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E-Mail-Marketing: Wie du mit ActiveCampaign deine Kunden wirklich erreichst

Tom
Tom
13. März 2026 · 15 Min. Lesezeit

ActiveCampaign verbindet E-Mail-Marketing mit CRM und Verhaltensautomatisierung in einer Plattform. Statt separate Tools zu kombinieren, arbeiten Kontaktdaten, Website-Tracking und E-Mail-Versand zusammen. Wer das konsequent nutzt, schickt nicht mehr dieselbe Nachricht an alle, sondern die passende Nachricht zum richtigen Zeitpunkt – ausgelöst durch echtes Verhalten eines Kontakts.

Das Wichtigste in Kürze

  • ActiveCampaign ist keine reine Versandplattform, sondern ein System, das Kontaktdaten, Websiteverhalten und E-Mail-Kommunikation miteinander verbindet.
  • DSGVO-konformes E-Mail-Marketing beginnt mit dem Double-Opt-In und der lückenlosen Dokumentation jeder Einwilligung gemäß Art. 6 DSGVO.
  • Automationen werden zuverlässig, wenn Eintrittspunkt, Wartezeit und Bedingung sauber getrennt sind – nicht ineinander verschachtelt.
  • Segmentierung nach Verhalten schlägt Segmentierung nach demographischen Merkmalen, weil sie zeigt, was jemand tatsächlich tut statt wer er angeblich ist.
  • Deliverability entscheidet vor dem ersten Versand: Wer SPF, DKIM und DMARC nicht eingerichtet hat, riskiert den Spam-Ordner unabhängig vom Inhalt.

Was ActiveCampaign von anderen E-Mail-Plattformen unterscheidet

Die meisten E-Mail-Plattformen können E-Mails versenden und Kontakte verwalten. ActiveCampaign verbindet beides mit Website-Tracking und einem nativen CRM. Das ändert, was möglich ist: Ein Kontakt, der eine bestimmte Produktseite mehrfach aufruft, bekommt automatisch eine andere E-Mail als jemand, der dieselbe Seite ignoriert. Das ist keine Spezialfunktion – das ist die Grundlage des Systems.

Automations-Builder mit Verzweigungslogik

Der visuelle Automations-Builder in ActiveCampaign arbeitet mit Bedingungen und Verzweigungen. Eine Automation kann sich in mehrere Pfade teilen, je nachdem ob ein Kontakt eine E-Mail geöffnet hat, auf einen Link geklickt hat oder eine bestimmte Seite besucht hat. Das erlaubt Sequenzen, die sich an das Verhalten anpassen, ohne dass du für jede Variante eine eigene Automation bauen musst.

Eintrittspunkte lassen sich mehrfach kombinieren: Ein Kontakt kann über ein Formular, einen Tag oder ein Datum in eine Automation eintreten. In der Praxis ist die Kombination mehrerer Eintrittspunkte oft der erste Punkt, an dem sich Logikfehler einschleichen. Bewährt hat sich eine klare Trennung: eine Automation, ein primärer Eintrittspunkt.

Site Tracking verbindet Website-Verhalten mit E-Mail-Kommunikation

Site Tracking schickt Daten aus deiner Website direkt in ActiveCampaign. Sobald das Tracking-Script eingebunden ist, sieht das System, welche Seiten ein bekannter Kontakt aufruft. Bekannt bedeutet: Der Kontakt muss über einen personalisierten Link auf die Website gekommen sein oder sich dort eingeloggt haben. Anonyme Seitenbesuche werden erst dann einem Kontakt zugeordnet, wenn er seine E-Mail-Adresse hinterlässt.

Diese Daten lassen sich direkt in Automationen nutzen. Besucht jemand die Preisseite, kann das eine Sequenz auslösen, die relevante Inhalte liefert, ohne dass du manuell eingreifst. Site Tracking ist der Kanal, über den Verhalten und E-Mail-Kommunikation in ActiveCampaign zusammenfinden.

Lead Scoring: Kontakte nach Engagement priorisieren

Lead Scoring weist jedem Kontakt eine Punktzahl zu, die sich aus Interaktionen ergibt: E-Mails öffnen, Links klicken, Seiten besuchen, Formulare ausfüllen. Sobald ein Schwellenwert erreicht ist, kann das System automatisch reagieren – einen Vertriebsmitarbeiter benachrichtigen oder eine neue Sequenz starten. Im B2B-Umfeld, wo Kaufentscheidungen sich über Wochen hinziehen, hilft Scoring dabei, den richtigen Moment für ein direktes Gespräch zu erkennen.

Das Score-Modell steht und fällt mit den Kriterien. Wer jeden Klick gleich bewertet, bekommt ein Scoring, das keine sinnvolle Priorisierung liefert. Sinnvoller ist es, zwischen schwachen Signalen wie dem Öffnen einer E-Mail und starken Signalen wie dem Besuch der Preisseite oder einer Demo-Anfrage zu unterscheiden und unterschiedlich zu gewichten.

CRM und E-Mail-Marketing in einer Plattform

Das integrierte CRM in ActiveCampaign speichert Deals, Aufgaben und Notizen direkt am Kontakt. Der Vertrieb sieht, welche E-Mails ein Lead erhalten hat, welche er geöffnet hat und welche Seiten er zuletzt besucht hat. Umgekehrt kann ein CRM-Ereignis – ein gewonnener Deal – automatisch eine Onboarding-Sequenz auslösen, ohne dass jemand manuell eingreift.

Diese Verbindung zwischen Marketing und Vertrieb ist der Hauptgrund, warum viele Unternehmen zu ActiveCampaign wechseln, nachdem sie mit einem einfachen Newsletter-Tool angefangen haben. Die Alternativen erfordern entweder eine teure Drittplattform für das CRM oder Integrationssoftware wie Zapier, die zusätzliche Fehlerquellen einführt.

Wie du eine DSGVO-konforme E-Mail-Liste aufbaust

Im DACH-Raum ist die rechtliche Grundlage für E-Mail-Marketing die informierte, freiwillige Einwilligung gemäß Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO. Das bedeutet: Vor dem ersten Newsletter braucht es eine ausdrückliche Zustimmung, die der Empfänger aktiv gegeben hat. Ein vorausgewähltes Häkchen in einem Formular reicht nicht. Double-Opt-In ist gesetzlich nicht explizit vorgeschrieben, aber die sauberste Methode, um diese Einwilligung nachzuweisen und gleichzeitig ungültige Adressen auszufiltern.

Was eine hochwertige Liste ausmacht

Listengröße ist kein Qualitätsmerkmal. Eine Liste mit wenigen Tausend aktiven Kontakten erzielt bessere Ergebnisse als eine Liste mit zehntausend Adressen, die seit Monaten keine E-Mail geöffnet haben. Inaktive Kontakte schaden der Absender-Reputation, erhöhen die Kosten und verzerren alle Messwerte.

Hochwertige Kontakte kommen aus Quellen, bei denen Interesse bereits gezeigt wurde: Download eines Whitepapers, Anmeldung zu einem Webinar, Kauf in einem Shop, direktes Newsletter-Abonnement auf der Website. Wer sauber dokumentiert, über welchen Kanal ein Kontakt gekommen ist, kann später deutlich präziser segmentieren – und hat im Fall einer Anfrage durch Datenschutzbehörden die nötige Grundlage.

Lead-Magnets, die tatsächlich qualifizieren

Ein Lead-Magnet ist ein konkretes Angebot, das jemand im Tausch gegen seine E-Mail-Adresse erhält. Im B2B-Bereich funktionieren praxisnahe Inhalte deutlich besser als generische Checklisten: Vorlagen, die direkt eingesetzt werden können, Berechnungstools für branchenspezifische Probleme oder Schritt-für-Schritt-Anleitungen für ein bekanntes Problem in der Zielgruppe.

Der entscheidende Punkt ist die Passung zwischen Lead-Magnet und den späteren E-Mails. Wer sich für ein Template zu einem bestimmten Thema anmeldet, erwartet relevante Inhalte zu diesem Thema. Wer stattdessen allgemeine Newsletter bekommt, meldet sich schnell wieder ab. Ein gut gesetzter Lead-Magnet qualifiziert den Kontakt bereits vor dem ersten Versand.

So richtest du Double-Opt-In in ActiveCampaign ein

Das Ziel: Jeder neue Kontakt muss seine E-Mail-Adresse aktiv bestätigen, bevor er in den regulären Versand aufgenommen wird.

  1. Gehe zu Kontakte → Listen, wähle deine Zielliste aus und öffne Einstellungen → Opt-in-Einstellungen. Aktiviere dort Double-Opt-In für diese Liste.
  2. Passe die Bestätigungs-E-Mail an: Sie muss den Aktivierungslink enthalten und klar erklären, was der Empfänger bestätigt. Werbebotschaften gehören nicht in diese E-Mail.
  3. Richte eine Bestätigungsseite ein, die dem Kontakt nach dem Klick mitteilt, was als Nächstes passiert.
  4. Erstelle eine Automation, die erst startet, wenn der Kontakt den Status Aktiv in der Liste hat – nicht schon beim ersten Formular-Submit.
  5. Prüfe im Testdurchlauf, dass der Kontakt zwischen Formular-Submit und Aktivierung keinerlei Marketing-E-Mails erhält.
  6. Dokumentiere die Quelle jeder Anmeldung mit einem Tag, der das Formular oder die Kampagne identifiziert, zum Beispiel "anmeldung-webinar-06-2026". Dieser Tag ist später wertvoll für die Segmentierung und für Nachweise gegenüber Datenschutzbehörden.

Listenhygiene als laufende Aufgabe

Kontakte, die seit sechs Monaten keine E-Mail mehr geöffnet haben, sollten nicht einfach im Verteiler bleiben. ActiveCampaign erlaubt es, diese Gruppe automatisch zu identifizieren und in eine Reaktivierungs-Automation einzuspeisen. Wer nach zwei bis drei Reaktivierungs-E-Mails weiterhin inaktiv bleibt, wird besser abgemeldet als im Verteiler gehalten.

Regelmäßige Listenhygiene verbessert die Öffnungsraten, reduziert Versandkosten und signalisiert den Mailbox-Providern, dass deine Liste aus echten Empfängern besteht – was die Zustellrate langfristig stabilisiert.

Welche Automationen den größten Unterschied machen

Die Stärke von ActiveCampaign liegt nicht im Versand einzelner E-Mails, sondern in Sequenzen, die sich am Verhalten eines Kontakts ausrichten. Drei Automationstypen decken den größten Teil des Werts ab, den das System bieten kann – und sie funktionieren für fast jedes Geschäftsmodell.

Welcome-Sequenz: Der erste Eindruck entscheidet

Die Welcome-Sequenz startet direkt nach der Bestätigung des Double-Opt-Ins. Sie ist die erste echte Kommunikation mit einem neuen Kontakt und entscheidet maßgeblich, ob er in den folgenden Wochen aktiv bleibt oder zur inaktiven Masse gehört.

Eine funktionierende Welcome-Sequenz liefert in den ersten sieben bis vierzehn Tagen mehrere E-Mails, die aufeinander aufbauen. Die erste E-Mail bestätigt die Anmeldung und gibt einen Vorgeschmack auf das, was kommt. Die zweite liefert sofortigen konkreten Wert – nicht Selbstdarstellung. Ab der dritten E-Mail beginnt das System, den Kontakt zu qualifizieren: Wer klickt auf was? Diese Signale fließen in die spätere Segmentierung ein.

So baust du eine Welcome-Sequenz in ActiveCampaign auf

  1. Gehe zu Automationen → Neu erstellen und wähle einen leeren Workflow.
  2. Setze den Eintrittspunkt auf: Kontakt abonniert Liste [Name deiner Liste]. Stelle sicher, dass "Kontakt läuft nur einmal durch" aktiviert ist.
  3. Füge als erste Aktion eine E-Mail hinzu: Willkommens-E-Mail mit dem zuvor versprochenen Inhalt oder der Anmeldebestätigung. Kein Marketing in dieser E-Mail.
  4. Setze eine Wartezeit von einem Tag, dann füge die zweite E-Mail hinzu: einen konkreten Tipp oder eine Ressource, die für die Zielgruppe unmittelbar nützlich ist.
  5. Warte drei Tage, dann sende eine dritte E-Mail mit einem praxisnahen Inhalt und einem klickbaren Link, der das Interesse des Kontakts abbildet.
  6. Füge nach dieser E-Mail eine Bedingung ein: Hat der Kontakt auf den Link geklickt? Wenn ja, führe den Pfad in eine vertiefte Sequenz. Wenn nein, wechsle zu einem allgemeineren Folge-Content.
  7. Beende die Automation nach Tag 14 oder führe den Kontakt in den regulären Newsletter-Versand über.

Lead-Nurturing für längere Entscheidungsprozesse

Im B2B-Bereich dauern Kaufentscheidungen selten weniger als mehrere Wochen. Lead-Nurturing begleitet diesen Prozess mit Inhalten, die jeweils den nächsten Schritt der Entscheidung adressieren: zuerst Problemverständnis, dann Lösungsoptionen, dann Differenzierung, dann konkretes Angebot. Das Timing richtet sich am Verhalten aus: Wer liest und klickt, bekommt früher ein direktes Angebot als jemand, der kaum reagiert.

Der häufigste Fehler ist zu früh zu verkaufen. Wer in der zweiten E-Mail einer Nurturing-Sequenz bereits ein Angebot macht, verliert Kontakte, die sich noch in der Informationsphase befinden. ActiveCampaign erlaubt es, diesen Zeitpunkt am Lead Score festzumachen, statt ihn fest zu terminieren.

Reaktivierungs-Automationen für inaktive Kontakte

Kontakte, die sechs Monate keine E-Mail geöffnet haben, reagieren auf normale Newsletter erfahrungsgemäß nicht mehr. Eine Reaktivierungs-Automation spricht sie gezielt an – mit einer anderen Ansprache als der reguläre Versand und einem konkreten Anlass zum Reagieren.

Bewährt hat sich eine kurze Sequenz aus zwei bis drei E-Mails: Die erste fragt direkt, ob der Kontakt weiterhin E-Mails erhalten möchte. Die zweite enthält einen greifbaren Vorteil für das aktive Bleiben. Die dritte kündigt die Abmeldung an, wenn keine Reaktion erfolgt. Wer danach weiterhin nicht reagiert, wird abgemeldet – das schützt die Liste und die Absender-Reputation gleichermaßen.

Wie Segmentierung in ActiveCampaign wirklich funktioniert

Segmentierung bedeutet, einer Teilgruppe deiner Kontakte eine andere E-Mail zu schicken als dem Rest. In ActiveCampaign gibt es drei Werkzeuge dafür: Tags, Custom Fields und Listen. Sie arbeiten unterschiedlich und lösen unterschiedliche Probleme – sie zu verwechseln führt zu unübersichtlichen Setups, die schwer zu warten sind. Einblick in viele ActiveCampaign-Setups zeigt: Der häufigste Fehler ist, Tags für alles zu verwenden und Custom Fields zu ignorieren. Das Ergebnis sind Kontakte mit Dutzenden Tags, bei denen niemand mehr weiß, welcher Tag wann und warum gesetzt wurde.

Tags, Custom Fields und Listen im Vergleich

Tags sind temporäre Ereignismarkierungen. Sie zeigen, dass etwas passiert ist: "webinar-2026-05-angemeldet", "pdf-downloaded-automation-guide", "klick-preisseite". Tags lassen sich schnell setzen und entfernen und eignen sich gut als Automations-Trigger oder als Grundlage für Segmente.

Custom Fields speichern beständige Eigenschaften eines Kontakts: Branche, Teamgröße, bevorzugtes Produkt, Vertragslaufzeit. Diese Daten ändern sich selten und werden für dauerhafte Segmentierung und personalisierte Inhalte genutzt, nicht als Trigger. Wer Custom Fields und Tags konsequent trennt, hat ein Setup, das auch nach Jahren noch lesbar ist.

Listen trennen Gruppen mit grundsätzlich anderem Kontext: Interessenten, Kunden und ehemalige Kunden gehören in getrennte Listen, weil DSGVO-Einwilligungen und Kommunikationsziele sich unterscheiden. Innerhalb einer Liste wird mit Tags und Segmenten gearbeitet, nicht mit weiteren Listen.

Verhaltensbasierte Segmente aufbauen

ActiveCampaign erlaubt Segmente, die sich aus dem Verhalten ergeben: Kontakte, die in den letzten 30 Tagen mindestens drei E-Mails geöffnet haben; Kontakte, die die Preisseite besucht haben; Kontakte mit einem Lead Score über einem bestimmten Schwellenwert. Diese Segmente sind dynamisch – ein Kontakt fällt automatisch heraus, wenn er das Kriterium nicht mehr erfüllt.

Verhaltensbasierte Segmentierung liefert präzisere Zielgruppen als demographische Merkmale, weil sie zeigt, was jemand tatsächlich interessiert – nicht was er irgendwann in einem Formular angegeben hat. Wie ActiveCampaign die Segmentierungsfunktionen in den letzten Versionen erweitert hat, erklärt der dazugehörige Beitrag im Detail.

Conditional Content: Personalisierung innerhalb einer E-Mail

Conditional Content erlaubt es, innerhalb einer einzelnen E-Mail verschiedene Inhaltsblöcke zu zeigen – je nach Tag, Custom Field oder Listenzugehörigkeit des Empfängers. Eine E-Mail kann so gleichzeitig an Interessenten und an bestehende Kunden gesendet werden, mit jeweils anderen Absätzen, ohne zwei separate Sendungen zu erstellen.

Diese Funktion ist besonders nützlich in Sequenzen, bei denen die meisten Inhalte identisch sind, aber bestimmte Abschnitte je nach Kundenstatus variieren sollen. Der Aufbau einer solchen E-Mail braucht Planung – wer die Bedingungen nicht klar definiert, riskiert, dass Kontakte falsche Inhaltsblöcke sehen.

Deliverability: Wie deine E-Mails tatsächlich ankommen

Deliverability entscheidet darüber, ob eine E-Mail im Posteingang oder im Spam-Ordner landet. Kein Betreff und keine Automation helfen, wenn die Infrastruktur nicht stimmt. Wer ActiveCampaign neu einrichtet, sollte zuerst die technischen Grundlagen sicherstellen, bevor er die erste Kampagne sendet.

SPF, DKIM und DMARC richtig einrichten

SPF, DKIM und DMARC sind DNS-Einträge, die Mailbox-Provider nutzen, um zu prüfen, ob eine E-Mail tatsächlich von der angegebenen Domain kommt. Fehlen diese Einträge, steigt die Wahrscheinlichkeit, im Spam zu landen – unabhängig vom Inhalt. Seit Februar 2024 verlangen Google und Yahoo für den Versand an ihre Nutzer, dass Absender SPF und DKIM eingerichtet haben und eine DMARC-Policy veröffentlicht ist.

In ActiveCampaign lässt sich die eigene Domain unter Einstellungen → Erweitert → E-Mail-Domains einbinden. Dort werden die notwendigen DNS-Einträge angezeigt, die beim Domain-Anbieter gesetzt werden müssen. Erst nach der Verifikation sendet ActiveCampaign E-Mails unter der eigenen Domain statt unter einer geteilten ActiveCampaign-Domain.

Absender-Reputation aufbauen und schützen

Mailbox-Provider bewerten jeden Absender anhand seines Verhaltens über Zeit. Wer plötzlich Tausende E-Mails an eine neue Liste schickt, sendet ein negatives Signal – auch wenn die Liste korrekt aufgebaut ist. Beim Start mit einer neuen Domain oder nach längerer Pause ist ein Warmup sinnvoll: den Versand schrittweise hochfahren und zunächst besonders aktive Empfänger ansprechen.

Entscheidend für die Reputation sind Spam-Markierungen, harte Bounces durch ungültige Adressen und Abmelderaten. Alle drei lassen sich mit einer gepflegten Liste, relevantem Inhalt und sauberem Double-Opt-In dauerhaft niedrig halten. ActiveCampaign zeigt diese Metriken je Kampagne direkt im Dashboard.

E-Mail-Inhalte, die den Spam-Filter nicht auslösen

Spam-Filter reagieren auf Muster, nicht auf einzelne Wörter. Übertriebene Versprechen, komplett großgeschriebene Wörter und ein hohes Bild-zu-Text-Verhältnis erhöhen den Spam-Score einer E-Mail. Ebenso problematisch sind E-Mails ohne Text-Alternative, also E-Mails, die nur aus einem einzigen Bild bestehen.

In der Praxis helfen vor allem drei Punkte: ein ausgewogenes Verhältnis von Text und Bildern, ein klarer Abmeldelink in jeder E-Mail und eine konsistente Absendeadresse über alle Kampagnen hinweg. ActiveCampaign fügt den Abmeldelink automatisch ein, aber Platzierung und Formulierung liegen beim Absender.

Typische Fehler beim E-Mail-Marketing – und was dahintersteckt

Dieselben Fehler tauchen immer wieder auf – nicht weil die Konzepte schwer zu verstehen sind, sondern weil sie bei der Einrichtung plausibel wirken und sich erst Wochen später als Problem zeigen.

Automationen ohne klare Eintrittsbedingung

Wenn mehrere Ereignisse gleichzeitig als Eintrittspunkt definiert sind – Formular ausgefüllt und Tag gesetzt und Liste abonniert – kann ein Kontakt mehrfach in dieselbe Automation eintreten. Das Ergebnis: Er bekommt dieselbe E-Mail-Sequenz zweimal oder dreimal, was Vertrauen zerstört. Die Lösung ist ein einzelner, klar definierter Eintrittspunkt pro Automation und die Einstellung "Kontakt läuft nur einmal durch dieser Automation".

Tags ohne Konvention führen zu unkontrollierbaren Setups

Zu viele Tags ohne Namensschema führen zu einem System, das niemand mehr versteht. Zu wenige Tags bedeuten, dass der Verteiler nicht ausreichend differenziert werden kann. Sinnvoll ist ein Tag-Schema mit Präfixen: "quelle-" für Herkunft, "interesse-" für inhaltliche Präferenz, "status-" für den aktuellen Stand im Kaufprozess. Wer dieses Schema einmal festlegt, spart bei jedem weiteren Setup erheblich Zeit.

Infrastruktur wird nach dem ersten Versand eingerichtet

SPF und DKIM fehlen, die Domain ist nicht verifiziert, DMARC gibt es nicht – aber der erste Newsletter geht trotzdem raus, weil das CRM schon Kontakte hat. Der kurzfristige Schaden ist überschaubar. Der langfristige Schaden für die Absender-Reputation ist erheblich, weil frühe Zustellprobleme das Vertrauen der Mailbox-Provider in die Domain dauerhaft beeinflussen. Die technische Einrichtung gehört vor den ersten Versand, nicht danach.

Reaktivierungs-E-Mails mit normalem Newsletter-Inhalt

Wer inaktive Kontakte mit demselben Content reaktivieren will wie aktive, wird kaum Erfolg haben – die Kontakte haben ja bereits gezeigt, dass dieser Content sie nicht anspricht. Eine Reaktivierungs-E-Mail muss sich optisch und inhaltlich vom regulären Versand unterscheiden: direktere Ansprache, klareres Thema, eindeutige Handlungsaufforderung. Erst wenn der Kontakt wieder aktiv wird, kommt er zurück in den normalen Versand.

Häufige Fragen

Welche ActiveCampaign-Funktionen brauche ich wirklich am Anfang?

Am Anfang reichen vier Dinge: ein verifiziertes Anmeldeformular mit Double-Opt-In, eine Welcome-Automation, ein Template für regelmäßige Newsletter und korrekte DNS-Einträge für SPF und DKIM. Lead Scoring, CRM und Site Tracking lassen sich nachträglich ergänzen, wenn die Grundstruktur steht. Wer zu früh zu viel aufbaut, verliert sich in Detailproblemen, bevor er überhaupt sendet.

Wie viele E-Mails pro Monat sind zu viele?

Es gibt keine universelle Zahl, aber ein verlässliches Signal hilft: die Abmelderate nach jedem Versand. Liegt sie dauerhaft über einem halben Prozent pro E-Mail, ist der Versand entweder zu häufig oder der Inhalt nicht relevant genug. Im B2B-Bereich sind ein bis zwei E-Mails pro Woche ein üblicher Rahmen; im E-Commerce kann die Frequenz rund um Kampagnenzeiträume deutlich höher liegen. ActiveCampaign zeigt Abmelderaten auf Kampagnenebene – diesen Wert nach jedem Versand zu prüfen ist sinnvoller als an einer festen Frequenz festzuhalten.

Kann ich bestehende Kontakte aus einem anderen Tool importieren?

Importieren kannst du Kontakte, die bereits eine gültige Einwilligung für E-Mail-Marketing gegeben haben und bei denen diese Einwilligung dem heutigen DSGVO-Standard entspricht. ActiveCampaign bietet einen CSV-Import mit Feldzuordnung. Kontakte ohne nachweisbare Einwilligung dürfen nicht importiert und angeschrieben werden – auch nicht mit der Begründung, der Kontakt kenne das Unternehmen bereits.

Wie lange dauert es, eine Welcome-Sequenz einzurichten?

Eine funktionierende Welcome-Sequenz mit drei E-Mails und einfacher Verzweigung lässt sich in drei bis vier Stunden aufbauen, vorausgesetzt die E-Mail-Texte sind fertig und das Formular ist bereits eingebunden. Den größten Zeitaufwand verursacht nicht die technische Einrichtung in ActiveCampaign, sondern das Schreiben der E-Mails selbst. Wer die Sequenz iterativ aufbaut – erst eine E-Mail live schalten, dann die nächste – kommt schneller zu ersten Ergebnissen als wer alles auf einmal fertigstellen will.

Was bedeutet Predictive Sending und wann ist es sinnvoll?

Predictive Sending analysiert, wann ein Kontakt in der Vergangenheit E-Mails geöffnet hat, und verschiebt den Versand automatisch auf diesen Zeitpunkt. Sinnvoll ist die Funktion für Listen mit ausreichend Engagement-Historie. Bei neuen Listen ohne Verlaufsdaten bringt Predictive Sending keinen Vorteil gegenüber einem festen Sendezeitpunkt. Die Funktion lässt sich auf Kampagnenebene mit wenigen Klicks aktivieren und ebenso schnell wieder deaktivieren.

Wie gehe ich mit Kontakten um, die sich abgemeldet haben?

Wer sich einmal abgemeldet hat, darf gemäß DSGVO nicht einfach wieder in den Verteiler aufgenommen werden – auch nicht durch einen neuen Import. ActiveCampaign führt eine globale Abmeldeliste, die verhindert, dass abgemeldete Kontakte erneut angeschrieben werden. Wenn ein Kontakt sich aktiv wieder anmeldet und eine neue Einwilligung gibt, kann er zurückgenommen werden. Das erfordert eine neue, dokumentierte Einwilligung – nicht die manuelle Reaktivierung im System.

Wer ActiveCampaign strukturiert einsetzen und vermeidbare Fehler beim Setup überspringen will, findet im ActiveCampaign-Kurs von Advertal eine praxisnahe Anleitung – von der technischen Einrichtung bis zum ersten laufenden Automations-System. Für Unternehmen, die das Setup gemeinsam angehen möchten, erklärt die Seite zur ActiveCampaign-Agentur, wie eine Zusammenarbeit konkret aussieht.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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