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Lead Scoring in ActiveCampaign: Wie du deine Kontakte richtig bewertest

Tom
Tom
12. März 2026 · 11 Min. Lesezeit

Lead Scoring in ActiveCampaign weist jedem Kontakt einen numerischen Punktwert zu, der abbildet, wie aktiv er sich mit deinen Inhalten beschäftigt. Das System wertet E-Mail-Verhalten, Formulareingaben, Website-Besuche und Aktionen in Automationen aus. Wenn ein Kontakt einen festgelegten Schwellenwert erreicht, löst ActiveCampaign automatisch eine Aktion aus – etwa eine Vertriebsbenachrichtigung oder eine gezieltere E-Mail-Sequenz.

Das Wichtigste in Kürze

  • Lead Scoring läuft über zwei Orte: statische Regeln unter Contacts → Manage Scoring für einmalige Ereignisse und Automation-Aktionen für wiederkehrendes Verhalten wie E-Mail-Öffnungen.
  • Punkte gehören in drei Stufen gewichtet: geringe Werte für passives Interesse, mittlere für aktives Engagement, hohe Werte ausschließlich für klare Kaufsignale.
  • Scoring funktioniert dauerhaft nur, wenn Punkte verfallen können – ohne Verfallsregel tragen inaktive Kontakte einen hohen Score, der nichts mehr aussagt.
  • Der Score ist kein Ziel, sondern ein Auslöser: erst wenn definierte Schwellenwerte zu konkreten Automationen oder Vertriebsübergaben führen, hat das System einen realen Nutzen.
  • Lead Scoring ist ab dem Plus-Plan verfügbar; Deal Scoring steht separat für das integrierte CRM bereit.

Was Lead Scoring in ActiveCampaign berechnet – und was nicht

Lead Scoring misst Engagement, nicht Kaufbereitschaft. Das klingt nach Haarspalterei, ist aber der entscheidende Unterschied, wenn ein Setup im Alltag enttäuscht. Ein Kontakt, der zwanzig E-Mails geöffnet hat, ist engagiert – ob er kaufen will, zeigt sich erst, wenn er die Preisseite besucht oder ein Beratungsformular ausfüllt. Ein gut aufgebautes Modell berücksichtigt beides und gewichtet Kaufsignale deutlich stärker als passives Lesen.

ActiveCampaign unterscheidet intern zwischen Contact Scores und Deal Scores. Contact Scores bewerten den einzelnen Kontakt anhand seines Verhaltens. Deal Scores bewerten dagegen den Status und die Qualität eines offenen Deals im CRM. Beide sind unabhängig voneinander und werden getrennt verwaltet. Wenn du Deals in ActiveCampaign automatisierst, kannst du Deal Scoring direkt in der Pipeline nutzen, ohne den Contact Score zu berühren.

Was Lead Scoring grundsätzlich nicht abbilden kann: Kaufabsicht, die außerhalb von ActiveCampaign stattfindet. Wer dein Produkt intern evaluiert, aber keine Mails öffnet und keine Seiten besucht, hat einen niedrigen Score – obwohl er vielleicht kurz vor dem Abschluss steht. Das ist die Systemgrenze des automatischen Scorings. Der Vertrieb sollte den Score deshalb als Signal behandeln, nicht als endgültiges Urteil über einen Kontakt.

Die zwei Orte, an denen du Scoring-Regeln in ActiveCampaign anlegst

Scoring-Regeln in ActiveCampaign laufen über zwei verschiedene Wege. Wer das verwechselt, baut ein System, das nicht das tut, was es soll.

Contacts → Manage Scoring: Regeln, die einmalig feuern

Unter Contacts → Manage Scoring erstellst du Regeln, die genau einmal greifen. Sobald ein Kontakt eine Bedingung erstmals erfüllt, bekommt er die Punkte – und nie wieder für dieselbe Bedingung, egal wie oft er danach dieselbe Aktion ausführt. Das ist die richtige Stelle für Aktionen, die einen Kontakt grundlegend qualifizieren:

  • Formular ausgefüllt (Newsletter-Anmeldung, Whitepaper-Download, Demo-Anfrage)
  • Tag hinzugefügt (z. B. "Produktinteresse-Bereich-A")
  • Deal-Stage erstmals erreicht
  • E-Mail-Abmeldung (als negative Regel)

Einmalige Regeln eignen sich nicht für Verhalten, das sich wiederholt. Wer dort "E-Mail geöffnet: +3 Punkte" anlegt, stellt fest, dass der Kontakt die Punkte nur beim allerersten Öffnen bekommt – egal wie viele E-Mails er danach liest. Das ist der häufigste Aufbaufehler bei neuen Scoring-Setups.

Automationen: Wiederkehrende Verhaltensregeln

Wiederkehrendes Verhalten gehört in Automationen. Richte eine Automation ein, die beim Eintrittspunkt "E-Mail geöffnet" oder "Seite X besucht" startet und als erste Aktion einen Score-Wert anpasst. Der Vorteil: Du hast volle Kontrolle darüber, wie oft ein Kontakt für dasselbe Verhalten Punkte bekommt.

Eine saubere Methode ist ein Cooldown-Tag. Die Automation prüft per If/Else, ob der Kontakt den Tag "Score-Öffnung-heute" bereits hat. Wenn nein, vergibt sie die Punkte und setzt das Tag. Nach 24 Stunden entfernt ein Wait-Schritt das Tag wieder. So verhindert du, dass ein Kontakt, der fünf E-Mails an einem Tag öffnet, fünfmal Punkte bekommt. Auf diese Technik lassen sich auch die Regeln für inaktive Kontakte aufbauen – ein Thema, das beim Engagement Tracking ausführlich beschrieben ist.

Wie du Punkte sinnvoll gewichtest – die Drei-Stufen-Skala

Kein Scoring-Modell passt identisch auf jedes Unternehmen. Trotzdem gibt es eine Grundstruktur, die als Ausgangspunkt zuverlässig funktioniert: drei Stufen nach Signal-Stärke, mit klarer Abstufung zwischen passivem Interesse und konkretem Kaufsignal.

Stufe 1 – Passives Interesse: 1–5 Punkte

Geringe Punkte für Aktionen, die alleine wenig aussagen, aber in der Summe ein Muster zeigen. Diese Werte gehören in Automationen, weil sie sich wiederholen:

  • E-Mail geöffnet: 1–2 Punkte (Automation, wiederkehrend)
  • Link in E-Mail geklickt: 3 Punkte (Automation, wiederkehrend)
  • Blogartikel besucht: 1 Punkt (Automation, erfordert Site Tracking)

Diese Punkte sollten nach 60 bis 90 Tagen verfallen, wenn keine weiterführende Aktion folgt. Wer das nicht einrichtet, hat nach sechs Monaten einen Verteiler voller Kontakte mit hohem Score, die sich längst nicht mehr melden.

Stufe 2 – Aktives Engagement: 10–20 Punkte

Mittlere Punkte für Aktionen, die Eigeninitiative zeigen. Die meisten davon passen als einmalige Regeln unter Manage Scoring:

  • Newsletter-Anmeldung: 10 Punkte
  • Whitepaper oder Leitfaden heruntergeladen: 15 Punkte
  • Webinar-Anmeldung oder -Teilnahme: 20 Punkte
  • Produktseite mehrfach besucht (mit Cooldown): 10 Punkte

Stufe 3 – Kaufsignale: 30–50 Punkte

Hohe Punkte für Aktionen, die starke Kaufabsicht signalisieren. Diese Regeln sind immer einmalig unter Manage Scoring:

  • Demo- oder Testanfrage: 40–50 Punkte
  • Beratungstermin gebucht: 50 Punkte
  • Kontaktformular ausgefüllt: 35 Punkte
  • Preisseite mehrfach besucht (Automation): 15 Punkte

Der Schwellenwert für einen qualifizierten Lead liegt in diesem Modell typischerweise zwischen 50 und 80 Punkten. Wer einen langen Entscheidungsprozess hat, setzt den Schwellenwert höher, damit nicht jeder Download-Kontakt sofort als heißer Lead im Vertrieb erscheint.

Negative Punkte – wann das Modell korrigieren muss

Ein Score, der nur steigt, bildet Engagement nicht realistisch ab. Negative Punkte sorgen dafür, dass inaktive oder sich abwendende Kontakte ihren Score über Zeit verlieren. Das ist kein optionales Feature, sondern notwendig, damit das Modell nach einem halben Jahr noch stimmt.

Situationen, in denen Punkte sinnvoll abzuziehen sind:

  • E-Mail-Abmeldung: -25 Punkte (einmalige Regel unter Manage Scoring)
  • Inaktivität über 90 Tage ohne E-Mail-Öffnung: -10 Punkte (Automation mit periodischer Prüfung)
  • Spam-Beschwerde: -50 Punkte (einmalige Regel; der Kontakt hat aktiv Distanz signalisiert)
  • Soft-Bounce der E-Mail-Adresse: -10 Punkte (reduzierte Erreichbarkeit)

Inaktivitätspunkte gehören in eine Automation, die regelmäßig prüft, ob ein Kontakt über einen definierten Zeitraum keine E-Mail geöffnet und keine Seite besucht hat. Abmeldung und Spam-Beschwerde sind dagegen klare einmalige Ereignisse und passen direkt unter Manage Scoring. Eine wichtige technische Grenze: Negative Punkte können den Score in ActiveCampaign auf null senken, aber nicht darunter. Das ist das erwartete Systemverhalten.

So richtest du dein erstes Lead-Scoring-Modell ein – Schritt für Schritt

Das folgende Setup deckt die wichtigsten Einstiegssignale ab und lässt sich danach gezielt erweitern. Du brauchst dafür eine halbe Stunde und Zugriff auf einen Plus-Plan oder höher.

  1. Score-Objekt anlegen: Gehe in ActiveCampaign zu Contacts → Manage Scoring → Add Score. Gib dem Score einen eindeutigen Namen – "Engagement Score" oder "Sales Readiness Score". Du kannst mehrere Score-Objekte parallel führen; für den Start reicht eines.
  2. Einmalige Qualifizierungsregeln anlegen: Klicke auf Add Condition. Lege folgende Regeln an: Formular "Demo-Anfrage" ausgefüllt → +50 Punkte; Formular "Kontaktformular" ausgefüllt → +35 Punkte; Formular "Newsletter-Anmeldung" ausgefüllt → +10 Punkte; Formular "Whitepaper-Download" ausgefüllt → +15 Punkte; Tag "Kaufinteresse" hinzugefügt → +30 Punkte; Abmeldung von E-Mail-Liste → -25 Punkte. Speichere den Score.
  3. Automation für E-Mail-Engagement erstellen: Gehe zu Automations → Create Automation → Start from Scratch. Wähle als Eintrittspunkt "Opens an email" (alle E-Mails oder eine bestimmte Kampagne). Aktiviere "Allow multiple", damit die Automation mehrfach starten kann. Füge einen If/Else-Schritt ein, der prüft, ob der Kontakt das Tag "Score-Cooldown" hat. Wenn nein: Score +2 Punkte anpassen und Tag "Score-Cooldown" hinzufügen, dann Wait 24 Stunden, dann Tag entfernen. Wenn ja: Ende. So verhindest du tägliche Mehrfachpunkte.
  4. Automation für Preisseitenbesuch erstellen: Voraussetzung ist aktives Site Tracking. Eintrittspunkt: "Visits a page" → URL enthält "/preise" oder "/pricing". Aktion: Score +15 Punkte. Füge denselben Cooldown-Mechanismus wie oben ein, um Mehrfachpunkte bei wiederholten Besuchen zu begrenzen.
  5. Schwellenwert-Automation einrichten: Neue Automation, Eintrittspunkt: "Contact Score changes". Bedingung: Score größer als 60. Aktionen: Tag "Marketing Qualified Lead" hinzufügen, optional interne Benachrichtigungs-E-Mail an das Vertriebsteam mit Name und E-Mail des Kontakts.
  6. Vier Wochen beobachten und anpassen: Wie viele Kontakte erreichen den MQL-Schwellenwert? Wenn es deutlich zu viele sind und die meisten durch reine E-Mail-Öffnungen hochgetrieben wurden, passe die Punktwerte für Stufe 1 nach unten an oder erhöhe den Schwellenwert.

Score-Schwellenwerte: Was danach passieren muss

Ein Lead Score ist erst dann nützlich, wenn er eine Konsequenz hat. Punkte zu sammeln ohne definierten nächsten Schritt macht das System zu einem gut gepflegten Datengrab.

Die häufigste Konsequenz ist die Marketing-Qualifizierung (MQL): Ab einem bestimmten Score wird ein Kontakt intern als "reif für Vertriebskontakt" markiert. In ActiveCampaign geschieht das über die Schwellenwert-Automation, die ein Tag setzt und optional eine Benachrichtigung auslöst. Was danach geschieht, muss im Team geklärt sein – nicht in ActiveCampaign, sondern im Prozess:

  • Wer bekommt die MQL-Benachrichtigung und in welchem Zeitraum soll er reagieren?
  • Welche Information aus dem Kontaktprofil (zuletzt besuchte Seiten, ausgefüllte Formulare) ist für den ersten Anruf relevant?
  • Was passiert, wenn der Vertrieb keinen Abschluss macht – landet der Kontakt zurück im Nurturing?

Ein zweiter Schwellenwert bildet den Rückfall ab: Verliert ein MQL-Kontakt durch Inaktivität Punkte und fällt unter den Schwellenwert, entfernt eine zweite Automation das MQL-Tag automatisch und schiebt ihn zurück in den Nurturing-Flow. Dieses Auf-und-Ab ist kein Fehler, sondern ein Zeichen, dass das Modell funktioniert.

Typische Fehler beim Lead Scoring – Ursachen und Gegenmittel

Zu viele Punkte für passive Aktionen

Wenn E-Mail-Öffnungen zehn oder mehr Punkte geben, treiben reine Newsletter-Leser den Score so hoch, dass sie als qualifizierte Leads erscheinen – obwohl sie nie eine Preisseite besucht oder ein Formular ausgefüllt haben. Das Gegenmittel ist eine klare Hierarchie: Öffnungen geben höchstens 1–2 Punkte, Klicks 3 Punkte. Der Score steigt erst dann deutlich, wenn Formulare ausgefüllt oder Kaufsignal-Seiten besucht werden.

Punkte verfallen nie

Ohne Verfallsregeln spiegelt der Score die gesamte Lebensgeschichte eines Kontakts wider, nicht seinen aktuellen Zustand. Ein Kontakt, der vor zwei Jahren aktiv war, kann heute noch einen hohen Score tragen – trotz völliger Inaktivität. Das verfälscht das Bild so stark, dass Vertriebsbenachrichtigungen ins Leere laufen. Verfallsregeln für Passiv-Punkte sind deshalb keine Feinabstimmung, sondern Teil des Grundmodells.

Scoring ohne abgestimmten Vertriebsprozess

Punkte sammeln ohne definierten Ausgang ist Betrieb ohne Konsequenz. Das Scoring-System muss mit dem Vertrieb abgesprochen sein: Wer bekommt die MQL-Meldung? Was passiert in den ersten 24 Stunden? Wenn diese Fragen offen sind, landet die interne Benachrichtigung unbeachtet im Posteingang – und das System verliert seinen Nutzen.

Ein Scoring-Modell für alle Zielgruppen

Wer B2B-Kontakte mit langen Sales Cycles und B2C-Endkonsumenten mit Impulscharakter im selben Score-Objekt führt, bekommt Werte, die nichts aussagen. In diesem Fall lohnen zwei getrennte Score-Objekte. Über Tags als Segmentierungsebene kannst du steuern, welche Scoring-Automation für welchen Kontakttyp greift.

Wann Lead Scoring nicht das richtige Werkzeug ist

Lead Scoring löst spezifische Probleme – nämlich die Priorisierung, wenn der Verteiler groß genug ist und der Vertrieb echte Prioritätsprobleme hat. Wenn diese Voraussetzungen nicht gegeben sind, erzeugt das System nur Verwaltungsaufwand.

Scoring bringt wenig, wenn dein E-Mail-Verteiler unter 500 Kontakten liegt. Mit kleiner Liste überblickst du qualifizierte Kontakte auch ohne Scoring-System. Der Aufwand für Einrichtung und Pflege übersteigt in dieser Phase den Nutzen. Warte, bis die Liste gewachsen ist und Priorisierung tatsächlich ein tägliches Problem geworden ist.

Scoring hilft auch nicht, wenn kein klares Conversion-Ereignis existiert. Wer ausschließlich Markenbekanntheit aufbaut oder einen Newsletter ohne Verkaufsabsicht betreibt, hat kein Signal, das den Score sinnvoll triggern könnte. Ein Score braucht ein Ziel, auf das er hinweist – andernfalls misst er nichts Verwertbares.

Und schließlich: Wenn das Vertriebsteam den Score nicht kennt oder nicht nutzt, ist die Investition in die Einrichtung verpufft. Kläre zuerst den Prozess, dann baue das technische System.

Häufige Fragen

Wie viele Score-Objekte sollte ich in ActiveCampaign anlegen?

Für die meisten Setups reicht ein Contact Score, der Engagement und Kaufbereitschaft kombiniert. Ein zweites Score-Objekt ist sinnvoll, wenn du grundlegend verschiedene Zielgruppen oder Produktbereiche mit unterschiedlichen Kaufprozessen hast. Mehr als zwei parallele Scoring-Objekte erhöhen die Komplexität erheblich und sind selten gerechtfertigt. Starte mit einem Objekt und erweiter erst, wenn das erste Modell stabil läuft und echte Schwachstellen sichtbar werden.

Kann ich Lead Scoring mit Site Tracking kombinieren?

Ja, und das ist eine der sinnvollsten Kombinationen. Wenn Site Tracking eingerichtet ist, überträgt ActiveCampaign das Website-Verhalten bekannter Kontakte direkt ins Kontaktprofil – "bekannt" bedeutet hier: der Kontakt hat mindestens einmal auf einen Link in einer E-Mail geklickt und ist dadurch im Browser identifiziert. Auf dieser Basis kannst du Automationen starten: "Kontakt hat Preisseite besucht → Score anpassen". Das Tracking setzt voraus, dass das ActiveCampaign-Tracking-Skript auf deiner Website eingebunden ist.

Was passiert mit dem Score, wenn ein Kontakt gelöscht und neu importiert wird?

Der Score ist an den Kontaktdatensatz gebunden. Wird ein Kontakt gelöscht und neu importiert – auch mit derselben E-Mail-Adresse – beginnt der Score bei null. Wenn du Kontakte aus einem anderen System migrierst und historische Scoring-Daten erhalten willst, muss der Score-Wert beim Import als Custom Field mitgeliefert und danach manuell oder per Automation in das Score-Objekt übertragen werden. Das ist ein manueller Schritt ohne Automatik.

Wie teste ich, ob mein Scoring-Modell funktioniert?

Schau dir nach vier bis sechs Wochen Betrieb die Kontakte an, die den MQL-Schwellenwert erreicht haben. Prüfe stichprobenartig: Sind das tatsächlich Kontakte, die kaufbereit erscheinen, oder haben sich Newsletter-Leser durch reine Öffnungsrate hochgearbeitet? Wenn Letzteres überwiegt, sind die Punkte für passive Aktionen zu hoch oder der Schwellenwert zu niedrig. Passe beides an, warte vier Wochen und prüfe erneut. Scoring ist ein Modell, das iteriert werden muss.

Kann Lead Scoring die Segmentierung ersetzen?

Nein, die beiden Konzepte sind komplementär. Segmentierung gruppiert Kontakte nach festen Merkmalen – Branche, Produkt, Lifecycle-Phase. Lead Scoring gibt jedem Kontakt einen dynamischen Wert, der Engagement über Zeit abbildet. Du brauchst beides: Segmentierung, um die richtigen Inhalte zu senden, und Scoring, um zu wissen, wann ein Kontakt reif für eine weiterführende Konversation ist. In ActiveCampaign lassen sich Segmente direkt mit Score-Schwellenwerten kombinieren.

Der nächste sinnvolle Schritt nach dem Einrichten des Scorings ist, den Übergabeprozess zum Vertrieb zu definieren: Was passiert in den ersten 24 Stunden, nachdem ein Kontakt den MQL-Score erreicht hat? Wie lange bleibt das MQL-Tag aktiv, bevor der Kontakt ohne Vertriebskontakt wieder in den Nurturing-Flow zurückfällt? Diese Fragen sind keine technischen, sondern prozessuale – und sie bestimmen, ob das Scoring-System im Alltag tatsächlich genutzt wird.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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