Active Intelligence beantwortet Fragen, erstellt Kampagnen und baut Automationen – aber nur so gut, wie du es fragst. Vage Befehle liefern vage Ergebnisse. Wer drei Elemente in jeden Prompt einbaut – Zeitrahmen, spezifische Metrik und gewünschtes Ausgabeformat – bekommt Antworten, mit denen er direkt weiterarbeiten kann. Die folgenden Prompts sind direkt anwendbar, geordnet nach den drei Agenten, mit denen du am häufigsten arbeitest.
Das Wichtigste in Kürze
- Active Intelligence arbeitet mit drei Agenten: Insights für Datenanalyse, Campaigns für Kampagnen-Optimierung und Automations für Workflow-Aufbau – jeder Agent braucht leicht unterschiedliche Prompt-Muster.
- Prompts mit Zeitrahmen, konkreter Metrik und gewünschtem Ausgabeformat liefern direkt nutzbare Ergebnisse; ohne diese drei Elemente bleibt die Antwort zu allgemein für direkte Weiterverwendung.
- Das Memory-Feature in Active Intelligence 2.8 (eingeführt Juni 2026) speichert Marke, Tonalität und Zielgruppe sitzungsübergreifend – Kontext muss nicht mehr bei jedem Prompt neu gesetzt werden.
- Auf Deutsch formulierte Prompts funktionieren genauso gut wie englische und sind für DACH-spezifische Abfragen die präzisere Wahl.
Was Active Intelligence ist – und was es von generischer KI unterscheidet
Active Intelligence ist kein generisches KI-Tool, das auf allgemeines Weltwissen zugreift. Es sitzt direkt in ActiveCampaign und arbeitet auf deinen eigenen Kampagnendaten, Kontakten und Automationen. Das ist der entscheidende Unterschied zu einem Tool wie ChatGPT: Active Intelligence kennt deine Öffnungsraten, deine Segmente und den Verlauf deiner Automationen, weil es Zugriff auf deinen Account hat. Allgemeine Marketingfragen kann es auch beantworten – aber seinen Wert entfaltet es dort, wo es mit deinen eigenen Daten arbeitet.
Active Intelligence gliedert sich in drei spezialisierte Agenten. Jeder hat einen eigenen Schwerpunkt, und die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du den richtigen Agenten für die jeweilige Aufgabe wählst:
Agent | Hauptaufgabe | Typischer Einsatz | Üblicher Output |
|---|---|---|---|
Insights | Kampagnendaten analysieren, Trends und Muster identifizieren | Wöchentliche Performance-Reviews, Ursachenanalyse bei Einbrüchen | Report, Diagramm, priorisierte Liste |
Campaigns | Kampagneninhalte erstellen, A/B-Tests auswerten, Optimierungen vorschlagen | Betreffzeilen-Varianten, E-Mail-Texte, Sequenz-Entwürfe | Textentwurf, konkrete Handlungsempfehlung |
Automations | Workflows aufbauen, debuggen, externe Trigger einbinden | Onboarding-Sequenzen, Re-Engagement, Fehlersuche in Triggern | Automation-Entwurf, Diagnose, Optimierungsvorschlag |
Seit Herbst 2025 ist Active Intelligence auf allen ActiveCampaign-Plänen verfügbar – zuvor war es Enterprise- und Professional-Kunden vorbehalten. Der Funktionsumfang variiert je Plan; was konkret freigeschaltet ist, siehst du im Active Intelligence Workspace unter den Einstellungen. Im Juni 2026 hat ActiveCampaign mit Version 2.8 das Memory-Feature eingeführt: Active Intelligence merkt sich sitzungsübergreifend Marke, Tonalität und Zielgruppe. Der erste Entwurf bei neuen Aufgaben ist damit bereits erheblich näher am Ergebnis, weil der Rahmen nicht jedes Mal neu erklärt werden muss.
Wo Active Intelligence an seine Grenzen stößt: Es arbeitet ausschließlich auf deinen Account-Daten. Allgemeine Branchenbenchmarks für Öffnungsraten kann es nicht zuverlässig liefern, weil es auf keine externen Datenquellen zugreift. Technische Konfigurationsfragen beantwortet das Help Center besser. Und für Kampagnen zu Produkten, die noch nicht in deinen Account eingespielt sind, fehlt die Datenbasis – dann ist ein Prompt zum Thema sinnlos.
Warum der Prompt über die Qualität der Antwort entscheidet
Der häufigste Fehler: Marketer fragen Active Intelligence wie eine Suchmaschine. "Wie laufen meine Mails?" liefert eine Zusammenfassung, die du nicht direkt verwenden kannst. Das Problem liegt nicht im Tool, sondern in der Aufgabenstellung. Active Intelligence braucht drei Angaben, um eine verwertbare Antwort zu geben: worüber genau gesprochen werden soll, über welchen Zeitraum, und in welchem Format das Ergebnis aufbereitet sein soll.
Ein schwacher Prompt erzeugt eine Beschreibung. Ein starker Prompt erzeugt eine Handlungsoption. Die Formulierung lässt sich mit einem einfachen Drei-Elemente-Muster trainieren:
- Zeitrahmen: "letzte 30 Tage", "Q2 2026", "die Woche vom 4. bis 10. August" – je präziser, desto fokussierter die Antwort.
- Metrik oder Ziel: Öffnungsrate, Klickrate, Abmelderate, Conversions, Subscriber-Wachstum – oder ein qualitatives Ziel: "weniger Abmeldungen", "höheres Engagement bei Bestandskunden".
- Ausgabeformat: "als Tabelle", "als Liste mit drei Punkten", "als wöchentlichen Report", "als Balkendiagramm" – Active Intelligence passt die Darstellung entsprechend an.
Wer noch einen vierten Schritt ergänzt – eine Handlungsfrage wie "...und was sollte ich als Nächstes tun?" oder "...gib mir drei konkrete Empfehlungen" – bekommt nicht nur eine Diagnose, sondern einen Ausgangspunkt für die nächste Aktion.
Schwach: "Wie laufen meine Mails?"
Stark: "Vergleiche meine Newsletter-Öffnungsraten der letzten 30 Tage mit den 30 Tagen davor als Liniendiagramm und gib mir zwei konkrete Empfehlungen, was ich als Nächstes testen sollte."
Das zweite gibt Active Intelligence einen Zeitrahmen (30 Tage / 30 Tage davor), eine Metrik (Öffnungsrate), ein Format (Liniendiagramm) und eine Handlungsfrage. Der Unterschied in der Antwort ist erheblich.
Insights Agent: Analyse-Prompts, die zu Entscheidungen führen
Der Insights Agent ist derjenige, den die meisten Nutzer am häufigsten aufrufen. Er beantwortet Fragen zur Kampagnen-Performance, zeigt Trends über Zeit und vergleicht Segmente miteinander. Das Muster, das am besten funktioniert: erst eine Bestandsaufnahme, dann eine Folgefrage nach Handlungsoptionen. Nicht "Wie war meine Kampagne?" – sondern "Wie war meine Kampagne, und was mache ich beim nächsten Mal anders?"
Performance-Abfragen mit Zeitrahmen
Diese Prompts geben dir in Sekunden einen Überblick, für den du sonst durch mehrere Report-Ansichten klicken müsstest:
- "Zeige mir meine E-Mail-Performance der letzten 30 Tage – Öffnungsrate, Klickrate und Abmelderate im Vergleich zu den 30 Tagen davor."
- "Welche drei Kampagnen hatten im zweiten Quartal 2026 die höchsten Klickraten? Was haben sie gemeinsam?"
- "Warum sind meine Öffnungsraten in der letzten Woche zurückgegangen? Zeige mir die wahrscheinlichsten Ursachen."
- "Wie hat sich meine Subscriber-Zahl in den letzten drei Monaten entwickelt? Als Liniendiagramm."
- "Welche Kampagnen haben in den letzten 90 Tagen die höchste Abmelderate ausgelöst – und gibt es ein Muster bei Betreff oder Versandzeit?"
- "Zeige mir meine fünf schwächsten Kampagnen des letzten Quartals nach Klickrate. Was unterscheidet sie von den fünf stärksten?"
Der Zusatz "Was haben sie gemeinsam?" oder "Was unterscheidet sie?" ist entscheidend: Er bringt Active Intelligence dazu, nicht nur Zahlen zu liefern, sondern einen Zusammenhang herzustellen – und das ist der Teil, der tatsächlich zu einer Entscheidung führt.
Vergleichs-Prompts und Segment-Analyse
Active Intelligence kann deine Daten nicht nur zeitlich, sondern auch quer vergleichen – nach Kampagnentyp, Segment oder Kanal. Das ist nützlich, wenn du wissen willst, wo du im eigenen Bestand stark oder schwach bist:
- "Vergleiche meine Newsletter-Kampagnen mit meinen Promo-E-Mails: Öffnungsrate, Klickrate, Abmelderate als Tabelle."
- "Wie schneiden meine Montags-E-Mails im Vergleich zu meinen Donnerstags-E-Mails im letzten Quartal ab?"
- "Welche Betreffzeilen-Typen haben bei mir in den letzten zwölf Monaten die besten Öffnungsraten erzielt? Zeige Beispiele."
- "Analysiere das Verhalten meiner Kontakte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz getrennt – Öffnungsrate und Klickrate im Vergleich."
Besonders wertvoll sind Segment-Prompts, die direkte Folgeaktionen ermöglichen:
- "Welche Kontakte haben in den letzten 60 Tagen auf einen Link geklickt, aber noch nie gekauft? Als Liste."
- "Welche meiner Segmente zeigen das höchste Engagement in den letzten drei Monaten?"
- "Welche Kontakte sind seit mehr als 90 Tagen inaktiv, aber noch abonniert?"
- "Erstelle eine Liste meiner zehn wertvollsten Kontakte nach E-Mail-Engagement der letzten sechs Monate."
Der erste Prompt aus dieser Gruppe – Kontakte, die geklickt, aber nicht konvertiert haben – führt in der Praxis zu den direktesten Folgeaktionen. Diese Gruppe befindet sich oft nur einen weiteren Kontaktpunkt von der Conversion entfernt. Eine gezielte Nachfass-Kampagne an dieses Segment ist meistens effektiver als der nächste reguläre Newsletter an die gesamte Liste.
DSGVO-relevante Abfragen für den DACH-Markt
Im deutschsprachigen Raum kommen Fragen rund um Einwilligungen und Listenpflege häufiger vor als anderswo. Active Intelligence kann bei der Analyse helfen – die rechtliche Bewertung bleibt deine Aufgabe:
- "Zeige mir alle Kontakte, die sich in den letzten 30 Tagen abgemeldet haben – nach Kampagne, die die Abmeldung ausgelöst hat."
- "Welche Opt-in-Formulare haben in den letzten drei Monaten die höchste Conversion-Rate?"
- "Zeige mir Kontakte, die seit mehr als 24 Monaten kein Engagement mehr gezeigt haben, aber noch aktiv in meiner Liste sind."
- "Analysiere meine Abmelderate nach Versandtag und -uhrzeit in den letzten sechs Monaten."
Campaigns Agent und Automations Agent: Kampagnen und Workflows per Prompt
Während der Insights Agent analysiert, produziert und baut der Campaigns Agent und der Automations Agent. Beide profitieren stark vom Memory-Feature, weil sie auf dem hinterlegten Brand Kit und den Kampagnen-Referenzen aufbauen. Bei neuen Prompts in diesen Agenten lohnt es sich, den Kontext explizit zu setzen, wenn das Memory noch nicht eingerichtet ist.
Campaigns Agent: Betreffzeilen, Kampagneninhalte und A/B-Tests
Active Intelligence 2.8 baut Entwürfe auf deinem Brand Kit und gespeicherten Kampagnen-Referenzen auf. Wenn das noch nicht eingerichtet ist, gibst du den Kontext direkt im Prompt mit:
- "Schreibe fünf Betreffzeilen-Varianten für eine Re-Engagement-Kampagne an Kontakte, die seit 60 Tagen nicht geöffnet haben. Ton: direkt, sachlich, kein Clickbait."
- "Welche Betreffzeilen aus meinen letzten 20 Kampagnen haben die höchsten Öffnungsraten erzielt? Was ist das gemeinsame Muster?"
- "Generiere drei Betreffs für eine Kampagne zur Einführung eines neuen Features. Zielgruppe: bestehende Kunden, die seit drei Monaten nicht aktiv waren."
- "Schreibe eine kurze Re-Engagement-E-Mail für Kontakte, die sich seit 90 Tagen nicht gemeldet haben. Ziel: Webinar-Anmeldung. Kein Rabatt, kein Druck, maximal 120 Wörter."
- "Erstelle eine 4-teilige Onboarding-Sequenz für neue Nutzer eines SaaS-Tools. Jede E-Mail hat ein Ziel: Aktivierung innerhalb der ersten Woche."
- "Analysiere meine drei erfolgreichsten Kampagnen der letzten sechs Monate und leite daraus eine Struktur für meine nächste Kampagne ab."
Für die A/B-Test-Auswertung ist der Campaigns Agent besonders praktisch – er interpretiert Ergebnisse und gibt Folgeempfehlungen, ohne dass du die Zahlen selbst durcharbeiten musst:
- "Erkläre mir die Ergebnisse meines letzten A/B-Tests bei der Kampagne [Name]. Welche Variante hat gewonnen und warum?"
- "Was sollte ich als Nächstes bei Betreffzeilen testen, basierend auf meinen bisherigen A/B-Test-Ergebnissen?"
- "Welche Kampagnen-Elemente haben in meinen letzten fünf A/B-Tests den größten Einfluss auf die Klickrate gehabt?"
- "Mein A/B-Test zeigt keinen klaren Gewinner nach 48 Stunden. Was sind mögliche Ursachen, und wann sollte ich abbrechen oder weiterführen?"
Automations Agent: Workflows aufbauen, debuggen und weiterentwickeln
Du beschreibst das Ziel, Active Intelligence schlägt die Automation vor. Seit März 2026 kann der Agent auch externe Trigger einbinden: Wenn ein Kontakt in einem Kalender-Tool einen Termin bucht, eine Zahlung eingeht oder ein Vertrag unterzeichnet wird, baut Active Intelligence die passende Automation direkt daraus. Das eröffnet Sequenzen, die früher mehrere manuelle Schritte erfordert hätten. Bei komplexen Workflows empfiehlt es sich, den Entwurf vor der Aktivierung zu prüfen.
- "Baue eine 4-teilige Lead-Nurturing-Sequenz für neue Abonnenten, die sich über das Webformular eingetragen haben. Ziel: Erstgespräch innerhalb von 14 Tagen."
- "Erstelle eine Automation, die automatisch ein Tag setzt, wenn jemand dreimal auf denselben Link geklickt hat, aber nie auf die Dankeseite gelangt ist."
- "Baue eine Re-Engagement-Sequenz für Kontakte, die seit 60 Tagen keine E-Mail geöffnet haben. Nach drei E-Mails ohne Reaktion: Abmeldung aus der aktiven Liste."
- "Design einer Automation, die nach einer Webinar-Anmeldung drei Erinnerungen schickt: 24 Stunden vorher, eine Stunde vorher und zehn Minuten vorher."
Für das Debugging von Automationen, die nicht wie erwartet laufen, gibt es eigene Prompt-Muster. Die meisten Probleme entstehen bei Triggern und Bedingungen – Active Intelligence hilft dabei, diese Stolperfallen zu isolieren:
- "Warum triggert meine Willkommens-Automation für neue Kontakte nicht? Zeige mir, welche Bedingungen geprüft werden."
- "Zeige mir alle Kontakte, die in Automation [Name] seit mehr als sieben Tagen auf einem Schritt warten."
- "Analysiere meine Welcome-Serie: An welchem Schritt steigen die meisten Kontakte aus?"
- "Welche Tags werden in meinen Automationen am häufigsten gesetzt – und welche davon werden nirgends ausgewertet?"
- "Zeige mir alle Automationen, die denselben Eintrittspunkt nutzen. Gibt es mögliche Konflikte?"
- "Welche meiner Automationen hat in den letzten drei Monaten die niedrigste Abschlussrate? Was sind mögliche Ursachen?"
Für tiefergehende Fragen zur Automationslogik – wie du Trigger, Bedingungen und Verzweigungen strukturierst – ist ein Leitfaden zu ActiveCampaign-Automationen die bessere Referenz. Active Intelligence liefert das Grundgerüst, aber nicht die strategische Entscheidung, welche Logik du brauchst.
Active Intelligence strategisch einrichten, erweitern und richtig einsetzen
Die meisten Nutzer setzen Active Intelligence reaktiv ein: Sie öffnen es, wenn sie etwas wissen wollen. Teams, die es strukturiert nutzen, richten es einmalig sauber ein und bauen dann wiederkehrende Prompt-Routinen auf. Das macht aus dem gelegentlichen Analyse-Tool ein festes Element des Kampagnen-Workflows.
Das Memory-Feature einmalig richtig einrichten
Das Einrichten des Memory-Features dauert einmalig 15 bis 30 Minuten und zahlt sich bei jeder folgenden Sitzung aus:
- Öffne den Active Intelligence Workspace und rufe die Einstellungen für Custom Instructions auf.
- Beschreibe deine Zielgruppe so präzise wie möglich: Branche, Unternehmensgrößen, typische Entscheidungskriterien und Herausforderungen.
- Lege Ton und Sprache fest: sachlich, beraterisch, locker – was passt zu deiner Marke und wie sprichst du deine Kontakte an?
- Definiere die zentralen Ziele, auf die deine Kampagnen einzahlen: Leads generieren, Bestandskunden aktivieren, Webinar-Anmeldungen steigern, Kaufabbrüche zurückgewinnen.
- Gib drei bis fünf Beispiel-Kampagnen an, die du als Referenz betrachtest – Active Intelligence baut auf dem auf, was du als gelungen markierst.
Nach dieser Einrichtung brauchst du in späteren Prompts keinen Kontext mehr zu wiederholen. Das zahlt sich besonders bei häufig wiederkehrenden Aufgaben aus: wöchentliche Performance-Reviews, monatliche Automation-Checks, saisonale Kampagnen-Briefings.
Wiederkehrende Prompt-Routinen aufbauen
Strukturierter Einsatz bedeutet, dass bestimmte Prompts zu festen Bestandteilen des Workflows werden – nicht eine einmalige Abfrage, sondern ein regelmäßiger Rhythmus:
- Montags-Review: "Analysiere die E-Mail-Performance der letzten Woche und gib mir zwei Prioritäten für diese Woche – als Tabelle."
- Nach jeder Kampagne: "Was hat bei dieser Kampagne funktioniert, was nicht, und was mache ich beim nächsten Mal anders?"
- Monatlicher Automation-Check: "Zeige mir Automationen, die überarbeitet werden sollten, weil sie inaktive Tags oder veraltete Segmentierungsregeln nutzen."
- Quartalsbericht: "Vergleiche meine E-Mail-Performance von Q2 2026 mit Q1 2026 – Öffnungsrate, Klickrate, Subscriber-Wachstum – als Tabelle mit Kommentar."
Integrationen: Site Tracking und CRM mit Active Intelligence verbinden
Active Intelligence spielt am stärksten, wenn du es mit weiteren Datenquellen in ActiveCampaign verbindest. Zwei Kombinationen liefern besonders nützliche Einblicke, die über reine E-Mail-Daten hinausgehen:
- "Zeige mir Kontakte, die meine Preisseite in den letzten 14 Tagen besucht haben, aber noch keine E-Mail zu diesem Thema geöffnet haben."
- "Welche Seiten besuchen meine aktivsten E-Mail-Kontakte am häufigsten? Gibt es Muster?"
- "Zeige mir Deals, die trotz hohem E-Mail-Engagement in den letzten 30 Tagen nicht weiterentwickelt wurden."
- "Welche Pipeline-Stage hat bei meinen Kontakten die beste E-Mail-Reaktionsrate?"
Typische Fehler beim Prompten – und wie du sie vermeidest
Die Erfahrung aus zahlreichen Projekten zeigt: Bestimmte Fehler wiederholen sich fast immer, wenn jemand Active Intelligence zum ersten Mal ernsthaft einsetzt.
Zu vage fragen: "Analysiere meine Automation" liefert eine Beschreibung. "Analysiere meine Welcome-Automation, zeige mir die drei schwächsten Stellen und gib mir konkrete Vorschläge, wie ich sie verbessere" liefert eine Handlungsgrundlage. Der Unterschied ist die Handlungsfrage am Ende.
Keinen Zeitrahmen nennen: Ohne Zeitrahmen greift Active Intelligence auf den gesamten Datensatz zurück und liefert eine Antwort, die zu breit ist, um direkt darauf zu reagieren. Als Faustregel: Wenn du deinen Prompt liest und nicht sofort weißt, ob er sich auf die letzten 30 oder die letzten 300 Tage bezieht, fehlt der Zeitrahmen.
Zu viele Aufgaben in einem Prompt bündeln: "Analysiere meine Kampagnen, bau dann eine Automation und schreibe danach einen Report" ist zu viel in einem Schritt. Besser: Erst die Analyse, dann auf Basis der Antwort den nächsten Prompt formulieren. Das Ergebnis ist präziser und für dich nachvollziehbarer – du siehst, welcher Schritt zu welcher Empfehlung geführt hat.
Kontext weglassen, weil Memory aktiv ist: Das Memory-Feature speichert Marke und Tonalität, aber nicht die spezifische Aufgabe des Moments. "Schreibe eine E-Mail" ohne Zielgruppen-Angabe, Ziel und Format führt auch mit aktivem Memory zu einem zu generischen Ergebnis. Der gespeicherte Kontext ist der Rahmen – die konkrete Aufgabe musst du trotzdem vollständig beschreiben.
Häufige Fragen
Funktioniert Active Intelligence auch auf Deutsch?
Ja. Du kannst Prompts auf Deutsch formulieren und bekommst Antworten auf Deutsch. Das gilt für alle drei Agenten – Insights, Campaigns und Automations. Für DACH-spezifische Abfragen ist Deutsch oft die präzisere Wahl, weil du lokale Begriffe und Kontexte direkt eingeben kannst, ohne sie zu übersetzen.
Auf welchen Plänen ist Active Intelligence verfügbar?
Seit Herbst 2025 ist Active Intelligence auf allen ActiveCampaign-Plänen freigeschaltet – zuvor war es Enterprise- und Professional-Kunden vorbehalten. Der Umfang variiert je Plan: Auf höheren Plänen stehen mehr Agenten-Funktionen und höhere Nutzungslimits zur Verfügung. Den genauen Stand für deinen Account siehst du im Active Intelligence Workspace unter den Plan-Einstellungen.
Wie unterscheidet sich Active Intelligence von ChatGPT oder anderen KI-Tools?
Active Intelligence greift direkt auf deine Kampagnendaten, Kontakte und Automationen in ActiveCampaign zu. Es liefert keine allgemeinen Antworten, sondern Einblicke, die spezifisch für deinen Account sind. Ein generisches KI-Tool hat keinen Zugriff auf deine E-Mail-Performance oder Segmente und kann deshalb keine konkreten Handlungsempfehlungen auf Basis deiner eigenen Daten geben.
Was passiert, wenn Active Intelligence einen Fehler in meiner Automation findet?
Active Intelligence beschreibt den möglichen Fehler und zeigt, in welchem Schritt der Automation das Problem liegt. Es behebt den Fehler nicht automatisch – du musst die Änderung selbst im Automationseditor vornehmen. Für komplexe Debugging-Aufgaben: erst den Diagnose-Prompt verwenden, dann auf Basis der Antwort gezielt in den Editor wechseln.
Wie präzise muss ein Prompt formuliert sein?
Zeitrahmen, Metrik und Ausgabeformat – wenn alle drei vorhanden sind, liefert Active Intelligence zuverlässig nutzbare Ergebnisse. Fehlt einer der drei Punkte, musst du in der Regel mit einem weiteren Prompt nachfassen. Der häufigste fehlende Punkt ist der Zeitrahmen: Ohne ihn greift Active Intelligence auf den gesamten Account-Datensatz zurück, was selten hilfreich ist.
Kann Active Intelligence vollständige Kampagnen-Sequenzen erstellen?
Ja. Der Campaigns Agent kann vollständige Sequenzen entwerfen – vom ersten Kontakt bis zum Abschluss-Follow-up. Du gibst Ziel, Zielgruppe, Tonalität und Anzahl der E-Mails vor. Das Memory-Feature in Version 2.8 macht diese Entwürfe konsistenter, weil es auf gespeicherten Kampagnen-Referenzen und deinem Brand Kit aufbaut. Den Entwurf solltest du vor dem Versand immer prüfen.
Wer Active Intelligence gezielt in die eigene Kampagnenstrategie einbauen und dabei strukturiert vorgehen will, findet im ActiveCampaign-Kurs von Advertal eine praxisnahe Grundlage – mit Abschnitten zum Automationsaufbau, zur Segmentierung und zu den KI-Funktionen im Detail.


