Lead Scoring in ActiveCampaign bewertet jeden Kontakt numerisch nach zwei Dimensionen: wie gut er zur Zielgruppe passt (Fit) und wie aktiv er sich gerade verhält (Engagement). Wer beide Scores getrennt führt und einen klaren Schwellenwert für die Übergabe an den Vertrieb festlegt, schickt Sales nur die Kontakte, bei denen der Zeitpunkt stimmt.
Das Wichtigste in Kürze
- Lead Scoring funktioniert nur zuverlässig, wenn du Fit und Engagement als separate Scores führst und nicht in einer einzigen Zahl zusammenfasst.
- Ein Schwellenwert für die Vertriebsübergabe entscheidet darüber, ob das System hilft oder Lärm produziert – dieser Wert muss gemeinsam mit Sales definiert werden.
- Negative Punkte und Score-Verfall verhindern, dass Kontakte durch schlichtes E-Mail-Öffnen dauerhaft hoch bewertet bleiben.
- ActiveCampaign erlaubt mehrere separate Score-Sets, sodass du Fit- und Engagement-Score unabhängig voneinander pflegen und auswerten kannst.
- Ohne sauberes Website-Tracking hat der Engagement-Score keine ausreichende Datenbasis und misst faktisch nur E-Mail-Verhalten.
Fit-Score und Engagement-Score: Was der Unterschied bedeutet
Viele Lead-Scoring-Modelle scheitern nicht daran, dass das Prinzip falsch ist, sondern daran, dass Fit und Engagement in einem einzigen Score vermischt werden. Ein hoch engagierter Kontakt ohne Budget und ohne Entscheidungskompetenz landet dadurch im selben Punktebereich wie ein Einkaufsleiter, der sich einmal für ein Whitepaper registriert hat. Der Vertrieb bekommt beide auf dem Silbertablett präsentiert und verliert schnell das Vertrauen ins Scoring-System.
Fit-Score: Wer ist der Kontakt?
Der Fit-Score bewertet, ob ein Kontakt überhaupt zur Zielgruppe gehört. Die Eingaben kommen aus Formularfeldern, aus dem CRM oder aus manuell hinterlegten Kontaktfeldern in ActiveCampaign. Weil sich diese Eigenschaften selten ändern, verändert sich der Fit-Score in der Regel nur einmal – beim ersten Abgleich der Daten.
Typische Fit-Kriterien im B2B-Kontext: Die Unternehmensgröße liegt im Zielbereich, die Branche gehört zu den definierten Zielbranchen, und die Rolle des Kontakts signalisiert Entscheidungskompetenz oder Budgetverantwortung. Ein vollständig ausgefülltes Profil mit validierter E-Mail-Adresse kann zusätzliche Punkte geben, weil es auf ein echtes, gepflegtes Postfach hinweist.
Engagement-Score: Was tut der Kontakt?
Der Engagement-Score misst das aktuelle Interesse. Er basiert auf Verhalten, das ActiveCampaign automatisch erfasst: E-Mail-Klicks, Webseitenbesuche über das integrierte Site Tracking, Formular-Ausfüllungen und Webinar-Registrierungen. Weil Verhalten wiederholbar ist und sich mit der Zeit verändert, sollten Engagement-Punkte auch wieder ablaufen können – ein Kontakt, der vor einem Jahr aktiv war, heute aber nicht mehr reagiert, soll nicht dauerhaft hoch bewertet bleiben.
Beide Scores zusammen ergeben eine Prioritätsmatrix. Hoch bei Fit und hoch bei Engagement bedeutet: Sales-bereit, sofort übergeben. Hoch bei Fit und niedrig bei Engagement bedeutet: der richtige Typ, aber noch nicht im aktiven Kaufprozess – Nurturing hat hier Vorrang. Niedrig bei Fit und hoch bei Engagement zeigt jemanden, der sich intensiv informiert, aber nicht zur Zielgruppe gehört – diese Kontakte sollten Sales nicht erreichen.
Kriterium | Score-Typ | Punkte (Beispiel) |
|---|---|---|
Unternehmensgröße im Zielbereich | Fit | +15 |
Branche gehört zur Zielgruppe | Fit | +10 |
Entscheider-Rolle (Leitung, C-Level) | Fit | +20 |
DACH-Region | Fit | +5 |
E-Mail-Link geklickt | Engagement | +5 |
Blogseite besucht | Engagement | +3 |
Preisseite oder Vergleichsseite besucht | Engagement | +15 |
Formular ausgefüllt (kein Demo-Request) | Engagement | +20 |
Demo angefragt oder Termin gebucht | Engagement | +40 |
Newsletter abbestellt | Negativ | −50 |
Kontakt identifiziert als Wettbewerber | Negativ | −100 |
Welche Kriterien wirklich ins Modell gehören
Bevor du in ActiveCampaign die erste Regel anlegst, solltest du festlegen, welche Signale tatsächlich Kaufbereitschaft zeigen – und nicht nur allgemeines Interesse. Diese Unterscheidung ist der entscheidende Schritt, den viele überspringen. Wer das nicht klärt, baut ein Score-Modell, das Aktivität misst, aber keine Kaufsignale.
Aktionen mit hoher Aussagekraft
Kaufnahe Aktionen verdienen deutlich mehr Punkte als generisches Content-Konsumieren. Der Besuch einer Preisseite, das Ausfüllen eines Kontaktformulars oder die Registrierung für eine Demo sind konkrete Handlungsabsichten. Blogartikel-Besuche und Newsletter-Öffnungen dagegen signalisieren oft nur Informationsinteresse ohne zeitnahe Kaufabsicht.
In der Praxis zeigt sich: Kontakte, die die Preisseite oder eine Vergleichsseite besuchen, befinden sich erkennbar in einer aktiven Abwägungsphase. Diese Seitenbesuche sollten im Engagement-Score stärker gewichtet sein als allgemeines Blog-Scrolling – das gilt unabhängig davon, wie viele E-Mails jemand geöffnet hat. Wer zusätzlich ein Whitepaper mit konkretem Anwendungsbezug herunterlädt (etwa eine Checkliste für die Tool-Auswahl), zeigt weiteres Kaufinteresse und verdient mehr Punkte als bei einem allgemeinen Ratgeber-Download.
Warum E-Mail-Öffnungen als alleiniges Kriterium problematisch sind
Viele E-Mail-Clients öffnen Nachrichten automatisch im Hintergrund, um Vorschauen zu laden. ActiveCampaign registriert diese technischen Öffnungen als tatsächliche Öffnungen – was dazu führt, dass der Engagement-Score steigt, ohne dass der Mensch hinter dem Postfach den Inhalt je gelesen hat. Wer Öffnungen bewertet, sollte sie nur in Kombination mit einem Klick auswerten, nicht als eigenständiges Kriterium.
Dasselbe gilt für Social-Media-Signale. ActiveCampaign kann technisch Likes und Shares auf bestimmten Plattformen erfassen, aber diese Signale sind im B2B-Kontext mit Vorsicht zu behandeln. Ein Like auf einem LinkedIn-Beitrag zeigt kein Kaufinteresse – er zeigt allenfalls, dass jemand den Inhalt gut findet. Im Scoring-Modell gehören solche Signale, wenn überhaupt, mit sehr geringer Gewichtung.
Negative Kriterien von Anfang an einplanen
Negative Punkte gehören genauso ins Modell wie positive. Sie sorgen dafür, dass Kontakte, die sich disqualifizieren, auch wirklich nach unten rücken und nicht mehr für Sales sichtbar sind.
- Newsletter-Abmeldungen zeigen aktiv mangelndes Interesse – dieser Kontakt sollte aus dem Scoring-Radar des Vertriebs verschwinden, bis er sich erneut anmeldet.
- Erkannte Wettbewerber-Domains, identifiziert über das E-Mail-Domain-Feld, sollten einen harten Abzug bekommen oder vollständig aus dem Scoring ausgeschlossen werden.
- Spam-Einträge oder offensichtlich unplausible Formulardaten sollten sofort auf null gesetzt oder mit einem Disqualifiziert-Tag aus dem aktiven Scoring entfernt werden.
So richtest du Lead Scoring in ActiveCampaign ein
ActiveCampaign unterscheidet zwischen Scoring-Regeln, die direkt im Bereich Leadscoring eingerichtet werden, und Punktevergaben, die über Automationen laufen. Für ein robustes Zwei-Scores-Modell brauchst du beides. Der folgende Aufbau legt zwei getrennte Score-Sets an und verbindet sie mit einer Automation, die beim Erreichen des Schwellenwerts Sales benachrichtigt und einen Deal anlegt.
- Öffne in ActiveCampaign das Menü „Kontakte” und wähle „Leadscoring”. Klicke auf „Neue Bewertung hinzufügen” und vergib den Namen „Fit-Score”.
- Füge Regeln für demografische Merkmale hinzu: Feld „Branche” enthält deinen Zielwert ergibt +10 Punkte; Feld „Mitarbeitende” liegt im Zielbereich ergibt +15 Punkte. Setze jede dieser Regeln auf „Einmalig pro Kontakt auswerten”, weil Firmendaten sich selten ändern.
- Lege einen zweiten Score „Engagement-Score” an. Trage Verhaltensregeln ein: „E-Mail-Link geklickt” ergibt +5 Punkte; „Bestimmte Seite besucht” mit Angabe der Preisseiten-URL ergibt +15 Punkte; „Formular ausgefüllt” ergibt +20 Punkte. Diese Regeln laufen bei jeder passenden Aktion neu an.
- Erstelle eine Automation mit dem Startpunkt „Score-Wert hat sich geändert”. Wähle deinen Engagement-Score und definiere als Auslöser: Score erreicht 60 oder mehr bei gleichzeitigem Fit-Score von mindestens 30. Setze als Aktion: Tag „MQL” vergeben, Vertriebsmitarbeiter per interner Benachrichtigung informieren, Deal im CRM anlegen. Wie du Deals dabei automatisch erstellst und dem richtigen Eigentümer zuweist, zeigt der Beitrag zu Deals im ActiveCampaign-CRM automatisieren.
- Erstelle eine zweite Automation für den Punkte-Verfall. Nutze als Auslöser „Kontakt hat in den letzten 30 Tagen keine Engagement-Aktion ausgelöst”. Setze als Aktion: Engagement-Score um einen festen Betrag reduzieren, etwa um 10 Punkte pro Zeitraum. Damit bleiben nur Kontakte hoch bewertet, die aktiv geblieben sind.
- Richte bei Bedarf eine dritte Automation ein, die bei sehr hohem Engagement-Score und gleichzeitig hohem Fit-Score eine separate, priorisierte Benachrichtigung an Sales auslöst – für Kontakte, die in beiden Dimensionen an der Spitze liegen und sofortigen Kontakt rechtfertigen.
Der Schwellenwert, bei dem Sales benachrichtigt wird, ist keine einmalige Entscheidung. Nach vier bis sechs Wochen lohnt sich eine erste Auswertung: Wie viele der übergebenen Leads hat Sales als relevant eingestuft? Welche sind nicht konvertiert? Diese Rückmeldung erlaubt eine Justierung des Schwellenwerts ohne kompletten Neuaufbau des Modells.
Negative Scores und Score-Verfall: Ohne diese Einstellungen läuft das Modell heiß
Ein Score-Modell, das nur addiert, verliert innerhalb weniger Monate seine Aussagekraft. Kontakte, die vor einem halben Jahr aktiv waren, sitzen dann genauso hoch im Score wie frisch interessierte Leads. Der Vertrieb bekommt ein zufälliges Gemisch und hört auf, dem System zu vertrauen.
Score-Verfall in ActiveCampaign abbilden
ActiveCampaign hat keine eingebaute Funktion, Punkte automatisch ablaufen zu lassen, aber du kannst das über zeitgesteuerte Automationen lösen. Eine Automation prüft zum Beispiel wöchentlich, ob ein Kontakt seit mehr als 30 Tagen keine Engagement-Aktion ausgelöst hat. Wenn ja, zieht sie einen definierten Betrag vom Engagement-Score ab. Wie stark der Abzug sein sollte, hängt von der Länge deines typischen Sales-Zyklus ab: Bei kurzen Zyklen von zwei bis drei Wochen verfallen Punkte schneller als bei Zyklen von mehreren Monaten.
Caps für wiederkehrende Aktionen setzen
Ohne Caps kann eine einzelne Aktion unbegrenzt Punkte bringen, wenn sie häufig wiederholt wird. Das betrifft besonders Webseitenbesuche: Wer täglich dieselbe Blogseite aufruft, sollte nicht täglich +3 Punkte sammeln. Automationen in ActiveCampaign lassen sich auf „Nur einmal pro Kontakt ausführen” oder „Maximal einmal pro Woche ausführen” begrenzen. Dieser Mechanismus reicht als Cap für die meisten Verhaltenstypen und hält den Engagement-Score aussagekräftig.
DSGVO-Anforderungen beim Tracking beachten
Website-Tracking über die Site-Tracking-Funktion von ActiveCampaign ist im DACH-Raum nur mit gültiger Einwilligung des Kontakts erlaubt. Die Einwilligung muss aktiv, informiert und protokolliert sein. Für den Engagement-Score bedeutet das: Seitenbesuchs-Punkte dürfen nur dann vergeben werden, wenn der Kontakt dem Tracking zugestimmt hat. Ohne diese Einwilligung stützt sich dein Engagement-Score nur auf E-Mail-Verhalten – und wie oben beschrieben ist das als alleinige Grundlage zu wenig, um Kaufbereitschaft verlässlich zu messen.
Typische Fehler, die das Score-Modell unbrauchbar machen
Die meisten Probleme mit Lead Scoring entstehen nicht beim Einrichten, sondern danach. Das System läuft, niemand schaut mehr rein, und nach einigen Monaten fragt Sales, warum die übergebenen Leads so selten kaufen. Vier Muster kommen dabei besonders häufig vor.
Nur addieren, nie subtrahieren
Wer keine negativen Scores und keinen Verfall einbaut, bekommt eine Liste, auf der fast jeder Kontakt nach einiger Zeit hoch bewertet ist. Die Trennung zwischen wirklich kaufbereiten Leads und solchen, die irgendwann mal aktiv waren, geht verloren. Negative Punkte und Verfall sind keine nachträglichen Korrekturen – sie müssen von Anfang an Teil des Modells sein, weil sie die Qualität des Signals dauerhaft sichern.
Schwellenwert ohne Sales-Abstimmung festlegen
Wenn Marketing allein entscheidet, ab welchem Score Sales kontaktiert werden soll, führt das regelmäßig zu Reibung. Sales bekommt Leads, die nach Marketinglogik qualifiziert sind, aber nicht nach Vertriebslogik. Das Ergebnis: Sales ignoriert die Benachrichtigungen, weil zu viele Fehlalarme ankommen. Der Schwellenwert muss gemeinsam festgelegt werden, auf Basis konkreter Fragen: Welche Aktionen soll der Kontakt ausgeführt haben? Was wäre ein typisches Signal, das Sales als Anrufanlass nehmen würde?
Das Modell nie auf Basis echter Ergebnisse überprüfen
Ein Scoring-Modell, das sechs Monate lang nicht angepasst wurde, reflektiert wahrscheinlich nicht mehr die aktuelle Realität. Neue Angebote, geänderte Zielgruppen oder veränderte Website-Strukturen beeinflussen, welche Signale tatsächlich Kaufbereitschaft zeigen. Plane eine quartalsweise Überprüfung ein: Welche Score-Gruppen haben in den letzten Monaten tatsächlich gekauft? Welche Kriterien haben regelmäßig zu Fehlalarmen geführt? Auf Basis dieser Antworten justierst du Punkte und Schwellenwerte, ohne das Modell neu aufbauen zu müssen.
Fit-Score auf unvollständige Daten aufbauen
Wenn Kontakte Felder wie Branche oder Unternehmensgröße selbst ausfüllen, sind diese Daten oft lückenhaft oder inkonsistent. Nicht jeder füllt jedes Formularfeld aus, und nicht jeder trägt dieselbe Bezeichnung für dieselbe Branche ein. Ein Fit-Score, der auf solchen Daten basiert, bewertet die Hälfte der Kontakte gar nicht, weil die nötigen Felder fehlen. Prüfe regelmäßig die Datenvollständigkeit der Felder, die in den Fit-Score einfließen, und ergänze Daten manuell oder über Anreicherungsprozesse, wo das sinnvoll ist.
Wann Lead Scoring das falsche Werkzeug ist
Lead Scoring ist kein universelles Werkzeug, das für jede Unternehmensgröße und jeden Verkaufsprozess passt. Es lohnt sich nur unter bestimmten Voraussetzungen – und es ist besser, das vorher zu wissen, als Aufwand in ein System zu stecken, das keine zuverlässigen Ergebnisse liefert.
Bei kleinen Kontaktdatenbanken mit wenigen hundert aktiven Kontakten ist der Aufwand für ein differenziertes Score-Modell unverhältnismäßig. In diesem Bereich ist manuelle Priorisierung durch den Vertrieb schneller und treffsicherer als eine automatisierte Punktekalkulation. Lead Scoring entfaltet seinen Nutzen, wenn die Datenbasis groß genug ist, um zwischen vielen Kontakten unterscheiden zu können.
Wenn der Vertriebsprozess selbst noch unklar ist, hilft kein Scoring-Modell. Wer nicht definiert hat, welche Kontakte er ansprechen will und welche Signale Kaufbereitschaft zeigen, wird diese Fragen nicht durch das Einrichten von Scoring-Regeln beantworten. Zuerst muss der Prozess stehen, dann die Automatisierung. Die systematische B2B-Lead-Qualifizierung ist dabei der sinnvolle Schritt davor.
Wenn Website-Tracking nicht datenschutzkonform eingebunden ist, fehlt dem Engagement-Score die wichtigste Verhaltensdaten-Quelle. E-Mail-Engagement allein reicht nicht aus, um Kaufbereitschaft verlässlich zu messen. Das Tracking muss erst stehen und die Einwilligung der Kontakte vorliegen, bevor Webseitenbesuche sinnvoll in den Score einfließen können.
Lead Scoring scheitert außerdem, wenn Marketing und Sales nicht miteinander sprechen. Der Schwellenwert für die Vertriebsübergabe, die Definition von MQL und SQL und die Reaktion auf Score-Änderungen müssen gemeinsam vereinbart werden. Ohne dieses Alignment produziert das System Benachrichtigungen, die niemand ernst nimmt – und das Modell verliert seinen Zweck.
Häufige Fragen
Ab welchem Score gilt ein Lead als vertriebsreif?
Den Schwellenwert für die Vertriebsübergabe legst du gemeinsam mit Sales fest – es gibt keinen universell richtigen Wert. Ein häufig gewählter Startpunkt ist ein Engagement-Score von 60 oder höher in Kombination mit einem Mindest-Fit-Score, der sicherstellt, dass der Kontakt zur Zielgruppe gehört. Nach vier bis sechs Wochen lohnt sich eine erste Überprüfung: Wie viele der übergebenen Leads wurden von Sales als relevant eingestuft? Die Antwort ist die Grundlage für die Justierung des Schwellenwerts.
Kann ich in ActiveCampaign mehrere separate Score-Sets anlegen?
Ja. ActiveCampaign erlaubt mehrere unabhängige Bewertungen pro Account, die du unter „Kontakte” und dann „Leadscoring” getrennt anlegen und verwalten kannst. Diese Möglichkeit macht es praktisch, Fit-Score und Engagement-Score sauber zu trennen und in Automationen auch getrennt abzufragen. Welcher ActiveCampaign-Plan diese Funktion umfasst, siehst du direkt in der Plan-Übersicht deines Accounts unter den Einstellungen.
Wie oft sollte ich das Scoring-Modell überprüfen?
Eine quartalsweise Überprüfung ist ein sinnvoller Rhythmus. Schau dabei, welche Score-Gruppen tatsächlich konvertiert haben, welche Kriterien regelmäßig zu Fehlalarmen geführt haben, und ob sich am Angebot, der Zielgruppe oder der Website etwas geändert hat, das neue Scoring-Regeln erfordern würde. Ein Modell, das über viele Monate nicht überprüft wird, liefert zunehmend verzerrte Prioritäten.
Was passiert, wenn Felder für den Fit-Score bei vielen Kontakten fehlen?
Fehlende Felder führen dazu, dass ein Kontakt keinen oder einen sehr niedrigen Fit-Score bekommt und damit unsichtbar für priorisierungsbasierte Automationen bleibt. Das betrifft häufig Kontakte, die sich über kurze Formulare angemeldet haben. Du kannst entweder den Fit-Score für diese Kontakte manuell nachtragen, Datenanreicherung über verfügbare Tools einsetzen oder einen separaten Nurturing-Pfad für Kontakte ohne vollständige Fit-Daten einrichten, der gezielt fehlende Informationen nachfragt.
Wer Lead Scoring in ActiveCampaign mit einem klaren Zwei-Scores-Modell, negativen Bewertungen und regelmäßiger Überprüfung betreibt, gibt dem Vertrieb ein verlässliches Signal statt einer langen, unsoritierten Liste. Wer beim Aufbau des Modells Unterstützung sucht oder das Setup mit bestehenden Prozessen verzahnen will, findet auf der Seite unserer ActiveCampaign-Agentur einen Überblick über den Beratungsansatz.


