist eines. Unsere neue Leistung bekannter machen ist kein Ziel. 10 qualifizierte Erstgespräche im Kampagnenzeitraum ist eines.
Die verbreitetsten Kampagnenziele im B2B- und DACH-Kontext sind:
- Neue Kontakte für eine E-Mail-Liste gewinnen, also Lead-Generierung mit definierter Zahl und Zeitraum.
- Bestehende Kontakte zu einer konkreten Handlung bewegen, zum Beispiel Direktumsatz oder Event-Anmeldung.
- Ein neues Produkt oder eine neue Leistung einführen und erste Kunden gewinnen, also eine Launch-Kampagne.
- Inaktive Kontakte reaktivieren und zurück in die aktive Kommunikation holen.
Ein zweites, untergeordnetes Ziel ist erlaubt. Wer drei oder mehr Ziele gleichzeitig verfolgt, kompromittiert alle – weil Botschaft, Kanalwahl und Erfolgsmessung sich widersprechen, sobald mehr als zwei Richtungen gleichzeitig bedient werden sollen.
Die Zielgruppe konkret beschreiben
Unternehmer zwischen 30 und 55 ist eine demografische Angabe, keine Zielgruppe. Eine Zielgruppe ist dann präzise genug, wenn sie dir sagt, welche Botschaft bei dieser Person ankommt. Je schärfer die Beschreibung, desto konkreter wird die Botschaft – und desto weniger streust du Budget und Aufmerksamkeit auf Personen, die ohnehin nicht kaufen werden.
Hilfreiche Dimensionen für eine schärfere Beschreibung:
- Branche und Unternehmensgröße (B2B) oder konkrete Lebenssituation und Kaufphase (B2C).
- Das spezifische Problem, das diese Person gerade lösen will – möglichst in ihrer eigenen Sprache formuliert.
- Der bisherige Lösungsversuch und warum er nicht ausgereicht hat, denn daran setzt die Botschaft an.
- Der Einwand, den sie gegenüber deinem Angebot haben könnte, bevor sie sich entscheidet.
In ActiveCampaign lässt sich die Zielgruppe über benutzerdefinierte Felder, Tags und Segmentierungsregeln abbilden. So erhält jedes Segment nur die Inhalte, die für seine Situation passen – auch wenn mehrere Segmente Teil derselben Kampagne sind. Wer die Kampagnentypen in ActiveCampaign kennt, kann von Anfang an den passenden Rahmen wählen statt ihn nachträglich anzupassen.
Die 7 Schritte im Detail – von der Idee zur laufenden Kampagne
Dieser Block folgt der Reihenfolge, in der Entscheidungen getroffen werden müssen. Wer Schritt 4 vor Schritt 2 macht, arbeitet doppelt – weil zu früh erstellter Content nachträglich angepasst werden muss, sobald Ziel und Zielgruppe klarer formuliert sind.
- Kampagnenziel definieren. Formuliere ein messbares Ziel: Was soll am Ende der Kampagne vorliegen, das vorher nicht da war? Schreibe es als Zahl oder als konkrete Handlung, nicht als Absicht. Das Ziel braucht eine Genehmigung durch alle Beteiligten, bevor der nächste Schritt beginnt.
- Zielgruppe beschreiben. Wer soll diese Kampagne sehen? Nutze für bestehende Kontakte die Segmentierungsdaten aus ActiveCampaign – Tags, benutzerdefinierte Felder, vergangenes Verhalten. Für neue Kontakte: Beschreibe das konkrete Problem, das du löst, und für wen es am dringlichsten ist.
- Kernbotschaft entwickeln. Was ist das eine Versprechen der Kampagne? Die Botschaft muss in einem Satz vollständig sein und in fünf Sekunden verstanden werden. Teste sie mit Personen aus der Zielgruppe, nicht mit Kollegen – Kollegen kennen das Angebot bereits zu gut, um zu merken, wenn etwas unklar ist.
- Kanäle wählen. Welche Kanäle erreichst du deine Zielgruppe dort, wo sie aufnahmebereit ist? E-Mail funktioniert für bestehende Kontakte zuverlässig; bezahlte Anzeigen erweitern die Reichweite auf neue Personen; Content baut organisch auf. Wähle nach Passung zur Zielgruppe, nicht nach verfügbarem Budget.
- Content-Assets planen. Liste alle benötigten Inhalte mit Typ, Verantwortlichkeit und Fertigstellungsdatum. Berechne den tatsächlichen Aufwand, bevor du das Volumen festlegst. Weniger Content, dafür konsistent, ist besser als viel und halbfertig – gerade bei kleinen Teams.
- Zeitplan und Budget festlegen. Verteile das Budget nach Kanal und Phase. Plane einen Anteil für Testing ein – wer keine Varianten testet, kann nicht verbessern. Setze Wochen-Milestones fest, damit du früh siehst, wenn etwas vom Kurs abweicht, und nicht erst am Ende der Kampagne.
- Kampagne aufsetzen und steuern. Baue alle technischen Elemente auf, bevor die Kampagne startet: Automationen, Tracking-Links, Zielseiten, Formulare. Lege vorher fest, was du wöchentlich prüfst und bei welchem Messwert du korrigierst. Eine Kampagne, die einmal läuft und danach nicht mehr beobachtet wird, verschenkt das Potenzial der ersten Wochen.
In ActiveCampaign bildet der Automation Builder die technische Grundlage für Schritte 4 bis 7. Du definierst den Eintrittspunkt – zum Beispiel eine Formularanmeldung oder eine Tag-Vergabe – die Sequenz der E-Mails und die Bedingungen, unter denen Kontakte in einen anderen Pfad wechseln. Das erlaubt es, eine Kampagne vollständig aufzusetzen, bevor sie live geht, und nach dem Start nur noch zu beobachten statt laufend zu verwalten. Einen detaillierten Blick auf den Aufbau solcher Flows bietet der Leitfaden zu ActiveCampaign-Automationen für den DACH-Raum.
Kampagnenkanäle sinnvoll kombinieren
Kein Kanal funktioniert isoliert am besten. Die Frage ist nicht E-Mail oder Social Media, sondern wie die Kanäle zusammenspielen, sodass jeder Touchpoint die Arbeit des vorherigen verlängert. Kanalentscheidungen sind keine Frage des Budgets allein – sie sind eine Frage der Passung zur Zielgruppe und zum Kampagnenziel.
E-Mail als Rückgrat der Kampagne
Für den Kampagnenbetrieb zählt weniger, welches Werkzeug im Vergleich vorne liegt, als ob Segmentierung und Automatisierung ohne Umwege funktionieren. ActiveCampaign deckt beides ab, ist aber ein amerikanisches Angebot mit englischsprachigem Support. Über das Advertal Partner-Netzwerk kostet die Lizenz exakt so viel wie im Direktbezug – dazu kommt ohne Aufschlag ein deutschsprachiger Ansprechpartner, der die Kampagnenstruktur mit aufbaut.
E-Mail ist der zuverlässigste Kanal für den direkten Kontakt zu bestehenden Interessenten und Kunden, weil du die Erreichbarkeit kontrollierst – anders als bei sozialen Netzwerken, wo Algorithmen die Sichtbarkeit bestimmen. Eine kampagnenbegleitende E-Mail-Sequenz qualifiziert Kontakte, filtert Interesse und bereitet den Abschluss vor.
Eine typische Sequenz für eine vierwöchige Kampagne sieht so aus:
- Erste E-Mail stellt Kontext und Relevanz der Kampagne her – warum jetzt, warum für diese Person.
- Zweite E-Mail vertieft das Problem, das die Kampagne löst, und beschreibt es konkret aus Sicht der Zielgruppe.
- Dritte E-Mail führt die Lösung oder das Angebot ein, mit konkretem Nutzen statt allgemeinen Vorteilen.
- Vierte E-Mail adressiert den Einwand, der den Abschluss bremst – und der in der Zielgruppenbeschreibung aus Schritt 2 bereits festgehalten sein sollte.
- Fünfte E-Mail erinnert mit klarer Handlungsaufforderung und einer Deadline, falls vorhanden.
Die Sequenz weicht je nach Ziel ab: Bei einer Launch-Kampagne kommt das Angebot früher; bei reiner Lead-Generierung steht die Qualifizierung im Vordergrund, und der Abschluss erfolgt später in einer Folgekampagne.
Bezahlte Kanäle gezielt einsetzen
Bezahlte Anzeigen erweitern die Reichweite auf Personen, die noch kein Kontakt sind. Sie sind sinnvoll, wenn die organische Reichweite nicht ausreicht oder wenn du eine Zielgruppe erreichst, die du per E-Mail nicht hast. Die Schwäche: Ohne Landing Page mit klarem Conversion-Ziel verpuffen die Klicks, weil kein strukturierter nächster Schritt folgt.
Bezahlte Kanäle und E-Mail funktionieren zusammen, wenn sie als System geplant werden: Wer auf eine Anzeige geklickt, aber nicht konvertiert hat, kann über Retargeting erneut angesprochen werden. Wer sich auf der Landing Page eingetragen hat, läuft in die E-Mail-Sequenz. Die Kombination schließt die Lücken beider Kanäle gegenseitig.
Content als Kampagnenvorbereiter
Blogbeiträge, Guides und Videos funktionieren nicht als kurzfristiger Kampagnenhebel, sondern als Aufbauarbeit davor. Ein Beitrag, der Wochen vor dem Launch das Problem beschreibt, das dein Angebot löst, liefert qualifizierten Traffic genau dann, wenn die Kampagne startet. Wer auf diesen Vorlauf verzichtet, zahlt für Reichweite, die organisch bereits da sein könnte. Inhaltliche Langfriststrategie und zeitgebundene Kampagnen ergänzen sich, wenn beide aufeinander abgestimmt sind.
Kampagnenarten und ihre Leitkennzahl
Welche Kennzahl zählt, entscheidet sich mit der Kampagnenart – nicht umgekehrt. Wer eine Markenkampagne an Verkäufen misst, kommt zwangsläufig zu dem Schluss, sie habe nicht funktioniert.
Kampagnenart | Wofür sie taugt | Leitkennzahl | Typische Dauer |
Produkteinführung | Aufmerksamkeit für etwas Neues | Anmeldungen, Erstkäufe | 4 bis 8 Wochen |
Lead-Generierung | Qualifizierte Adressen für den Vertrieb | Kosten je qualifiziertem Kontakt | 6 bis 12 Wochen |
Reaktivierung | Inaktive Kontakte zurückholen | Anteil wieder aktiver Empfänger | 2 bis 4 Wochen |
Saisonale Aktion | Umsatz in einem festen Zeitfenster | Umsatz je versendeter E-Mail | 1 bis 3 Wochen |
Markenkampagne | Bekanntheit in einer neuen Zielgruppe | Direktzugriffe, Suchanfragen zur Marke | 3 bis 6 Monate |
Die Dauern sind Erfahrungswerte aus betreuten Kampagnen, keine Vorgabe. Entscheidend ist, dass die Laufzeit vor dem Start feststeht: Eine Kampagne ohne Enddatum wird zur Dauermaßnahme und lässt sich nicht mehr auswerten.
Ergebnisse messen, die wirklich etwas aussagen
Viele Kampagnen werden nach Metriken bewertet, die leicht sichtbar, aber wenig aussagekräftig sind. Öffnungsrate und Follower-Anzahl zeigen Aktivität – nicht, ob die Kampagne ihr Ziel erreicht hat. Der Messrahmen folgt dem Kampagnenziel, das in Schritt 1 definiert wurde.
Drei Kampagnenziele, drei Messfokusse
Bei Lead-Generierung ist die entscheidende Kennzahl der Cost per Lead – was ein neu gewonnener Kontakt die Kampagne gekostet hat. Daneben zählt die Lead-Qualität: Wie viele der gewonnenen Kontakte hatten das Profil, das du angesteuert hast? Eine Kampagne, die viele Kontakte zu hohem Preis bringt, ist schlechter als eine mit weniger, dafür qualifizierteren Kontakten.
Bei Direktumsatz liegt der Fokus auf dem Verhältnis von Kampagnenkosten zu Umsatz, der direkt auf die Kampagne zurückgeführt werden kann. Hier ist Attributionsklarheit entscheidend: Welcher Touchpoint hat die Kaufentscheidung ausgelöst? ActiveCampaign's Deal-Tracking hilft, Kontakte durch den Sales-Prozess zu verfolgen und die auslösende Automation zu identifizieren.
Bei Launch-Kampagnen ist die Erstakzeptanz der Indikator: Wie viele Personen aus der Zielgruppe haben das neue Angebot aktiv geprüft – durch Klick, Anmeldung oder Gespräch? Die Konversionsrate aus dieser Gruppe gibt Auskunft darüber, ob Botschaft und Angebot übereinstimmen oder ob eines von beiden nachjustiert werden muss.
Was du in der laufenden Kampagne wöchentlich prüfst
Lege vor dem Start fest, was du wöchentlich anschaust und bei welchem Messwert du eingreifst. Typische Prüfpunkte:
- Öffnungsrate der E-Mails deutlich unter dem Kampagnendurchschnitt: Betreff testen oder Versandzeitpunkt verschieben.
- Klickrate niedrig bei hoher Öffnungsrate: Botschaft und Call-to-Action im E-Mail-Body überarbeiten, nicht den Betreff.
- Anmelderate auf der Landing Page unter der geplanten Größe: Überschrift und Angebotsformulierung überprüfen und testen.
- Cost per Lead steigt im Wochenverlauf: Budget von schwachen auf leistungsstärkere Anzeigengruppen verschieben.
Eingreifen ist gut; ständiges Eingreifen ist schlecht. Wer täglich ändert, kann nicht unterscheiden, was geholfen hat. Ein klarer Rhythmus – prüfen, entscheiden, warten – ist besser als reaktives Optimieren, das am Ende keine auswertbaren Daten hinterlässt.
Typische Fehler und was dahintersteckt
Einige Planungsfehler tauchen in ähnlicher Form immer wieder auf – nicht, weil die Verantwortlichen zu wenig wissen, sondern weil Planungsdruck und Gewohnheiten in eine bestimmte Richtung schieben. Die folgenden Punkte benennen Ursache und Gegenmittel.
Ziel erst nach dem ersten Content-Brief definiert
Wenn das Content-Briefing bereits geschrieben ist, bevor das Ziel schriftlich feststeht, richtet sich der Content nach dem aus, was sich schreiben lässt – nicht nach dem, was die Kampagne braucht. Das führt zu Botschaften, die allgemein genug sind, um keine Diskussion auszulösen, aber zu unspezifisch, um eine Entscheidung zu bewegen. Gegenmittel: Das Kampagnenziel schriftlich genehmigen lassen, bevor jemand anfängt, irgendetwas zu erstellen.
Zu viele Kanäle bei zu wenig Kapazität
Eine Kampagne über fünf Kanäle mit einem kleinen Team zu fahren, führt dazu, dass kein Kanal wirklich bespielt wird. Auf jedem Kanal entsteht Minimal-Content, der weder die Zielgruppe erreicht noch die Botschaft transportiert. Besser: Zwei Kanäle konsequent führen, als fünf halbherzig. Reichweite und Konsistenz auf einem Kanal schlagen verteilte Halbpräsenz auf allen.
Kein strukturiertes Follow-up nach dem ersten Touchpoint
Der erste Kontakt – ob Anzeigenklick, Event-Teilnahme oder E-Mail-Anmeldung – ist selten der letzte Schritt vor dem Abschluss. Wer kein automatisiertes Follow-up vorbereitet, verlässt sich darauf, dass Interessenten von selbst zurückkommen. Das passiert selten, weil zwischen erstem Kontakt und Entscheidung meistens Zeit vergeht und Aufmerksamkeit wandert. Einblick in viele Projekte zeigt: Der Aufbau der Follow-up-Sequenz vor dem Kampagnenstart ist mindestens so wichtig wie die Kampagnenlandingpage selbst.
Budget komplett für Reichweite, nichts für Testing
Wer das gesamte Kampagnenbudget ohne Varianten ausrollt, erfährt nicht, ob eine andere Botschaft oder ein anderes Bild mehr gebracht hätte. Selbst ein kleiner Testing-Anteil – zwei Betreffzeilen, zwei Landing-Page-Varianten, zwei Anzeigenbilder – liefert Daten, die die nächste Kampagne verbessern. Eine Kampagne ohne Testing ist eine Ausgabe. Eine Kampagne mit Testing ist eine Ausgabe und ein Lernprozess.
Content, der die eigene Perspektive in den Vordergrund stellt
Warum wir die beste Wahl sind interessiert kaum jemanden, der noch nicht überzeugt ist. Was interessiert: eine genaue Beschreibung des Problems, das die Zielgruppe hat, und ein nachvollziehbarer Weg zur Lösung. Diese Reihenfolge – Problem, Weg, Angebot – ist kein rhetorischer Trick, sondern die Grundstruktur überzeugender Kommunikation. Kampagnen, die damit beginnen, warum das eigene Angebot gut ist, überspringen den einzigen Teil, der die Zielgruppe wirklich abholt.
Häufige Fragen
Wie lang sollte eine Marketing-Kampagne laufen?
Die meisten Kampagnen mit klar abgegrenzten Zielen laufen vier bis acht Wochen. Kürzer funktioniert bei saisonalen Aktionen, wo die Deadline extern gesetzt ist, etwa bei einem Jahresend-Angebot oder einem Event. Länger ist sinnvoll bei komplexen B2B-Entscheidungen mit langem Sales-Cycle, wo Vertrauen aufgebaut werden muss, bevor eine Entscheidung fällt. Die Laufzeit richtet sich nach der typischen Entscheidungszeit deiner Zielgruppe, nicht nach dem Kalender.
Was ist der Unterschied zwischen einer Kampagne und einer Automation?
Eine Kampagne ist zeitlich begrenzt, startet zu einem definierten Zeitpunkt und wird nach Ende ausgewertet. Eine Automation läuft dauerhaft und wird durch das Verhalten einzelner Kontakte ausgelöst – unabhängig von einer übergeordneten Kampagne. In der Praxis bereitet eine Kampagne oft den Eintritt in eine Automation vor: Wer sich über die Kampagne einträgt, läuft in eine dauerhafte Nurturing-Strecke, die unabhängig vom Kampagnenende weiterarbeitet.
Wann ist eine Kampagne ohne bezahlte Anzeigen sinnvoll?
Wenn du einen bestehenden Kontaktbestand hast, der noch nicht ausgeschöpft ist, braucht eine Kampagne keine Paid Ads. E-Mail-Kampagnen, die auf vorhandene Segmente zugeschnitten sind, können ohne Anzeigenbudget nennenswerte Ergebnisse erzielen – weil Aufwärmung und Vertrauen bereits vorhanden sind. Bezahlte Anzeigen lohnen sich vor allem dann, wenn du neue Zielgruppen erreichst oder die organische Reichweite nicht ausreicht, um das Kampagnenziel zu erreichen.
Wie viele E-Mails sind in einer Kampagnen-Sequenz sinnvoll?
Das hängt vom Ziel und der Zielgruppe ab. Für eine Lead-Nurturing-Sequenz mit Informationstiefe sind vier bis sieben E-Mails über zwei bis vier Wochen praxistauglich. Für eine kurzfristige Verkaufskampagne mit klarer Deadline können drei E-Mails in fünf Tagen ausreichen. Entscheidend ist die Qualität der Inhalte, nicht die Anzahl: Jede E-Mail muss einen eigenen Mehrwert liefern, sonst sinkt die Aufmerksamkeit bereits ab der zweiten.
Wie erkenne ich, ob eine Kampagne funktioniert hat?
Nur wenn du vor dem Start definiert hast, was Erfolg bedeutet. Eine Kampagne gilt als erfolgreich, wenn sie das vorab festgelegte Ziel erreicht oder übertrifft – nicht, weil einzelne Metriken gut aussehen. Öffnungsraten und Follower-Wachstum sind Hilfskennzahlen. Was zählt: Leads zur geplanten Stückzahl, Umsatz im Kampagnenzeitraum oder Erstgespräche in der Zielzahl. Wer das vorab nicht schriftlich festgelegt hat, kann im Nachhinein beliebig definieren, was erfolgreich war.
Marketing-Kampagnen werden nicht besser durch mehr Kanäle oder mehr Content, sondern durch schärfere Vorbereitung. Wer Ziel, Zielgruppe und Botschaft vor dem ersten Brief klar hat, produziert weniger und erreicht mehr. Die 7 Schritte in diesem Beitrag bilden einen Rahmen, der mit einer kleinen, fokussierten Kampagne beginnt und bei größerem Umfang genauso funktioniert. Wer ActiveCampaign dabei gezielt einsetzen und mehr aus dem Tool herausholen will, findet in unserem ActiveCampaign-Kurs die nächsten konkreten Schritte.


