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Marketing Automation für Gastronomie und Food-Unternehmen

Tom
Tom
13. März 2026 · 14 Min. Lesezeit

Marketing Automation hilft Gastronomie und Food-Unternehmen, Erstkunden in Stammgäste zu verwandeln und inaktive Gäste zurückzuholen – ohne manuellen Aufwand bei jeder Kampagne. Der entscheidende Unterschied zur Standard-Automation liegt darin, dass Kaufrhythmen, Saisonalität und Standortbezug automatisch in Austeuerung und Timing eingebunden werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gastronomie-Automation funktioniert nur dann zuverlässig, wenn Kassensystem oder Online-Shop die Triggerdaten liefern – ohne diese Verbindung bleibt die Segmentierung flach.
  • Die wirksamsten Automationen für Food-Unternehmen sind Welcome-Sequenz, Reaktivierungsflow und Geburtstagskampagne – in dieser Reihenfolge aufbauen.
  • Saisonalität und Tageszeit sind branchenspezifische Hebel, die viele andere Branchen kaum nutzen – hier liegt der größte Vorsprung gegenüber generischen Automationen.
  • ActiveCampaign bildet über Site Tracking und POS-Integrationen die komplette Customer Journey ab – vom ersten Website-Besuch bis zur Wiederkehr nach 60 Tagen.
  • Typische Fehler entstehen nicht beim Texten, sondern beim Aufbau der Trigger – saubere Daten im CRM sind Voraussetzung, keine Selbstverständlichkeit.

Was Food-Unternehmen von anderen Branchen unterscheidet

Wer Marketing-Automation aus dem SaaS- oder B2B-Bereich kennt, erlebt in der Gastronomie eine andere Dynamik. Kaufentscheidungen fallen täglich, der Abstand zwischen zwei Bestellungen ist kurz, und der emotionale Anker ist das Produkt selbst – nicht eine Software-Demo oder ein Preisvergleich. Diese Eigenheiten prägen, wie Automationen aufgebaut und getaktet werden müssen.

Hohe Kauffrequenz bei schnell lesbaren Signalen

Ein Stammgast, der dreimal pro Woche in der Mittagspause bestellt, hinterlässt ein ganz anderes Datenmuster als ein E-Commerce-Kunde, der viermal pro Jahr kauft. Das ist ein Vorteil: Du bekommst schnell statistisch belastbare Signale darüber, wann jemand abwandert. Ein Gast, der sonst zweimal wöchentlich bestellt und plötzlich zwei Wochen schweigt, sendet ein klares Reaktivierungssignal – und das lässt sich in ActiveCampaign exakt als Trigger abbilden.

Gleichzeitig ist die Bindung fragiler als in anderen Bereichen. Ein schlechter Liefertag, ein gestiegener Preis oder ein neues Angebot in der Nähe reichen, um einen Gast dauerhaft zu verlieren. Automation kann diesen Effekt nicht vollständig ausgleichen, aber sie stellt sicher, dass du nicht schweigst, wenn genau das passiert.

Standort und Lieferzone als Segmentierungsdimension

Für Restaurants und Lieferdienste ist der Umkreis einer der wichtigsten Segmentierungsparameter. Ein Aktionsangebot für einen neuen Standort in München hat für einen Kontakt in Hamburg keinen Wert – im Gegenteil, es signalisiert Irrelevanz. ActiveCampaign erlaubt die Segmentierung nach benutzerdefinierten Feldern, in die du Postleitzahl, Region oder Standort-Affinität einträgst. So landet standortspezifische Kommunikation nur bei den Kontakten, für die sie tatsächlich relevant ist.

Saisonalität als strukturelle Planungsgrundlage

Food-Unternehmen kennen Saisonalität aus dem Tagesgeschäft – Spargel im Frühjahr, Grillsaison im Sommer, Weihnachtsmenüs im Dezember. Automation macht dieses Wissen skalierbar: Statt jede saisonale Kampagne manuell zu terminieren, hinterlegst du die Trigger einmal, und das System schaltet zur richtigen Zeit in das richtige Segment. Wichtig ist, dass du dabei nicht auf externe Datenpunkte angewiesen bist – Datum und Postleitzahl genügen für die meisten saisonalen Segmentierungen.

So funktioniert die Welcome-Sequenz für Erstkunden

Die Welcome-Sequenz ist die renditestärkste Automation für neue Kontakte, weil die Aufmerksamkeit unmittelbar nach der ersten Bestellung oder Anmeldung am höchsten ist. Wer in diesem Zeitfenster kommuniziert, legt die Grundlage dafür, ob ein Einmalgast wiederkommt oder nicht. Entscheidend ist die Taktung – zu viele E-Mails in den ersten Tagen wirken aufdringlich, zu wenige lassen die emotionale Bindung abkühlen.

Aufbau einer Welcome-Sequenz für Food-Unternehmen

Eine funktionierende Sequenz besteht aus vier bis fünf Kontaktpunkten über zwei bis drei Wochen. Die erste Nachricht sollte innerhalb von Minuten nach der Bestellung oder Anmeldung ausgelöst werden – nicht als generische Begrüßungsmail, sondern mit einem direkten Bezug zur Bestellung oder zum Anmeldekontext. Danach folgt ein Zwischenschritt, der Vertrauen aufbaut, bevor ein konkretes Angebot kommt.

  1. Sofort nach Bestellung: Bestellbestätigung mit kurzem Willkommenstext und einem Hinweis, was den Gast als nächstes erwartet – kein Gutschein an dieser Stelle, nur Orientierung und Bestätigung.
  2. Nach 48 Stunden: Feedback-Anfrage mit einer einfachen Frage zur Erfahrung; kein langer Fragebogen, sondern eine Bewertung in ein bis zwei Klicks, die sich auf das konkrete Erlebnis bezieht.
  3. Nach 5 Tagen: Inhaltliche E-Mail ohne Verkaufsabsicht – Hintergrund zur Küche, zur Herkunft der Zutaten oder zum Team; dieser Schritt baut die emotionale Verbindung auf, bevor der nächste Schritt ein Angebot macht.
  4. Nach 10 Tagen: Erstkunden-Angebot für die zweite Bestellung – Rabatt oder kostenloses Addon; zu früh ausgelöst wirkt dieser Schritt aufgesetzt, nach 10 Tagen wirkt er als natürliche Einladung zur Wiederkehr.
  5. Nach 21 Tagen: Einladung zum Folgen auf den Kanälen, auf denen du aktiv bist, kombiniert mit dem Hinweis auf ein wiederkehrendes Format – Wochenmenü, Saison-Newsletter oder ähnliches.

Dieser Aufbau funktioniert sowohl für Restaurants mit Online-Reservierung als auch für Lieferdienste und Food-Hersteller mit Direktvertrieb. Die einzelnen Schritte und Zeitabstände definierst du in ActiveCampaign unter Automationen > Erstellen > Eintrittspunkt und taktest sie mit Wait-Schritten zwischen den E-Mail-Aktionen.

Was eine gute Welcome-E-Mail inhaltlich ausmacht

Die erste E-Mail nach einer Bestellung sollte keine versteckten Cross-Sell-Angebote enthalten. Gäste, die gerade zum ersten Mal bestellt haben, wollen bestätigt werden, nicht sofort weiterverkauft. Schreib so, als würdest du einem Gast, der gerade das Restaurant verlassen hat, kurz hinterherschreiben – dankbar, direkt, ohne Agenda. Alles andere folgt in den nächsten Schritten, wenn die Basis gelegt ist.

Stammkunden reaktivieren – Wann und wie du inaktive Gäste zurückholst

Reaktivierung ist einer der kosteneffizientesten Hebel in der Gastronomie, weil du bestehende Kontakte ansprichst, die deine Marke bereits kennen. Das Hauptproblem: Viele Betriebe warten zu lange oder sprechen inaktive Gäste mit denselben Inhalten an wie aktive – und wundern sich, wenn die Rückkehrrate niedrig bleibt. Eine Reaktivierung wirkt nur, wenn sie den Abstand als Tatsache adressiert und ein konkretes Angebot macht, das Hemmungen senkt.

Wann ein Kontakt als inaktiv gilt

Den Inaktivitätszeitraum legst du abhängig von deiner durchschnittlichen Bestellfrequenz fest. Für einen Mittagstisch-Betrieb, bei dem Stammgäste mehrfach wöchentlich bestellen, ist ein Schweigen von 14 Tagen bereits ein Warnsignal. Für einen Caterer, der Abonnements auf Wochenbasis verkauft, liegt der Schwellenwert eher bei 30 bis 45 Tagen. In ActiveCampaign definierst du diesen Trigger unter Automationen > Eintrittspunkt > Segment-Beitritt, mit einem gespeicherten Segment "Letzter Kauf älter als X Tage".

Aufbau des Reaktivierungsflows

Ein dreistufiger Flow ist bei den meisten Food-Konzepten ausreichend. Mehr Stufen erhöhen den Aufwand und führen bei ohnehin desinteressierten Kontakten eher zu Abmeldungen als zu Rückkehr.

  • E-Mail 1: Direkte Ansprache mit dem Hinweis, dass du den Kontakt vermisst, kombiniert mit einem Menühinweis zu einem Gericht, das der Gast früher bestellt hat – personalisierbar, wenn POS-Daten vorhanden sind.
  • E-Mail 2 (nach 5 Tagen): Comeback-Angebot mit einem zeitlich begrenzten Rabatt oder einem Bonus für die nächste Bestellung; die Befristung motiviert zur Handlung, ohne dauerhaft den Preis zu entwerten.
  • E-Mail 3 (nach weiteren 7 Tagen): Abschlussnachricht mit dem Hinweis, dass der Kontakt seltener von dir hören wird, wenn er sich nicht zurückmeldet – das gibt dem Kontakt die Kontrolle und senkt die Abmelderate.

Kontakte, die nach diesem Flow nicht reagieren, legst du in ein niedrigfrequentes Segment – du schreibst sie weiterhin an, aber nur bei wirklich relevanten Anlässen wie Geburtstag oder einem großen Saisonangebot. Wie du diesen Lebenszyklus langfristig in ActiveCampaign strukturierst, erklärt der Beitrag zur Automatisierung von Kundenbindung und Stammkundenmanagement.

Segmentierung nach Bestellmuster, Tageszeit und Saison

Der Unterschied zwischen guter und schlechter Automation in der Gastronomie liegt nicht in der Technologie, sondern in der Qualität der Segmentierung. Wer alle Gäste mit denselben Inhalten bespielt, erzielt durchschnittliche Ergebnisse. Wer nach Bestellmuster, Tageszeit, Produktpräferenz und Saison segmentiert, spricht jeden Kontakt so an, wie er tatsächlich kauft.

Bestellmuster als Segmentierungsgrundlage

Mit POS-Integration oder über den Online-Shop-Datenstrom erkennst du, welche Gäste primär zum Mittag bestellen, welche abends und welche sporadisch wochenends. Diese drei Gruppen haben unterschiedliche Ansprachezeitpunkte: Ein Frühstücks-Newsletter um 22 Uhr abends ist für einen Abendkunden Rauschen. Derselbe Newsletter um 7 Uhr morgens trifft zum richtigen Moment. ActiveCampaign erlaubt es, E-Mail-Versandzeiten pro Kontakt auf Basis eines benutzerdefinierten Feldes zu variieren – das Feld setzt du über einen Webhook, der mit dem Kassenstand verknüpft ist und beim Kauf automatisch aktualisiert wird.

Produktpräferenz für Cross-Selling nutzen

Wenn du weißt, dass ein Gast ausschließlich vegetarische Gerichte bestellt, ist ein Steak-Angebot nicht nur wirkungslos – es irritiert. Umgekehrt ist ein Tipp auf ein neues vegetarisches Saison-Gericht genau das, was Relevanz schafft. Hinterlege Produktpräferenzen als Custom Fields in ActiveCampaign und lass die Automation diese Felder beim Kauf automatisch aktualisieren. Segmente wie "überwiegend vegetarisch", "Mittagsregular" oder "Wochenendgast" entstehen so automatisch und brauchen keine manuelle Pflege.

Saisonale Automationen mit date-based Triggers aufbauen

Ostern, Muttertag, Sommergrillsaison, Oktoberfest, Adventszeit – diese Daten stehen ein Jahr im Voraus fest. Was sich von Jahr zu Jahr ändert, sind die konkreten Angebote und Texte, nicht der Zeitplan. Nutze dafür date-based Triggers in ActiveCampaign: Unter Automationen > Erstellen > Eintrittspunkt wählst du "Datum" und legst fest, wie viele Tage vor dem Ereignis die Sequenz starten soll. Für ein Weihnachtsmenü beginnt die Kampagne oft schon Mitte November – der Trigger feuert automatisch für alle Kontakte in der Zielregion.

Kombiniere Datumstrigger mit Standort-Segmentierung: Oktoberfest-Kampagnen laufen für Postleitzahl-Bereiche in und um München; Frühjahrsgrillsaison-Angebote nur für deine tatsächliche Lieferzone. So bleibt jede Kommunikation lokal relevant, auch wenn das System zentral gesteuert ist. Das Muster lässt sich für Events, Pop-ups und Restaurantabende analog einsetzen – eine Automation einmalig anlegen, kopieren und für das nächste Ereignis anpassen.

Wann Segmentierung zu granular wird

Es gibt einen Punkt, ab dem Segmentierung mehr Aufwand erzeugt als Nutzen bringt. Zehn unterschiedliche Segments für einen Betrieb mit 600 Kontakten sind zu viel: Die einzelnen Gruppen sind zu klein für belastbare Beobachtungen, und jede Kampagne erfordert zehn Varianten statt drei. Als Orientierung gilt: Ein Segment braucht mindestens 150 Kontakte, damit Öffnungsraten und Klickverhalten sinnvoll interpretierbar sind. Darunter arbeitest du mit Einzeldaten, nicht mit Mustern.

So richtest du deine ersten drei Automationen ein

Wer Marketing-Automation für ein Food-Unternehmen zum ersten Mal aufsetzt, sollte mit drei Automationen beginnen, die den größten Effekt mit dem geringsten Aufwand verbinden. Diese drei decken den kompletten Lifecycle ab: Neukunde, Stammkunde, Reaktivierung.

Automation 1: Welcome-Flow nach Erstbestellung

  1. Gehe in ActiveCampaign zu Automationen > Neue Automation erstellen > Leere Automation starten.
  2. Wähle als Eintrittspunkt "Kontakt abonniert eine Liste" oder – bei vorhandener POS-Integration – "Webhook empfangen mit Kaufdaten aus dem Kassensystem".
  3. Füge direkt am Eintrittspunkt einen ersten E-Mail-Schritt ein: Willkommenstext mit Bestellbestätigung und einem Satz, was den Gast als nächstes erwartet.
  4. Setze einen Wait-Schritt auf 2 Tage, gefolgt von einer Feedback-E-Mail mit einem einfach klickbaren Bewertungs-Element.
  5. Füge nach weiteren 3 Tagen eine inhaltliche E-Mail ein – Hintergrundgeschichte zu Gericht oder Küche, ohne Verkaufsabsicht.
  6. Abschluss nach 10 Tagen: Angebot für die zweite Bestellung mit klar befristetem Incentive; danach endet die Automation und der Kontakt landet in der Hauptliste.

Automation 2: Reaktivierungsflow bei Inaktivität

  1. Erstelle unter Kontakte > Segmente eine gespeicherte Suche mit dem Kriterium "Letzter Kauf älter als 30 Tage" – passe den Zeitraum an deine typische Kauffrequenz an.
  2. Lege eine neue Automation mit dem Eintrittspunkt "Kontakt wird Mitglied eines Segments" an und wähle das soeben erstellte Segment.
  3. Erste E-Mail: direkte Ansprache mit Bezug auf frühere Bestellungen; bei verfügbaren POS-Daten kannst du das häufigste Gericht des Kontakts im Text referenzieren.
  4. Wait-Schritt 5 Tage, dann zweite E-Mail mit zeitlich begrenztem Comeback-Angebot und klar genanntem Ablaufdatum.
  5. Füge eine Bedingung ein: Hat der Kontakt zwischen E-Mail 1 und E-Mail 2 bestellt? Wenn ja, endet die Automation und der Kontakt verlässt das Inaktiv-Segment automatisch. Wenn nein, folgt die dritte E-Mail.
  6. Nach der dritten E-Mail: Kontakt mit dem Tag "reaktivierung-abgeschlossen" markieren und in ein niedrigfrequentes Segment verschieben.

Automation 3: Geburtstags-Automation

  1. Lege ein Custom Field "Geburtsdatum" in ActiveCampaign an: Kontakte > Felder > Neues Feld > Datumsfeld auswählen.
  2. Sammle Geburtsdaten über das Anmeldeformular oder das Kundenprofil im Online-Shop – das Feld muss nicht zwingend von Anfang an befüllt sein, es kann nachträglich ergänzt werden.
  3. Erstelle eine Automation mit Eintrittspunkt "Datum" und wähle das Custom Field "Geburtsdatum"; stelle ein, dass die Automation 1 Tag vor dem Geburtstag des Kontakts startet.
  4. Versende am Geburtstag selbst eine personalisierte E-Mail mit einem Gutschein oder einem Freigetränk-Angebot mit klar definierter Gültigkeitsdauer – 7 Tage sind in der Praxis ein guter Kompromiss zwischen Großzügigkeit und Dringlichkeit.
  5. Optional: Wait-Schritt 5 Tage nach dem Geburtstag mit einer kurzen Erinnerung für nicht eingelöste Gutscheine.

Diese drei Automationen laufen nach dem Einrichten dauerhaft ohne manuellen Eingriff. Der Aufbau dauert zusammen vier bis sechs Stunden, je nachdem, wie komplex Texte und Bedingungen gestaltet werden. Wer strukturierte Schritt-für-Schritt-Anleitungen für genau diese Setups sucht, findet sie in unserem ActiveCampaign-Kurs.

Typische Fehler beim Aufbau von Food-Automationen

In der Praxis entstehen die meisten Probleme nicht beim Schreiben der E-Mails, sondern beim Aufbau der Trigger und Segmente. Diese vier Fehler sehen wir immer wieder – und alle lassen sich vermeiden, wenn du sie kennst, bevor du die erste Automation aktivierst.

Trigger ohne saubere Datenbasis

Eine Automation, die auf "letzter Kauf älter als 30 Tage" reagieren soll, liefert keine sinnvollen Ergebnisse, wenn Kaufdaten unvollständig oder inkonsistent in ActiveCampaign ankommen. Das passiert häufig bei manuell gepflegten Kontaktlisten oder bei POS-Integrationen, die nur sporadisch synchronisieren. Bevor du Automationen baust, prüfe, ob die Kaufhistorie lückenlos und korrekt in Custom Fields oder als Deal-Daten hinterlegt ist. Ein Test mit zehn Kontakten, die du manuell anliegst und durch die Automation schickst, deckt die meisten Datenprobleme auf.

Zu viele parallele Automationen ohne Prioritätsregel

Wenn ein Kontakt gleichzeitig in der Welcome-Sequenz, im Reaktivierungsflow und in einer Saisonskampagne ist, kann er an einem Tag drei E-Mails von dir erhalten. Das erhöht die Abmelderate und schadet der Zustellbarkeit langfristig. Nutze in ActiveCampaign die Bedingung "Kontakt ist bereits in Automation X aktiv" als Gating-Schritt, der verhindert, dass jemand in mehrere hochfrequente Flows gleichzeitig einläuft. Alternativ setzt du unter Einstellungen > E-Mails eine globale Versandbeschränkung pro Kontakt und Tag.

Personalisierung ohne Datenbasis versprechen

Eine E-Mail mit dem Betreff "Wir kennen dein Lieblingsessen" funktioniert nur, wenn du tatsächlich Kaufdaten hast, auf die du dich beziehen kannst. Ohne POS-Integration oder strukturierte Bestelldaten ist dieses Versprechen nicht einlösbar – und wenn der Kontakt merkt, dass der Text generisch ist, verliert die Personalisierung ihren Wert für alle folgenden E-Mails. Starte mit relevanten, aber allgemeinen Inhalten und ergänze echte Personalisierung, sobald die Datenbasis belastbar ist.

E-Mail-Design nicht auf Mobilgeräte ausgerichtet

Der überwiegende Teil der Informationssuche und Bestellungen in der Gastronomie findet auf Mobilgeräten statt. Eine E-Mail, die auf dem Desktop gut aussieht, aber auf dem Smartphone schlecht lesbar ist, verliert den Kontakt noch bevor der Inhalt wahrgenommen wird. Prüfe vor dem Start einer Automation jeden E-Mail-Schritt im Mobil-Preview von ActiveCampaign: Schriftgröße mindestens 16 px, einspaltiges Layout, Call-to-Action-Button ausreichend groß für Fingertipp.

Häufige Fragen

Brauche ich eine POS-Integration, um mit Marketing Automation zu starten?

Nein – die einfachsten Automationen wie Welcome-Sequenz und Geburtstags-Automation funktionieren auch ohne POS-Daten, solange du Anmeldeformulare und manuelle Segmente nutzt. Eine POS-Integration macht die Segmentierung deutlich schärfer und ermöglicht verhaltensbasierte Trigger. Starte ohne Integration und rüste nach, wenn das Grundgerüst steht und Kaufdaten gebraucht werden – die Automation bleibt dann die gleiche, du erweiterst nur die Triggerdaten.

Wie oft darf ich meine Kontakte im Monat anschreiben?

Es gibt keine universelle Obergrenze, aber Gastronomie-Kontakte sind oft kürzere Kommunikationsintervalle gewohnt als etwa B2B-Abonnenten. Eine bis zwei E-Mails pro Woche für aktive Gäste ist in der Praxis vertretbar, vorausgesetzt, der Inhalt ist relevant und nicht repetitiv. Reaktivierungs- und Welcome-Flows laufen zusätzlich; stelle sicher, dass parallele Automationen keine unbeabsichtigten Häufungen erzeugen. Eine globale Versandbeschränkung in ActiveCampaign schützt davor.

Welcher Eintrittspunkt ist für Restaurants am sinnvollsten?

Für Restaurants mit Tischreservierung ist der Eintrittspunkt an die Reservierungsbestätigung geknüpft – entweder direkt über eine Reservierungsplattform mit ActiveCampaign-Anbindung oder über ein Kontaktformular. Für Lieferdienste ist der Eintrittspunkt die erste abgeschlossene Bestellung. Das Ziel ist immer, den Kontakt in dem Moment zu erfassen, in dem er maximal aufmerksam ist – unmittelbar nach einer positiven Interaktion mit deinem Angebot.

Kann Marketing Automation schlechte Bewertungen verhindern?

Nicht verhindern, aber die Wahrscheinlichkeit für positive Bewertungen erhöhen. Wer unmittelbar nach dem Erlebnis nach Feedback fragt, fängt Unzufriedenheit früh auf – und zwar im eigenen Kanal, bevor sie in einer öffentlichen Rezension landet. Gäste, die auf eine Feedback-E-Mail positiv reagieren, lassen sich mit einem Folgeschritt zur Bewertung auf Google oder einer anderen Plattform einladen. Dieser Funnel ist eine der einfachsten und gleichzeitig wirksamsten Automationen für Gastronomie-Betriebe.

Lohnt sich ActiveCampaign für einen Einzelstandort mit wenigen hundert Kontakten?

Das hängt vom Umsatz pro Gast und von der Wiederbesuchsrate ab. ActiveCampaign ist ab dem Starter-Plan eine monatliche Investition; der Nutzen entsteht, wenn Automationen tatsächlich laufen und Gäste zurückbringen. Für sehr kleine Betriebe mit weniger als 300 Kontakten rechnet sich der Aufwand für komplexe Flows oft noch nicht. Ein sinnvoller Einstieg ist eine einfache Welcome-Automation, die du über das kostenlose Trial testest, bevor du einen Plan buchst.

Wie gehe ich mit DSGVO-Anforderungen bei SMS-Kampagnen um?

SMS-Marketing erfordert ein explizites Opt-in, das eindeutig den Zweck benennt – allein das Einverständnis zur E-Mail-Kommunikation genügt dafür nicht. Halte das Opt-in schriftlich fest, ermögliche einen einfachen Opt-out über jede gesendete Nachricht und dokumentiere, wann und wie der Kontakt zugestimmt hat. Bei Unsicherheiten zur DSGVO-konformen Umsetzung empfiehlt sich die Abstimmung mit einem Datenschutzbeauftragten – rechtliche Beratung können wir nicht ersetzen.

Wer Marketing-Automation für ein Food-Unternehmen aufbauen möchte und bei Konzept oder Umsetzung Unterstützung sucht, kann sich bei der ActiveCampaign-Agentur Advertal melden – wir arbeiten mit Betrieben aus Gastronomie und Food zusammen und kennen die typischen Startprobleme aus der Praxis.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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