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Webinar E-Mail Marketing: So füllst du deine nächste Online-Veranstaltung garantiert

Tom
Tom
12. März 2026 · 12 Min. Lesezeit

Webinar-E-Mail-Marketing entscheidet nicht am Tag des Events, sondern in den Tagen davor und danach. Wer nach der Anmeldung keine strukturierte Sequenz sendet, verliert einen Großteil der Angemeldeten als echte Zuschauer. Bestätigungs-E-Mail, Aufwärm-Sequenz und präzises Erinnerungstiming lassen sich in ActiveCampaign vollständig automatisieren und wirken zusammen spürbar stärker als jede Einzelmaßnahme.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Bestätigungs-E-Mail direkt nach der Anmeldung schafft Bindung, wenn sie konkrete Inhalte ankündigt statt nur Datum und Uhrzeit bestätigt.
  • Fünf zeitgesteuerte Erinnerungen von einer Woche bis 15 Minuten vor Beginn erhöhen die tatsächliche Teilnahme deutlich gegenüber einer einzigen Erinnerung am Vortag.
  • ActiveCampaign segmentiert Teilnehmer und Nicht-Erschienene automatisch; beide Gruppen brauchen inhaltlich unterschiedliche Nachfass-Sequenzen.
  • Das gesamte System lässt sich in drei Automationen abbilden: Anmelde-Sequenz, Erinnerungs-Sequenz und Nachfass-Sequenz.
  • Wer nach dem Webinar dieselbe Mail an alle schickt, verschenkt einen großen Teil des Verkaufspotenzials.

Wie du das technische Setup in ActiveCampaign sauber aufbaust

Bevor du die erste Erinnerungs-E-Mail schreibst, brauchst du ein sauberes Tracking-Fundament. Ohne dieses weißt du nach dem Webinar nicht, wer tatsächlich teilgenommen hat – und kannst die Nachfass-Sequenz nicht sinnvoll differenzieren. Das technische Setup besteht aus drei Bausteinen, die du einmal anlegst und dann für jedes weitere Webinar wiederverwendest.

Tags statt Listen für die Webinar-Zuordnung

Lege für jedes Webinar ein eigenes Tag an, zum Beispiel "Webinar-Leadgewinnung-Sept26". Tags lassen sich leichter kombinieren und segmentieren als Listen-Zugehörigkeiten. Du kannst denselben Kontakt später für ein zweites Webinar taggen, ohne ihn aus der ersten Liste entfernen zu müssen. Die Automation wird durch das Hinzufügen dieses Tags ausgelöst – das hält die Trigger-Logik sauber und nachvollziehbar.

Custom Fields für den Teilnahmestatus

Lege zusätzlich ein Custom Field "Webinar-Status" an mit möglichen Werten wie "Angemeldet", "Teilgenommen" und "Nicht-Erschienen". Wenn du dein Webinar-Tool über die ActiveCampaign-API oder über Zapier verbindest, kannst du dieses Feld automatisch nach der Veranstaltung befüllen lassen. Das Custom Field ist die Grundlage für die Segmentierung in der Nachfass-Sequenz. Ohne dieses Feld landest du nach dem Webinar mit einer undifferenzierten Liste – und kannst Teilnehmern und Nicht-Erschienenen nicht gezielt unterschiedliche E-Mails schicken.

Automation 1 anlegen

Erstelle in ActiveCampaign unter Automationen eine neue Automation mit dem Trigger "Tag wird hinzugefügt". Wähle dein Webinar-Tag. Stelle sicher, dass die Automation auf "Jedes Mal ausführen" steht, falls ein Kontakt an mehreren Webinaren teilnehmen soll – andernfalls läuft die Sequenz nach dem ersten Webinar nicht erneut an. Der erste Schritt der Automation ist die Bestätigungs-E-Mail, die sofort ausgeführt wird.

Was die Bestätigungs-E-Mail wirklich leisten muss

Die Bestätigungs-E-Mail ist die meistgeöffnete E-Mail der gesamten Sequenz, weil sie direkt auf eine Aktion des Kontakts folgt. Diese Öffnungsbereitschaft sollte aktiv genutzt werden. Sie ist mehr als eine Eingangsquittung – sie ist die erste Weichenstellung für die tatsächliche Teilnahme.

Inhalt und Aufbau der Bestätigungs-E-Mail

Die E-Mail bestätigt in der ersten Zeile die Anmeldung und nennt Datum, Uhrzeit und den direkten Einwahllink – auch wenn das Webinar erst in zwei Wochen stattfindet. Dann folgen konkrete Inhaltsankündigungen: drei bis vier Punkte, die der Teilnehmer mitnehmen wird. Keine abstrakten Versprechungen, sondern konkrete Handgriffe oder Erkenntnisse, die nach dem Webinar umsetzbar sind. Schreibe den Kalender-Link explizit aus und erkläre in einem Satz, warum sich ein Blocken des Termins lohnt.

Ein optionaler Bonus erhöht das Commitment merklich: ein kurzes PDF als Vorbereitung auf das Webinar, ein Erklärvideo, eine Checkliste zum Thema. Wer vorab etwas Konkretes bekommt, erscheint mit höherer Wahrscheinlichkeit live. Das Bonus-Material sollte thematisch zum Webinar passen, aber keine zentralen Inhalte vorwegnehmen, die erst im Webinar selbst kommen.

Betreffzeile und Absender

Die Betreffzeile der Bestätigungs-E-Mail macht deutlich, was bestätigt wird: "Deine Anmeldung: [Webinar-Thema] am [Datum]". Personalisierung über den Vornamen funktioniert gut, weil die Öffnungsrate bei diesen E-Mails ohnehin hoch ist und der persönliche Ton die Erwartungshaltung festigt. Vermeide Emojis im Betreff von Transaktions-E-Mails – einige Spam-Filter gewichten sie negativ. Der Absendername sollte dem entsprechen, den der Kontakt kennt: kein Unternehmensname, wenn er sich bislang immer von einer Personenmarke angesprochen fühlte.

Was die Aufwärm-Sequenz zwischen Anmeldung und Termin bewirkt

Zwischen der Bestätigungs-E-Mail und der eigentlichen Erinnerungsphase liegt bei Webinaren mit mehr als einer Woche Vorlauf eine Zone, in der viele Veranstalter schweigen. Diese Lücke wird zur Falle: Der Kontakt vergisst das Webinar oder verliert das Interesse, bevor überhaupt eine Erinnerung kommt. Eine Aufwärm-Sequenz hält das Thema präsent und baut fachliches Vertrauen auf, ohne Werbedruck zu erzeugen.

E-Mail drei bis vier Tage nach Anmeldung

Schicke drei bis vier Tage nach der Anmeldung eine E-Mail, die einen echten Inhaltsbaustein aus deinem Fachgebiet liefert – einen konkreten Gedanken, eine Einordnung oder eine Beobachtung aus der Praxis, die zum Webinar-Thema passt. Diese E-Mail enthält keinen direkten Hinweis auf das Webinar; sie stärkt stattdessen deine fachliche Glaubwürdigkeit. Der Kontakt soll nach der Lektüre verstehen, dass er sich für ein Webinar mit echtem Inhalt angemeldet hat – nicht für eine Verkaufsveranstaltung mit Marketing-Verpackung.

Wenn du aus deiner eigenen Arbeit berichtest – zum Beispiel, welcher Schritt in Projekten am häufigsten übersprungen wird und was das kostet –, ist das deutlich überzeugender als ein Verweis auf eine Studie, die du nicht selbst gelesen hast. Konkrete Beobachtungen aus echter Praxis wirken hier stärker als abstrakte Zahlen.

E-Mail sechs bis sieben Tage nach Anmeldung

Diese E-Mail kündigt explizit an, dass in wenigen Tagen das Webinar stattfindet, und nennt einen konkreten Inhalt, der im Webinar behandelt wird. Du gibst dabei genug preis, um Neugierde zu wecken, aber nicht genug, um das Kommen überflüssig zu machen. Eine kurze Agenda mit drei Punkten funktioniert hier besser als blumige Versprechen. Schreibe jeden Punkt als vollständigen Aussagesatz: "Du wirst sehen, wie du [konkretes Ziel] mit [konkretem Schritt] erreichst."

E-Mail acht bis neun Tage nach Anmeldung

Zwei Tage vor Beginn der eigentlichen Erinnerungsphase schickst du eine ausführliche Agenda. Diese E-Mail hat eine klare Aufgabe: Der Leser soll nach ihr verstehen, warum das Webinar seinen Kalenderplatz verdient. Nenne die Reihenfolge der Inhalte, die Dauer jedes Abschnitts und was am Ende als nächster Schritt geplant ist. Dieser Aufbau ist besonders wichtig, wenn du nach dem Webinar ein Angebot machen möchtest – er nimmt dem Verkaufsteil seinen überraschenden Charakter und erhöht die Bereitschaft der Teilnehmer, zuzuhören.

So terminierst du die Erinnerungs-E-Mails, damit Angemeldete wirklich kommen

Die Erinnerungsphase beginnt eine Woche vor dem Webinar und endet 15 Minuten vor dem Start. Sie besteht aus fünf E-Mails mit jeweils unterschiedlichem Zweck. Jede spricht einen anderen Teilnehmertyp an – den Strukturierten, der früh plant, genauso wie den Spontanen, der erst durch die finale Erinnerung tatsächlich in die Videokonferenz klickt.

Hier ist der konkrete Aufbau der Erinnerungs-Automation in ActiveCampaign:

  1. Neue Automation anlegen: "Webinar-Erinnerungen – [Thema]". Trigger: "Datum und Uhrzeit", Bedingung: sieben Tage vor dem Webinar-Datum. Das Webinar-Datum trägst du in einem Custom Field "Webinar-Datum" ein, das beim Anmelde-Prozess gesetzt wird.
  2. E-Mail 1 schicken (sieben Tage vorher): Betreff "Nächste Woche: [Webinar-Thema]". Inhalt: kompakte Agenda, Einwahllink, Kalender-Schaltfläche. Ton: informativ, kein Druck.
  3. Warten bis drei Tage vor dem Webinar, dann E-Mail 2: Betreff "[Vorname], übermorgen um [Uhrzeit] Uhr". Inhalt: die drei wichtigsten Punkte aus dem Webinar als Vorschau, Einwahllink prominent platziert.
  4. Warten bis einen Tag vor dem Webinar, dann E-Mail 3: Betreff "Morgen um [Uhrzeit] Uhr – hier ist dein Einwahllink". Inhalt: alles, was der Teilnehmer braucht, um ohne Vorbereitung einsteigen zu können. Der Einwahllink steht im ersten Satz.
  5. Warten bis zwei Stunden vor dem Webinar, dann E-Mail 4: Betreff "In 2 Stunden geht es los". Inhalt: nur der Link und ein kurzer Satz Vorfreude. Kein zusätzlicher Text.
  6. Warten bis 15 Minuten vor dem Webinar, dann E-Mail 5: Betreff "Gleich geht es los – hier ist dein Link". Kein Marketing, kein Inhalt. Nur der Einwahllink und eine Zeile Ermutigung.
  7. Bedingung prüfen nach Webinar-Start: Wer 30 Minuten nach dem Start noch kein "Webinar-Teilgenommen"-Tag hat, bekommt eine kurze "Läuft gerade"-E-Mail mit dem Einwahllink – die Automation schickt sie nur, wenn dein Webinar-Tool nachträglichen Eintritt erlaubt.

Diese Sequenz erscheint auf den ersten Blick aufwendig. In der Praxis aber unterscheidet sich jede E-Mail klar in Tonalität und Inhalt: Die erste ist informativ, die zweite erinnernd, die dritte operativ, die vierte verdichtend, die fünfte einladend. Wer alle fünf schickt, sieht deutlich höhere Teilnahmezahlen als wer nur eine Erinnerung am Vortag versendet – weil die Sequenz unterschiedliche Teilnehmertypen zu unterschiedlichen Zeitpunkten abholt.

Wie du die Nachfass-Sequenz nach dem Webinar aufbaust

Das Webinar ist vorbei, aber die Automation noch nicht. Hier entscheidet sich, ob aus Teilnehmern Kunden werden. Der wichtigste Schritt ist die Segmentierung: Wer teilgenommen hat, bekommt eine andere Sequenz als wer nicht erschienen ist. Beide Gruppen haben unterschiedliche Voraussetzungen, und der gleiche Text funktioniert für keine von beiden gut.

Segmentierung direkt nach dem Event

Wenn du ein Webinar-Tool wie Zoom, Demio oder GoTo Webinar mit ActiveCampaign verbindest, bekommst du nach dem Event eine Liste der tatsächlichen Teilnehmer. Diese lässt sich über Zapier oder native Integrationen nutzen, um das Custom Field "Webinar-Status" auf "Teilgenommen" oder "Nicht-Erschienen" zu setzen. Auf dieser Basis verzweigt die Automation und schickt jeder Gruppe den passenden Einstieg. Wer die Integration noch nicht eingerichtet hat, kann den Status für ein einzelnes Webinar auch manuell als CSV-Import hochladen – weniger automatisiert, aber funktional.

Sequenz für Teilnehmer

Sofort nach dem Webinar erhalten Teilnehmer die Aufzeichnung und alle im Webinar versprochenen Materialien. Das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Versprechen, das du im Webinar selbst gemacht hast. Brich es nicht durch Verzögerung. Am nächsten Tag folgt eine komprimierte Zusammenfassung der drei zentralen Punkte mit einem konkreten Umsetzungsschritt für heute. Erst dann – frühestens am dritten Tag – kommt ein Angebot, falls du eines machen möchtest. Teilnehmer haben das Webinar gesehen und wissen, was du anbietest; der Pitch muss nicht von Grund auf erklärt werden, er muss nur klar und konkret sein.

Die Nachfass-Sequenz für Teilnehmer endet in der Regel nach fünf bis sieben Tagen. Danach geht der Kontakt in die normale Kommunikationsliste über. Für den strukturierten Aufbau solcher Sequenzen findest du in der Übersicht zu Follow-Up-Sequenzen in ActiveCampaign eine detaillierte Anleitung zu Timing und Trigger-Auswahl.

Sequenz für Nicht-Erschienene

Nicht-Erschienene erhalten zunächst die Aufzeichnung mit einer sachlichen Erklärung, was sie verpasst haben. Diese E-Mail ist kein Vorwurf, sondern ein Angebot: "Du hattest keine Zeit – hier ist, was im Webinar gezeigt wurde." Danach folgt eine längere Sequenz, weil Nicht-Erschienene das Webinar nicht selbst erlebt haben und die emotionale Bindung an das Thema fehlt. Sie brauchen mehr Inhaltspunkte und eine klarere inhaltliche Erklärung, bevor ein Angebot sinnvoll ist. Eine hilfreiche Faustregel aus der Praxis: Die Sequenz für Nicht-Erschienene ist etwa doppelt so lang wie die für Teilnehmer – sie legt gewissermaßen nach, was das Webinar geleistet hätte.

Wann diese Strategie an ihre Grenzen stößt

Nicht jede Webinar-Konstellation profitiert von einem vollständigen E-Mail-System in gleichem Maße. Es gibt Situationen, in denen du das Vorgehen anpassen oder die Erwartungen zurückschrauben solltest.

Sehr kurze Vorlaufzeiten

Wenn du ein Webinar mit weniger als fünf Tagen Vorlauf planst, entfällt die Aufwärm-Sequenz vollständig. Es bleibt Platz für die Bestätigungs-E-Mail, zwei bis drei Erinnerungen und die Nachfass-Sequenz. Kurze Vorlaufzeiten bedeuten strukturell niedrigere Teilnahmequoten, weil Angemeldete den Termin oft noch nicht blockiert haben. Diese Einschränkung lässt sich durch mehr E-Mails nicht kompensieren. Wenn du regelmäßig Webinare mit kurzem Vorlauf planst, lohnt es sich, dafür eine eigene, schlankere Automation-Version anzulegen.

Fehlende Integration zwischen Webinar-Tool und ActiveCampaign

Ohne Verbindung zwischen deinem Webinar-Tool und ActiveCampaign ist die automatische Segmentierung nach Teilnahme nicht möglich. Du kannst alle anderen Schritte der Sequenz automatisieren, aber die Nachfass-Segmentierung muss dann manuell erfolgen. Das ist machbar für ein einzelnes Webinar, aber kein Modell für regelmäßige Formate. Eine einfache Zapier-Verbindung zwischen dem Webinar-Tool und ActiveCampaign lohnt sich früh – der Aufwand für die Einrichtung amortisiert sich schnell.

Zu allgemeines Webinar-Thema

E-Mail-Marketing für Webinare optimiert die Teilnahme aus der Gruppe der Angemeldeten. Es kann keine grundsätzlich schwache Positionierung des Webinar-Themas ausgleichen. Wenn das Thema zu breit gefasst ist oder kein konkretes Versprechen enthält, bleibt die Anmeldequote niedrig – und die beste E-Mail-Sequenz arbeitet dann mit einer schwachen Ausgangsbasis. Bevor du das System aufbaust, lohnt es sich, das Webinar-Thema mit einem einzigen konkreten Ergebnis zu schärfen, das Teilnehmer mitnehmen.

Erinnerungen ohne eigenen Inhaltswert

Fünf Erinnerungen sind sinnvoll, wenn jede eine eigene Funktion hat. Schickst du fünf inhaltlich identische "Vergiss nicht: Morgen um 19 Uhr"-E-Mails, steigt die Abmelderate und der Effekt kehrt sich um. Jede E-Mail in der Sequenz muss ihren eigenen Zweck haben: informieren, erinnern, operativ vorbereiten oder live einladen. Wer das sicherstellt, kann mit derselben Frequenz positive Rückmeldungen bekommen statt Abmeldungen.

Häufige Fragen

Wie viele Erinnerungs-E-Mails sind zu viele?

Die Grenze liegt nicht bei der Anzahl, sondern beim Inhaltswert. Fünf E-Mails mit jeweils anderem Zweck und eigenem Inhalt werden von Angemeldeten in der Regel als hilfreich empfunden. Problematisch wird es, wenn E-Mails inhaltlich identisch sind oder keinen Nutzen für den Empfänger haben. Ein einfacher Test: Wer die E-Mail liest, ohne das Webinar zu kennen, sollte nach der Lektüre etwas wissen oder verstehen – nicht nur eine Aufforderung bekommen.

Soll ich die Erinnerungssequenz nur an Nichtöffner schicken?

Schicke die Sequenz an alle Angemeldeten. Wer eine frühere Erinnerung geöffnet hat, ist zwar bereits erinnert – trotzdem profitiert er von der E-Mail am Vortag und der finalen Erinnerung 15 Minuten vor Start, weil er dort den Einwahllink braucht. Eine Filterung nach Öffnungsstatus macht die Automation komplexer, ohne nennenswerten Gewinn. Wichtiger ist, dass du keine Personen in die Erinnerungssequenz einschließt, die sich inzwischen aus deiner Liste abgemeldet haben.

Was tue ich, wenn das Webinar in weniger als einer Woche stattfindet?

Kürze die Sequenz auf drei E-Mails: Bestätigung sofort, Erinnerung mit Agenda zwei Tage vorher, finale Erinnerung am Morgen des Veranstaltungstags. Die Aufwärm-Phase entfällt vollständig, die Nachfass-Sequenz bleibt. Wenn du regelmäßig Webinare mit kurzem Vorlauf planst, ist eine eigene Kurzversion der Automation sinnvoll, die du nur per Tag-Auswahl aktivierst – so musst du jedes Mal nur das Tag setzen, nicht die Sequenz neu aufbauen.

Wie unterscheidet sich die Nachfass-Sequenz für Teilnehmer und Nicht-Erschienene konkret?

Teilnehmer haben das Webinar erlebt und brauchen nach dem Event primär die versprochenen Materialien und eine komprimierte Zusammenfassung. Der Kaufimpuls ist frisch, die Sequenz darf kürzer sein und schneller zum Angebot übergehen. Nicht-Erschienene haben weniger emotionale Bindung an das Thema und brauchen mehr Inhaltspunkte, bevor ein Angebot kommt. Sie sollten die Aufzeichnung erhalten und danach eine Sequenz, die ähnlich aufgebaut ist wie die ursprüngliche Aufwärm-Sequenz – nur verdichtet auf zwei bis drei E-Mails.

Lohnt sich eine "Läuft gerade"-E-Mail auch für sehr kleine Webinare?

Ja, gerade bei kleinen Webinaren mit zwanzig bis dreißig Angemeldeten kann diese eine E-Mail mehrere zusätzliche Teilnehmer bringen. Der Aufwand ist gering: eine kurze E-Mail, die dreißig Minuten nach Webinar-Start automatisch an Kontakte ohne "Webinar-Teilgenommen"-Tag geht. Einzige Voraussetzung: Dein Webinar-Tool erlaubt nachträglichen Eintritt. Falls nicht, spare dir die E-Mail – ein Link zu einem bereits geschlossenen Raum frustriert den Empfänger mehr, als er nützt.

Kann ich dasselbe System für automatisierte Evergreen-Webinare verwenden?

Ja, mit einer Anpassung. Bei Evergreen-Webinaren läuft das Webinar zum Beispiel täglich zu einer fixen Uhrzeit, und die Anmeldung löst die gesamte Sequenz relativ zum Anmeldezeitpunkt aus – nicht absolut. In ActiveCampaign bedeutet das: Statt datumbasierter Trigger verwendest du wartezeit-basierte Schritte ("Warte 7 Tage", "Warte bis 2 Stunden vor dem nächsten Termin"). Die Nachfass-Sequenz bleibt identisch. Für E-Mail-Automationen für Online-Kurse gelten sehr ähnliche Prinzipien – viele Bausteine lassen sich direkt übertragen.

Wer das beschriebene System in ActiveCampaign aufbauen möchte und dabei Unterstützung sucht, findet in unserem Angebot zur ActiveCampaign-Betreuung den nächsten konkreten Schritt. Die Automationen sind einmal aufgesetzt wiederverwendbar – der eigentliche Aufwand liegt im ersten Durchlauf.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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