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WhatsApp Flows in ActiveCampaign: Automatisierte Kundenkommunikation für den DACH-Markt

Tom
Tom
12. März 2026 · 13 Min. Lesezeit

WhatsApp Flows in ActiveCampaign verbinden die WhatsApp Business API mit der Automatisierungslogik von ActiveCampaign: Kontakte erhalten Nachrichten abhängig von ihrem Verhalten, ihren Tags oder ihrer Position in einer CRM-Pipeline – ohne manuelle Eingriffe. Dieser Beitrag erklärt, welche Voraussetzungen du brauchst, wie du einen Flow technisch aufsetzt und worauf du im DACH-Kontext rechtlich achten musst.

Das Wichtigste in Kürze

  • WhatsApp Flows in ActiveCampaign sind automatisierte Nachrichtensequenzen, die über die WhatsApp Business API ausgeliefert werden und auf Kontaktverhalten, Tags oder CRM-Ereignisse reagieren.
  • Für den Einstieg brauchst du ein verifiziertes WhatsApp-Business-Konto, vorab von Meta genehmigte Nachrichtenvorlagen (Templates) und die aktive WhatsApp-Integration in deinem ActiveCampaign-Account.
  • DSGVO-konformes WhatsApp-Marketing setzt ein aktives, dokumentiertes Opt-in voraus – eine vorausgewählte Checkbox oder ein mündlich erteiltes Einverständnis reichen rechtlich nicht aus.
  • Outbound-Nachrichten außerhalb des 24-Stunden-Servicefensters sind ausschließlich mit vorab genehmigten Meta-Templates erlaubt – das beeinflusst direkt, wie du Follow-up-Sequenzen planst.
  • Die Stärke des Kanals liegt in der Kombination mit ActiveCampaigns Segmentierung: Kontakte erhalten Nachrichten nur dann, wenn ihr Profil die definierten Kriterien tatsächlich erfüllt.

Was WhatsApp Flows konkret bedeuten – und was nicht

In ActiveCampaign bezeichnet "WhatsApp Flow" eine automatisierte Nachrichtensequenz, die über den WhatsApp-Kanal läuft: Ein Trigger – etwa ein ausgefülltes Formular, ein neues Tag oder eine Pipeline-Bewegung im CRM – löst eine oder mehrere WhatsApp-Nachrichten aus. Antworten des Kontakts können den weiteren Verlauf steuern, und das Ergebnis fließt direkt ins CRM zurück.

Daneben gibt es die gleichnamige Meta-Funktion "WhatsApp Flows": interaktive UI-Formulare, die innerhalb eines WhatsApp-Gesprächs eingebettet werden. Nutzer können Datumsfelder, Auswahlmenüs oder Texteingaben direkt in der App ausfüllen, ohne in einen Browser zu wechseln. Beide Konzepte ergänzen sich: Meta Flows lassen sich als Baustein in ActiveCampaign-Sequenzen integrieren – zum Beispiel für Terminbuchungen oder strukturierte Lead-Formulare innerhalb des Chats.

Warum du E-Mail-Logik nicht direkt übertragen kannst

Der grundlegende Unterschied zu E-Mail-Automationen liegt im Kommunikationsmodell: WhatsApp ist ein bidirektionaler Kanal. E-Mail-Sequenzen sind in erster Linie Einweg-Kommunikation – der Kontakt öffnet, klickt, antwortet aber selten. WhatsApp hingegen erzeugt eine Erwartung an Dialog. Wer dort eine Nachricht bekommt, erwartet eine Reaktionsmöglichkeit.

In der Praxis bedeutet das: Nachrichten müssen kürzer und konversationeller formuliert sein als E-Mails. Ein Absatz mit sieben Sätzen wirkt auf WhatsApp deplatziert. Sinnvoll sind maximal zwei bis drei kurze Sätze pro Nachricht, ein klarer nächster Schritt und – wenn sinnvoll – eine konkrete Antwortoption. Wer E-Mail-Texte eins zu eins in WhatsApp überträgt, wird feststellen, dass die Antwortrate deutlich unter der Erwartung bleibt.

Das 24-Stunden-Fenster als technische Rahmenbedingung

WhatsApp unterscheidet zwischen zwei Kommunikationstypen, die unterschiedliche Regeln haben:

Kommunikationstyp

Voraussetzung

Typischer Anwendungsfall

Customer Service Window (24h)

Kontakt hat innerhalb der letzten 24 Stunden eine Nachricht gesendet

Freie Textnachrichten, Supportgespräch, Rückfragen im Dialog

Template-Nachrichten

Von Meta vorab genehmigtes Template erforderlich

Follow-up-Sequenzen, Erinnerungen, Outbound-Marketing

Das Customer Service Window öffnet sich, sobald ein Kontakt dir eine Nachricht schreibt – und bleibt 24 Stunden lang offen. Außerhalb dieses Fensters sind ausschließlich vorab von Meta genehmigte Templates erlaubt. Das hat direkte Konsequenzen für Follow-up-Sequenzen: Wenn du drei Tage nach einem Erstgespräch nachfassen willst, muss diese Nachricht aus einem genehmigten Template bestehen. Templates sind keine Einschränkung, sondern ein Planungsparameter – du weißt im Voraus, welche Texte du brauchst, und bereitest sie entsprechend vor.

Was du vor dem ersten Flow einrichten musst

Bevor du in ActiveCampaign einen WhatsApp Flow aufbauen kannst, müssen drei Dinge in der richtigen Reihenfolge erledigt sein: ein verifiziertes WhatsApp-Business-Konto, die aktive WhatsApp-Integration in ActiveCampaign und mindestens ein genehmigtes Message Template. Wer in der Automationsoberfläche startet, ohne die API-Verbindung eingerichtet zu haben, verliert Zeit mit Fehlermeldungen.

WhatsApp Business Account und Meta-Verifizierung

Der Ausgangspunkt ist ein Meta Business Manager Account mit verifiziertem Unternehmensstatus. Darin richtest du ein WhatsApp-Business-Konto ein und verknüpfst eine Telefonnummer, die ausschließlich für die API-Nutzung reserviert sein muss. Eine Nummer, auf der gleichzeitig die normale WhatsApp-Consumer-App läuft, kann nicht über die API genutzt werden – die Verknüpfung wird beim API-Onboarding getrennt.

Für die Verbindung zwischen Meta und ActiveCampaign brauchst du entweder den direkten Zugang zur Meta Cloud API oder einen verifizierten WhatsApp Business Solution Provider (BSP), der die API-Verbindung bereitstellt und den technischen Betrieb der Nachrichteninfrastruktur übernimmt. Welcher Weg sinnvoller ist, hängt davon ab, wie viele Kontakte du regelmäßig bespielst und welche technischen Ressourcen intern vorhanden sind.

WhatsApp-Integration in ActiveCampaign aktivieren

Die Einrichtung läuft in ActiveCampaign über Einstellungen > Integrationen > WhatsApp. Dort verbindest du deinen Meta Business Manager, wählst das WhatsApp-Business-Konto aus und richtest den Webhook ein, über den eingehende Nachrichten in ActiveCampaign empfangen werden. ActiveCampaign erstellt automatisch einen Kontakt, wenn eine unbekannte Telefonnummer eine Nachricht schickt – oder ordnet die Nachricht einem bestehenden Kontakt zu, wenn die Nummer bereits im CRM liegt.

Nach der Verbindung kannst du in der Automationsoberfläche WhatsApp-Aktionen als Schritte einfügen. Für den Aufbau von ActiveCampaign-Automationen mit mehreren Kanälen gelten dieselben Trigger-Regeln wie für E-Mail-Sequenzen – der Kanal ist austauschbar, die Logik dahinter bleibt gleich. Inbound-Trigger, die auf eingehende WhatsApp-Nachrichten reagieren, konfigurierst du zusätzlich unter Einstellungen > Gespräche.

Nachrichtenvorlagen (Templates) erstellen und genehmigen lassen

Templates erstellst du im Meta Business Manager unter WhatsApp Manager > Nachrichtenvorlagen. Jedes Template wird einer Kategorie zugeordnet: Marketing, Authentifizierung oder Utility (transaktionale Nachrichten). Für Marketing-Templates gelten strengere Prüfkriterien – sie werden häufiger abgelehnt, wenn sie zu werblich formuliert sind oder Superlative enthalten.

Meta prüft eingereichte Templates in der Regel innerhalb von 24 Stunden, kann in Einzelfällen aber länger dauern. Plane diesen Zeitpuffer ein, bevor du einen Flow live schalten willst. Abgelehnte Templates kannst du nach Anpassung erneut einreichen. Genehmigungsfreundliche Templates beschreiben konkret, was der Empfänger erhält – "Deine Buchungsbestätigung für den 15. Oktober" – statt vage einen Mehrwert zu versprechen. Sachliche Formulierungen bestehen die Prüfung zuverlässiger als emotionalisierte Texte.

Die wichtigsten Einsatzszenarien im DACH-Markt

WhatsApp ist im deutschsprachigen Raum der meistgenutzte Messaging-Dienst. Das macht den Kanal für Unternehmen relevant, die Kundenkommunikation dort aufgreifen wollen, wo sie bereits stattfindet. Welche Szenarien tatsächlich funktionieren, hängt von der Branche und dem bestehenden Kommunikationsverhalten der Zielgruppe ab. Die folgenden drei Einsatzfelder zeigen, wo der Kanal gegenüber E-Mail konkrete Vorteile hat – und wo die strategische Einordnung beginnt, die der Beitrag zu WhatsApp Marketing für Unternehmen ausführlicher behandelt.

Lead-Qualifizierung nach Anzeigen-Klicks

Wer über Facebook oder Instagram Leads generiert, kennt das Problem: Die Kontakte sind frisch, aber der Qualifizierungsstand ist niedrig. Ein WhatsApp Flow, der unmittelbar nach dem Lead-Formular angestoßen wird, kann den Qualifizierungsprozess erheblich beschleunigen – weil der Kontakt antwortet, solange sein Interesse noch aktiv ist.

Ein funktionaler Ablauf sieht so aus: Eine Template-Begrüßungsnachricht bestätigt den Kontakt und stellt eine konkrete Frage – zum Beispiel, welche Herausforderung gelöst werden soll. Die Antwort wird als Custom Field in ActiveCampaign gespeichert und triggert entweder einen weiteren Qualifizierungsschritt oder, bei ausreichendem Qualifizierungsstand, die Weiterleitung in eine Terminbuchungs-Sequenz. Unqualifizierte Kontakte landen in einem E-Mail-Nurture-Flow.

Der Vorteil gegenüber reiner E-Mail-Qualifizierung liegt in drei Punkten:

  • Der Kontakt antwortet in einem Kanal, den er bereits aktiv nutzt, statt einen Link zu öffnen und ein weiteres Formular auszufüllen.
  • Offene Fragen lassen sich im Dialog klären, ohne einen manuellen Telefonanruf zu erfordern.
  • Die Antworten fließen direkt in das CRM und können die Automation in Echtzeit steuern.

Follow-up nach Beratungsgesprächen und Demos

Das Zeitfenster nach einem Beratungsgespräch ist entscheidend: Der Interessent hat gerade alle relevanten Informationen bekommen, aber noch keine Entscheidung getroffen. Eine Follow-up-Sequenz über WhatsApp hält den Kontakt präsent, ohne dass das Vertriebsteam jeden Fall manuell nachfassen muss.

In ActiveCampaign lässt sich diese Sequenz direkt an das CRM-Ereignis "Deal bewegt sich in Pipeline-Stufe Demo gehalten" koppeln. Der erste Schritt schickt unmittelbar nach dem Gespräch eine Zusammenfassung oder einen Link zur Aufzeichnung. Spätere Schritte liefern Fallbeispiele, Preisdetails oder – wenn keine Reaktion kommt – eine direkte Frage, ob noch Klärungsbedarf besteht. Wichtig ist, dass jeder Schritt nach dem ersten aus einem genehmigten Template besteht, weil das 24-Stunden-Fenster in der Regel bereits abgelaufen ist.

Einblick in Projekte mit dieser Sequenz zeigt: Die Rücklaufquote auf Follow-up-Nachrichten über WhatsApp liegt deutlich über der von E-Mail-Follow-ups – vermutlich weil die Benachrichtigung auf dem gleichen Gerät erscheint, auf dem die Kontakte ihre Arbeitskommunikation führen.

Kundenservice-Routing und erste Antwortstufe

Inbound-Flows, also Sequenzen, die durch eine eingehende Nachricht des Kunden ausgelöst werden, eignen sich gut für die erste Antwortstufe im Kundenservice. Schreibt ein Kontakt eine Nachricht, antwortet ein automatischer Flow sofort mit einer Abfrage: Um welches Thema geht es? Abhängig von der Antwort wird entweder eine Antwortvorlage ausgeliefert oder der Fall an das Support-Team weitergeleitet.

Das setzt voraus, dass du Inbound-Trigger in ActiveCampaign konfiguriert hast: Wenn eine Nachricht mit bestimmten Schlüsselwörtern eingeht, startet eine definierte Automation. Die Automatisierung übernimmt die Triage – sie entscheidet, was ein Mensch bearbeiten muss und was automatisch beantwortet werden kann. Für standardisierte Anfragen wie Öffnungszeiten, Lieferstatus oder Rücksendeprozesse funktioniert das zuverlässig; bei komplexen Fällen muss ein klar definierter Übergabepunkt zu einem menschlichen Mitarbeiter existieren.

So richtest du einen WhatsApp Follow-up-Flow ein – Schritt für Schritt

Das folgende Beispiel zeigt, wie du einen Post-Demo-Follow-up-Flow einrichtest, der unmittelbar nach einem Beratungsgespräch startet und den Kontakt über mehrere Tage begleitet. Voraussetzung: Das Template "Demo-Zusammenfassung" ist genehmigt, die WhatsApp-Integration ist aktiv und du hast eine Deal-Pipeline in ActiveCampaign eingerichtet.

  1. Lege eine neue Automation an: Automationen > Automation erstellen > Starte von Grund auf.
  2. Wähle als Trigger "Deal Stufe geändert zu" und setze die Stufe auf die Position, die du nach einem abgehaltenen Demo-Termin verwendest – zum Beispiel "Demo gehalten".
  3. Füge als ersten Automatisierungsschritt "WhatsApp-Nachricht senden" ein und wähle dein genehmigtes Template "Demo-Zusammenfassung" aus. Das Template enthält den Namen des Ansprechpartners als Personalisierungsvariable und einen Link zur Demo-Aufzeichnung oder zu den besprochenen Unterlagen.
  4. Setze eine Wartezeit von zwei Tagen. Danach fügst du eine Bedingung ein: Hat der Kontakt über ActiveCampaign Conversations auf die erste Nachricht geantwortet? Wenn ja, beendet sich die Automation – der Kontakt ist im Dialog und wird manuell oder über einen separaten Flow weiterbearbeitet.
  5. Wenn keine Antwort kam: Füge einen zweiten WhatsApp-Schritt ein. Dieser Schritt nutzt ein Template, das eine direkte Frage stellt – zum Beispiel ob noch offene Fragen zu den Preisen oder zum Leistungsumfang bestehen. Formuliere eine konkrete Antwortoption, auf die der Kontakt mit einem Wort oder Satz reagieren kann.
  6. Setze nach weiteren drei Tagen ohne Reaktion einen letzten Schritt: Ein Template mit einem Buchungslink, damit der Kontakt unkompliziert einen Folgetermin einrichten kann. Dieser Schritt ist der letzte Touchpoint der Automation.
  7. Beende die Automation nach dem letzten Schritt und verschiebe den Deal – wenn immer noch keine Reaktion kam – automatisch in eine Pipeline-Stufe "Kein Feedback erhalten". Das hält deine Pipeline sauber und ermöglicht eine gezielte manuelle Nachfassaktion.

Der Schlüssel liegt in Schritt 4: Die Bedingungsprüfung verhindert, dass Kontakte weiter automatisierte Nachrichten erhalten, obwohl sie bereits im Gespräch sind. Eine Automation ohne Ausweichäste schickt auch dann weiter, wenn der Kontakt längst reagiert hat.

DSGVO-Anforderungen: Was du vor dem ersten Flow klären musst

WhatsApp-Marketing ohne DSGVO-konformes Opt-in ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz kein Graubereich. Die Datenschutzgrundverordnung verlangt eine wirksame Einwilligung, bevor du Kontakten Marketingnachrichten über einen persönlichen Kanal wie WhatsApp schickst. Datenschutzbehörden haben Unternehmen für unaufgeforderte WhatsApp-Nachrichten abgemahnt, weil kein wirksames Einverständnis vorlag.

Was ein rechtswirksames Opt-in voraussetzt

Eine gültige Einwilligung für WhatsApp-Nachrichten muss folgende Bedingungen erfüllen:

  • Die Einwilligung muss freiwillig, informiert und unmissverständlich erteilt worden sein – eine vorausgewählte Checkbox oder ein stillschweigendes Einverständnis genügt nicht.
  • Der Zweck der Nachrichten muss klar beschrieben sein: Welche Art von Inhalten erhält der Kontakt, und in welcher Frequenz wird er kontaktiert?
  • Der Kontakt muss das Opt-in jederzeit widerrufen können – typischerweise durch eine Antwort mit "STOP", die die Automation in ActiveCampaign beendet und das Opt-in-Feld im Kontaktprofil deaktiviert.
  • Du musst dokumentieren können, wann und über welchen Kanal die Einwilligung erteilt wurde – Datum, Formular-URL oder Gesprächsprotokoll als Nachweis.

In ActiveCampaign lässt sich das über ein Custom Field "WhatsApp Opt-in erteilt" und ein datiertes Opt-in-Datum abbilden. Die Automation startet nur, wenn dieses Feld den Wert "Ja" trägt.

Auftragsverarbeitung und Serverstandorte

Als Auftragsverarbeiter für WhatsApp-Kommunikation treten mindestens zwei Parteien auf: ActiveCampaign und Meta als WhatsApp-Anbieter. Mit beiden muss ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) geschlossen sein. ActiveCampaign stellt den AVV über die Kontoeinstellungen bereit. Mit Meta schließt du ihn über die Nutzungsbedingungen der WhatsApp Business Platform ab – das geschieht beim Einrichten des Business Accounts.

Für ActiveCampaign-Kunden im DACH-Raum empfiehlt sich Stand 2026 die Wahl der EU-Serverregion in den Kontoeinstellungen. Damit werden Kontaktdaten in europäischen Rechenzentren verarbeitet, was den Datentransfer außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums minimiert. Prüfe außerdem, ob dein WhatsApp BSP ebenfalls eine EU-Serverstandort-Option anbietet.

Typische Fehler beim Aufbau von WhatsApp Flows

Beim Aufbau von WhatsApp Flows tauchen drei Muster auf, die erhebliche Nacharbeit erzeugen – und die sich mit etwas Planung im Vorfeld vermeiden lassen.

Templates zu werblich formulieren

Metas Template-Prüfung lehnt Nachrichten ab, die primär werblichen Charakter haben, aber als Utility- oder Authentifizierungstemplate eingereicht werden. Die häufigste Ursache: Formulierungen wie "exklusives Angebot", "nur heute" oder "letzter Platz" landen in der falschen Kategorie und werden abgelehnt. Nutze die Kategorie "Marketing" für Werbebotschaften und formuliere Templates sachlich und präzise. Ein genehmigtes Template mit nüchternem Ton ist wertvoller als ein abgelehntes mit starker Sprache – weil du ohne genehmigtes Template keinen Outbound-Flow starten kannst.

Keine Abmeldeoption einbauen

Jeder WhatsApp Flow muss einen klaren Opt-out-Pfad haben. Der einfachste Weg ist, in der ersten Template-Nachricht einer Sequenz einen Hinweis zu integrieren: "Antworte mit STOP, um keine weiteren Nachrichten zu erhalten." In ActiveCampaign richtest du dazu einen Inbound-Trigger ein, der auf das Schlüsselwort "STOP" reagiert, die Automation sofort beendet und das Opt-in-Feld des Kontakts auf "Nein" setzt. Ohne diesen Mechanismus erfüllst du nicht die DSGVO-Anforderungen an den Opt-out.

Keine Bedingungsprüfung nach dem ersten Schritt

Wer nach dem ersten Automatisierungsschritt keine Bedingungsprüfung einbaut, riskiert, dass Kontakte weiter automatisierte Nachrichten erhalten, obwohl sie bereits im manuellen Gespräch mit dem Vertrieb oder Support sind. Baue nach jedem Schritt, der eine Reaktion erwartet, eine Bedingung ein: "Hat der Kontakt in den letzten 24 Stunden eine Nachricht gesendet?" Wenn ja, verlasse den Flow oder setze eine längere Wartezeit. Ohne diese Verzweigung läuft die Automation blind weiter und sendet Nachrichten, die den laufenden Dialog stören.

Häufige Fragen

Welche ActiveCampaign-Pläne unterstützen WhatsApp als Kanal?

WhatsApp ist in ActiveCampaign ab dem Plus-Plan als Kanal verfügbar. Auf dem Lite-Plan steht die Integration nicht zur Verfügung. Wenn du unsicher bist, welchen Plan dein Account gerade hat, findest du die Information unter Einstellungen > Abonnement. Das Feature muss je nach Account separat aktiviert werden – prüfe im Zweifel direkt in deinem Account oder wende dich an den ActiveCampaign-Support, ob WhatsApp für deinen Plan freigeschaltet ist.

Kann ich eine normale Mobilnummer für den WhatsApp-Business-Account verwenden?

Technisch ja, praktisch aber mit einem wichtigen Vorbehalt: Die Nummer darf nicht gleichzeitig für die normale WhatsApp-Consumer-App genutzt werden. Wenn du eine Nummer für die WhatsApp Business API registrierst, wird die vorherige WhatsApp-Verknüpfung getrennt. Empfehlenswert ist eine dedizierte Nummer – entweder eine SIM-Karte, die ausschließlich für die API reserviert ist, oder eine VoIP-Nummer mit SMS-Empfang für die Verifikation. Festnetznummern sind ebenfalls möglich, sofern Meta sie für die Verifikation per Anruf akzeptiert.

Wie lange dauert die Template-Genehmigung durch Meta?

In der Regel genehmigt Meta eingereichte Templates innerhalb von 24 Stunden. In Einzelfällen kann es länger dauern, insbesondere wenn ein Template erstmals in einer bestimmten Kategorie eingereicht wird oder wenn die automatische Prüfung eine manuelle Überprüfung auslöst. Plane mindestens drei Werktage Vorlauf ein, bevor du eine Kampagne starten willst, und bereite Templates frühzeitig vor – nicht erst in der Woche des geplanten Launches. Abgelehnte Templates kannst du nach Anpassung erneut einreichen; die überarbeitete Version durchläuft dann dieselbe Prüfung.

Was passiert, wenn ein Kontakt außerhalb meiner Geschäftszeiten antwortet?

Das 24-Stunden-Fenster läuft ab der letzten Nachricht des Kontakts – unabhängig von deinen Geschäftszeiten. Wenn ein Kontakt um 22 Uhr antwortet, öffnet sich das Fenster bis 22 Uhr am nächsten Tag. Für diesen Fall empfiehlt sich ein automatischer Antwortschritt, der die eingehende Nachricht bestätigt: "Wir haben deine Nachricht erhalten und melden uns am nächsten Werktag." Dieser Schritt hält das Servicefenster faktisch offen, bis das Team verfügbar ist, und signalisiert dem Kontakt, dass seine Nachricht angekommen ist.

Kann ich WhatsApp Flows mit ActiveCampaigns A/B-Test-Funktion kombinieren?

ActiveCampaign erlaubt es, innerhalb einer Automation einen Split einzubauen, der unterschiedliche Nachrichteninhalte oder Wartezeiten testet. Das funktioniert auch für WhatsApp-Schritte. Du definierst zwei Varianten – zum Beispiel Variante A mit einer offenen Frage, Variante B mit einem direkten Link – und ActiveCampaign verteilt die Kontakte nach dem definierten Verhältnis. Die Voraussetzung ist, dass für beide Varianten genehmigte Templates vorliegen, da du outbound nur mit Templates senden kannst. Die Ergebnisse wertest du über Automationen > Berichte aus.

WhatsApp Flows in ActiveCampaign sind ein ernstzunehmender Kommunikationskanal für DACH-Unternehmen, sobald die technischen und rechtlichen Voraussetzungen sauber eingerichtet sind. Der häufigste Grund für schlechte Ergebnisse ist kein technisches Problem, sondern ein strategisches: Flows ohne Bedingungsprüfungen behandeln alle Kontakte gleich, unabhängig davon, ob sie bereits im Gespräch sind oder noch gar nicht reagiert haben. Wer mit einem einzigen, gut durchdachten Flow startet, ihn testet und dann schrittweise erweitert, baut eine Kommunikationsbasis, die dauerhaft trägt. Für Unternehmen, die dabei Begleitung suchen, bietet Advertal ActiveCampaign-Implementierung und WhatsApp-Setup im deutschsprachigen Raum an.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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