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Neues Produkt launchen: Wie Marketing über Erfolg oder Flop entscheidet

Tom
Tom
12. März 2026 · 14 Min. Lesezeit

Ein Produktlaunch entscheidet sich nicht am Tag X, sondern in den Wochen und Monaten davor. Wer das Produkt erst bekannt macht, wenn es fertig ist, beginnt zu spät. Wer Botschaften baut, bevor er das Publikum kennt, trifft meistens vorbei. Dieser Beitrag zeigt, wie du beides vermeidest – und welche Marketing-Strategie einen Produktlaunch im DACH-Markt tatsächlich trägt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Produktlaunch läuft in vier Phasen – die Markt-Vorbereitung ist mindestens genauso entscheidend wie der Launch-Tag selbst.
  • Im DACH-Markt brauchen Kaufentscheidungen mehr Vorlauf: Vertrauen und Transparenz wiegen schwerer als künstliche Dringlichkeit.
  • Die häufigste Ursache für schwache Launch-Ergebnisse ist das Kommunizieren von Features statt Ergebnissen.
  • ActiveCampaign bildet alle vier Phasen ab – von der Interessenten-Segmentierung in der Pre-Launch-Phase bis zur Käufer-Aussteuerung nach dem Launch.
  • DSGVO-konforme Opt-in-Prozesse sind im deutschsprachigen Raum kein Pflicht-Anhang, sondern ein aktives Vertrauenssignal.

Was einen Produktlaunch im DACH-Markt von anderen Märkten unterscheidet

Viele Launch-Leitfäden stammen aus dem englischsprachigen Raum und beschreiben Märkte mit anderen Kaufgewohnheiten. Das DACH-Segment hat eigene Regeln – und wer sie ignoriert, bekommt das bei der Conversion-Rate zu spüren.

Der erste Unterschied liegt im Entscheidungsrhythmus. Impulskäufe sind seltener. Selbst bei relativ kleinen B2C-Produkten lesen Käufer im deutschsprachigen Raum Bewertungen, vergleichen Anbieter und suchen nach unabhängigen Meinungen, bevor sie sich entscheiden. Im B2B-Bereich verlängert sich dieser Prozess weiter: Mehrere Personen sind beteiligt, Entscheidungen werden intern dokumentiert, und ein schlechter Ersteindruck führt selten zu einer zweiten Chance.

Der zweite Unterschied ist der Umgang mit Daten. Die DSGVO ist in anderen Märkten oft ein technisches Compliance-Thema. Im DACH-Markt ist sie Teil des Kaufkriteriums. Wer im Launch-Prozess mit Tracking, Opt-ins oder Datenerhebung nachlässig wirkt, verliert Interessenten, die eigentlich kaufbereit wären. Das Double-Opt-in-Verfahren für E-Mail-Listen ist deshalb kein Umweg, sondern ein Signal: Du nimmst Datenschutz ernst.

Was das konkret für deinen Launch bedeutet

Dein Launch braucht mehr Vorlaufzeit als du denkst. Der Aufbau von Vertrauen – durch Content, Transparenz und erste Erfahrungsberichte – ist keine Vorstufe zum eigentlichen Marketing, sondern der Kern davon. Wer Dringlichkeitstaktiken einsetzt, ohne vorher Glaubwürdigkeit aufgebaut zu haben, erzielt in diesem Markt meistens schwächere Ergebnisse als ein ruhiger, gut getakteter Launch mit echter Substanz dahinter.

Das bedeutet auch: Ein Produktlaunch im DACH-Raum ist keine Sprint-Aufgabe für die letzte Woche vor Release. Er ist ein mehrstufiger Prozess, der früh beginnt und nach dem Launch-Tag weitergeht.

Positionierung vor dem Launch: Botschaft vor Budget

Bevor du eine Landing Page baust, E-Mails schreibst oder Anzeigen schaltest, musst du eine Frage beantworten: Was genau versprichst du – und wem? Eine unpräzise Antwort kostet mehr als jedes Werbebudget, weil sie dazu führt, dass Kampagnen die falsche Zielgruppe ansprechen oder die richtige Zielgruppe nicht versteht, was das Produkt für sie tut.

Features, Nutzen und Ergebnisse – drei verschiedene Ebenen

Die meisten Launch-Botschaften stecken auf der Feature-Ebene fest. Das liegt daran, dass Produktteams vor allem über Features sprechen und Marketingteams diese Sprache übernehmen. Für Käufer ist das selten hilfreich – sie fragen sich nicht, ob ein Feature gut gebaut ist, sondern ob das Produkt ihre Arbeit oder ihr Leben verändert.

Drei Ebenen, die du unterscheiden solltest:

  • Feature: Was das Produkt hat oder kann ("Enthält eine automatische Tag-Vergabe nach Link-Klick")
  • Nutzen: Was der Nutzer damit tun kann ("Du siehst in Echtzeit, wer sich für welches Thema interessiert")
  • Ergebnis: Was sich dadurch ändert ("Du sendest nur noch relevante Inhalte und verlierst weniger Abonnenten an die Abmeldung")

Käufer entscheiden auf der Ergebnis-Ebene. Deine Launch-Botschaft muss dort ansetzen. Das gilt für Landing Pages genauso wie für E-Mails, Social Posts und Anzeigentexte.

Ein Messaging-Framework für den DACH-Markt

Für den deutschsprachigen Markt hat sich ein einfacher Rahmen bewährt, der drei Fragen beantwortet:

  1. Für wen ist das Produkt – konkret? Nicht "für alle, die Marketing machen", sondern "für Marketing-Teams in mittelständischen B2B-Unternehmen, die Leads noch manuell nachfassen". Je enger definiert, desto klarer die Botschaft.
  2. Welches Problem löst es – und welche Alternativen gibt es bisher? Die ehrliche Einordnung ist im DACH-Markt glaubwürdiger als der Anspruch, es gäbe keine Alternative. "Du könntest das auch mit Excel lösen, aber du verlierst dabei..." ist eine stärkere Botschaft als "Das einzige Tool, das...".
  3. Was ändert sich – messbar oder spürbar? Keine Prozentwerte erfinden, aber konkret bleiben: "Du versendest dieselbe Kampagne in drei Varianten statt einer und siehst nach einer Woche, welche besser läuft."

Dieses Messaging testest du am besten, bevor es in eine Kampagne fließt. Direkte Gespräche mit potenziellen Käufern in der Markt-Vorbereitung zeigen schnell, ob deine Formulierungen ankommen oder vorbeitreffen. Fünf Telefonate mit echten Zielgruppen-Vertretern sind für das Messaging wertvoller als eine Stunde Brainstorming im Team.

Die vier Phasen eines Produktlaunches – warum die meisten zu spät anfangen

Ein Produktlaunch ist kein Ereignis, sondern ein Prozess. Wer erst in der Launch-Woche mit Marketing beginnt, startet mit einem erheblichen Nachteil: Die Zielgruppe kennt das Produkt nicht, kennt das Problem vielleicht nicht einmal bewusst, und der Aufbau von Vertrauen braucht Zeit, die jetzt fehlt.

Phase 1: Markt-Vorbereitung (3–6 Monate vor dem Launch)

In dieser Phase geht es nicht darum, das Produkt zu bewerben. Es geht darum, das Problem sichtbar zu machen, das dein Produkt löst. Wer das Problembewusstsein aufbaut, bevor er die Lösung vorstellt, findet beim eigentlichen Launch ein aufnahmebereiteres Publikum.

Konkret bedeutet das:

  • Content zu den Kernproblemen deiner Zielgruppe veröffentlichen – Beiträge, Videos oder Podcast-Episoden, die zeigen, dass du das Problem verstehst und einordnen kannst
  • Eine E-Mail-Liste aufbauen mit explizitem Opt-in für Updates zu diesem Themenbereich
  • Beta-Tester oder Early-Access-Nutzer gewinnen, die dir echtes Feedback geben und später authentische Erfahrungsberichte liefern können
  • Positionierung und Botschaft in direkten Gesprächen testen, bevor sie in Kampagnen fließen

In ActiveCampaign richtest du für diese Phase eine durchdachte Lead-Nurturing-Strategie ein: Interessenten tragen sich für deine Liste ein, erhalten thematisch passende Inhalte und werden über Tags nach ihrem Verhalten segmentiert. So weißt du beim Launch, wen du wie ansprechen solltest – und vermeidest, dass du in der Launch-Woche eine einheitliche Nachricht an eine sehr unterschiedlich interessierte Gruppe sendest.

Phase 2: Pre-Launch-Phase (4–8 Wochen vor dem Launch)

Jetzt baust du gezielt Spannung auf und sammelst konkrete Kaufinteressenten. Der Unterschied zur Markt-Vorbereitung: Du redest jetzt über dein Produkt – aber noch nicht über den Kauf.

Bewährte Formate für den DACH-Markt:

  • Early-Access-Liste: Interessenten tragen sich ein und bekommen vor allen anderen Zugang oder Informationen. Das funktioniert, wenn das Angebot dahinter klar und glaubwürdig ist – vage Versprechen überzeugen hier wenig.
  • Behind-the-Scenes-Content: Du zeigst, wie das Produkt entstand, was dahintersteckt, wer daran gearbeitet hat. Im DACH-Markt schafft Transparenz über Prozesse mehr Vertrauen als hochglänzende Produktvideos.
  • Webinare oder Live-Sessions: Vor allem im B2B-Bereich ist ein Webinar, das ein konkretes Problem behandelt, ein effektiver Weg, qualifizierte Interessenten zu identifizieren und gleichzeitig Produktwissen aufzubauen.
  • Kooperationen: Ein Partnerunternehmen oder eine Agentur, die deine Zielgruppe bereits adressiert, kann eine gemeinsame Ankündigung ermöglichen und die Reichweite erhöhen.

In ActiveCampaign bereitest du in dieser Phase deine Launch-Sequenz vor. Segmentiere deine Kontakte nach Interesse-Level: Wer bereits in der Markt-Vorbereitung aktiv war, bekommt in der Pre-Launch-Phase eine direktere Ansprache als jemand, der neu auf die Liste gekommen ist.

Phase 3: Die Launch-Woche

Der eigentliche Launch ist nur sichtbar, weil alles davor bereits passiert ist. Er funktioniert umso besser, je wärmer das Publikum ist, das jetzt angesprochen wird. Wenn die Markt-Vorbereitung gut war, gibt es in der Launch-Woche Menschen, die auf den Launch gewartet haben.

Ein bewährtes Tagesraster für die Launch-Woche:

  1. Tag 1: Ankündigung an deine bestehende Liste und Early-Access-Interessenten. Klarer Fokus auf das Ergebnis, das das Produkt liefert – nicht auf Features.
  2. Tag 2–3: Erste Erfahrungsberichte von Beta-Testern oder Early-Access-Nutzern. Authentische Berichte von echten Nutzern sind in diesem Markt deutlich überzeugender als allgemein formulierte Testimonials.
  3. Tag 4–5: Vertiefte Produktvorstellung. Hier kannst du Features erklären – aber eingebettet in Anwendungsszenarien, nicht als Feature-Liste.
  4. Tag 6–7: Letzte Möglichkeit, falls du zeitlich begrenzten Zugang oder einen Launch-Preis nutzt. Verknappung funktioniert nur, wenn sie echt ist und nicht wie ein Marketing-Trick wirkt.

Nicht jeder kauft in der Launch-Woche. Das ist normal und kein Zeichen für einen schlechten Launch. Wichtig ist, dass du für die Nicht-Käufer eine Folgestrategie hast – ohne sie weiter in einer Launch-Sequenz zu belassen, die nicht mehr passt.

Phase 4: Post-Launch (3–12 Monate nach dem Launch)

Wer nach der Launch-Woche aufhört, lässt einen erheblichen Teil des Potenzials liegen. Viele Kaufentscheidungen reifen erst Wochen nach dem ersten Kontakt. Post-Launch-Marketing ist deshalb kein Nachklapp, sondern eine eigene Phase mit eigenen Zielen.

Post-Launch bedeutet konkret:

  • Käufer erfolgreich machen: Eine Onboarding-Sequenz, die neue Kunden in erste Erfolgsmomente führt, ist direkter Einfluss auf Retention und Weiterempfehlung. Wer das Produkt früh nutzt und erste Erfolge sieht, bleibt und empfiehlt es weiter.
  • Nicht-Käufer weiter pflegen: Wer in der Launch-Woche nicht gekauft hat, hat meistens Gründe. Automatisierte Follow-up-Sequenzen in ActiveCampaign können diese Kontakte weiterhin relevant ansprechen, ohne dass du manuell eingreifst.
  • Produktentwicklung kommunizieren: Updates, neue Features und Verbesserungen sind im DACH-Markt kein Bonus, sondern Beleg dafür, dass du das Produkt ernstnimmst. Wer nach dem Kauf regelmäßige Kommunikation bekommt, bleibt länger Kunde.
  • Referral aktivieren: Zufriedene Kunden empfehlen das Produkt weiter – aber nur, wenn du sie daran erinnerst und den Prozess einfach machst. Eine einfache Bitte im richtigen Moment nach einem klaren Erfolgserlebnis ist wirkungsvoller als ein aufwändiges Referral-Programm, das niemand versteht.

So baust du die Launch-Kampagne in ActiveCampaign auf – Schritt für Schritt

Das folgende Setup bildet die vier Phasen in ActiveCampaign ab. Am Ende hast du eine Struktur, die Interessenten automatisch dem richtigen Track zuordnet und Käufer sofort aus der Launch-Sequenz herausnimmt.

  1. Interesse-Tracking aktivieren: Richte in ActiveCampaign das Site Tracking für alle relevanten Seiten ein – Produktseite, Preisseite, Blog-Artikel zum Thema. Du siehst so, wer sich aktiv informiert hat, noch bevor jemand ein Formular ausfüllt. Den Tracking-Code findest du unter Einstellungen → Tracking.
  2. Tags für Launch-Phasen anlegen: Nutze ein einfaches Tag-System: "Launch_Interessent", "Launch_EarlyAccess", "Launch_Kaeufer", "Launch_NichtGeKauft". Diese Tags steuern, welche Automationen laufen und welche nicht. Tags vergibst du über Kontakte → Tags oder direkt in Formularen und Automationen.
  3. Drei Segmente definieren: Lege über Kontakte → Segmentierung drei Gruppen fest: Kontakte mit hoher Affinität (haben Produktseite besucht oder Early-Access-Interesse gezeigt), Kontakte mit bestehender Beziehung (kennen dein Unternehmen, aber ohne konkretes Produktinteresse) und neue Kontakte aus der Launch-Kampagne. Für jedes Segment erstellst du eine eigene Automation.
  4. Drei Automationen erstellen: Je eine pro Segment. Der Eintrittspunkt ist jeweils ein Tag oder ein Formular-Submit. Die Automationen unterscheiden sich in der Warmlaufphase: Hoch-affine Kontakte bekommen sofort die Produktvorstellung, weniger affine Kontakte erhalten zunächst problemorientierte Inhalte.
  5. Goal-Feature für Käufer einrichten: In jeder Automation setzt du ein Goal mit der Bedingung "Hat Tag 'Launch_Kaeufer'". Wer kauft, wird aus der Launch-Sequenz herausgezogen und in die Onboarding-Automation überführt. So bekommt kein Käufer mehr Kauf-Einladungen nach seinem Kauf. Das Goal-Feature findest du in der Automationsansicht unter dem Plus-Symbol zwischen den Schritten.
  6. Post-Launch-Automation für Nicht-Käufer erstellen: Sieben Tage nach dem Launch-Ende überprüft eine Automation per Bedingung "Hat Tag 'Launch_NichtGeKauft' UND hat NICHT Tag 'Launch_Kaeufer'" und startet eine neue Sequenz mit anderem Ansatz – zum Beispiel ein FAQ-Format oder Erfahrungsberichte der ersten Käufer.

Dieses Setup funktioniert für Launches jeder Größe. Der entscheidende Punkt ist, dass du Käufer und Nicht-Käufer von Beginn an sauber trennst und nicht versuchst, beides in einer einzigen Automation zu lösen.

Welche Metriken einen Produktlaunch wirklich bewerten

Die Frage, ob ein Launch erfolgreich war, lässt sich nicht allein am Umsatz der ersten Woche ablesen. Folgende Kennzahlen geben ein vollständiges Bild:

Phase

Kennzahl

Wozu sie dient

Markt-Vorbereitung

E-Mail-Listenwachstum pro Woche

Zeigt, ob Content-Angebote die Zielgruppe ansprechen

Markt-Vorbereitung

Öffnungsrate der Nurturing-Sequenz

Früher Hinweis auf Relevanz der Botschaft

Pre-Launch

Early-Access-Anmeldungen

Zeigt konkretes Kaufinteresse vor dem Launch-Tag

Pre-Launch

Klickrate auf Produktseite

Indikator für die Qualität der Botschaft

Launch-Woche

Conversion Rate (Interessent zu Käufer)

Kernmetrik der Launch-Effizienz

Launch-Woche

Abmelderate während der Launch-Sequenz

Signal für zu hohe Frequenz oder falsche Zielgruppe

Post-Launch

Onboarding-Completion-Rate

Prädikator für Retention und Weiterempfehlung

Post-Launch

Conversion Rate Nicht-Käufer (4–8 Wochen)

Zeigt, wie viel Potenzial die Follow-up-Sequenz hebt

In ActiveCampaign verfolgst du diese Metriken über die Automationsberichte, die Deal-Pipeline und – bei E-Commerce-Produkten – über die E-Commerce-Integration. Der Vorteil gegenüber separaten Tools: Du siehst nicht nur, was wann passiert ist, sondern kannst das Kontaktverhalten über alle Phasen hinweg nachvollziehen und einzelnen Kampagnen-Aktionen zuordnen.

Besonders aufschlussreich ist die Kombination aus Öffnungsrate und Abmelderate in der Launch-Woche: Eine hohe Öffnungsrate mit gleichzeitig hoher Abmelderate zeigt, dass die Betreffzeile viele Kontakte anspricht, der Inhalt aber nicht hält, was sie versprochen hat. Eine niedrige Öffnungsrate bei gleichzeitig niedriger Abmelderate zeigt, dass du eine wenig engagierte Zielgruppe ansprichst.

Typische Fehler beim Produktlaunch – Ursache und Gegenmittel

Launch ohne Positionierungsarbeit

Das Symptom: Die Landing Page hat keine klare Aussage, die Werbetexte könnten für drei verschiedene Produkte gelten, und das Team diskutiert noch kurz vor dem Launch, für wen das Produkt eigentlich ist.

Das Gegenmittel: Positionierung wird als erster Schritt abgeschlossen – vor der Landing Page, vor dem Kampagnenplan, vor der Segmentierung. Eine Seite mit drei beantworteten Fragen (Für wen? Welches Problem? Was ändert sich?) reicht als Grundlage. Erst wenn alle Beteiligten diese drei Fragen identisch beantworten würden, ist die Positionierungsarbeit abgeschlossen.

Marketing erst kurz vor dem Launch-Termin starten

Das Symptom: Die Liste ist klein, niemand kennt das Produkt, und die Conversion Rate bleibt trotz hohem Aufwand in der Launch-Woche niedrig – weil die angesprochenen Kontakte das Produkt zum ersten Mal sehen.

Das Gegenmittel: Markt-Vorbereitung als feste Phase einplanen, mindestens acht Wochen vor dem Launch beginnen. Auch eine kleine, gut gepflegte Liste aus der Vorbereitung ist wertvoller als eine große, kalte Liste kurz vor dem Launch. Wer mit wenigen warmen Kontakten launcht, erzielt meistens bessere Ergebnisse als mit vielen kalten.

Käufer und Nicht-Käufer gleich behandeln

Das Symptom: Käufer bekommen nach dem Kauf weiter Launch-E-Mails, weil die Automationen nicht sauber getrennt sind. Das erzeugt schlechte Stimmung, unnötige Support-Anfragen und beschädigt das Vertrauen in den Versender.

Das Gegenmittel: Das Goal-Feature in ActiveCampaign konsequent nutzen. Sobald jemand kauft, verlässt er die Launch-Sequenz und tritt in die Onboarding-Automation ein. Diese Trennung muss vor dem Launch mit einem Test-Kontakt überprüft werden, der den gesamten Kaufprozess durchläuft.

Falsches Timing bei der E-Mail-Frequenz

Das Symptom: Die Abmelderate steigt während der Launch-Woche deutlich an. Das ist ein Signal, dass entweder zu viele E-Mails in kurzer Zeit versendet wurden, oder dass die Botschaft für zu viele Empfänger nicht relevant war.

Das Gegenmittel: Die Launch-Woche mit einer E-Mail täglich beginnen und höhere Frequenz nur für hoch-affine Kontakte nutzen. Wer in der Segmentierung sauber unterscheidet, kann die Kampagne für unterschiedliche Gruppen unterschiedlich takten, ohne in den Massenversand-Modus zu wechseln.

Wann dieser Launch-Ansatz nicht passt

Das beschriebene Vorgehen eignet sich für Produkte mit einem klar definierten Zielpublikum, einem Kaufzyklus von mehr als ein paar Tagen und einer E-Mail-Liste oder einem Publikum, das aufgebaut werden kann. Es gibt Situationen, in denen andere Ansätze besser passen:

  • Bei sehr günstigen Impulsprodukten, wo Social-Advertising-Kampagnen mit direktem Kauf-Link effizienter sind als aufwändige Nurturing-Sequenzen
  • Bei Produkten mit sehr breiter und heterogener Zielgruppe, wo bezahlte Reichweite in Verbindung mit Retargeting mehr bringt als E-Mail-Vorarbeit
  • Bei engen Time-to-Market-Anforderungen, die keine langen Vorbereitungsphasen erlauben – dann muss der Rahmen komprimiert werden, aber nicht übersprungen: Vier Wochen Vorbereitung schlagen keine Vorbereitung deutlich

Das Vorgehen ist außerdem kein Garant für einen erfolgreichen Launch. Es erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Botschaft und Zielgruppe zusammenpassen – aber ein Produkt, das ein reales Problem löst und es besser oder anders macht als bisherige Alternativen, ist die entscheidende Voraussetzung.

Häufige Fragen

Wie früh sollte ich mit dem Aufbau der E-Mail-Liste für einen Produktlaunch beginnen?

Sechs Monate sind ein guter Richtwert, drei Monate das Minimum. Eine E-Mail-Liste braucht Zeit, um zu wachsen und Vertrauen aufzubauen. Wer drei Wochen vor dem Launch mit dem Listen-Aufbau beginnt, hat zu wenig Zeit, um die Beziehung zu etablieren, die den Unterschied zwischen einem Interessenten und einem Käufer ausmacht. Die Vorbereitung dient außerdem dazu, dein Messaging zu testen und zu schärfen, bevor der eigentliche Launch-Druck beginnt.

Was ist der Unterschied zwischen einem Soft Launch und einem Hard Launch?

Ein Soft Launch bedeutet, dass das Produkt verfügbar gemacht wird ohne große Launch-Kommunikation – zum Beispiel für einen kleinen Nutzerkreis oder ohne aktive Kampagne. Ein Hard Launch ist eine koordinierte, zeitlich begrenzte Aktion mit Launch-Sequenz, Kampagne und definiertem Launch-Tag. Für den DACH-Markt hat sich ein hybrider Ansatz bewährt: ein Soft Launch für Early-Access-Nutzer, dann ein Hard Launch für das breitere Publikum. So hast du zum Launch-Moment echte Erfahrungsberichte und kannst dein Messaging auf Basis echter Nutzung schärfen.

Wie viele E-Mails sind in der Launch-Woche zu viel?

Eine E-Mail täglich ist für hoch-affine Kontakte – also Menschen, die sich aktiv für das Produkt interessiert haben – in Ordnung. Für weniger engagierte Kontakte sind zwei bis drei E-Mails über die gesamte Launch-Woche besser. Entscheidend ist, dass jede E-Mail einen eigenständigen Inhalt hat: Ankündigung, Erfahrungsbericht, Produktdetail und Erinnerung sind vier verschiedene E-Mails mit vier verschiedenen Zwecken. Wer dieselbe Botschaft mehrfach schickt, erhöht die Abmelderate, ohne mehr Käufe zu erzielen.

Was tun, wenn der Launch trotz guter Vorbereitung schwache Ergebnisse zeigt?

Zuerst die Metriken nach Phase aufschlüsseln: Ist die Conversion Rate niedrig, weil zu wenige Interessenten vorhanden waren, oder weil viele Interessenten nicht gekauft haben? Beides hat unterschiedliche Ursachen. Wenn die Öffnungsraten gut waren, aber niemand gekauft hat, liegt das Problem beim Messaging oder beim Angebot. Wenn die E-Mails kaum geöffnet wurden, war die Zielgruppe falsch segmentiert oder die Beziehung noch nicht stark genug. Ein überarbeiteter Launch vier bis acht Wochen nach dem ersten ist kein Zeichen des Scheiterns, sondern normaler Teil des Prozesses.

Wie gehe ich mit Abonnenten um, die sich während der Launch-Phase abmelden?

Abmeldungen während einer intensiven Launch-Kampagne sind normal, solange die Rate im einstelligen Prozentbereich liegt. Wer sich abmeldet, hat das Produkt nicht gekauft und wäre auch ohne die Launch-Kampagne nicht geblieben. Problematisch wird es, wenn die Abmelderate deutlich über dem Normalwert liegt – das ist ein Indikator, dass du Kontakte mit Launch-E-Mails erreichst, die sich gar nicht für das Thema interessieren. In dem Fall lohnt sich eine Überprüfung der Segmentierung, bevor du die Frequenz weiter erhöhst.

Wer einen Produktlaunch mit ActiveCampaign plant und sichergehen will, dass Segmentierung, Automation und Botschaft zusammenpassen, findet bei Advertal als offiziellem ActiveCampaign-Partner konkrete Unterstützung – von der Strategie bis zum technischen Setup.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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