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Webinar-E-Mail-Marketing mit ActiveCampaign: Sequenz, Automation und Integration

Tom
Tom
4. April 2025 · 10 Min. Lesezeit
Webinar-E-Mail-Marketing mit ActiveCampaign: Sequenz, Automation und Integration
Inhaltsverzeichnis
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was eine Webinar-E-Mail-Sequenz in ActiveCampaign leisten muss
  3. Welche Webinar-Plattformen lassen sich mit ActiveCampaign verbinden
  4. So baust du den Webinar-Funnel in ActiveCampaign auf
  5. Angemeldete und tatsächliche Teilnehmer sauber trennen
  6. Tags als Grundlage für die Segmentierung
  7. Was die Sequenz für Teilnehmer und No-Shows unterscheidet
  8. Die Follow-up-Sequenz – Timing und Inhalt für beide Gruppen
  9. Typische Fehler beim Webinar-E-Mail-Marketing
  10. Kein Kalenderlink in der Bestätigungs-E-Mail
  11. Gleiches Follow-up für Teilnehmer und No-Shows
  12. Zu viele Handlungsaufforderungen in einer E-Mail
  13. Automation ohne definierten Endpunkt
  14. Erinnerungsmails nicht auf die Zeitzone der Empfänger abstimmen
  15. Häufige Fragen
  16. Wie verbindet man ActiveCampaign mit Zoom für Webinar-Erinnerungen?
  17. Wie viele Erinnerungs-E-Mails sind sinnvoll, ab wann werden sie zu viel?
  18. Was ist der Unterschied zwischen Live-Webinar und Evergreen-Webinar im ActiveCampaign-Funnel?
  19. Wie verhindert man, dass Webinar-Erinnerungen im Spam landen?
  20. Kann man eine Webinar-Automation in ActiveCampaign für mehrere Webinare wiederverwenden?

ActiveCampaign bildet den gesamten E-Mail-Funnel für ein Webinar ab: Bestätigung direkt nach der Anmeldung, drei bis vier Erinnerungen im Vorfeld, dann getrennte Follow-up-Sequenzen für Teilnehmer und No-Shows. Die technische Voraussetzung ist eine saubere Integration mit der Webinar-Plattform, damit ActiveCampaign nach dem Event weiß, wer tatsächlich dabei war – und wer nicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Bestätigungs-E-Mail direkt nach der Anmeldung ist die meistgeöffnete Nachricht im gesamten Funnel – sie muss Datum, Uhrzeit, Zugangsdaten und einen Kalenderlink enthalten.
  • Erinnerungen 7 Tage, 1 Tag und 1 Stunde vor dem Webinar sind der Mindeststandard; vier Kontaktpunkte reduzieren No-Shows spürbar gegenüber einer einzigen Bestätigungs-Mail.
  • GoToWebinar lässt sich nativ mit ActiveCampaign verbinden; Zoom und andere Plattformen arbeiten zuverlässig über Make oder Webhooks.
  • Teilnehmer und No-Shows brauchen nach dem Webinar verschiedene E-Mail-Sequenzen – wer beide gleich behandelt, lässt erhebliches Konversionspotenzial ungenutzt.
  • Tags wie "webinar-angemeldet", "webinar-teilgenommen" und "webinar-no-show" sind die Grundlage für jede sinnvolle Segmentierung in ActiveCampaign.

Was eine Webinar-E-Mail-Sequenz in ActiveCampaign leisten muss

Eine Webinar-E-Mail-Sequenz ist kein einzelner Newsletter – sie begleitet einen Kontakt über einen Zeitraum von mehreren Wochen und muss verschiedene Verhaltensweisen berücksichtigen. Wer sich anmeldet, hat Interesse bekundet, kennt den Inhalt aber noch nicht. Wer live dabei war, hat Zeit investiert, aber noch nicht entschieden. Wer angemeldet war und nicht erschienen ist, braucht eine grundlegend andere Botschaft als jemand, der das Webinar vollständig verfolgt hat.

Der Funnel teilt sich in drei klar unterscheidbare Phasen: die Anmeldephase mit Bestätigung und gestaffelten Erinnerungen, die Webinar-Phase mit einem optionalen Live-Hinweis kurz vor Beginn und die Nachbereitungsphase mit Sequenzen, die nach Teilnahmeverhalten getrennt laufen. ActiveCampaign kann alle drei Phasen in einer einzigen Automation abbilden, wenn der Trigger sauber gesetzt ist und die Webinar-Plattform die Teilnahmedaten zurückmeldet.

Das entscheidende technische Detail: ActiveCampaign weiß nach dem Webinar von sich aus nicht, wer dabei war. Das muss die Webinar-Plattform über eine Integration oder einen Webhook zurückschreiben. Ohne diese Rückmeldung laufen Teilnehmer und No-Shows durch dieselbe Dankes-Sequenz – das ist das häufigste strukturelle Problem in Webinar-Funnels. Der Split zwischen beiden Gruppen ist der Schritt, der den Funnel produktiv macht.

Die Bestätigungs-E-Mail ist dabei oft unterschätzt. Sie wird von angemeldeten Kontakten am häufigsten geöffnet – deutlich häufiger als jede Erinnerungs- oder Follow-up-Mail. Wer in diesem Moment alle relevanten Informationen liefert (Datum, Uhrzeit, Zugangsdaten, Kalenderlink), legt den Grundstein dafür, dass der Kontakt tatsächlich erscheint. Wer nur „Danke für deine Anmeldung“ schreibt und alles andere in einer späteren Mail ankündigt, verliert diesen Impuls.

Welche Webinar-Plattformen lassen sich mit ActiveCampaign verbinden

Die Art der Integration bestimmt, welche Daten ActiveCampaign erhält und welche Automationen möglich sind. Plattformen mit nativer Anbindung synchronisieren Anmeldedaten und Teilnahmestatus direkt ohne Zwischentool; Plattformen ohne native Integration brauchen Make, Zapier oder eigene Webhooks. Der Unterschied liegt nicht nur im Einrichtungsaufwand, sondern auch in der Zuverlässigkeit der Datenweitergabe.

Plattform

Integrationstyp

Was wird synchronisiert

GoToWebinar

Native Integration (App-Marketplace)

Anmeldung, Teilnahme, Abwesenheit

Zoom Webinars

Make oder Zapier

Registrierung, Teilnahme, Verweildauer

Demio

Webhooks oder Make

Anmeldung, Teilnahme, Chat-Aktivität

WebinarJam / EverWebinar

Webhooks oder Zapier

Anmeldung, Teilnahme (konfigurierbar)

YouTube Live / StreamYard

Kein direkter Sync möglich

Nur manuelle Tag-Pflege nach dem Event

GoToWebinar ist für ActiveCampaign-Nutzer die am einfachsten einzurichtende Option. Die native Integration im App-Marketplace von ActiveCampaign schreibt nach dem Webinar automatisch einen Tag auf jeden Kontakt, der tatsächlich teilgenommen hat – ohne Webhook, ohne Zwischentool. Zoom bietet keine native Integration, lässt sich aber über Make verlässlich verbinden: Der Trigger "Webinar Registrant Created" überträgt neue Anmeldungen, "Webinar Ended" mit der Teilnehmerliste setzt im Anschluss die Teilnahme-Tags. Bei Plattformen, die keinen Teilnahmestatus exportieren können (YouTube Live, StreamYard), ist eine automatisierte Segmentierung nach Verhalten nicht möglich – hier bleibt nur die manuelle Pflege oder das Umstellen auf eine Plattform mit API-Zugang.

So baust du den Webinar-Funnel in ActiveCampaign auf

Die folgende Anleitung beschreibt einen Funnel für ein Live-Webinar mit GoToWebinar-Integration. Für andere Plattformen ist der Ablauf strukturell identisch – der einzige Unterschied liegt im Schritt, der nach dem Event den Teilnahme-Tag schreibt.

  1. Integration aktivieren: Öffne in GoToWebinar das Webinar und verknüpfe es unter Einstellungen mit ActiveCampaign über den App-Marketplace. Wähle die Zielliste für neue Anmeldungen und aktiviere den Trigger "Registrant Added", damit jede neue Anmeldung automatisch in ActiveCampaign landet.
  2. Automation anlegen: Gehe in ActiveCampaign zu Automationen → Erstellen → Neue Automation. Wähle als Trigger "Wird einer Liste hinzugefügt" und die Liste aus Schritt 1. Setze als erste Aktion den Tag "webinar-angemeldet" – dieser Tag dient später als Ausgangspunkt für Berichte und Segmentierungsregeln.
  3. Bestätigungs-E-Mail einrichten: Füge direkt nach dem Tag-Schritt eine "E-Mail senden"-Aktion ein. Betreff: "Dein Platz ist reserviert – Zugangsdaten für [Webinar-Titel]". Inhalt: Datum und Uhrzeit, Zugangsdaten oder Einwahllink, ein Google-Calendar-Link und ein .ics-Dateilink für andere Kalender-Apps. Versandzeit: sofort.
  4. Erinnerungen zeitlich staffeln: Nutze die "Warten bis"-Aktion (nicht "Warten"), um Erinnerungen exakt zu bestimmten Zeitpunkten zu versenden. Konfiguriere drei Schritte: Warten bis [Webinar-Datum] minus 7 Tage → E-Mail "Noch eine Woche bis zum Webinar"; Warten bis [Webinar-Datum] minus 1 Tag → E-Mail "Morgen geht es los – dein Zugangslink"; Warten bis [Webinar-Datum] minus 1 Stunde → E-Mail "Wir starten in einer Stunde".
  5. Teilnahme-Tag abwarten: Füge nach dem Webinar-Termin eine Wartebedingung ein: "Warten bis [Webinar-Datum] plus 3 Stunden". Zu diesem Zeitpunkt hat die GoToWebinar-Integration den Tag "webinar-teilgenommen" auf alle tatsächlichen Teilnehmer gesetzt. Drei Stunden Puffer sind nötig, weil die Synchronisation manchmal verzögert läuft.
  6. Sequenz aufteilen: Füge eine "Wenn/Dann"-Bedingung ein: "Wenn Tag webinar-teilgenommen vorhanden ist → Weiter zu Teilnehmer-Sequenz; sonst → Tag webinar-no-show setzen und Weiter zu No-Show-Sequenz". Ab hier laufen beide Gruppen getrennt. Jede Gruppe erhält ihre eigenen E-Mails und Zeitabstände.

Der Zeitpunkt des Splits ist entscheidend. Zu früh gesetzt – etwa direkt nach Webinar-Ende – kann die Integration noch nicht alle Teilnehmer zurückgemeldet haben. In der Praxis sind zwei bis vier Stunden Puffer zuverlässig; bei großen Webinaren über 200 Personen empfiehlt sich ein Puffer von sechs Stunden.

Angemeldete und tatsächliche Teilnehmer sauber trennen

Tags als Grundlage für die Segmentierung

Drei Tags bilden das Minimum für eine funktionsfähige Segmentierung: "webinar-angemeldet" (gesetzt bei Anmeldung), "webinar-teilgenommen" (gesetzt nach erfolgter Teilnahme durch die Plattform-Integration) und "webinar-no-show" (gesetzt, wenn nach dem Webinar "webinar-teilgenommen" fehlt). Der No-Show-Tag wird nicht von der Webinar-Plattform geschrieben, sondern von ActiveCampaign selbst im Wenn/Dann-Schritt der Automation.

Ein vierter Tag ist sinnvoll, wenn du Site Tracking nutzt: "webinar-angebotsseite-besucht". Wer nach dem Webinar die Angebotsseite aufruft, hat konkretes Kaufinteresse gezeigt. Dieser Kontakt kann eine engere Nachfass-Sequenz erhalten – etwa eine direkte Termineinladung statt einer weiteren Replay-E-Mail. Site Tracking in ActiveCampaign aktivierst du unter Einstellungen → Tracking → Site Tracking und bindest das Tracking-Snippet in die Angebotsseite ein. Sobald ein getrackter Kontakt die Seite besucht, lässt sich eine Automation mit dem Trigger "Seite besucht" auslösen, die den entsprechenden Tag setzt.

Was die Sequenz für Teilnehmer und No-Shows unterscheidet

Für Teilnehmer funktioniert eine kürzere, direktere Sequenz: Danke-E-Mail mit Link zur Aufzeichnung (1 Stunde nach Webinar-Ende), Zusammenfassung der wichtigsten Punkte mit einem konkreten Handlungsschritt (1 Tag später), direktes Angebot oder Terminbuchungslink (3 Tage später). Wer nach drei E-Mails nicht reagiert hat, wandert in eine allgemeine Nurturing-Automation – weitere Webinar-Follow-ups nützen dann kaum noch.

Für No-Shows ist die Sequenz länger und beginnt mit einer anderen Grundannahme: Dieser Kontakt kennt den Inhalt nicht. Die erste E-Mail bietet die Aufzeichnung an und beschreibt kurz, was den Teilnehmern vermittelt wurde. Die zweite greift einen konkreten Mehrwert aus dem Inhalt heraus, um Interesse zu wecken. Erst die dritte E-Mail macht das Angebot – zu früh platziert wirkt ein Verkaufsangebot an jemanden, der noch nichts gesehen hat, deplatziert. No-Shows brauchen einen inhaltlichen Einstieg, bevor eine Kaufentscheidung realistisch ist.

Die Follow-up-Sequenz – Timing und Inhalt für beide Gruppen

Das Timing der Follow-up-Mails beeinflusst die Konversionsrate stärker als der genaue Wortlaut. Zu frühe E-Mails wirken aufdringlich, zu späte verlieren den Impuls, den das Webinar erzeugt hat. Für B2B-Themen hat sich das folgende Zeitraster als Ausgangspunkt bewährt:

Zeitpunkt

Teilnehmer-Sequenz

No-Show-Sequenz

1 Stunde nach Webinar

Danke + Aufzeichnung + Kernaussagen

Nicht senden

1 Tag nach Webinar

Wichtigste Takeaways + nächster Schritt

Aufzeichnung + was die Teilnehmer gelernt haben

3 Tage nach Webinar

Konkretes Angebot

Inhaltlicher Teaser: ein konkretes Ergebnis

7 Tage nach Webinar

Letzte Erinnerung an das Angebot

Konkretes Angebot

10 Tage nach Webinar

Sequenz beenden, in Nurturing überführen

Letzte Erinnerung, dann Sequenz beenden

Ein häufiger Fehler: Die Follow-up-Sequenz endet nicht. Kontakte, die nach 10 Tagen nicht reagiert haben, sollten nicht weiter mit Webinar-Inhalten bespielt werden. In ActiveCampaign setzt du am Ende beider Sequenzen einen "Automation beenden"-Schritt und überführst die Kontakte in eine allgemeine Nurturing-Automation. So bleibt der Kontakt erreichbar, ohne dass die Webinar-spezifischen E-Mails ins Leere laufen.

Wenn du Follow-up-Sequenzen für verschiedene Kontaktsituationen aufbauen möchtest, findest du dort eine strukturierte Übersicht über Sequenzlänge und Timing für unterschiedliche Angebotstypen.

Typische Fehler beim Webinar-E-Mail-Marketing

Die Bestätigungs-E-Mail ist der einzige Moment, in dem ein Anmelder aktiv nach dem Webinar-Datum sucht. Ohne Kalenderlink ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Termin in Vergessenheit gerät – besonders bei Webinaren, die mehrere Wochen in der Zukunft liegen. Ein Google-Calendar-Link und ein .ics-Download kosten in der Implementierung nichts und senken die No-Show-Rate messbar. Viele E-Mail-Builder erlauben es, beide Links als Button nebeneinander zu setzen.

Gleiches Follow-up für Teilnehmer und No-Shows

Das ist der häufigste und folgenreichste Fehler in Webinar-Funnels: Alle erhalten dieselbe "Danke fürs Dabeisein"-E-Mail, auch die, die gar nicht dabei waren. No-Shows fühlen sich entweder ignoriert oder von einem fehlerhaften System bespielt – beides beschädigt das Vertrauen in den Absender. Der Aufwand für zwei getrennte Sequenzen ist einmalig und überschaubar; der Effekt auf Öffnungs- und Klickraten ist dauerhaft. Die Voraussetzung ist eine funktionierende Integration, die den Teilnahmestatus zurückschreibt.

Zu viele Handlungsaufforderungen in einer E-Mail

Besonders in Follow-up-E-Mails nach dem Webinar wird häufig zu viel auf einmal verlangt: die Aufzeichnung ansehen, das Angebot prüfen, einen Termin buchen, auf LinkedIn folgen. Jede E-Mail in der Sequenz hat eine Aufgabe. Zunächst die Aufzeichnung, dann der inhaltliche Mehrwert, dann das Angebot – in dieser Reihenfolge, mit genug Zeit dazwischen. Wer alles auf einmal verlangt, bekommt in der Regel gar nichts.

Automation ohne definierten Endpunkt

Automationen ohne klaren Abschluss spielen Kontakte auf unbestimmte Zeit mit veralteten Webinar-Inhalten an – auch wenn das Webinar längst vorbei ist und das beworbene Angebot nicht mehr gilt. Setze immer einen klaren Endpunkt: Kontakte, die innerhalb der Sequenz konvertieren, verlassen die Automation sofort über einen Tag-basierten Abbruch ("Wenn Tag ‚kunde' gesetzt wird, Automation beenden"). Alle anderen verlassen sie nach der letzten E-Mail über den normalen Sequenzabschluss und werden in eine Nurturing-Liste überführt.

Erinnerungsmails nicht auf die Zeitzone der Empfänger abstimmen

Eine Erinnerungs-E-Mail, die um 2 Uhr nachts sendet, weil die Automation auf UTC eingestellt ist, während die Zielgruppe in der DACH-Region lebt, kommt zum falschen Zeitpunkt an. In ActiveCampaign lässt sich die Sendezeit auf die Zeitzone des Kontakts abstimmen, wenn das Kontaktfeld "Zeitzone" befüllt ist. Alternativ sendest du Erinnerungen zu Zeiten, die für die gesamte Zielgruppe zumutbar sind – frühmorgens und am frühen Nachmittag funktionieren für DACH-Kontakte auch ohne Zeitzonenlogik zuverlässig.

Häufige Fragen

Wie verbindet man ActiveCampaign mit Zoom für Webinar-Erinnerungen?

Zoom und ActiveCampaign haben keine native Direktintegration. Der zuverlässigste Weg ist Make: Erstelle ein Szenario mit dem Trigger "Webinar Registrant Created" aus dem Zoom-Modul und der Aktion "Add Contact to List" in ActiveCampaign. Für den Teilnahmestatus nutze den Trigger "Meeting Ended" oder rufe nach dem Webinar die Teilnehmerliste über die Zoom-API ab und schreibe das Ergebnis als Tag in ActiveCampaign zurück.

Wie viele Erinnerungs-E-Mails sind sinnvoll, ab wann werden sie zu viel?

Drei bis vier Erinnerungen sind Standard: Bestätigung direkt nach Anmeldung, 7 Tage vorher, 1 Tag vorher, 1 Stunde vorher. Mehr als vier Erinnerungen steigern die Teilnahmequote nicht weiter, erhöhen aber die Abmelderate. Ausnahme sind hochpreisige oder stark begrenzte Webinare, bei denen ein fünfter Kontaktpunkt am Morgen des Veranstaltungstages eine messbare Wirkung zeigt.

Was ist der Unterschied zwischen Live-Webinar und Evergreen-Webinar im ActiveCampaign-Funnel?

Bei einem Live-Webinar richten sich alle Warte-Aktionen nach einem festen Datum; ActiveCampaign nutzt die "Warten bis"-Funktion mit absolutem Datum. Bei einem Evergreen-Webinar (Aufzeichnung on demand oder automatisiert über EverWebinar) startet die Automation im Moment der Anmeldung und nutzt relative Zeitabstände ("Warten 1 Tag", "Warten 3 Tage"). Das Ergebnis für den Empfänger sieht identisch aus, die technische Konfiguration ist verschieden.

Wie verhindert man, dass Webinar-Erinnerungen im Spam landen?

Die Zustellbarkeit hängt weniger von den Erinnerungsmails selbst ab als von der Qualität der sendenden Domain insgesamt. Entscheidend: eine authentifizierte Versanddomäne mit SPF, DKIM und DMARC, keine unbestätigten oder zugekauften Kontakte in der Liste und eine Anmelderate, die echtes Interesse zeigt. Technisch hilfreich ist außerdem, Erinnerungsmails über denselben Sending-Track wie reguläre Newsletter zu senden – nicht als Transaktionsmails, die unter einer anderen IP-Reputationsbewertung laufen.

Kann man eine Webinar-Automation in ActiveCampaign für mehrere Webinare wiederverwenden?

Ja – mit einer Einschränkung. Die "Warten bis"-Schritte mit absolutem Datum müssen für jedes neue Webinar aktualisiert werden. Eine bessere Lösung für regelmäßige Webinare ist eine Automation mit relativen Wartezeiten, die sofort nach Anmeldung läuft, und ein separates Trigger-Event, das den Startzeitpunkt setzt. So lässt sich dieselbe Automation für mehrere Termine nutzen, ohne sie jedes Mal neu zu konfigurieren.

Wer den Funnel rund um ein Webinar vollständig aufbauen möchte – von der Landingpage bis zur Nachbereitung – findet in unserem Leitfaden zum Webinar-Funnel mit ActiveCampaign eine strukturierte Übersicht aller Bausteine. Wie ActiveCampaign-Automationen grundsätzlich aufgebaut werden und wo die häufigsten Konfigurationsfehler liegen, erklärt der Beitrag zu ActiveCampaign-Automatisierungen: Aufbau und typische Fehler.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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