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Wenn du Marketing-Automation erfolgreich skalieren willst, ist die Teamstruktur entscheidender als das Tool selbst. Egal ob ActiveCampaign, HubSpot oder Klaviyo – ohne die richtige Aufstellung scheitern auch die besten Systeme.

Wir haben in den letzten zwei Jahren über 170 ActiveCampaign-Projekte begleitet. Dabei haben wir gesehen: Die Teams, die schnell Erfolge erzielen, sind immer ähnlich aufgestellt.

In diesem Beitrag zeige ich dir 5 bewährte Strukturmodelle und erkläre, welches Modell für welche Unternehmensgröße funktioniert.

1. Das Zentralisierte Modell: Ein Team für alle Marketing-Automation Projekte

Beim zentralisierten Modell läuft alles über ein zentrales Marketing-Automation Team. Das Team arbeitet für verschiedene Bereiche – Sales, Marketing, Customer Success – aber bleibt organisatorisch zusammen.

So sieht das Team aus:

  • Team Lead (1 Person): Koordiniert Projekte und Prioritäten zwischen den Abteilungen
  • ActiveCampaign Spezialist (1-2 Personen): Baut Automationen, verwaltet Kontakte und Tags
  • Content Creator (1 Person): Schreibt E-Mail-Serien und Landing Page Texte
  • Designer (0,5 Person): Erstellt E-Mail-Templates und visuelle Elemente
  • Analyst (1 Person): Wertet Kampagnen aus und optimiert Performance

Wann funktioniert das zentralisierte Modell?

Perfekt für Unternehmen mit 50-200 Mitarbeitern, die gerade mit Marketing-Automation anfangen. Der Vorteil: Du hast alle Kompetenzen an einem Ort und vermeidest Doppelarbeit.

Das verändert alles, wenn du bisher Marketing-Automation als Nebenjob verschiedener Abteilungen betrieben hast.

Typische Herausforderungen:

  • Verschiedene Abteilungen haben unterschiedliche Prioritäten
  • Das Team wird schnell zum Flaschenhals bei wachsenden Anfragen
  • Fachspezifisches Know-how (z.B. Sales-Prozesse) fehlt manchmal

So sieht das in der Praxis aus: Ein Mittelständler aus München hat sein 4-köpfiges Team so organisiert und konnte die Lead-Qualität um 40% verbessern, weil alle Automationen aus einer Hand kommen.

2. Das Dezentrale Modell: Jede Abteilung hat eigene Automation-Experten

Hier hat jede Abteilung eigene Marketing-Automation Spezialisten. Sales hat einen, Marketing hat einen, Customer Success hat einen.

Die Aufteilung:

  • Sales-Automation Spezialist: CRM-Pipelines, Deal-Automationen, Lead Scoring
  • Marketing-Automation Spezialist: E-Mail-Kampagnen, Segmentierung, Content-Serien
  • Customer Success Automation: Onboarding-Serien, Upselling-Automationen, Retention

Wann macht das Sinn?

Ab 200+ Mitarbeitern oder wenn die Abteilungen sehr unterschiedliche Anforderungen haben. Besonders in B2B-Unternehmen mit komplexen Sales-Zyklen.

Der Effekt ist stark, weil jeder Spezialist die Prozesse seiner Abteilung genau kennt. Ein Sales-Automation Experte weiß, wie Vertriebsprozesse funktionieren. Ein Marketing-Spezialist versteht Content-Strategien.

Die Schattenseite:

  • Doppelarbeit bei ähnlichen Automationen
  • Inkonsistente Datenqualität zwischen den Systemen
  • Schwierige Abstimmung bei abteilungsübergreifenden Projekten

Genau da verlieren die meisten: Sie vergessen eine zentrale Koordinationsstelle. Ein Frankfurter SaaS-Unternehmen hatte 3 verschiedene ActiveCampaign-Accounts, weil sich niemand abgestimmt hat.

3. Das Center of Excellence Modell: Zentrale Expertise, dezentrale Umsetzung

Das ist unser Favorit für größere Unternehmen. Du hast ein zentrales "Center of Excellence" (CoE), das Standards definiert und Expertise bereitstellt. Die Umsetzung passiert aber in den Fachabteilungen.

Das CoE Team besteht aus:

  • Head of Marketing Automation: Definiert Standards und Best Practices
  • Technical Lead: Verwaltet ActiveCampaign-Instanz und Integrationen
  • Training & Enablement: Schult die dezentralen Teams
  • Data & Analytics: Zentrale Erfolgsmessung und Reporting

Die dezentralen Teams haben:

  • Campaign Manager: Setzt Kampagnen um, nutzt die zentralen Standards
  • Content Specialist: Erstellt abteilungsspezifische Inhalte

Und das ist wichtig: Das CoE macht keine operativen Kampagnen, sondern ermöglicht anderen Teams, bessere Kampagnen zu machen.

Warum das funktioniert:

Du bekommst das Beste aus beiden Welten. Zentrale Standards sorgen für Konsistenz. Dezentrale Umsetzung sorgt für Geschwindigkeit und fachliche Nähe.

Ein Münchener Tech-Unternehmen mit 500 Mitarbeitern hat so die Zeit von Idee zu Live-Kampagne von 6 Wochen auf 2 Wochen reduziert.

4. Das Embedded Modell: Automation-Experten direkt in Produktteams

Hier arbeiten Marketing-Automation Spezialisten direkt in interdisziplinären Produktteams. Jedes Team hat einen Automation-Experten, der alle Berührungspunkte mit ActiveCampaign managed.

Typische Teamzusammensetzung:

  • Product Manager
  • Frontend/Backend Developer
  • UX/UI Designer
  • Marketing Automation Specialist
  • Data Analyst

Wann macht das Sinn?

Perfekt für SaaS-Unternehmen oder E-Commerce, wo Marketing-Automation eng mit der Produktentwicklung verzahnt ist. Wenn Onboarding-E-Mails, Feature-Updates und User-Journey-Automationen direkt aus der Produktentwicklung kommen sollen.

Das kannst du als separates Team abbilden, aber besser ist die direkte Integration in die Produktteams.

Der Vorteil:

Automation-Projekte werden von Anfang an mitgedacht, nicht nachträglich aufgesetzt. Ein Berliner Fintech hat so die Aktivierungsrate neuer User um 60% gesteigert, weil Onboarding-Automationen parallel zur App entwickelt wurden.

5. Das Hybrid-Modell: Flexibel je nach Projektphase

Die erfolgreichsten Unternehmen kombinieren verschiedene Modelle je nach Projektphase und Anforderung.

So funktioniert das in der Praxis:

  • Strategische Projekte: Center of Excellence führt
  • Operative Kampagnen: Dezentrale Teams setzen um
  • Produktnahe Automationen: Embedded in Produktteams
  • Quick Wins: Zentrales Team übernimmt

Ein Wiener E-Commerce-Unternehmen nutzt genau diese Struktur: Strategische E-Mail-Serien kommen aus dem CoE, produktspezifische Automationen aus den Produktteams, tägliche Newsletter aus dem Marketing-Team.

Die häufigsten Strukturfehler (und wie du sie vermeidest)

Jetzt kommt der Teil, den fast niemand sauber spielt: Die meisten Unternehmen starten mit der falschen Struktur und wechseln dann zu oft.

Fehler 1: Zu früh dezentralisieren

Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern verteilen Marketing-Automation oft zu früh auf verschiedene Abteilungen. Das führt zu:

  • Inkonsistenten Datenstrukturen in ActiveCampaign
  • Unterschiedlichen Tag-Systemen
  • Doppelten E-Mail-Templates
  • Schwieriger Erfolgsmessung

Fehler 2: Zu lange zentralisiert bleiben

Ab 200 Mitarbeitern wird ein zentrales Team zum Flaschenhals. Die Folge: Andere Abteilungen bauen ihre eigenen "Schatten-Systeme" oder nutzen andere Tools.

Fehler 3: Keine klaren Verantwortlichkeiten

Das sehen wir am häufigsten: Mehrere Teams können in ActiveCampaign Automationen erstellen, aber niemand ist für die Datenqualität verantwortlich.

Welche Struktur ist die richtige für dein Unternehmen?

Die Antwort hängt von drei Faktoren ab:

Unternehmensgröße:

  • Unter 50 Mitarbeiter: Ein zentraler Marketing-Automation Spezialist
  • 50-200 Mitarbeiter: Zentralisiertes Team (3-5 Personen)
  • 200-500 Mitarbeiter: Center of Excellence + dezentrale Umsetzung
  • Über 500 Mitarbeiter: Hybrid-Modell mit verschiedenen Strukturen

Komplexität der Customer Journey:

B2B-Unternehmen mit langen Sales-Zyklen brauchen andere Strukturen als E-Commerce mit direkten Kaufentscheidungen.

Technische Integration:

Wenn ActiveCampaign eng mit deinem Produktsystem verknüpft ist, funktioniert das Embedded Modell besser.

Erste Schritte: Wie du dein Team heute besser strukturierst

Wenn du nur 2 Stunden Zeit hast, mache das zuerst:

1. Audit der aktuellen Struktur (30 Minuten)

Liste auf, wer in deinem Unternehmen aktuell mit Marketing-Automation arbeitet. Frage:

  • Wer hat Zugriff auf ActiveCampaign?
  • Wer erstellt E-Mail-Kampagnen?
  • Wer definiert Tags und Segmente?
  • Wer wertet Ergebnisse aus?

2. Definiere eine Person als "System Owner" (15 Minuten)

Bestimme eine Person, die für die Datenqualität und ActiveCampaign-Konfiguration verantwortlich ist. Das ist der wichtigste erste Schritt.

3. Erstelle eine einfache RACI-Matrix (45 Minuten)

Definiere für wichtige Aktivitäten, wer Responsible, Accountable, Consulted und Informed ist:

  • E-Mail-Kampagnen erstellen
  • Automationen einrichten
  • Tags verwalten
  • Integrationen konfigurieren
  • Performance analysieren

4. Plane die Ziel-Struktur (30 Minuten)

Basierend auf deiner Unternehmensgröße: Welche Struktur willst du in 6 Monaten haben?

Fazit: Structure follows Strategy

Die beste Teamstruktur ist die, die zu deiner Strategie passt. Wenn du Marketing-Automation als zentralen Wachstumstreiber siehst, investiere in eine professionelle Struktur.

Wenn du nur einzelne E-Mail-Kampagnen versendest, reicht ein zentraler Spezialist.

Und das ist wichtig: Die Struktur muss mit dem Unternehmen mitwachsen. Was bei 50 Mitarbeitern funktioniert, scheitert bei 500.

Aus unseren 170+ Projekten wissen wir: Unternehmen mit klaren Strukturen und Verantwortlichkeiten sind 3x erfolgreicher mit Marketing-Automation als die, die es "nebenbei" machen.

Wenn du dein Marketing-Automation Team professionell strukturieren willst, unterstützen wir dich gerne dabei. Melde dich unter advertal.de/start und lass uns schauen, welche Struktur für dein Unternehmen die richtige ist.

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