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A/B-Test im E-Mail-Marketing mit ActiveCampaign

Tom
Tom
4. April 2025 · 5 Min. Lesezeit

A/B-Tests in ActiveCampaign laufen auf zwei Ebenen: Für einzelne Kampagnen wählst du im Kampagnen-Assistent den Typ „Splittest" und lässt den Gewinner automatisch ermitteln. Für Automatisierungen nutzt du das Split-Modul direkt im Workflow. Welchen Weg du gehst, hängt davon ab, ob du eine einmalige Aussendung oder eine laufende Sequenz optimierst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kampagnen-Splittests wählen den Gewinner automatisch nach Öffnungs- oder Klickrate und senden ihn an den Restanteil der Liste.
  • Im Automatisierungs-Split kannst du bis zu fünf Varianten testen – seit 2026 auch mit KI-generierten Betreffzeilen.
  • Valide Ergebnisse bei Öffnungsraten brauchst du mindestens 250 Empfänger je Variante.
  • Teste immer nur eine Variable gleichzeitig – sonst weißt du nicht, was den Unterschied gemacht hat.

Wann ein Splittest tatsächlich auswertbare Ergebnisse liefert

Bevor du testest, lohnt es sich zu wissen, ab wann ein Ergebnis statistisch belastbar ist. Viele A/B-Tests enden mit einem scheinbaren Sieger, der sich beim nächsten Versand als Zufall herausstellt – weil die Testgruppen zu klein waren.

Als Orientierung gilt: Wenn du die Öffnungsrate misst, brauchst du pro Variante mindestens 250 Empfänger. Willst du Klickraten vergleichen, sollten es mindestens 1.000 Empfänger je Variante sein, weil deutlich weniger Menschen klicken als öffnen. Je kleiner der erwartete Unterschied zwischen den Varianten, desto größer der Stichprobenbedarf.

Auch der Zeitraum zählt: Öffnungsraten stabilisieren sich meist zwei bis vier Stunden nach dem Versand. Klickraten brauchen 24 bis 48 Stunden, weil Leser E-Mails zu sehr unterschiedlichen Tageszeiten wieder öffnen. Wertest du zu früh aus, riskierst du, die falsche Variante zu bevorzugen.

So richtest du einen Splittest für eine Kampagne ein

Dieser Weg eignet sich für einmalige Newsletter oder zeitgebundene Kampagnen an eine größere Empfängerliste. ActiveCampaign ermittelt den Gewinner automatisch nach deinen Kriterien und sendet ihn an den Restanteil der Liste.

  1. Kampagnen aufrufen und auf „Neue Kampagne erstellen" klicken.
  2. Als Kampagnentyp „Splittest" wählen.
  3. Festlegen, was getestet wird: Betreffzeile, Absenderinformation oder vollständiger E-Mail-Inhalt.
  4. Im E-Mail-Designer mindestens zwei Varianten erstellen.
  5. Den prozentualen Testanteil festlegen: z.B. Variante A und B je 20 %, die restlichen 60 % erhalten den Gewinner.
  6. Gewinnerbedingung setzen: höchste Öffnungsrate oder Klickrate, Auswertung nach 2, 4 oder 24 Stunden.
  7. Kampagne senden – der Gewinner wird automatisch an den Restanteil verschickt, sobald das Auswertungsfenster abgelaufen ist.

Beschränke dich auf maximal drei Varianten. Mehr Varianten verkleinern die einzelnen Testgruppen und machen Ergebnisse weniger verlässlich. Bei Listen über 50.000 Empfänger kannst du mehr Varianten sinnvoll einsetzen.

A/B-Tests in Automatisierungen: das Split-Modul

Ist eine E-Mail Teil einer laufenden Sequenz – Willkommens-Strecke, Lead-Nurturing oder Warenkorb-Rückgewinnung – funktioniert der Kampagnen-Splittest nicht. Für diese Fälle gibt es das Split-Modul innerhalb der Automatisierung. Wie du solche Automatisierungen in ActiveCampaign aufbaust, beschreibt ein eigener Leitfaden.

  1. Die gewünschte Automatisierung öffnen: Automatisierungen → Bearbeiten.
  2. Im Canvas auf das +-Symbol an der Stelle klicken, an der der Split beginnen soll.
  3. Modul „Teilen" (Split) auswählen.
  4. Aufteilung festlegen: gleichmäßig (50/50 oder 33/34/33) oder bedingt nach Kontakteigenschaften.
  5. Beide Pfade mit jeweils einer E-Mail-Aktion verbinden.
  6. Automatisierung laufen lassen und Öffnungs- sowie Klickraten beider Pfade im Canvas vergleichen.
  7. Den stärkeren Pfad behalten, den schwächeren Pfad aus der Automatisierung entfernen.

Stand 2026 unterstützt das Split-Modul für Automatisierungen bis zu fünf Varianten und bietet KI-gestützte Betreffzeilen-Generierung: ActiveCampaign erstellt Variationen und ermittelt den Gewinner automatisch nach Öffnungs- oder Klickrate.

Was sich lohnt zu testen – und was nicht

Nicht alle Testelemente liefern gleich klar messbare Effekte. Der Unterschied liegt darin, wie direkt das getestete Element die Kennzahl beeinflusst, die du misst.

Gut testbar: direkter Effekt auf Öffnungs- und Klickrate

  • Betreffzeile: Frage vs. Aussage, kurz vs. lang, mit oder ohne Personalisierung durch Kontaktnamen.
  • Vorschautext (Preheader): Erweiterung der Betreffzeile vs. eigenständige Information, die neugierig macht.
  • Absendername: persönlicher Name vs. Markenname – besonders bei B2B-Listen ein relevanter Faktor.
  • Versandzeitpunkt: Wochentag und Uhrzeit, wenn deine Liste unterschiedliche Lese-Gewohnheiten hat.

Schwerer messbar: mehr Empfänger und längere Laufzeit nötig

  • Inhaltslänge und Textstruktur: Wirkung auf Klickrate ist real, aber du brauchst deutlich mehr Empfänger, um Signifikanz zu erreichen.
  • CTA-Formulierung und -Platzierung: sinnvoll, wenn die Klickrate das Ziel ist und die Liste groß genug ist.
  • Bildformate und visuelles Layout: Langzeitbeobachtung empfehlenswert, kein Einzel-Splittest.

Was sich nicht lohnt: Zwei komplett unterschiedliche E-Mails gegeneinander zu testen. Wenn Betreffzeile, Inhalt und CTA gleichzeitig variieren, weißt du hinterher nicht, was den Unterschied gemacht hat. Immer nur eine Variable gleichzeitig isolieren.

Wer Splittests mit gezielter Segmentierung nach Verhalten und Tags kombiniert, bekommt aussagekräftigere Ergebnisse, weil die Zielgruppe homogener ist.

Häufige Fragen

Wie viele Empfänger braucht ein A/B-Test, damit das Ergebnis belastbar ist?

Als Orientierung gilt: mindestens 250 Empfänger je Variante, wenn du die Öffnungsrate misst, und mindestens 1.000 je Variante bei Klickraten. Das liegt daran, dass nur ein Bruchteil der Öffner tatsächlich klickt – die absolute Zahl der Ereignisse muss groß genug sein, damit Zufallsschwankungen das Ergebnis nicht verfälschen. Wer mit einer kleinen Liste testet, sollte das Ergebnis als Tendenz werten, nicht als Beweis.

Kann ich in ActiveCampaign mehr als zwei Varianten gleichzeitig testen?

Im Kampagnen-Splittest unterstützt ActiveCampaign bis zu fünf Varianten. Im Automatisierungs-Split sind seit 2026 ebenfalls bis zu fünf Pfade möglich. Mehr Varianten bedeuten kleinere Testgruppen: Bei einer Liste von 2.000 Empfängern und fünf Varianten à 10 % Testanteil hat jede Variante nur 40 Empfänger – statistisch nicht aussagekräftig. Mehr als drei Varianten sind erst ab sehr großen Listen sinnvoll.

Wie lange sollte ein A/B-Test in einer Automatisierung laufen?

Im Gegensatz zum Kampagnen-Splittest gibt es beim Automatisierungs-Split keine feste Laufzeit. Kontakte durchlaufen den Split in dem Moment, in dem sie die Automatisierung erreichen. Die Auswertung sollte erst beginnen, wenn beide Pfade die Mindest-Empfängerzahl erreicht haben – also mindestens 250 Empfänger je Pfad bei Öffnungsraten. Je nach Kontaktzufluss kann das Tage bis Wochen dauern.

Ab welchem Plan kann ich Splittests in ActiveCampaign nutzen?

Splittests für Kampagnen sind ab dem Plus-Plan verfügbar. Das Split-Modul in Automatisierungen steht in allen Plänen zur Verfügung, die Automatisierungen unterstützen – ab Lite. Die KI-gestützte Varianten-Generierung im Automatisierungs-Split ist an den Plus-Plan oder höher gebunden. Welcher Plan passt, hängt davon ab, ob du primär Kampagnen oder Automatisierungen testen willst.

Was ist der Unterschied zwischen dem Splittest in Kampagnen und dem Split-Modul in Automatisierungen?

Der Kampagnen-Splittest ist für einmalige Aussendungen gedacht: Du definierst den Testanteil vorab, ActiveCampaign wählt den Gewinner automatisch und sendet ihn an den Rest. Das Split-Modul in Automatisierungen teilt laufende Kontakte in Echtzeit auf verschiedene Pfade auf und ermittelt keinen Gewinner automatisch – du entscheidest selbst, wann du die Auswertung vornimmst und welchen Pfad du behältst.

Wer Splittests systematisch in bestehende ActiveCampaign-Accounts integrieren will und dabei Unterstützung sucht, findet bei Advertal als offiziellem ActiveCampaign-Partner einen direkten Ansprechpartner – Gespräch mit Advertal anfragen.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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