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Website-Redesign vermeiden: Datenbasierte Optimierung als Alternative

Tom
Tom
12. März 2026 · 15 Min. Lesezeit

Ein Website-Redesign macht die bestehenden Conversion-Probleme selten kleiner – es schafft neue, während die alten ungelöst bleiben. Wer stattdessen mit Verhaltensdaten arbeitet, gezielt testet und schrittweise optimiert, verbessert die Conversion Rate schneller und risikoarmer. Dieser Beitrag zeigt, wo du anfängst, welche Daten zählen und wie ActiveCampaign die Analyse verlängert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Heatmaps und Conversion-Daten zeigen dir vor dem Redesign, was bereits funktioniert – diese Elemente gehen im Redesign oft verloren.
  • Die häufigsten Conversion-Bremsen sind Formulare, unklare CTAs und zu lange Ladezeiten, nicht das visuelle Design.
  • Schrittweise Optimierung mit A/B-Tests macht Verbesserungen messbar und reversibel; ein Redesign macht beides gleichzeitig unmöglich.
  • ActiveCampaign Site Tracking zeigt, welche Seiten Leads generieren und wo Kontakte abspringen, ohne dass du ein zusätzliches Tool brauchst.
  • Ein Redesign ist sinnvoll, wenn die Technik grundlegend veraltet ist oder das CMS Optimierungen strukturell blockiert – nicht, wenn das Design unmodern wirkt.

Wann ein Redesign mehr Schaden anrichtet als nützt

Der typische Auslöser für ein Redesign ist kein messbares Problem, sondern ein Gefühl: Die Website wirkt nicht mehr modern, das Team ist unzufrieden mit dem Erscheinungsbild, oder ein Mitbewerber hat seine Seite aufgefrischt. Keiner dieser Gründe ist datenbasiert. Und keiner sagt etwas darüber aus, warum Besucher nicht konvertieren.

Das eigentliche Problem bei einem vollständigen Redesign: Du änderst gleichzeitig Layout, Farbschema, Navigationspfade, Texte, Seitenstruktur und oft auch die URL-Architektur. Danach weißt du nicht, welche dieser Änderungen zu einer Verbesserung oder Verschlechterung geführt hat. Was bisher messbar war, ist es plötzlich nicht mehr – und du startest die Lernkurve von null.

Redesigns kosten mehr als ihre sichtbaren Ausgaben

Neben den Agenturkosten gibt es vier Kostenpositionen, die selten in Angeboten auftauchen. Erstens die Ranking-Verluste, wenn URLs sich ändern und 301-Weiterleitungen nicht vollständig und korrekt gesetzt werden – Google bewertet die Seite dann neu, und das dauert. Zweitens die Conversion-Verluste während der Launch-Phase, wenn das Team mit Migration und Qualitätssicherung beschäftigt ist statt mit dem laufenden Betrieb.

Drittens der Know-how-Verlust über das bisherige Nutzerverhalten, wenn kein vollständiger Daten-Export aus Analytics und Heatmap-Tools stattgefunden hat. Und viertens die Opportunitätskosten von sechs bis zwölf Monaten, in denen iterative Optimierungen liegen geblieben sind, während das Redesign-Projekt die Kapazitäten gebunden hat.

Was ein Redesign strukturell nicht löst

Die meisten Conversion-Probleme liegen nicht im visuellen Design, sondern in der Botschaft, der Informationsarchitektur und der technischen Performance. Ein neues Design in einer alten Struktur löst keine dieser Fragen. Wenn der Call-to-Action auf der Produktseite unklar formuliert ist, bleibt er nach dem Redesign unklar – es sei denn, du hast genau diesen Punkt explizit als Aufgabe in die Neugestaltung aufgenommen und mit Daten begründet.

Das führt zur eigentlichen Erkenntnis: Ein Redesign ist kein Gegenmittel gegen schlechte Conversion, sondern ein Neustart unter Ungewissheit. Datenbasierte Optimierung ist das Gegenteil: Du änderst gezielt das, was Daten als Problem identifizieren, und misst den Effekt direkt.

Redesign oder iterative Optimierung – ein direkter Vergleich

Die folgende Tabelle zeigt, in welchen Dimensionen sich beide Ansätze unterscheiden – als Orientierung für die Entscheidung im konkreten Fall, nicht als absolute Wertung.

Kriterium

Vollständiges Redesign

Iterative Optimierung

Zeit bis zum ersten messbaren Ergebnis

3–9 Monate

2–4 Wochen

Messbarkeit einzelner Änderungen

Nicht möglich – zu viele Variablen gleichzeitig

Direkt messbar, isoliert testbar

Risiko beim Livegang

Hoch – alles wird gleichzeitig neu

Gering – eine Variable pro Test

Auswirkung auf organische Rankings

Hoch bei URL-Änderungen

Minimal, kein Einfluss auf URLs

Rückgängigmachen möglich?

Nicht ohne erneutes Projekt

Jederzeit reversibel

Erkenntnisgewinn über Nutzerverhalten

Gering – zu viele Variablen gleichzeitig

Hoch – jeder Test lehrt etwas Konkretes

Sinnvoll, wenn

Technik veraltet oder CMS blockiert Optimierungen

Botschaft, CTAs oder UX verbesserbar sind

Welche Daten du vor jeder Änderung brauchst

Bevor du etwas an der Website änderst, brauchst du ein vollständiges Bild davon, wie Besucher sich tatsächlich verhalten – nicht wie du es dir vorstellst. Drei Datenquellen bilden zusammen eine Grundlage, auf der Entscheidungen belastbar werden.

Quantitative Analyse: Wo bricht der Funnel ein?

Der Ausgangspunkt ist die Conversion-Analyse in deinem Analytics-Tool. Du suchst nach Seiten, die im Conversion-Pfad liegen und eine auffällig hohe Abbruchrate haben. Schau dir auch die Gerätekategorien an: Wenn Mobile-Nutzer auf einer Seite deutlich schlechter konvertieren als Desktop-Nutzer, liegt dort ein klarer Optimierungspunkt – und du weißt, auf welchem Gerät du anfangen musst.

Für DACH-Unternehmen ist die Tool-Wahl eine eigene Entscheidung. Plausible Analytics und Matomo im Privacy-Modus sind DSGVO-konforme Alternativen, die ohne Cookie-Consent-Banner auskommen. Wenn du GA4 nutzt: Die Datenstruktur unterscheidet sich von Universal Analytics grundlegend, und Conversion-Ziele müssen nach einem Wechsel neu eingerichtet und überprüft werden. Ein häufiger Fehler ist es, GA4 zu aktivieren und davon auszugehen, dass alte Conversion-Ziele weiterhin korrekt gemessen werden.

Für Heatmaps und Session Recordings stehen in Deutschland mehrere Tools zur Wahl, die entweder vollständig selbst gehostet werden können – Matomo mit Heatmap-Erweiterung – oder europäische Server anbieten. Microsoft Clarity ist kostenlos nutzbar und reicht für die meisten Vorhaben aus. Die Einwilligungspflicht gilt unabhängig davon: Sobald individuelles Verhalten aufgezeichnet wird, ist eine aktive Einwilligung nötig, auch bei europäischen Anbietern.

Qualitative Analyse: Warum brechen Nutzer ab?

Quantitative Daten sagen dir, wo Besucher abspringen, aber nicht warum. Heatmaps und Session Recordings schließen diese Lücke. Mit einem Klick-Heatmap siehst du, ob Besucher auf Elemente klicken, die keine Links sind – ein zuverlässiges Zeichen dafür, dass sie dort einen Link erwarten und ihn nicht finden. Mit Scroll-Heatmaps erkennst du, wie weit Besucher eine Seite wirklich lesen, bevor sie abspringen.

Session Recordings zeigen dir atypisches Verhalten: Nutzer, die auf einer Formularseite mehrfach hin und her scrollen, signalisieren, dass die Seite Verwirrung erzeugt. Diese qualitativen Signale sind kein Ersatz für quantitative Daten, aber sie führen direkt zu testbaren Hypothesen. Installiere ein Heatmap-Tool zunächst nur auf den drei bis fünf Seiten mit dem größten Optimierungspotential – nicht auf der gesamten Website.

Nutzerfeedback: Was Analytics nicht zeigt

Umfragen mit einer einzigen offenen Frage liefern Antworten, die keine Heatmap geben kann. Formuliere die Frage so konkret wie möglich: Was hat dich heute davon abgehalten, [konkrete Aktion] abzuschließen? Positioniere sie auf den Seiten mit der höchsten Absprungrate, nicht auf der Startseite, wo die Besucher noch keine klare Absicht gezeigt haben.

Die Antworten wiederholen sich schnell. Nach zwanzig bis dreißig ausgefüllten Formularen erkennst du Muster. Typische Ergebnisse: Ich habe den Preis nicht gefunden. Das Formular war zu lang. Ich wusste nicht, was nach dem Absenden passiert. Jede dieser Antworten ist eine direkte Handlungsanweisung – ohne Interpretation.

Die wichtigsten Optimierungshebel ohne Redesign

Mit einer validen Datenbasis kannst du gezielt die Hebel identifizieren, die den größten Effekt haben. In der Praxis wiederholen sich dieselben Muster auf unterschiedlichen Websites. Die folgenden Bereiche haben die höchste Trefferquote.

Formulare verkürzen und vereinfachen

Formulare sind der häufigste Abbruchpunkt in Conversion-Funneln. Jedes zusätzliche Pflichtfeld erhöht die kognitive Last und senkt die Abschlussrate. Die Faustregel: Frage nur, was du für den unmittelbar nächsten Schritt wirklich brauchst. Alles Weitere holst du über nachgelagerte Automationen.

Konkret bedeutet das: Ein Lead-Formular für einen Whitepaper-Download braucht Name und E-Mail-Adresse, nicht Firmengröße, Telefonnummer und Jahresbudget. Wenn du letztere Informationen für die Qualifizierung brauchst, übergib sie als Fragen in die automatisierte Begrüßungssequenz in ActiveCampaign. Dort landen sie bei einer bereits eingetragenen und dadurch warmen Kontaktperson – die Konversionsrate für Folgefragen ist deutlich höher als auf dem Erstkontakt-Formular.

Teste die verkürzte Version gegen die aktuelle. Wenn du die Ergebnisse nicht interpretieren musst, sondern sie eindeutig abliest, ist die Hypothese richtig gewählt.

Call-to-Actions präzise formulieren

Mehr erfahren, Jetzt starten und Kontaktieren Sie uns sind keine CTAs – sie sind Platzhalter. Ein CTA, der konvertiert, sagt dem Besucher, was nach dem Klick passiert. Der Unterschied liegt nicht in der Farbe des Buttons, sondern in der Genauigkeit des Textes.

  • Checkliste als PDF herunterladen ist klarer als Download und nennt das konkrete Format.
  • Kostenfreie Demo für 30 Minuten buchen ist klarer als Kontakt aufnehmen und gibt Zeitrahmen und Verbindlichkeit an.
  • Paketpreise anzeigen ist klarer als Mehr erfahren und gibt an, was der Besucher als nächstes sieht.

Teste die präzise Version gegen die generische Formulierung. Das Ergebnis zeigt sich oft innerhalb weniger Tage, weil der Hebel direkt und ohne Zeitverzögerung wirkt.

Mobile Experience und Ladezeit

Wenn deine Website auf dem Desktop gut konvertiert, auf Mobilgeräten aber nicht, liegt das selten am Design. In der Regel sind es drei konkrete Ursachen: Formularfelder, die auf Touchscreens zu eng beieinanderliegen und schwer zu treffen sind. CTAs, die unterhalb des Faltungsbereichs des Mobilgeräts platziert sind und nur von Nutzern gesehen werden, die aktiv nach unten scrollen. Und Ladezeiten, die auf mobilen Netzen zu lang sind und zur Abwanderung führen, bevor die Seite vollständig geladen ist.

Die Ladezeit lässt sich ohne Redesign verbessern: Bilder in das WebP-Format konvertieren und Bildgrößen auf den tatsächlichen Anzeigebereich anpassen. Lazy Loading für Inhalte unterhalb des sichtbaren Bereichs aktivieren. Render-blockierende Skripte identifizieren und aus dem kritischen Ladepfad verschieben. Jeder dieser Schritte wirkt unabhängig von den anderen und lässt sich isoliert testen.

Botschaft und Value Proposition

Die häufigste Diagnose nach einer Heatmap-Analyse: Besucher lesen die Headline, scrollen kurz, und verlassen die Seite. Das Signal ist eindeutig – der erste Satz hat die Frage, ob der Besucher hier richtig ist, nicht beantwortet. Eine Value Proposition, die funktioniert, muss in zehn Sekunden verständlich sein, ohne Branchenwissen vorauszusetzen.

Teste verschiedene Versionen der Headline direkt auf der Landing Page – nicht erst in einer E-Mail-Kampagne oder in einem Anzeigentext. Der Kontext ist entscheidend: Eine Headline, die in einer E-Mail gut funktioniert, weil der Empfänger bereits Kontext hat, kann auf einer Cold-Traffic-Landing-Page versagen, weil der Besucher ohne Vorwissen ankommt.

Typische Muster, die behoben werden können: Feature-orientierte Headlines erzielen regelmäßig schlechtere Ergebnisse als nutzenorientierte Headlines. Das liegt nicht daran, dass Features unwichtig sind, sondern daran, dass Besucher zuerst wissen wollen, ob das Angebot für sie relevant ist – und das ist eine Frage des Nutzens, nicht der Technik.

Vertrauen und Social Proof

Vertrauenselemente sind auf den meisten B2B-Websites zu weit unten auf der Seite platziert, zu generisch formuliert oder fehlen ganz. Testimonials mit vollständigem Namen, Funktion und Unternehmen wirken stärker als anonyme Aussagen. Konkrete Aussagen wirken stärker als allgemeine Lösungsversprechen.

Platziere Vertrauenselemente nah an der Conversion-Aktion, nicht am Ende der Seite. Ein Testimonial direkt über einem Formular beantwortet einen Einwand genau an dem Punkt, an dem der Besucher kurz vor der Entscheidung steht. Teste verschiedene Platzierungen, bevor du das Design der Elemente selbst änderst.

So baust du ein Optimierungssystem auf

Das Ziel ist kein einmaliges Optimierungsprojekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Der Unterschied: Ein einmaliges Projekt endet, wenn das Budget aufgebraucht ist. Ein System läuft weiter, auch wenn andere Prioritäten dazwischenkommen, weil die Schritte klar definiert und wiederholbar sind.

Hier ist ein Zyklus, den du als Vorlage nutzen kannst. Er dauert vier Wochen und kann danach direkt von vorne starten.

  1. Identifiziere deine drei wichtigsten Conversion-Seiten anhand von Traffic-Volumen und aktuellem Conversion-Wert. Das sind typischerweise die Startseite, die wichtigste Produktseite und eine stark frequentierte Landing Page aus bezahlten oder organischen Kampagnen.
  2. Installiere ein Heatmap-Tool auf diesen drei Seiten und aktiviere Session Recordings. Lass es mindestens sieben Tage laufen, bevor du auswertest. Sieben Tage sind nötig, um Wochentagseffekte abzubilden.
  3. Prüfe in deinem Analytics-Tool die Conversion-Pfade: Welche Seiten liegen auf dem Weg zur wichtigsten Conversion und haben die höchste Absprungrate? Das sind deine Fokusseiten für diesen Zyklus.
  4. Formuliere aus den Daten mindestens drei testbare Hypothesen. Das Format hilft, die Hypothese präzise zu halten: Wenn wir [spezifische Änderung] vornehmen, dann erwarten wir [messbare Auswirkung], weil [begründeter Mechanismus].
  5. Priorisiere die Hypothesen nach zwei Kriterien: Wie groß ist das Verbesserungspotential? Wie gering ist der Umsetzungsaufwand? Starte mit der Hypothese, die bei hohem Traffic wenig Aufwand erfordert.
  6. Richte den A/B-Test ein. Überprüfe vor dem Start, ob das Tracking beider Varianten korrekt funktioniert, indem du beide Varianten einmal selbst durchläufst und die Ereignisse in deinem Analytics-Tool siehst.
  7. Lass den Test mindestens zwei vollständige Wochen laufen. Bei niedrigem Traffic verlängerst du auf vier Wochen. Entscheide erst, wenn die Varianten ausreichend Beobachtungen gesammelt haben, um zufällige Schwankungen auszuschliessen.
  8. Dokumentiere das Ergebnis – auch wenn der Test keinen Unterschied gezeigt hat. Negative Ergebnisse sind genauso wertvolle Signale wie positive: Sie grenzen den Raum der möglichen Ursachen ein.

Am Ende des Zyklus startest du den nächsten. Das Optimierungssystem baut über mehrere Monate messbar auf sich auf, weil jedes Ergebnis den nächsten Test informiert. Mehr über das Handwerk des A/B-Testens mit ActiveCampaign findest du im verlinkten Beitrag.

Website-Optimierung mit ActiveCampaign verlängern

ActiveCampaign kann direkt in die Optimierung der Website eingebunden werden und liefert Daten, die allgemeine Analytics-Tools nicht haben: den Zusammenhang zwischen Seitenverhalten und bekanntem Kontakt-Profil. Diese Verbindung macht aus anonymem Traffic identifizierbare Segmente.

Site Tracking einrichten

Mit ActiveCampaign Site Tracking siehst du für jeden bekannten Kontakt, welche Seiten er besucht hat, bevor er sich in ein Formular eingetragen oder eine andere Conversion-Aktion ausgeführt hat. Das gibt dir zwei direkt verwertbare Informationen: welche Seiten Leads generieren und welche Seiten Leads vor dem Kauf besuchen.

Die Einrichtung geht direkt in ActiveCampaign: Einstellungen > Tracking > Site Tracking aktivieren > Tracking-Skript in den Head deiner Website einbinden. Das Skript verknüpft Seitenbesuche automatisch mit bekannten Kontakten. Mehr zur Einrichtung und zu den Auswertungsmöglichkeiten erklärt der Beitrag zu ActiveCampaign Site Tracking.

Verhaltensdaten für Segmentierung nutzen

Sobald Site Tracking läuft, kannst du Kontakte nach ihrem Seiten-Besuchsverhalten segmentieren. Wer die Preisseite besucht hat, ohne eine Demo zu buchen, ist ein anderes Segment als jemand, der nur Blogartikel liest. Entsprechend unterschiedlich sollte die nachgelagerte Kommunikation sein.

In ActiveCampaign legst du dazu Automationen an, die auf bestimmten Seitenbesuchen basieren: Automationen > Erstellen > Eintrittspunkt wählen > Hat eine bestimmte Seite besucht. Kombiniere das mit einem Lead-Scoring-Modell, das höhere Punkte für kaufnahe Seiten vergibt – Preisseite, Vergleichsseite, Demo-Anforderungsseite – und niedrigere für frühe Informationsseiten. Das Modell zeigt dir, welche Kontakte bereit für ein direktes Gespräch sind, ohne dass du sie einzeln prüfen musst.

Formular-Submissions als Optimierungsdaten nutzen

Wenn ein Kontakt ein Formular auf deiner Website ausfüllt, kann ActiveCampaign sofort eine Automation starten. Das funktioniert mit nativen ActiveCampaign-Formularen und mit externen Formular-Tools über Webhook-Integration. Jede Formular-Submission führt zu personalisierten Folge-E-Mails, Tag-Vergaben und Lead-Scoring-Updates, ohne manuelle Eingriffe.

Für die Optimierung bedeutet das: Du siehst nicht nur, welche Formulare ausgefüllt werden, sondern auch, welche E-Mail-Sequenzen danach zur Conversion führen und welche nicht. Das ist eine Feedback-Schleife, die mit einem allgemeinen Analytics-Tool nicht abbildbar ist.

Typische Fehler beim iterativen Vorgehen

Wer zum ersten Mal mit datenbasierter Optimierung beginnt, macht bestimmte Fehler zuverlässig. Die folgenden sind die häufigsten – mit der jeweiligen Ursache und dem Gegenmittel.

Zu früh entscheiden

A/B-Tests werden oft nach drei bis fünf Tagen ausgewertet, wenn die Variante mit den besseren frühen Zahlen gewonnen zu haben scheint. Das ist statistisch nicht belastbar. Kurze Laufzeiten erzeugen Zufallsschwankungen, die wie Trends aussehen. Lass jeden Test mindestens zwei vollständige Wochen laufen, um Wochentagseffekte auszumitteln. Bei Seiten mit wenig Traffic verlängerst du entsprechend.

Zu viele Variablen gleichzeitig ändern

Ein Test, der gleichzeitig die Headline, die CTA-Farbe und die Seitenstruktur ändert, kann dir nicht sagen, welche Änderung gewirkt hat. Ändere immer genau eine Variable pro Test. Wenn du schneller vorankommen willst, laufen mehrere Tests auf verschiedenen Seiten parallel – aber jeder Test für sich isoliert, mit einer einzigen Änderung.

Nur auf Traffic-Seiten optimieren

Startseite und Blogartikel haben oft den meisten Traffic, aber nicht die direkteste Verbindung zur Conversion. Konzentriere dich auf Seiten, die im Conversion-Pfad stehen: Produktseiten, Preisseiten, Lead-Magnet-Landing-Pages. Diese Seiten haben oft weniger Traffic, aber einen deutlich höheren Hebel pro Änderung.

Ergebnisse nicht dokumentieren

Ohne Dokumentation wiederholst du Tests, die du bereits gemacht hast, oder triffst Entscheidungen, die einem früheren Testergebnis widersprechen. Ein einfaches Log reicht: Datum, Hypothese, getestete Variante, Ergebnis, Entscheidung. Wenn nach sechs Monaten neue Mitarbeitende dazukommen, können sie direkt sehen, was funktioniert hat und was nicht – ohne den Erfahrungsschatz neu aufbauen zu müssen.

Die Baseline nicht sichern

Wer mit dem ersten Test startet, ohne vorher die aktuellen Conversion-Zahlen schriftlich festzuhalten, verliert die Vergleichsbasis. Ein Screenshot der Analytics-Daten und der Heatmap-Ergebnisse vom Starttag kostet zwei Minuten und ist nach sechs Monaten unersetzlich. Ohne Baseline weißt du, dass sich etwas verbessert hat, aber nicht, wie viel – und kannst den Fortschritt weder intern kommunizieren noch für Priorisierungsentscheidungen nutzen.

Häufige Fragen

Wann ist ein Website-Redesign tatsächlich sinnvoll?

Ein Redesign ist sinnvoll, wenn die Technik grundlegend veraltet ist und gezielte Optimierungen strukturell blockiert – etwa weil das CMS keine einfachen Änderungen erlaubt, die Website nicht mobilfähig ist oder die Informationsarchitektur so grundlegend falsch ist, dass iterative Anpassungen nicht weiterhelfen. Das sind technische oder strukturelle Diagnosen, die sich durch Daten belegen lassen, keine ästhetischen Einschätzungen.

Wie lange dauert es, bis ein A/B-Test ein verlässliches Ergebnis liefert?

Das hängt vom Traffic auf der getesteten Seite ab, nicht allein von der Laufzeit. Als Orientierung: Ein Test braucht mindestens zwei vollständige Wochen und ausreichend Beobachtungen in beiden Varianten, damit das Ergebnis nicht durch Zufallsschwankungen oder Wochentagseffekte verzerrt ist. Bei Seiten mit wenig Traffic verlängerst du entsprechend oder prüfst, ob eine häufiger besuchte Seite im Funnel einen größeren Hebel hat.

Welche Analytics-Daten brauche ich als erstes?

Starte mit den Conversion-Pfaden: Welche Seiten liegen auf dem Weg zur wichtigsten Aktion, und wo verlassen Nutzer diesen Pfad? Schau danach auf Gerätekategorien – wenn Mobile-Nutzer deutlich schlechter konvertieren als Desktop-Nutzer, ist das ein klarer Startpunkt. Heatmaps kommen erst im zweiten Schritt, sobald du die quantitativen Seiten kennst, auf die du dich fokussierst.

Kann ich ActiveCampaign nutzen, um Website-Besucher zu analysieren?

Ja, mit Einschränkungen. Mit dem Site-Tracking-Skript von ActiveCampaign siehst du für bekannte Kontakte, welche Seiten sie besucht haben. Das zeigt dir, welche Seiten im Kaufprozess stehen und welche Kontakte sich dort bewegen. Für unbekannte Besucher – also Erstbesucher ohne Eintrag in deinem CRM – ist ein allgemeines Analytics-Tool weiterhin die erste Wahl.

Wie gehe ich mit DSGVO-Anforderungen beim Conversion-Tracking um?

Für aggregiertes Analytics ohne personenbezogene Daten reicht eine datenschutzfreundliche Konfiguration ohne Cookie-Banner aus. Plausible Analytics und Matomo im Privacy-Modus sind dafür ausgelegt. Für Session Recordings und Heatmaps, bei denen individuelles Nutzerverhalten aufgezeichnet wird, brauchst du eine aktive Einwilligung. ActiveCampaign Site Tracking betrifft nur bekannte Kontakte, die sich bereits eingetragen haben, und fällt daher unter die bestehende Einwilligung für E-Mail-Marketing.

Wie viele Optimierungstests kann ich gleichzeitig laufen lassen?

Gleichzeitige Tests auf verschiedenen Seiten beeinflussen sich nicht und sind unproblematisch. Problematisch wird es, wenn zwei Tests auf derselben Seite aktiv sind oder wenn ein Test die Conversion-Rate einer anderen Testseite weiter unten im Funnel beeinflusst. Starte mit einem Test pro Kernseite und erweitere, sobald du Erfahrung mit deiner Testplattform gesammelt hast und die Auswirkungen einschätzen kannst.

Die Entscheidung für datenbasierte Optimierung statt Redesign ist keine Sparmaßnahme – sie ist methodisch die präzisere Vorgehensweise. Du änderst gezielt, misst direkt und weißt danach, was wirkt. Wer ActiveCampaign nutzt und das Site Tracking noch nicht eingebunden hat, hat dort einen konkreten nächsten Schritt: Die Verbindung zwischen Website-Verhalten und E-Mail-Automatisierung lässt sich in wenigen Stunden herstellen und liefert Daten, die mit keinem allgemeinen Analytics-Tool vergleichbar sind.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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