Ein Marketing Report ist dann gut, wenn er Entscheidungen ermöglicht – nicht wenn er alle verfügbaren Daten zeigt. Der Empfänger muss nach dem Lesen handeln können, ohne die gesamte Marketingstrategie kennen zu müssen. Sechs KPI-Bereiche gehören in fast jeden Report; je nach Empfänger – Management, Sales oder das eigene Team – werden dieselben Daten unterschiedlich gefiltert und aufbereitet.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Report muss zuerst zeigen, ob du dich deinen Zielen näherst – alle anderen Zahlen stehen im Kontext dieser Aussage.
- Sechs KPI-Bereiche gehören in fast jeden Marketing Report: Zielfortschritt, Website-Traffic, E-Mail-Performance, Leads und Funnel-Bewegung, Kosten sowie optional Social Media.
- Zahlen ohne Erklärung führen zu falschen Schlüssen – jede auffällige Bewegung braucht eine kurze Zeile Kontext.
- Management, Sales und das eigene Marketing-Team brauchen verschiedene Blickwinkel auf dieselben Daten.
- ActiveCampaign liefert E-Mail-, Automations-, Lead-Scoring- und Site-Tracking-Daten für einen vollständigen Report ohne zusätzliches Tool.
Was ein guter Marketing Report leisten muss
Die häufigste Fehldeutung beim Marketing Reporting ist die Annahme, dass mehr Daten automatisch mehr Klarheit bedeuten. In der Praxis ist das Gegenteil der Fall: Zu viele Metriken lenken vom Wesentlichen ab und erschweren Entscheidungen, statt sie zu beschleunigen. Ein Report mit dreißig Kennzahlen ist kein guter Report – er ist ein Datenexport.
Ein Report hat drei konkrete Aufgaben. Erstens zeigt er, ob die laufenden Maßnahmen auf die gesetzten Ziele einzahlen. Zweitens macht er Abweichungen frühzeitig sichtbar – nach oben wie nach unten. Drittens gibt er dem Empfänger genug Kontext, um selbst eine Einschätzung zu formulieren, ohne die gesamte Marketingstrategie kennen zu müssen.
Das bedeutet für die Praxis: Bevor du eine einzige Zahl in den Report aufnimmst, stelle dir die Frage, warum diese Zahl für die Entscheidung relevant ist, die der Empfänger treffen muss. Metriken, die diese Frage nicht beantworten können, gehören nicht in den Report – egal ob sie leicht verfügbar sind oder optisch gut aussehen.
Daraus folgt auch, dass es keinen einheitlichen "besten Marketing Report" gibt. Ein Report für die Geschäftsführung sieht anders aus als einer für das Sales-Team oder das eigene Marketing-Team. Dieselben Rohdaten werden unterschiedlich gefiltert, verdichtet und kommentiert. Die Empfänger-Frage steht immer am Anfang.
Die sechs KPI-Bereiche, die in jeden Report gehören
Zielfortschritt – der erste Block im Report
Der erste Block jedes Reports zeigt den Stand deiner übergeordneten Ziele. Das gibt allen folgenden Zahlen einen Rahmen. Ohne diesen Block liest der Empfänger Metriken ohne zu wissen, ob 73 Leads im Monat ein gutes oder ein schlechtes Ergebnis sind.
Typische Ziele in diesem Block sind das monatliche oder quartalsmäßige Lead-Volumen, die Conversion-Rate von Lead zu Kunde, der Umsatz aus Marketing-beeinflussten Deals und der Customer Acquisition Cost. Zeige jeweils den aktuellen Stand, den Zielwert und die Abweichung in absoluter Zahl und in Prozent. Diese drei Spalten ersetzen mehrere Absätze Text und schaffen in Sekunden Klarheit darüber, ob der Monat auf Kurs liegt.
Dieser Block sollte immer an erster Stelle stehen – nicht am Ende des Reports als Fazit. Wer zuerst die Zielabweichung kennt, liest alle folgenden Abschnitte mit dem richtigen Fokus. Wer zuerst Kampagnen-Details sieht, verliert den strategischen Blickwinkel.
Website-Traffic und Kanalverteilung
Website-Daten zeigen, wie viele Menschen dein Unternehmen wahrnehmen und über welche Wege sie kommen. Relevant für den Report sind Unique Visitors (nicht Seitenaufrufe, weil ein Nutzer mehrere Seiten besuchen kann), die Kanalverteilung und die Performance der wichtigsten Landingpages.
Für die Kanalverteilung unterscheide mindestens zwischen organischer Suche, bezahlten Kampagnen, E-Mail, direkt und Social. Das Verhältnis von organischem zu bezahltem Traffic ist besonders aufschlussreich: Es zeigt, wie abhängig deine Reichweite von aktivem Budget ist und wie nachhaltig das Fundament ist, das du aufbaust. Eine deutliche Verschiebung in diesem Verhältnis sollte immer kommentiert werden – ohne Erklärung lässt sie sich nicht interpretieren.
Für die meisten Empfänger reicht eine kompakte Tabelle mit den fünf wichtigsten Kanälen und dem jeweiligen Vergleich zum Vormonat oder Vorjahr. Datenquelle ist Google Analytics 4. Wenn du Zielseiten mit klarer Funktion hast – eine Demo-Anfrage-Seite, eine Lead-Magnet-Seite, eine Pricing-Seite – gehört deren Performance separat in den Report, weil sie direkt mit den Funnel-Daten korrespondiert.
E-Mail-Performance
E-Mail ist für die meisten Unternehmen, die Marketing-Automation einsetzen, der Kanal mit der direktesten Verbindung zu Leads und Umsatz. Die Öffnungsrate zeigt, ob deine Betreffzeilen bei der Zielgruppe ankommen. Die Klickrate zeigt, ob der Inhalt relevant genug ist, um zur nächsten Handlung zu führen. Die Conversion-Rate – sofern du sie mit einem Tracking-Ziel versehen hast – zeigt, was am Ende des Weges passiert.
Im Report reicht eine Übersicht der letzten drei bis fünf Kampagnen mit Öffnungsrate, Klickrate und Abmelderate sowie ein Satz dazu, welche Kampagne sich auffällig verhielt und warum. Vermeide es, jede Kampagne einzeln zu beschreiben – das zieht den Report in die Länge, ohne Entscheidungswert zu schaffen.
Wichtiger als der Einzelwert ist die Entwicklung über Zeit. Wenn deine Öffnungsraten seit drei Monaten konstant sinken, ist das ein strukturelles Problem – ein einzelner Rückgang könnte saisonale Ursachen haben. Zeige deshalb immer den Trend über mindestens drei Perioden, nicht nur den aktuellen Wert.
In ActiveCampaign findest du diese Daten unter Berichte → Kampagnen-Berichte. Dort siehst du je Kampagne Versendungen, Öffnungen, Klicks, Abmeldungen und Weiterleitungen. Der Abschnitt Automations-Berichte zeigt zusätzlich, an welchen Punkten in deinen Automationen Kontakte abspringen oder inaktiv werden – ein Hinweis, der in einem reinen Kampagnen-Report nicht auftaucht.
Leads und Funnel-Bewegung
Dieser Block schlägt die Brücke zwischen Marketing-Aktivitäten und Geschäftsergebnis. Er zeigt, wie viele neue Kontakte in deine Pipeline eingetreten sind, wie sie sich durch den Funnel bewegt haben und wie viele am Ende zu zahlenden Kunden wurden. Das ist der Block, der die Geschäftsführung am meisten interessiert – und der am häufigsten fehlt, weil die Daten schwieriger zusammenzustellen sind als Klick- oder Öffnungsraten.
Die wichtigsten Metriken hier sind: neue Kontakte gesamt, Marketing Qualified Leads (MQLs) – also Kontakte mit einem Engagement-Level, das auf echtes Interesse hindeutet –, Sales Qualified Leads (SQLs), die das Sales-Team aktiv bearbeitet, sowie Neukunden, die aus dem Marketing-Kanal kamen. Zeige auch die Conversion-Rates zwischen den Stufen: Wie viele MQLs werden zu SQLs, wie viele SQLs werden zu Kunden?
Diese Übergangsraten sind diagnostisch wertvoll. Wenn viele MQLs übergeben werden, aber wenige zu SQLs werden, liegt das Problem wahrscheinlich in der Qualifizierung oder der Lead-Übergabe – nicht im Kampagnenvolumen. Wenn wenige MQLs übergeben werden, beginnt das Problem früher: Die Kampagnen erreichen entweder nicht die richtige Zielgruppe oder aktivieren sie nicht ausreichend.
In ActiveCampaign lässt sich dieser Block mit Lead Scoring abbilden: Wenn ein Kontakt eine definierte Punktzahl erreicht, bekommt er automatisch ein Tag, das ihn als MQL kennzeichnet. Das macht den Übergang von Kontakt zu Lead messbar und reproduzierbar – ohne manuelle Einschätzung im Nachhinein. Den genauen Aufbau eines solchen Systems beschreibt der Beitrag zu Lead Scoring in ActiveCampaign.
Kosten und Wirtschaftlichkeit
Ohne Kostendaten bleibt ein Report unvollständig, weil du nicht beurteilen kannst, ob ein Ergebnis effizient erzielt wurde. Zwei Metriken sind hier zentral: Der Customer Acquisition Cost (CAC) gibt an, was ein Neukunde im Mittel kostet, und errechnet sich aus den Gesamtausgaben für Marketing und Sales geteilt durch die Anzahl der Neukunden im Zeitraum. Der Cost per Acquisition (CPA) bezieht sich auf eine einzelne Conversion, nicht notwendigerweise auf einen Neukunden.
Beide Werte machen nur im Vergleich Sinn: mit dem vorab vereinbarten Zielwert, mit dem Vormonat oder mit einem Wert aus eigener Erfahrung aus vergleichbaren Perioden. Eine isolierte CAC-Zahl ohne Referenz sagt nichts über ihre Güte aus.
Falls du mit bezahlten Kampagnen arbeitest, gehören Cost per Click, Cost per Lead und ROAS je Kanal ebenfalls in diesen Block. Zeige die Entwicklung über mehrere Perioden – ein einzelner Monat ist zu wenig für eine belastbare Einschätzung, weil kurzfristige Schwankungen in Klickpreisen und Kampagnenauslastung den Wert stark verzerren können.
Social Media – nur wenn ein konkretes Ziel dahintersteht
Social Media gehört nur dann in den Report, wenn du konkrete Ziele hast, die über Social erreicht werden sollen. Das können Reichweite für Markenbekanntheit sein, direkte Leads über Social-Anzeigen oder Community-Aufbau mit klarer Verbindung zu einem Business-Ziel.
Wenn Social Media in deiner Strategie hauptsächlich als Nebenkanal läuft, reicht ein kurzer Überblick mit Follower-Entwicklung und Engagement-Rate. Fülle keinen Report-Abschnitt allein deshalb, weil du die Plattform bespielst. Reichweite und Impressions ohne Verbindung zu einem Ziel sind Zahlen, die gut aussehen, aber keine Entscheidung auslösen.
Wenn Social Ads ein wesentlicher Akquisitionskanal sind, gehören Cost per Lead aus Social und der Vergleich zu anderen bezahlten Kanälen in den Kostenblock – dann ergibt sich ein sinnvolles Gesamtbild der Kanaleffizienz.
Was der Report weglassen sollte
Genauso wichtig wie die richtigen Daten ist die Entscheidung, was du weglässt. Metriken ohne direkten Bezug zu deinen Zielen verwässern den Report und lenken die Diskussion in unproduktive Richtungen. Ein Maßstab für diese Auswahl ist die Frage: Wenn sich diese Zahl von einem Monat zum nächsten deutlich verändert, welche Entscheidung würde das auslösen? Wenn die Antwort "keine" ist, braucht die Zahl keinen Platz im Report.
Die Bounce Rate gehört in die meisten Reports nicht, weil sie ohne erheblichen Kontext kaum aussagekräftig ist und leicht fehlinterpretiert wird – in Google Analytics 4 hat sich die Definition ohnehin verändert, sodass historische Vergleiche oft nicht sauber möglich sind. Rankings für einzelne Keywords braucht die Geschäftsführung nicht; sie braucht den Trend im organischen Traffic. Follower-Zahlen ohne Verbindung zu einem Ziel zeigen Aktivität, aber keine Wirkung. Vermeide auch Jargon, den nicht alle Empfänger kennen: Wenn du CTR, MQL und ROAS in einem Absatz verwendest, ohne sie vorab zu erklären, schaffst du Distanz statt Klarheit.
Zahlen ohne Kontext führen zu falschen Schlüssen
Der häufigste Fehler beim Marketing Reporting ist nicht die Auswahl der falschen KPIs, sondern das Fehlen von Erklärungen. Wer Zahlen ohne Kontext präsentiert, riskiert, dass der Empfänger seine eigenen Schlüsse zieht – und die stimmen oft nicht mit der Realität überein.
Ein Rückgang im organischen Traffic kann bedeuten, dass Google einen Algorithmus-Update ausgerollt hat, dass du gerade an einer Website-Migration gearbeitet hast, oder dass ein saisonaler Effekt greift. Ohne diese Erklärung sieht die Geschäftsführung nur einen Rückgang und zieht möglicherweise den falschen Schluss, dass das SEO-Budget nicht wirkt.
Für jeden auffälligen Wert – nach oben wie nach unten – gehört eine kurze Erklärung in den Report. Das muss kein langer Absatz sein. "Organischer Traffic –15 %: Website-Relaunch Anfang des Monats, kurzfristiger Indexierungsrückstand erwartet. Trend zeigt Erholung ab zweiter Monatshälfte." – das reicht. Wichtig ist, dass die Erklärung direkt bei der Zahl steht, nicht in einem separaten Kommentarfeld am Ende.
Erklärungen verhindern auch, dass schnelle Erfolge falsch zugeschrieben werden. Wenn eine Öffnungsrate-Spitze auf eine Betreffzeile zurückgeht, die du getestet hast, gehört genau das in den Report – sonst wird der Erfolg dem Thema der E-Mail zugeschrieben und nicht der Optimierungsarbeit. Das Wissen, was tatsächlich gewirkt hat, ist wertvoller als die Zahl selbst.
Reports für verschiedene Empfänger aufbereiten
Geschäftsführung und Management
Führungskräfte brauchen eine schnelle Orientierung, keine Tiefenanalyse. Ihr Report-Abschnitt sollte auf einer Seite passen und nur Metriken enthalten, die nah am Umsatz liegen: neue Kunden, Marketing-beeinflusster Umsatz, CAC und die Entwicklung der Pipeline. Klickraten oder Impressionen haben dort nichts verloren.
Stell dem Management-Abschnitt immer eine kurze Zusammenfassung voran: Was läuft gut, was läuft nicht, und was ist der nächste Schritt? Drei Sätze reichen. Diese Zusammenfassung ist das, was tatsächlich gelesen wird – der Rest des Reports steht für Rückfragen bereit. Wer den Haupttext ohne Zusammenfassung beginnt, riskiert, dass die wichtigsten Punkte nicht ankommen.
Verwende in Management-Abschnitten keine Prozentzahlen, die nicht selbsterklärend sind. "CTR 2,4 %" sagt ohne Benchmark nichts. "CTR 2,4 % – unser bisheriger Bestwert lag bei 1,9 %" sagt alles, was gebraucht wird.
Das Sales-Team
Das Sales-Team interessiert sich vor allem für Volumen und Qualität der Leads, die aus dem Marketing kommen. Es will wissen, wie viele Leads diesen Monat reinkommen, welche Botschaften bei der Zielgruppe momentan ankommen und ob sich etwas an der Lead-Zusammensetzung geändert hat.
Ein guter Report für das Sales-Team enthält: Anzahl MQLs, die übergeben werden, Conversion-Rate von MQL zu SQL aus den letzten Perioden und eine kurze Einschätzung der Themen, die zuletzt die meisten Leads generiert haben. Das ermöglicht dem Sales-Team, seine Ansprache zu schärfen – die Botschaft, die in einer E-Mail-Kampagne funktioniert hat, funktioniert oft auch im ersten Gespräch.
Wenn du in ActiveCampaign mit Lead Scoring arbeitest, kannst du dem Sales-Team auch die konkreten Kriterien zeigen, nach denen ein Kontakt als MQL eingestuft wird. Das verhindert Diskussionen darüber, ob ein übergebener Lead "wirklich qualifiziert" ist – die Kriterien sind sichtbar und überprüfbar.
Das eigene Marketing-Team
Für das eigene Team kann der Report deutlich tiefer gehen. Hier sind Kampagnen-Detailansichten, A/B-Test-Ergebnisse, Automations-Performance und Segmentierungsdaten relevant. Das ist der einzige Empfänger-Typ, bei dem Klickraten auf Einzelkampagnen-Ebene Sinn machen – weil das Team daraus konkrete Optimierungsschritte ableiten kann.
Interne Reports sind auch der richtige Ort für Experimente und Hypothesen: Was hat diese Woche nicht funktioniert, was testen wir nächste Woche und warum. Dieser Reflexionsprozess ist in einem Management-Report fehl am Platz, für das Team aber wertvoller als jede Zusammenfassung.
Diese vier Fehler entstehen beim Marketing Reporting am häufigsten
Ziele wurden nicht vorab vereinbart
Ohne vorab festgelegte Ziele kann ein Report nicht bewertet werden. "73 Leads" ist keine Information, wenn unklar ist, ob 100 oder 50 das Ziel waren. Lege vor jeder Reporting-Periode schriftlich fest, welche Werte du erreichen willst – dann erübrigt sich die Interpretation von selbst. Ziele, die erst im Report-Meeting definiert werden, sind keine Ziele; sie sind Rechtfertigungen im Nachhinein.
Vergleichsbasis fehlt
Einzelne Monatswerte sagen wenig ohne Referenz. Zeige immer mindestens den Vormonat oder das Vorjahr daneben. Saisonale Effekte, Kampagnenpausen und externe Ereignisse werden erst im Vergleich sichtbar. Ein einziger Datenpunkt ist immer mehrdeutig – erst der Vergleich macht ihn interpretierbar.
Metriken werden zwischen Teams unterschiedlich definiert
Was Marketing als Lead zählt, kann sich von dem unterscheiden, was Sales als Lead versteht. Kläre diese Definitionen explizit und lege sie schriftlich fest – idealerweise in einem kurzen Glossar, das dem Report einmalig beigefügt wird. Das verhindert Diskussionen im Report-Meeting darüber, ob die 73 Leads "richtige" Leads sind – eine Debatte, die wertvolle Zeit kostet und Vertrauen zwischen Marketing und Sales untergräbt.
Der Report läuft nur aufwärts
Marketing-Reports sollten nicht nur an die Geschäftsführung kommuniziert werden. Wenn das Sales-Team nicht weiß, welche Kampagnen gerade laufen und welche Botschaften getestet werden, verspielt das Unternehmen Potenzial beim Übergang von Marketing zu Vertrieb. Ein kurzer monatlicher Austausch – auch in Form einer kompakten E-Mail-Zusammenfassung – reicht, um beide Seiten synchron zu halten.
So richtest du dein Reporting in ActiveCampaign ein – Schritt für Schritt
ActiveCampaign liefert die Grundlage für die meisten Metriken in einem Marketing Report, ohne dass du ein separates Tool brauchst. Die folgenden Schritte zeigen dir, wie du die relevanten Daten zusammenbringst. Einen detaillierten Überblick der verfügbaren Berichtsansichten bietet der Beitrag zu ActiveCampaign Reporting.
- Kampagnen-Bericht aufrufen: Gehe zu Berichte → Kampagnen. Wähle den Zeitraum deines Reports. Du siehst je Kampagne Versendungen, Öffnungen, Klicks, Abmeldungen und Weiterleitungen. Exportiere die Daten als CSV, wenn du sie in eine eigene Report-Vorlage übernehmen willst.
- Automations-Bericht prüfen: Unter Berichte → Automationen siehst du, wie viele Kontakte jede Automation durchlaufen haben und an welchen Schritten sie gestoppt sind. Schritt-Berichte zeigen, welche E-Mail innerhalb einer Automation am besten performt – besonders nützlich für Onboarding-Sequenzen oder Nurture-Strecken.
- Lead-Scoring-Daten auswerten: Wenn du Lead Scoring aktiviert hast, filtere unter Kontakte nach dem Tag, das MQLs kennzeichnet. Die Anzahl der Kontakte mit diesem Tag im gewählten Zeitraum ist deine MQL-Kennzahl für den Report. Mit einem gespeicherten Segment lässt sich dieser Wert jederzeit schnell abrufen.
- Site Tracking auswerten: Unter Berichte → Site Tracking siehst du, welche Seiten Kontakte besucht haben, bevor sie eine Aktion ausgeführt haben. Das zeigt dir, welche Inhalte den stärksten Einfluss auf Conversions haben – und welche Seiten trotz hohem Traffic keine Konversionen auslösen.
- Kontaktwachstum prüfen: Unter Listen → Wachstum siehst du, wie sich deine Kontaktbasis in einem Zeitraum entwickelt hat: neue Kontakte, Abmeldungen und Nettowachstum. Das ist die Basis für die E-Mail-Listengröße als langfristiger Indikator.
- Daten zusammenführen: Kombiniere die ActiveCampaign-Daten mit Google Analytics 4 für ein vollständiges Bild. Für regelmäßige Reports empfiehlt sich eine feste Vorlage – Tabellenformat oder Slide-Deck – in die du die Werte monatlich einträgst. Das reduziert den Aufwand auf das tatsächliche Auswerten, nicht das Formatieren.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich einen Marketing Report erstellen?
Für die meisten Unternehmen ist ein monatlicher Report der richtige Rhythmus: Die Datenbasis ist groß genug für belastbare Aussagen, und die Frequenz hoch genug, um rechtzeitig auf Abweichungen zu reagieren. Wöchentliche Reports machen Sinn für Teams, die operativ arbeiten und tägliche Kampagnen steuern. Quartalsberichte kommen ergänzend hinzu, wenn die Geschäftsführung eine strategische Einschätzung braucht. Tägliche Reports helfen fast nie – sie erzeugen mehr Reaktionen auf kurzfristige Schwankungen als auf echte Signale.
Wie lange darf ein Marketing Report sein?
Ein Management-Report sollte auf zwei bis drei Seiten passen. Ein interner Team-Report kann länger sein, aber auch dort gilt: Länge ist kein Qualitätsmerkmal. Wenn du mehr als zehn Seiten brauchst, um deine Marketing-Leistung zu erklären, ist das ein Hinweis, dass Ziele oder Report-Struktur noch nicht klar genug sind. Der einzige Empfänger, der wirklich einen langen Report liest, ist jemand, der bereits weiß, was er darin sucht.
Welche Daten liefert ActiveCampaign für einen Marketing Report?
ActiveCampaign liefert E-Mail-Performance auf Kampagnen- und Automationsebene, Kontaktwachstum, Lead-Scoring-Daten, Site-Tracking-Auswertungen und Conversion-Attribution über Custom Events. Was es nicht liefert, sind Website-Traffic-Daten aus externen Quellen – dafür bleibt Google Analytics 4 der Standard. Die Kombination beider Werkzeuge deckt den größten Teil eines vollständigen Marketing Reports ab.
Was ist der Unterschied zwischen einem KPI und einer Vanity Metric?
Ein KPI steht in direkter Verbindung zu einem Geschäftsziel: Wenn er sich verändert, verändert sich auch ein Ergebnis, das dem Unternehmen wichtig ist. Eine Vanity Metric sieht gut aus, zieht aber keine Entscheidungen nach sich. Follower-Zahlen sind typischerweise Vanity Metrics – es sei denn, du kannst zeigen, dass sie direkt mit Lead-Generierung oder Umsatz zusammenhängen. Die einfache Prüffrage lautet: Was ändert sich an deiner Strategie, wenn diese Zahl um 20 % steigt oder fällt? Wenn die Antwort "nichts" ist, ist es eine Vanity Metric.
Wie gehe ich mit negativen Zahlen im Report um?
Erkläre sie direkt und ohne Relativierung. Wenn der Traffic zurückgegangen ist oder die Lead-Zahlen hinter dem Ziel liegen, ist ein Satz zum Grund wertvoller als jede Grafik. Empfänger, die Zahlen ohne Kontext sehen, bauen sich den Kontext selbst zusammen – und das führt selten zu den richtigen Schlüssen. Ein ehrlicher Report mit einer negativen Zahl und einer klaren Erklärung schafft mehr Vertrauen als ein Report, der Probleme hinter Visualisierungen versteckt.
Wie definiere ich Marketing Qualified Leads sauber für meinen Report?
Ein MQL ist ein Kontakt, der durch sein Verhalten gezeigt hat, dass echtes Interesse besteht – nicht nur, dass er in einer Liste steht. Die Definition sollte auf messbaren Kriterien beruhen: bestimmte Seiten besucht, E-Mails geöffnet, Downloads ausgeführt, Webinare besucht. In ActiveCampaign lässt sich das mit Lead Scoring abbilden, sodass der MQL-Status automatisch vergeben wird, sobald ein Kontakt eine Punktzahl überschreitet. Damit wird die Kennzahl reproduzierbar und unabhängig von subjektiven Einschätzungen.
Wer die KPI-Auswahl systematisch angehen will, findet im Beitrag Marketing KPIs richtig definieren eine strukturierte Grundlage – er geht gezielt auf die Frage ein, wie du für dein Unternehmen die richtigen Kennzahlen aus der Menge der verfügbaren Metriken herausfindest. Ein vollständiger Marketing Report beginnt mit dieser Klärung.


