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Die 5 besten Kartra-Alternativen für den DACH-Markt

Tom
Tom
13. März 2026 · 9 Min. Lesezeit

Kartra ist eine US-amerikanische All-in-One-Plattform, die im DACH-Markt an drei praktischen Grenzen stößt: kein bestätigter EU-Serverstandort, englischsprachiger Support und Einstiegspreise ab 59 Dollar pro Monat, bei denen die 5-Prozent-Transaktionsgebühr noch nicht entfällt. Welche Alternativen diese Lücken schließen – und warum die Antwort nicht für alle gleich ist – zeigt dieser Vergleich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kartra speichert Daten auf US-Servern und überträgt sie per Standardvertragsklauseln in die EU – DSGVO-rechtlich möglich, aber dokumentationsintensiver als ein EU-Serverstandort.
  • ActiveCampaign eignet sich für die meisten DACH-Unternehmen besser als Kartra, weil Automation, Segmentierung und CRM deutlich ausgereifter sind.
  • Kajabi, GetResponse und Brevo decken unterschiedliche Anforderungen ab: Kajabi für Kursanbieter, GetResponse für einfache Funnels, Brevo als günstiger E-Mail-Einstieg mit EU-Serverstandort.
  • CleverReach ist die deutschsprachige Option für Unternehmen, die reines E-Mail-Marketing ohne Funnel-Funktionen benötigen.
  • Wer von Kartra wechselt, verliert den integrierten Mitgliederbereich und muss dafür eine separate Lösung einplanen.

Warum Kartra im DACH-Markt an praktischen Grenzen stößt

Kartra ist ein US-amerikanisches Produkt. Die Server stehen in den USA, der Support läuft auf Englisch, und die Oberfläche ist nicht vollständig ins Deutsche übersetzt. Das bedeutet für DACH-Nutzer nicht automatisch einen Rechtsverstoß: Kartra bietet einen Auftragsverarbeitungsvertrag und überträgt Daten auf Basis von Standardvertragsklauseln gemäß Art. 46 DSGVO. Wer jedoch einen Anbieter mit EU-Serverstandort wählt, spart sich den zusätzlichen Dokumentationsaufwand für Drittlandübertragungen.

Beim Preis zeigt sich das zweite strukturelle Problem. Im günstigsten Plan (Essentials, 59 Dollar pro Monat) erhebt Kartra eine Transaktionsgebühr von 5 Prozent auf alle Verkäufe über die Plattform. Diese Gebühr entfällt erst ab dem Starter-Plan, der bei 119 Dollar pro Monat liegt. Wer Umsätze über Kartra abwickelt, muss diesen Kostenpunkt konsequent einrechnen – besonders, weil die Gebühr mit steigendem Umsatz absolut wächst.

Das dritte Problem ist struktureller Natur: Kartra versucht, Website, Funnel, E-Mail, Kurs und Warenkorb unter einer Oberfläche zu vereinen. Das klingt nach Vereinfachung, erzeugt in der Praxis aber häufig das Gegenteil. Die einzelnen Module sind weniger ausgereift als spezialisierte Tools, und je tiefer du Kartra nutzt, desto aufwendiger wird ein späterer Wechsel.

Was Kartra dennoch gut kann

Für bestimmte Konstellationen bleibt Kartra interessant. Wer einen einfachen Funnel mit einem oder zwei digitalen Produkten betreibt und keinen separaten Website-Hoster braucht, findet dort eine schnell einsatzbereite Lösung. Drei Funktionen fallen dabei positiv auf:

  • Der native Mitgliederbereich bietet Kursverwaltung, Abtropf-Content und Zertifikate, ohne dass eine externe Kursplattform angebunden werden muss.
  • Der integrierte Warenkorb mit Upsell-Sequenzen funktioniert ohne externe Plugins oder Middleware-Verbindungen.
  • Die Funnel-Visualisierung erlaubt es, Seiten und E-Mail-Sequenzen in einem einzigen Diagramm zu überblicken und direkt zu verknüpfen.

ActiveCampaign: starke Automation statt Alles-aus-einer-Hand

ActiveCampaign ist kein All-in-One-System: Es gibt keinen eingebauten Website-Builder, keinen Kursbereich und keinen nativen Warenkorb. Was es dafür gibt, ist eine der ausgereiftesten Automationsengines im E-Mail-Marketing-Segment. Wer Kontakte nach Verhalten segmentieren, mehrstufige Nurture-Sequenzen aufbauen und das CRM in denselben Workflow integrieren will, bekommt das bei ActiveCampaign deutlich präziser als bei Kartra.

Für den DACH-Markt relevante Fakten: ActiveCampaign bietet EU-Serverstandorte, einen deutschsprachigen Auftragsverarbeitungsvertrag und wird von offiziellen Partnern im DACH-Raum betreut. Der Einstiegspreis liegt bei 15 Euro pro Monat (Starter, jährliche Abrechnung, 1.000 Kontakte) – deutlich unter Kartras Einstiegsplan. Das CRM ist als separates Add-on erhältlich.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Tiefe der Automationen. ActiveCampaign erlaubt Verzweigungen auf Basis von Site-Tracking, benutzerdefinierten Feldern, Lead-Scores und CRM-Deals innerhalb einer einzigen Automation. Kartra arbeitet mit einfacheren Sequenzlogiken, die bei komplexen Nurture-Strecken schnell an Grenzen kommen. Wer jemals eine mehrstufige Reaktivierungskampagne mit bedingten Wartezweigen aufgebaut hat, merkt diesen Unterschied sofort.

Direktvergleich der Einstiegspläne

Kriterium

Kartra Essentials

ActiveCampaign Starter

Monatspreis (jährl.)

ab 59 $/Monat

ab 15 €/Monat

Transaktionsgebühr

5 %

keine

E-Mail-Automation

einfache Sequenzen

komplexe Verzweigungen

EU-Serverstandort

nein

ja

Deutschsprachiger Support

nicht enthalten

über Partner verfügbar

Mitgliederbereich

integriert

nicht enthalten

Integrationen

begrenzt

900+

ActiveCampaign eignet sich besonders für Unternehmen, die E-Mail-Automation als Kerndisziplin betreiben: Coaches und Consultants mit mehrstufigen Lead-Nurturing-Strecken, E-Commerce-Shops, die Warenkorbabbrecher- und Post-Purchase-Sequenzen automatisieren wollen, und SaaS-Anbieter, die Onboarding-Mails auf Basis von Produktnutzungsverhalten aussteuern. In all diesen Szenarien liefert ActiveCampaign mehr Kontrolle als Kartra, erfordert aber auch mehr Einrichtungsaufwand.

Kajabi, GetResponse und Brevo: drei weitere Optionen für unterschiedliche Anforderungen

Kajabi: wenn Kurse und Community das Hauptgeschäft sind

Kajabi ist unter den Kartra-Alternativen die ausgereifteste Kursplattform. Mitgliederbereich, Podcast-Hosting, Community-Funktion und eine native mobile App sind integriert, ohne dass externe Tools benötigt werden. Der Einstiegspreis liegt bei 179 Dollar pro Monat, ohne Transaktionsgebühren. Im Vergleich zu Kartra ist Kajabi häufig die bessere Wahl, wenn digitale Produkte das einzige Geschäftsmodell sind und Kursqualität und Community an erster Stelle stehen.

Sobald komplexere CRM-Anforderungen oder physische Produkte dazukommen, stößt Kajabi an Grenzen. Die E-Mail-Automation ist funktional, bleibt aber deutlich hinter ActiveCampaign zurück. Wer beides will – starke Kursplattform und ausgereifte Automation –, kombiniert in der Praxis häufig Kajabi mit ActiveCampaign über eine native Integration, zahlt dafür aber die Kosten beider Systeme.

GetResponse: Funnel-Features mit EU-Serverstandort

GetResponse kombiniert E-Mail-Marketing, Landing Pages, Webinare und einfache Sales Funnels zu einem Preis, der unterhalb von Kartra liegt. Der Anbieter betreibt Server in der EU und bietet deutschsprachigen Support. Das macht GetResponse für kleinere DACH-Unternehmen interessant, die einen einfachen Funnel ohne US-Serverstandort betreiben wollen und keine komplexen Automationen benötigen.

Die Automationsfunktionen sind weniger ausgereift als bei ActiveCampaign und genügen für einfache Sequenzen. Wer komplexere Verhaltensautomationen braucht, wird bei GetResponse schnell an Grenzen stoßen. Für reine Newsletter-Versender mit gelegentlichen Funnel-Kampagnen ist GetResponse eine solide, wartungsarme Wahl.

Brevo: der günstigste Einstieg mit EU-Herkunft

Brevo (ehemals Sendinblue) hat seinen Ursprung in Frankreich und speichert Daten standardmäßig auf europäischen Servern. Die kostenlose Variante erlaubt bis zu 300 E-Mails täglich – ausreichend für erste Tests, nicht aber für produktiven Betrieb mit einer aktiven Liste. Brevo deckt E-Mail, SMS, Chat und einfache Automationen ab, bietet aber weder Funnel-Builder noch Kursbereich.

Für Unternehmen, die von Kartra auf ein reines E-Mail-System wechseln, ist Brevo der günstigste Einstieg. Der Nachteil: Marketing-Automationen bleiben auf einem deutlich einfacheren Niveau als bei ActiveCampaign, und ein späteres Upgrade auf ein leistungsstärkeres System bedeutet erneuten Migrationsaufwand. Wer mittelfristig komplexere Automationen plant, wählt besser direkt das Zielsystem.

CleverReach: die deutsche Option für reines E-Mail-Marketing

CleverReach ist ein deutschsprachiges E-Mail-Marketing-Tool aus Oldenburg. Es bietet keine Funnel-Funktionen und keinen Mitgliederbereich, überzeugt aber mit einem vollständig deutschen Interface, deutschem Kundendienst und Servern in Deutschland. Das macht CleverReach zur unkompliziertesten Option für Unternehmen, die ihre DSGVO-Dokumentation so schlank wie möglich halten wollen.

Der Funktionsumfang ist bewusst schlank gehalten: Newsletter, einfache Automationen, A/B-Tests und detaillierte Versandauswertungen. Wer von Kartra kommt und dort hauptsächlich E-Mail-Sequenzen genutzt hat, findet in CleverReach eine wartungsarme Lösung ohne Einarbeitungsaufwand. Für komplexere Automationen, CRM-Anbindungen oder verhaltensbasierte Trigger ist CleverReach nicht die richtige Wahl.

Wann CleverReach sinnvoll ist

CleverReach passt zu drei konkreten Konstellationen:

  • Unternehmen mit Compliance-Anforderungen, die explizit deutschen Serverstandort verlangen – etwa im öffentlichen Sektor oder in regulierten Branchen.
  • Teams ohne technisches Marketing-Wissen, die einen einfach bedienbaren Newsletter-Dienst ohne steile Lernkurve brauchen.
  • Betriebe, die Kartra ausschließlich für E-Mail-Sequenzen genutzt haben und diesen Bereich 1:1 mit einem schlankeren Tool ersetzen wollen.

So wechselst du von Kartra zu ActiveCampaign – Schritt für Schritt

Mit einer aufgeräumten Kontaktliste und klarer Automationsstruktur dauert der Wechsel in der Regel eine bis zwei Wochen aktiver Arbeit. Plane den parallelen Betrieb ein: ActiveCampaign läuft und wird getestet, während Kartra noch aktiv ist. Erst wenn alles reibungslos funktioniert, wird Kartra abgekündigt.

  1. Kontaktliste aus Kartra exportieren: Öffne in Kartra Kommunikation > Kontakte > Export und exportiere getrennte Listen je Segment. Das spart Zeit beim Re-Import, weil du die Segmentstruktur nicht neu aufbauen musst.
  2. ActiveCampaign-Konto anlegen und Liste importieren: Öffne Kontakte > Importieren > CSV hochladen und ordne die Custom Fields zu, die in Kartra als Tags geführt wurden.
  3. Einwilligungs-Timestamps prüfen: ActiveCampaign verlangt belegte Einwilligung für den Versand. Prüfe, ob der Kartra-Export die Opt-in-Zeitstempel mitführt, und importiere nur Kontakte mit dokumentierter Einwilligung.
  4. Welcome-Sequenz als erste Automation aufbauen: Öffne in ActiveCampaign Automationen > Neue Automation erstellen und baue die meistgenutzte Sequenz mit dem visuellen Editor nach.
  5. Site Tracking einrichten: Füge den ActiveCampaign-Tracking-Code in den Header deiner Website ein. Das aktiviert verhaltensbasierte Trigger, die Kartra in dieser Form nicht bietet.
  6. Zahlungssystem separat anbinden: Da ActiveCampaign keinen eigenen Warenkorb hat, bindest du eine externe Lösung wie Digistore24 oder Stripe über eine native Integration oder via Zapier an.
  7. Kartra erst kündigen, wenn alle Automationen laufen: Lass ActiveCampaign mindestens zwei bis drei Wochen produktiv laufen und prüfe, ob keine offenen Sequenzen mehr in Kartra hängen, bevor du kündigst.

Typische Fehler beim Tool-Wechsel

Der häufigste Fehler beim Plattformwechsel ist der Vollumzug: Wer gleichzeitig Kursplattform, E-Mail, Funnel und Website wechselt, blockiert sich für Wochen und hat keinen laufenden Betrieb mehr. Sinnvoller ist der sequenzielle Umstieg – zuerst E-Mail und Automation auf ActiveCampaign migrieren, dann Kartra abkündigen, danach weitere Tools Schritt für Schritt ersetzen.

Ein zweiter Fehler ist das Ignorieren abhängiger Verbindungen. Wer in Kartra automatisch Käufer-Tags gesetzt hat, muss prüfen, ob Drittanbieter wie Digistore24 oder Thinkific diese Tags über Webhooks in ActiveCampaign nachbilden können. ActiveCampaign unterstützt das technisch, aber die Verbindungen müssen aktiv eingerichtet werden – sie entstehen nicht automatisch beim Import.

Ein dritter Fehler betrifft das Timing. Kartra-Abonnements laufen häufig jährlich. Wer zu einem ungünstigen Zeitpunkt kündigt, zahlt monatelang doppelt. Plane den Wechsel so, dass ActiveCampaign mindestens vier Wochen vor dem Kartra-Verlängerungsdatum vollständig produktiv läuft – dann kann die Kartra-Verlängerung pünktlich gestoppt werden.

Häufige Fragen

Kartra ist für DACH-Unternehmen nutzbar, wenn ein Auftragsverarbeitungsvertrag abgeschlossen und die Datenübertragung in die USA auf Basis von Standardvertragsklauseln dokumentiert ist. Der AVV muss aktiv bei Kartra angefordert werden; er ist nicht automatisch aktiv. Wer den Dokumentationsaufwand für Drittlandübertragungen vermeiden will, wählt einen Anbieter mit EU-Serverstandort.

Welche Alternative eignet sich für Online-Kurs-Anbieter?

Kajabi ist die stärkste spezialisierte Option für Online-Kursanbieter, weil Mitgliederbereich, Kursstruktur und Community nativ integriert sind. Wer bereits ActiveCampaign für E-Mail-Marketing nutzt, kann Kajabi als Kursplattform anbinden und hält so beide Bereiche auf einem professionellen Niveau, ohne Kompromisse in der Automation machen zu müssen. Die Kombination ist teurer als Kartra, leistet in beiden Disziplinen aber deutlich mehr.

Kann ActiveCampaign Kartra vollständig ersetzen?

Nicht ohne ergänzende Tools. ActiveCampaign ersetzt E-Mail-Marketing, Automation und CRM besser als Kartra. Für Warenkorb, Mitgliederbereich und Landing Pages brauchst du separate Tools. Das ist kein Nachteil per se – spezialisierte Tools leisten in ihrem Bereich deutlich mehr als das Allzweck-Modul einer All-in-One-Plattform, und die meisten dieser Ergänzungen sind kostengünstig verfügbar.

Wie lange dauert ein Wechsel von Kartra zu ActiveCampaign?

Mit einer aufgeräumten Kontaktliste und klarer Automationsstruktur dauert der Wechsel eine bis zwei Wochen aktiver Arbeit. Der größte Zeitaufwand entsteht beim Neuaufbau der Automationen und beim Prüfen, ob Einwilligungs-Timestamps aus Kartra exportiert und in ActiveCampaign korrekt zugeordnet werden. Plane zusätzlich Zeit für das parallele Testen ein.

Gibt es kostenlose Alternativen zu Kartra?

Brevo bietet eine Freivariante für bis zu 300 E-Mails täglich. MailerLite und Mailchimp haben ebenfalls kostenlose Einstiegspläne. Alle freien Varianten sind für den produktiven Einsatz mit mehreren Tausend Kontakten oder aktiven Funnels nicht geeignet; sie dienen als Testumgebung, nicht als dauerhafte Infrastruktur für ein wachsendes Business.

Die Wahl der richtigen Kartra-Alternative hängt weniger von Feature-Listen ab als von der Frage, wie das eigene Geschäftsmodell aufgebaut ist. Wer hauptsächlich Online-Kurse verkauft, wählt anders als wer ein Beratungsgeschäft mit CRM-Anforderungen betreibt. Der erste Schritt ist ein klarer Blick auf die drei Kernfunktionen, die täglich gebraucht werden – dann das Tool, das diese drei Dinge am besten beherrscht. Wer ActiveCampaign dabei strukturiert einrichten will, findet in unserem ActiveCampaign-Kurs einen praktischen Einstieg.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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