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Die 6 besten Mailchimp-Alternativen für den DACH-Markt

Tom
Tom
13. März 2026 · 12 Min. Lesezeit

Wer im DACH-Raum mit Mailchimp an Grenzen stößt, findet mit ActiveCampaign, Brevo, Kit, GetResponse, Moosend und AWeber sechs Alternativen mit unterschiedlichem Schwerpunkt. Welche passt, hängt davon ab, ob du einfache Newsletter, Marketing-Automation oder ein integriertes CRM suchst – und wie wichtig dir DSGVO-konforme europäische Server und deutschsprachiger Support sind.

Das Wichtigste in Kürze

  • ActiveCampaign ist die stärkste Wahl, wenn du komplexe Automationen, ein integriertes CRM und Site Tracking in einem Tool brauchst.
  • Brevo und GetResponse sind in der EU ansässig und bieten unkompliziertere Datenschutzverhältnisse als der US-Anbieter Mailchimp.
  • Mailchimps Preismodell berechnet die Kontaktanzahl auf eine Art, die bei wachsenden Listen zu höheren Kosten führt als zunächst erwartet.
  • Kit (früher ConvertKit) passt am besten zu Creator-Geschäftsmodellen und Newsletter-fokussierten Unternehmen, nicht zu E-Commerce-Automation.
  • Für einen sauberen Wechsel brauchst du exportierte Kontakte, dokumentierte Segmente und eine eingerichtete Domain-Authentifizierung beim neuen Anbieter.

Warum DACH-Unternehmen Mailchimp den Rücken kehren

Mailchimp war jahrelang der Standard für einfaches E-Mail-Marketing – leicht zugänglich, kostenloser Einstieg, breite Bekanntheit. Für viele DACH-Unternehmen haben sich die Rahmenbedingungen jedoch verändert. Drei Faktoren sind dabei besonders häufig der Auslöser für den Wechsel.

Das Preismodell wird bei größeren Listen teurer als erwartet

Mailchimps Preisstruktur basiert auf der Gesamtzahl der Kontakte in deiner Audience. Je nach Tarif zählen dabei auch Kontakte mit, die sich bereits abgemeldet haben oder über einen langen Zeitraum inaktiv sind. Das führt dazu, dass die Rechnung bei wachsenden Listen schneller steigt, als die aktiven Empfänger tatsächlich zunehmen. Wer seine Liste regelmäßig bereinigt, kann Kosten reduzieren – das erfordert aber mehr aktive Verwaltung, als die meisten beim Start einplanen.

Hinzu kommt, dass Mailchimp mehrere Tarif-Stufen mit unterschiedlichen Feature-Grenzen anbietet. Welche Funktionen du wirklich brauchst und in welchem Tarif sie enthalten sind, ist ohne genaue Prüfung nicht immer sofort klar. Vergleichsangebote europäischer Anbieter sind oft transparenter strukturiert.

Mailchimp ist als Intuit-Tochter ein US-Anbieter

Seit der Übernahme durch den US-Konzern Intuit liegt die Verantwortlichkeit bei einem US-amerikanischen Unternehmen. Das ist kein juristisches K.O.-Kriterium, solange Standardvertragsklauseln (SCCs) vorhanden und im Auftragsverarbeitungsvertrag dokumentiert sind – Mailchimp stellt diese bereit. Für Unternehmen, die datenschutzsensible Branchen bedienen oder internen Compliance-Anforderungen unterliegen, ist es aber ein Argument, europäische Alternativen zu prüfen, bei denen die Drittland-Problematik entfällt.

Automation und CRM stoßen bei komplexeren Anforderungen an Grenzen

Mailchimp bietet grundlegende Automationen: Willkommenssequenzen, einfache Trigger, A/B-Tests für Betreffzeilen. Wer darüber hinaus Kontakte nach Verhalten auf der eigenen Website segmentieren, mehrere Bedingungen kombinieren oder ein integriertes CRM für den Vertrieb nutzen will, stößt an die Grenzen des Systems. Spezialisierte Tools bieten hier deutlich mehr Tiefe, ohne dass du sofort zu einer Enterprise-Lösung wechseln müsstest.

Was diese sechs Alternativen voneinander unterscheidet

Die folgende Tabelle gibt eine erste Orientierung. Jedes Tool hat einen klaren Schwerpunkt – es geht nicht darum, das "beste" Tool zu finden, sondern das, das zu deinen konkreten Anforderungen passt.

Tool

Herkunft

Stärke

Passt zu

ActiveCampaign

USA (EU-Datenspeicherung verfügbar)

Automation + CRM + Site Tracking

Unternehmen mit komplexen Automation-Anforderungen

Brevo

Frankreich (EU)

E-Mail + SMS, Transaktionsmails, send-basiertes Preismodell

E-Commerce, lokale Unternehmen, Multi-Kanal-Kommunikation

Kit

USA

Newsletter, Tag-Segmentierung, Landing Pages

Creator, Coaches, Newsletter-getriebene Geschäftsmodelle

GetResponse

Polen (EU)

Webinare, Funnel-Builder, E-Mail-Automation

B2B-Dienstleister, Webinar-getriebene Lead-Generierung

Moosend

Griechenland (EU)

Preiswertes Einstiegspaket, solide Segmentierung

Startups, kleine Teams mit begrenztem Budget

AWeber

USA

24/7-Support, einfache Bedienung

Einsteiger, die viel Begleitung beim Setup brauchen

ActiveCampaign – wenn Automation mehr sein soll als ein Autoresponder

ActiveCampaign ist unter den sechs Alternativen das Tool mit der größten Funktionstiefe in der Marketing-Automation. Das macht es zur ersten Wahl, wenn du mehr willst als Willkommensmails und einfache Trigger – also wenn Kontakte unterschiedliche Wege durch deine Kommunikation gehen sollen, je nachdem, was sie getan oder nicht getan haben.

Was das Automation-System konkret leistet

Der Automation-Builder arbeitet mit einem visuellen Flussdiagramm. Du legst Eintrittspunkte fest (Formular-Einsendung, Tag gesetzt, bestimmte Seite besucht), verbindest Wartezeiten und Bedingungen und verzweigst den Ablauf je nach Kontaktverhalten. Das ermöglicht Szenarien, die in Mailchimp nicht abbildbar sind:

  • Kontakte, die ein Webinar besucht, aber nicht gekauft haben, erhalten eine andere Folgesequenz als Kontakte, die gar nicht erschienen sind.
  • Eine Automation prüft, ob jemand in den letzten 30 Tagen eine bestimmte E-Mail geöffnet hat, und wählt je nach Ergebnis einen anderen Pfad weiter.
  • Tags, die aus externen Systemen per API gesetzt werden, lösen Automationen aus – zum Beispiel wenn ein CRM-Datensatz seinen Status wechselt oder eine Bestellung einen bestimmten Wert erreicht.

Hinzu kommt die Möglichkeit, mehrere Automationen miteinander zu verknüpfen. Ein Kontakt kann eine Automation verlassen und in eine andere eintreten, ausgelöst durch ein Ereignis in der ersten. Das erlaubt modulare Aufbauten, bei denen du einzelne Teile ändern kannst, ohne das gesamte System neu aufbauen zu müssen.

Wie CRM und Site Tracking mit den Automationen zusammenspielen

ActiveCampaign liefert ein integriertes CRM mit, das Deals, Pipelines und Aufgaben abbildet. Für kleine Vertriebsteams, die nicht in ein separates CRM investieren wollen, ist das ausreichend, um Leads zu verwalten und Aufgaben zuzuweisen. Das Site Tracking protokolliert, welche Seiten deiner Website ein Kontakt besucht hat – und diese Information ist direkt in Automationen und Segmentierungen nutzbar. Ein Kontakt, der die Preisseite mehrfach aufruft, kann automatisch in eine andere Sequenz wechseln als jemand, der nur Blog-Artikel liest.

Advertal ist offizieller ActiveCampaign-Partner. In der Praxis mit Unternehmen aus dem Advertal Partnernetzwerk zeigt sich: Der häufigste Grund, warum Unternehmen nach dem Wechsel zu ActiveCampaign zufriedener sind, liegt nicht allein am Funktionsumfang – sondern daran, dass Automation-Regeln zuverlässig laufen und Segmente aktuell bleiben, wenn das Setup einmal sauber aufgebaut ist.

Was die DSGVO-Nutzung von ActiveCampaign in der Praxis bedeutet

ActiveCampaign ist ein US-amerikanisches Unternehmen. Für die DSGVO-konforme Nutzung sind Standardvertragsklauseln erforderlich, die ActiveCampaign bereitstellt. Zusätzlich bietet ActiveCampaign die Option, Daten in der EU zu speichern – ein Punkt, den du beim Einrichten des Kontos aktiv auswählen und im Auftragsverarbeitungsvertrag dokumentieren lassen solltest. Wer in einer Branche mit erhöhten Datenschutzanforderungen tätig ist, sollte diese Option nutzen und sicherstellen, dass die Einstellung im Konto auch tatsächlich aktiv ist.

Brevo, Kit und GetResponse: Drei Alternativen mit klarem Profil

Neben ActiveCampaign gibt es drei weitere Anbieter, die für spezifische Anforderungen die bessere Wahl sind. Die Unterschiede liegen nicht in der Qualität, sondern im Einsatzzweck.

Wie Brevo bei DSGVO und Kanal-Breite punktet

Brevo (früher unter dem Namen Sendinblue bekannt) kommt aus Frankreich und betreibt seine Server in der EU. Das macht es zum unkompliziertesten Anbieter aus DSGVO-Sicht, weil keine Drittland-Transfers in die USA anfallen. Das Preismodell ist send-basiert statt kontaktbasiert: Du zahlst nach der Anzahl versendeter E-Mails, nicht nach der Listengröße. Das kann bei großen, aber selten angeschriebenen Listen günstiger sein als kontaktbasierte Modelle.

Brevo integriert E-Mail, SMS und Transaktionsmails in einer Plattform. Für E-Commerce-Unternehmen, die Bestellbestätigungen, Versandmeldungen und Marketing-Kampagnen über ein einziges System abwickeln wollen, ist das ein relevanter Vorteil. Die Automation-Funktionen sind für einfache bis mittlere Anforderungen ausreichend, reichen aber nicht an die Tiefe von ActiveCampaign heran.

Warum Kit für Creator-Geschäftsmodelle gebaut ist

Kit (früher als ConvertKit bekannt) ist konsequent auf die Bedürfnisse von Bloggern, Podcastern, Online-Kurs-Anbietern und Coaches ausgerichtet. Das zeigt sich in der Tag-basierten Segmentierung: Statt Kontakte in getrennte Listen aufzuteilen, arbeitest du mit Tags, die du frei vergibst und kombinierst. Das macht Segmentierung intuitiver, wenn dein Inhalt – nicht ein Produkt oder ein Transaktionsprozess – das Zentrum deiner Kommunikation ist.

Kit bietet integrierte Landing Pages und Formulare, was den Aufbau einer E-Mail-Liste ohne externe Tools ermöglicht. Für E-Commerce-Automation oder ein CRM ist Kit nicht ausgelegt. Wer ein Produkt-Sortiment verwaltet, Lead-Scoring benötigt oder Website-Besuche tracken will, braucht ein anderes Tool. Kit ist keine Allround-Plattform, sondern ein Werkzeug mit bewusstem Fokus.

GetResponse: wenn Webinare Teil des Lead-Prozesses sind

GetResponse kommt aus Polen und hat seinen Sitz in der EU. Neben E-Mail-Marketing und Automation enthält die Plattform eine integrierte Webinar-Lösung. Wer regelmäßig Webinare als Akquisitionsinstrument einsetzt und keine separate Webinar-Software bezahlen will, findet hier eine Kombination, die Mailchimp nicht bietet. Die Teilnehmerdaten aus dem Webinar fließen direkt in die Kontaktliste und können Automationen auslösen.

GetResponse bietet außerdem einen Funnel-Builder, mit dem du Landing Pages, Opt-in-Formulare und Danke-Seiten ohne externe Tools zusammenbauen kannst. Die Lernkurve ist steiler als bei Kit oder Brevo, der Funktionsumfang aber entsprechend größer.

Wann Moosend und AWeber die richtige Wahl sind

Moosend ist ein Anbieter aus Griechenland mit EU-Sitz. Das Tool richtet sich an kleinere Teams, die ein günstiges, funktional ausreichendes E-Mail-Marketing-System suchen. Die Automation-Features sind vorhanden, aber weniger ausgereift als bei ActiveCampaign oder GetResponse. Deutschsprachiger Support fehlt, was bei technischen Fragen zu Reibung führen kann. Für Teams, die auf Englisch kommunizieren und eine budgetschonende Lösung suchen, ist Moosend eine valide Option.

AWeber ist ein US-amerikanischer Anbieter, der seit Jahrzehnten am Markt ist. Das Alleinstellungsmerkmal ist der Support: Live-Chat und telefonische Erreichbarkeit mit echten Ansprechpartnern. Für Einsteiger, die viel Begleitung beim ersten Setup schätzen, ist das ein konkreter Vorteil. Der Funktionsumfang bei Automation und Segmentierung ist jedoch konservativer als bei neueren Plattformen, und für die DSGVO gelten dieselben SCC-Anforderungen wie bei anderen US-Anbietern.

Worauf die Entscheidung wirklich ankommt

Die Wahl des richtigen Tools ist keine Frage des Marktführers oder des niedrigsten Einstiegspreises. Sie hängt davon ab, was dein Geschäftsmodell konkret braucht. Drei Kriterien sind dabei ausschlaggebend.

Automation-Tiefe: Wo enden deine Anforderungen wirklich?

Wer einfache Willkommenssequenzen und monatliche Newsletter versenden will, braucht kein komplexes Automation-System. Kit, Brevo und Moosend reichen für diese Anforderungen aus und sind einfacher zu bedienen. Wer hingegen Lead-Scoring, verhaltensbasierte Verzweigungen, Website-Tracking und CRM in einem System benötigt, kommt an ActiveCampaign kaum vorbei. Das wichtigste Entscheidungskriterium ist dabei nicht der aktuelle Bedarf, sondern der Bedarf in 18 Monaten: Ein Toolwechsel kostet Zeit und Nerven, ein zu früh ausgetauschtes Tool ebenfalls. Besser einmal gründlich entscheiden als zweimal wechseln.

DSGVO: Was wirklich geprüft werden muss

Alle seriösen Anbieter in dieser Liste stellen Auftragsverarbeitungsverträge bereit und sind DSGVO-nutzbar. Der Unterschied liegt in der Komplexität der Prüfung: Bei europäischen Anbietern (Brevo, GetResponse, Moosend) entfällt die Drittland-Problematik. Bei US-Anbietern (ActiveCampaign, Kit, AWeber) sind gültige SCCs Pflicht, und du solltest prüfen, ob Daten auf Wunsch in der EU gespeichert werden können. Wer in einer regulierten Branche tätig ist oder datenschutzsensible Kundendaten verarbeitet, sollte die Datenschutz-Dokumentation des gewählten Anbieters vor der Entscheidung vollständig durchsehen – und nicht erst nach einem Audit.

Preismodell: Wie entwickeln sich die Kosten bei Listenwachstum?

Kontaktbasierte Preismodelle (Mailchimp, ActiveCampaign, Kit) werden teurer, wenn deine Liste wächst – unabhängig davon, wie häufig du versendest. Send-basierte Modelle (Brevo) werden teurer, wenn du häufig versendest – unabhängig von der Listengröße. Für große Listen mit seltenen Aussendungen ist das send-basierte Modell häufig günstiger. Für kleine Listen mit hoher Versandfrequenz kann das kontaktbasierte Modell vorteilhafter sein. Rechne beide Szenarien mit deinen aktuellen und erwarteten Zahlen durch, bevor du dich entscheidest. Die meisten Anbieter haben dafür einen Preisrechner auf ihrer Website.

So wechselst du von Mailchimp zu einem neuen Tool

Ein Toolwechsel im laufenden Betrieb ist handhabbar, wenn du ihn schrittweise angehst. Das folgende Vorgehen funktioniert so, dass aktive Abonnenten keine Unterbrechung bemerken.

  1. Exportiere alle Kontakte aus Mailchimp als CSV-Datei. Gehe in Mailchimp unter Audience zu allen Kontakten und nutze den Export-Button. Exportiere separate Dateien für aktive Abonnenten, abgemeldete Kontakte und die zugewiesenen Tags oder Gruppen.
  2. Dokumentiere deine bestehenden Automationen schriftlich. Notiere die Eintrittspunkte, Bedingungen und Verzweigungen jeder aktiven Automation. Diese Dokumentation ist die Grundlage für den Neuaufbau beim neuen Anbieter.
  3. Richte beim neuen Tool einen Testzugang ein und importiere eine kleine Testgruppe deiner Kontakte. Prüfe, ob Tags, benutzerdefinierte Felder und Segmente korrekt ankommen und nicht abgeschnitten werden.
  4. Richte Domain-Authentifizierung für deine Versanddomäne ein. Das bedeutet SPF, DKIM und idealerweise DMARC im DNS deiner Domain zu konfigurieren. Dieser Schritt wird bei Toolwechseln häufig vergessen und führt dann zu schlechterer Zustellbarkeit beim neuen Anbieter.
  5. Importiere alle Kontakte vollständig und prüfe die Anzahl gegen den ursprünglichen Export. Abweichungen von mehr als zwei Prozent deuten auf Importfehler hin und sollten vor der Aktivierung bereinigt werden.
  6. Baue deine wichtigste bestehende Automation beim neuen Anbieter nach und teste sie mit einem eigenen Testkontakt, bevor du sie für echte Kontakte aktivierst.
  7. Betreibe beide Systeme parallel für mindestens 30 Tage. Versende neue Kampagnen bereits über das neue Tool, lasse laufende Mailchimp-Automationen aber bis zu ihrem natürlichen Ende durchlaufen.
  8. Kündige Mailchimp erst, wenn alle Automationen erfolgreich laufen und du mindestens einen vollständigen Kampagnenzyklus über das neue System abgewickelt hast.

Häufige Fragen

Zählt Mailchimp abgemeldete Kontakte gegen mein Kontaktlimit?

Das hängt vom gewählten Tarif ab und hat sich im Laufe der Jahre mehrfach verändert. In einigen Mailchimp-Tarifen werden abgemeldete Kontakte in der Audience-Gesamtzahl mitgezählt, was sich auf den Tarifpreis auswirkt. Du solltest das in den aktuellen Preisbedingungen deines konkreten Tarifs prüfen und nicht benötigte abgemeldete Kontakte gegebenenfalls archivieren, um die Zählung zu reduzieren.

Welche Alternativen sind am einfachsten DSGVO-konform zu betreiben?

Europäische Anbieter wie Brevo, GetResponse und Moosend verarbeiten Daten in der EU, was die DSGVO-Dokumentation vereinfacht, weil keine Drittland-Transfers anfallen. Bei US-Anbietern wie ActiveCampaign, Kit und AWeber sind Standardvertragsklauseln erforderlich, die alle drei bereitstellen. Entscheidend ist nicht allein der Serverstandort, sondern ob ein gültiger Auftragsverarbeitungsvertrag abgeschlossen ist und die SCCs im Bedarfsfall vorgelegt werden können.

Kann ich Mailchimp-Automationen direkt in ActiveCampaign übernehmen?

Ein direkter Import ist nicht möglich. Du baust die Logik im ActiveCampaign-Automation-Builder neu auf. Das klingt aufwendig, hat aber einen Vorteil: Du überprüfst dabei, ob die bestehende Automation tatsächlich noch sinnvoll ist. Ein eins zu eins übertragener Ablauf ist oft nicht das, was du nach einem Jahr Betrieb wirklich brauchst. Nutze den Neuaufbau als Gelegenheit, die Automation zu vereinfachen und auf veränderte Anforderungen anzupassen.

Wie lange dauert ein vollständiger Wechsel von Mailchimp zu ActiveCampaign?

Für ein Setup mit bis zu drei Automationen und einer Liste unter 10.000 Kontakten sind vier bis sechs Wochen realistisch, wenn du es parallel zum laufenden Betrieb aufbaust. Komplexere Setups mit vielen Segmenten, CRM-Integration und mehreren Pipelines können zwei bis drei Monate in Anspruch nehmen. Das größte Zeitrisiko liegt in der Qualitätssicherung der migrierten Daten und im Test aller Automationen vor dem Go-live.

Ist Kit auch für kleine E-Commerce-Shops geeignet?

Nur eingeschränkt. Kit fehlen native Funktionen für Warenkorbabbrüche, Kaufhistorie-basierte Segmentierung und transaktionale Mails. Für einen sehr kleinen Shop mit wenigen Produkten und hauptsächlich Newsletter-Kommunikation kann Kit als einfaches Werkzeug ausreichen. Sobald du verhaltensbasierte E-Commerce-Automationen brauchst oder dein Shop wächst, ist Brevo oder ActiveCampaign die besser skalierbare Wahl.

Was passiert mit aktiven Mailchimp-Automationen während des Wechsels?

Aktive Automationen in Mailchimp laufen so lange weiter, bis du deinen Account deaktivierst. Plane den Parallelbetrieb bewusst: Neue Kontakte gibst du ab einem bestimmten Datum nur noch im neuen System ein, während bestehende Kontakte Mailchimp-Automationen noch durchlaufen. Kommuniziere das intern klar, damit kein Kontakt versehentlich aus beiden Systemen gleichzeitig angeschrieben wird.

Wer den Wechsel von Mailchimp mit einem klaren Plan angehen und dabei auf erprobte Setups zurückgreifen möchte, findet im ActiveCampaign-Kurs von Advertal eine Schritt-für-Schritt-Begleitung. Für Unternehmen, die das Setup lieber gemeinsam aufbauen, bietet Advertals ActiveCampaign-Agentur direkte Unterstützung.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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