Sales Performance Management (SPM) verbindet Zielplanung, Coaching, Anreizsysteme und CRM-Daten zu einem kontinuierlichen Prozess, der Vertriebsteams systematisch weiterentwickelt. Es geht nicht darum, am Monatsende Zahlen zu kontrollieren, sondern frühzeitig zu erkennen, wo Deals stecken und warum. Wer eingreift, bevor ein Monat verloren ist, braucht dafür die richtigen Prozesse und Werkzeuge.
Das Wichtigste in Kürze
- SPM besteht aus vier Kernkomponenten: Zielplanung, Performance-Messung, Coaching und Anreizsysteme – alle vier müssen aufeinander abgestimmt sein.
- Führende Indikatoren wie Conversion-Raten zwischen Pipeline-Stufen zeigen früher, wo es hakt, als nachgelagerte Umsatzzahlen.
- Anreizsysteme funktionieren nur, wenn jeder Verkäufer seine potenzielle Provision in unter einer Minute selbst ausrechnen kann.
- Datenbasiertes Coaching setzt an konkreten Deal-Daten an, nicht an allgemeinen Verkaufsfähigkeiten.
- ActiveCampaign bildet alle SPM-Kernfunktionen ab: Pipeline-Steuerung, Lead Scoring, automatische Follow-ups und individuelle Reports.
Was Sales Performance Management vom klassischen Vertriebscontrolling unterscheidet
Klassisches Vertriebscontrolling misst Ergebnisse: Umsatz, Abschlussquote, Stornorate. Das Problem dabei ist der Blick in den Rückspiegel. Wenn die Monatszahlen feststehen, lässt sich an dem Monat nichts mehr ändern. Das Tool zeigt, was passiert ist – nicht, was gerade passiert oder was in drei Wochen passieren wird.
Sales Performance Management setzt früher an. Es analysiert die Prozesse, die zu Ergebnissen führen. Wie viele Erstgespräche führt ein Verkäufer tatsächlich? Wie lange bleibt ein Deal in der Demo-Phase stecken? Welche Deals scheitern an welchem Einwand? Wer diese Fragen mit Daten beantworten kann, kann eingreifen, bevor ein Quartal verloren ist.
Der zweite Unterschied ist der Zeithorizont. Vertriebscontrolling läuft im Monats- und Quartalstakt. SPM ist ein wöchentlicher Prozess: Deal-Review, individuelles Coaching auf Basis von Pipeline-Daten, Anpassung von Prioritäten. Das verlangt eine andere Infrastruktur und eine andere Führungshaltung.
Komponente | Was sie steuert | Typisches Werkzeug |
|---|---|---|
Zielplanung | Worauf das Team hinarbeitet | Quartals- und Monatsziele je Verkäufer |
Performance-Messung | Wie gut der Fortschritt ist | Pipeline-Dashboard, KPI-Reports |
Coaching | Wie Einzelpersonen besser werden | 1:1-Gespräche, wöchentliche Deal-Reviews |
Anreizsysteme | Was motiviert das richtige Verhalten | Provisionsmodell, Teamziele, Leaderboard |
Strategie 1: Territory Management – Klare Zuständigkeiten schaffen Fokus
Wer für alles zuständig ist, ist für nichts zuständig. Das gilt im Vertrieb besonders. Ohne saubere Territory-Planung verlierst du Deals, weil sich niemand verantwortlich fühlt – oder weil sich mehrere Verkäufer denselben Kontakt vorknöpfen und sich dabei gegenseitig im Weg stehen. Beides kostet Zeit und schadet der Kundenbeziehung.
Mögliche Aufteilungskriterien sind geografische Regionen (DACH-Teilmärkte, Bundesländer), Unternehmensgrößen (KMU, Mittelstand, Enterprise), Branchen oder Produktlinien. Welches Kriterium sinnvoll ist, hängt vom Markt und der Teamstruktur ab. Entscheidend ist nicht, welches Kriterium du nimmst, sondern dass du überhaupt eines nimmst und es sauber umsetzt – und dass alle wissen, wer für welchen Lead zuständig ist.
In ActiveCampaign bildest du die Zuständigkeit über Tags und benutzerdefinierte Felder ab. Ein Kontakt bekommt beim Eintritt in die Pipeline automatisch das passende Territory-Tag und wird dem zuständigen Verkäufer zugewiesen. So entsteht eine belastbare Datenbasis für die individuelle Performance-Messung. Ohne diese Grundlage sind Vergleiche zwischen Verkäufern wertlos, weil unklar ist, ob Unterschiede im Ergebnis an der Person oder an der Qualität der zugewiesenen Leads liegen.
Strategie 2: KPIs, die das richtige Verhalten messen
Der häufigste Fehler bei der KPI-Auswahl: Unternehmen messen fast ausschließlich Ergebniskennzahlen. Umsatz, Abschlussquote, Pipeline-Volumen. Das sind nachgelagerte Indikatoren – sie zeigen, was passiert ist, nicht, was gerade passiert. Ein vollständiges SPM-System braucht führende Indikatoren, die zeigen, wohin sich die Performance entwickelt.
Führende Indikatoren (Leading) | Nachgelagerte Indikatoren (Lagging) |
|---|---|
Conversion Rate: Erstgespräch zu qualifiziertem Lead | Monatsumsatz je Verkäufer |
Conversion Rate: Lead zu Demo | Abschlussquote gesamt |
Conversion Rate: Demo zu Angebot | Durchschnittlicher Dealwert |
Conversion Rate: Angebot zu Abschluss | Sales Cycle Length |
Follow-up-Rate nach Demo | Stornorate nach 90 Tagen |
Pipeline Velocity | Pipeline-Volumen gesamt |
Wenn du die vier Stufen-Conversion-Raten je Verkäufer kennst, siehst du genau, an welcher Stelle die Pipeline leck ist. Ein Verkäufer mit guter Ansprache, aber schwacher Demo-Abschlussrate braucht eine andere Unterstützung als einer, der selten in Erstgespräche kommt. Das macht Coaching gezielt statt beliebig.
Pipeline Velocity ist eine weitere Kennzahl, die oft unterschätzt wird. Sie beschreibt, wie schnell Deals durch die Pipeline fließen. Ein hoher Durchsatz bei gleichem Team-Volumen bedeutet mehr Abschlüsse im selben Zeitraum. Ein sinkender Durchsatz ist ein Frühwarnzeichen. Die Grundformel lautet: Anzahl aktiver Deals multipliziert mit der Abschlussquote und dem durchschnittlichen Dealwert, dividiert durch die durchschnittliche Sales Cycle Length. Wer diesen Wert regelmäßig verfolgt, bekommt früh ein Gefühl dafür, ob sich die Vertriebsmaschinerie verbessert oder nicht.
Die Kunst besteht darin, nicht zu viele KPIs gleichzeitig zu messen. Wer 15 Kennzahlen verfolgt, verliert den Fokus. Drei bis fünf führende Indikatoren und drei bis fünf nachgelagerte Indikatoren reichen für die meisten Vertriebsteams als Grundlage aus.
Strategie 3: Anreizsysteme, die mit den Unternehmenszielen übereinstimmen
Was du belohnst, bekommst du. Dieser Satz klingt einfach, wird in der Praxis aber regelmäßig missachtet. Ein Unternehmen, das langfristige Kundenbindung will, aber ausschließlich Neukundengeschäft vergütet, bekommt Verkäufer, die auf schnelle Abschlüsse optimieren – zu Lasten der Kundenqualität. Ein anderes belohnt die Anzahl der Abschlüsse, will aber Marge. Das Ergebnis: Verkäufer, die marginalschwache Deals priorisieren, weil dort weniger Widerstand ist.
Ein funktionsfähiges Provisionsmodell hat drei Eigenschaften. Erstens ist es einfach genug, dass jeder Verkäufer seine potenzielle Vergütung in unter einer Minute selbst ausrechnen kann. Zweitens fördert es das Verhalten, das dem Unternehmen langfristig nützt, nicht das, das kurzfristig Zahlen macht. Drittens berücksichtigt es die arbeitsrechtlichen Besonderheiten im DACH-Raum: Provisionen müssen planbar sein, reine Leistungsmodelle ohne Fixgehalt-Anteil sind in Deutschland arbeitsrechtlich anspruchsvoll.
Typische Provisionsstrukturen im Vergleich
Für SaaS-Unternehmen bietet sich eine Aufteilung an, die Neukundengeschäft, Upsells und Kundenbindung unterschiedlich gewichtet – zum Beispiel höhere Provision für Deals mit langer Vertragslaufzeit als für kurzlaufende Abschlüsse. Für Beratungsunternehmen kann ein Langfristigkeits-Bonus sinnvoll sein, der an die Laufzeit von Projekten oder die Zufriedenheit nach Abschluss geknüpft ist. Für Teams mit mehreren Produktlinien bietet sich eine margenbezogene Provision an, die profitablere Produkte stärker incentiviert.
Ein Stufenmodell funktioniert in vielen Branchen gut: Basis-Provision ab dem ersten Abschluss, höhere Quote ab einem monatlichen Schwellenwert. Das schafft einen echten Anreiz, über das Minimum hinauszugehen, ohne einen schwachen Monat zu bestrafen. Ergänzend kann ein Team-Bonus-Pool greifen, wenn das Gesamtteam ein gemeinsames Ziel erreicht. Das fördert Zusammenarbeit statt Ellenbogen.
Strategie 4: Datenbasiertes Coaching statt Gießkannenprinzip
Gruppentraining ist wichtig, löst aber keine individuellen Probleme. Wer sieht, dass ein Verkäufer eine deutlich niedrigere Quote von Demo zu Abschluss hat als der Rest des Teams, braucht keine allgemeine Abschlussschulung für alle. Er braucht eine 1:1-Session über genau diesen Schritt – auf Basis der tatsächlichen Pipeline-Daten.
Datenbasiertes Coaching setzt an drei Punkten an. Erstens an der Pipeline-Analyse je Verkäufer: Wo verliert jeder Einzelne die meisten Deals? In welcher Phase hängen Deals am längsten? Gibt es auffällige Muster im Vergleich zum Team-Durchschnitt? Zweitens an der Gesprächsanalyse: Welche Einwände tauchen bei diesem Verkäufer immer wieder auf, und wie reagiert er darauf? Was läuft in der Demo ab? Was passiert im Follow-up? Drittens an einer konkreten Maßnahme mit Erfolgskriterium. Ein Coaching-Gespräch, das ohne ein messbares Ziel endet, ist eine Unterhaltung, kein Coaching.
Coaching wirkt dann am stärksten, wenn es kein Ausnahme-Format für schlechte Monate ist. Wenn Verkäufer das Gespräch mit der Führungskraft nur kennen, wenn etwas schiefläuft, entsteht eine defensive Haltung. Ein wöchentliches Deal-Review im Team von 15 bis 30 Minuten und ein monatliches 1:1 je Verkäufer sind eine praktische Grundstruktur, die Coaching als reguläres Format etabliert.
Typisches Coaching-Gespräch strukturieren
Ein effektives 1:1-Coaching-Gespräch folgt einem klaren Ablauf: Zunächst schaut ihr gemeinsam auf die Zahlen – ohne Bewertung, nur als Bestandsaufnahme. Dann identifiziert ihr gemeinsam den einen Bereich, der die größte Auswirkung auf das Ergebnis hätte. Danach formuliert ihr eine konkrete Maßnahme mit einem messbaren Ziel bis zum nächsten Gespräch. Nicht fünf Maßnahmen, eine. Am Ende legt ihr fest, woran ihr nächste Woche erkennen werdet, ob die Maßnahme gewirkt hat.
Strategie 5: Individuelle Motivatoren erkennen und gezielt nutzen
Nicht jeder Verkäufer reagiert auf dieselben Anreize. Wer die individuellen Antriebe seines Teams kennt, kann Coaching und Zielsetzung viel gezielter gestalten. Das erfordert kein psychologisches Expertenwissen, sondern regelmäßige, ehrliche Gespräche, in denen persönliche Ziele Platz haben – nicht nur Vertriebszahlen.
In One-on-One-Gesprächen lohnt es sich, aktiv nach persönlichen Zielen zu fragen. Wer auf ein konkretes Ziel hinarbeitet, findet in einem guten Monat selbst die Motivation, einen weiteren Abschluss zu machen – ohne Druck von außen. Führungskräfte, die das wissen und in Gesprächen aufgreifen, können Ziele und Anreize so formulieren, dass sie für den Einzelnen einen konkreten Bezug haben.
Wichtig: Ziele ändern sich. Was vor einem Jahr motiviert hat, muss es heute nicht mehr tun. Ein regelmäßiger Check – mindestens zweimal im Jahr – ist sinnvoll, um zu wissen, ob die Rahmenbedingungen noch passen. Wer diese Gespräche einmal führt und dann vergisst, arbeitet mit veralteter Information.
Strategie 6: Transparenz durch Leaderboards – so geht es ohne Demotivation
Leaderboards können motivieren oder demotivieren, je nachdem, wie sie aufgebaut sind. Ein einfaches Ranking nach Umsatz klingt transparent, hat aber eine Nebenwirkung: Die Mehrheit des Teams landet dauerhaft in der unteren Hälfte und zieht daraus den Schluss, dass Aufholen aussichtslos ist. Das wirkt kontraproduktiv, besonders bei Verkäufern, die stark in einem Bereich sind, der im Umsatz-Ranking nicht sichtbar wird.
Eine wirksamere Variante: mehrere Kategorien, in denen unterschiedliche Stärken sichtbar werden. Wer den schnellsten Sales Cycle hatte, wer die beste Follow-up-Quote zeigt, wer das beste Verhältnis von Demo zu Abschluss erreicht hat. So kann ein breiterer Teil des Teams Erfolg erleben – und Verkäufer, die im Umsatz-Ranking vielleicht nicht vorne liegen, aber zuverlässig Pipeline-Qualität liefern, werden sichtbar.
Für deutsche Unternehmen ab einer bestimmten Teamgröße gilt: Leistungsmesssysteme, die individuelle Aktivitätsdaten erheben und öffentlich sichtbar machen, haben mitbestimmungsrechtliche Implikationen. Ein Leaderboard sollte vor dem Launch mit dem Betriebsrat abgestimmt sein, nicht danach. Ungeklärte Mitbestimmungsfragen können eine gute Lösung nachträglich unwirksam machen.
Strategie 7: Strategische Kommunikation im Vertriebsteam
Eine häufige Quelle von Demotivation in wachsenden Unternehmen: Die Geschäftsführung ändert die Strategie, aber der Vertrieb erfährt nur das Was – nicht das Warum und nicht, was das für die tägliche Gesprächsführung bedeutet. Das Ergebnis sind Verkäufer, die formal die neue Richtung verfolgen, aber ohne Überzeugung, weil sie den Hintergrund nicht kennen.
Bei jeder strategischen Änderung braucht das Vertriebsteam vier Informationen: Was ändert sich konkret? Warum ändert sich das – welche Markt- oder Unternehmensentwicklung steckt dahinter? Was bedeutet das für den Vertriebsalltag, also für Gesprächsführung, Argumentation und Zielgruppen? Und welche Unterstützung gibt es beim Umstieg, also neue Materialien, Trainings oder angepasste Gesprächsleitfäden?
Das ist keine Luxus-Kommunikation, sondern eine Effizienzfrage. Ein Verkäufer, der versteht, warum das Unternehmen jetzt auf Enterprise-Kunden setzt, führt andere Gespräche als einer, dem das per E-Mail mitgeteilt wurde. Der erste spricht über strategischen Fit und langfristige Partnerschaft. Der zweite pitcht das gleiche Produkt wie vorher – nur an eine Zielgruppe, für die es nicht mehr passt.
Typische Fehler, die SPM-Initiativen scheitern lassen
Zu viele Kennzahlen auf einmal einführen
Teams, die mit SPM beginnen, messen oft alles, was das CRM hergibt. Das führt zu Dashboard-Überflutung: Niemand weiß mehr, worauf er sich konzentrieren soll, weil überall Ampeln leuchten. Besser ist es, mit drei bis fünf Kernkennzahlen zu starten und diese konsequent zu verfolgen, bevor neue hinzukommen. Weniger Kennzahlen, die jeder kennt und versteht, tragen mehr als ein vollständiges Analytics-Dashboard, das niemand liest.
Coaching als Reaktion auf schlechte Zahlen behandeln
Wenn Verkäufer das Gespräch mit der Führungskraft nur kennen, wenn etwas schiefläuft, entsteht eine defensive Haltung. Coaching, das nur dann stattfindet, wenn die Zahlen rot sind, assoziiert das Format mit Kontrolle statt mit Entwicklung. Coaching wirkt als reguläres Format – in guten Monaten wie in schlechten.
Provisionsmodelle, die niemand versteht
Wenn ein Verkäufer einen Excel-Experten braucht, um seine monatliche Provision zu berechnen, ist das Modell zu komplex. Komplexität führt dazu, dass der Zusammenhang zwischen Verhalten und Vergütung nicht mehr nachvollziehbar ist – und damit der Anreiz verloren geht. Die Probe: Kann jeder Verkäufer seine potenzielle Provision für diesen Monat in unter einer Minute ausrechnen? Wenn nicht, ist das Modell überarbeitungsbedürftig.
SPM ohne Unterstützung der direkten Führungskräfte
SPM, das nur von HR oder einer Operations-Abteilung getrieben wird, aber von den direkten Vertriebsführungskräften nicht aktiv gelebt wird, scheitert in der Regel. Die Schlüsselpersonen sind die direkten Vorgesetzten der Verkäufer. Sie müssen die 1:1-Gespräche führen, die Daten kennen und Coaching als zentralen Teil ihrer Aufgabe verstehen. Ohne diese Bereitschaft bleibt das beste System Theorie.
Sales Performance Management mit ActiveCampaign aufbauen
ActiveCampaign ist für Teams mit SPM-Anforderungen eine praktische Plattform, weil CRM, Pipeline-Verwaltung, Automatisierung und Reporting in einer Oberfläche zusammenlaufen. Der folgende Aufbauplan zeigt, wie die Grundstruktur entsteht.
- Deal-Pipeline mit klaren Stages definieren. Lege maximal sechs Stufen mit eindeutiger Eintrittsbedingung je Stage an. Beispiel: Lead – Qualifiziert – Demo geplant – Angebot gestellt – Verhandlung – Gewonnen/Verloren. Weg dorthin: Automationen → CRM → Pipelines → Neue Pipeline erstellen.
- Automatische Zuweisung nach Territory-Tag einrichten. Eine Automation prüft beim Eintritt eines neuen Kontakts das Territory-Tag und weist den Deal dem richtigen Verkäufer zu. Weg dorthin: Automationen → Erstellen → Eintrittspunkt: Deal-Erstellung → Bedingung: Tag enthält Territory-Wert → Aktion: Deal-Eigentümer setzen.
- Lead Scoring aktivieren. Vergib Punkte für Kontakteigenschaften (Unternehmensgröße, Branche) und Verhalten (Website-Besuche, E-Mail-Klicks). Weg dorthin: Kontakte → Lead Scoring → Neue Regel. Wie ein vollständiges Scoring-Modell für B2B-Teams aufgebaut wird, beschreibt der Lead-Scoring-Leitfaden für B2B.
- Automatische Follow-up-Sequenzen nach Stage-Wechsel. Wenn ein Deal von „Demo geplant" in „Angebot gestellt" wechselt, startet automatisch eine Follow-up-Sequenz: 24 Stunden nach Demo eine Zusammenfassung mit nächsten Schritten, drei Tage später ein Gesprächsangebot, eine Woche danach ein ergänzender Inhalt. Weg dorthin: Automationen → Erstellen → Eintrittspunkt: Deal-Stage-Änderung.
- Individuelle Performance-Reports je Verkäufer einrichten. CRM → Reports → Custom Reports. Richte einen wöchentlichen Report ein, der die Kern-KPIs je Verkäufer zeigt: Deals je Stage, Conversion Rates Stage zu Stage, durchschnittliche Stage-Verweildauer. Diese Reports bilden die Grundlage für das wöchentliche Deal-Review.
- Deal-Loss-Analyse automatisieren. Wenn ein Deal auf „Verloren" gesetzt wird, startet eine Automation, die den Verlustgrund als internes Task dokumentiert und den Kontakt in eine Reaktivierungs-Sequenz legt. Weg dorthin: Automationen → Erstellen → Eintrittspunkt: Deal-Stage-Änderung auf Verloren → Aktion: Task erstellen + Kontakt taggen mit Verlustgrund.
DSGVO-konformes Sales Tracking im deutschsprachigen Raum
Wer über ActiveCampaign Site Tracking Verhaltensdaten der Kontakte erhebt, muss das im deutschsprachigen Raum DSGVO-konform umsetzen. Das bedeutet: Tracking nur bei expliziter Zustimmung, transparente Datenschutzerklärung, Opt-out-Möglichkeit und Datenminimierung auf die für den Vertriebsprozess tatsächlich relevanten Signale.
Diese Anforderungen schränken die Datenbasis ein, machen sie aber auch belastbarer. Ein Kontakt, der explizit zugestimmt hat, liefert aussagekräftigere Verhaltenssignale als einer, bei dem unklar ist, ob das Tracking rechtmäßig war. Für das Lead Scoring bedeutet das: Weniger Datenpunkte, dafür sauberere Qualifizierung und eine Grundlage, die auch einer datenschutzrechtlichen Prüfung standhält.
Wann Sales Performance Management nicht passt
SPM setzt voraus, dass ein Vertriebsprozess hinreichend standardisiert ist, um gemessen zu werden. Bei einem Team unter drei Verkäufern oder in Märkten mit sehr langen, hochindividuellen Sales Cycles von 18 Monaten und mehr liefern viele der genannten Metriken keine validen Aussagen, weil die Stichprobe zu klein ist. Conversion-Raten aus fünf Abschlüssen im Quartal sind statistisch nicht aussagekräftig genug, um Coaching-Entscheidungen zu begründen.
In frühen Unternehmensphasen, wenn der Vertriebsprozess selbst noch gesucht wird, ist zu viel Systematisierung kontraproduktiv. Dann ist explorativer Verkauf sinnvoller als ein streng gemanagtes Pipeline-System. SPM entfaltet seine Wirkung, wenn drei Bedingungen erfüllt sind: Der Prozess ist standardisiert genug, das Team ist groß genug für statistische Aussagen, und Führungskräfte sind bereit, regelmäßig Zeit in Coaching zu investieren.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Sales Performance Management und Vertriebscontrolling?
Vertriebscontrolling ist ein Baustein von SPM. Es misst, was passiert ist: Umsatz, Abschlussquoten, Stornorate. SPM geht weiter: Es steuert aktiv die Bedingungen, unter denen Verkäufer arbeiten, durch Coaching, Anreizsysteme, Gebietsplanung und Prozessoptimierung. Beide Ansätze brauchen einander, aber SPM ohne valide Controlling-Daten ist Bauchgefühl, und Vertriebscontrolling ohne die SPM-Komponenten ist reine Beobachtung ohne Steuerung.
Welche CRM-Anforderungen hat Sales Performance Management?
Ein CRM für SPM muss individuelle Deal-Zuweisungen, Stage-basierte Pipeline-Verwaltung und Conversion-Reports je Verkäufer abbilden können. Hilfreich sind außerdem automatische Aufgaben und Follow-up-Erinnerungen, Lead Scoring und Stage-basierte Automationen. ActiveCampaign CRM im Vertriebseinsatz erfüllt diese Anforderungen und verknüpft sie mit Marketing-Automatisierung in einer Oberfläche.
Wie oft sollten Performance-Gespräche im Vertrieb stattfinden?
Ein wöchentliches Deal-Review auf Team-Ebene von 15 bis 30 Minuten, fokussiert auf Pipeline-Gesundheit und aktuelle Deals, und ein monatliches 1:1-Coaching je Verkäufer sind eine praktische Grundstruktur. Dazu kommen anlassbezogene Gespräche, wenn ein Verkäufer deutlich aus einer Kennzahl herausfällt. Quartalsweise lohnt es sich, den gesamten Prozess zu evaluieren: nicht nur einzelne Personen, sondern auch Ziele, KPI-Definitionen und Anreizsysteme.
Wie setzt man Vertriebsziele, die motivieren statt zu demotivieren?
Ziele wirken dann motivierend, wenn sie ambitioniert, aber erreichbar sind. Als grobe Orientierung gilt: Ein realistisch gesetztes Ziel sollte der Großteil des Teams in einem guten Monat erreichen können. Liegen Ziele systematisch zu hoch, entsteht Resignation. Zu niedrige Ziele verfehlen ihren Sinn. Neben Umsatzzielen helfen Aktivitätsziele auf Prozessebene – Anzahl Demos pro Monat, Erstgespräche pro Woche –, weil sie kurzfristig erreichbar sind und das Verhalten steuern, das zu Abschlüssen führt.
Was ist der Unterschied zwischen Sales Performance Management und Sales Enablement?
Sales Enablement konzentriert sich auf Inhalte, Werkzeuge und Wissen, die Verkäufer brauchen, um effektiv zu sein: Gesprächsleitfäden, Präsentationen, Schulungsmaterialien, CRM-Einführungen. SPM konzentriert sich auf die Steuerung der Performance: Ziele, Messung, Coaching und Anreize. Beides ist notwendig. Enablement schafft die Grundlage; SPM sorgt dafür, dass diese Grundlage in Ergebnisse übersetzt wird.
Wer Sales Performance Management als dauerhaften Prozess versteht und nicht als einmalige Initiative, schafft die Grundlage für ein Vertriebsteam, das systematisch besser wird. Für den Aufbau der technischen Grundlage in ActiveCampaign bietet der Leitfaden zu den ActiveCampaign Sales Features den nächsten konkreten Schritt – von der Pipeline-Konfiguration bis zu automatisierten Vertriebsprozessen.


