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Website-Relaunch ohne Datenverlust: 7 Schritte für erfolgreiches UX Research

Tom
Tom
12. März 2026 · 13 Min. Lesezeit

Ein Website-Relaunch zerstört die Conversion-Basis, wenn du die bestehende User Experience nicht verstehst, bevor du sie änderst. Der Prozess beginnt mit einer Analytics-Baseline und Heatmap-Analyse, führt über Nutzerinterviews und Prototypen-Tests bis zum kontrollierten Launch mit Post-Launch-Monitoring. Die sieben Schritte in diesem Beitrag machen den Unterschied zwischen einem Relaunch mit Plan und einem ohne.

Das Wichtigste in Kürze

  • Sichere eine Analytics-Baseline über mindestens vier Wochen, bevor du irgendeine Seite änderst – sie ist dein einziger belastbarer Maßstab nach dem Launch.
  • Heatmaps und Session-Recordings zeigen, wo Nutzer tatsächlich klicken, scrollen oder abbrechen – nicht wo du es vermutest.
  • Nutzerinterviews vor dem Konzept klären, welche Informationen wirklich zur Entscheidung führen – und welche stören.
  • Prototypen-Tests mit echten Nutzern sind günstiger als jede Korrektur nach dem Launch.
  • Die ersten vier Wochen nach dem Relaunch entscheiden, ob du Probleme erkennst und behebst oder sie als Normalzustand akzeptierst.

Die sieben Schritte des Prozesses auf einen Blick:

  1. Analytics-Baseline über mindestens vier Wochen erheben
  2. Heatmaps und Session-Recordings auf den wichtigsten Seiten einrichten und auswerten
  3. Nutzerinterviews und kurze Surveys mit Bestandskunden und neuen Leads führen
  4. Low-Fidelity-Wireframes mit echten Nutzern in First-Click-Sessions testen
  5. High-Fidelity-Prototypen für kritische User Flows mit denselben Nutzergruppen prüfen
  6. Go-Live-Protokoll abarbeiten und A/B-Tests für Headlines und CTAs parallel anlegen
  7. Post-Launch Monitoring mit festgelegten Kennzahlen über vier Wochen durchführen

Was einen Relaunch ohne Vorabanalyse regelmäßig sabotiert

Die meisten Website-Relaunches starten mit einem Design-Brief und enden mit einer Übergabe an die Entwicklung. Was dazwischen fehlt, ist die Frage: Was funktioniert auf der aktuellen Website eigentlich – und warum? Ohne diese Antwort ersetzt du etwas, das du nicht verstehst, durch etwas, von dem du hoffst, dass es besser ist.

Das Muster ist in der Praxis häufig: Conversion-Pfade, die über Monate gewachsen sind, werden aufgelöst, weil sie optisch nicht zum neuen Design passen. Interne Verlinkungen, die gezielt Traffic zu Conversions gelenkt haben, verschwinden im Zuge der Neustrukturierung. Navigation, die Nutzer intuitiv genutzt haben, wird umbenannt oder neu geordnet – ohne zu prüfen, ob die neue Struktur genauso gut funktioniert. UX Research ist kein kreativer Prozess, sondern ein diagnostischer: Du stellst eine Diagnose über das Verhalten echter Nutzer auf deiner aktuellen Website – und diese Diagnose bestimmt, was du am neuen Design unbedingt beibehalten, verbessern oder ändern musst.

Wann UX Research nicht passt

Der vollständige Sieben-Schritte-Prozess lohnt sich nicht bei jeder Relaunch-Situation. Wenn deine Website weniger als einige hundert Besucher im Monat hat, reichen die Daten für aussagekräftige Heatmaps und Session-Recordings nicht aus. In diesem Fall arbeitest du besser mit zwei bis drei strukturierten Nutzerinterviews und einer gezielten Analyse der wenigen vorhandenen Tracking-Daten.

Auch bei einem reinen Technologie-Relaunch – wenn du zum Beispiel nur das CMS wechselst und Design sowie Struktur identisch bleiben – entfallen die Design-bezogenen Testphasen. Was bleibt, ist die Baseline-Messung vorher und das Monitoring danach. Der vollständige Prozess ist für Websites gedacht, die bereits messbare Nutzerzahlen haben und bei denen ein Conversion-Einbruch nach dem Relaunch wirtschaftlich schmerzt.

Typische Fehler und ihr Gegenmittel

Die häufigsten Fehler in Relaunch-Projekten lassen sich klar benennen:

  • Research nach dem Design statt davor: Nutzerinterviews und Prototypen-Tests werden als Abnahme am Ende behandelt, nicht als Diagnose am Anfang. Gegenmittel: Research-Phase als festen Block vor dem Design-Kickoff einplanen.
  • Keine Baseline gesichert: Nach dem Launch gibt es keinen Vergleichswert. Alle Diskussionen über Verbesserungen oder Einbrüche bleiben Vermutungen. Gegenmittel: Vier Wochen Baseline-Messung vor dem ersten Entwurf starten.
  • Interne blinde Flecken ignoriert: Das eigene Team testet selbst und fragt nach Bestätigung statt nach Widerlegung. Fünf Außenstehende aus der Zielgruppe finden in einem kurzen Test Probleme, die interne Reviews monatelang übersehen haben. Gegenmittel: Mindestens fünf externe Nutzer pro Testphase einbeziehen.
  • Mobile separat testen vergessen: Desktop-Prototypen sehen überzeugend aus, mobile Flows brechen an Stellen ab, die niemand im Büroalltag bemerkt. Gegenmittel: Jeden User Flow auf einem echten mobilen Gerät testen, nicht nur im Browser-Simulator.
  • A/B-Tests zu spät gestartet: Tests laufen erst, wenn Probleme auffallen, statt von Anfang an parallel. Gegenmittel: A/B-Tests für kritische Elemente direkt zum Launch anlegen.

Baseline sichern: Was du aus Analytics und Heatmaps lernst

Die Baseline ist die einzige Grundlage, auf der du nach dem Launch beurteilen kannst, ob die neue Website besser oder schlechter performt als die alte. Ohne sie hast du nach dem Relaunch nur Eindrücke – und Eindrücke lassen sich schlecht mit Geschäftsführung oder Kunden diskutieren.

Welche Metriken du mindestens vier Wochen lang misst

Vier Wochen sind das Minimum, um saisonale Ausreißer auszugleichen. Wenn dein Thema stark von Jahreszeiten abhängt – zum Beispiel Steuerberatung im März oder Gartengeräte im Frühjahr –, brauchst du idealerweise einen Vorjahresvergleich desselben Zeitraums. Für die Baseline dokumentierst du pro Seite:

  • Anzahl der Sitzungen und eindeutigen Nutzer im Messzeitraum
  • Absprungrate und durchschnittliche Verweildauer
  • Conversion-Rate auf Seiten mit Formular, Download oder Anmeldung
  • Scrolltiefe auf langen Seiten und Landingpages
  • Anteil mobiler Sitzungen und deren Conversion-Rate im Vergleich zu Desktop

Für Websites, die ActiveCampaign einsetzen: Verbinde GA4 mit dem Site-Tracking in ActiveCampaign, um nicht nur Seitenaufrufe, sondern auch die Qualität der generierten Leads zu messen. Welche Seiten bringen Kontakte, die tatsächlich mit deinen E-Mails interagieren und kaufen? Welche Seiten bringen nur Abonnenten, die sich sofort wieder abmelden? Diese Unterscheidung gehört in die Baseline und verändert, welche Seiten du beim Relaunch als besonders kritisch behandelst.

Was Heatmaps und Session-Recordings zeigen, was Analytics nicht sieht

Analytics-Daten sagen dir, was Nutzer getan haben. Heatmaps und Session-Recordings zeigen dir, warum sie es getan haben – oder warum sie es nicht getan haben. Das sind zwei grundsätzlich verschiedene Informationen, die sich gegenseitig ergänzen.

Für den DACH-Markt sind Hotjar und Microsoft Clarity die meistgenutzten Tools. Hotjar bietet deutsche Server und ist entsprechend einfach DSGVO-konform einzurichten. Microsoft Clarity ist kostenlos, erfordert aber eine sorgfältige Datenschutz-Konfiguration, insbesondere bei der Datenverarbeitung. Matomo in der Self-Hosted-Variante ist die sauberste Lösung für Websites mit hohem Datenschutzbedarf, erfordert aber mehr technischen Aufwand.

Was du in der Heatmap-Analyse suchst: Bereiche, die Nutzer für klickbar halten, es aber nicht sind – sogenannte Dead Clicks; Scrollstopps direkt vor wichtigen CTAs, die signalisieren, dass zu viele Nutzer den Aufruf gar nicht zu sehen bekommen; und mobile Verhaltensmuster, die sich deutlich von Desktop-Mustern unterscheiden. Session-Recordings ergänzen das Bild: Schaue dir Sitzungen an, bei denen Nutzer kurz vor einer Conversion abgebrochen haben. Dieses Verhaltensmuster ist in den meisten Fällen der wertvollste Hinweis, den du aus rein quantitativen Daten nicht ableiten kannst. Plane mindestens 30 Session-Recordings pro zu untersuchender Seitengruppe ein.

Nutzerinterviews führen, bevor das Konzept steht

Quantitative Daten zeigen dir, wo Nutzer abbrechen. Interviews zeigen dir, was sie in dem Moment gedacht haben. Beides zusammen ergibt die vollständige Diagnose, auf der dein neues Konzept aufbauen kann.

Welche Fragen zu zuverlässigen Erkenntnissen führen

Der häufigste Fehler bei Nutzerinterviews ist, nach Meinungen zu fragen statt nach Verhalten. „Gefällt dir das Design?“ liefert eine Antwort, die du nicht verwenden kannst. „Beschreib mir, wie du das letzte Mal nach einem Angebot wie unserem gesucht hast“ liefert Erkenntnisse über echte Entscheidungswege.

Die Fragen, die zuverlässige Erkenntnisse liefern, sind offen, verhaltensorientiert und vermeiden Bestätigungssuche:

  • „Welche Information hat dir gefehlt, um eine Entscheidung zu treffen?“
  • „Welcher Moment hat dich überzeugt – oder hat dich zögerlich gemacht?“
  • „Was hättest du als Erstes gesucht, wenn du die Navigation neu aufbauen würdest?“
  • „Wann hast du zuletzt eine ähnliche Website besucht, und was hat dich dort gestört?“

Stell diese Fragen im Anschluss an eine kurze Think-Aloud-Session: Lass den Interviewpartner eine Aufgabe auf der aktuellen Website erledigen und laut sprechen, während er es tut. Das liefert Beobachtungsdaten, die du im Interview vertiefen kannst. Die Kombination aus Beobachtung und Nachfrage ist belastbarer als jede reine Umfrage.

Wie viele Interviews und Surveys du für eine zuverlässige Basis brauchst

Fünf gut ausgewählte Nutzer aus deiner Kernzielgruppe reichen, um die gravierendsten Usability-Probleme zu identifizieren. Das gilt für jede einzelne Nutzergruppe – wenn du zwei klar unterschiedliche Gruppen hast, zum Beispiel B2B-Entscheider und einzelne Endverbraucher, brauchst du für jede Gruppe fünf Interviews.

Ergänze die Interviews mit einem kurzen Survey an Bestandskunden und neu gewonnene Leads. ActiveCampaign eignet sich gut dafür: Du sendest unmittelbar nach der ersten Interaktion eine automatisierte Sequenz mit drei bis vier Fragen. Die Antworten sammelst du als benutzerdefiniertes Feld oder in einem verknüpften Formularwerkzeug. Dreißig ausgefüllte Surveys reichen, um Muster zu erkennen, die du in den qualitativen Interviews nicht gesehen hast – besonders Einwände und Unsicherheiten, die Nutzer im direkten Gespräch nicht ansprechen würden.

Prototypen testen, bevor der erste Code entsteht

Änderungen am Konzept kosten im Wireframe-Stadium einen Bruchteil dessen, was sie in der Entwicklungsphase kosten. Deshalb wird UX-Testing nach vorn gezogen – nicht als Abnahme am Ende, sondern als Diagnose am Anfang. Das klingt nach mehr Aufwand, ist es aber nicht: Eine einstündige Testrunde mit fünf Nutzern auf einem Papier-Wireframe deckt strukturelle Probleme auf, die eine wochenlange Entwicklung sonst nicht gesehen hätte.

Low-Fidelity Wireframes: Früh scheitern, günstig korrigieren

Ein Low-Fidelity Wireframe ist eine grobe Skizze der Seitenstruktur ohne Farben, Bilder oder endgültige Texte. Figma, Balsamiq oder eine Zeichnung auf Papier reichen. Was zählt, ist die Struktur: Wo befinden sich Navigation, Hauptaussage, CTA, Trust-Elemente und weiterführende Informationen?

Teste dieses Wireframe mit fünf Nutzern in einer kurzen First-Click-Session. Zeige ihnen die Skizze und stelle die Aufgabe: „Du möchtest herausfinden, ob dieses Unternehmen dein Problem lösen kann. Was würdest du als Erstes anklicken?“ Der erste Klick verrät, ob deine Struktur die Erwartungen der Nutzer erfüllt oder nicht. Wenn drei von fünf Nutzern auf etwas klicken, das in eine Sackgasse führt oder gar nicht klickbar ist, hast du ein strukturelles Problem – und kannst es noch auf dem Reißbrett lösen.

Ein häufig unterschätzter Test auf dieser Ebene ist Card Sorting: Du gibst Nutzern Karten mit Inhaltstiteln und lässt sie diese in Gruppen sortieren, die sich für sie logisch anfühlen. Das Ergebnis zeigt dir, wie deine Zielgruppe Informationen gedanklich gruppiert – und ob deine geplante Navigationsstruktur dieser Logik folgt oder ihr widerspricht.

High-Fidelity Tests für kritische User Flows

Nachdem die Struktur validiert ist, geht es an die kritischen Pfade: Startseite zu Kontaktformular, Blogartikel zu Opt-in, Produktseite zu Warenkorb oder Angebot. Baue diese Pfade als klickbaren Prototyp in Figma oder einem vergleichbaren Tool – und teste den vollständigen Flow mit echten Nutzern aus deiner Zielgruppe.

Für den DACH-Markt gilt: Teste auch die DSGVO-Elemente im Flow. Consent-Banner, Datenschutzhinweise und Pflichtfelder in Formularen sind häufige Abbruchpunkte. Wenn dein Consent-Banner den wichtigsten Bereich der Seite verdeckt oder dein Formular mehr Pflichtfelder hat als nötig, findest du das im Prototypen-Test – nicht erst nach dem Launch, wenn Conversion-Daten einbrechen.

Führe die High-Fidelity-Tests mit denselben Nutzergruppen durch, mit denen du die Interviews geführt hast. Das ermöglicht dir, direkte Verbindungen zwischen den im Interview geäußerten Erwartungen und dem tatsächlichen Verhalten im Test herzustellen. Wenn jemand im Interview sagt, er suche als Erstes nach Referenzen, im Prototypen-Test aber auf den Preis klickt, hast du eine Diskrepanz – und genau diese Diskrepanz ist handlungsrelevant.

Launch absichern und kritische Elemente gleichzeitig testen

Der häufigste Fehler kurz vor dem Launch ist, ihn als Endpunkt zu behandeln statt als Startpunkt. Wer mit einem sauberen A/B-Test-Setup und einem strukturierten Go-Live-Protokoll startet, hat nach vier Wochen Daten – alle anderen haben Vermutungen.

Was du vor dem Go-Live prüfst

Eine Go-Live-Checkliste für einen UX-Research-gestützten Relaunch umfasst mehr als Broken-Links und 404-Tests. Die wichtigsten Punkte:

  • Alle Conversion-Ziele in GA4 sind korrekt konfiguriert und feuern in der Test-Umgebung zuverlässig.
  • Das ActiveCampaign-Site-Tracking ist auf allen Seiten der neuen Website eingebunden und getestet.
  • Heatmap- und Session-Recording-Tools sind auf der neuen Domain aktiv und sammeln Daten ab Minute eins.
  • Mobile Performance ist auf einem echten Gerät geprüft – nicht nur im Browser-Simulator, der Ladezeiten und Touch-Verhalten nicht realitätsnah abbildet.
  • Der Consent-Banner ist DSGVO-konform konfiguriert und blockiert kein Tracking, dem der Nutzer zugestimmt hat.
  • Alle internen Links der alten Website auf Seiten, die umbenannt oder entfernt wurden, sind auf die neuen Ziele umgeleitet.

Welche Elemente du parallel im A/B-Test führst

A/B-Tests direkt zum Launch zu starten ist sinnvoll für Elemente, bei denen du zwei gleichwertige Varianten hast und nicht sicher bist, welche performt. Das sind typischerweise Headlines auf Landingpages, CTA-Texte auf den wichtigsten Conversion-Seiten und Lead-Magnets mit unterschiedlicher Schwelle. Teste nicht zu viele Elemente gleichzeitig – pro Seite ein Element, sonst werden die Ergebnisse nicht interpretierbar.

Verbinde deine A/B-Tests mit dem ActiveCampaign-Site-Tracking. So misst du nicht nur, welche Variante mehr Klicks generiert, sondern welche zu Kontakten führt, die tatsächlich mit deinen E-Mails interagieren und kaufen. Im B2B- und Dienstleistungsbereich ist das der aussagekräftigere Maßstab als die bloße Klickrate. Plane eine Mindestlaufzeit von vier Wochen pro Test ein – kürzere Zeiträume liefern wegen Wochentags-Schwankungen keine belastbaren Ergebnisse.

Post-Launch Monitoring: Was in den ersten vier Wochen zählt

Die ersten vier Wochen nach einem Relaunch sind die Phase, in der die meisten Probleme auftreten – und in der du am schnellsten reagieren kannst, bevor sie sich festigen. Wer in dieser Phase nicht systematisch prüft, überträgt Probleme in den Regelbetrieb.

Tägliche Checks in der ersten Woche

In den ersten sieben Tagen nach dem Launch prüfst du täglich folgende Signale:

  • Conversion-Rate auf den zehn wichtigsten Seiten im Vergleich zur Baseline
  • Fehler-Meldungen in GA4 und in der Browser-Konsole (404, JavaScript-Fehler, Ladeprobleme)
  • ActiveCampaign: Kommen neue Kontakte über alle erwarteten Quellen an?
  • Mobile Absprungrate auf Landingpages im Vergleich zu Desktop

Nicht jede Abweichung in den ersten Tagen ist ein Problem. Der Launch selbst erzeugt durch direkten Traffic und erhöhte Aufmerksamkeit atypische Zahlen in den ersten 48 bis 72 Stunden. Werte erst danach, wenn sich der anfängliche Effekt gelegt hat.

Vier-Wochen-Auswertung als Übergabe an den Regelbetrieb

Nach vier Wochen vergleichst du alle Baseline-Metriken mit den aktuellen Werten. Erstelle pro wichtiger Seite eine kurze Zusammenfassung: Was hat sich verbessert? Was liegt unter dem Baseline-Wert? Was ist ungeklärt und braucht weiteres Testing?

Diese Auswertung ist keine interne Pflichtübung, sondern das Fundament für die nächste Optimierungsrunde. Wer sie überspringt, arbeitet wieder auf Basis von Vermutungen – und beginnt damit denselben Kreislauf, den UX Research eigentlich durchbrechen sollte. Die Erkenntnisse aus den ersten vier Wochen fließen direkt in einen Priorisierungs-Sprint, der gezielt die drei bis fünf Baustellen angeht, die Daten und Nutzerfeedback identifiziert haben.

Plane außerdem einen festen Anteil des Entwicklungsbudgets als Reserve für Post-Launch-Korrekturen ein. Das ist kein Zeichen schlechter Vorbereitung, sondern eine realistische Kalkulation: Selbst bei vollständigem UX-Research-Prozess finden sich nach dem Launch Probleme, die in der Test-Umgebung nicht sichtbar waren.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein vollständiger UX-Research-Prozess vor einem Relaunch?

Der vollständige Prozess – Analytics-Baseline, Heatmaps, Interviews, Prototypen-Tests – braucht je nach Teamgröße und Interviewzugang vier bis acht Wochen. Die größte Variable ist die Verfügbarkeit von Interviewpartnern. Wenn du Bestandskunden und neue Leads direkt über ActiveCampaign rekrutierst, beschleunigt sich die Koordination erheblich. Plane die Research-Phase als festen Block vor dem Design-Kickoff, nicht als parallele Aktivität dazwischen.

Brauche ich externe UX-Research-Expertise, oder kann das interne Team das übernehmen?

Die meisten Methoden – Heatmap-Analyse, strukturierte Interviews, First-Click-Tests – sind für erfahrene Marketing- oder Produktteams ohne externe Unterstützung durchführbar. Was internes Wissen begrenzt: die Fähigkeit, eigene blinde Flecken zu erkennen. Wer die Website täglich kennt, stellt andere Fragen als jemand, der sie zum ersten Mal sieht. Für Websites, bei denen ein schlechter Relaunch wirtschaftlich schmerzt, lohnt sich externe Begleitung mindestens für die Prototypen-Tests.

Was ist der Unterschied zwischen UX Research und Usability Testing?

UX Research ist der übergeordnete Begriff für alle Methoden, die dazu dienen, Nutzerverhalten, -bedürfnisse und -erwartungen zu verstehen. Usability Testing ist eine Methode davon: Du beobachtest, ob Nutzer konkrete Aufgaben auf deiner Website erfüllen können. Heatmaps, Interviews, Card Sorting und Analytics-Analysen sind weitere Methoden unter dem UX-Research-Dach. Im Kontext eines Relaunches brauchst du mehrere Methoden kombiniert – Usability Testing allein zeigt nur, ob die neue Struktur bedienbar ist, nicht ob sie die richtigen Inhalte liefert.

Wie gehe ich mit DSGVO-Anforderungen beim Einsatz von Session-Recording-Tools um?

Session-Recording-Tools müssen unter einem Einwilligungs-Banner laufen. Das bedeutet: Nur Nutzer, die dem Tracking zugestimmt haben, werden aufgezeichnet. Das reduziert die Datenmenge, verfälscht aber nicht zwingend das Ergebnis – es sei denn, deine Zielgruppe lehnt Tracking systematisch ab, was in manchen B2B-Umgebungen vorkommt. Matomo in der Self-Hosted-Variante oder Hotjar mit deutschem Server und korrekt konfiguriertem Consent-Modus sind die pragmatischsten Optionen für den DACH-Markt.

Welche Elemente sollte ich auf jeden Fall im A/B-Test prüfen?

Die größte Hebelwirkung haben A/B-Tests auf Headlines von Landingpages, CTA-Texte und die Anzahl der Felder in Opt-in-Formularen. Headlines haben den stärksten Einfluss darauf, ob ein Nutzer bleibt oder abspringt. CTA-Texte beeinflussen, ob der Aufruf als relevant wahrgenommen wird. Formularfelder entscheiden, ob die Hürde zur Conversion als angemessen gilt. Beginne mit diesen drei Elementen, bevor du an Farben, Bilder oder Seitenlayouts gehst.

Muss ich den gesamten Prozess bei jedem Relaunch durchlaufen?

Nein. Passe den Prozess an den Umfang des Relaunches an. Bei einem vollständigen Redesign mit neuer Struktur gehören alle sieben Schritte dazu. Bei einem partiellen Relaunch, der nur einzelne Bereiche betrifft, reicht es, Baseline und Heatmaps für die betroffenen Seiten zu erheben und die veränderten User Flows im Prototypen zu testen. Das Post-Launch Monitoring bleibt in jedem Fall Pflicht.

Wer den UX-Research-Prozess mit ActiveCampaign verbinden will – etwa um Nutzer-Feedback nach dem Opt-in automatisiert einzusammeln oder die Lead-Qualität nach dem Relaunch zu verfolgen – sollte damit parallel zum Launch starten und nicht erst reagieren, wenn Conversion-Daten einbrechen.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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