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Site Messages in ActiveCampaign: Personalisierte Website-Nachrichten für deine Kontakte

Tom
Tom
12. März 2026 · 11 Min. Lesezeit

Site Messages in ActiveCampaign sind automationsgesteuerte Widgets, die im Browser-Fenster deiner Kontakte erscheinen – jedoch nur für Personen, die du in deinem CRM kennst und die auf deiner Website durch das Site Tracking identifiziert werden. Du steuerst über Automationen, wann welcher Kontakt welche Botschaft sieht. Voraussetzung ist immer ein korrekt eingerichtetes Site Tracking.

Das Wichtigste in Kürze

  • Site Messages funktionieren ausschließlich für getrackte Kontakte – anonyme Besucher sehen sie nie.
  • Das Tracking-Skript muss direkt im Seitenquelltext stehen; Google Tag Manager verursacht Erkennungsfehler.
  • Jede Site Message besteht aus einer Initial Message (kleines Widget unten rechts) und einer Detailed Message, die sich bei Klick öffnet.
  • Du sendest Site Messages als Aktion in einer Automation über Automationen → Aktion hinzufügen → Senden → Site Message senden.
  • Wenn ein Kontakt eine Site Message wegklickt, kann das als Trigger für eine weitere Automation dienen.

Was Site Messages von Pop-ups und Website-Chats unterscheidet

Pop-ups erscheinen für jeden Besucher – gesteuert durch Zeitregeln, Exit-Intent oder Scroll-Tiefe. Site Messages in ActiveCampaign erscheinen nur für Kontakte, die du im CRM erfasst hast und die gerade auf deiner Website aktiv sind. Das ist kein Detail, sondern der Kern der Funktion. Wer keinen Kontakt in ActiveCampaign hat oder das Tracking-Cookie nicht akzeptiert hat, sieht niemals eine Site Message.

Daraus folgt eine klare Arbeitsteilung: Pop-up-Tools sprechen unbekannte Besucher an und dienen der Leadgenerierung. Site Messages sprechen bekannte Kontakte an und dienen der Weiterentwicklung der Beziehung. Ein Kontakt, der bereits in deiner Automation ist, bekommt eine andere Botschaft als jemand, der zum ersten Mal auf deine Seite kommt. Diese Trennung solltest du bewusst planen, bevor du beides parallel betreibst.

Der zweite häufige Verwechslungspunkt ist der Webchat. Ein Live-Chat oder ein regelbasierter Chatbot kommuniziert in beide Richtungen und wartet auf Antworten. Eine Site Message ist ein Einweg-Kanal. Sie erscheint, übermittelt eine Botschaft und fordert zu einer Handlung auf – aber sie führt kein Gespräch. Die Interaktion beschränkt sich auf "Nachricht gesehen", "Button geklickt" oder "Nachricht geschlossen".

In welchen Plänen ist die Funktion verfügbar?

Site Messages stehen ab dem Plus-Plan von ActiveCampaign zur Verfügung. Im Lite-Plan fehlt die Funktion. Du erkennst die Verfügbarkeit am schnellsten daran, ob der Eintrag "Site Message senden" in der Aktionsliste deiner Automationen erscheint. Wenn er dort nicht auftaucht, ist der Plan die Ursache – nicht ein Einrichtungsfehler.

Site Tracking als technische Voraussetzung einrichten

Kein Site Tracking, keine Site Messages. Das Tracking-Skript identifiziert bekannte Kontakte, sobald sie eine Seite aufrufen, und signalisiert ActiveCampaign: Dieser Kontakt befindet sich gerade auf dieser URL. Erst dann kann eine laufende Automation eine Site Message ausliefern.

Eine häufige Fehlerquelle ist die Einbindung des Tracking-Skripts über Google Tag Manager. ActiveCampaign empfiehlt ausdrücklich die direkte Integration im Seitenquelltext, weil Tag Manager das Skript mit Verzögerung laden können. Diese Verzögerung reicht oft aus, damit die Erkennungslogik scheitert – der Kontakt ist schon auf der Seite, bevor ActiveCampaign ihn identifiziert hat. Site Messages bleiben dann unsichtbar, ohne Fehlermeldung.

So richtest du Site Tracking für Site Messages ein:

  1. Öffne in ActiveCampaign Website → Site Tracking.
  2. Klicke auf "Domain hinzufügen" und trage deine Domain ein, z. B. meinedomain.de. Ohne Whitelist-Eintrag blockiert ActiveCampaign das Tracking vollständig.
  3. Kopiere den Tracking-Code-Snippet aus dem Interface.
  4. Füge ihn direkt vor dem schließenden </head>-Tag in den Quelltext jeder Seite ein, auf der Site Messages erscheinen sollen.
  5. Prüfe die Einbindung: Rufe die Seite als bekannter Kontakt auf (z. B. durch Klick auf einen Link aus einer ActiveCampaign-E-Mail) und sieh danach im Kontaktprofil unter Aktivität nach, ob Seitenaufrufe protokolliert werden.

Ausführlichere Details zu Whitelist-Konfiguration, Cookie-Laufzeit und dem Tracking von Shop-Seiten findest du im Beitrag zu ActiveCampaign SiteTracking.

So erstellst du eine Site Message – Schritt für Schritt

Site Messages entstehen nicht im Website-Bereich von ActiveCampaign, sondern innerhalb einer Automation als Aktion. Du kannst keine Site Message unabhängig von einer Automation anlegen – das System speichert sie erst im Kontext eines Automationsschritts.

  1. Öffne Automationen und wähle eine bestehende Automation oder erstelle eine neue mit passendem Eintrittspunkt.
  2. Klicke an der Stelle, an der die Nachricht ausgelöst werden soll, auf das Pluszeichen (+), um eine neue Aktion hinzuzufügen.
  3. Wähle im Aktionsmodal den Reiter Senden, dann Site Message senden.
  4. Klicke auf "Neue Nachricht erstellen" oder wähle eine vorhandene aus dem Dropdown.
  5. Vergib einen internen Namen, der das Szenario eindeutig beschreibt: "Reaktivierung – 14 Tage inaktiv" ist klarer als "Site Message 3".
  6. Wähle unter "Anzeigen auf", ob die Nachricht auf allen Seiten deiner Domain erscheinen soll oder nur auf bestimmten URLs wie /preise oder /checkout.
  7. Öffne den Designer über "Nachricht gestalten" und konfiguriere Initial Message und Detailed Message separat.
  8. Speichere die Aktion. Die Automation muss anschließend aktiviert sein, damit Kontakte die Site Message erhalten können.

Ein Punkt, der dabei oft übersehen wird: Du kannst festlegen, ob die Site Message an alle Kontakte gesendet wird, die diesen Automationsschritt erreichen, oder nur an eine Teilmenge. Diese Filterung erfolgt direkt in der Aktionskonfiguration über eine Segmentbedingung – nicht über einen separaten Wenn/Dann-Zweig in der Automation.

Initial Message und Detailed Message: Wofür du welche nutzt

Die Initial Message ist das sichtbare Element am unteren rechten Bildschirmrand. Sie ist das Einzige, was ein Kontakt sieht, wenn er nicht klickt. Deswegen trägt sie die gesamte Last, Interesse zu wecken – mit wenigen Wörtern und optionalem Icon.

Eine wirksame Initial Message nennt einen konkreten Vorteil oder beschreibt eine klare Situation. Formulierungen, die dabei funktionieren: "Dein Angebot läuft in 48 Stunden ab, [Vorname]" oder "Neue Ressource für [Branche]-Teams bereit." Formulierungen, die nicht funktionieren: "Wichtige Information für dich" oder "Schau mal rein" – sie sagen nichts über den Inhalt aus und signalisieren keinen Mehrwert. Der Kontakt sieht das Widget, liest den Text und entscheidet in zwei Sekunden, ob er klickt oder schließt.

Die Detailed Message öffnet sich, wenn der Kontakt die Initial Message anklickt. Hier stehen mehr Platz, ein Button mit klar formulierter Handlung und optional ein Bild zur Verfügung. Wer bis zur Detailed Message kommt, hat sich aktiv entschieden, mehr zu erfahren. Der Text darf dann konkreter und ausführlicher sein als in der Initial Message.

Der häufigste Fehler in der Detailed Message ist ein nichtssagender Button-Text: "Mehr erfahren" beschreibt nicht, was beim Klick passiert. Besser: "Zur Ressource", "Angebot jetzt sehen" oder "Termin wählen". Der Button-Text ist das letzte Element vor der Conversion – er sollte das Ziel benennen, nicht die Aktion.

Zur Position der Site Message

Die Position – standardmäßig unten rechts – ist global für deinen Account eingestellt und gilt für alle Site Messages. Du kannst sie nicht pro Nachricht individuell ändern. Wenn du für verschiedene Kampagnen unterschiedliche Positionen brauchst, ist die Site-Message-Funktion von ActiveCampaign dafür nicht ausgelegt. Die Darstellungs-URL hingegen ist pro Nachricht konfigurierbar: Du kannst festlegen, dass eine Nachricht nur auf /preise oder /checkout erscheint, was die Relevanz erheblich schärft.

Personalisierung: Welche Daten du in Site Messages einsetzen kannst

Site Messages unterstützen ActiveCampaigns Standard-Personalisierungsvariablen. Du fügst sie direkt in den Nachrichtentext ein:

  • %FIRSTNAME% – Vorname des Kontakts, für persönliche Ansprache in der Initial Message
  • %LASTNAME% – Nachname, relevant für formelle B2B-Kontexte
  • %COMPANY% – Unternehmen, besonders nützlich wenn Firmennamen im CRM gepflegt werden
  • %CITY% – Wohnort oder registrierter Standort, für lokale Relevanz bei regionalen Angeboten

Dazu kommen benutzerdefinierte Felder. Wenn du im CRM Felder wie "Branche", "Kurs-Status" oder "Kundensegment" pflegst, kannst du diese Werte direkt in der Site Message ausgeben. Das ermöglicht Formulierungen wie: "Du bist in Modul 3 – hier ist das ergänzende Material dazu." oder "Als Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich findest du hier die passende Vorlage."

Ein wichtiger Fallstrick: Die Personalisierungsvariable gibt den gespeicherten Wert aus – nicht einen interpretierten. Wenn das Feld leer ist, erscheint ein leerer Platzhalter im Widget, was unprofessionell wirkt. Prüfe deshalb in der Automation vor dem Site-Message-Schritt über eine Wenn/Dann-Bedingung, ob das jeweilige Feld einen Wert enthält, und verzweige gegebenenfalls in eine Variante ohne Platzhalter.

Für E-Commerce-Projekte kommen weitere Daten ins Spiel, wenn du ActiveCampaign über die Deep-Data-Integration mit deinem Shop verbunden hast: Warenkorbinhalt, Kaufhistorie, Bestellwert. Diese Werte sind nicht direkt als Personalisierungsvariable in Site Messages einbettbar. Du musst sie zuerst in ein benutzerdefiniertes Kontaktfeld schreiben – über eine Automation, die auf Kauf- oder Warenkorbdaten reagiert – aus dem die Site Message dann liest.

Eine weitere Möglichkeit ist die Kombination mit Lead Scoring. Wer ein dynamisches Lead-Scoring-Modell in ActiveCampaign einsetzt, kann Site Messages an eine Score-Schwelle knüpfen: Kontakte ab einem bestimmten Score bekommen eine Nachricht mit konkretem Angebot, Kontakte darunter sehen eine informativere Variante.

Wann Site Messages nicht das richtige Werkzeug sind

Site Messages lösen kein Problem für anonyme Besucher. Wer noch keinen Kontakt in ActiveCampaign hat oder das Tracking nicht akzeptiert hat, sieht niemals eine Site Message. Wenn dein Ziel ist, Erstbesucher anzusprechen oder neue Leads zu generieren, brauchst du ein klassisches Pop-up-Tool. Site Messages greifen erst danach – wenn aus einem Besucher ein bekannter Kontakt geworden ist.

Für hohe Display-Frequenzen ist das Format nicht ausgelegt. Eine Automation läuft pro Kontakt einmal durch, außer du baust eine explizite Schleife ein. Eine Retargeting-Frequenz wie bei bezahlten Anzeigen – mehrfach täglich, mit Frequency Capping – ergibt sich aus Site Messages nicht. Wer Kontakte täglich mit neuen Website-Hinweisen versorgen will, stößt schnell an die Grenzen der Automationslogik.

Mehrsprachige Setups stoßen an eine strukturelle Grenze: Es gibt kein natives Sprachfeld für Site Messages in ActiveCampaign. Wer Kontakte auf Deutsch und auf Englisch ansprechen will, muss zwei separate Site Messages erstellen und die Weiche über Kontaktsegmentierung in der Automation lösen. Bei drei oder mehr Sprachen wird das aufwändig zu verwalten.

Das responsive Verhalten von Site Messages ist begrenzt. Auf Mobilgeräten kann besonders die Detailed Message eng werden. Prüfe jede Nachricht auf einem realen Smartphone, bevor du sie aktivierst. Der Editor zeigt keine zuverlässige Mobilvorschau – was im Desktop-Editor gut aussieht, kann auf kleinen Bildschirmen beschnitten oder schwer lesbar sein.

Typische Fehler beim Einsatz von Site Messages – und was dahintersteckt

Automation aktiv, Site Message kommt nie an. Das liegt fast immer am Site Tracking. Entweder fehlt der Domain-Eintrag in der Whitelist, oder das Skript ist über Google Tag Manager eingebunden und feuert zu spät. Prüfe zuerst im Kontaktprofil unter Aktivität, ob Seitenaufrufe protokolliert werden. Wenn nicht, ist das Site Tracking das Problem – nicht die Site Message selbst.

Initial Message sichtbar, Detailed Message nie geöffnet. Das liegt meistens am Text der Initial Message: zu generisch, kein klarer Anreiz. Teste alternative Formulierungen, die einen konkreten Nutzen benennen. Zwei parallele Automationen mit identischem Eintrittspunkt und unterschiedlicher Initial Message helfen dabei, Varianten systematisch zu vergleichen.

Mehrere Site Messages aktiv, eine überschreibt die andere. Wenn derselbe Kontakt mehrere Automationen durchläuft, die alle Site Messages senden, zeigt ActiveCampaign immer nur die zuletzt ausgelöste. Die vorherige verschwindet ohne Hinweis. Plane deshalb im Voraus, welche Automation Priorität hat, und vermeide parallele Site-Message-Automationen für dasselbe Kontaktsegment.

Personalisierungsvariable erscheint leer. Das Kontaktfeld ist für diesen Kontakt nicht gefüllt. Lösung: Wenn/Dann-Bedingung vor dem Site-Message-Schritt – "Wenn Feld X nicht leer → Nachricht mit Variable senden; sonst → allgemeinere Variante ohne Platzhalter senden."

Site Message für Kontakte ohne Tracking-Grundlage. In Deutschland und Österreich unterliegt verhaltensbasiertes Website-Tracking dem TDDDG- und DSGVO-Rahmen. Ob eine aktive Einwilligung erforderlich ist, hängt von der Rechtsgrundlage des jeweiligen Kontakts ab. In der Praxis setzen viele Unternehmen Site Messages ausschließlich für bestehende Kunden ein, bei denen ein berechtigtes Interesse vorliegt. Kläre diese Frage mit deinem Datenschutzberater, bevor du Site Messages breit ausrollst.

Häufige Fragen

Kann ich eine Site Message stoppen, bevor sie einem Kontakt angezeigt wird?

Ja, über die Automation. Wenn du den Kontakt aus der Automation entfernst oder die Automation pausierst, bevor er den Site-Message-Schritt erreicht, sieht er keine Nachricht. Eine Site Message, die bereits angezeigt wird, lässt sich nicht rückwirkend zurückziehen – sie bleibt sichtbar, bis der Kontakt sie schließt oder die Seite verlässt.

Wird eine Site Message erneut angezeigt, wenn der Kontakt die Seite neu lädt?

Sobald ActiveCampaign die Nachricht als angezeigt markiert hat, erscheint sie bei neuen Seitenaufrufen in der Regel nicht erneut. Wenn du willst, dass ein Kontakt dieselbe Nachricht mehrfach sieht, musst du ihn in der Automation erneut durch den Site-Message-Schritt schicken – entweder durch eine Schleife oder durch einen expliziten Re-Entry-Trigger.

Kann eine Site Message eine weitere Automation auslösen?

Ja. ActiveCampaign erlaubt es, eine neue Automation zu starten, wenn ein Kontakt eine Site Message wegklickt. Das ist ein nützlicher Mechanismus: Kontakte, die die Nachricht schließen ohne zu interagieren, können in eine andere Sequenz überführt werden – zum Beispiel eine E-Mail-Variante derselben Botschaft. Der Trigger heißt "Kontakt schließt Site Message" und steht als Startpunkt für eine neue Automation zur Verfügung.

Wie viele Site Messages können gleichzeitig aktiv sein?

ActiveCampaign setzt kein hartes Limit auf die Anzahl aktiver Site Messages. Das praktische Limit entsteht durch die Darstellungslogik: Pro Kontakt wird immer nur eine Site Message gleichzeitig angezeigt – die zuletzt ausgelöste. Wer viele parallele Automationen mit Site Messages betreibt, muss selbst durch Segmentierung sicherstellen, dass Nachrichten sich nicht ungewollt überschreiben.

Funktionieren Site Messages auf Subdomains?

Ja, aber nur wenn die jeweilige Subdomain explizit in der Whitelist eingetragen ist. Der Eintrag für "meinedomain.de" deckt nicht automatisch "shop.meinedomain.de" oder "blog.meinedomain.de" ab. Du musst jede Subdomain einzeln eintragen und das Tracking-Skript dort separat einbinden, damit Site Messages dort ausgeliefert werden können.

Site Messages funktionieren, wenn drei Dinge stimmen: das Site Tracking ist sauber eingebunden, die Automation sendet die Nachricht zum richtigen Zeitpunkt an die richtigen Kontakte, und der Text der Initial Message gibt einen konkreten Anreiz. Wer tiefer in die Automationslogik einsteigen will, die hinter Site Messages steckt, findet im Beitrag zu ActiveCampaign-Automationen einen guten Ausgangspunkt.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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