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E-Mail-Terminvereinbarung: 5 erprobte Templates für mehr Kundentermine

Tom
Tom
12. März 2026 · 13 Min. Lesezeit

E-Mail-Terminvereinbarung funktioniert zuverlässig, wenn du zwei Dinge zusammenbringst: Vorlagen, die den Empfänger wirklich abholen, und eine automatisierte Sequenz, die nach der Erstansprache nicht abbricht. Wer nur gute Texte hat, verliert Termine durch zu frühes Aufhören; wer nur eine Automation hat, sendet ins Leere. Dieser Beitrag zeigt dir fünf einsatzbereite Templates und wie die vollständige Sequenz in ActiveCampaign läuft.

Das Wichtigste in Kürze

  • Terminvereinbarungs-E-Mails konvertieren deutlich besser, wenn der Empfänger mit einem Klick bucht – kein manuelles Hin-und-Her per E-Mail.
  • Eine automatisierte Sequenz aus drei bis vier E-Mails bringt mehr Termine als eine einzelne Erstansprache, weil die meisten Kontakte erst beim zweiten oder dritten Kontakt reagieren.
  • Der Langzeit-Follow-up nach sechs Monaten ist der am häufigsten ausgelassene Schritt – und in der Praxis oft der ergiebigste.
  • In ActiveCampaign lässt sich die gesamte Sequenz als eine Automation aufbauen, inklusive Bedingungsprüfung, ob bereits gebucht wurde.
  • Für Follow-up-E-Mails nach einem Lead-Magnet-Download gilt berechtigtes Interesse als gängige Rechtsgrundlage im DACH-Raum.

Warum die meisten Terminvereinbarungs-E-Mails nicht funktionieren

Der häufigste Fehler ist strukturell, nicht sprachlich: Der Empfänger muss zu viele Schritte selbst gehen. Diese E-Mail kommt täglich in deutschen Posteingängen an:

„Hallo Herr Müller, gerne würde ich einen Termin mit Ihnen vereinbaren. Könnten Sie mir ein paar Termine vorschlagen, die bei Ihnen passen? Ich schaue dann, was bei mir geht."

Das klingt höflich. Für den Empfänger bedeutet es aber vier Schritte: Kalender öffnen, freie Slots suchen, mehrere Optionen eintippen, auf Rückmeldung warten. Jeder dieser Schritte ist ein Abbruchpunkt. Wer das Buchen eines Termins auf einen Klick reduziert – über Calendly, Cal.com oder ein ähnliches Terminbuchungstool – entfernt die häufigste Abbruchursache, bevor das eigentliche Gespräch überhaupt beginnt.

Das zweite strukturelle Problem: ein einziger Kontaktversuch. Die meisten Kontakte buchen nicht beim ersten E-Mail. Sie buchen beim zweiten, dritten oder – nach einer Pause von Monaten – beim fünften Kontakt. Wer nach der ersten Nicht-Reaktion aufhört, investiert Zeit in die Erstansprache und wirft den Ertrag weg.

Beide Probleme lassen sich systematisch lösen: ein Terminbuchungstool für den Klick, eine automatisierte Sequenz in ActiveCampaign für das Follow-up. Die folgenden Templates bilden die Grundlage beider Bausteine.

Die fünf Templates – was sie leisten und wann sie eingesetzt werden

Template 1: Erstansprache nach dem Lead-Magnet-Download

Dieser Kontakt kommt zwei bis drei Stunden nach dem Download. Die Motivation ist hoch, das Thema ist präsent. Der Text hält die Hürde bewusst niedrig: kein Verkaufsgespräch, sondern ein kurzes Orientierungsgespräch mit klarem Nutzen für den Empfänger.

Betreff: Dein [Name des Lead-Magnets] – und der nächste Schritt

Hallo [Vorname],

du hast dir gerade [Name des Lead-Magnets] heruntergeladen – du hast ihn soeben per E-Mail bekommen.

Falls du dir unsicher bist, wie du das für dein Business umsetzt, können wir gerne 20 Minuten sprechen. Ich schaue mir deine Situation an und nenne dir konkret, welche nächsten Schritte sinnvoll sind.

Hier buchst du direkt einen Termin: [Terminbuchungs-Link]

Beste Grüße
[Dein Name]

Was dieses Template funktionieren lässt: Es knüpft direkt an den Anlass an, benennt einen konkreten Nutzen (20 Minuten, klare Einschätzung), erzeugt keinen Druck und senkt die Einstiegshürde auf einen Klick. In ActiveCampaign richtest du diesen Versand als Automation ein: Der Automation-Trigger ist das Setzen des Tags für den Lead-Magnet-Download, die Wartezeit beträgt zwei Stunden, dann folgt dieser Versand.

Template 2: Follow-up nach drei bis fünf Tagen

Nicht jeder bucht beim ersten Kontakt. Dieses Follow-up erreicht die Kontakte, die die Erstansprache gelesen, aber nicht gehandelt haben. Der entscheidende Unterschied: Dieses Template benennt ein konkretes Problem der Zielgruppe, anstatt nur erneut auf den Buchungslink hinzuweisen.

Betreff: Kurze Frage zu [spezifisches Problem aus dem Lead-Magnet]

Hallo [Vorname],

wo stehst du gerade bei [spezifischem Problem]? Die meisten, die sich [Lead-Magnet] heruntergeladen haben, stehen an genau diesem Punkt.

Falls du magst, können wir das in 20 Minuten am Telefon durchgehen. Ich zeige dir, was in vergleichbaren Situationen funktioniert hat und was als nächstes sinnvoll wäre.

Termin buchen: [Terminbuchungs-Link]

Oder antworte direkt auf diese E-Mail – dann klären wir das unkompliziert schriftlich.

Beste Grüße
[Dein Name]

Die Alternative „per E-Mail antworten" senkt die Hemmschwelle für Empfänger, die noch nicht bereit für ein Telefonat sind – und gibt dir trotzdem einen Anknüpfungspunkt. In der Praxis melden sich über diesen Weg Kontakte, die beim Terminbuchungs-Link abgebrochen hätten.

Template 3: Die Schlussstrich-E-Mail

Nach zwei bis drei Follow-ups ohne Reaktion kommt diese E-Mail. Wer sie noch nie eingesetzt hat, wird überrascht sein: Sie konvertiert oft besser als die vorangegangenen Follow-ups. Der Grund liegt in der Wirkung eines wahrgenommenen Verlusts – der Gedanke, eine Möglichkeit endgültig aufzugeben, aktiviert Kontakte, die bisher abwartend waren.

Betreff: Letzte E-Mail von mir

Hallo [Vorname],

das ist die letzte E-Mail von mir zu diesem Thema.

Ich merke, dass mein Timing nicht passt oder gerade andere Dinge Vorrang haben – das ist vollkommen in Ordnung. Falls sich das ändert: Hier ist der Link zu meinem Kalender: [Terminbuchungs-Link]

Ich wünsche dir alles Gute für dein Business.

Beste Grüße
[Dein Name]

Wichtig: Dieses Template wirkt nur, wenn es tatsächlich die letzte E-Mail in dieser Sequenz ist. Wer danach noch weitere Nachrichten schickt, beschädigt die eigene Glaubwürdigkeit und schwächt den Effekt für zukünftige Sequenzen.

Template 4: Comeback nach sechs Monaten

Dieses Template läuft in einer separaten Langzeit-Automation, die greift, wenn ein Kontakt die erste Sequenz vollständig durchlaufen hat, ohne zu buchen. Nach sechs Monaten hat sich die Situation oft verändert: Ein Budget ist freigegeben, ein Projekt startet, oder das ursprüngliche Problem ist dringlicher geworden.

Betreff: Schon eine Weile her – kurze Frage

Hallo [Vorname],

du hattest dir vor einiger Zeit unseren [Lead-Magnet] zu [Thema] heruntergeladen.

Wie sieht es heute bei dir aus? Konntest du [spezifisches Problem] inzwischen angehen?

Falls nicht: Wir haben neue Ansätze erarbeitet, die wir in den letzten Monaten in der Praxis eingesetzt haben. Können wir das kurz durchsprechen?

Falls ja: Dann ignoriere diese E-Mail einfach.

Termin buchen: [Terminbuchungs-Link]

Beste Grüße
[Dein Name]

Was dieses Template von den vorigen unterscheidet: Es verzichtet auf Druck, gibt dem Empfänger eine klare Hintertür (ignorieren) und signalisiert Relevanz durch den Verweis auf neue Erfahrungen. Der Ton ist entspannt – was nach sechs Monaten angemessener wirkt als eine erneute Dringlichkeitsbotschaft.

Template 5: Webinar als niedrigschwelligere Alternative

Manche Kontakte sind für ein Einzelgespräch noch nicht bereit, aber offen für ein Gruppenformat. Ein Webinar als Alternativangebot schafft einen weiteren Einstiegspunkt ohne Eins-zu-eins-Druck – und führt danach häufiger zu Einzelgesprächen als der direkte Buchungslink im Alleingang.

Betreff: Kein Einzeltermin nötig – kostenloses Training am [Datum]

Hallo [Vorname],

ich weiß, dass ein Einzeltermin nicht immer passt. Deshalb machen wir nächste Woche ein kostenloses Training zu [Thema].

Das schauen wir uns an:

  • [Konkreter Inhaltspunkt – z.B. warum die meisten E-Mail-Sequenzen zu früh abbrechen]
  • [Konkreter Inhaltspunkt – z.B. welche Trigger in ActiveCampaign für Follow-ups taugen]
  • [Konkreter Inhaltspunkt – z.B. wie du die Buchungsrate aus dem Terminbuchungs-Link misst]

Das Training ist am [Datum] um [Uhrzeit], dauert 45 Minuten inklusive Fragen.

Zur kostenlosen Anmeldung: [Webinar-Link]

Falls du lieber einen Einzeltermin möchtest: [Terminbuchungs-Link]

Beste Grüße
[Dein Name]

Dieser Ansatz funktioniert besonders gut bei Kontakten, die die Termineinladung zweimal ignoriert haben. Du bietest etwas Neues an, senkst die Hürde deutlich und schaffst trotzdem einen Touchpoint, aus dem ein Einzelgespräch entstehen kann.

Welches Template für welche Situation – Überblick

Situation

Template

Timing

Primäres Ziel

Erstkontakt nach Lead-Magnet-Download

Erstansprache

2–3 Stunden nach Download

Erstbuchung bei hoher Motivation

Keine Reaktion auf Erstansprache

Follow-up

3–5 Tage danach

Spezifisches Problem ansprechen

Mehrere Follow-ups ohne Reaktion

Schlussstrich

5–7 Tage nach Follow-up

Abbruchreflex aktivieren, Sequenz sauber beenden

Reaktivierung nach langer Pause

Comeback

180 Tage nach Schlussstrich

Veränderte Situation nutzen

Kein Interesse an Einzelgespräch

Webinar-Alternative

14 Tage nach Comeback

Niedrigschwelligen Einstieg bieten

So baust du die Automation in ActiveCampaign – Schritt für Schritt

Die fünf Templates entfalten ihren vollen Wert erst als automatisierte Sequenz. Hier ist der vollständige Aufbau einer Automation, die du einmal einrichtest und die dann selbstständig läuft – für jeden neuen Kontakt, der sich für deinen Lead-Magnet anmeldet.

Die Hauptsequenz aufbauen

  1. Automationen → Erstellen → Starte von Grund auf: Wähle als Eintrittspunkt „Tag hinzugefügt" und trage den Tag ein, den dein Lead-Magnet-Formular beim Eintrag setzt – z.B. „lm-webinar-automation-2026".
  2. Warte 2 Stunden. Das gibt dem Kontakt Zeit, die Bestätigungs-E-Mail zu öffnen und den Lead-Magnet zu erhalten, bevor der erste Gesprächsvorschlag kommt.
  3. Sende E-Mail: Template 1 (Erstansprache).
  4. Warte 3 Tage.
  5. Wenn/Sonst-Bedingung prüfen: Bedingung ist „Hat Tag X", wobei X der Tag ist, den dein Terminbuchungstool via Zapier-Webhook nach einer erfolgreichen Buchung in ActiveCampaign setzt. Falls ja: Automation beenden oder in eine Onboarding-Sequenz übergeben. Falls nein: weitermachen.
  6. Sende E-Mail: Template 2 (Follow-up).
  7. Warte 5 Tage.
  8. Wenn/Sonst-Bedingung prüfen: Dieselbe Buchungs-Bedingung wie in Schritt 5.
  9. Sende E-Mail: Template 3 (Schlussstrich).
  10. Tag hinzufügen: „termin-sequenz-abgeschlossen". Dieser Tag ist der Eintrittspunkt für die Langzeit-Sequenz.
  11. Automation beenden.

Die Langzeit-Sequenz als separate Automation

  1. Eintrittspunkt: Tag „termin-sequenz-abgeschlossen" hinzugefügt.
  2. Warte 180 Tage.
  3. Wenn/Sonst-Bedingung: Hat der Kontakt inzwischen den Buchungs-Tag erhalten?
  4. Falls nein → Sende E-Mail: Template 4 (Comeback).
  5. Warte 14 Tage.
  6. Wenn/Sonst-Bedingung: Buchungs-Tag vorhanden?
  7. Falls nein → Sende E-Mail: Template 5 (Webinar), wenn ein Webinar geplant ist – andernfalls Automation beenden.
  8. Tag hinzufügen: „langzeit-sequenz-abgeschlossen".

Die Verbindung zwischen Terminbuchungstool und ActiveCampaign läuft in den meisten Setups über Zapier: Das Calendly-Ereignis „Buchung erstellt" löst einen Zap aus, der in ActiveCampaign den Buchungs-Tag setzt. Mehr zur ActiveCampaign-Calendly-Integration und welche Ereignisse als Trigger verfügbar sind.

Typische Fehler – und warum sie die Buchungsrate senken

Zu förmliche Sprache im falschen Kontext

„Sehr geehrter Herr Müller, hiermit möchte ich Sie kontaktieren" funktioniert in klassischen Briefen, nicht in Follow-up-E-Mails an jemanden, der aktiv einen Lead-Magnet heruntergeladen hat. Diese Person hat bereits Interesse signalisiert. Eine förmliche E-Mail wirkt distanziert und lässt den Anlass – den Download – ungenutzt. Der Tonfall sollte dem Kanal entsprechen, über den der Kontakt entstanden ist.

Den Nutzen des Termins nicht benennen

„Würden Sie gerne einen Termin mit mir vereinbaren?" ist eine Frage ohne Antwort auf die naheliegende Gegenfrage: Wozu? Konkret ist: „In 20 Minuten schauen wir uns deine aktuelle Situation an und du weißt danach, welche drei Schritte sinnvoll sind." Der Unterschied liegt nicht im Ton, sondern im Inhalt: eine Frage kostet den Empfänger mentale Arbeit, ein Angebot nimmt sie ihm ab.

Kein Terminbuchungstool einsetzen

Manuelles Terminieren per E-Mail – „Geht Dienstag?" – „Nein, was ist mit Donnerstag?" – kostet beide Seiten Zeit und produziert Abbrüche an jeder Antwort-Station. Calendly, Cal.com, TidyCal oder die entsprechenden ActiveCampaign-Integrationen erledigen die Koordination automatisch und schicken Erinnerungs-E-Mails vor dem Termin, die die Show-up-Rate spürbar verbessern.

E-Mails zu lang schreiben

Eine Terminvereinbarungs-E-Mail ist kein Salesletter. Ihr einziges Ziel ist ein Klick auf den Buchungslink. Alles, was von diesem Klick ablenkt – ausführliche Vorteilslisten, Unternehmensgeschichte, Erklärungen der Leistungen – senkt die Buchungsrate. Die fünf Templates oben kommen bewusst ohne Fülltext aus; das ist kein stilistischer Entscheid, sondern eine funktionale.

Zu früh aufhören

Die erste Nicht-Reaktion ist keine Ablehnung. Kontakte reagieren nicht, weil das Timing nicht stimmt, die E-Mail im falschen Moment ankam oder gerade Urlaub ist. Wer nach der ersten Follow-up-E-Mail aufhört, gibt die meisten buchbaren Termine ab. Der Langzeit-Follow-up nach sechs Monaten kostet, einmal aufgebaut, keinen zusätzlichen Aufwand – und bringt in der Praxis regelmäßig Buchungen aus Kontakten, die die erste Sequenz vollständig ignoriert haben.

Wann eine automatisierte Terminsequenz nicht das Richtige ist

Nicht jeder Kontext passt zu einer automatisierten Sequenz. Wer den Erstkontakt über eine persönliche Empfehlung oder ein Gespräch auf einer Veranstaltung aufgebaut hat, sollte nicht mit einer vollautomatischen Sequenz antworten – der Kontakt erwartet eine individuelle Reaktion. In diesen Fällen ist eine kurze, personalisierte E-Mail die bessere Wahl, auch wenn sie mehr manuelle Arbeit bedeutet.

Gleiches gilt für hochwertige B2B-Kontakte mit langen Entscheidungszyklen und mehreren Entscheidern. Eine Automation kann die Koordination unterstützen, ersetzt aber nicht die individuelle Qualifizierung über mehrere Ansprechpartner hinweg. Wer in diesen Kontexten auf vollautomatische Templates setzt, wirkt unpersönlich und senkt damit die Buchungswahrscheinlichkeit.

Für Massenzielgruppen – z.B. alle Leads aus einem Webinar oder einem Formular auf der Website – funktioniert die Sequenz dagegen gut. Ebenso für Selbstständige und kleine Teams ohne eigenes Vertriebsteam, die systematisch Termine aus Lead-Magneten generieren wollen.

DSGVO-Konformität im DACH-Raum

Welche Rechtsgrundlage für welchen Kontakt gilt

Für Follow-up-E-Mails nach einem Lead-Magnet-Download wird im DACH-Raum häufig berechtigtes Interesse (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO) als Rechtsgrundlage herangezogen: Die Person hat aktiv Interesse an dem Thema gezeigt, das Unternehmen hat ein legitimes Interesse am Kontakt. Die Grenze zwischen berechtigtem Interesse und Direktwerbung, für die eine Einwilligung nötig wäre, ist nicht immer eindeutig. Im Zweifel und bei größeren Versandvolumina empfiehlt sich die Abstimmung mit einem Anwalt für Datenschutzrecht.

Was in jeder Terminvereinbarungs-E-Mail stehen muss

  • Ein funktionierender Abmelde-Link, der sofort wirkt – auch in E-Mails, die keine klassischen Newsletter sind.
  • Vollständige Kontaktdaten (Name, Firma, Adresse) im Footer der E-Mail.
  • Kein Datentransfer an nicht genannte Dritte – der Terminbuchungslink darf keine Kontaktdaten an Dienste übermitteln, die im Datenschutzhinweis nicht erwähnt werden.

Abmeldungen in der Automation verwalten

Sobald ein Kontakt antwortet und keine weiteren E-Mails mehr möchte, muss der Versand sofort eingestellt werden. In ActiveCampaign erreichst du das über einen Abmelde-Trigger, der alle aktiven Automationen des Kontakts beendet und ihn aus künftigen Sequenzen ausschließt. Das ist keine manuelle Aufgabe, sondern ein Automatisierungsschritt, den du einmal konfigurierst – am sichersten als separate „Abmelde-Automation", die auf das globale Abmelde-Ereignis reagiert.

Erfolgsmessung: Welche Metriken tatsächlich zählen

Öffnungsraten sagen wenig über die Effektivität einer Terminvereinbarungs-Sequenz aus. Sie messen, ob der Betreff funktioniert, nicht ob die E-Mail zu Terminen führt. Die Metriken, die du in ActiveCampaign und deinem Terminbuchungstool im Blick behalten solltest:

Metrik

Was sie misst

Wo zu finden

Klickrate auf Terminbuchungs-Link

Überzeugungskraft des E-Mail-Textes

ActiveCampaign → Kampagnen-Report

Buchungsrate aus Klick

Qualität der Buchungsseite und des Angebots

Terminbuchungstool (Calendly, Cal.com etc.)

Show-up-Rate

Verbindlichkeit der Buchung und Wirkung der Erinnerungs-E-Mails

Terminbuchungstool

Conversion-Rate Termin zu Auftrag

Qualität des Gesprächs und des Angebots

CRM oder manuell erfasst

Welches Template die meisten Buchungen auslöst

Relative Stärke der einzelnen Sequenzschritte

ActiveCampaign → Automation-Report

Wenn du wissen willst, welcher Sequenzschritt in deiner Automation am stärksten ist, aktiviere den Split-Test innerhalb der Automation: Du kannst einzelne E-Mail-Schritte gegeneinander testen und nach ausreichend Daten auf die stärkere Variante umschalten. Relevant sind hier besonders Template 1 und Template 2 – die erste und zweite Stufe entscheiden über den größten Teil der Buchungen.

Häufige Fragen

Wie lang sollte eine Terminvereinbarungs-E-Mail sein?

Unter 120 Wörter ist eine gute Richtgröße für die meisten Kontexte. Das Ziel der E-Mail ist ein Klick auf den Buchungslink. Jede Zeile, die nicht auf dieses Ziel einzahlt, lenkt ab. In der Praxis liegen die wirksamsten Templates zwischen 60 und 100 Wörtern – kurz genug, um mobil problemlos gelesen zu werden, lang genug, um den konkreten Nutzen des Termins zu benennen.

Du oder Sie – welche Ansprache ist besser für Terminvereinbarungs-E-Mails?

Das hängt von der Zielgruppe und dem Kanal ab, über den der Kontakt entstanden ist. Wer sich für einen informellen Lead-Magnet zu einem digitalen Thema angemeldet hat, erwartet oft kein förmliches Anschreiben. Wer über eine Messe oder eine formelle Anfrage Kontakt aufgenommen hat, ist mit Sie möglicherweise besser bedient. In ActiveCampaign lässt sich das mit zwei parallelen Automation-Pfaden abbilden, getrennt nach einem Tag, der beim Kontaktursprung gesetzt wird.

Wie verbinde ich Calendly mit ActiveCampaign, damit die Sequenz bei einer Buchung stoppt?

Die gängigste Methode läuft über Zapier: Das Calendly-Ereignis „Einladee wurde erstellt" löst einen Zap aus, der in ActiveCampaign einen Tag setzt – z.B. „calendly-termin-gebucht". In der Automation baut du eine Wenn/Sonst-Bedingung ein, die nach jedem E-Mail-Schritt prüft, ob dieser Tag vorhanden ist. Falls ja, wird die Automation beendet; falls nein, läuft sie weiter. Calendly bietet außerdem eine native ActiveCampaign-Integration im Calendly-Dashboard unter Integrationen.

Wie viele Follow-up-E-Mails sind noch angemessen?

Eine gesetzliche Höchstzahl gibt es nicht. Entscheidend ist, dass jede E-Mail einen sachlichen Bezug zum ursprünglichen Kontaktanlass hat und eine Abmeldeoption enthält. In der Praxis liegen die meisten Sequenzen bei drei bis vier E-Mails in den ersten Wochen, ergänzt durch einen Langzeit-Follow-up nach sechs Monaten. Die Schlussstrich-E-Mail signalisiert dem Empfänger deutlich, dass die aktive Kontaktaufnahme endet – das schützt die eigene Reputation und schafft Klarheit.

Kann ich diese Sequenz auch für Bestandskunden einsetzen?

Ja, mit angepasstem Kontext. Bei Bestandskunden entfällt die Erstansprache nach dem Lead-Magnet-Download. Der Einstiegspunkt könnte ein CRM-Trigger sein – z.B. ein Kontakt, bei dem seit 90 Tagen kein Umsatz verbucht wurde. Das Template selbst passt sich an: Statt auf den Lead-Magnet-Download zu verweisen, nennst du das letzte Gespräch oder Projekt als Ausgangspunkt. Die Sequenzlogik bleibt dieselbe.

Ein Terminbuchungstool ist technisch keine Pflicht, aber der Unterschied in der Buchungsrate ist spürbar. Ein einfacher Kalenderlink führt zur Kalenderansicht, aber der Empfänger muss noch einen Slot anfragen und auf Bestätigung warten. Ein Terminbuchungstool zeigt direkt buchbare Zeitfenster, bestätigt automatisch, schickt Erinnerungen vor dem Termin und triggert die ActiveCampaign-Integration. Der Einrichtungsaufwand ist gering; der Effekt auf die Show-up-Rate und den Koordinationsaufwand ist dauerhaft.

Wer die Sequenz in ActiveCampaign aufbauen und die Automation-Logik mit Tags, Bedingungen und Split-Tests vertiefen möchte, findet im Beitrag ActiveCampaign-Automationen erstellen die technischen Grundlagen – von der Trigger-Auswahl bis zur korrekten Einrichtung von Wartezeiten.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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