Für den Einstieg ins E-Mail-Marketing reichen die kostenlosen Tarife von Brevo, Mailchimp oder HubSpot aus. Im DACH-Raum entscheidet dabei weniger der Funktionsumfang als der Serverstandort: Anbieter mit EU-Servern und Auftragsverarbeitungsvertrag lassen sich ohne Zusatzaufwand DSGVO-konform betreiben. Die Grenze eines Gratis-Plans ist selten die Kontaktzahl, sondern die fehlende Automatisierung.
Das Wichtigste in Kürze
- Kostenlose Pläne eignen sich zum Einstieg, stoßen aber bei Kontaktzahl, Automatisierung und Reporting schnell an Grenzen.
- Für den DACH-Raum sind EU-Server, Double-Opt-in und ein Auftragsverarbeitungsvertrag keine Kür, sondern Pflicht.
- Brevo und HubSpot bieten DSGVO-freundliche Gratis-Optionen; Mailchimp ist international verbreitet, erfordert aber mehr eigene Compliance-Arbeit.
- Wer regelmäßige Kampagnen fährt oder Automationen braucht, kommt mit dem Gratis-Plan erfahrungsgemäß schnell an die Limits.
- ActiveCampaign hat keinen kostenlosen Plan, aber eine 14-tägige Testphase – sinnvoll, wenn die Kontaktbasis schon steht.
Wann ein kostenloser Plan reicht – und wann er bremst
Der typische Startpunkt für E-Mail-Marketing ist ein kleines Kontaktvolumen, kein festes Tool-Budget und der Wunsch, das Grundprinzip erst einmal zu verstehen. Dafür passen kostenlose Pläne gut: Du schickst erste Kampagnen, probierst Segmentierungen aus und lernst, welche Inhalte beim Publikum ankommen.
Sobald du aber aus dem Experimentier-Modus heraus bist und regelmäßige Kampagnen fährst, zeigen sich die Grenzen. Die meisten kostenlosen Pläne beschränken die Kontaktzahl oder das tägliche Versandvolumen, blenden Anbieter-Branding in deine E-Mails ein und sperren Funktionen wie erweiterte Segmentierung, Automations-Verzweigungen oder A/B-Tests. Das ist kein Zufall, sondern das Geschäftsmodell: Der kostenlose Plan demonstriert, was möglich ist – nicht, was für professionellen Betrieb nötig ist.
Ein kostenloser Plan trägt, solange diese drei Bedingungen zutreffen:
- Du hast eine überschaubare, stabile Kontaktliste und erwartest kein schnelles Listenwachstum in den nächsten Monaten.
- Du kannst auf das Branding des Anbieters in deinen E-Mails verzichten, oder deine Zielgruppe nimmt es nicht als Qualitätsmerkmal wahr.
- Du arbeitest mit einfachen Einzel-Kampagnen und brauchst keine mehrstufigen Automationspfade.
Sobald eine dieser Bedingungen nicht mehr gilt, kostet der Workaround mehr Zeit als ein bezahlter Plan einspart. In der Praxis sehen wir: Wer den kostenlosen Plan zu lange hält, baut manuelle Prozesse auf, die bei einem Upgrade ohnehin neu gebaut werden müssen. Das frühe Upgraden lohnt sich meistens.
Einen zweiten Aspekt übersehen viele: Kostenlose Pläne sind nicht gratis in dem Sinne, dass sie nichts kosten. Du bezahlst mit dem Anbieter-Branding in deinen E-Mails, mit der Zeit für Workarounds rund um Limits und mit der Einschränkung, welche Kontaktsignale du für die Segmentierung nutzen kannst. Das ist kein Argument gegen den kostenlosen Einstieg – aber ein Argument dafür, den Upgrade-Zeitpunkt bewusst zu planen statt ihn zu verschieben.
Die verbreiteten Plattformen im Überblick
Im DACH-Raum haben sich einige Plattformen als Standardoptionen für den Einstieg etabliert. Die folgende Tabelle fasst zusammen, wo die wichtigsten stehen. Die genauen Kontakt- und Versandlimits passen Anbieter regelmäßig an – prüfe sie direkt auf der jeweiligen Anbieter-Website, bevor du eine Plattform einrichtest.
Plattform | Besondere Stärke | Typische Einschränkung im Gratis-Plan | Für wen geeignet |
Brevo | EU-Server, unlimitierte Kontakte, DSGVO-Dokumentation vorhanden | Tageslimit für den Versand, Brevo-Branding | B2B-Unternehmen, die Datenschutz priorisieren |
Mailchimp | Ausgereifte Templates, große Community, gute Deliverability | Kontakt-Obergrenze, Server primär in den USA, kein deutscher Support | Einsteiger ohne starken DSGVO-Druck, internationale Zielgruppen |
HubSpot | Vollständiges CRM kostenlos, Landing Pages und Formulare inklusive | E-Mail-Volumen begrenzt, HubSpot-Branding in jeder E-Mail | Startups, die Marketing und Vertrieb gemeinsam aufbauen |
Moosend | Visueller Automatisierungs-Editor bereits im Gratis-Plan | Kontakt-Obergrenze, eingeschränkte Integrationen | Wer früh Automationen testen will, ohne viel zu zahlen |
Benchmark Email | Einfacher Drag-and-Drop-Editor, stabiler Versand | Monatliches E-Mail-Limit, kein A/B-Test im Gratis-Plan | Kleine Unternehmen mit überschaubarem Versandvolumen |
Brevo im DACH-Kontext
Brevo wurde lange unter dem Namen Sendinblue geführt und hat seinen Ursprung in Europa. Das macht sich beim Thema Datenschutz bemerkbar: Auftragsverarbeitungsverträge, EU-Serverstandorte und zweisprachige Dokumentation sind fester Bestandteil des Angebots. Für Unternehmen, die einen AV-Vertrag beim Tool-Einsatz brauchen, ist das ein relevanter Startvorteil – der Vertrag lässt sich direkt im Konto abschließen, ohne Extrakosten oder langwierige Anfragen.
Im kostenlosen Plan sind die Kontakte unlimitiert, der Versand aber tageslimitiert. Das bedeutet für größere Versandmengen: Entweder auf mehrere Tage aufteilen oder in einen bezahlten Plan wechseln. Für gelegentliche Newsletter an eine kleinere Liste funktioniert das gut; für regelmäßige Kampagnen mit tausenden Empfängern wird die Verteilung auf Tage schnell aufwendig.
Mailchimp: verbreitet, aber mit Einschränkungen für DACH
Mailchimp ist international eine der bekanntesten E-Mail-Marketing-Plattformen. Die Bedienung ist intuitiv, die Template-Auswahl groß und die Deliverability-Werte zuverlässig. Für den deutschsprachigen Markt gibt es jedoch einen wesentlichen Vorbehalt: Mailchimp hat seinen Serverstandort primär in den USA, der Support läuft auf Englisch, und die DSGVO-Compliance erfordert mehr Eigenarbeit als bei europäischen Anbietern.
Das ist kein Ausschlusskriterium, aber es bedeutet: Wer Mailchimp einsetzt, muss den Datentransfer in die USA durch Standardvertragsklauseln absichern und das entsprechend dokumentieren. In Projekten, bei denen Rechtsabteilungen oder externe Datenschutzbeauftragte das freigeben müssen, ist das ein spürbarer Mehraufwand im Vergleich zu europäischen Alternativen.
HubSpot: wenn E-Mail nur ein Teil des Systems ist
HubSpots kostenloser Plan geht deutlich weiter als reine E-Mail-Funktionen. Das enthaltene CRM speichert Kontakte, protokolliert Interaktionen und verknüpft E-Mail-Engagement mit dem Vertriebsprozess. Wer von Anfang an Marketing und Vertrieb in einem System zusammenführen will, bekommt hier eine solide Basis ohne sofortige Kosten.
Die Einschränkungen zeigen sich beim Volumen und beim Branding: Im kostenlosen Plan erscheint HubSpots Logo in der Fußzeile jeder E-Mail. Für interne Tests oder B2B-Verteiler mit überschaubarer Empfängerzahl ist das tolerierbar. Gegenüber Endkunden ist es ein sichtbares Signal, das du möglicherweise nicht senden willst – spätestens dann lohnt sich die Kalkulation des Upgrade-Preises.
DSGVO: Was ein kostenloses Tool mitbringen muss
Im deutschsprachigen Raum ist DSGVO-Konformität keine optionale Zusatzeigenschaft eines Tools, sondern Voraussetzung für den rechtskonformen Einsatz. Das gilt für kostenlose Pläne genauso wie für bezahlte. Welches Tool du verwendest, ändert nichts daran, dass du als verantwortliche Stelle für die korrekte Verarbeitung der Kontaktdaten haftest.
Die wichtigsten Kriterien bei der Tool-Auswahl:
- Der Anbieter schließt einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO ab – idealerweise direkt über die Plattform und ohne Extrakosten.
- Double-Opt-in ist im kostenlosen Plan aktivierbar und standardmäßig vorgesehen, nicht nur als Premium-Feature verfügbar.
- Der Serverstandort liegt in der EU oder in einem Land mit Angemessenheitsbeschluss; andernfalls braucht es Standardvertragsklauseln und deren lückenlose Dokumentation.
- Das Tool ermöglicht die vollständige Löschung von Kontakten auf Anfrage und liefert dafür eine revisionssichere Bestätigung oder einen Audit-Log.
Brevo und HubSpot erfüllen diese Kriterien im Gratis-Plan in den Grundzügen. Bei Mailchimp hängt die Compliance davon ab, ob der Datentransfer in die USA korrekt dokumentiert ist. Für eine verbindliche rechtliche Einschätzung im Einzelfall ist ein Datenschutzanwalt die richtige Anlaufstelle – kein Blogbeitrag.
Double-Opt-in: warum es kein optionaler Schritt ist
Double-Opt-in bedeutet: Nach der Eintragung in ein Formular bekommt der Kontakt eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst nach dem Klick auf diesen Link gilt die Einwilligung als erteilt und du kannst rechtssicher E-Mails versenden. Das ist kein bürokratischer Umweg, sondern der einzige belastbare Nachweis, dass eine gültige Einwilligung nach Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO vorliegt.
In der Praxis begegnen uns Unternehmen, die Double-Opt-in deaktivieren, weil sie die Verlustrate bei der Bestätigung senken wollen. Das Argument: Wer den Bestätigungslink nicht klickt, kommt in der Liste nicht an. Die Gegenseite: Kontakte, die den Link nicht klicken, hätten wahrscheinlich auch deine Newsletter nicht geöffnet – und du hast dafür ein messbares rechtliches Risiko eingetauscht. Die Entscheidung lässt sich nicht ohne Weiteres korrigieren, weil du nachträglich keine valide Einwilligung für bereits importierte Kontakte einholen kannst, wenn dein Tool keinen Bestätigungsnachweis gespeichert hat.
Alle genannten Plattformen unterstützen Double-Opt-in. Prüf beim Anlegen des ersten Formulars, ob es aktiviert ist – manche Tools liefern es standardmäßig deaktiviert aus.
Authentifizierung der Absender-Domain
Ein Aspekt, der nicht DSGVO-spezifisch ist, aber technisch genauso wichtig: die Authentifizierung deiner Absender-Domain über SPF-, DKIM- und DMARC-Einträge im DNS. Ohne diese Einträge signalisierst du Empfänger-Mailservern, dass deine E-Mails möglicherweise nicht legitim sind. Das Resultat: Sie landen im Spam oder werden direkt abgelehnt, unabhängig davon, wie gut der Inhalt ist.
Jede der genannten Plattformen führt dich bei der Kontoeinrichtung durch die notwendigen DNS-Einstellungen. Das dauert maximal 20 Minuten und ist der erste Schritt, bevor du auch nur eine einzige Kampagne absendest.
So richtest du deinen ersten Newsletter ein
Das folgende Vorgehen funktioniert mit allen genannten Plattformen und dauert bei konzentrierter Arbeit zwei bis drei Stunden. Am Ende hast du eine funktionierende Grundkonfiguration: Absender-Domain authentifiziert, Formular mit Double-Opt-in aktiv, Welcome-E-Mail automatisch eingerichtet.
- Konto anlegen und Absender-Domain verifizieren: Erstell das Konto beim gewählten Anbieter. Trag anschließend die SPF- und DKIM-Einträge, die die Plattform dir liefert, im DNS deiner Domain ein. Bestätige die Verifizierung im Dashboard. Ohne diesen Schritt landen deine E-Mails zuverlässig im Spam.
- Auftragsverarbeitungsvertrag abschließen: Bevor du Kontakte hochlädst oder Formulare aktivierst, schließ den AV-Vertrag mit dem Anbieter ab. Bei Brevo findest du ihn direkt in den Kontoeinstellungen. Bei anderen Anbietern liegt er im rechtlichen Bereich des Dashboards oder muss auf Anfrage angefordert werden.
- Anmeldeformular mit Double-Opt-in anlegen: Erstell ein Formular und prüf, dass Double-Opt-in aktiviert ist. Die Bestätigungs-E-Mail sollte deinen Absendernamen, einen klaren Betreff und einen eindeutigen Bestätigungslink enthalten. Kein generisches Bitte-bestätige-deine-E-Mail – sag in einer Zeile, wofür sich der Abonnent eingetragen hat.
- Welcome-Automation einrichten: Leg eine einfache Automation an, die nach erfolgter Bestätigung automatisch eine Willkommens-E-Mail versendet. Trigger: Double-Opt-in bestätigt. Verzögerung: 0 Minuten. Inhalt: kurze Vorstellung und was der Abonnent von deinen E-Mails erwarten kann – konkret, nicht generisch.
- Template auf dein Branding anpassen: Tausch Logo, Primärfarbe, Absenderadresse und Fußzeilentext aus. Das dauert keine 30 Minuten und ist der Unterschied zwischen einer erkennbaren Markenkommunikation und einer Standard-Optik, die sofort als Tool-Standard erkennbar ist.
- Testversand an eigene Adressen durchführen: Schick die Welcome-E-Mail an mindestens drei eigene Adressen bei verschiedenen Anbietern – Gmail, Outlook und eine Firmenadresse decken die meisten Darstellungsunterschiede ab. Prüf Darstellung, alle Links, Absender-Adresse, Abmeldelink und ob das Branding des Anbieters dort erscheint, wo du es erwartest.
- Formular auf der Website einbinden und Datenschutzerklärung aktualisieren: Integriere das Formular über ein eingebettetes Snippet oder einen direkten Link. Stell sicher, dass in deiner Datenschutzerklärung der E-Mail-Dienstleister als Auftragsverarbeiter mit Serverstandort genannt ist.
Nach diesen sieben Schritten ist die technische Grundkonfiguration abgeschlossen. Alles Folgende – Segmentierung, Content-Rhythmus, A/B-Tests, komplexere Automationspfade – baut auf dieser Basis auf. Wer diese Schritte überspringt und direkt mit dem Versand beginnt, riskiert rechtliche Lücken und technische Probleme, die später aufwendiger zu korrigieren sind als jetzt.
Diese Fehler verzögern den ersten Versand
Die häufigsten Probleme beim Einstieg in E-Mail-Marketing sind keine technischen Fehler, sondern Konfigurationslücken, die man erst bemerkt, wenn etwas nicht funktioniert oder ein Empfänger eine Abmahnung schickt.
Die Absender-Domain ist nicht authentifiziert, E-Mails landen im Spam
Wer E-Mails über eine eigene Domain versendet, ohne SPF- und DKIM-Einträge gesetzt zu haben, landet bei einem erheblichen Teil der Empfänger im Spam-Ordner – oder wird direkt abgewiesen. Das liegt nicht am Tool, sondern daran, dass Mailprovider prüfen, ob der sendende Server berechtigt ist, E-Mails im Namen dieser Domain zu versenden. Der Fix ist einfach: DNS-Einträge setzen, wie die Plattform es vorgibt, und anschließend die Verifizierung im Dashboard bestätigen. Danach braucht es bis zu 48 Stunden, bis die Änderung weltweit propagiert ist.
Der AV-Vertrag fehlt vor dem ersten Kontakt-Import
Manche Nutzer laden zuerst ihre Kontaktliste hoch und kümmern sich danach um den Auftragsverarbeitungsvertrag. Damit ist die erste Datenübertragung bereits ohne die nach Art. 28 DSGVO vorgeschriebene vertragliche Grundlage erfolgt. Das lässt sich nicht rückwirkend heilen. Schließ den Vertrag ab, bevor du auch nur einen Kontakt importierst – nicht nach dem ersten Versand, nicht nach dem Testen.
Das Versandlimit ist überschritten, die Kampagne stockt
Im kostenlosen Plan läuft ein Versand, der das Tageslimit überschreitet, gegen eine harte Grenze. Wer nicht prüft, wie viele E-Mails pro Tag oder pro Monat erlaubt sind, und dann eine Kampagne an die gesamte Kontaktliste anlegt, stellt fest: Der Versand wird gedrosselt oder pausiert. Die Lösung ist entweder, den Versand in kleinere Batches aufzuteilen, oder rechtzeitig in einen bezahlten Plan zu wechseln – nicht hektisch in dem Moment, in dem die Kampagne stockt.
Die Absender-Adresse ist noch der Tool-Standard
Viele Plattformen tragen beim Kontoanlegen die Anmelde-E-Mail-Adresse oder eine no-reply-Adresse als Absender ein. Das sieht unprofessionell aus und signalisiert Empfängern, dass Antworten nicht erwünscht sind. Setz einen Absendernamen – entweder den Unternehmensnamen oder eine echte Person – und eine E-Mail-Adresse, auf die Antworten eingehen und gelesen werden. Antworten auf Newsletter liefern oft wertvolles Feedback über das, was Abonnenten wirklich beschäftigt.
Das Anmeldeformular enthält keinen Datenschutzhinweis
Jedes Anmeldeformular muss einen Hinweis auf die Datenschutzerklärung und den Zweck der Datenerhebung enthalten. Das ist keine optionale Ergänzung, sondern Pflicht. Welcher Text konkret notwendig ist, hängt vom Einzelfall ab. Die Formulierung sollte ein Datenschutzbeauftragter oder ein Rechtsanwalt mit Datenschutzspezialisierung freigeben – nicht ein Tool-Template, das du ungeprüft übernimmst.
Wenn der Gratis-Plan nicht mehr reicht
Der Wechsel steht selten wegen der Kontaktzahl an. Er steht an, sobald Nachrichten von einem Verhalten abhängen sollen – jemand hat geklickt, gekauft oder seit Wochen nichts geöffnet. Verzweigte Automationen sind die Funktion, die praktisch alle Anbieter hinter die Bezahlschranke legen.
Vor dem Wechsel lohnt eine nüchterne Prüfung, denn ein größerer Tarif löst kein Adressproblem: Wer 300 Kontakte hat und dreimal im Jahr versendet, gewinnt durch ein teureres Werkzeug nichts. Wer dagegen wöchentlich versendet und Empfänger nach Verhalten unterscheiden will, verliert mit einem Gratis-Plan Zeit.
ActiveCampaign im deutschsprachigen Raum
ActiveCampaign ist ein amerikanisches Unternehmen; Oberfläche und Support laufen im Kern auf Englisch. Wer die Plattform im DACH-Raum mit deutschsprachigem Ansprechpartner nutzen möchte, kann sie über einen offiziellen Partner beziehen – zum identischen Preis. Advertal ist offizieller ActiveCampaign-Partner, seit 2017 auf diese eine Plattform spezialisiert und betreut über 200 Unternehmen im deutschsprachigen Raum.
Im Advertal Partner-Netzwerk kostet die Lizenz exakt so viel wie im Direktbezug. Der Unterschied liegt nicht im Preis, sondern in dem, was ohne Aufschlag dazukommt: ein fester Ansprechpartner auf Deutsch, Unterstützung bei Einrichtung und Zustellbarkeit sowie regelmäßige Abstimmungen zur Strategie. Der offizielle Support von ActiveCampaign bleibt daneben bestehen.
Häufige Fragen
Kann ich mit einem kostenlosen Tool wirklich professionell starten?
Ja, mit klaren Grenzen. Für erste Kampagnen, den Aufbau einer kleinen Abonnentenbasis und das Ausprobieren von Segmentierung reichen kostenlose Pläne aus. Was fehlt, sind in der Regel erweiterte Automatisierungen, A/B-Tests und detailliertes Reporting. Wer E-Mail-Marketing als dauerhaften Kanal etablieren will, sollte schon beim Aufsetzen der Basisstruktur planen, wann der Wechsel sinnvoll wird – damit er nicht unter Zeitdruck stattfindet.
Welches Tool ist für DACH am einfachsten DSGVO-konform einzurichten?
Brevo ist für den deutschsprachigen Raum am einfachsten abzusichern, weil Auftragsverarbeitungsvertrag, EU-Serverstandort und DSGVO-Dokumentation standardmäßig Teil des Angebots sind. Bei Mailchimp ist der Aufwand höher, weil der Datentransfer in die USA durch Standardvertragsklauseln abgesichert sein muss. Bei HubSpot gibt es EU-Serveroptionen, deren Verfügbarkeit je nach Kontotyp variiert. In jedem Fall bleibt die Verantwortung für die rechtskonforme Konfiguration beim Unternehmen, das das Tool einsetzt.
Wie viele Kontakte verwalte ich mit einem kostenlosen Plan?
Das variiert je nach Anbieter und wird regelmäßig angepasst. Brevo erlaubt im Gratis-Plan mehr Kontakte als die meisten anderen, limitiert aber den täglichen Versand. Mailchimp und Moosend begrenzen primär die Kontaktzahl. Da Anbieter ihre Pläne laufend ändern, führt dieser Beitrag keine konkreten Zahlen auf – sie wären schnell veraltet. Prüf die aktuellen Limits direkt auf den Anbieter-Websites, bevor du dich entscheidest.
Ab wann lohnt sich ein Upgrade zu einem bezahlten Plan?
Ein Upgrade lohnt sich, wenn du regelmäßig Workarounds baust, um innerhalb der Gratis-Limits zu bleiben – Kampagnen aufspaltest, manuell segmentierst oder auf Automationen verzichtest, weil sie im Gratis-Plan nicht verfügbar sind. Dann kostet das Einsparen der Plangebühr mehr in Arbeitszeit, als sie wert ist. Ein Upgrade ist auch sinnvoll, wenn das Anbieter-Branding in deinen E-Mails der Markenwahrnehmung schadet oder wenn du verlässliche Zustellbarkeit für größere Versandmengen brauchst.
Kann ich von einem kostenlosen Tool zu ActiveCampaign wechseln?
Ja, der Wechsel ist technisch unkompliziert. Kontakte werden als CSV exportiert und in ActiveCampaign importiert. Dabei gehen keine Kontaktdaten verloren, aber Automationen, Formulare und Templates müssen neu aufgebaut werden. Sinnvoll ist der Wechsel, wenn du Automations-Verzweigungen, Lead Scoring oder eine engere CRM-Anbindung brauchst – Funktionen, die kostenlose Pläne in dieser Tiefe nicht bieten. Wer frühzeitig plant, spart beim Wechsel Zeit, weil die Kontaktstruktur von Anfang an kompatibel angelegt ist.
Was ist der Unterschied zwischen SPF, DKIM und DMARC?
Alle drei sind DNS-Einträge, die Empfänger-Mailservern mitteilen, ob eine E-Mail von einer legitimen Quelle stammt. SPF definiert, welche Server E-Mails für deine Domain versenden dürfen. DKIM signiert jede E-Mail kryptografisch, damit Empfänger nachweisen können, dass sie unverändert ankam. DMARC kombiniert beide Prüfungen und legt fest, was mit E-Mails passiert, die keine der Prüfungen bestehen – Ablehnung, Quarantäne oder Zustellung trotzdem. Dein E-Mail-Tool liefert die genauen DNS-Einträge für SPF und DKIM nach der Domain-Verifizierung. DMARC setzt du zusätzlich auf, sobald SPF und DKIM stabil laufen.
Wer mit einem kostenlosen Tool startet und feststellt, dass Automationen, Segmentierung und CRM-Anbindung der nächste sinnvolle Schritt sind, findet in unserem ActiveCampaign-Kurs eine strukturierte Einführung in das Thema. Wer beim Aufbau professioneller E-Mail-Marketing-Strukturen Unterstützung sucht, kann sich über unsere ActiveCampaign-Agentur informieren.


