Der ActiveCampaign Produktkatalog-Block erlaubt dir, Shopify- oder WooCommerce-Produkte direkt im E-Mail-Designer anzuzeigen – gefiltert nach Kategorie, Bewertung, Lagerbestand oder Preisbereich. Er ist kein KI-Empfehlungssystem, sondern ein gesteuerter Filter. Kombiniert mit verhaltensbasierten Segmenten und Automation-Triggern baust du damit eine E-Commerce-E-Mail-Strategie, die mehr Kaufwiederholungen erzeugt als Standard-Newsletter.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Produktkatalog-Block filtert und sortiert Shop-Produkte im Email Designer; er wählt nicht individuell pro Empfänger aus.
- Deep Data mit Shopify, WooCommerce, BigCommerce und Magento synchronisiert Bestell-, Kunden- und Produktdaten bidirektional – die erste Synchronisation dauert bis zu 24 Stunden.
- Den Produktkatalog-Block gibt es ab dem Marketing-Plus-Plan; Free- und Lite-Pläne haben keinen Deep-Data-Zugang.
- Für WooCommerce ist Plugin-Version 1.9.2 oder höher Voraussetzung; ältere Versionen unterstützen den Block nicht.
- Für individuelle ML-basierte Empfehlungen pro Empfänger ist ein Drittanbieter erforderlich – ActiveCampaign liefert den Block, nicht den Algorithmus.
Was der ActiveCampaign Produktkatalog-Block kann – und was er nicht leistet
So funktioniert der Block im Email Designer
Der Produktkatalog-Block ist ein Drag-and-Drop-Inhaltselement im Email Designer, das du in jede Kampagne oder Automation einfügst. Nach dem Verbinden deines Shops über Deep Data zieht der Block automatisch Produktdaten – Name, Bild, Preis, Bewertung, Lagerbestand – in die E-Mail. Du steuerst, welche Produkte erscheinen, über Filter und Sortierregeln: nach Kategorie, Preisspanne, Lagerbestand, Bewertungsdurchschnitt, Neuheit oder Sale-Status.
Das Ergebnis ist ein aktuell gehaltener Produktbereich in deiner E-Mail, ohne dass du jedes Mal Produkte manuell einpflegen musst. Ändert sich ein Preis im Shop, übernimmt der Block beim nächsten Sync den neuen Wert. Der Block rendert auf Desktop und Mobile und passt sich dem Template-Layout an. Wie viele Produkte gleichzeitig angezeigt werden, bestimmst du in den Block-Einstellungen; drei bis vier Produkte sind in der Praxis die häufig genutzte Anzahl.
Welche Filter du konkret einstellen kannst:
- Produktkategorie: Zeige nur Schuhe, nur Bio-Lebensmittel oder nur neue Kollektionen – ohne manuellen Aufruf im Shop.
- Lagerbestand: Filtere vergriffene Artikel aus, damit Empfänger nicht auf leere Produktseiten stoßen.
- Bewertung: Begrenze auf Produkte ab einem bestimmten Sterne-Wert und nutze den Social Proof im Block.
- Preisspanne: Segmentiere Empfehlungen nach Kaufkraft (Budget bis Premium) und bau je Segment eine eigene E-Mail-Variante.
- Sale-Status: Kommuniziere Rabatte gezielt, ohne den regulären Preiskatalog zu mischen.
- Sortierung: Bestseller zuerst, neue Artikel zuerst oder höchste Bewertung zuerst – je nach Kampagnenziel.
Warum der Produktkatalog-Block kein Empfehlungsalgorithmus ist
Ein wichtiger Punkt, den viele Shops anfangs übersehen: Der Produktkatalog-Block in ActiveCampaign wählt nicht aus, welches Produkt zu welchem Empfänger passt. Er zeigt allen Kontakten in einem Segment dieselben gefilterten Produkte. Die Personalisierung entsteht dadurch, dass du unterschiedliche Versionen der E-Mail mit unterschiedlichen Blöcken für unterschiedliche Segmente baust – nicht durch eine individuelle Empfehlung pro Person.
Ein konkretes Beispiel: Du baust eine Automation, die nach dem Erstkauf ausgelöst wird. Für Kontakte mit dem Tag "Kategorie: Sport" zeigst du im Block Sportaccessoires, für Kontakte mit dem Tag "Kategorie: Küche" zeigst du Küchenutensilien. Das ist sinnvolle Segmentierung – aber keine ML-basierte Empfehlung, die aus dem Kaufverlauf jedes Kontakts lernt und individuell optimiert.
Wer echte algorithmische Produktempfehlungen möchte – also: welches Produkt kauft Kontakt X mit der höchsten Wahrscheinlichkeit als nächstes? – braucht einen Drittanbieter wie Quarticon, Nosto oder Clerk.io, der per API in ActiveCampaign eingebunden wird. Dazu mehr im Abschnitt zu den Grenzen des nativen Blocks.
Welche Shop-Systeme den Produktkatalog-Block unterstützen
Der Produktkatalog-Block steht nur zur Verfügung, wenn du eine aktive Deep-Data-Integration hast. ActiveCampaign bietet diese direkt für mehrere Shop-Systeme an. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über den Stand 2026:
Shop-System | Deep Data | Produktkatalog-Block | Mindest-Plan |
|---|---|---|---|
Shopify | ja | ja | Marketing Plus |
WooCommerce | ja (ab Plugin-Version 1.9.2) | ja | Marketing Plus |
BigCommerce | ja | ja | Marketing Plus |
Magento | ja | nein (nur Bestelldaten) | Marketing Plus |
Square | ja | nein (nur Bestelldaten) | Marketing Plus |
Individuelles System | via API | nein (Bestelldaten per API, kein Block) | Enterprise |
Die erste Produktsynchronisation nach der Einrichtung dauert bis zu 24 Stunden. Prüfe nach einem Tag im ActiveCampaign-Konto unter Einstellungen → Integrationen → Verbunden, ob Produkte übertragen wurden. Spätere Änderungen im Shop – neue Preise, neue Produkte, Statusänderungen – werden in der Regel innerhalb weniger Stunden nachgezogen. Starte keine Kampagne mit dem Produktkatalog-Block, bevor du den Sync-Status überprüft hast; ein Block ohne Daten liefert einen leeren Bereich in der E-Mail.
So richtest du den Produktkatalog-Block ein – Schritt für Schritt
Das folgende Vorgehen gilt für Shopify als Referenzintegration. Für WooCommerce sind die ersten drei Schritte leicht anders: Dort installierst du das offizielle ActiveCampaign-Plugin aus dem WordPress-Plugin-Verzeichnis und verbindest es über den API-Key im Plugin-Einstellungsmenü. Stell sicher, dass du Plugin-Version 1.9.2 oder höher nutzt – ältere Versionen unterstützen den Produktkatalog-Block nicht.
- Integration verbinden: Geh in ActiveCampaign auf Einstellungen → Integrationen → Shopify hinzufügen. Gib deine Shop-Domain (z. B. dein-shop.myshopify.com) ein und autorisiere den Zugriff in Shopify im OAuth-Dialog.
- Deep Data aktivieren: In den Integrationseinstellungen findest du den Schalter für Deep Data Sync. Aktiviere ihn, damit Bestellungen, Produkte und Warenkorbdaten übertragen werden. Ohne diesen Schalter laufen nur grundlegende Kontaktdaten über.
- 24 Stunden Sync abwarten: Arbeite erst weiter, wenn unter Einstellungen → Integrationen → Shopify → Produkte mindestens deine Hauptprodukte erscheinen. Ohne Sync-Daten zeigt der Block in der E-Mail einen leeren Bereich – das lässt sich nicht durch erneutes Speichern des Blocks beheben.
- E-Mail öffnen oder neue erstellen: Geh auf Kampagnen → Erstellen oder öffne eine bestehende Automation-E-Mail im Email Designer.
- Produktkatalog-Block einfügen: Im rechten Panel unter Inhalt findest du den Block "Produktkatalog". Ziehe ihn in den gewünschten Bereich deiner E-Mail. Direkt unterhalb des Headers oder vor dem Footer sind typische Positionen.
- Filter konfigurieren: Klicke auf den eingefügten Block. Im Einstellungs-Panel rechts wählst du: Shop-Verbindung, Produktkategorie, Filter (Lagerbestand, Bewertung, Preis, Sale-Status), Sortierung (Bestseller, Neu, Sale) und Anzahl der angezeigten Produkte. Starte mit drei Produkten; du kannst die Anzahl nach dem ersten Kampagnen-Test anpassen.
- Vorschau mit Kontakt prüfen: Klicke auf Vorschau, wähle einen Kontakt aus deiner Datenbank als Vorschau-Kontakt aus und prüfe, ob Produkte korrekt geladen werden. Achte darauf, dass das Seitenverhältnis der Produktbilder konsistent ist – Shopify liefert quadratische Bilder als Standard, WooCommerce teils variabel.
- Mobil-Darstellung testen: Wechsle in der Vorschau auf die Mobile-Ansicht. Produktkacheln stapeln sich auf mobilen Bildschirmen; prüfe, ob Bildtexte und Preise lesbar bleiben und Buttons ausreichend groß sind. Drei Produkte nebeneinander auf Desktop werden auf Mobile zu drei Produkten untereinander – das kann die E-Mail deutlich verlängern.
Ein häufiges Problem direkt nach der Einrichtung: Der Block zeigt sich leer, obwohl die Integration verbunden ist. Die häufigste Ursache ist, dass die erste Synchronisation noch läuft. Warte in diesem Fall die vollen 24 Stunden ab, bevor du in die Fehlersuche gehst. Ist nach 24 Stunden noch nichts übertragen, prüfe zuerst, ob Deep Data explizit aktiviert ist – nicht nur die Shop-Verbindung.
Welche Daten Deep Data synchronisiert – und was das für deine Segmente bedeutet
Deep Data liefert wesentlich mehr als Produktbilder für den Block. Die synchronisierten Daten stehen dir auch für Segmentierungsregeln, Automation-Trigger und Deal-Pipeline-Felder zur Verfügung. Wer sie vollständig nutzt, hat damit die Grundlage für Automationen, die ohne manuellen Eingriff dauerhaft laufen.
Bestelldaten
Für jede Bestellung speichert ActiveCampaign: Bestellnummer, Bestelldatum, Bestellbetrag, Währung, Bestellstatus (offen, versandt, storniert, erstattet), enthaltene Produkte mit Menge und Einzelpreis sowie Versandadresse (Land, PLZ). Diese Felder kannst du in Segmentierungsregeln nutzen: Kontakte mit mindestens drei Bestellungen, Kontakte deren letzter Kauf mehr als 90 Tage zurückliegt, oder Kontakte mit einem durchschnittlichen Bestellwert über einem selbst gewählten Schwellenwert für VIP-Segmente.
Besonders die Kombination aus Bestellhäufigkeit und Bestellwert ist nützlich: Sie erlaubt dir, Hochwertkunden von Gelegenheitskäufern zu trennen und für beide Gruppen unterschiedliche Kommunikations-Frequenzen und Inhalte einzurichten – ohne dass du dafür externe Tools brauchst.
Produktdaten
Auf Produktebene synchronisiert Deep Data: Produktname, SKU, Produktbild-URL, Preis, Vergleichspreis (für Sale-Anzeige), Lagerbestand, Produktkategorie und – wo vorhanden – Bewertungsdurchschnitt. Diese Felder nutzt der Produktkatalog-Block für seine Filter. Sie stehen dir aber auch in Personalisierungs-Tags in E-Mail-Texten zur Verfügung: Du kannst zum Beispiel den Namen des zuletzt gekauften Produkts im Betreff einer Post-Purchase-E-Mail verwenden.
Automatisch gesetzte Tags
ActiveCampaign setzt bei jeder Bestellung automatisch Tags auf den Kontakt – zum Beispiel die Kategorie der gekauften Produkte oder ein Datum des letzten Kaufs. Diese Tags sind der schnellste Weg zu produktbasierten Segmenten, ohne eigene Feldregeln anlegen zu müssen. Tags wie "Kategorie: Sportgeräte" oder "hat-Produkt-X-gekauft" sind die häufigste Grundlage für Cross-Sell-Automationen. Prüfe nach der Synchronisation unter Kontakte → Tags, welche Tags Deep Data angelegt hat – das gibt dir einen schnellen Überblick über die vorhandenen Segmentierungsmöglichkeiten.
Drei Automationen, die mit dem Produktkatalog sofort greifen
Die stärksten E-Commerce-Ergebnisse kommen nicht aus einzelnen Kampagnen, sondern aus verhaltensgetriggerten Automationen, die dauerhaft laufen. Hier sind drei Setups, die sich mit dem Produktkatalog-Block direkt umsetzen lassen und in der Praxis regelmäßig eingesetzt werden.
Cart Abandonment mit Produktkatalog-Block
Cart Abandonment gehört zu den relevantesten Automationen, weil der Kontakt das Kaufinteresse gerade aktiv signalisiert hat. Mit Deep Data löst du diese Automation aus, sobald ein bekannter Kontakt – eingeloggt oder per E-Mail-Adresse identifiziert – den Warenkorb befüllt, aber die Bestellung nicht abschließt. Der Trigger in ActiveCampaign lautet Warenkorb aufgegeben.
Eine dreistufige Serie funktioniert so:
- E-Mail 1, eine Stunde nach Abbruch: Produktkatalog-Block zeigt die tatsächlichen Warenkorbprodukte. Kein Rabatt in dieser Mail. Viele Abbrüche entstehen durch Ablenkung, nicht durch Preisbedenken – eine einfache Erinnerung reicht oft aus.
- E-Mail 2, 24 Stunden nach Abbruch: Block zeigt ergänzende Artikel aus derselben Kategorie (Cross-Sell-Impuls). Optional: Hinweis auf Produktbewertungen oder Antworten auf häufige Käuferfragen zum Produkt.
- E-Mail 3, 72 Stunden nach Abbruch: Zeitlich begrenztes Angebot, wenn der Warenkorbwert über einem selbst festgelegten Schwellenwert liegt. Den Schwellenwert setzt du über eine Bedingung in der Automation, zum Beispiel: Bestellwert größer als 80 Euro. Darunter lohnt ein Rabatt betriebswirtschaftlich oft nicht.
Richte in der Automation zwingend eine Bedingung ein, die die Serie sofort beendet, wenn der Kontakt zwischendurch kauft. Ohne diese Bedingung erhält er alle drei E-Mails, obwohl die Bestellung längst abgeschlossen ist – das beschädigt das Vertrauen in deine Kommunikation spürbar.
Post-Purchase-Cross-Sell (7 Tage nach Kauf)
Trigger: Bestellung abgeschlossen. Wartezeit: 7 Tage. E-Mail: Produktkatalog-Block mit Filter auf dieselbe oder ergänzende Kategorie, sortiert nach Bestsellern.
Die Wartezeit von 7 Tagen ist ein Ausgangspunkt, kein fixer Standard. Für Verbrauchsgüter (Kaffee, Kosmetik, Nahrungsergänzung) ist der Takt kürzer; für Elektronik oder Möbel länger. Passe ihn auf der Grundlage der typischen Nutzungsdauer deiner Hauptprodukte an. Eine Segmentierungsbedingung am Eingang der Automation filtert Kontakte, die in den letzten sieben Tagen bereits eine Folgebestellung aufgegeben haben – die brauchen diese E-Mail nicht mehr und sollten nicht erneut beworben werden.
Ein direktes Beispiel: Jemand kauft eine Kaffeemaschine. Sieben Tage später erhält er eine E-Mail mit dem Produktkatalog-Block gefiltert auf "Kategorie: Kaffee und Zubehör", sortiert nach Bestsellern und Lagerbestand verfügbar. Der Block befüllt sich automatisch aus dem Shop; du musst nicht manuell Produkte auswählen. Den vollständigen Aufbau verhaltensgetriggerter E-Commerce-Automationen – inklusive weiterer Trigger-Szenarien für unterschiedliche Shop-Typen – findest du in einem eigenen Beitrag.
Wiederkauf-Reminder für Verbrauchsgüter und Abonnements
Für Shops mit Verbrauchsgütern ist der Wiederkauf-Reminder die Automation mit dem klarsten Return: Die Kaufwahrscheinlichkeit ist hoch, der Kontakt hat das Produkt bereits positiv bewertet (durch den ersten Kauf), und der Zeitpunkt lässt sich mit guter Näherung vorhersagen.
Du schätzt die durchschnittliche Nutzungsdauer des Produkts und richtest die Wartezeit in der Automation entsprechend ein. Starte die Erinnerungs-E-Mail einige Tage vor dem erwarteten Verbrauch, nicht danach – das gibt dem Kontakt Zeit zur Bestellung und vermeidet das "Ich hab gerade nichts mehr"-Szenario, das oft zum Anbieterwechsel führt.
Beispiel-Setup: Produkt "Protein-Pulver 1000g", angenommene Nutzungsdauer vier Wochen. Trigger: Produkt-SKU X gekauft. Wartezeit: 25 Tage. E-Mail: Produktkatalog-Block gefiltert auf dasselbe Produkt und seine Varianten, Lagerbestand-Filter aktiv. Prüfe am Beginn der E-Mail-Phase mit einer Bedingung, ob der Kontakt zwischendurch bereits nachbestellt hat; falls ja, beende die Serie. Falls nicht, sende die Erinnerung.
Typische Fehler beim Einsatz des Produktkatalog-Blocks
In der Praxis tauchen beim Produktkatalog-Block einige Probleme regelmäßig auf – die meisten lassen sich mit wenigen Minuten Vorbereitung vermeiden.
- Sync noch nicht abgeschlossen: Der Block zeigt einen leeren Bereich. Ursache ist fast immer, dass die erste Synchronisation noch läuft oder Deep Data nicht aktiviert ist. Abhilfe: unter Einstellungen → Integrationen → [Shop] → Produkte prüfen, ob Daten vorhanden sind, bevor die E-Mail aktiviert wird.
- WooCommerce-Plugin unter Version 1.9.2: Ältere Versionen unterstützen den Produktkatalog-Block nicht – er erscheint im Designer, liefert aber keine Daten. Lösung: Plugin auf die aktuelle Version aktualisieren und Deep Data erneut aktivieren.
- Plan zu niedrig: Deep Data und der Produktkatalog-Block sind ausschließlich ab dem Marketing-Plus-Plan verfügbar. Wer auf Lite oder Free arbeitet, sieht den Block zwar möglicherweise im Designer, kann aber keinen Shop verbinden.
- Zu viele Produkte im Block: Zehn Produkte in einer E-Mail führen zu langen Ladezeiten auf Mobilgeräten und zu schwacher Klickverteilung – der Empfänger wählt nicht, er überschaut nicht. Drei bis vier Produkte pro Block sind ausreichend; wenn du mehr zeigen willst, bau zwei Blöcke mit unterschiedlichen Filtern und trenne sie durch einen kurzen Textabsatz.
- Kein Lagerbestand-Filter: Ohne Lagerbestand-Filter tauchen vergriffene Produkte im Block auf. Ein Kontakt, der auf ein vergriffenes Produkt klickt und im Shop eine leere oder deaktivierte Seite vorfindet, kauft seltener erneut und nimmt die nächste E-Mail weniger ernst. Aktiviere den Filter immer.
- Produktkatalog-Block in Transaktions-E-Mails nicht genutzt: Transaktions-E-Mails – Bestellbestätigung, Versandbenachrichtigung – erzielen im E-Commerce-Kanal regelmäßig hohe Öffnungsraten. Einen Produktkatalog-Block als ergänzenden Bereich am Ende dieser Mails einzubauen erzeugt einen Cross-Sell-Impuls, ohne einen separaten Versand zu benötigen. Voraussetzung: Du sendest diese Mails über ActiveCampaign, nicht direkt über den Shop-Provider.
- Fehlende Automation-Ausstiegsbedingung: Wer vergisst, eine Bedingung einzubauen, die eine Serie beendet, sobald der Kontakt gekauft hat, schickt Erinnerungs- oder Rabatt-E-Mails nach einem bereits getätigten Kauf. Das wirkt unsauber und kann Kontakte zur Abmeldung bewegen.
Wann der native Produktkatalog-Block an seine Grenzen stößt
Der Produktkatalog-Block leistet genau das, wozu er gebaut ist: Produkte nach definierten Kriterien in E-Mails anzeigen. Er ist kein lernendes System. Zwei Anwendungsfälle liegen damit außerhalb seines Leistungsbereichs – und es lohnt sich, das zu kennen, bevor ein Feature erwartet wird, das es in dieser Form nicht gibt.
Individuelle Empfehlungen pro Empfänger: Wenn Kontakt A Produkt X und Kontakt B Produkt Y sehen soll – basierend auf deren individuellem Kaufverlauf und ähnlichen Profilen –, brauchst du einen ML-basierten Empfehlungsdienst. Dienste wie Quarticon, Nosto oder Clerk.io lassen sich über Webhooks und Custom Fields in ActiveCampaign einbinden. Der Aufwand für die Integration ist höher, die Segmentierungstiefe aber auch wesentlich größer.
Echtzeit-Personalisierung beim Öffnen: Der Produktkatalog-Block rendert beim E-Mail-Versand, nicht beim Öffnen. Das bedeutet: Ändert sich ein Preis zwischen Versand und Öffnung, zeigt die E-Mail den alten Preis. Für zeitkritische Angebote – Flash Sales, Stunden-Countdowns – ist das eine Einschränkung. Auch hier helfen Drittanbieter, die Inhalte erst beim Öffnen rendern.
Wenn du den nativen Produktkatalog bereits sauber eingerichtet hast und die nächste Ebene der E-Commerce-Datenstrategie angehen willst, gibt der Leitfaden zur E-Commerce-Datenstrategie mit ActiveCampaign einen vollständigen Überblick über weiterführende Segmentierungs- und Personalisierungsansätze.
Häufige Fragen
Welche ActiveCampaign-Pläne unterstützen den Produktkatalog-Block?
Den Produktkatalog-Block gibt es ab dem Marketing-Plus-Plan. Er ist an die Deep-Data-Integration geknüpft, und Deep Data ist in den Plänen Free und Lite nicht enthalten. Wenn du dir unsicher bist, welcher Plan bei dir aktiv ist, prüfe unter Einstellungen → Konto → Abonnement, ob der Punkt "Deep Data Integrationen" aufgeführt ist. Auf den Plänen Professional und Enterprise ist Deep Data ebenfalls enthalten.
Wie lange dauert die erste Produktsynchronisation?
ActiveCampaign gibt offiziell bis zu 24 Stunden an. Bei kleinen Sortimenten unter 500 Produkten ist die Synchronisation oft früher abgeschlossen. Kontrolliere den Stand unter Einstellungen → Integrationen → [dein Shop] → Produkte. Wenn nach 24 Stunden keine Produkte erscheinen, prüfe zuerst, ob Deep Data aktiviert ist und ob die Shop-Verbindung autorisiert ist – nicht nur verbunden.
Kann ich Produkte nach Lagerbestand filtern, damit keine vergriffenen Artikel erscheinen?
Ja. Im Einstellungs-Panel des Produktkatalog-Blocks gibt es eine Filter-Option für den Lagerbestand-Status. Wähle dort "nur verfügbar" aus, damit ausschließlich Produkte mit vorhandenem Lagerbestand angezeigt werden. Dieser Filter sollte in jeder E-Mail aktiv sein. Ausnahme: Wenn du explizit auf Produkte hinweisen willst, die bald ausverkauft sind (Verknappung als Kaufanreiz) – dann deaktivierst du den Filter und formulierst die Knappheit aktiv im Textteil der E-Mail.
Was ist der Unterschied zwischen dem Produktkatalog-Block und personalisierten Produktempfehlungen?
Der Produktkatalog-Block zeigt allen Empfängern in einem Segment dieselben gefilterten Produkte. Personalisierte Produktempfehlungen im engeren Sinne berechnen für jeden Empfänger individuell, welches Produkt die höchste Kaufwahrscheinlichkeit hat – basierend auf Kaufverlauf, Browsingverhalten und ähnlichen Profilen. Das kann ActiveCampaign nativ nicht. Für diesen Anwendungsfall ist ein Drittanbieter wie Quarticon, Nosto oder Clerk.io notwendig, der per API eingebunden wird.
Lässt sich der Produktkatalog-Block auch in Transaktions-E-Mails einsetzen?
Ja. Bestellbestätigungen und Versandbenachrichtigungen erzielen im E-Commerce-Kanal regelmäßig hohe Öffnungsraten. Du kannst in diesen Mails am Ende einen Produktkatalog-Block mit einem Cross-Sell-Filter einbauen – gleiche Kategorie, Bestseller, Lagerbestand verfügbar. Technische Voraussetzung: Du sendest diese Transaktions-E-Mails über ActiveCampaign und hast Deep Data aktiv. Wenn der Shop-Provider die Transaktions-Mails selbst verschickt, greift dieser Weg nicht.
Was passiert, wenn ein Produkt im Block nicht mehr im Sortiment ist?
Ist das Produkt im Shop deaktiviert oder gelöscht, entfernt Deep Data es spätestens beim nächsten Sync aus dem Produktkatalog in ActiveCampaign. Der Produktkatalog-Block zeigt es dann nicht mehr an. Wenn du den Lagerbestand-Filter aktiv hast, werden vergriffene (aber noch aktive) Produkte sofort aus dem Block gefiltert – ohne dass du manuell eingreifst. Das ist einer der größten praktischen Vorteile gegenüber handgepflegten Produkt-Bannern in E-Mails.
Den nächsten sinnvollen Schritt nach dem Einrichten des Produktkatalog-Blocks bildet die Segmentierungsstrategie: Welche Kontaktgruppen sollen welche Produkte sehen, welche Tags lösen welche Automationen aus? Den Einstieg für WooCommerce-Shops – von der Deep-Data-Verbindung bis zu den ersten segmentierten Kampagnen – zeigt der Beitrag zu E-Mail-Marketing mit ActiveCampaign und WooCommerce.


