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Wenn du schon mal versucht hast, jemanden für dein Marketing-Team einzustellen, kennst du das Problem: 90% der Bewerbungen sind unbrauchbar, die wenigen guten Kandidaten sind überteuert, und selbst wenn du jemanden findest - nach 6 Monaten ist er wieder weg.

Das muss nicht so sein.

Wir haben in den letzten anderthalb Jahren über 170 ActiveCampaign-Projekte begleitet. Dabei haben wir nicht nur Systeme gebaut, sondern auch Teams aufgebaut. Und dabei eine Menge gelernt - auch durch schmerzhafte Fehler.

Hier ist, was wirklich funktioniert beim Einstellen von Menschen in Marketing-Teams:

1) Das größte Problem: Du suchst die falschen Profile

Die meisten Unternehmen machen denselben Fehler: Sie suchen nach dem "Marketing-Allrounder" oder dem "Growth Hacker", der alles kann.

Das ist Bullshit.

Marketing ist heute so komplex geworden, dass niemand mehr alles gut kann. Wer behauptet, er kann Content, Paid Ads, Marketing Automation, SEO und Design - der kann meist nichts davon richtig.

Was sich bewährt hat:

  • Spezialisierte Rollen definieren: Email-Marketing-Spezialist, Content-Manager, Automation-Engineer
  • Eine Kernkompetenz pro Person: Lieber jemanden, der ActiveCampaign-Automationen perfekt beherrscht, als jemanden, der "ein bisschen von allem" macht
  • Ergänzende Skills: Der Email-Marketer sollte auch Copywriting können, muss aber kein Designer sein

Genau da verlieren die meisten. Sie denken, sie sparen Geld mit einem Allrounder. Am Ende haben sie jemanden, der alles nur mittelmäßig macht.

Die 3 wichtigsten Marketing-Rollen heute

Basierend auf unserer Erfahrung mit ActiveCampaign-Projekten sind das die Rollen, die wirklich Impact bringen:

  1. Marketing Automation Specialist: Baut und optimiert Funnels, versteht ActiveCampaign-Features wie Lead Scoring und Site Tracking
  2. Content & Email Marketer: Schreibt Newsletter, Sequences und nurturing Content - aber mit System, nicht planlos
  3. Growth Analyst: Misst, testet und optimiert. Kennt sich mit Tracking und Attribution aus

Wenn du nur eine Person einstellen kannst: Nimm den Marketing Automation Specialist. Der bringt dir den größten ROI.

2) Der Bewerbungsprozess: Weniger Gespräche, mehr Praxis

Standard-Bewerbungsgespräche sind Zeitverschwendung. Jeder kann gut reden. Die Frage ist: Kann er auch arbeiten?

Unser Prozess hat sich über 50+ Einstellungen entwickelt:

Phase 1: Schnelle Vorauswahl (10 Minuten pro Bewerbung)

  • Portfolio/Case Studies anschauen
  • Konkrete Fragen per Email: "Beschreib mir deine beste ActiveCampaign-Automation in 3 Sätzen"
  • Tool-Kenntnisse abfragen: "Welche Marketing-Tools nutzt du täglich?"

80% fallen hier schon raus. Die schreiben Allgemeinplätze oder haben keine relevante Erfahrung.

Phase 2: Praktische Aufgabe (2-3 Stunden)

Statt stundenlanger Gespräche gibst du eine kleine, bezahlte Aufgabe:

  • Für Automation-Spezialisten: "Baue eine Welcome-Sequence für ein B2B-SaaS-Unternehmen (5 Emails)"
  • Für Content-Marketer: "Schreib 3 Newsletter-Betreffzeilen für unsere Zielgruppe"
  • Für Analysten: "Analysiere diesen Funnel und sag uns, wo du optimieren würdest"

Wichtig: Bezahle für diese Aufgabe. 100-200 Euro. Das zeigt Respekt und filtert Zeitverschwender raus.

Phase 3: Kurzes Gespräch (30 Minuten)

Jetzt redest du über die Aufgabe. Nicht über Stärken und Schwächen, sondern über konkrete Arbeit:

  • "Warum hast du dich für diese Email-Sequenz entschieden?"
  • "Wie würdest du das in ActiveCampaign umsetzen?"
  • "Was würdest du anders machen, wenn du mehr Zeit hättest?"

So siehst du, ob jemand denkt oder nur ausführt.

3) Onboarding: Die ersten 30 Tage entscheiden über Erfolg oder Scheitern

Die meisten Unternehmen stellen jemanden ein und lassen ihn dann allein. Das ist der sicherste Weg, gute Leute zu verlieren.

Unser 30-Tage-Onboarding-Framework:

Woche 1: System-Setup und Tool-Zugang

  • Tag 1: ActiveCampaign-Zugang, alle relevanten Logins, Einführung in bestehende Automationen
  • Tag 2-3: Bestandsaufnahme machen lassen: "Was siehst du in unserem Setup? Wo sind Lücken?"
  • Tag 4-5: Erste kleine Optimierung umsetzen - einen A/B-Test oder eine Email-Sequence überarbeiten

Der Trick: Nach einer Woche sollte die Person bereits etwas Messbares beigetragen haben. Auch wenn es nur eine kleine Verbesserung ist.

Woche 2: Erste eigene Projekte

  • Ein komplettes Mini-Projekt übernehmen (z.B. eine Lead-Magnet-Sequence)
  • Wöchentliche 1-on-1s einführen (nicht zum Kontrollieren, sondern zum Unterstützen)
  • Zugang zu allen relevanten Daten und Reports

Woche 3-4: Integration ins Team

  • Teilnahme an wichtigen Meetings
  • Eigene Ideen für Q2/Q3 entwickeln lassen
  • Erstes Feedback-Gespräch: Was läuft gut, was nicht?

Das Ziel: Nach 30 Tagen sollte die Person eigenständig arbeiten können und erste Resultate liefern.

4) Remote vs. Office: Was wirklich funktioniert

Die Pandemie hat alles verändert. Aber nicht alle Marketing-Rollen funktionieren gleich gut remote.

Unsere Erfahrung nach 170 Projekten:

Funktioniert hervorragend remote:

  • Marketing Automation: ActiveCampaign-Arbeit braucht Ruhe und Konzentration
  • Content Creation: Schreiben geht überall
  • Datenanalyse: Zahlen anschauen geht solo

Braucht mehr Struktur remote:

  • Strategische Planung: Braucht viel Kommunikation
  • Creative Work: Ideenfindung funktioniert oft besser face-to-face
  • Client Management: Beziehungsaufbau ist schwieriger digital

Der Kompromiss, der sich bewährt hat: Hybrid mit festen Office-Tagen für strategische Arbeit, remote für Umsetzung.

Remote-Onboarding: Die wichtigsten Anpassungen

  • Mehr schriftliche Dokumentation: Alles, was normalerweise "zwischen Tür und Angel" erklärt wird, muss dokumentiert sein
  • Häufigere Check-ins: Statt wöchentlich täglich in den ersten 2 Wochen
  • Video-Calls für komplexe Themen: ActiveCampaign-Automationen erklärt man besser per Screen-Share als per Text

5) Bezahlung und Benefits: Was Marketing-Talente wirklich wollen

Geld ist wichtig, aber nicht alles. Besonders nicht bei Marketing-Menschen, die oft intrinsisch motiviert sind.

Was wir in Gehaltsverhandlungen gelernt haben:

Gehälter im DACH-Raum (Stand 2024)

  • Junior Marketing Automation Specialist: 45.000 - 55.000 € (Deutschland), 40.000 - 50.000 € (Österreich)
  • Senior Email Marketing Manager: 55.000 - 70.000 € (Deutschland), 50.000 - 65.000 € (Österreich)
  • Marketing Automation Expert: 65.000 - 85.000 € (Deutschland), 60.000 - 75.000 € (Österreich)

Schweiz liegt 20-30% höher, aber Lebenshaltungskosten auch.

Benefits, die wirklich ziehen

Statt Kickertisch und kostenlosen Getränken:

  • Tool-Budget: 200-500 € pro Monat für Marketing-Tools und Weiterbildung
  • Conference-Tickets: Einmal pro Jahr zu einer relevanten Marketing-Konferenz
  • Flexible Arbeitszeiten: Nicht nur Home-Office, sondern auch flexible Hours
  • Eigene Projekte: 20% der Zeit für eigene Marketing-Experimente

Das zieht die richtigen Leute an: Die, die sich entwickeln wollen statt nur ihre Zeit absitzen.

6) Die größten Fehler beim Einstellen (und wie du sie vermeidest)

Aus 170 Projekten und unzähligen Einstellungsprozessen - das sind die Killer:

Fehler 1: Zu schnell entscheiden

Du brauchst jemanden, der Kandidat wirkt okay, du stellst ein. Katastrophe programmiert.

Lieber 2-3 Wochen länger suchen als 6 Monate mit der falschen Person verschwenden.

Fehler 2: Nur auf Hard Skills schauen

Jemand kennt ActiveCampaign in- und auswendig, aber kann nicht kommunizieren oder arbeitet chaotisch. Das wird nicht funktionieren.

Soft Skills sind wichtiger als du denkst:

  • Kann die Person strukturiert arbeiten?
  • Kommuniziert sie proaktiv bei Problemen?
  • Ist sie lernbereit oder glaubt sie, alles zu wissen?

Fehler 3: Keine klaren Erwartungen

"Wir brauchen jemanden für Marketing" ist keine Jobbeschreibung. Das ist ein Wunsch.

Konkret werden:

  • Welche ActiveCampaign-Features soll die Person beherrschen?
  • Welche KPIs sind wichtig? (Open Rate, Click Rate, Conversion Rate?)
  • Wie sieht ein erfolgreicher erster Monat aus?

Fehler 4: Zu wenig investieren in Onboarding

Du stellst jemanden für 60.000 € ein und investierst dann 2 Stunden in Einarbeitung. Das ist, als würdest du einen Porsche kaufen und mit Sonnenblumenöl betanken.

Mindestens 20 Stunden in den ersten 2 Wochen für Onboarding einplanen. Das ist eine Investition, keine Verschwendung.

7) Langfristige Mitarbeiterbindung: Wie du gute Leute hältst

Jemanden einzustellen ist schwer. Ihn zu halten ist schwerer.

Die besten Marketing-Menschen haben immer Optionen. Hier ist, wie du sie bei dir hältst:

Kontinuierliche Weiterentwicklung

  • ActiveCampaign-Zertifizierungen bezahlen: Zeigt, dass du in ihre Skills investierst
  • Neue Tools ausprobieren lassen: "Probier mal Klaviyo aus und vergleich mit ActiveCampaign"
  • Konferenzen und Networking: Lass sie Kontakte knüpfen, auch außerhalb deines Unternehmens

Ownership geben

Statt Mikromanagement: Ziele definieren und Freiraum geben.

"Wir wollen die Email-Open-Rate von 22% auf 28% steigern. Du entscheidest wie."

Das motiviert mehr als jede Gehaltserhöhung.

Karriereweg aufzeigen

Wo kann die Person in 2-3 Jahren stehen? Marketing Manager? Team Lead? Eigener Bereich?

Wenn du das nicht bieten kannst, wird es jemand anders tun.

Quickstart: Wenn du sofort jemanden brauchst

Du hast keine Zeit für den perfekten Prozess? Hier ist die 7-Tage-Version:

  1. Tag 1-2: Jobbeschreibung schreiben (konkret, nicht schwammig)
  2. Tag 3-4: Job posten auf StepStone, Xing und LinkedIn gleichzeitig
  3. Tag 5-6: Bewerbungen durchgehen, beste 5 für Kurz-Call auswählen
  4. Tag 7: Calls führen, beste 2 für praktische Aufgabe auswählen

Dann gehst du in den normalen Prozess. Aber so verlierst du nicht Wochen mit Vorbereitung.

Fazit: Menschen richtig einstellen ist ein System, kein Glücksspiel

Die meisten Unternehmen stellen Menschen ein wie sie Lotto spielen: Hoffnung, aber kein System.

Das funktioniert nicht bei Marketing-Rollen. Die sind zu komplex, zu wichtig für den Geschäftserfolg.

Was funktioniert:

  • Spezialisierte Profile definieren statt nach Alleskönnern suchen
  • Praktische Aufgaben statt endloser Gespräche
  • Strukturiertes Onboarding in den ersten 30 Tagen
  • Langfristig denken: Weiterentwicklung und Karriereweg

Wir haben dieses System in über 170 ActiveCampaign-Projekten verfeinert. Es funktioniert für Teams von 2 bis 50 Menschen.

Wenn du das mit professioneller Unterstützung umsetzen willst - besonders wenn es um ActiveCampaign-Expertise geht - melde dich bei uns: advertal.de/start

Denn am Ende geht es nicht nur darum, Menschen einzustellen. Es geht darum, Teams zu bauen, die Resultate liefern.

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