ActiveCampaign stellt mehr als 125 E-Mail-Vorlagen bereit, aufgeteilt in vier Kategorien: KI-generierte Templates, zielspezifische Business-Goal-Templates, fertig gestaltete Designed Templates und strukturelle Layout-Vorlagen. Wer diese nicht als Einzelhilfen betrachtet, sondern als System – je eine Mastervorlage pro E-Mail-Typ – hält seine Markenkommunikation konsistent und reduziert den Aufwand je Kampagne dauerhaft.
Das Wichtigste in Kürze
- ActiveCampaign unterscheidet vier Vorlagentypen; das Brand Kit legt Farben, Schriften und Logo einmalig fest und wird von KI-generierten Templates automatisch verwendet.
- Ein Template-System aus 3–5 Mastervorlagen je Einsatzzweck spart mehr Zeit als viele Einzelvorlagen, die jedes Mal neu angepasst werden müssen.
- Der Email Designer ist für neue Projekte die erste Wahl; Custom HTML lohnt sich nur bei sehr spezifischen Darstellungsanforderungen, die der Drag-and-Drop-Editor nicht abdeckt.
- DSGVO-Pflicht: Impressum, Abmelde-Link und Datenschutzlink gehören in jeden Footer – Global Footers in ActiveCampaign setzen das einmalig für alle Vorlagen um.
- Wer Vorlagen testet, ändert pro Testlauf genau ein Element; mehrere gleichzeitige Änderungen machen den Effekt unmessbar.
Welche Vorlagentypen ActiveCampaign anbietet – und was der Unterschied ist
Der Template-Picker in ActiveCampaign gliedert das Angebot in vier Bereiche. Das klingt überschaubar, aber die Unterschiede im Einsatzzweck sind erheblich: Wer die falsche Kategorie wählt, verbringt Zeit damit, eine Vorlage gegen ihre eigene Konzeption umzubauen.
KI-generierte Templates
Dieser Bereich erzeugt Vorlagen auf Basis deines Brand Kits. Du gibst deine Website-URL ein, ActiveCampaign extrahiert Farben und Schriften, und aus dieser Grundlage entstehen Templates, die optisch zu deinem Auftritt passen. Voraussetzung ist, dass dein Brand Kit korrekt eingerichtet ist – sonst greift die KI auf generische Standardwerte zurück. Der Pfad lautet: Kampagnen → Kampagnen-Templates → KI-Templates.
Der praktische Vorteil: Du musst Farben und Schriften nicht manuell in jede neue Vorlage einpflegen. Das lohnt sich besonders dann, wenn du regelmäßig neue E-Mail-Formate anlegst oder mehrere Personen im Team Templates erstellen.
Business-Goal-Templates
Diese Vorlagen sind nach Kommunikationszielen sortiert, nicht nach Branchen oder Layouts. ActiveCampaign unterscheidet fünf Hauptkategorien:
- Give an Update: Newsletter, Produktneuigkeiten, Blog-Updates, Back-in-Stock-Mails
- Make an Announcement: Produktlaunches, Firmen-News, Webinar-Ankündigungen, Pressemitteilungen
- Request Action: Event-Einladungen, Bewertungsanfragen, Umfragen, Referral-Programme
- Sell a Product: Verkaufs-E-Mails, zeitlich begrenzte Angebote, Cross-Selling, Abandoned-Cart-Mails
- Holidays and Seasons: Geburtstags-E-Mails, saisonale Kampagnen, Jubiläumsmails
Jede Vorlage enthält Platzhaltertexte, die zeigen, wie der Inhalt strukturiert sein sollte. Das ist vor allem für Redaktionen nützlich, die unregelmäßig Kampagnen erstellen und sich an einem erprobten Aufbau orientieren wollen.
Layout-Vorlagen
Layout-Vorlagen liefern das strukturelle Grundgerüst: Spaltenanzahl, Kopfzeile, Footer-Bereich, Bild-Text-Verhältnis. Sie enthalten keinen vorbereiteten Inhalt und keine Farbanpassungen aus dem Brand Kit. Wer ein eigenes Design von Grund auf aufbauen will, ohne bei Null zu starten, greift hier zu. Typische Varianten: einspaltiger Aufbau für persönliche E-Mails, zweispaltige Produktübersichten, headerlose Transaktions-E-Mails.
Designed Templates
Vollständig gestaltete Vorlagen für typische E-Mail-Formate: Welcome-Mails, Newsletter, Event-Einladungen, Ticket-Bestätigungen. Diese Templates sind sofort einsatzbereit und erfordern nur das Einpflegen der eigenen Inhalte. Das Risiko: Ohne Anpassung an das eigene Brand Kit sieht die E-Mail wie viele andere aus, die auf denselben ActiveCampaign-Vorlagen basieren. Zumindest Farben und Logo anzupassen ist hier Pflicht.
Wie das Brand Kit den Design-Aufwand dauerhaft reduziert
Das Brand Kit ist eine Einstellungsseite innerhalb von ActiveCampaign, auf der du Primär- und Sekundärfarben, Schriftarten und dein Logo hinterlegst. Einmal korrekt befüllt, übernehmen KI-generierte Vorlagen diese Werte automatisch. Der Weg: Einstellungen → Brand Kit – oder alternativ direkt im Email Designer über das Farb-Panel.
Was das konkret bedeutet: Wenn dein Brand Kit Dunkelblau als Primärfarbe und eine bestimmte Schrift enthält, werden neue KI-Templates diese Werte übernehmen, ohne dass du sie manuell einstellen musst. In Unternehmen, in denen mehrere Personen E-Mails erstellen, verhindert ein sauber gepflegtes Brand Kit, dass sich Farbvarianten und Schriftmixe einschleichen.
Ein häufig übersehener Punkt: Das Brand Kit gilt nicht rückwirkend für bereits erstellte Custom-Templates. Bestehende Vorlagen müssen manuell angepasst werden, wenn sich das Brand Kit nachträglich ändert. Deshalb lohnt es sich, das Brand Kit einzurichten, bevor du mit dem Erstellen von Vorlagen anfängst – und nicht umgekehrt.
Ein Template-System aufbauen statt Einzelvorlagen sammeln
Viele Teams starten mit einer Vorlage für den Newsletter und erstellen danach für jede neue Kampagne eine neue Vorlage. Nach einem Jahr gibt es 40 Templates, von denen niemand mehr weiß, welches das aktuell gültige ist. Ein Template-System denkt anders: Es gibt genau eine Mastervorlage je E-Mail-Typ, und von dieser Mastervorlage werden Kampagnen abgeleitet.
Sinnvolle E-Mail-Typen für ein Template-System in deutschsprachigen Unternehmen:
- Newsletter-Vorlage: Für regelmäßige Inhalts-E-Mails, typischerweise mit mehreren Artikeln oder Themen, Mehrfach-CTA erlaubt
- Produktankündigung: Für Launches, Updates und neue Angebote – fokussiert auf ein Thema, ein primärer CTA
- Event-Einladung: Mit Terminangaben, Agenda-Bereich und Anmeldebutton als dominantem Element
- Transaktions-E-Mail: Minimalistische Vorlage für Bestätigungen, Rechnungen, Passwortreset – kein Marketing-Header, kein bunter Footer
- Nurturing-E-Mail: Textbasierter Stil für mehrteilige Sequenzen, weniger Design-Ablenkung, höhere Lesbarkeit auf mobilen Geräten
Jeder dieser Typen bekommt genau eine Mastervorlage mit dem Namensschema [Typ]_Master, also „Newsletter_Master", „Event_Master". Kampagnen werden dann als Kopien dieser Mastervorlagen angelegt – das Original bleibt unberührt. Eine Kopie erstellst du im Template-Picker mit dem Dreipunkt-Menü → Duplizieren.
In der Praxis zeigt sich: Teams, die dieses System konsequent einhalten, geraten deutlich seltener in die Situation, Kampagnen wegen Designfehlern zurückzuhalten oder nachzubessern. Der Grund ist einfach: Wer vom gesicherten Master ausgeht, verändert nur den Inhalt – nicht gleichzeitig Layout, Farben und Inhalte in einem Zug.
So richtest du eine Mastervorlage ein – Schritt für Schritt
Das Ergebnis dieser Anleitung ist eine vollständig konfigurierte Mastervorlage im Email Designer, die du ab sofort für Kampagnen duplizieren kannst. Durchgängige Voraussetzung: Der Email Designer ist als Editor ausgewählt, nicht der Classic Designer.
- Brand Kit einrichten: Einstellungen → Brand Kit → Primärfarbe, Sekundärfarbe, Schriftart und Logo hinterlegen. Wenn du eine Google-Schrift nutzt, prüfe vorab, ob sie im Email Designer verfügbar ist.
- Template-Kategorie wählen: Kampagnen → Kampagnen-Templates → neue Vorlage erstellen. Wähle zwischen KI-Template (nutzt das Brand Kit) oder einem Layout-Template als neutralem Ausgangspunkt.
- Global Footer anlegen: Kampagnen → Globale Footers verwalten → Neuen Footer erstellen. Trage Impressum (Firmenname, Adresse, Geschäftsführer), Abmelde-Link über den Personalisierungstag %UNSUBSCRIBELINK% und Link zur Datenschutzerklärung ein. Dieser Footer wird später im Template verknüpft.
- Header-Bereich konfigurieren: Logo einbinden aus dem Medienpool, Navigationsleiste bei Bedarf, Hintergrundfarbe entsprechend Brand Kit.
- Inhaltsbereich vorbereiten: Platzhalter-Blöcke für die typischen Inhalte deines E-Mail-Typs anlegen. Beim Newsletter: ein Hauptartikel-Block, ein Secondary-Block, optional ein CTA-Banner-Block.
- Global Footer verknüpfen: Im Footer-Bereich des Templates den zuvor erstellten Global Footer einbinden. Dadurch wird bei Änderungen am Footer automatisch jedes Template aktualisiert, das diesen Footer einbindet – ohne manuelle Nacharbeit.
- Mobile-Ansicht prüfen: Im Email Designer oben rechts auf das Smartphone-Icon klicken. Prüfe Schriftgröße (mindestens 14 px Lesetext), Buttonbreite (mindestens 44 px Tippfläche) und Bildverhalten auf kleinen Bildschirmen.
- Vorlage als Master speichern: Unter dem Namensschema [Typ]_Master speichern, zum Beispiel „Newsletter_Master". Ab jetzt keine Änderungen am Original – nur Kampagnenkopien davon ableiten.
Email Designer, Classic Designer oder Custom HTML – welcher Editor passt wann
ActiveCampaign bietet drei verschiedene Editoren für E-Mail-Vorlagen. Die richtige Wahl hängt davon ab, was du bereits hast und was du aufbauen willst.
Editor | Geeignet für | Einschränkungen |
|---|---|---|
Email Designer | Neue Templates, KI-Integration, Brand Kit, Mobile-Vorschau, laufende Weiterentwicklung | Templates aus dem Classic Designer sind nicht übertragbar |
Classic Designer | Bestehende Templates aus diesem Editor weiterführen | Kein KI-Feature, keine Brand-Kit-Integration, keine neuen Funktionen mehr |
Custom HTML | Sehr spezifische Layoutanforderungen, Migration bestehender HTML-Templates aus anderen Systemen | Responsivität selbst programmieren, Rendering-Tests in mehreren E-Mail-Clients nötig |
Für alle neuen Projekte ist der Email Designer die richtige Wahl. Classic-Designer-Vorlagen lassen sich nicht in den Email Designer importieren – wer wechseln will, muss Templates neu aufbauen. Das ist einmaliger Aufwand, der sich auszahlt: Der Email Designer wird aktiv weiterentwickelt, der Classic Designer ist eingefroren.
Custom HTML lohnt sich nur bei sehr spezifischen Anforderungen: mehrspaltige Layouts mit bedingter Sichtbarkeit auf Rendering-Ebene, Integration von Schriften außerhalb des ActiveCampaign-Angebots, oder die Migration von HTML-Vorlagen aus einem anderen E-Mail-System. Wer Custom HTML nutzt, muss alle Vorlagen in den wichtigsten E-Mail-Clients testen – Outlook auf Windows rendert HTML noch mit der Word-Engine, was zu abweichenden Darstellungen führt.
Typische Fehler beim Arbeiten mit E-Mail-Vorlagen – mit Ursache und Gegenmittel
Die folgenden Fehler tauchen immer wieder auf – nicht weil Nutzer unaufmerksam sind, sondern weil die Konsequenzen sich erst verzögert zeigen.
Vorlagen direkt bearbeiten statt zu duplizieren
Wer das Template-Original öffnet und sofort beginnt, Inhalte einzufügen, überschreibt die Mastervorlage. ActiveCampaign erstellt beim Bearbeiten einer Vorlage im Kampagnenfluss automatisch eine Kopie – aber nur, wenn du den Weg über Kampagnen erstellen → Template wählen gehst. Die direkte Bearbeitung unter Kampagnen-Templates ändert das Original. Wer danach eine neue Kampagne von diesem Template ableitet, startet mit den Inhalten der letzten Bearbeitung.
Gegenmittel: Mastervorlagen nie direkt öffnen, sondern immer zuerst duplizieren. Benenne das Duplikat sofort nach dem Kampagnennamen, bevor du weitermachst.
Footer ohne Global-Footer-Funktion einbinden
Viele pflegen Impressum und Datenschutzlink manuell in jede Vorlage. Wenn sich die Anschrift ändert oder ein Link aktualisiert werden muss, müssen alle Templates einzeln angepasst werden. In einem Bestand von 20+ Vorlagen führt das zu Inkonsistenzen: Manche Templates haben die neue Adresse, andere die alte.
Gegenmittel: Global Footers einrichten und in allen Templates verknüpfen. Eine Änderung am Global Footer gilt sofort für alle Templates, die ihn einbinden – ohne manuelle Nacharbeit in jedem einzelnen Template.
Mobile-Darstellung erst nach dem Versand prüfen
Der Email Designer zeigt standardmäßig die Desktop-Ansicht. Wer nicht aktiv auf die Mobile-Vorschau wechselt, bemerkt Probleme wie zu kleine Schrift, übereinanderfallende Spalten oder beschnittene Bilder erst, wenn Abonnenten sie melden. Mobil geöffnete E-Mails überwiegen in den meisten Branchen seit Jahren deutlich.
Gegenmittel: Mobile-Vorschau als festen Schritt im Freigabeprozess verankern. Der Schritt „Mobile geprüft" gehört in jede Kampagnen-Checkliste, nicht ins Belieben der versendenden Person.
Mehrere gleichwertige CTAs ohne Hierarchie
Wenn eine E-Mail vier gleichwertige Buttons enthält, hat der Leser keinen klaren Handlungsimpuls. Mehrere CTAs verteilen Klicks, ohne eines der Ziele zu stärken. Wer fokussierte E-Mails mit einem primären CTA gegen Varianten mit mehreren gleichrangigen Buttons testet, sieht in der Praxis fast immer, dass der klare Handlungsimpuls die Klickrate stärkt.
Gegenmittel: Ein primärer CTA pro E-Mail. Ein sekundärer Link als Textvariante ist möglich, aber kein zweiter gleichwertiger Button. Die Vorlage selbst sollte das durchsetzen: Lege im Master nur einen Button-Block an – wer einen zweiten braucht, muss ihn bewusst hinzufügen.
Templates nur in ActiveCampaign testen, nicht in echten E-Mail-Clients
Was im ActiveCampaign-Preview korrekt aussieht, kann in Outlook 2019, Samsung Mail oder Apple Mail anders dargestellt werden. Besonders betroffen: mehrspaltige Layouts, spezielle Schriften, abgerundete Ecken an Buttons.
Gegenmittel: Für neue Mastervorlagen einen Rendering-Test mit einem Inbox-Test-Tool wie Email on Acid oder Litmus durchführen. Das ist kein laufender Aufwand, sondern einmalig beim Setup der Mastervorlage – und deckt Darstellungsprobleme auf, bevor sie bei echten Empfängern auftreten.
Wann eine Standard-Vorlage nicht ausreicht
E-Mail-Vorlagen in ActiveCampaign decken den Großteil der Anwendungsfälle ab. Es gibt aber Konstellationen, in denen ein anderer Ansatz sinnvoller ist.
Wenn du Inhalte brauchst, die sich in Echtzeit aus externen Quellen speisen – aktuelle Preise aus einem Shop-System, Live-Lagerstände oder Produktempfehlungen aus einer Recommendation-Engine – stoßen statische Templates an ihre Grenzen. Hier helfen RSS-basierte Kampagnen für Blog-Updates oder API-gesteuerte Kampagnen, bei denen Inhaltsblöcke serverseitig befüllt werden.
Wer sehr unterschiedliche Inhalte für verschiedene Segmente in einer einzigen E-Mail bündeln will, arbeitet besser mit Conditional Content in ActiveCampaign – einer Funktion, die Inhaltsblöcke abhängig von Kontakt-Tags, Custom Fields oder Segment-Zugehörigkeit ein- oder ausblendet. Das ist kein Template-Problem, sondern ein Personalisierungsproblem, das auf Template-Ebene nicht lösbar ist.
DSGVO-Anforderungen in E-Mail-Vorlagen für den DACH-Raum
Für Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind bestimmte Elemente in jeder kommerziellen E-Mail gesetzlich verpflichtend. Vorlagen müssen diese Anforderungen strukturell eingebaut haben – nicht als nachträgliches Anhängen vor dem Versand.
Pflichtbestandteile im Footer
- Vollständiges Impressum: Firmenname, Rechtsform, Adresse, Handelsregisternummer (wenn eingetragen), Geschäftsführer oder Vertretungsberechtigter
- Abmelde-Link: In ActiveCampaign als Personalisierungstag %UNSUBSCRIBELINK% eingebunden; dieser Link muss in jeder Marketing-E-Mail enthalten sein
- Link zur Datenschutzerklärung: Nach UWG nicht zwingend vorgeschrieben, aber nach DSGVO-Praxis und in vielen Datenschutzaudits gefordert
- Kontaktadresse: Mindestens eine E-Mail-Adresse, unter der Empfänger Auskunft oder Widerruf beantragen können
ActiveCampaign fügt den Abmelde-Link beim Versand automatisch hinzu, wenn er im Template fehlt – aber in generischer Position und ohne eigene Gestaltung. Position und Darstellung liegen dann beim System. Besser ist, den Link über den Personalisierungstag selbst zu platzieren und als festes Designelement im Global Footer zu gestalten.
Besonderheiten für verschiedene Rechtsformen
GmbH und UG müssen Handelsregisternummer, Registergericht und Geschäftsführer angeben. Einzelunternehmer müssen den bürgerlichen Namen nennen, auch wenn sie unter einem Markennamen auftreten. Freiberufler mit Kammeranbindung (Steuerberater, Rechtsanwälte, Ärzte) unterliegen zusätzlichen berufsrechtlichen Angaben. Lege für unterschiedliche Rechtsformen separate Global Footers an und verknüpfe sie mit den entsprechenden Templates.
Wer tiefer in die datenschutzrechtliche Einrichtung von ActiveCampaign einsteigen will, findet im Beitrag zu DSGVO-konformem E-Mail-Marketing mit ActiveCampaign eine vollständige Anleitung – von Double-Opt-in-Formularen bis zu Auftragsverarbeitungsverträgen.
Template-Performance messen und weiterentwickeln
Eine Mastervorlage ist kein einmaliges Projekt. Sie entwickelt sich mit deiner Liste, deinen Inhalten und dem Verhalten deiner Abonnenten. Wer nach dem Setup nichts mehr prüft, hat zwar ein konsistentes Design, aber kein lernendes System.
Welche Metriken auf Template-Ebene relevant sind
- Klickrate (CTOR): Die Click-to-Open-Rate zeigt, wie gut der sichtbare Inhalt bei den Lesern ankommt, die die E-Mail geöffnet haben. Sinkt die CTOR über mehrere Kampagnen mit demselben Template, liegt das Problem oft im Layout oder im CTA-Design, nicht im Betreff.
- Abmelderate: Steigt die Abmelderate nach einem Template-Wechsel, ist das ein Signal, dass das neue Design als störend empfunden wird – besonders bei einem Wechsel von textzentrierten zu sehr grafikintensiven Designs.
- Klickverteilung: ActiveCampaign zeigt im Kampagnenbericht, welche Links geklickt wurden. Diese Verteilung zeigt, ob dein primärer CTA tatsächlich der meistgeklickte ist oder ob ein weniger prominenter Link mehr Klicks zieht.
Wie du Vorlagen gezielt verbesserst
- Baseline etablieren: Mindestens 8–10 Kampagnen mit demselben Template versenden, bevor du urteilst. Einzelkampagnen sind zu stark von Thema und Zeitpunkt abhängig.
- Hypothese formulieren: „Ich vermute, dass ein größerer CTA-Button die Klickrate erhöht." Nicht: „Ich teste mal etwas am Layout."
- Genau eine Variable ändern: Button-Größe, Button-Farbe, Headerbereich oder Spaltenzahl – nie mehrere Elemente gleichzeitig, weil du sonst den Effekt nicht isolieren kannst.
- A/B-Test aufsetzen: Kampagnen erstellen → A/B-Test wählen. Mindestens 200 Empfänger je Variante einplanen, damit die Ergebnisse belastbar sind. Wie du einen A/B-Test in ActiveCampaign korrekt einrichtest, zeigt der verlinkte Beitrag.
- Ergebnis abwarten: Kein Abbruch nach 24 Stunden. Für statistische Belastbarkeit mindestens 48–72 Stunden laufen lassen.
- Gewinner ins Master übertragen: Den verbesserten Stand in die Mastervorlage zurückschreiben – nicht nur in die Testkopie.
Häufige Fragen
Können Templates zwischen dem Email Designer und dem Classic Designer übertragen werden?
Nein. Vorlagen aus dem Classic Designer lassen sich nicht in den Email Designer importieren und umgekehrt. Wenn du auf den Email Designer umsteigen willst, musst du bestehende Classic-Vorlagen manuell neu aufbauen. Das ist einmaliger Aufwand, der sich langfristig auszahlt, weil der Classic Designer keine neuen Funktionen mehr erhält und der Email Designer aktiv weiterentwickelt wird.
Wie viele Mastervorlagen brauche ich für einen typischen E-Mail-Mix?
Für die meisten Unternehmen reichen 4–6 Mastervorlagen: Newsletter, Produktankündigung, Event-Einladung, Transaktionsmail, Nurturing-Sequenz und gegebenenfalls eine saisonale Vorlage. Mehr Vorlagen als Einsatzzwecke führen zu Verwirrung und inkonsistenter Markenkommunikation. Fang mit drei an und ergänze nur dann, wenn ein neuer Typ sich deutlich vom bestehenden Sortiment unterscheidet.
Was passiert mit dem Abmelde-Link, wenn ich ihn im Template vergesse?
ActiveCampaign fügt den Abmelde-Link automatisch ein, wenn er im Template fehlt – aber an einer generischen Position und ohne eigene Gestaltung. Der automatisch eingefügte Text erscheint oft zusammenhanglos am Ende der E-Mail. Besser ist, den Link über den Personalisierungstag %UNSUBSCRIBELINK% explizit in deinem Global Footer zu platzieren und gestalterisch einzubetten.
Wie oft sollte ich meine Mastervorlagen überarbeiten?
Eine vollständige Überarbeitung ist selten nötig. Sinnvoll ist eine Prüfung, wenn sich dein Brand Kit ändert (neues Logo, neue Farben), wenn ActiveCampaign neue Email-Designer-Funktionen einführt, die du nutzen willst, oder wenn Klick- und Öffnungsraten über mehrere Monate absinken, ohne dass sich die Inhaltsstrategie geändert hat. Was funktioniert, muss nicht angefasst werden.
Kann ich eine Vorlage für Automationen und manuelle Kampagnen gleichzeitig nutzen?
Ja. Templates in ActiveCampaign sind universell einsetzbar – du wählst sie beim Erstellen einer manuellen Kampagne genauso wie beim Aufbau einer Automatisierung. Das macht ein sauber aufgebautes Template-System für Automationen besonders wichtig: Automationen laufen monatelang ohne aktive Betreuung. Eine nachträgliche Änderung am Mastertemplate hat keine Auswirkung auf bereits laufende Automations-E-Mails, die beim Einrichten eine eigene Kopie erhalten haben.
Wer das Template-System einmal aufgebaut hat, merkt schnell, wo der nächste Schritt liegt: in der Personalisierung der Inhalte. Conditional Content erlaubt es, innerhalb einer einzigen Vorlage verschiedene Abschnitte für unterschiedliche Kontaktsegmente ein- oder auszublenden – das ist der logische Folgeschritt, sobald das grundlegende System steht. Advertal begleitet als offizieller ActiveCampaign-Partner Unternehmen im deutschsprachigen Raum bei diesen Setups und kann den Aufbau eines Template-Systems im Rahmen einer ActiveCampaign-Beratung unterstützen.


