Eine Migration von Mailchimp zu ActiveCampaign läuft in sechs Phasen: Daten sichern, Account einrichten und Kontakte importieren, Segmente nachbauen, Templates übertragen, Automationen neu aufsetzen, Testing und Go-Live. Wer dabei die Begriffsunterschiede zwischen den Plattformen kennt und die DSGVO-Anforderungen im Blick behält, schließt den Wechsel ohne Datenverlust und ohne Unterbrechung laufender Kampagnen ab.
Das Wichtigste in Kürze
- Kontakte exportierst du aus Mailchimp als CSV-Datei je Audience und importierst sie in ActiveCampaign mit gezielten Tags für Herkunft und frühere Gruppen.
- Automationen können nicht direkt übertragen werden – du dokumentierst sie in Mailchimp und baust sie in ActiveCampaign gezielt nach, in der Regel mit mehr Verzweigungslogik als vorher.
- Das Einverständnis deiner Kontakte trägt die Migration: Wer gültig per Double Opt-in angemeldet war und dessen Anmeldedatum dokumentiert ist, darf importiert und weiter beschickt werden.
- Die wichtigsten Begriffe unterscheiden sich: Aus der Mailchimp-Audience wird die AC-Liste, aus Gruppen werden Tags, aus Journeys werden Automationen.
- Zwei Wochen Parallelbetrieb sind sinnvoll, bevor du den Mailchimp-Account abschaltest – so kannst du Bounce-Daten vergleichen und fehlende Kontakte nachholen.
Was der Wechsel wirklich bedeutet – und was nicht
Ein Plattformwechsel ist keine reine Datentransfer-Aufgabe. Kontakte und Listen lassen sich zügig exportieren und importieren. Was sich nicht exportieren lässt: das Klick- und Öffnungsverhalten einzelner Kontakte in maschinenlesbarer Form für ActiveCampaign, die genaue Zustellhistorie und deine bestehenden Automationen als lauffähige Objekte. Diese Lücke ist wichtig zu verstehen, bevor du anfängst.
Was du konkret übertragen kannst: Kontaktdaten inklusive Custom Fields, Segment-Definitionen als Referenz für den Neuaufbau, E-Mail-Templates als HTML-Export und Kampagnen-Reports als CSV. Was du neu aufbaust: Automationen nach deinen dokumentierten Blueprints, Segmente mit ActiveCampaigns erweiterter Bedingungslogik und Tags als Ersatz für Mailchimp-Gruppen.
Ein häufiges Missverständnis ist, dass ActiveCampaign automatisch mehr kann, ohne dass du etwas konfigurierst. Die erweiterten Features – Site Tracking, Lead Scoring, CRM-Pipelines – entfalten ihren Nutzen erst dann, wenn du sie gezielt einrichtest. Der Wechsel ist der richtige Zeitpunkt, diese Konfiguration von Anfang an sauber anzulegen, statt sie später nachzurüsten.
Wann ein Wechsel zu ActiveCampaign nicht passt
Ein Plattformwechsel kostet Zeit – erfahrungsgemäß zwei bis vier Wochen, wenn man ihn sorgfältig macht. Das lohnt sich nicht in jedem Fall.
ActiveCampaign ist die falsche Wahl, wenn du ausschließlich einfache Newsletter ohne Automationen versendest und deine Liste unter 500 Kontakten liegt. Mailchimp deckt diesen Fall günstiger ab und ohne Lernkurve. Sinnvoll wird der Wechsel dann, wenn du mehrstufige Automationen mit Verzweigungslogik brauchst, das Kontaktverhalten auf deiner Website in E-Mails einbeziehen willst oder CRM-Funktionen direkt in dein E-Mail-Marketing integrieren möchtest, ohne ein separates System zu führen.
Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle. Eine Migration mitten in einer aktiven Kampagnenserie, kurz vor einer großen Promo oder in der Hochsaison ist risikoreicher als eine in einer ruhigeren Betriebsphase. Plane den Cutover bewusst und reserviere zwei Wochen für den Parallelbetrieb.
Phase 1: Vollständiger Export aus Mailchimp
Bevor du irgendetwas in ActiveCampaign anlegst, sicherst du alle Daten und Konfigurationen aus Mailchimp. Dieser Schritt braucht mehr Aufmerksamkeit als der Import selbst, weil Mailchimp nicht alle Daten automatisch mit ausgibt.
Kontakte und Audiences exportieren
In Mailchimp heißen Kontaktlisten „Audiences”. Du exportierst jede Audience separat, weil der Export keine listenübergreifende Zusammenführung macht:
- Gehe in Mailchimp zu Audience > All contacts.
- Wähle die gewünschte Audience im Dropdown oben rechts.
- Klicke auf Export Audience und wähle Export as CSV.
- Lade die Datei sofort herunter – der Download-Link ist zeitlich begrenzt.
- Wiederhole diesen Vorgang für alle deine Audiences.
Achte auf den Exportumfang: Mailchimp erlaubt es, Subscribed, Unsubscribed und Non-subscribed Kontakte separat zu exportieren. Für den Import in ActiveCampaign brauchst du ausschließlich die Subscribed-Kontakte, weil nur diese ein dokumentiertes Einverständnis haben. Unsubscribed Kontakte darfst du ohne erneutes Opt-in nicht in neue Mailinglisten aufnehmen.
Im Export enthalten und für dich relevant: die Spalten OPTIN_TIME (Zeitstempel der Anmeldung) und OPTIN_IP (IP-Adresse beim Opt-in). Diese Daten solltest du beim Import in ein Custom Field in ActiveCampaign übernehmen, weil sie im Zweifelsfall als Einwilligungsnachweis dienen.
Segmente dokumentieren
Segmente lassen sich nicht als Datei exportieren. Was du tun kannst: Jedes wichtige Segment öffnen, einen Screenshot der Bedingungen machen und die Kriterien in einem Dokument notieren. Du brauchst diese Information, wenn du die Segmente in ActiveCampaign mit dessen erweiterter Logik neu aufbaust.
Priorisiere dabei konsequent: Nicht jedes Mailchimp-Segment musst du nachbauen. Frage dich, welche Segmente du in den letzten sechs Monaten tatsächlich für Kampagnen genutzt hast. Alles andere kannst du bei Bedarf später nachziehen.
Automationen dokumentieren
Automationen lassen sich nicht aus Mailchimp exportieren. Du dokumentierst sie manuell – dieser Aufwand zahlt sich beim Neuaufbau in ActiveCampaign direkt aus. Für jede Automation hältst du fest:
- Der Trigger ist das Ereignis, das die Automation startet – zum Beispiel „Kontakt tritt Liste bei” oder „hat Link in E-Mail geklickt”.
- Die Bedingungen sind alle If/Then-Verzweigungen, die bestimmen, welcher Kontakt welchen Pfad durchläuft.
- Das Timing gibt an, wie viele Stunden oder Tage zwischen den einzelnen Schritten liegen.
- Das Ziel beschreibt, was ein Kontakt tun soll, damit die Automation als abgeschlossen gilt – zum Beispiel einen Kauf tätigen oder einen Termin buchen.
Screenshots des Mailchimp Workflow-Builders helfen beim Nachbauen. Plane dafür pro Automation etwa 30 Minuten Dokumentationszeit ein.
Templates als HTML sichern
Wenn du bestehende E-Mail-Templates übernehmen willst, exportierst du den HTML-Code direkt aus dem Mailchimp-Editor:
- Öffne ein gespeichertes Template und klicke auf Edit.
- Wechsle im Editor oben rechts in den Code-Modus (HTML-Ansicht).
- Kopiere den kompletten HTML-Code und speichere ihn lokal als .html-Datei.
- Notiere alle Mailchimp-Merge-Tags wie *|FNAME|* oder *|EMAIL|* – du wirst sie in ActiveCampaign durch die dort übliche Syntax ersetzen müssen.
Phase 2: ActiveCampaign einrichten und Kontakte importieren
Den richtigen Plan wählen
ActiveCampaign bietet vier Pakete. Für die meisten DACH-Unternehmen, die mehr als einfache Newsletter wollen, ist das Plus-Paket der sinnvolle Einstieg: Es enthält CRM-Funktionen, Landing Pages und Lead Scoring. Das Professional-Paket fügt Site Tracking und erweiterte Attribution hinzu – sinnvoll, wenn du das Verhalten deiner Kontakte auf der Website direkt in Automationen einbinden willst. Das Lite-Paket ist auf E-Mail-Versand beschränkt und lässt die Features aus, die den Wechsel von Mailchimp erst rechtfertigen. Das Enterprise-Paket kommt für größere Teams mit Custom Objects und dedizierten Onboarding-Ressourcen in Frage.
Listen anlegen und Kontakte importieren
In ActiveCampaign entspricht eine Liste der Mailchimp-Audience. Ein wichtiger Unterschied: In ActiveCampaign kann ein Kontakt in mehreren Listen gleichzeitig stehen, ohne als Duplikat gezählt zu werden – in Mailchimp war ein Kontakt in mehreren Audiences ein echtes Duplikat mit eigenen Abogebühren. Der Import läuft so ab:
- Navigiere zu Contacts > Lists und lege mit Add a list zunächst deine Listenstruktur an.
- Klicke auf eine Liste und dann auf Import contacts.
- Lade deine CSV-Datei aus dem Mailchimp-Export hoch.
- Mappe die Felder: E-Mail-Adresse zu Email, Vorname zu First Name, Nachname zu Last Name, und OPTIN_TIME in ein Custom Field wie „Opt-in Datum”.
- Setze beim Import einen Tag wie „Import-Mailchimp-2026”, damit du diese Kontakte für spätere Analysen filtern kannst.
- Übersetze Mailchimp-Gruppen in Tags: Ein Kontakt in der Mailchimp-Gruppe „Newsletter” bekommt in ActiveCampaign den Tag „Gruppe_Newsletter”.
ActiveCampaign erkennt viele Felder automatisch. Prüfe das Mapping trotzdem manuell, bevor du den Import startest – ein falsch zugeordnetes Feld ist nach dem Massenimport schwieriger zu korrigieren als vor dem Start.
Custom Fields übertragen
Wenn du in Mailchimp Custom Merge Tags (eigene Datenfelder) verwendet hast, musst du diese in ActiveCampaign zuerst anlegen. Gehe dazu zu Lists > Manage fields und lege die Felder mit denselben Feldtypen an – Text, Datum, Nummer oder Dropdown. Erst dann kannst du beim Import die CSV-Spalten korrekt zuordnen. Vergiss nicht, auch das Opt-in-Datum als Datumsfeld anzulegen.
Audiences nicht eins zu eins in Listen übersetzen
Die häufigste Fehlentscheidung beim Import ist, die Mailchimp-Struktur unverändert zu übernehmen: Drei Audiences werden zu drei Listen. Das wirkt sauber, ist aber genau die Denkweise, die du hinter dir lässt. In Mailchimp zählt derselbe Mensch in zwei Audiences als zwei Kontakte – und wird zweimal abgerechnet. In ActiveCampaign steht er auf beiden Listen und bleibt ein Datensatz.
Listen sind für grundsätzlich verschiedene Kommunikationskontexte gedacht: Kundenkommunikation, externer Newsletter, Partnerinformationen. Alles Feinere – Produktinteresse, Webinar-Teilnahme, Branche, Kaufverhalten – gehört in Tags. Wer diese Trennung beim Import zieht, spart sich später den Umbau, denn eine gewachsene Listenstruktur lässt sich nachträglich nur mit Aufwand entwirren.
Wie die CSV-Datei aussehen muss, damit der Import ohne Nacharbeit durchläuft – Trennzeichen, Datumsformat, Dubletten –, steht ausführlich unter Kontakte in ActiveCampaign importieren. Dort lässt sich die Datei auch direkt prüfen, ohne sie hochzuladen.
Phase 3: Segmente und Tags in ActiveCampaign aufbauen
Tags und Segmente sind in ActiveCampaign enger miteinander verzahnt als in Mailchimp. Tags sind persistente Labels: Ein Kontakt kann beliebig viele haben, und sie bleiben dauerhaft gesetzt, bis du sie manuell oder per Automation entfernst. Segmente in ActiveCampaign sind dynamisch – sie ziehen sich in Echtzeit alle Kontakte, die gerade alle definierten Bedingungen erfüllen. Du speicherst kein Segmentergebnis, du definierst eine Filterregel.
Tag-Struktur definieren, bevor du importierst
Ohne eine klare Tag-Struktur entsteht nach wenigen Monaten ein unübersichtliches Tag-Sammelsurium. Eine bewährte Konvention unterscheidet Tags nach Kategorie durch ein Präfix:
- Herkunfts-Tags identifizieren, wie ein Kontakt zu dir gekommen ist – zum Beispiel „Quelle_Newsletter”, „Quelle_Webinar-2026-03” oder „Quelle_Kauf”.
- Interessen-Tags beschreiben, für welche Themen oder Produkte ein Kontakt Interesse signalisiert hat – zum Beispiel „Interesse_Email-Marketing” oder „Interesse_CRM-Setup”.
- Status-Tags zeigen den aktuellen Kontaktstatus im Funnel – zum Beispiel „Status_Interessent”, „Status_Kunde” oder „Status_Inaktiv-90d”.
Halte diese Konvention in einem kurzen Dokument fest, das alle Team-Mitglieder kennen. Tags, die niemand mehr versteht, werden nicht gepflegt und machen Segmentierungen unzuverlässig.
Dynamische Segmente nachbauen und erweitern
ActiveCampaign erlaubt in Segmenten deutlich mehr Bedingungstypen als Mailchimp: Du kannst nach Tag-Status, Website-Verhalten (sofern Site Tracking aktiv ist), E-Mail-Interaktion, Custom Fields und Deal-Status filtern – und dabei Bedingungen beliebig kombinieren.
Ein Beispiel aus dem B2B-Bereich: Das Segment „Warme Leads DACH” kombiniert die Bedingungen, dass der Kontakt den Tag „Status_Interessent” hat, in den letzten 14 Tagen mindestens eine E-Mail geöffnet hat, im Custom Field „Land” einen der Werte Deutschland, Österreich oder Schweiz trägt und keinen aktiven Deal im Status „Won” hat. Dieses Segment aktualisiert sich laufend – kein manuelles Nachziehen wie bei statischen Mailchimp-Exporten.
Phase 4: E-Mail-Templates übertragen
HTML-Templates aus Mailchimp funktionieren in ActiveCampaign grundsätzlich, aber du musst Mailchimp-spezifische Platzhalter ersetzen. Der wichtigste Unterschied: Mailchimp verwendet *|FNAME|* für den Vornamen, ActiveCampaign verwendet %FIRSTNAME%. Alle anderen Merge-Tags folgen demselben Muster – Mailchimp schreibt sie in *|GROSSBUCHSTABEN|*, ActiveCampaign in %Kleinbuchstaben%.
HTML-Templates importieren und anpassen
- Gehe zu Campaigns > Templates und klicke Create template.
- Wähle Custom HTML und füge deinen exportierten HTML-Code ein.
- Suche systematisch nach allen *|...|*-Platzhaltern und ersetze sie durch die ActiveCampaign-Entsprechungen: *|FNAME|* wird zu %FIRSTNAME%, *|LNAME|* zu %LASTNAME%, *|EMAIL|* zu %EMAIL%.
- Prüfe das Template im integrierten Vorschau-Modus auf Desktop- und Mobile-Ansicht.
- Sende einen Testversand an eine eigene Adresse in Gmail, Outlook und Apple Mail, bevor du das Template produktiv einsetzt.
Häufige Probleme beim HTML-Import: Eingebettete Google-Fonts-Referenzen, die in vielen E-Mail-Clients nicht laden; Hintergrundbilder, die in Outlook nicht erscheinen; und Buttons, deren Darstellung in verschiedenen Clients abweicht. Diese Probleme existieren unabhängig von der Plattform – die Migration ist ein guter Moment, die Templates von diesen bekannten Schwächen zu befreien.
Phase 5: Automationen in ActiveCampaign neu aufsetzen
Das Neuaufbauen der Automationen ist der arbeitsintensivste Teil der Migration – und gleichzeitig der wertvollste. Wer seine Mailchimp-Automationen in ActiveCampaign nur 1:1 nachbaut, verschenkt einen Großteil des Migrationspotenzials.
Welcome-Serie mit Öffnungs-Verzweigung aufbauen
Eine Standard-Welcome-Serie für neue Abonnenten nutzt in ActiveCampaign eine Verzweigung, die Mailchimp nicht anbietet:
- Gehe zu Automations > New automation und wähle Start from scratch.
- Setze als Trigger: Subscribes to list > deine Newsletter-Liste.
- Füge als erste Aktion Send an email hinzu – die Willkommens-E-Mail geht sofort raus.
- Füge eine Wait-Aktion ein: Wait 2 days.
- Füge eine If/Else-Bedingung ein und prüfe: Hat der Kontakt die erste E-Mail geöffnet?
- Im Yes-Pfad sendest du E-Mail zwei mit einem inhaltlichen Thema, das zur Herkunft des Kontakts passt.
- Im No-Pfad sendest du dieselbe E-Mail mit einer anderen Betreff-Zeile, um die Öffnungswahrscheinlichkeit zu erhöhen.
Diese Verzweigung reduziert effektiv, wie oft du dieselbe Botschaft an Kontakte sendest, die sie bereits gesehen haben. Das spart Öffnungsrate und verringert den Druck auf inaktive Kontakte.
Goal-Tracking in Nurturing-Sequenzen einbauen
Goals sind ein ActiveCampaign-Feature ohne direktes Mailchimp-Äquivalent. Sie definieren ein Ziel auf Automationsebene – zum Beispiel „Kontakt hat einen Deal im Status Won” oder „hat Tag Kunde bekommen”. Sobald ein Kontakt dieses Ziel erreicht, springt er direkt zum Goal-Schritt, egal wo in der Sequenz er gerade ist.
Für Lead-Nurturing-Sequenzen bedeutet das: Ein Kontakt, der nach E-Mail zwei kauft, erhält E-Mail drei und vier nicht mehr – er springt stattdessen in eine Kunden-Onboarding-Automation. Dieses Verhalten muss in Mailchimp manuell über Segmente und separate Audiences abgebildet werden; in ActiveCampaign ist es eine einzige Einstellung im Automation-Builder.
Site Tracking von Anfang an einrichten
Site Tracking erlaubt Automationen, die auf Website-Besuche reagieren – zum Beispiel wenn ein Kontakt die Preisseite besucht, ohne danach zu kaufen. Die Einrichtung ist technisch unkompliziert:
- Gehe in ActiveCampaign zu Settings > Tracking und kopiere den bereitgestellten Tracking-Code.
- Binde den Code in den Head-Bereich deiner Website ein – entweder direkt im HTML oder über deinen Tag Manager.
- Definiere unter Site Tracking > Manage domains deine Domain als zugelassene Tracking-Domain.
- Teste das Tracking, indem du deine Website als eingeloggter Kontakt besuchst und dann in ActiveCampaign unter Contacts > dein Testkontakt > Activity prüfst, ob der Seitenaufruf erscheint.
Erst wenn Site Tracking läuft, kannst du verhaltenbasierte Automationen wie „Kontakt besucht /preise ohne offenen Deal > Sales-Aufgabe anlegen” sinnvoll aufbauen. Welche Trigger dafür in Frage kommen, zeigt der Überblick über alle ActiveCampaign Automation-Trigger.
Begriffsunterschiede zwischen Mailchimp und ActiveCampaign
Wer aus Mailchimp kommt, sucht zunächst nach vertrauten Begriffen und findet sie nicht. Diese Tabelle zeigt die wichtigsten Entsprechungen und die funktionalen Unterschiede dahinter:
Mailchimp | ActiveCampaign | Was sich konkret ändert |
|---|---|---|
Audience | List | In AC kann ein Kontakt mehreren Listen gleichzeitig angehören, ohne als Duplikat gezählt zu werden – kein doppelter Abo-Preis. |
Group | Tag | Tags sind flexibler als Gruppen: Ein Kontakt kann beliebig viele tragen, und sie werden per Automation automatisch gesetzt oder entfernt. |
Segment | Segment | AC-Segmente können Website-Verhalten, Deal-Status und Custom Fields als Bedingung nutzen; Mailchimp-Segmente sind auf Listenfelder beschränkt. |
Journey / Customer Journey | Automation | AC-Automationen unterstützen Goals (die Automation stoppt, wenn ein Kontakt ein Ziel erreicht) und beliebig tiefe If/Else-Verzweigungen. |
Merge Tag (*|FNAME|*) | Personalization Tag (%FIRSTNAME%) | Die Syntax unterscheidet sich – alle Platzhalter in Templates und Automations-E-Mails müssen manuell ersetzt werden. |
Report | Campaign overview / Reports | AC zeigt Öffnungen, Klicks und Conversions direkt in der Campaign-Übersicht; ausführliche Reports sind unter Reports abrufbar. |
DSGVO und Double Opt-in beim Import von Mailchimp-Kontakten
Der häufigste Stolperstein bei Migrationen aus dem DACH-Raum ist die DSGVO-Konformität des Kontaktimports. Die Grundregel ist klar: Du darfst Kontakte in ActiveCampaign importieren und dort anschreiben, wenn sie gültig per Double Opt-in eingewilligt haben – und wenn du diese Einwilligung mit Datum und Kanal dokumentieren kannst.
Was du vor dem Import prüfen solltest
- War für alle zu importierenden Kontakte ein Double Opt-in-Verfahren aktiv? Wenn du in Mailchimp zeitweise auf Single Opt-in gewechselt hast, fehlt für diese Kontakte die zweite Bestätigungsstufe.
- Enthält dein Mailchimp-Export die Spalten OPTIN_TIME und OPTIN_IP? Diese Daten gelten als Nachweis der Einwilligung und sollten als Custom Fields in ActiveCampaign importiert werden.
- Gilt deine bestehende Datenschutzerklärung auch für den Versand über ActiveCampaign als neuen Dienstleister? Bei einem Wechsel des E-Mail-Service-Providers kann eine Information der Kontakte erforderlich sein – das sollte dein Datenschutzbeauftragter einschätzen.
Double Opt-in in ActiveCampaign konfigurieren
- Gehe zu Lists > deine Liste > Settings und öffne den Bereich Subscription confirmation.
- Aktiviere Require opt-in confirmation für alle neuen Abonnenten.
- Passe die Bestätigungsmail auf Deutsch an – der Standard-Text ist auf Englisch und darf im DACH-Raum nicht unverändert verwendet werden.
- Hinterlege eine Bestätigungsseite (Confirmation page URL) auf deiner Website, auf die Kontakte nach dem Klick weitergeleitet werden.
Importierte Bestandskontakte aus Mailchimp umgehen diesen Prozess, weil du sie direkt in die Liste lädst. Ihr Einverständnis stammt aus dem ursprünglichen Opt-in in Mailchimp – das musst du mit dem exportierten Datum belegen können.
Typische Fehler beim Plattformwechsel
Kontaktdaten ohne vorherige Bereinigung importieren
Wer einfach alle Mailchimp-Kontakte ohne Vorab-Prüfung lädt, importiert auch Kontakte mit invaliden E-Mail-Adressen und solche, die sich abgemeldet haben – falls man versehentlich nicht nur den Subscribed-Export nimmt. Beide Gruppen schaden der Zustellrate von Anfang an. Exportiere ausschließlich den Status Subscribed, öffne die CSV kurz in einem Tabellenkalkulationsprogramm und sortiere nach Adressen, die offensichtlich fehlerhaft sind (keine @-Adresse, doppelte Einträge, Test-Adressen). Das dauert zehn Minuten und erspart Wochen schlechter Zustellbarkeit.
Tag-Chaos durch unstrukturierte Vergabe
Tags lassen sich in ActiveCampaign in Sekunden anlegen und genauso schnell vergessen. Ohne Konvention entstehen nach wenigen Monaten Hunderte Tags, deren Bedeutung niemand mehr kennt. Das Ergebnis: Segmente, die auf bestimmten Tags basieren, werden unzuverlässig, weil unklar ist, welche Tags tatsächlich gepflegt werden. Lege die Tag-Struktur vor dem ersten Import fest und führe sie in einem Dokument, das alle im Team kennen.
Automationen ohne Weiterentwicklung 1:1 nachbauen
Der häufigste Fehler ist es, Mailchimp-Automationen exakt so in ActiveCampaign nachzubauen – und dabei alle neuen Möglichkeiten zu ignorieren. ActiveCampaign erlaubt Verzweigungen nach Öffnungsverhalten, Goal-Tracking und das Stoppen einer Automation, sobald ein Kontakt kauft. Wer diese Features nicht nutzt, zahlt für eine Plattform, die er wie Mailchimp verwendet. Nutze die Dokumentation deiner Automationen als Gelegenheit, ihre Logik zu verbessern.
Ohne Parallelbetrieb direkt auf ActiveCampaign umschalten
Wer Mailchimp abschaltet, bevor ActiveCampaign vollständig eingerichtet ist, riskiert Unterbrechungen in laufenden Sequenzen und Datenverlust bei Kontakten, die gerade eine Automation durchlaufen. Sinnvoller ist ein Parallelbetrieb von zwei Wochen: Neue Kontakte kommen bereits in ActiveCampaign, bestehende Automationen laufen in Mailchimp zu Ende. Dann folgt der Cutover.
Templates nur einmal und nur in einem Client testen
E-Mail-Templates verhalten sich in Outlook, Gmail und Apple Mail unterschiedlich. Das gilt für ActiveCampaign genauso wie für Mailchimp. Sende vor dem ersten produktiven Versand Testmails an Konten in mindestens diesen drei Clients und prüfe, ob Bilder laden, Links korrekt weiterleiten und die Darstellung auf mobilen Geräten stimmt.
Phase 6: Testing und Go-Live
Bevor du ActiveCampaign produktiv schaltest, prüfst du drei Bereiche systematisch.
Kontakt-Import validieren
- Vergleiche die Gesamtzahl der importierten Kontakte in ActiveCampaign mit der Ausgangszahl im Mailchimp-Export.
- Öffne fünf zufällig ausgewählte Kontakte und prüfe, ob alle Custom Fields korrekt belegt sind.
- Filtere nach dem Import-Tag und prüfe, ob die gefilterte Zahl mit der CSV-Zeilenzahl übereinstimmt.
Automationen mit Testkontakten durchlaufen
- Lege drei Testkontakte mit unterschiedlichen Profilen an – einen Interessenten, einen Kunden und einen inaktiven Kontakt.
- Führe die Testkontakte manuell durch alle Automationen, indem du die jeweiligen Trigger-Ereignisse simulierst.
- Prüfe, ob die richtigen E-Mails zum richtigen Zeitpunkt ankommen und ob If/Else-Bedingungen korrekt auswerten.
- Prüfe in den Kontaktprofilen, welche Tags durch die Automationen gesetzt und wieder entfernt wurden.
Zustellrate nach dem ersten Versand prüfen
Nach dem ersten Versand über ActiveCampaign prüfst du im Campaign Report die Bounce-Rate, die Spam-Complaint-Rate und die Abmelderate. Ein erhöhter Hard-Bounce-Anteil in den ersten Versendungen zeigt an, dass der Import Adressen enthielt, die in Mailchimp bereits als Hard Bounce markiert waren – diese Information gibt Mailchimp nicht in den CSV-Export mit. Führ nach dem ersten Versand einen Abgleich durch und bereinige die Liste entsprechend.
Den ActiveCampaign-Kurs von Advertal nutzen viele Teams nach der Migration, um die Plattformfunktionen systematisch zu erschließen statt durch Try-and-Error.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Migration von Mailchimp zu ActiveCampaign?
Der technische Import der Kontakte ist in einer Stunde erledigt. Der vollständige Wechsel – inklusive Automationen dokumentieren und nachbauen, Templates anpassen, Segmente aufbauen und Parallelbetrieb abwarten – dauert erfahrungsgemäß zwei bis vier Wochen, wenn das Team nebenbei arbeitet. Den größten Zeitblock nimmt das Dokumentieren und Neuaufbauen der Automationen ein, insbesondere wenn mehrere komplexe Nurturing-Sequenzen bestehen.
Werden meine Mailchimp-Abonnenten automatisch in ActiveCampaign übernommen?
Nein. Es gibt keine direkte technische Verbindung zwischen den beiden Plattformen, die den Import automatisiert. Du exportierst die Kontakte manuell aus Mailchimp als CSV, legst die Zielliste in ActiveCampaign an und lädst die Datei dort hoch. Eine Integration über Zapier oder Make kann laufende Neuanmeldungen nach der Migration automatisch synchronisieren, aber nicht den einmaligen Bulk-Import der Bestandskontakte ersetzen.
Muss ich meine Kontakte nach dem Wechsel erneut um Einverständnis bitten?
Nicht automatisch. Wenn deine Kontakte über einen dokumentierten Double Opt-in Prozess in Mailchimp angemeldet waren und du das Datum und die Methode belegen kannst, ist dieses Einverständnis auf den Versand über ActiveCampaign übertragbar. Die Einwilligung gilt dem Empfang von Marketingmails deines Unternehmens – nicht einer bestimmten Plattform. Bei alten Beständen ohne lückenlose Dokumentation oder bei Kontakten, die über Single Opt-in angemeldet wurden, lohnt sich eine rechtliche Einschätzung.
Kann ich meine Mailchimp-Automationen direkt in ActiveCampaign importieren?
Nein, ein direkter Import ist nicht möglich. ActiveCampaign und Mailchimp nutzen unterschiedliche Datenformate für Automationen, und es gibt kein Tool, das Mailchimp-Journeys automatisch in ActiveCampaign-Automationen konvertiert. Du dokumentierst die bestehende Logik manuell und baust sie in ActiveCampaign neu auf – dabei empfiehlt sich, die Struktur zu vereinfachen und ActiveCampaign-Features wie Goal-Tracking und Öffnungs-Verzweigungen von Anfang an einzubauen.
Was passiert mit meinen Mailchimp-Kampagnen-Reports nach dem Wechsel?
Dein Mailchimp-Account bleibt so lange aktiv, wie du ihn offen hältst. Du verlierst keine historischen Reports durch die Migration. Exportiere die wichtigsten Kennzahlen der letzten zwölf Monate – Öffnungsraten, Klickraten, Bounce-Raten – bevor du den Account kündigst. Diese Basiskennzahlen helfen dir, die Leistung in ActiveCampaign zu vergleichen und eventuelle Zustellbarkeitsprobleme nach dem Wechsel zu erkennen.
Welche Daten kann ich nicht aus Mailchimp mitnehmen?
Nicht übertragbar sind: die vollständige Klick- und Öffnungshistorie einzelner Kontakte als maschinenlesbares Objekt für ActiveCampaign, Mailchimp-Automation-Flows als direkt importierbare Dateien und Mailchimp-spezifische Formular-Integrations-Konfigurationen. Deine Absender-Domain hat eine eigene Reputation, die erhalten bleibt – vorausgesetzt, du authentifizierst dieselbe Domain in ActiveCampaign korrekt mit DKIM und SPF, was ActiveCampaign beim Account-Setup abfragt.
Wer den Wechsel vollständig selbst umsetzen will, findet im ActiveCampaign-Leitfaden für DACH-Unternehmen eine strukturierte Einführung in alle Plattformbereiche, die beim Neustart direkt weiterhelfen. Für Unternehmen, die Unterstützung beim Aufbau der ersten Automationen oder bei der DSGVO-konformen Einrichtung suchen, steht Advertal als offizieller ActiveCampaign-Partner mit deutschsprachiger Beratung zur Verfügung.


