Zurück zu Wissen

ActiveCampaign Campaign Workflow: So baust du E-Mail-Kampagnen strukturiert auf

Tom
Tom
12. März 2026 · 9 Min. Lesezeit

Der Campaign Workflow in ActiveCampaign steuert jeden Schritt einer E-Mail-Kampagne: Zielgruppenauswahl, Design und Versandzeitpunkt laufen in einer zusammenhängenden Ansicht ab. Wer den Aufbau kennt und die einzelnen Einstellungen versteht, richtet Kampagnen strukturiert ein – ohne zwischen Seiten zu springen oder Einstellungen zu verlieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Campaign Workflow fasst Empfänger, Design und Versandplanung in einer zentralen Ansicht zusammen.
  • Kampagnentyp und Template bestimmen, welche Optionen im Workflow aktiv sind.
  • A/B-Tests lassen sich direkt aus dem Workflow heraus anlegen, ohne die Kampagne neu zu starten.
  • Der AI Campaign Builder erzeugt Kampagnenentwürfe aus einer kurzen Texteingabe – als Startpunkt, nicht als Fertigprodukt.
  • Bestehende Automationen, Tags und Segmente bleiben beim Wechsel auf den aktualisierten Workflow unverändert nutzbar.

Was der Campaign Workflow in ActiveCampaign umfasst

Der Campaign Workflow ist der Bereich, in dem du Einmal-Kampagnen von der ersten Einstellung bis zum Versand steuerst. Er unterscheidet sich grundlegend von der Automations-Ansicht: Während Automationen laufende Sequenzen mit Triggern, Wartezeiten und Bedingungen abbilden, bündelt der Campaign Workflow alles, was für den einmaligen Versand an eine definierte Empfängergruppe nötig ist.

In der Praxis umfasst der Workflow fünf Bereiche: Kampagnenname und Typ, E-Mail-Design, Empfänger, Versandzeitpunkt und Zusammenfassung vor dem Absenden. Diese Bereiche waren früher auf separate Seiten verteilt. Im überarbeiteten Interface laufen sie in einer vertikal gegliederten Ansicht ab, die du von oben nach unten durchgehst, aber jederzeit zurücknavigieren kannst, ohne Einstellungen zu verlieren. Das reduziert die Anzahl notwendiger Klicks deutlich und macht Korrekturen während der Erstellung einfacher.

Welche Kampagnentypen der Workflow unterstützt

ActiveCampaign unterscheidet beim Erstellen einer neuen Kampagne zwischen mehreren Typen. Die Auswahl am Anfang des Workflows bestimmt, welche Optionen danach verfügbar sind:

  • Standard: Klassische E-Mail-Kampagne an eine Liste oder ein Segment. Unterstützt alle Design-Optionen und A/B-Tests.
  • Automated: Kampagne, die innerhalb einer Automation versendet wird. Der Workflow führt durch die E-Mail-Einstellungen; Trigger und Bedingungen werden separat in der Automation konfiguriert.
  • Split Testing: Erstellt zwei oder mehr Varianten einer Kampagne und verteilt sie an Teilgruppen. Der Workflow ergänzt in diesem Modus ein Fenster für die Testparameter.
  • RSS-Triggered: Kampagne, die automatisch beim Erscheinen neuer RSS-Einträge ausgelöst wird – sinnvoll für Blogs oder Newsrooms mit regelmäßigem Erscheinungsrhythmus.

Für wiederkehrende Newsletter und Promotions ist der Standard-Typ der gängige Einstieg. Split Testing lohnt sich, sobald du Betreffzeile, Absendername oder Inhalte systematisch vergleichen willst und deine Liste groß genug ist, um aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen.

So erstellst du eine Kampagne im Workflow – Schritt für Schritt

Die folgende Anleitung gilt für den Kampagnentyp Standard. Navigiere in ActiveCampaign zu Kampagnen → Kampagnen → Kampagne erstellen.

  1. Kampagnenname und Typ festlegen: Wähle einen internen Namen, der Datum und Anlass enthält, damit du Kampagnen in der Übersicht schnell zuordnen kannst. Typ: Standard.
  2. E-Mail-Design auswählen: Du hast drei Startpunkte: ein vorgefertigtes Template aus der Bibliothek mit über 250 Vorlagen, ein selbst gespeichertes Template oder ein leeres Design. Im Drag-and-drop-Designer bearbeitest du Layout, Bilder und Texte. Der AI Campaign Builder erzeugt auf Wunsch einen Erstentwurf aus einer kurzen Beschreibung.
  3. Betreffzeile und Absenderinformationen eingeben: Betreffzeile, Preheader-Text und Absendername sind Pflichtfelder. Der Preheader erscheint in E-Mail-Clients direkt nach der Betreffzeile; er sollte sie ergänzen, nicht wiederholen.
  4. Empfänger definieren: Wähle eine oder mehrere Listen. Ergänze optional ein Segment, um die Gruppe weiter einzugrenzen – zum Beispiel Kontakte mit einem bestimmten Tag oder Kontakte mit Öffnungsaktivität in den letzten 60 Tagen. Der Workflow zeigt dir die geschätzte Empfängeranzahl in Echtzeit.
  5. Versandzeitpunkt festlegen: Sofortversand, geplanter Versand zu einem festen Zeitpunkt oder Predictive Sending. Predictive Sending nutzt historische Öffnungsdaten jedes Kontakts, um den Versand individuell zu timen – innerhalb eines von dir festgelegten Zeitfensters.
  6. Zusammenfassung prüfen und senden: Die Zusammenfassungsseite zeigt alle Einstellungen in der Übersicht. Nutze die Vorschaufunktion und sende eine Test-E-Mail an dich selbst, bevor du die Kampagne freigibst.

Predictive Sending: Wann die Funktion trägt und wann nicht

Predictive Sending lohnt sich, wenn deine Kontakte tatsächlich unterschiedliche Öffnungsgewohnheiten haben und deine Liste groß genug ist, damit der Algorithmus verlässliche Muster erkennen kann. Bei kleinen Listen reichen die historischen Daten häufig nicht aus; in diesem Fall ist ein manuell gewählter Versandzeitpunkt auf Basis eigener Auswertungen zuverlässiger.

Ein praktisches Vorgehen: Schau in der Kampagnenauswertung nach, zu welchen Stunden deine letzten Kampagnen die meisten Öffnungen erzielt haben. Wenn sich ein klares Muster abzeichnet, wähle diesen Zeitpunkt manuell. Predictive Sending setzt du ein, wenn du eine heterogene Liste mit Kontakten aus verschiedenen Zeitzonen oder Berufsgruppen anschreibst – dann kann die individuelle Optimierung einen spürbaren Unterschied machen. Wichtig: Das Feature benötigt für jeden Kontakt ausreichend historische Interaktionsdaten. Neue Kontakte ohne Öffnungshistorie erhalten die Kampagne zum von dir gewählten Standardzeitpunkt.

Der AI Campaign Builder: Wann er sinnvoll ist

ActiveCampaign hat den AI Campaign Builder in den Workflow integriert. Er erzeugt auf Basis einer kurzen Texteingabe einen vollständigen Kampagnenentwurf: Betreffzeile, Preheader, E-Mail-Body und Call-to-Action. Der Builder arbeitet dabei mit Vorgaben, die du in wenigen Sätzen machst – Thema, Angebot, Zielgruppe, Tonalität.

Sinnvoll ist er als Startpunkt, nicht als Endprodukt. Die erzeugten Texte sind häufig generisch und müssen auf Tonalität, konkretes Angebot und Zielgruppe angepasst werden. Ein guter Einsatzfall: Du brauchst schnell eine Grundstruktur, die du dann inhaltlich konkretisierst und um spezifische Details ergänzt. Ein schlechter Einsatzfall: Du versendest den Entwurf unverändert. Texte, die nicht zur Absenderpersönlichkeit oder zum tatsächlichen Angebot passen, führen zu niedrigeren Klickraten, weil sie Kontakte irritieren. Der AI Builder ist ein Hilfsmittel, kein Ersatz für redaktionelle Kontrolle.

A/B-Tests direkt aus dem Workflow heraus anlegen

Im Campaign Workflow kannst du einen Split Test starten, ohne eine neue Kampagne von vorn zu erstellen. Wähle beim Kampagnentyp “Split Testing” – der Workflow zeigt dann eine zweite Spalte für die Testvariante. Du legst fest, welches Element du testest:

  • Betreffzeile: Häufigster Testgegenstand, weil sie den größten Einfluss auf die Öffnungsrate hat.
  • Absendername: Sinnvoll, wenn du prüfen willst, ob Kontakte auf eine Person oder eine Marke stärker reagieren.
  • E-Mail-Inhalt: Komplette Layout- oder Inhaltsvarianten; sinnvoll, wenn du zwei grundlegende Ansätze vergleichen willst.
  • Versandzeitpunkt: Vergleich zweier Uhrzeiten oder Wochentage.

Du gibst außerdem an, welcher Anteil der Gesamtliste die Testvarianten erhält, nach welchem Kriterium der Gewinner bestimmt wird (Öffnungsrate oder Klickrate) und nach welcher Wartezeit die restlichen Kontakte die Gewinnerversion bekommen. Ein Split Test braucht eine Mindestgröße pro Variante, damit das Ergebnis belastbar ist. Bei sehr kleinen Gruppen spiegelt der Unterschied zwischen den Varianten häufig Zufall wider, keinen echten Effekt. Was einen A/B-Test statistisch belastbar macht, erklärt unser Beitrag zu A/B-Tests im E-Mail-Marketing mit ActiveCampaign ausführlicher.

Typische Fehler im Campaign Workflow – und wie du sie vermeidest

Empfänger zu weit eingrenzen

Wer beim Erstellen einer Kampagne zu viele Segmentierungsfilter übereinanderstapelt, kann die Empfängergruppe so weit verkleinern, dass die Kampagne kaum jemanden erreicht. Der Workflow zeigt die geschätzte Empfängeranzahl in Echtzeit; prüfe diesen Wert, bevor du sendest. Liegt er deutlich unter deiner Erwartung, überprüfe, ob alle Filter sinnvoll kombiniert sind und ob deine Segmentbedingungen UND-Verknüpfungen oder ODER-Verknüpfungen nutzen. Beide Varianten führen zu sehr unterschiedlichen Ergebnismengen.

Preheader-Text leer lassen

Ohne Preheader-Text zieht der E-Mail-Client automatisch den ersten sichtbaren Text aus dem E-Mail-Body. Das können ungewollte Inhalte sein – etwa ein technischer Hinweis auf die Browser-Ansicht oder der Anfang deines Impressumsblocks. Füll das Preheader-Feld immer aus; nutze es, um die Betreffzeile zu ergänzen, nicht zu wiederholen. Rund 40–80 Zeichen sind ausreichend.

Test-Versand überspringen

Der Test-Versand in der Zusammenfassung zeigt, wie die E-Mail in echten Clients aussieht. Viele Probleme – falsches Bild, Sonderzeichen im Betreff, gebrochenes Layout auf Mobilgeräten – fallen erst hier auf. Versende immer einen Test, bevor du die Kampagne freigibst, und öffne die Test-E-Mail sowohl auf dem Desktop als auch auf dem Smartphone. Mobile Clients rendern Layouts teilweise anders als Desktop-Vorschauen im Designer suggerieren.

ActiveCampaign schließt Kontakte mit Status "Unsubscribed" automatisch aus. Was der Workflow nicht automatisch prüft: ob alle Empfänger auf der ausgewählten Liste auch das für die jeweilige Kampagne erforderliche Einwilligungsmerkmal tragen. Wenn du im DACH-Raum nach Double-Opt-in arbeitest, erstelle ein entsprechendes Segment und wende es bei jeder Kampagne an. Das schützt vor unbeabsichtigten Versandfehlern und entspricht den Anforderungen der DSGVO.

Was der Campaign Workflow nicht leistet

Der Campaign Workflow ist für Einmal-Kampagnen und Split Tests ausgelegt. Drei Bereiche liegen außerhalb seines Rahmens:

  • Sequenzielle Follow-up-E-Mails: Für mehrstufige Kommunikation, die auf Kontaktverhalten reagiert, brauchst du Automationen. Eine Kampagne sendet einmal; eine Automation kann Dutzende Schritte über Wochen steuern.
  • Verhaltensbasierte Trigger: Wenn eine E-Mail erst dann gesendet werden soll, wenn ein Kontakt eine bestimmte Seite besucht oder einen Kauf abgeschlossen hat, gehört das in eine Automation, nicht in eine Kampagne.
  • Bedingte Inhaltsblöcke auf Kontaktebene: Einfache Personalisierungsfelder – wie der Vorname – funktionieren auch in Kampagnen. Komplexe Inhaltsblöcke, die je nach Kontakteigenschaft unterschiedliche Abschnitte zeigen, sind in Automations-E-Mails flexibler umsetzbar.

Wer diesen Unterschied kennt, wählt von Anfang an den richtigen Kanal: Kampagne für den einmaligen Versand an eine definierte Gruppe, Automation für laufende, verhaltensgesteuerte Kommunikation. Wie eine Automation in ActiveCampaign aufgebaut wird, erklärt die Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Erstellen von ActiveCampaign-Automationen.

Häufige Fragen

Kann ich eine bereits gesendete Kampagne nachträglich bearbeiten?

Gesendete Kampagnen können inhaltlich nicht mehr verändert werden. Du kannst eine gesendete Kampagne duplizieren und als Vorlage für eine neue verwenden. Auswertungen – Öffnungen, Klicks, Abmeldungen – bleiben in der Kampagnenübersicht dauerhaft einsehbar und lassen sich für spätere Kampagnen auswerten.

Was passiert, wenn ein Kontakt auf mehreren ausgewählten Listen steht?

ActiveCampaign verhindert, dass ein Kontakt dieselbe Kampagne mehrfach erhält, auch wenn er auf zwei oder mehr der ausgewählten Listen eingetragen ist. Die Plattform dedupliziert die Empfängergruppe vor dem Versand automatisch. Du musst keine eigene Filterlogik einrichten, um Doppelversände auszuschließen.

Wie gehe ich mit inaktiven Kontakten um, bevor ich eine Kampagne sende?

Erstelle vor dem Versand ein Segment, das Kontakte ausschließt, die über einen längeren Zeitraum keine deiner E-Mails geöffnet oder geklickt haben. Diese Kontakte belasten deine Zustellbarkeit, wenn sie systematisch nicht reagieren. Sinnvoller ist es, inaktive Kontakte gezielt über eine Re-Engagement-Sequenz anzusprechen, bevor du sie wieder in reguläre Kampagnen einbeziehst.

Lässt sich der Campaign Workflow in bestehende Automationen einbinden?

Indirekt: Du kannst in einer Automation eine Aktion konfigurieren, die eine vorbereitete Kampagne versendet. Die Kampagne selbst wird im Campaign Workflow erstellt; die Automation steuert, wann und für wen sie ausgelöst wird. Reaktionen auf eine Kampagne – etwa ein Klick auf einen bestimmten Link – können über Tags und Ziele automatisch eine Automation starten.

Welche Einstellungen beeinflussen die Zustellbarkeit einer Kampagne?

Die technische Basis – Absenderdomäne, DKIM, SPF – wird einmalig in den Account-Einstellungen konfiguriert und gilt für alle Kampagnen. Was du im Workflow direkt beeinflusst: die Qualität der Empfängergruppe durch Segmentierung und das Absenderprofil mit Name und E-Mail-Adresse. Regelmäßige Listenbereinigung – das Entfernen dauerhaft inaktiver Kontakte – trägt langfristig mehr zur Zustellbarkeit bei als jede technische Einstellung.

Wer den Campaign Workflow einmal strukturiert durchlaufen hat, erkennt, wo Konfigurationsfehler entstehen und wie Segmentierung, Design und Timing zusammenhängen. In der Praxis zeigen sich immer wieder dieselben Stolperpunkte: ungeprüfte Empfängerlisten, leere Preheader-Felder und Split Tests, die mit zu kleinen Gruppen ausgewertet werden. Wer diese Punkte im Griff hat, bekommt aus dem Campaign Workflow verlässliche Ergebnisse – unabhängig davon, ob es sich um einen wöchentlichen Newsletter oder eine einmalige Promotion handelt.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

Kostenloses Erstgespräch

Du weißt jetzt, wie es geht. Sollen wir dir bei der Umsetzung helfen?

Zwanzig Minuten, ohne Verkaufsgespräch: Wir schauen gemeinsam auf dein Marketing – was schon trägt, was liegen geblieben ist und was sich automatisieren lässt. Du hast danach drei konkrete nächste Schritte. Ob du ActiveCampaign schon nutzt oder noch nach dem passenden Werkzeug suchst: Wir richten es so ein, dass es zu deinem Unternehmen passt – und zeigen deinem Team, wie es damit weiterarbeitet.

Jetzt kennenlernen

Kostenlos und unverbindlich · Offizieller ActiveCampaign-Partner · über 200 Unternehmen im Advertal Partner-Netzwerk