Zurück zu Wissen

Markenentwicklung: Die 4 Schritte zur nachhaltigen Brand-Strategie

Tom
Tom
13. März 2026 · 14 Min. Lesezeit

Markenentwicklung verläuft in vier Phasen: Zunächst wird die eigene Position analysiert, dann eine klare Positionierung erarbeitet, anschließend eine konsistente Markenidentität aufgebaut und schließlich die Markenwahrnehmung fortlaufend gemessen. Wer diese Phasen in dieser Reihenfolge durchläuft, baut eine Marke, die erkennbar bleibt, auch wenn sich Produkte verändern, Märkte verschieben oder neue Mitbewerber nachrücken.

Das Wichtigste in Kürze

  • Markenentwicklung ist kein einmaliges Projekt, sondern ein wiederholter Zyklus aus Analyse, Entscheidung und Anpassung.
  • Die Positionierung muss vor dem Aufbau der Markenidentität stehen – wer mit dem Visuellen beginnt, baut auf unsicherer Grundlage.
  • Eine starke Marke entsteht durch konsistente Kommunikation über Zeit, nicht durch einzelne Kampagnen.
  • Ohne messbare Indikatoren lässt sich nicht erkennen, ob eine Marke wächst oder stagniert.
  • Das größte Risiko liegt nicht im Start, sondern in der Inkonsistenz: Häufige Stil- oder Positionierungswechsel zerstören das, was Wiedererkennbarkeit aufbaut.

Was Markenentwicklung von Branding unterscheidet

Markenentwicklung und Branding werden häufig synonym verwendet, beschreiben aber zwei grundlegend verschiedene Dinge. Markenentwicklung ist der strategische Prozess, der die Grundlage legt. Branding ist die operative Umsetzung, die diese Grundlage nach außen sichtbar macht. Wer mit dem Branding beginnt, bevor die Marke entwickelt ist, erstellt Logos, Farbwelten und Tonalitäten ohne strategischen Kern.

Branding beschreibt alles, was eine Marke nach außen erkennbar macht: Logogestaltung, Typografie, Farbwelt, Bildsprache, Sprachstil und visuelle Auftritte auf allen Kanälen. Markenentwicklung klärt dagegen die Fragen, die diesen Entscheidungen vorangehen müssen: Für wen existiert diese Marke? Was verspricht sie und warum ist dieses Versprechen glaubhaft? Womit unterscheidet sie sich von Alternativen, die die Zielgruppe bereits kennt?

In der Praxis zeigt sich der Unterschied darin, wie stabil eine Marke bei Veränderungen bleibt. Unternehmen, die Branding ohne vorherige Markenentwicklung betreiben, neigen dazu, ihren visuellen Auftritt und ihre Kommunikation häufig anzupassen, weil kein definierter Markenkern existiert, der Entscheidungen ankert. Jeder Agenturwechsel, jede neue Marketingverantwortliche und jede Kampagne mit eigenem Briefing führt dann zu Verschiebungen, die sich im Zeitverlauf summieren.

Ein weiterer Unterschied liegt im Zeithorizont. Branding-Maßnahmen lassen sich relativ schnell umsetzen und in ihrer Wirkung beobachten. Markenentwicklung ist ein Prozess, der Monate bis Jahre beansprucht und dessen Ergebnis sich erst zeigt, wenn Kunden die Marke klar einordnen können und neue Mitarbeiter ohne Briefing verstehen, wofür das Unternehmen steht. Dieser Prüfstein, ob ein Unternehmen intern wie extern dieselbe Marke beschreibt, ist einer der verlässlichsten Indikatoren für eine gelungene Markenentwicklung.

Wer tiefer in das Verhältnis zwischen übergeordneter Markenstrategie und operativer Marketingstrategie einsteigen will, findet in dem Beitrag über den Unterschied zwischen Brand-Strategie und Marketing-Strategie eine strukturierte Abgrenzung beider Ebenen.

Den eigenen Standort klären, bevor du nach außen gehst

Die erste Phase der Markenentwicklung ist Analyse, und sie beginnt innen, nicht außen. Viele Unternehmen starten damit, die Konkurrenz zu beobachten. Das ist ein nützlicher Input, aber kein Ausgangspunkt. Der Ausgangspunkt ist die ehrliche Einschätzung der eigenen Position: Was macht das Unternehmen tatsächlich gut? Wo ist es schwächer als Alternativen? Was würde eine Kernzielgruppe verlieren, wenn dieses Unternehmen morgen nicht mehr existierte?

Was eine ehrliche Unternehmensanalyse einschließt

Eine Unternehmensanalyse im Kontext der Markenentwicklung geht über das Aufstellen einer SWOT-Liste hinaus. Sie klärt, welche Stärken für die Zielgruppe tatsächlich relevant sind, nicht nur welche intern als Stärken gelten. Ein Unternehmen kann intern stolz auf seine technologische Infrastruktur sein. Wenn Kunden das weder wahrnehmen noch einschätzen können, trägt diese Stärke nicht zur Marke bei und sollte zumindest in der Außenkommunikation entsprechend gewichtet werden.

Drei Fragen helfen dabei, die Analyse zu fokussieren:

  • Für welche Entscheidung zieht die Zielgruppe das Unternehmen in Betracht, und welche Alternativen erwägt sie dabei?
  • Was schätzen bestehende Kunden an der Zusammenarbeit, und würden sie denselben Aspekt spontan als Kaufgrund nennen oder erst auf Nachfrage?
  • Welche Erwartungen wurden in der Vergangenheit nicht erfüllt, und wie systematisch wurden diese Rückmeldungen ausgewertet?

Wettbewerbsanalyse gehört ebenfalls zur ersten Phase, aber mit einem klaren Ziel: nicht um zu kopieren, sondern um Lücken zu erkennen. Wenn alle Mitbewerber in einem Segment auf Geschwindigkeit positionieren, ist das ein Signal. Entweder für eine Differenzierung über einen anderen Aspekt, oder für die Frage, ob Geschwindigkeit tatsächlich der entscheidende Faktor in Kaufentscheidungen ist. Beides sind strategische Hypothesen, die getestet werden müssen, nicht Annahmen, auf die man direkt baut.

Kundenstimmen als Datenbasis nutzen

Authentische Kundenstimmen sind einer der verlässlichsten Inputs für die Markenentwicklung, weil sie zeigen, wie die Marke tatsächlich wahrgenommen wird, nicht wie sie wahrgenommen werden soll. Die Diskrepanz zwischen beidem ist oft der Startpunkt für eine strategische Neuausrichtung. Einblicke aus über 200 Projekten zeigen: Die Sprache, in der Kunden das Problem beschreiben, das ein Angebot löst, weicht fast immer von der Sprache ab, die das Unternehmen intern verwendet.

Für den DACH-Raum bieten sich mehrere Quellen an, um systematisch Kundenstimmen zu sammeln:

  • Bewertungsplattformen wie ProvenExpert oder Trustpilot geben Einblick in die Aspekte, die Kunden spontan erwähnen, ohne dass eine Frage die Antwort lenkt.
  • Direktgespräche nach Projektabschluss oder nach längerer Zusammenarbeit liefern differenziertere Einschätzungen als Sternebewertungen und ermöglichen Nachfragen.
  • Wiederkehrende Supportanfragen und häufige Vorabfragen zeigen, wo Erwartungen und Realität auseinandergehen und welche Aspekte des Angebots erklärbedürftig sind.
  • LinkedIn-Kommentare und Reaktionen auf Fachbeiträge zeigen, welche Positionierungen und Thesen Resonanz erzeugen und welche als selbstverständlich wahrgenommen werden.

Das Ziel dieser Analyse ist keine Sammlung von Lob. Es geht darum, ein Bild davon zu bekommen, welche Begriffe und Zusammenhänge die Zielgruppe selbst verwendet, wenn sie über das Problem spricht, das das Unternehmen löst. Diese Sprache ist direkt verwertbar, für Positionierung, Messaging und E-Mail-Kommunikation, weil sie der Lebenswelt der Zielgruppe entspricht statt der eigenen Fachterminologie.

Positionierung schaffen, die die Marke klar abgrenzt

Positionierung beschreibt die Stelle, die eine Marke im Kopf der Zielgruppe einnimmt: wofür sie steht, für wen sie gedacht ist und warum sie die erste Wahl für ein bestimmtes Bedürfnis ist. Wer Positionierung mit Slogan oder Tagline gleichsetzt, unterschätzt die Aufgabe. Positionierung ist die strategische Entscheidung, die allen nachgelagerten Kommunikationsmaßnahmen Form gibt, von der Website bis zur E-Mail-Sequenz.

Eine tragfähige Positionierung erfüllt drei Bedingungen gleichzeitig. Sie ist spezifisch genug, um eine klare Abgrenzung zu ermöglichen. Sie ist glaubhaft genug, dass die eigene Organisation sie einlösen kann. Und sie ist relevant genug, dass die Zielgruppe darin einen echten Grund sieht, das Unternehmen einem Mitbewerber vorzuziehen. Wenn eine dieser Bedingungen fehlt, hält die Positionierung dem Marktdruck nicht stand. Eine spezifische, aber unglaubhafte Positionierung erzeugt Misstrauen. Eine glaubhafte, aber irrelevante Positionierung erzeugt Gleichgültigkeit.

Wie eine Positionierung testbar wird

Eine Positionierung bleibt so lange Theorie, bis sie mit dem Markt in Kontakt kommt. Vor der umfassenden Umsetzung lässt sich die Wirkung in kleinerem Rahmen testen: durch Gespräche mit Bestandskunden, durch Landingpage-Varianten, die explizit eine bestimmte Positionierung kommunizieren, oder durch Content, der eine bestimmte Haltung einnimmt und misst, wie die Zielgruppe darauf reagiert.

Drei Anzeichen, dass eine Positionierung funktioniert:

  • Neue Interessenten beschreiben im ersten Gespräch Erwartungen, die zur Positionierung passen, ohne dass sie dazu geführt wurden.
  • Bestehende Kunden verwenden in Empfehlungen dieselbe Sprache, die in der Positionierung festgelegt wurde.
  • Die Ablehnung durch einen bestimmten Kundentyp nimmt zu, weil die Schärfe der Positionierung auch definiert, für wen das Angebot nicht gedacht ist.

Das letzte Anzeichen wird oft als Problem interpretiert, ist aber ein Qualitätssignal. Eine Marke, die für jeden passt, passt für niemanden besonders gut. Klare Positionierung bedeutet immer auch, einen Teil des Marktes bewusst nicht anzusprechen, und das ist eine Entscheidung, keine Niederlage.

Wann eine Positionierung überdacht werden sollte

Positionierung ist nicht statisch, aber sie sollte auch nicht bei jedem Markttrend angepasst werden. Überdacht werden sollte sie, wenn sich das Kernproblem der Zielgruppe so verschoben hat, dass das bisherige Versprechen nicht mehr relevant ist. Oder wenn das Unternehmen in ein neues Marktsegment eintritt, das andere Erwartungen mitbringt. Oder wenn eine interne Veränderung, etwa ein neues Produktportfolio oder ein Geschäftsführungswechsel, ein grundlegend anderes Versprechen notwendig macht. Stilistische Überarbeitungen des Brandings dagegen erfordern keine neue Positionierung.

Markenidentität und Kommunikation konsistent aufbauen

Markenidentität ist die Summe aller Ausdrucksformen, durch die eine Marke erkennbar wird: Sprachstil, Tonalität, visuelle Grundlagen wie Logo und Farbwelt, Bildsprache und die Struktur, wie Inhalte aufgebaut werden. Das Ziel ist nicht ästhetische Schönheit, sondern Wiedererkennbarkeit. Ein Empfänger sollte auch ohne Logo oder Absendernamen erkennen können, von wem eine Nachricht kommt, weil Stilmittel, Formulierungen und Perspektive unverwechselbar sind.

Der häufigste Fehler beim Aufbau der Markenidentität ist, zu viele Elemente gleichzeitig einführen zu wollen. Ein Styleguide, der jede Situation regelt, wird selten konsequent angewendet, weil er zu weit vom Alltag entfernt ist. Wirkungsvoller ist ein schrittweiser Aufbau: zuerst Kernentscheidungen zu Tonalität, Anredeform und primärer Farbwelt treffen, diese konsequent anwenden und erst dann weitere Elemente ergänzen. Was in der täglichen Kommunikation noch nicht konsequent angewendet werden kann, ist zu früh eingeführt.

E-Mail-Kommunikation ist ein zentraler Berührungspunkt zwischen Marke und Zielgruppe, weil sie regelmäßig, direkt und ohne Algorithmus-Filter stattfindet. Wer auf LinkedIn sachlich-präzise kommuniziert, im Newsletter aber locker-persönlich und auf der Website förmlich-distanziert, liefert drei verschiedene Bilder derselben Marke. Die Lösung ist kein einheitliches Template, sondern ein definiertes Tonalitätsspektrum: Die Grenzen, innerhalb derer alle Kommunikation stattfindet, unabhängig vom Kanal und unabhängig davon, wer im Team den Text schreibt.

So richtest du Markenkonsistenz in ActiveCampaign ein

ActiveCampaign lässt sich so einrichten, dass Markenkonsistenz nicht von der Disziplin einzelner Personen abhängt, sondern im System angelegt ist. Der folgende Aufbau verbindet die Markenphasen mit konkreten Automationsstrukturen.

  1. Markenphasen als Tags anlegen: Erstelle Tags, die abbilden, wo ein Kontakt in seiner Beziehung zur Marke steht – zum Beispiel Erstkontakt, wiederholter Leser, Webinar-Teilnehmer und Weiterempfehler. Diese Struktur ermöglicht eine Kommunikation, die sich an der tatsächlichen Markenbeziehung orientiert, nicht nur am Kaufstatus.
  2. Welcome-Automation auf Markenbotschaft ausrichten: Die erste E-Mail-Sequenz nach der Anmeldung ist der wichtigste Marken-Touchpoint. Sie sollte nicht primär aus Produktinformationen bestehen, sondern das Warum der Marke kommunizieren: wofür das Unternehmen steht, welche Haltung es einnimmt und wie es Kunden begleitet. Gehe dazu in Automationen > Neue Automation erstellen und wähle als Startbedingung die Anmeldung über das entsprechende Formular.
  3. Engagement-Tracking für Markenaffinität nutzen: Öffne Einstellungen > Tracking > Site Tracking und integriere den Tracking-Code auf deiner Website. Kontakte, die wiederholt Fachbeiträge lesen, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen, verhalten sich anders als solche, die direkt auf Angebotsseiten landen. Diese Unterscheidung trägt zur Segmentierung bei und macht sichtbar, welche Inhalte die Markenbeziehung vertiefen.
  4. Lead Scoring um Markensignale ergänzen: Standardmäßig misst Lead Scoring die Kaufbereitschaft. Ergänze die Scoring-Regeln in ActiveCampaign um Signale, die Markenaffinität anzeigen: Teilnahme an einem Webinar, eine Weiterleitung einer E-Mail, eine Direktnachricht oder eine Empfehlung. Gehe dazu in Kontakte > Lead Scoring und erstelle eine neue Regel mit dem entsprechenden Auslöser.
  5. Tonalitätsregel für jede Automation festhalten: Definiere als internen Hinweis in jeder Automation, für welche Markensituation sie gedacht ist und welchen Stilkorridor sie einhalten soll. Das verhindert, dass neue Automationen unbewusst vom definierten Markenstil abweichen, besonders wenn mehrere Personen am System arbeiten.

Markenwahrnehmung messen und steuern

Eine Marke entwickelt sich auch dann, wenn niemand aktiv daran arbeitet: durch Kundeninteraktionen, Erwähnungen in Gesprächen, Wettbewerbsveränderungen und das, was Interessenten finden, wenn sie nach dem Unternehmen suchen. Wer Markenentwicklung ohne Messung betreibt, sieht diese Entwicklung erst, wenn sie bereits deutlich ausgeprägt ist und Korrekturen aufwendig werden.

Markenwahrnehmung lässt sich nicht in einem einzigen Kennwert zusammenfassen. Verschiedene Indikatoren liefern zusammen ein Bild davon, ob die Marke in die gewünschte Richtung wächst. Die folgende Übersicht zeigt, welche Indikatoren aussagekräftig sind, was sie jeweils messen und wie sie erfasst werden können.

Indikator

Was er zeigt

Messmethode

Direkte Website-Zugriffe

Bekanntheitsgrad der Marke in der Zielgruppe

Google Analytics, Segment Direct

Brand-Search-Volumen

Wie oft der Unternehmensname aktiv gesucht wird

Google Search Console, Filterung auf Markenbegriffe

E-Mail-Öffnungsraten im Zeitverlauf

Ob die Marke als Absender Vertrauen aufgebaut hat

ActiveCampaign-Reports, Kampagnenvergleich über Monate

Weiterempfehlungsquote

Ob Kunden die Marke für ihr Netzwerk als relevant einschätzen

Onboarding-Fragen oder direkte Befragung nach Projektabschluss

Erwähnungen außerhalb eigener Kanäle

Ob die Marke in Gesprächen Dritter auftaucht

Manuelle LinkedIn-Suche oder ein Monitoring-Tool

Die relevante Frage ist nicht, ob einzelne Werte gut oder schlecht sind, sondern ob sie sich in die Richtung bewegen, die zur Positionierung passt. Eine Marke, die auf Fachkompetenz setzt, sollte im Zeitverlauf wachsendes Brand-Search-Volumen und steigende Öffnungsraten zeigen. Eine Marke, die auf Community-Aufbau setzt, sollte das in wachsenden Erwähnungen außerhalb eigener Kanäle sichtbar machen. Wenn die Indikatoren stagnieren, ist das kein Zeichen für eine schwache Marke, sondern ein Signal, dass entweder die Positionierung nicht konsequent umgesetzt wird oder die Messgrößen nicht zur Positionierung passen.

Typische Fehler, die den Aufbau verlangsamen

Markenentwicklung scheitert selten an fehlenden Ressourcen. Häufiger liegt das Problem in Entscheidungen, die früh im Prozess fallen und sich später schwer korrigieren lassen, weil sich Kunden, Mitarbeiter und Kommunikationsmaterialien bereits auf eine Richtung eingestellt haben.

Visuell beginnen, ohne strategisch zu klären

Das Logo wird beauftragt, bevor die Positionierung steht. Das passiert oft, weil ein Logo tastbar und gegenüber Stakeholdern kommunizierbar ist. Das Ergebnis ist ein Erscheinungsbild, das möglicherweise ästhetisch überzeugt, aber nicht aus einem definierten Markenkern abgeleitet wurde. Korrekturen nach der Einführung sind aufwendig und für Bestandskunden verwirrend. Der Gegenzug: Positionierung und Kernbotschaft schriftlich festhalten, bevor der erste visuelle Auftrag vergeben wird.

Mehrere Zielgruppen gleichzeitig mit derselben Botschaft ansprechen

Eine Marke, die alle anspricht, spricht niemanden präzise an. Im DACH-Markt zeigt sich dieses Muster häufig bei Unternehmen, die B2B-Kunden auf verschiedenen Hierarchieebenen ansprechen wollen: Die Website adressiert gleichzeitig Entscheider und operative Nutzer mit derselben Botschaft. Das Ergebnis ist, dass keine der Gruppen das Gefühl hat, direkt angesprochen zu werden. Die Lösung ist nicht, eine Gruppe auszuschließen, sondern klare Einstiegspunkte für verschiedene Kontexte zu schaffen und die Kernbotschaft so zu formulieren, dass sie für die wichtigste Zielgruppe zuerst spricht.

Inkonsistenz über Kanäle und Personen hinweg

Dieselbe Marke klingt auf der Website sachlich-distanziert, im Newsletter vertraut-locker und auf LinkedIn akademisch-förmlich. Diese Inkonsistenz entsteht meistens nicht durch schlechte Absicht, sondern weil für verschiedene Kanäle verschiedene Personen oder Agenturen zuständig sind und kein gemeinsames Referenzdokument für Tonalität existiert. Wer das Problem kennt, löst es nicht durch mehr Abstimmungsmeetings, sondern durch ein kurzes Dokument, das den zulässigen Stilkorridor definiert und allen Beteiligten zugänglich ist.

Markenentwicklung als abgeschlossenes Projekt behandeln

Eine Marke ist kein Projekt, das abgeschlossen wird. Unternehmen, die Markenentwicklung als einmalige Initiative durchführen, stellen danach fest, dass die gelebte Marke und das strategische Bild mit der Zeit auseinanderdriften. Das liegt nicht am fehlenden Willen, sondern an der Tatsache, dass Kunden, Mitarbeiter, Wettbewerber und Märkte sich verändern, und die Marke diese Entwicklung verarbeiten muss. Regelmäßige Überprüfungen, mindestens einmal jährlich, sollten deshalb Teil des Markensystems sein, nicht Ausnahmen.

Wann Markenentwicklung nicht der richtige nächste Schritt ist

Markenentwicklung baut auf einem erprobten Angebot auf. Wenn das Produkt oder die Dienstleistung noch nicht stabil ist, wenn die Zielgruppe noch nicht klar ist oder wenn das Unternehmen grundlegende operative Probleme hat, ist eine umfassende Markenentwicklung verfrüht. Besser ist es, zunächst mit einzelnen Kunden zu arbeiten, Positionierungshypothesen im kleinen Maßstab zu testen und die Markenentwicklung aufzuschieben, bis die Grundlage stabiler ist. Markenentwicklung ist kein Werkzeug, um ein unsicheres Angebot nach außen attraktiver wirken zu lassen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Markenentwicklung?

Die strategische Phase, also Analyse, Positionierung und Definition der Markenidentität, kann in zwei bis vier Monaten abgeschlossen sein, wenn intern zügig Entscheidungen getroffen werden. Die eigentliche Markenentwicklung im Sinn von aufgebautem Vertrauen und klarer Wiedererkennung dauert Jahre. Kurzfristig sichtbar sind Änderungen am Erscheinungsbild und an der Kommunikation. Ob die Marke im Kopf der Zielgruppe eine klare Stelle einnimmt, zeigt sich erst über Zeit und über viele Berührungspunkte hinweg.

Braucht ein kleines Unternehmen eine Markenstrategie?

Auch kleine Unternehmen haben eine Marke. Die Frage ist nur, ob sie diese bewusst gestalten. Für Unternehmen, die ausschließlich über persönliche Netzwerke und Weiterempfehlungen wachsen, ist eine formalisierte Markenstrategie oft nicht der erste Schritt. Sobald aber Kommunikation über Kanäle stattfindet, die über den persönlichen Kontakt hinausgehen, etwa Website, E-Mail oder LinkedIn, zahlt sich eine klare Positionierung aus. Der Aufwand muss nicht groß sein: Eine Antwort auf die drei Kernfragen, für wen, wofür und warum besser als Alternativen, reicht als Grundlage.

Was kostet eine externe Markenentwicklung?

Die Bandbreite ist erheblich. Projekte mit Positionierungs-Workshop und Basis-Briefing liegen im vierstelligen Bereich. Umfassende Markenprojekte mit Wettbewerbsanalyse, Kundenbefragungen, Positionierungsentwicklung und vollständiger Identitätsdefinition können deutlich höher liegen. Entscheidender als der Preis ist die Frage, ob die Agentur die eigene Branche und Zielgruppe versteht und ob das Ergebnis intern tatsächlich angewendet wird. Markenentwicklung ohne konsequente Umsetzung erzeugt keinen Mehrwert, unabhängig davon, was das Projekt gekostet hat.

Wie schütze ich meine Marke rechtlich?

Die naheliegendste Maßnahme ist die Eintragung als Wortmarke und gegebenenfalls als Bildmarke beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) oder beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO), wenn der Schutz über Deutschland hinausgehen soll. Eine Markenanmeldung sollte vor der öffentlichen Einführung des Namens erfolgen, weil Dritte durch frühere Nutzung oder frühere Eintragung prioritätsberechtigte Rechte erwerben können. Für die konkrete rechtliche Ausgestaltung und die Klassenwahl ist juristische Beratung sinnvoll.

Wann sollte ich eine bestehende Marke neu positionieren?

Eine Repositionierung ist dann sinnvoll, wenn sich das Kernproblem der Zielgruppe so verändert hat, dass die bisherige Positionierung nicht mehr relevant ist, wenn das Unternehmen in ein neues Marktsegment eintritt oder wenn eine interne Veränderung ein grundlegend anderes Versprechen notwendig macht. Einen bestehenden Kundenstamm mit einer neuen Positionierung zu konfrontieren ist riskant. Bewährt hat sich ein schrittweiser Übergang, bei dem die neue Positionierung zunächst in neuen Kanälen und für neue Zielgruppen eingeführt wird.

Wer die vier Phasen der Markenentwicklung, Analyse, Positionierung, Identitätsaufbau und Markenführung, als wiederkehrenden Zyklus betrachtet, baut keine starre Marke, sondern eine, die mit dem Unternehmen wächst. Der erste Schritt ist dabei immer derselbe: klären, wo das Unternehmen heute steht und wofür es aus Sicht derer steht, die es von innen nicht kennen. Wer dabei ActiveCampaign als E-Mail-Marketing-System nutzt und wissen will, wie sich Markenkommunikation dort strukturiert aufbauen lässt, findet in unserem ActiveCampaign-Kurs die praktischen Grundlagen dazu.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

Kostenloses Erstgespräch

Du weißt jetzt, wie es geht. Sollen wir dir bei der Umsetzung helfen?

Zwanzig Minuten, ohne Verkaufsgespräch: Wir schauen gemeinsam auf dein Marketing – was schon trägt, was liegen geblieben ist und was sich automatisieren lässt. Du hast danach drei konkrete nächste Schritte. Ob du ActiveCampaign schon nutzt oder noch nach dem passenden Werkzeug suchst: Wir richten es so ein, dass es zu deinem Unternehmen passt – und zeigen deinem Team, wie es damit weiterarbeitet.

Jetzt kennenlernen

Kostenlos und unverbindlich · Offizieller ActiveCampaign-Partner · über 200 Unternehmen im Advertal Partner-Netzwerk