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User Experience (UX) verbessern: Wie gute Nutzererfahrung deine Conversion Rate steigert

Tom
Tom
12. März 2026 · 14 Min. Lesezeit

User Experience bestimmt, wie viel deiner Marketing-Investitionen tatsächlich in Conversions ankommen. Ladezeit, Navigation, Formulare, Mobile-Darstellung und Vertrauenssignale sind die fünf Bereiche, an denen Besucher am häufigsten abbrechen. Wer diese Stellschrauben systematisch analysiert und verbessert, senkt die Reibung auf dem Weg zur Conversion – ohne mehr Traffic kaufen zu müssen.

Das Wichtigste in Kürze

  • UX ist das Gesamterlebnis, das ein Besucher auf dem Weg zur Conversion durchläuft – von der Ladezeit der Seite bis zur Bestätigungsmail nach dem Kauf.
  • Ladezeit, Navigation, Formulardesign, Mobile-Darstellung und Vertrauenssignale sind die fünf UX-Bereiche mit dem stärksten Einfluss auf die Conversion Rate.
  • Eine UX-Analyse startet mit Quantitativem: Abbruchraten, Heatmaps und Session-Recordings zeigen, wo Reibung entsteht – bevor du irgendetwas veränderst.
  • UX-Optimierung und A/B-Testing gehören zusammen: Hypothesen entstehen aus der UX-Analyse, Tests validieren sie, bevor die Änderung dauerhaft eingespielt wird.
  • ActiveCampaign-Automationen erzielen messbar mehr, wenn die Seiten, auf die sie verlinken, UX-sauber sind – schlechte Landing Pages entwerten auch die beste Automation.

Was UX von Usability und CRO unterscheidet – und warum das für deine Optimierung relevant ist

Die drei Begriffe werden im Marketing-Alltag häufig synonym verwendet. Sie bezeichnen aber unterschiedliche Ebenen, und wer sie verwechselt, optimiert am falschen Hebel.

UX – das Gesamterlebnis über alle Berührungspunkte

User Experience umfasst jeden Kontaktpunkt zwischen einem Nutzer und deinem Unternehmen: die erste Suchanfrage, die Landingpage, den Bestellprozess, die Bestätigungs-E-Mail, den Kundendienst-Chat, sogar die Rechnung. UX ist nicht an eine Seite oder einen Kanal gebunden. Wer UX verbessern will, betrachtet die gesamte Customer Journey – und fragt, wo sie sich reibungslos anfühlt und wo sie stockt.

Usability – Gebrauchstauglichkeit als Teilmenge

Usability ist ein Teilaspekt von UX. Sie beantwortet die Frage: Kann ein Nutzer mit einem System die vorgesehene Aufgabe erledigen, effizient und ohne Fehler? Usability ist messbar und standardisiert – zum Beispiel über den System Usability Scale (SUS) oder Task-Completion-Tests. Eine Website kann gute Usability haben, weil Nutzer finden, was sie suchen, und trotzdem schlechte UX liefern, weil der Prozess dahinter frustrierend ist.

CRO – Optimierung mit Messung und Test

Conversion Rate Optimierung (CRO) ist die disziplinierte Praxis, Änderungen zu testen und zu messen, bevor sie dauerhaft eingespielt werden. CRO nutzt UX-Diagnosen als Hypothesenquelle: Du weißt aus dem Session-Recording, dass Nutzer beim dritten Formularfeld abbrechen – und validierst die Gegenmaßnahme per A/B-Test, bevor du sie für alle ausrollst. UX ohne CRO ist Optimierung auf Verdacht. CRO ohne UX-Fundament ist Testen ins Blaue.

Die fünf UX-Stellschrauben mit direktem Einfluss auf die Conversion Rate

Nicht jede UX-Verbesserung wirkt sich gleich stark auf Conversions aus. Diese fünf Bereiche haben in der Praxis den direktesten Effekt – und lassen sich ohne umfassenden Relaunch angehen.

Ladezeit

Jede Sekunde zusätzliche Ladezeit erhöht die Absprungrate. Das gilt besonders für mobile Nutzer mit schwacher Verbindung. Die technischen Ursachen für langsame Seiten sind meist dieselben: unkomprimierte Bilder, zu viele externe Scripts, fehlende Browser-Caches und mangelhaftes Hosting. PageSpeed Insights von Google zeigt, wo eine Seite verliert – aufgeteilt nach Desktop und Mobile, mit konkreten Verbesserungsvorschlägen.

Der wichtigste Einzelfaktor ist die Bildgröße. Bilder, die ohne Komprimierung als PNG oder hochauflösendes JPEG eingebunden werden, verlangsamen jede Seite erheblich. Moderne Formate wie WebP oder AVIF liefern bei deutlich kleinerer Dateigröße die gleiche visuelle Qualität. Darüber hinaus blockieren Drittanbieter-Scripts – Tracking, Chat-Tools, Social-Media-Einbindungen – den seitenaufbau, wenn sie synchron geladen werden. Asynchrones Laden oder das Verzögern dieser Scripts bis nach dem First Contentful Paint verbessert die wahrgenommene Ladegeschwindigkeit erheblich.

Nutzer navigieren nicht linear. Sie suchen, springen, vergleichen. Eine Navigation, die nur die interne Logik des Unternehmens abbildet – Begriffe wie "Leistungsspektrum", "Solutions" oder "Kompetenzen" –, hält niemanden auf der Seite. Gute Informationsarchitektur fragt: Welche Frage hat der Nutzer in diesem Moment, und wo findet er die Antwort am schnellsten?

Auf B2B-Websites ist Navigation besonders kritisch, weil Entscheider häufig direkt auf einer Unterseite einsteigen, über Suchanfragen oder Direktlinks, und dann verstehen müssen, wo sie sich befinden und wie sie zu den nächsten relevanten Informationen gelangen. Breadcrumbs, ein konsequentes Strukturschema und eine funktionierende Suche sind keine Extras – sie entscheiden, ob ein Besucher bleibt oder abspringt.

Formulardesign

Formulare sind der letzte Schritt vor der Conversion – und gleichzeitig der häufigste Abbruchpunkt. Die wichtigsten Hebel im Formulardesign: die Anzahl der Felder so gering wie möglich halten (alles, was nicht für die erste Interaktion benötigt wird, kann später abgefragt werden), Fehlermeldungen direkt am Feld anzeigen statt erst nach dem Submit, und kontextabhängige Keyboard-Typen auf Mobilgeräten einsetzen (numerische Tastatur für Telefonnummern, E-Mail-Keyboard für E-Mail-Felder).

Mehrstufige Formulare, die komplexe Abfragen auf mehrere Schritte verteilen, reduzieren die wahrgenommene Hürde erheblich. Der erste Schritt sollte die einfachste Frage stellen – wer einmal angefangen hat, schließt häufiger ab als jemand, dem auf den ersten Blick zehn Pflichtfelder begegnen. Fortschrittsbalken oder Schrittanzeigen ("Schritt 2 von 3") geben dem Nutzer Orientierung und senken die Abbruchwahrscheinlichkeit zusätzlich.

Mobile-Darstellung

Auf den meisten B2C-Websites kommt heute mehr als die Hälfte des Traffics von mobilen Endgeräten. Im B2B-Bereich ist der Anteil niedriger, steigt aber kontinuierlich. Das bedeutet konkret: Buttons müssen groß genug sein, um sie mit dem Daumen zu treffen – 44 mal 44 Pixel ist der von Apple und Google empfohlene Mindestwert für Touch-Targets. Texte dürfen nicht so klein sein, dass der Nutzer heranzoomen muss. Pop-ups, die auf dem Desktop gut funktionieren, können auf dem Smartphone die gesamte Ansicht blockieren.

Mobile First bedeutet nicht, Desktop zu vernachlässigen – es bedeutet, die am stärksten eingeschränkte Umgebung zum Startpunkt der Designentscheidungen zu machen. Was auf einem 375 Pixel breiten Bildschirm funktioniert, lässt sich auf einem größeren Viewport immer noch aufwerten. Umgekehrt – Desktop-Designs auf mobile Geräte zu schrumpfen – führt regelmäßig zu den bekannten Problemen: zu kleine Buttons, überladene Ansichten, langsame Ladezeiten durch zu große Ressourcen.

Vertrauenssignale

Im DACH-Raum ist das Vertrauen in unbekannte Anbieter strukturell niedrig. Nutzer suchen nach Belegen, bevor sie eine Entscheidung treffen. Vertrauenssignale auf einer Website sind keine Dekoration – sie sind ein funktionaler Bestandteil des Conversion-Pfades. Dazu gehören: echte Kundenbewertungen mit Namen und Kontext statt anonymer Sternebewertungen ohne Text, erkennbare Partnerlogos oder Gütesiegel, transparente Preisangaben und eine erreichbare Kontaktadresse.

Die Platzierung der Vertrauenssignale ist entscheidend. Sie müssen nahe am Entscheidungsmoment erscheinen – direkt neben dem primären CTA-Button, kurz vor dem letzten Formularschritt, auf der Preisseite. Ein Testimonial, das gut sichtbar auf der Startseite steht, aber nicht auf der Produktdetailseite, wo der Kauf stattfindet, hilft wenig. Social Proof muss dort stehen, wo der Nutzer seine größte Unsicherheit erlebt.

UX-Bereich

Was du misst

Typisches Problem

Erster Ansatz

Ladezeit

Core Web Vitals, Time to Interactive

Zu große Bilder, externe Scripts blockieren den Aufbau

Bilder in WebP konvertieren, Drittanbieter-Scripts asynchron laden

Navigation

Exit-Seiten, interne Suche, Absprungrate je Einstiegsseite

Nutzer finden den nächsten Schritt nicht

Informationsarchitektur per Card Sorting mit Testnutzern überprüfen

Formulare

Form Abandonment Rate, Abbrüche je Feld

Zu viele Pflichtfelder, unklare Fehlermeldungen

Feldanzahl reduzieren, Inline-Validierung einbauen

Mobile

Mobile Conversion Rate im Vergleich zu Desktop

Buttons zu klein, Overlays blockieren die Ansicht

Touch-Targets auf 44 px vergrößern, Pop-up-Trigger überarbeiten

Vertrauen

Heatmap auf CTA-Bereich, Scroll-Tiefe

Kein Social Proof nahe am Entscheidungsmoment

Konkretes Testimonial direkt neben primärem CTA platzieren

So analysierst du UX-Schwachstellen – Schritt für Schritt

Eine UX-Analyse ohne Daten ist Meinung. Die folgende Vorgehensweise folgt dem Prinzip: zuerst messen, dann verstehen, dann eine Hypothese formulieren – und erst dann verändern. Wer in dieser Reihenfolge vorgeht, vermeidet es, auf Basis von Bauchgefühl zu optimieren und dabei Änderungen vorzunehmen, die keine echten Probleme lösen.

  1. Quantitative Basis legen: Rufe in deinem Analytics-Tool – Google Analytics 4, Matomo oder eine vergleichbare Plattform – die Absprungraten, Exit-Raten und durchschnittlichen Verweildauern je Seite ab. Erstelle ein Ranking: Welche Seiten verlieren am meisten Besucher, die eigentlich weiterkommen sollten? Diese Seiten sind deine Prioritäten.
  2. Conversion-Pfade aufzeichnen: Lege in deinem Analytics-Tool einen Funnel an, der den tatsächlichen Weg von der Einstiegsseite bis zur Conversion abbildet. Schaue, auf welchem Schritt der größte Einbruch stattfindet. Ein deutlicher Einbruch auf einem bestimmten Schritt ist ein starkes Signal – es zeigt, wo du zuerst hinschaust.
  3. Heatmaps und Session-Recordings auswerten: Tools wie Microsoft Clarity (kostenlos) oder Hotjar zeigen, wohin Nutzer klicken, wie weit sie scrollen und wo sie die Maus unentschlossen bewegen. Schaue dir zehn Session-Recordings von Nutzern an, die auf einer kritischen Seite abgebrochen haben. In den meisten Fällen wirst du ein Muster erkennen, das in den Zahlen allein nicht sichtbar war.
  4. Core Web Vitals prüfen: Google Search Console und PageSpeed Insights zeigen, wie deine Seiten hinsichtlich Ladezeit und interaktiver Reaktionszeit abschneiden. Seiten mit schlechten Core Web Vitals werden von Google in den Suchergebnissen schlechter eingestuft – das Problem ist also sowohl ein UX- als auch ein SEO-Problem. Die drei Messwerte LCP (Largest Contentful Paint), CLS (Cumulative Layout Shift) und INP (Interaction to Next Paint) geben die spezifischen Baustellen vor.
  5. Mobile-Darstellung separat beurteilen: Öffne deine wichtigsten Seiten auf einem echten Smartphone – nicht im Browser-Simulator. Kann der primäre CTA-Button mit dem Daumen getroffen werden, ohne zu scrollen? Funktionieren alle Formulare? Werden Overlays korrekt geschlossen? Was sich dabei schlecht anfühlt, fühlt sich für jeden mobilen Besucher täglich genauso an.
  6. Hypothese formulieren und Test planen: Aus jeder Beobachtung formulierst du eine Hypothese im Format: "Wenn wir [Änderung], dann erwarten wir [Auswirkung auf Metrik], weil [Begründung aus der UX-Beobachtung]." Diese Hypothese wird im nächsten Schritt per A/B-Test validiert, bevor sie dauerhaft eingespielt wird. Wie das konkret funktioniert, zeigt der Beitrag zu A/B-Tests mit UX-Research optimieren.

Typische UX-Fehler in DACH-Unternehmen – mit Ursache und Gegenmittel

Die meisten UX-Probleme sind vorhersehbar. Diese Fehler tauchen immer wieder auf – unabhängig von Branche und Unternehmensgröße.

Die Startseite als Inhaltsarchiv

Viele Unternehmen behandeln die Startseite so, als müsse sie alle Inhalte des Unternehmens auf einen Blick zeigen. Alle Angebote, alle Referenzen, alle News, alle Teams auf einer einzigen Seite – das Ergebnis ist Orientierungslosigkeit. Der Nutzer weiß nicht, welchen Bereich er anklicken soll, weil alles gleich prominent wirkt.

Ursache: Interne Stakeholder wollen gleichwertig repräsentiert sein. Gegenmittel: Die Startseite beantwortet eine einzige Frage – "Bist du hier richtig?" – und führt danach in die relevante Tiefe. Ein klarer primärer CTA, maximal drei sekundäre Pfade, der Rest auf Unterseiten. Eine saubere Startseite ist kein Informationsverlust, sondern eine Priorisierungsentscheidung.

Formulare als Datensammelmaschine

Formulare mit acht oder mehr Feldern beim ersten Kontakt signalisieren dem Nutzer: Wir wollen alles über dich wissen, bevor wir irgendetwas geben. Das wirkt abschreckend. In der Praxis werden die meisten Zusatzfelder sowieso nicht regelmäßig genutzt – sie entstammen internem Wunschdenken, nicht tatsächlichen Anforderungen des Vertriebsprozesses.

Ursache: Marketing und Vertrieb wollen möglichst viel qualifizieren, bevor ein Lead zugewiesen wird. Gegenmittel: Den ersten Schritt auf das Minimum reduzieren – Name, E-Mail, eine einzige Qualifikationsfrage. Weitere Informationen werden in der Folgekommunikation abgefragt. Mit ActiveCampaign-Automationen lässt sich das Kontaktprofil schrittweise anreichern, ohne die Einstiegshürde zu erhöhen.

CTAs ohne Kontext

"Jetzt starten" oder "Mehr erfahren" sind Formulierungen, die auf nahezu jeder Website stehen. Sie sagen dem Nutzer nicht, was als Nächstes passiert. Startet jetzt was genau? Was erfahre ich mehr über? Unklare CTAs führen zu Klick-Zögern – niemand möchte auf einen Button klicken und dann überrascht werden.

Ursache: CTAs werden als stilistisches Element statt als Conversion-Baustein behandelt. Gegenmittel: Der CTA beschreibt die Handlung und was direkt danach folgt: "Demo buchen – 30 Minuten, kostenlos" oder "Checkliste herunterladen (PDF, 8 Seiten)". Wer weiß, was ihn erwartet, klickt häufiger.

Lange Seiten ohne Navigation

Umfangreiche Inhaltsseiten ohne Sprungnavigation oder Anker-Links zwingen Nutzer zum vollständigen Scrollen. Wer auf einer langen Seite nach einer spezifischen Information sucht und keine Orientierungshilfe bekommt, verlässt die Seite und sucht woanders. Das gilt besonders für Vergleichsseiten, umfangreiche Servicebeschreibungen und FAQ-Bereiche, die von Suchmaschinen für Long-Tail-Anfragen ausgespielt werden.

Gegenmittel: Inhaltsverzeichnis mit Anker-Links am Seitenanfang. Die Sprungnavigation muss keine aufwendige technische Lösung sein – einfache ID-Anker an den Abschnittsüberschriften genügen. Nutzer, die direkt zu dem Abschnitt springen können, der für sie relevant ist, bleiben länger und interagieren häufiger.

Trust-Signale an der falschen Stelle

Viele Unternehmen haben gute Referenzen, Bewertungen und Zertifikate – verstecken sie aber auf einer Unterseite, die kaum jemand besucht. Wer eine Kaufentscheidung trifft, sucht Bestätigung genau dann, wenn er unsicher wird: beim ersten Aufruf der Preisseite, beim Öffnen des Kontaktformulars, beim Vergleich verschiedener Optionen.

Gegenmittel: Einen konkreten Testimonial mit vollständigem Namen und Unternehmensnennung direkt neben dem primären CTA platzieren. Auf der Preisseite die wichtigsten Partnerlogos unterhalb der Preistabelle einblenden. Gütesiegel nicht in der Fußzeile, sondern im sichtbaren Bereich neben Formularen. Social Proof muss am Entscheidungsmoment sichtbar sein.

Wann UX-Optimierung nicht der richtige Hebel ist

UX-Optimierung löst Reibungsprobleme auf dem Weg zur Conversion. Sie funktioniert aber nur, wenn die Grundvoraussetzungen stimmen. Es gibt Situationen, in denen du UX verbessern kannst, wie du willst – die Conversion Rate wird sich trotzdem nicht verbessern, weil das Problem woanders liegt.

Wenn der Traffic falsch qualifiziert ist, nützt gute UX wenig. Wer Besucher anzieht, die gar nicht zur Zielgruppe gehören – weil die Keyword-Strategie oder die Anzeigenausrichtung nicht passt –, wird mit UX-Optimierung keine Conversions gewinnen. Die Besucher konvertieren nicht, weil das Angebot irrelevant für sie ist, nicht weil die Seite schlecht ist. In diesem Fall ist das Messaging oder die Zielgruppenauswahl das Problem.

Wenn das Angebot nicht wettbewerbsfähig ist, kann UX die Conversion Rate stabilisieren, aber nicht kompensieren. Nutzer, die auf einer Preisseite landen und die Alternativen kennen, werden durch bessere Buttons nicht überzeugt. UX schafft keine Argumentationsleistung, die das Angebot selbst nicht schon leistet. Hier hilft ein Blick in die Wettbewerbsanalyse und eine Überarbeitung des Angebots selbst – nicht eine Iteration der Seitengestaltung.

Wenn die Website insgesamt zu wenig Traffic hat, sind UX-Optimierungen schwer zu testen und zu messen. A/B-Tests brauchen eine Mindestanzahl an Besuchern, um statistisch verlässliche Ergebnisse zu liefern. Wer monatlich 200 Besucher auf einer Seite hat, sollte zuerst in Traffic-Aufbau investieren und erst dann systematisch testen. Ansonsten werden echte Unterschiede durch Zufallsvariation verdeckt, und Entscheidungen werden auf Basis von nicht repräsentativen Stichproben getroffen.

UX und ActiveCampaign: Wo beides ineinandergreift

Marketing-Automation und UX sind keine getrennten Disziplinen. Sie greifen an mehreren Punkten ineinander – und Schwachstellen in einem Bereich schaden dem anderen.

ActiveCampaigns Site Tracking protokolliert, welche Seiten ein Kontakt besucht, wie oft und in welcher Reihenfolge. Diese Daten fließen in Lead Scoring und Segmentierung ein. Damit dieses System verlässliche Signale liefert, müssen die Seiten selbst so gebaut sein, dass Besucher länger bleiben und mehrere Seiten besuchen. Wer auf einer schlecht strukturierten Seite sofort abspringt, hinterlässt kein Tracking-Signal – oder ein irreführendes.

Formulare, die über ActiveCampaign eingebunden werden, sind direkt Teil des UX-Erlebnisses. Ein schlecht gestaltetes Opt-in-Formular – zu viele Felder, kein klar formulierter Nutzen, kein Datenschutzhinweis im sichtbaren Bereich – senkt die Opt-in-Rate und damit die Größe der Liste, mit der Automationen arbeiten. In der Praxis sehen wir: Formulare mit klar formuliertem Nutzen-Versprechen und wenigen Pflichtfeldern liefern deutlich mehr Opt-ins als mehrspaltige Abfrageformulare.

Retargeting-E-Mails, die auf spezifische Seiten verlinken, investieren in Klicks – nur um Besucher auf einer Seite zu landen, die erneut schlechte UX bietet. Das ist ein doppelter Verlust: das Engagement aus der E-Mail wird verbraucht, die Conversion findet trotzdem nicht statt. Wer Automationen aufbaut, die auf Landingpages führen, sollte diese Seiten vor dem Start der Automation UX-seitig überprüfen. Einen strukturierten Überblick über weitere Techniken der Conversion-Optimierung liefert der Beitrag zu bewährten CRO-Techniken.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen UX und UI?

User Interface (UI) bezieht sich auf die visuelle Gestaltung: Farben, Schriften, Buttons, Layouts. User Experience (UX) beschreibt das gesamte Erlebnis, das ein Nutzer mit einem Produkt oder einer Website hat – einschließlich Ladezeit, Verständlichkeit, emotionaler Reaktion und dem Gefühl nach der Interaktion. Schlechtes UI kann gute UX ruinieren. Aber auch optisch ansprechendes UI hilft nichts, wenn die Nutzungslogik dahinter Reibung erzeugt. Beide Bereiche gehören zusammen, sind aber nicht dasselbe.

Wie lange dauert es, bis UX-Verbesserungen die Conversion Rate heben?

Technische Optimierungen wie Ladezeit-Verbesserungen wirken sofort – die nächste Analyse-Periode zeigt den Unterschied. Strukturelle Änderungen wie überarbeitete Navigation oder vereinfachte Formulare brauchen ausreichend Datenvolumen, um valide messbar zu sein. Für A/B-Tests auf Seiten mit mittlerem Traffic rechne mit vier bis acht Wochen, bis statistisch belastbare Ergebnisse vorliegen. Auf stark frequentierten Seiten geht es schneller, auf Traffic-schwachen Seiten dauert es länger.

Muss ich Nutzer befragen, um UX zu optimieren?

Nutzerbefragungen liefern wertvolle qualitative Einblicke, sind aber keine Voraussetzung für den Start. Session-Recordings, Heatmaps und Funnel-Analysen decken die häufigsten Probleme auf, ohne Nutzer direkt zu kontaktieren. Befragungen sind besonders dann sinnvoll, wenn aus quantitativen Daten klar wird, dass auf einer bestimmten Seite viele Abbrüche passieren, aber nicht warum. Eine kurze Exit-Befragung mit einer einzigen offenen Frage liefert oft mehr als umfangreiche Fragebögen.

Welche Tools brauche ich für eine UX-Analyse?

Für einen vollständigen ersten Überblick reichen drei kostenlose Tools: Google Analytics 4 oder Matomo für datenschutzkonforme Auswertung in Deutschland für quantitative Daten, Microsoft Clarity für Heatmaps und Session-Recordings sowie Google PageSpeed Insights für Ladezeiten und Core Web Vitals. Bezahlte Ergänzungen wie Hotjar oder Contentsquare liefern mehr Tiefe, sind aber erst sinnvoll, wenn der Grundprozess steht und klare Hypothesen vorliegen.

Kann ich UX verbessern, ohne die Website neu zu bauen?

Fast alle relevanten UX-Verbesserungen lassen sich ohne vollständigen Relaunch umsetzen. Formulare vereinfachen, CTAs umformulieren, Ladezeiten optimieren, Trust-Signale neu platzieren – das sind Maßnahmen auf Seitenebene. Ein Relaunch ist dann sinnvoll, wenn die Informationsarchitektur grundlegend nicht zur Zielgruppe passt oder wenn das technische Fundament keine sinnvollen Einzeloptimierungen mehr erlaubt. Bevor ein Relaunch geplant wird, sollte eine Analyse zeigen, ob das Problem wirklich strukturell ist oder in konkreten Einzelseiten liegt.

UX-Optimierung ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Wer einmal systematisch analysiert und die wichtigsten Reibungspunkte behoben hat, beobachtet anschließend weiter – weil sich Nutzererwartungen verändern, neue Seiten hinzukommen und Automationen neue Anforderungen an Landing Pages erzeugen. Wer ActiveCampaign einsetzt und sicherstellen will, dass Automationen auf UX-saubere Seiten treffen, findet beim Advertal-Team konkrete Unterstützung von der Analyse bis zur Umsetzung.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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