Ein Sales-Funnel konvertiert dann besser, wenn jede Phase eine klar definierte Aufgabe hat und die Kommunikation danach ausgerichtet ist – nicht wenn er möglichst viele Kanäle bespielt. Die vier Beispiele in diesem Beitrag zeigen, wie unterschiedliche Funnel-Typen aufgebaut sind: Bildungs-Funnel, Community-Funnel, Content-Funnel für B2B und Loyalitäts-Funnel. Jedes Modell hat seinen Platz. Mit ActiveCampaign lässt sich jedes davon automatisieren.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Funnel konvertiert besser, wenn jede Phase eine klare Aufgabe hat: Aufmerksamkeit wecken, Vertrauen aufbauen, Kaufbereitschaft auslösen.
- Bildungs- und Content-Funnels eignen sich besonders für erklärungsbedürftige Produkte und B2B; Community-Funnels tragen stärker bei Lifestyle- und Consumer-Brands.
- Lead-Magnet, Welcome-Automation und Lead Scoring sind die drei Bausteine, die jeden Funnel-Typ in ActiveCampaign tragen.
- Der häufigste Fehler: zu früh verkaufen und keine Segmentierung zwischen Neu- und Bestandskunden.
- Welcher Funnel-Typ nicht passt, hängt vom Kaufzyklus und Vertrauensbedarf ab – nicht vom Budget.
Was alle vier Funnel-Typen gemeinsam haben
Ob Tee-Boutique oder Animationsstudio – funktionierende Sales-Funnels folgen demselben Grundprinzip: Sie führen einen potenziellen Käufer von der ersten Berührung bis zum Abschluss in nachvollziehbaren Schritten. Der Unterschied liegt darin, welche Mittel in jeder Phase eingesetzt werden.
Vier Aspekte finden sich in jedem der folgenden Beispiele:
- Es gibt einen klar definierten Einstiegspunkt, der für die Zielgruppe attraktiv ist.
- Die Kommunikation danach ist nicht einmalig, sondern eine Folge geplanter Kontaktpunkte.
- Content oder Erfahrung geht dem Kaufangebot voraus – der Vertrauensaufbau ist Teil des Funnels, kein Vorspann.
- Wiederkäufer werden anders behandelt als Erstkäufer.
Das klingt nach Grundwissen. Das Problem ist, dass diese vier Aspekte in der Praxis häufig halbfertig umgesetzt werden: Der Einstiegspunkt ist gut, aber die Follow-Up-Serie fehlt. Oder die Serie läuft, trifft aber alle Leads gleich statt segmentiert. Gerade dieser letzte Punkt – die Segmentierung nach Verhalten oder Kaufstatus – ist der Hebel, der am häufigsten unterschätzt wird.
Beispiel 1: Bildungs-Funnel – ArTea
ArTea ist eine Tee-Boutique aus Chile, die über Online-Kanäle und einen Laden in Santiago verkauft. Das Interessante an ihrem Funnel ist nicht die Technik dahinter, sondern der Ansatz: Sie verkaufen nicht sofort Tee, sondern zunächst Wissen über Tee.
Wie der Funnel aufgebaut ist
Der Einstiegspunkt ist ein kostenloser Tee-Guide, den Interessenten gegen ihre E-Mail-Adresse erhalten. Danach folgt eine Sequenz, die über Tee-Sorten, Zubereitungsmethoden und Herkunft informiert. Das Kaufangebot kommt erst, nachdem Wissen und Vertrauen aufgebaut sind – nicht in der ersten E-Mail.
Bestandskunden erhalten andere E-Mails als neue Leads: Rabattcodes, Hinweise auf limitierte Sorten, Einladungen zu Veranstaltungen. Die Segmentierung zwischen Neu- und Bestandskunden ist ein zentraler Hebel dieses Funnels, kein optionaler Zusatz.
Was du daraus mitnimmst
Der Bildungs-Funnel funktioniert besonders gut bei Produkten, für die Käufer eine Entscheidungsgrundlage brauchen – wo Herkunft, Qualität oder Verwendung erklärungsbedürftig sind. Wer einen Guide, ein Webinar oder einen Mini-Kurs als Lead-Magnet nutzt, spricht jemanden an, der aktiv lernen will. Das signalisiert bereits höheres Kaufinteresse als ein Klick auf eine Anzeige.
In ActiveCampaign setzt du das so um: Unter Automationen > Erstellen > Bei Formulareintrag legst du eine Welcome-Serie an, die direkt nach der Anmeldung startet. Die ersten drei bis vier E-Mails liefern den versprochenen Inhalt und konkreten Mehrwert. Erst ab E-Mail vier oder fünf kommt das erste Produktangebot – und dann mit einem direkten Bezug auf das, was die Person im Guide gelernt hat.
Beispiel 2: Community-Funnel – GymShark
GymShark ist eine britische Fitness-Bekleidungsmarke, die 2012 von Ben Francis gegründet wurde. Sie hat sich vom kleinen Online-Shop zu einer international bekannten Consumer-Brand entwickelt. Der Schlüssel liegt nicht im Produkt allein, sondern in der Community, die um die Marke herum aufgebaut wurde.
Wie der Funnel aufgebaut ist
Der Einstieg in den GymShark-Funnel erfolgt fast immer über Social Media: Fitness-Athleten zeigen die Produkte in ihren Inhalten. Das schafft Reichweite, aber noch keine direkte Kaufbereitschaft. Im nächsten Schritt halten Blog-Inhalte, Instagram Stories und YouTube-Videos die Marke präsent. Was die Kaufbereitschaft letztlich auslöst, ist das Gefühl, zu einer bestimmten Community zu gehören – verstärkt durch limitierte Kollektionen und Events.
Der wichtigste Unterschied zum Bildungs-Funnel: Hier steht nicht Wissensvermittlung im Vordergrund, sondern Identifikation. Der Käufer fragt nicht nach Wissensvermittlung, sondern nach Zugehörigkeit. Das erfordert eine andere Art von Content – und einen langen Atem, denn Community entsteht nicht über Nacht.
Was du daraus mitnimmst
Der Community-Funnel trägt vor allem bei Lifestyle-Produkten, bei denen ein bestimmtes Selbstbild mitgekauft wird. Er ist aufwändig im Aufbau und braucht konsistente Inhalte über einen langen Zeitraum. Wer ihn in ActiveCampaign abbilden will, nutzt das Site Tracking unter Einstellungen > Tracking: Besucht ein Kontakt die Produktseite ohne zu kaufen, startet automatisch eine E-Mail-Sequenz mit Social Proof – zum Beispiel Rückmeldungen anderer Käufer oder Inhalte aus der Community.
Für Unternehmen mit kleineren Zielgruppen gilt: Der Community-Effekt lässt sich auch im kleinen Maßstab nutzen. Eine E-Mail-Gruppe für Stammkunden, ein geschlossener Bereich für Käufer oder regelmäßige Live-Formate können denselben Bindungseffekt erzeugen wie eine große Social-Media-Community – mit deutlich weniger Reichweite als Voraussetzung.
Beispiel 3: Content-Funnel für B2B – Kurzgesagt
Kurzgesagt ist eine deutsche Animations-Produktion, die komplexe Themen visuell aufbereitet und über YouTube verbreitet. Das Unternehmen hat daraus einen B2B-Funnel gebaut, dessen Mechanik für Agenturen, Beratungen und andere Dienstleister direkt übertragbar ist.
Wie der Funnel aufgebaut ist
Der YouTube-Kanal ist gleichzeitig Beweis und Schaufenster der Leistung: Wer sich für eine Animations-Agentur interessiert, sieht dort, wie Kurzgesagt komplizierte Sachverhalte verständlich macht – und versteht sofort, was sie potenziellen B2B-Kunden bieten können. Der direkte Kontakt entsteht nicht über Lead-Magnets oder E-Mail-Sequenzen, sondern über die Website, wenn ein Interessent konkret anfragen will.
Das Modell funktioniert, weil der Content eine doppelte Aufgabe erfüllt: Er erreicht ein breites Publikum (Awareness), und er positioniert das Unternehmen als Experten für diejenigen, die nach genau einem solchen Anbieter suchen (Desire). Die Interessenten qualifizieren sich dadurch selbst – wer anfrägt, hat bereits ein klares Bild von der Leistung.
Was du daraus mitnimmst
Im B2B-Bereich brauchen Interessenten oft mehr Berührungspunkte, bevor sie Kontakt aufnehmen. Der Content-Funnel verlängert diese Phase absichtlich: Wer regelmäßig Nützliches veröffentlicht, ist präsent, wenn der Bedarf entsteht. In ActiveCampaign ergänzt Lead Scoring diesen Ansatz: Jeder Kontakt, der sich in die Liste einträgt, bekommt Punkte für das Öffnen von E-Mails, das Klicken auf Links oder den Besuch von Schlüsselseiten.
Den Lead-Scoring-Mechanismus richtest du in ActiveCampaign unter Kontakte > Lead Scoring > Neues Modell ein. Definiere dort Aktionen und zugehörige Punktwerte. Eine praktische Grundregel für den Start: Aktionen, die direkte Kaufbereitschaft signalisieren (Besuch der Angebotsseite, Download eines konkreten Produktdokuments), erhalten höhere Werte als passive Aktionen wie das reine Öffnen einer E-Mail. Wer einen Schwellenwert erreicht, landet automatisch bei einer Folge-Automation oder beim Sales-Team.
Beispiel 4: Loyalitäts-Funnel – Koia
Koia ist eine US-amerikanische Marke für gesunde Drinks. Der Funnel von Koia ist deshalb interessant, weil er den Schwerpunkt nicht auf die Neukundengewinnung legt, sondern auf die Bindung von Bestandskunden und die Erhöhung des Kaufwerts über die Zeit.
Wie der Funnel aufgebaut ist
Der Einstieg erfolgt über Influencer-Partnerschaften und Retail-Kanäle. Was den Funnel strukturell von den anderen drei Beispielen unterscheidet: Die intensivste Kommunikation findet nach dem ersten Kauf statt. Rezepte mit Koia-Produkten, Treueprogramm-Updates und Community-Aktionen sprechen gezielt diejenigen an, die bereits gekauft haben.
Das Treueprogramm ist kein Add-on, sondern ein Funnel-Element. Es erhöht die Kauffrequenz und den durchschnittlichen Bestellwert, weil es einen Anreiz schafft, bei der Marke zu bleiben statt zur Konkurrenz zu wechseln. Für Unternehmen mit Wiederholungskäufen – ob SaaS, Verbrauchsgüter oder Dienstleistungen im Abo – ist das die logische Ergänzung zu einem Neukundenkanal.
Was du daraus mitnimmst
Der häufigste Fehler im Funnel-Aufbau ist der Fokus auf Neukunden bei gleichzeitiger Vernachlässigung von Bestandskunden. Wer bereits einmal gekauft hat, bringt eine höhere Ausgangsbasis an Vertrauen mit. Diese zu nutzen ist effizienter, als immer wieder neue Interessenten zu gewinnen. In ActiveCampaign bildest du das über Tags ab: Wer seinen ersten Kauf abgeschlossen hat, bekommt das Tag Erstkäufer und startet eine Automation, die auf Bindung ausgelegt ist – statt auf das Kaufangebot, das er bereits angenommen hat.
Segmentiere dabei nicht nur nach Kaufstatus, sondern nach Kauffrequenz: Wer einmal gekauft hat, bekommt andere Inhalte als jemand, der im zurückliegenden Jahr mehrfach bestellt hat. ActiveCampaign kann diese Segmentierung über Felder oder Deal-Phasen abbilden; der Aufbau lohnt sich schon ab wenigen Hundert Kontakten.
Vergleich der vier Funnel-Typen auf einen Blick
Funnel-Typ | Passend für | Kritischer Erfolgsfaktor | Wichtigstes ActiveCampaign-Werkzeug |
|---|---|---|---|
Bildungs-Funnel (ArTea) | Erklärungsbedürftige Produkte, Nischenmärkte | Qualität des Lead-Magnets | Welcome-Automation |
Community-Funnel (GymShark) | Lifestyle-Marken, Consumer-Brands | Konsistenz über Monate und Jahre | Site Tracking + Behavioral Emails |
Content-Funnel (Kurzgesagt) | B2B-Dienstleister, Agenturen, Beratungen | Regelmäßige Veröffentlichung | Lead Scoring |
Loyalitäts-Funnel (Koia) | Alle, die Bestandskunden stärker binden wollen | Segmentierung nach Kaufhistorie | Tags und Segmente |
Wann keiner dieser Funnel-Typen passt
Sales-Funnels sind kein Allheilmittel. Es gibt Konstellationen, in denen ein klassischer Funnel-Aufbau nicht trägt – und in denen der Aufwand nicht gerechtfertigt ist.
Wenn der Kaufzyklus sehr kurz ist
Ein Funnel mit mehreren Phasen und einer wochenlangen Nurturing-Sequenz ist nicht sinnvoll, wenn ein Interessent typischerweise innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen entscheidet. In diesem Fall ist eine direkte Landing-Page mit klarem Angebot effizienter als eine fünfteilige E-Mail-Serie. Der Funnel würde den Kaufprozess verlangsamen, statt ihn zu unterstützen.
Wenn das Produkt keinen Erklärungsbedarf hat
Je simpler die Kaufentscheidung, desto kürzer sollte der Funnel sein. Ein Impulskauf braucht keinen Bildungs-Funnel. Er braucht einen klaren Einstiegspunkt und einen direkten Weg zum Kauf – ohne Umwege. Wer hier dennoch einen langen Nurturing-Pfad aufbaut, verliert Interessenten, die längst kaufbereit gewesen wären.
Wenn noch keine verlässliche Kontaktbasis vorhanden ist
Ein Funnel ist nur so gut wie die Kontakte, die hineingehen. Wer noch keine Basis an Interessenten hat, sollte zuerst an der Reichweite arbeiten. Der Funnel entfaltet seine Wirkung erst dann, wenn genug Kontakte durchlaufen, um die einzelnen Phasen sinnvoll messen und verbessern zu können. Eine Automation für dreißig Kontakte im Monat zeigt kaum auswertbare Muster.
Typische Fehler im Sales-Funnel – und wie du sie vermeidest
Zu früh verkaufen
Die erste E-Mail nach der Anmeldung ist sofort ein Kaufangebot. Das funktioniert selten, weil das Vertrauen noch nicht aufgebaut ist. Wer sich gerade erst eingetragen hat, erwartet den versprochenen Mehrwert – keine Produktseite.
Gegenmittel: Die ersten zwei bis drei E-Mails der Automation liefern ausschließlich das, was beim Einstieg versprochen wurde. Das Kaufangebot kommt danach – und mit einem direkten Bezug auf die vorherige Kommunikation. Wer die Tee-Tipps aus dem Guide nützlich fand, ist empfänglicher für das passende Produkt dazu.
Einheitsbrei statt Segmentierung
Alle Leads bekommen dieselbe Sequenz, egal ob sie ein B2B-Produkt anfragen oder ein Einzelprodukt für den Privatgebrauch. Sprache, Ton und Argumente unterscheiden sich aber erheblich zwischen diesen Gruppen. Wer alle gleich behandelt, spricht niemanden wirklich an.
Gegenmittel: Schon beim Einstieg einen Segmentierungsparameter erfassen – zum Beispiel über ein Feld im Formular oder über die Quelle, über die jemand in die Liste gekommen ist. In ActiveCampaign lassen sich Tags beim Formulareintrag automatisch setzen, die dann verschiedene Automations-Pfade auslösen. Ein Kontakt über die Seite für Unternehmenskunden startet in einem anderen Pfad als jemand, der sich über einen privaten Content-Kanal eingetragen hat.
Fehlende Messpunkte zwischen den Phasen
Der Funnel läuft, aber niemand weiß, wo Leads abspringen. Öffnungsraten werden gemessen, aber nicht, wer nach E-Mail zwei aufhört zu öffnen – oder wer die Angebotsseite besucht, ohne zu kaufen.
Gegenmittel: In ActiveCampaign definierst du Ziele (Goals) in der Automation. Ein Ziel könnte lauten: Kontakt hat die Kaufbestätigungs-Seite besucht. Wer das Ziel nicht erreicht, bleibt in der Automation und bekommt weitere Berührungspunkte. Einblick in über 200 ActiveCampaign-Projekte zeigt: Die meisten Funnels haben keinen einzigen Goal-Schritt definiert und können deshalb nicht verbessert werden.
Keine Trennung zwischen Neu- und Bestandskunden
Jemand, der bereits Kunde ist, bekommt dieselbe Welcome-Automation wie ein neuer Interessent. Das wirkt desinteressiert und kostet Vertrauen, das bereits aufgebaut war.
Gegenmittel: Vor dem Eintritt in eine Automation prüfen, ob ein Kontakt bereits das Tag Käufer hat. In ActiveCampaign ist das ein einfaches If/Else in der Automation: Käufer gehen in einen anderen Pfad als neue Kontakte. Der Aufbau dauert zwanzig Minuten und spart langfristig viel Vertrauen.
Sales-Funnel in ActiveCampaign aufbauen: Schritt für Schritt
Die folgenden Schritte sind ein konkreter Ausgangspunkt für alle vier Funnel-Typen. Passe sie an dein Modell an – nicht jeder Schritt ist für jede Branche gleich relevant.
- Lead-Magnet definieren: Was gibt es im Tausch für die E-Mail-Adresse? Das kann ein PDF-Guide, eine Checkliste, ein Webinar-Zugang oder eine kostenlose Beratungssession sein. Entscheidend ist, dass der Lead-Magnet zum Kaufangebot passt. Wer einen Guide über Tee-Zubereitung herunterlädt, hat ein anderes Kaufinteresse als jemand, der sich für einen Unternehmens-Newsletter einträgt.
- Formular anlegen: In ActiveCampaign unter Formulare > Erstellen das Anmeldeformular erstellen. Nur die nötigsten Felder abfragen – Vorname und E-Mail reichen für die meisten Funnels. Jedes zusätzliche Pflichtfeld reduziert die Eintragungsrate.
- Welcome-Automation aufsetzen: Unter Automationen > Erstellen > Startpunkt: Formular die Welcome-Sequenz anlegen. Die ersten E-Mails liefern den Lead-Magnet und konkrete Inhalte. Erst ab E-Mail drei oder vier kommt das erste Angebot.
- Site Tracking aktivieren: Unter Einstellungen > Tracking den Tracking-Code auf der Website einbinden. Sobald das aktiv ist, siehst du in ActiveCampaign, welche Seiten ein Kontakt besucht hat – und kannst gezielt darauf reagieren. Besucht jemand die Angebotsseite ohne zu kaufen, startet eine Folgeautomation.
- Lead Scoring einrichten: Unter Kontakte > Lead Scoring > Neues Modell die Scoring-Regeln definieren. Empfehlung für den Start: E-Mail öffnen = 1 Punkt, Link klicken = 3 Punkte, Angebotsseite besuchen = 10 Punkte, Kontaktseite besuchen = 15 Punkte. Ab einem Schwellenwert startet eine Automation, die den Kontakt zum nächsten Schritt weiterleitet oder das Sales-Team benachrichtigt.
- Tags für Kaufstatus setzen: Wer über die Bestätigungsseite geht, bekommt automatisch das Tag Käufer. In der Automation prüfst du diesen Status, bevor weitere Kaufangebote gesendet werden. So vermeidest du, dass Bestandskunden Angebote für Produkte bekommen, die sie bereits haben.
- Ergebnisse auswerten: Unter Berichte > Automationen siehst du, wie viele Kontakte jede E-Mail erreicht, geöffnet und geklickt haben. Die wichtigste Kennzahl ist nicht die Öffnungsrate, sondern der Abbruchpunkt: An welchem Schritt verlässt der größte Teil der Kontakte die Automation, ohne das Ziel zu erreichen?
Häufige Fragen
Wie viele E-Mails braucht ein Sales-Funnel mindestens?
Das hängt vom Kaufzyklus ab. Bei einfachen Produkten reichen drei bis fünf E-Mails aus: eine mit dem Lead-Magnet, eine mit konkretem Mehrwert, eine mit dem Angebot. Bei erklärungsbedürftigen Produkten oder langen B2B-Entscheidungsprozessen sind sechs bis zehn E-Mails sinnvoll. Entscheidend ist nicht die Anzahl, sondern ob jede einzelne E-Mail einen Grund hat, geöffnet zu werden.
Was ist der Unterschied zwischen einem Sales-Funnel und einem Marketing-Funnel?
Die Begriffe werden oft synonym verwendet, aber es gibt eine Unterscheidung: Der Marketing-Funnel umfasst alle Phasen vom ersten Kontakt bis zum Kauf und darüber hinaus. Der Sales-Funnel beschreibt häufiger die Phasen, die direkt zur Kaufentscheidung führen – also ab dem Moment, in dem ein Interessent qualifiziert ist. In der Praxis, besonders bei kleinen Teams, decken beide Begriffe denselben Prozess ab.
Kann ich denselben Funnel für B2B und B2C verwenden?
Der Aufbau ist grundsätzlich ähnlich, aber die Inhalte unterscheiden sich erheblich. B2B-Interessenten entscheiden selten allein und brauchen andere Argumente als B2C-Käufer: konkrete Zahlen, Referenzen, klare Prozessbeschreibungen. B2C-Käufer entscheiden emotional und schneller. In ActiveCampaign löst du das über getrennte Automationen, die beim Formulareintrag über einen Tag ausgelöst werden.
Ab welcher Listengröße lohnt sich ein Sales-Funnel?
Ein Funnel lohnt sich schon ab wenigen Hundert Kontakten, weil er Kommunikation automatisiert, die sonst manuell stattfinden müsste. Die technische Einrichtung amortisiert sich schnell, wenn die Liste wächst. Wichtiger als die Listengröße ist, dass die Kontakte auf der Liste wirklich zur Zielgruppe passen. Tausend unpassende Leads liefern schlechtere Ergebnisse als hundert gut qualifizierte.
Wie lange dauert es, bis ein Funnel messbare Ergebnisse zeigt?
Realistische Erwartung: Die ersten auswertbaren Daten gibt es nach vier bis acht Wochen, sofern regelmäßig neue Kontakte in den Funnel eintreten. Davor lassen sich Öffnungsraten und Klickraten einzelner E-Mails auswerten, aber das Gesamtbild der Conversion zeigt sich erst mit ausreichend Durchläufen. Wer unter zehn neuen Kontakten pro Woche liegt, sollte zuerst an der Reichweite arbeiten, bevor er den Funnel optimiert.
Welcher der vier Funnel-Typen eignet sich als Einstieg?
Für die meisten Unternehmen ist der Bildungs-Funnel der praktischste Einstieg: Ein Lead-Magnet lässt sich schnell erstellen, die Welcome-Automation ist überschaubar, und das Modell funktioniert unabhängig von Listengröße oder Branche. Community- und Content-Funnels brauchen eine längere Anlaufzeit. Der Loyalitäts-Funnel setzt Bestandskunden voraus. Wer gerade anfängt, startet mit dem Bildungs-Funnel und ergänzt die anderen Bausteine, sobald die erste Datenbasis vorhanden ist.
Wer einen dieser Funnel-Typen in ActiveCampaign aufbaut, hat nach der Einrichtung eine Grundlage, die sich kontinuierlich verbessern lässt. Der Einstiegspunkt – also der Lead-Magnet und das Anmeldeformular – hat dabei den größten Einfluss auf alle folgenden Phasen: Was dort nicht passt, lässt sich in den nachfolgenden E-Mails kaum kompensieren. Wer diesen Schritt sorgfältig plant, arbeitet für alle weiteren Phasen auf einer soliden Basis.


