Split-Aktionen in ActiveCampaign verteilen Kontakte innerhalb einer Automation auf getrennte Pfade – entweder dauerhaft nach Prozentsatz, als testbarer A/B-Vergleich mit automatischer Gewinnerermittlung oder als Conditional Split, der bis zu einem bestimmten Datum oder einer Kontaktzahl gilt. Welcher Typ passt, hängt davon ab, ob du etwas messen oder dauerhaft steuern willst.
Das Wichtigste in Kürze
- Split Paths verteilen Kontakte dauerhaft nach Prozentsatz – kein Test, keine automatische Umschaltung auf einen Gewinner.
- Split Tests messen zwei oder mehr Varianten gegeneinander und schalten nach Testende automatisch auf den Gewinnerpfad um.
- Conditional Splits leiten Kontakte zu Pfad A, bis ein Datum oder eine Kontaktanzahl erreicht ist – danach läuft alles über Pfad B.
- Einmal gestartete Split-Aktionen lassen sich nicht mehr bearbeiten; alle Details müssen vor dem Aktivieren feststehen.
- Split-Aktionen sind nicht dasselbe wie If/Else: Sie verteilen zufällig nach Prozentsatz, prüfen aber keine individuellen Kontakteigenschaften.
Worin sich die drei Split-Typen unterscheiden – und welcher wann passt
In der Praxis werden Split-Aktionen oft mit dem If/Else-Knoten von ActiveCampaign verwechselt. Der Unterschied ist grundlegend: If/Else prüft für jeden Kontakt einzeln eine definierte Bedingung und leitet ihn je nach Ergebnis auf den passenden Pfad. Split-Aktionen verteilen Kontakte dagegen zufällig oder nach Prozentsatz – ohne Blick auf individuelle Kontakteigenschaften. Du schaltest keinen Kontakt gezielt auf einen Pfad; die Zuweisung passiert automatisch nach dem festgelegten Verhältnis.
Typ | Zuweisung | Testziel | Automatische Umschaltung |
|---|---|---|---|
Split Paths | Prozentsatz, dauerhaft | Kein Test | Nein |
Split Test | Prozentsatz, temporär | Varianten vergleichen | Ja – auf Gewinnerpfad |
Conditional Split | Sequenziell bis Schwellenwert | Kein Test | Nein – Wechsel nach Schwellenwert |
Die Tabelle zeigt die Kernunterschiede auf einen Blick: Split Paths sind die richtige Wahl, wenn zwei Kampagnen dauerhaft nebeneinander laufen sollen. Split Tests passen, wenn du eine konkrete Frage beantworten willst und danach auf die bessere Variante wechseln möchtest. Conditional Splits eignen sich für zeitlich oder mengenmäßig begrenzte Angebote, bei denen ein fester Umschaltpunkt definiert ist.
Split Paths – Kontakte dauerhaft auf verschiedene Pfade verteilen
Split Paths arbeiten ohne Testziel. Jeder Kontakt, der den Knoten durchläuft, wird einmalig einem Pfad zugewiesen. Diese Zuweisung bleibt bestehen; ActiveCampaign wertet nie aus, welcher Pfad besser abschneidet, und schaltet nicht automatisch um. Du kannst 2 bis 10 Pfade anlegen und die Gewichtung frei wählen – etwa 70 Prozent auf Pfad A und 30 Prozent auf Pfad B. Die Verteilung läuft gleichmäßig innerhalb der gewählten Gewichtung und ist nicht kalenderabhängig.
Wann du Split Paths wählen solltest
Split Paths passen, wenn du unterschiedliche Kommunikationsstrategien dauerhaft nebeneinander betreiben willst, ohne ein formales Testziel zu definieren. Typische Anwendungsfälle sind unterschiedliche Onboarding-Sequenzen für Zielgruppensegmente, die du ohnehin getrennt ansprichst, oder die parallele Bedienung mehrerer Vertriebskanäle mit unterschiedlichem Inhalt. Ein häufiger Fehler dabei: Wer eigentlich einen A/B-Test plant, aber Split Paths wählt, erhält keine automatische Gewinnerauswertung und muss die Ergebnisse manuell vergleichen – ohne dass ActiveCampaign danach auf die bessere Variante umschaltet.
So richtest du Split Paths ein
Öffne die Automation, an der du arbeiten willst, und wähle den Punkt, an dem die Pfade auseinandergehen sollen.
- Klicke im Automation Builder auf das Plus-Symbol an der gewünschten Stelle und wähle Split aus der Aktionsliste.
- Wähle im Dialog die Option Split paths und entscheide zwischen gleichmäßiger Verteilung und manueller Gewichtung.
- Lege die Anzahl der Pfade fest (2 bis 10) und trage bei manueller Gewichtung die Prozentwerte ein; die Summe muss 100 ergeben.
- Baue hinter jedem Pfad die Folge-Aktionen auf – E-Mails, Tags, Wartezeiten oder weitere Knoten.
- Setze für jeden Pfad unmittelbar nach der Split-Zuweisung einen eigenen Tag, damit du später im Kontaktprotokoll siehst, welchen Weg ein Kontakt genommen hat.
- Prüfe die Automation vollständig, bevor du sie aktivierst – nachträgliche Änderungen am Split-Knoten sind nach dem ersten Kontaktdurchlauf nicht mehr möglich.
Für die Auswertung ist das Tagging besonders praktisch: In ActiveCampaign lässt sich der Automation-Bericht nach Tags filtern. Wenn jeder Pfad einen eindeutigen Tag erhält, kannst du im Reporting direkt vergleichen, wie viele Kontakte welchen Pfad genommen haben und was daraus geworden ist.
Split Test – A/B-Vergleich mit automatischer Gewinnerermittlung
Der Split Test in ActiveCampaign ist der einzige der drei Split-Typen, der nach dem Test eigenständig umschaltet. Du legst am Anfang fest, nach welchem Kriterium der Gewinner bestimmt wird, und ActiveCampaign leitet alle neuen Kontakte nach Testende automatisch durch den Gewinnerpfad. Diese Automatik macht den Split Test zur ersten Wahl, wenn du eine klare Frage hast – zum Beispiel, ob eine direkte oder eine aufbauende Formulierung mehr Terminbuchungen auslöst.
Wie ActiveCampaign den Gewinner ermittelt
Beim Einrichten des Split Tests wählst du eine von drei Methoden für das Testende:
- Bestimmtes Datum: Der Test läuft bis zu einem festen Datum. Danach wird der Pfad mit der besten Gewinner-Bedingung als Sieger festgelegt, und alle neuen Kontakte laufen über ihn.
- Anzahl der Split-Kontakte: Sobald insgesamt eine definierte Anzahl Kontakte den Split-Knoten durchlaufen hat, wird ausgewertet. Das ist sinnvoll, wenn du eine Mindeststichprobe sicherstellen willst, aber den Zeitraum nicht vorhersagen kannst.
- Anzahl der Gewinner-Kontakte: Der Test endet, sobald auf einem Pfad eine definierte Anzahl Kontakte die Gewinner-Bedingung erfüllt hat. Bei klaren Erfolgs-Events – etwa einem Kaufabschluss – eignet sich diese Methode gut, weil der Test endet, sobald das Ziel erreicht ist.
Bei Gleichstand gewinnt immer Pfad A. Das ist kein Fehler, sondern eine bewusste Designentscheidung. Plane das ein: Wenn du vermutest, dass beide Varianten ähnlich abschneiden werden, ist Pfad A die konservativere oder bereits erprobte Version – dann ist es folgerichtig, dass sie bei Gleichstand gewinnt.
Gewinner-Bedingungen: was in der Praxis trägt
Gewinner-Bedingungen baust du mit dem Segment Builder von ActiveCampaign. Bestimmte Kriterien sind besonders klar messbar und eng mit dem tatsächlichen Ziel verbunden:
- Ein definierter Tag wurde zum Kontakt hinzugefügt (z. B. "Angebot angefragt", "Kauf abgeschlossen")
- Ein Deal wurde in einem bestimmten CRM-Status erstellt oder in den Status "Gewonnen" verschoben
- Eine bestimmte Seite wurde über Site Tracking besucht – etwa eine Bestellbestätigung oder eine Danke-Seite nach einer Anmeldung
- Ein Custom Field wurde auf einen bestimmten Wert gesetzt, z. B. durch eine externe Integration oder ein Webhook
Weniger geeignet als alleiniges Kriterium sind E-Mail-Öffnungen. Eine höhere Öffnungsrate sagt nichts darüber aus, ob ein Kontakt das eigentliche Ziel erreicht hat. Wer Split Tests ausschließlich auf Öffnungsraten optimiert, gewinnt den Test in der Automation, aber nicht im Ergebnis. Verbinde die Gewinner-Bedingung immer mit einer Handlung, die näher am Ziel liegt – einem Klick auf einen Bestell-Button, einer ausgefüllten Anfrage oder einem gebuchten Termin. Wie A/B-Tests und Segmentierung gezielt kombiniert werden, zeigt ein eigener Beitrag.
Conditional Split – Kontakte bis zu einem Schwellenwert steuern
Der Conditional Split funktioniert anders als die beiden anderen Typen: Er ist nicht an ein Testziel gebunden, sondern an einen Umschaltpunkt. Kontakte gehen zu Pfad A, solange der Schwellenwert nicht erreicht ist. Sobald er erreicht ist, landen alle neuen Kontakte auf Pfad B. Die bereits in Pfad A befindlichen Kontakte laufen dort zu Ende; der Wechsel gilt nur für neue Eintritte nach dem Zeitpunkt der Umschaltung.
Typische Anwendungsfälle für Conditional Splits
Conditional Splits eignen sich für Szenarien mit einem klaren Vorzeichen-Wechsel. Einige Beispiele aus dem deutschsprachigen Raum:
- Frühbucher gegen Regulärangebot: Die ersten N Anmeldungen erhalten einen vergünstigten Preis oder eine zusätzliche Leistung, alle weiteren das Standardpaket.
- Zeitlich befristete Inhalte: Bis zum Veranstaltungsdatum erhalten Kontakte eine Anmeldeoption, danach eine Zusammenfassung oder Aufzeichnung.
- Kapazitätsgrenzen: In einem Beratungsangebot mit begrenzten Plätzen gehen die ersten Interessenten in einen direkten Demo-Pfad; alle weiteren in eine Warteliste.
Wichtig dabei: Der Conditional Split speichert keine Erinnerung daran, warum ein Kontakt auf welchem Pfad gelandet ist – außer du setzt selbst einen Tag. Setze unmittelbar nach der Split-Zuweisung einen Tag wie "Frühbucher" oder "Warteliste", damit die spätere Segmentierung und Kommunikation funktioniert. Den Trigger und die Tagging-Logik für solche Szenarien erklärt der Leitfaden zu ActiveCampaign Automation Triggern.
So richtest du einen Split Test ein – Schritt für Schritt
Das folgende Beispiel geht von einer bestehenden Lead-Nurturing-Automation aus, in der zwei verschiedene Angebots-E-Mails getestet werden sollen. Das Ziel: herausfinden, welche Variante mehr Terminbuchungen auslöst.
- Öffne die Automation im ActiveCampaign Automation Builder und navigiere zum Punkt, an dem die Test-E-Mail versendet werden soll.
- Klicke auf das Plus-Symbol und wähle Split, dann Split test.
- Belasse die Verteilung bei 50 / 50; füge nur dann einen dritten Pfad hinzu, wenn du drei klar unterschiedliche Varianten testen willst (dann entsprechend 33 / 33 / 34).
- Wähle als Testende-Kriterium Anzahl der Split-Kontakte und trage einen Wert ein, der für dein Volumen realistisch ist – mindestens 50 Kontakte je Pfad.
- Definiere die Gewinner-Bedingung: "Tag ‚Termin gebucht' wurde hinzugefügt" – direkt verknüpft mit dem Kalender-Tool, das den Tag beim Buchen automatisch setzt.
- Baue hinter Pfad A die E-Mail-Variante A, hinter Pfad B die Variante B auf. Ändere nur ein Element – Betreffzeile, Call-to-Action oder Inhaltsschwerpunkt – nicht mehrere gleichzeitig.
- Aktiviere die Automation. ActiveCampaign übernimmt die Verteilung und schaltet nach Erreichen der Kontaktzahl automatisch auf den Gewinnerpfad um.
Nach dem Test siehst du im Automation Builder beim Split-Knoten, welcher Pfad gewonnen hat und wie viele Kontakte die Gewinner-Bedingung erfüllt haben. Diese Angabe findest du im Bericht der Automation unter dem Reiter "Übersicht".
Typische Fehler bei Split-Aktionen – Ursache und Gegenmittel
Die häufigsten Probleme entstehen nicht bei der technischen Einrichtung, sondern in der Planungsphase davor.
Zu kleine Stichproben, zu frühe Schlüsse
Ein Split Test mit je 15 Kontakten pro Pfad liefert keine belastbaren Ergebnisse. Die Zufallsverteilung bei kleinen Gruppen erzeugt Ausschläge, die nichts mit der Qualität der Variante zu tun haben. Als Untergrenze gelten mindestens 50 Kontakte je Pfad; je kürzer der Betrachtungszeitraum, desto mehr Kontakte werden benötigt. Bei B2B-Automationen mit wenigen monatlichen Neukontakten kann ein sauberer Test Wochen dauern – das ist kein Fehler, sondern notwendig für aussagekräftige Ergebnisse.
Mehrere Variablen gleichzeitig ändern
Wer Betreffzeile, Absender, Inhalt und Call-to-Action in einem Test gleichzeitig ändert, kann nach dem Test nicht sagen, was den Unterschied gemacht hat. ActiveCampaign ermittelt dann einen Gewinner, aber keine Erkenntnis, die auf den nächsten Test überträgt. Ändere immer nur ein Element pro Pfad – erst wenn das Ergebnis steht, kommt das nächste Element an die Reihe.
Gewinner-Bedingungen zu weit vom Ziel entfernt
Eine E-Mail-Öffnung als alleinige Gewinner-Bedingung ist das häufigste Missverständnis. Öffnungen sind ein Zwischenschritt, kein Ergebnis. Verbinde die Bedingung immer mit einer Handlung, die dem eigentlichen Ziel näher liegt – einem Tag nach Kaufabschluss, einem Deal in "Gewonnen", einem Site-Tracking-Event auf der Bestellbestätigung. So misst der Test, was wirklich wichtig ist.
Split-Aktion nach dem Start bearbeiten wollen
Sobald ein Kontakt durch einen Split-Knoten gelaufen ist, lässt sich dieser Knoten nicht mehr ändern – ActiveCampaign sperrt ihn. Wer feststellt, dass er den falschen Typ gewählt hat oder die Gewichtung anpassen möchte, muss die Automation deaktivieren, den Knoten löschen und neu aufbauen. Kontakte, die zu diesem Zeitpunkt noch in der Automation warten, können dabei in einer undefinierten Position hängenbleiben. Die vollständige Planung vor dem Aktivieren ist daher keine Empfehlung, sondern technische Notwendigkeit.
Kein Tagging bei Conditional Splits
Wer Conditional Splits ohne Tagging einsetzt, verliert die Information, auf welchem Pfad ein Kontakt war, sobald die Automation abgelaufen ist. Das Custom Field oder der Tag fehlt dann für alle späteren Segmentierungen und Folge-Automationen. Setze direkt nach der Split-Zuweisung einen Tag – das kostet eine Aktion im Builder und macht alle späteren Auswertungen möglich.
Wann Split-Aktionen nicht die richtige Wahl sind
Split-Aktionen sind kein Allzweckmittel für verzweigte Automationen. In bestimmten Situationen ist der If/Else-Knoten die bessere Wahl – oder eine Verzweigung ist generell nicht sinnvoll.
Wenn du Kontakte nach einer bekannten Eigenschaft trennen willst – Tag vorhanden oder nicht, Feld befüllt oder leer, Deal in bestimmtem Status – dann gehört das in einen If/Else-Knoten, nicht in einen Split. Ein Split verteilt zufällig; er prüft keine Bedingungen. Wer versehentlich einen Split einsetzt, wo ein If/Else gemeint wäre, erhält Kontakte auf dem falschen Pfad – ohne Fehlermeldung, aber mit falschen Inhalten.
Split Tests ergeben auch keinen Sinn, wenn die Automation zu wenig Traffic erhält, um je zu einem validen Ergebnis zu kommen. Eine Willkommens-Automation mit drei neuen Kontakten pro Monat wird einen 50/50-Split-Test in realistischer Zeit nicht abschließen. In solchen Fällen ist manuelles Testen durch zwei separate Automationen praktikabler: Du steuerst selbst, wann du wechselst, und brauchst keine Mindestvolumen-Schranke.
Conditional Splits sind außerdem ungeeignet, wenn Kontakte, die bereits Pfad A durchlaufen haben, rückwirkend auf Pfad B umgestellt werden sollen. Der Conditional Split kennt keine rückwirkende Umschaltung – er gilt ausschließlich für neue Eintritte nach Erreichen des Schwellenwerts. Für rückwirkende Aktionen brauchst du eine separate Automation oder ein manuelles Segment.
Split-Aktionen mit anderen ActiveCampaign-Features verbinden
Split-Aktionen entfalten ihre volle Wirkung, wenn sie in ein durchdachtes Automationssystem eingebettet sind. Drei Kombinationen, die in der Praxis besonders klar funktionieren:
Split Test und Deal-Pipeline
Wer Split Tests in Verbindung mit ActiveCampaigns CRM-Funktion nutzt, kann als Gewinner-Bedingung den Deal-Status verwenden: "Deal ist in Stufe ‚Gewonnen'". Das bindet den Test direkt an den Vertriebserfolg. Richte dazu im CRM eine passende Pipeline ein und sorge dafür, dass die Deal-Stufe automatisch bei einem definierten Event gesetzt wird – etwa wenn ein Kontakt ein bestimmtes Formular absendet oder ein Kalender-Tool einen gebuchten Termin meldet.
Split Paths und Lead Scoring
Split Paths lassen sich mit Lead Scoring kombinieren, wenn du verstehen willst, welche Kommunikationsstrategie höhere Scores erzeugt. Starte mit einem 50/50-Split für zwei Varianten, verknüpfe jede E-Mail-Interaktion mit einem eigenen Scoring-Ereignis und schau nach ausreichend Zeit nach, welcher Pfad im Durchschnitt höhere Scores produziert. Das Ergebnis hilft dir beim Entscheiden, ob du die Gewichtung anpasst oder ganz auf eine Variante wechselst – manuell, da Split Paths keinen automatischen Gewinner kennen.
Conditional Split und Custom Fields
Wenn du als Schwellenwert eine Kontaktanzahl nimmst, weißt du nach dem Umschalten nicht mehr, wie viele Kontakte auf welchem Pfad waren – außer du schreibst diese Information in ein Custom Field. Füge hinter jedem Pfad eine Aktion ein, die das Feld "Split-Zuweisung" auf den Pfad-Namen setzt, zum Beispiel "Frühbucher" oder "Standard". Das ermöglicht zu einem späteren Zeitpunkt sowohl die genaue Auswertung als auch gezielte Folge-Kommunikation für beide Gruppen.
Häufige Fragen
Kann ich einen laufenden Split Test in ActiveCampaign nachträglich verlängern?
Nein. Sobald der Split Test die definierte Testende-Bedingung erreicht hat, ist er abgeschlossen und lässt sich nicht verlängern. Wenn du vermutest, dass das Limit zu früh greift, setze beim Einrichten ein großzügigeres Kriterium – mehr Kontakte oder ein späteres Datum. Ist der Test bereits beendet, bleibt nur der Aufbau einer neuen Automation mit einem neuen Split Test.
Was passiert mit Kontakten, die beim Testende noch in der Automation aktiv sind?
Kontakte, die beim Testende noch in einem der Pfade warten, laufen ihren aktuellen Pfad zu Ende. Der Gewinnerpfad gilt ausschließlich für Kontakte, die den Split-Knoten nach dem Testende neu betreten. Bestehende Kontakte werden nicht umgeleitet – sie bleiben in dem Pfad, dem sie zu Beginn zugewiesen wurden.
Was ist der Unterschied zwischen Split-Aktion und If/Else in ActiveCampaign?
If/Else prüft für jeden Kontakt eine definierte Bedingung und leitet ihn je nach Ergebnis auf den passenden Pfad. Split-Aktionen verteilen Kontakte dagegen zufällig nach Prozentsatz, ohne individuelle Eigenschaften zu prüfen. If/Else ist das richtige Mittel, wenn bekannte Kontakteigenschaften die Weiche stellen sollen; Split-Aktionen sind das richtige Mittel, wenn du einen Zufallsmechanismus brauchst – für Tests oder gleichmäßige Verteilungen.
Kann ein Kontakt in derselben Automation mehrfach durch einen Split-Knoten laufen?
Ja, wenn die Automation auf mehrfachen Eintritt eingestellt ist. Tritt ein Kontakt erneut ein, durchläuft er den Split-Knoten neu – und kann einem anderen Pfad zugewiesen werden als beim ersten Mal. Bei Split Tests kann das die Ergebnisse verzerren. Prüfe daher bei Tests die Eintrittseinstellungen und schließe Re-Entry aus, wenn du saubere Stichproben brauchst.
Wie viele Pfade sind in einer Split-Aktion möglich?
ActiveCampaign erlaubt bis zu zehn Pfade in einer Split-Aktion. Für klassische A/B-Tests sind zwei bis drei Pfade sinnvoll; mehr als vier Pfade erfordern entsprechend mehr Kontaktvolumen, damit jeder Pfad eine belastbare Stichprobe erreicht. Bei kleinen Listen ist ein Zwei-Pfad-Test die einzig realistische Option.
Wer Split-Aktionen sauber in seine Automationsstrategie einbaut, gewinnt damit ein Werkzeug, das Entscheidungen auf Datenbasis trifft statt auf Annahmen. Der nächste sinnvolle Schritt nach dem ersten Split Test ist die systematische Dokumentation der Ergebnisse: Welche Variante hat gewonnen, mit welcher Bedingung, in welchem Zeitraum. Diese Aufzeichnung macht jeden folgenden Test besser – weil du weißt, was bei deiner Zielgruppe bereits gewirkt hat, und nicht wieder von vorn anfangen musst.


