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Lead Scoring in ActiveCampaign: Der komplette Guide für B2B-Unternehmen

Tom
Tom
12. März 2026 · 12 Min. Lesezeit

Lead Scoring in ActiveCampaign bewertet jeden Kontakt mit Punkten nach zwei Dimensionen: dem Fit (wie gut passt der Lead zum Zielprofil) und dem Verhalten (wie aktiv zeigt er Interesse). Wer beide Dimensionen sauber trennt und über Automationen in den Vertriebsprozess einbindet, übergibt dem Sales-Team nur Leads, die tatsächlich gesprächsbereit sind – ohne manuelles Durchkämmen der Kontaktliste.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kontaktbewertung in ActiveCampaign steht ab dem Plus-Plan zur Verfügung und läuft unabhängig vom Deal-Scoring im CRM-Modul.
  • Fit-Score und Verhaltens-Score sollten in zwei getrennten Bewertungsmodellen laufen, damit du beide Dimensionen unabhängig auswerten und kombinieren kannst.
  • Verhaltensbasierte Punkte sollten ein Verfallsdatum haben; so fallen inaktive Kontakte automatisch aus dem heißen Segment heraus, ohne dass du manuell eingreifen musst.
  • Score-Schwellen steuern Automationen: sobald Fit und Verhalten gemeinsam einen Schwellenwert überschreiten, wechselt ein Kontakt automatisch in die MQL-Sequenz oder löst einen Vertriebstask aus.
  • Justiere das Modell monatlich in den ersten drei Monaten; erst dann zeigt der Score, welche Kriterien wirklich mit Kaufentscheidungen zusammenhängen.

Contact Scoring und Deal Scoring: zwei getrennte Systeme

In ActiveCampaign gibt es zwei unabhängige Bewertungssysteme, die häufig verwechselt werden. Die Kontaktbewertung läuft auf Personenebene: Sie misst, wie gut ein Kontakt zum Zielkundenprofil passt und wie aktiv er Interesse zeigt. Die Deal-Bewertung ist Teil des CRM-Moduls und bewertet einzelne Verkaufschancen in der Pipeline – etwa nach Abschlussnähe, Deal-Größe oder Aktivität im Prozess.

Für B2B-Unternehmen, die beide Systeme nutzen, empfiehlt sich eine klare Rollenverteilung: Die Kontaktbewertung entscheidet, wann ein Lead an den Vertrieb übergeben wird. Die Deal-Bewertung entscheidet danach, wie der Vertrieb die Deals in der Pipeline priorisiert. Wer beide Systeme vermischt, verliert den Überblick darüber, welches Signal welche Entscheidung ausgelöst hat.

Verfügbarkeit nach Plan

Die Kontaktbewertung steht ab dem Plus-Plan zur Verfügung. Wer mehrere parallele Scoring-Modelle benötigt – etwa ein separates Modell pro Produktlinie oder pro Zielgruppe – braucht den Professional-Plan. Im Lite-Plan ist kein Scoring enthalten. Das Deal-Scoring im CRM ist ebenfalls an höhere Pläne geknüpft; die genauen Konditionen hängen vom aktuellen ActiveCampaign-Angebot ab.

Das Scoring-Modell für B2B: Fit und Verhalten klar trennen

Ein robustes Scoring-Modell arbeitet mit zwei Dimensionen, die unabhängig voneinander wachsen. Kombinierst du beide in einem einzigen Score, verlierst du die Möglichkeit, bei der Analyse zu unterscheiden, warum ein Kontakt seinen Wert hat. Ein Kontakt mit hohem Fit-Score, aber niedrigem Verhaltens-Score passt gut zur Zielgruppe, ist aber noch nicht gesprächsbereit. Ein Kontakt mit hohem Verhaltens-Score und niedrigem Fit-Score zeigt Neugier, wird aber oft nie kaufen. Die Übergabe an den Vertrieb sollte erst dann erfolgen, wenn beide Schwellen gleichzeitig überschritten sind.

Dimension

Was sie misst

Datenbasis

Verfallsdatum

Fit-Score

Passung zum Ideal Customer Profile (Branche, Größe, Position, Region)

Custom Fields, Tags, Formular-Antworten

Nein – Eigenschaften ändern sich kaum

Verhaltens-Score

Aktives Interesse (Seitenbesuche, E-Mail-Engagement, Downloads, Anfragen)

Site Tracking, E-Mail-Events, Formulare, Event Tracking

Ja – 60–90 Tage empfohlen

Fit-Score: Welche Kriterien zählen

Der Fit-Score basiert auf Daten, die der Kontakt selbst angibt oder die du aus dem Verhalten erschließt. Diese Werte pflegst du in Custom Fields in ActiveCampaign; die Scoring-Regeln greifen direkt auf diese Felder zu. Für B2B-Unternehmen sind folgende Kriterien typisch:

  • Branche: Unterscheide zwischen Branchen, die du gut bedienst, und solchen, für die dein Angebot weniger passt. Vergib mehr Punkte für deine Kernzielgruppen.
  • Unternehmensgröße: Erfasse die Mitarbeiterzahl als Custom Field oder als Tag – z.B. „10–50", „51–200", „200+". Vergib Punkte entsprechend deiner Zielgröße.
  • Position und Entscheidungsbefugnis: C-Level, Head of, Director – diese Rollen können Budgets freigeben. Sachbearbeiter oft nicht. Der Unterschied in der Gewichtung sollte spürbar sein.
  • Standort und Marktgebiet: Relevant, wenn dein Angebot geographisch begrenzt ist oder wenn bestimmte Märkte unterschiedliche Margen haben.
  • Budget-Indikator: Selten direkt abgefragt, häufiger aus Unternehmensgröße und Branche abgeleitet oder durch eine qualifizierende Frage im Formular erhoben.

Verhaltens-Score: Was wirklich Kaufbereitschaft signalisiert

Nicht jede Aktion trägt gleich viel. Das Prinzip: Je tiefer im Funnel eine Aktion liegt, desto mehr Punkte sollte sie einbringen. Ein E-Mail-Klick zeigt Aufmerksamkeit; eine Demo-Anfrage zeigt Handlungsabsicht. Der Abstand zwischen beiden sollte im Modell sichtbar sein.

  • Schwache Signale (1–3 Punkte): E-Mail geöffnet, Blog-Artikel besucht, Social-Media-Klick.
  • Mittlere Signale (5–10 Punkte): E-Mail-Link geklickt, Whitepaper oder Checkliste heruntergeladen, Webinar-Seite besucht, Newsletter abonniert nach explizitem Opt-in.
  • Starke Signale (15–25 Punkte): Preisseite besucht, Demo oder Beratung angefragt, Case Study vollständig gelesen, Webinar vollständig besucht, Angebot heruntergeladen.
  • Negative Punkte (−5 bis −30): E-Mail abgemeldet, Spam-Beschwerde, als Zielgruppe nicht passend qualifiziert (Tag gesetzt), längere Inaktivität ohne Verfallsdatum-Mechanismus.

Negative Punkte sind kein Strafmechanismus, sondern ein Korrektiv: Sie halten Kontakte, die sich aktiv distanziert haben, aus dem heißen Segment heraus und verhindern, dass das Vertriebsteam Zeit in Kontakte investiert, die klar signalisiert haben, dass sie gerade kein Interesse haben.

So richtest du Lead Scoring in ActiveCampaign ein – Schritt für Schritt

Die Kontaktbewertung erreichst du in ActiveCampaign über Kontakte → Bewertung. Die folgende Anleitung richtet ein zweiteiliges Modell ein: erst den Fit-Score, dann den Verhaltens-Score. Am Ende entscheidet eine Automation anhand beider Werte, wann ein Kontakt zum MQL wird.

  1. Öffne Kontakte → Bewertung → Neue Bewertung erstellen.
  2. Vergib den Namen „Fit-Score" und bestätige.
  3. Klicke auf Regel hinzufügen.
  4. Wähle als Bedingung: „Kontaktfeld → Branche → entspricht → [deine Zielbranche]". Setze die Punkte auf +10. Kein Verfallsdatum, da sich Branchenzugehörigkeit kaum ändert.
  5. Füge eine zweite Regel hinzu für die Unternehmensgröße: „Kontaktfeld → Mitarbeiter → entspricht → 50–200". Punkte: +10.
  6. Füge eine dritte Regel hinzu für die Position: „Tag → enthält → CEO" oder „Kontaktfeld → Position → enthält → Geschäftsführer". Punkte: +15.
  7. Speichere das Modell. Der Fit-Score läuft nun automatisch im Hintergrund.
  8. Erstelle ein zweites Scoring-Modell: klicke erneut auf Neue Bewertung erstellen und vergib den Namen „Verhaltens-Score".
  9. Füge eine Regel für die Preisseite ein: „Website besucht → enthält → /preise → +10 Punkte, verfällt nach 90 Tagen".
  10. Füge die Demo-Anfrage ein: „Hat Formular ausgefüllt → Demo-Anfrage → +20 Punkte". Kein Verfallsdatum; diese Aktion bleibt dauerhaft markiert.
  11. Füge eine E-Mail-Klick-Regel ein: „E-Mail-Link geklickt → +3 Punkte, maximal 3× je Kontakt, verfällt nach 60 Tagen".
  12. Speichere das Modell.

Du hast jetzt zwei separate Scores für jeden Kontakt. Im nächsten Schritt verbindest du beide über eine Automation, die die MQL-Übergabe auslöst, sobald beide Schwellen gleichzeitig überschritten sind.

Site Tracking für Website-Verhalten einbinden

Website-Besuche fließen erst dann in den Score ein, wenn du ActiveCampaigns Site Tracking aktiviert hast. Das Tracking-Snippet findest du in ActiveCampaign unter Einstellungen → Tracking → Site Tracking. Binde es im Head aller Seiten deiner Website ein. Sobald ein bekannter Kontakt – identifiziert über einen vorherigen E-Mail-Klick oder einen Formular-Submit – eine Seite öffnet, protokolliert ActiveCampaign diesen Besuch automatisch und kann ihn als Scoring-Grundlage nutzen.

Eine ausführliche Einrichtungsanleitung für das Snippet und die wichtigsten Konfigurationsoptionen findest du unter ActiveCampaign Site Tracking einrichten.

Besonders kaufrelevante Seiten stärker gewichten

Nicht jede Seite ist gleich kaufrelevant. Ein Blog-Artikel hat eine andere Aussagekraft als die Preisseite oder die Case-Study-Übersicht. Lege Scoring-Regeln gezielt für die Seiten an, die in deinem Funnel eine klare Rolle spielen:

  • Preisseite: +10 Punkte (verfällt nach 90 Tagen)
  • Case-Study-Seite: +5 Punkte (verfällt nach 90 Tagen)
  • Über-uns-Seite: +2 Punkte (verfällt nach 60 Tagen)
  • Kontakt- oder Buchungsseite: +3 Punkte (verfällt nach 60 Tagen)

Wenn du Mehrfachbesuche einer einzelnen Seite stärker gewichten willst, erstelle eine Automation, die nach dem dritten Besuch derselben Seite innerhalb von 14 Tagen einen Bonus-Tag setzt und dafür zusätzliche Punkte vergibt. So erkennst du Kontakte, die aktiv recherchieren – nicht nur zufällig vorbeigekommen sind.

Score-Schwellen in Automationen nutzen

Ein Score ohne Auslöser ist wertlos. Erst wenn er eine Schwelle überschreitet, verändert er etwas im Prozess. In ActiveCampaign hast du dafür zwei Werkzeuge: den Automation-Trigger „Kontaktpunktestand ändert sich" und die Wenn/Dann-Bedingung innerhalb einer laufenden Automation.

Den MQL-Workflow Schritt für Schritt einrichten

Der folgende Workflow übergibt einen Kontakt automatisch an den Vertrieb, sobald er sowohl im Fit-Score als auch im Verhaltens-Score einen Schwellenwert überschreitet.

  1. Erstelle eine neue Automation: Automationen → Erstellen → Von Grund auf neu.
  2. Wähle als Trigger: Kontaktpunktestand ändert sich. Wähle das Modell „Verhaltens-Score".
  3. Füge direkt nach dem Trigger eine Wenn/Dann-Bedingung ein.
  4. Bedingung 1: „Kontaktpunktestand (Fit-Score) ist größer oder gleich 20."
  5. Bedingung 2 (UND-Verknüpfung): „Kontaktpunktestand (Verhaltens-Score) ist größer oder gleich 40."
  6. Wenn beide zutreffen → Zweig „Ja": Tag „MQL" hinzufügen.
  7. Füge eine Benachrichtigung ein: Team-E-Mail an den zuständigen Vertriebsmitarbeiter mit Kontaktname, aktuellem Score und letzter Aktion.
  8. Füge einen CRM-Task ein: „Telefonanruf innerhalb von 24 Stunden".
  9. Wenn die Bedingung nicht erfüllt ist → Zweig „Nein": Automation endet; der Kontakt bleibt im Nurturing.

Aktiviere in der Automation die Option, dass sie bei jedem Score-Anstieg erneut prüfen darf. So fängt sie auch Kontakte auf, die erst nach mehreren Aktionen – verteilt über Wochen – den Schwellenwert erreichen.

Re-Engagement bei Score-Verfall automatisieren

Wenn Punkte durch Verfallsdaten ablaufen und der Verhaltens-Score eines Kontakts unter einen Mindestwert sinkt, ist das ein Signal für Inaktivität. Baue eine zweite Automation: Trigger „Kontaktpunktestand (Verhaltens-Score) ändert sich", Bedingung „ist kleiner als 10", Aktion: Kontakt in Re-Engagement-Sequenz einschleusen. So hältst du das heiße Segment aktuell, ohne inaktive Kontakte dauerhaft dort zu belassen.

Score Decay: Punkte verfallen lassen

Ein Lead, der vor sechs Monaten aktiv war und seitdem kein Signal mehr gesendet hat, ist kein heißer Lead mehr – auch wenn sein Score damals hoch war. Score Decay – das automatische Ablaufen von Punkten nach einer festgelegten Frist – verhindert, dass solche Kontakte dauerhaft im Vertriebsbereich hängen bleiben.

In ActiveCampaign stellst du das Verfallsdatum direkt in der Scoring-Regel ein. Für verhaltensbasierte Punkte wie E-Mail-Öffnungen oder Seitenbesuche sind 60–90 Tage ein guter Ausgangspunkt. Für Fit-Score-Punkte (Branche, Position, Unternehmensgröße) macht ein Ablaufdatum dagegen keinen Sinn – diese Eigenschaften ändern sich kaum.

Ausnahme: Aktionen mit starkem Kaufsignal, wie eine Demo-Anfrage oder ein ausgefülltes Kontaktformular, sollten kein Verfallsdatum haben. Wer einmal konkret angefragt hat, bleibt dauerhaft markiert – unabhängig davon, ob er in den letzten Wochen aktiv war.

Typische Fehler und wie du sie von Anfang an vermeidest

Nur Verhalten bewerten, den Fit ignorieren

Viele Teams vergeben Punkte ausschließlich für Aktionen und lassen die demografischen Eigenschaften außen vor. Das Ergebnis: Kontakte aus Branchen oder Unternehmensgrößen, die nie kaufen, erreichen hohe Scores und landen im Vertriebskalender. Gegenmittel: Leg den Fit-Score an, bevor du das erste Verhaltens-Signal erstellst. Der Fit ist der Filter; das Verhalten ist das Thermometer. Ohne Filter misst das Thermometer die falsche Person.

Score-Inflation durch ungedeckelte Regeln

Wenn jede E-Mail-Öffnung unbegrenzt Punkte addiert, können manche Kontakte durch schiere Aktivität unrealistische Scores erreichen, ohne wirklich kaufbereit zu sein. Das passiert besonders bei Kontakten, die regelmäßig Newsletter öffnen, aber nie eine kaufrelevante Seite besuchen. Gegenmittel: Setze für alle wiederholbaren Signale eine Obergrenze (z.B. maximal 3× je Kontakt) und kombiniere das mit einem Verfallsdatum. Die Demo-Anfrage und der Preisseitenbesuch müssen sich klar von passivem Öffnungsverhalten abheben.

Das Modell nach dem Aufbau nicht mehr anpassen

Ein Scoring-Modell, das Monate unverändert läuft, ohne gegen tatsächliche Kaufentscheidungen abgeglichen zu werden, misst irgendwann etwas, das nichts mehr mit Kaufbereitschaft zu tun hat. Plane monatliche Reviews für die ersten drei Monate: Welche Kontakte mit einem Score über 50 haben nicht gekauft? Welche Kunden hatten beim Abschluss einen überraschend niedrigen Score? Beide Muster zeigen, wo die Gewichtungen falsch liegen und was angepasst werden muss.

Zu viele Regeln zu früh

Ein Modell mit 20 Regeln am ersten Tag ist schwerer zu durchschauen als eines mit sieben. Wenn du nicht mehr nachvollziehen kannst, warum ein bestimmter Kontakt seinen Score hat, verlierst du das Vertrauen in das System – und damit die Akzeptanz im Vertriebsteam. Starte mit fünf bis acht Regeln. Füge neue Kriterien nur hinzu, wenn du weißt, welches Signal du damit erfassen willst und warum es kaufrelevant ist.

Wann Lead Scoring in ActiveCampaign nicht passt

Lead Scoring löst keine Datenqualitätsprobleme. Wenn Custom Fields unvollständig befüllt sind, das Site Tracking nicht korrekt läuft oder Kontakte in falschen Segmenten stecken, misst das System Rauschen statt Signal. Bevor du ein Scoring-Modell aufbaust, lohnt es sich, die Datenbasis zu prüfen: Welche Felder sind systematisch leer? Ist das Tracking-Snippet korrekt eingebunden und wird für bekannte Kontakte ausgewertet?

Scoring rechnet sich außerdem nur dann, wenn der Vertrieb ausreichend Volumen hat, um nach Prioritäten zu arbeiten. Wer pro Woche fünf neue Leads bekommt, braucht kein automatisiertes Bewertungssystem – da reicht eine schnelle manuelle Qualifikation im Erstkontakt. Erst ab einem Volumen, bei dem nicht jeder Lead sofort bearbeitet werden kann, entsteht der echte Nutzen der Priorisierung.

Für Unternehmen mit sehr kurzen Sales Cycles – unter zwei Wochen, stark transaktionale Käufe – ist ein aufwändiges Scoring ebenfalls selten die effizienteste Lösung. Wer schnell entschieden wird, braucht keine Bewertungsschicht, sondern eine schnelle Trigger-Automation, die nach dem ersten Kontakt sofort reagiert. Der Aufbau- und Pflegeaufwand des Scoring-Modells steht dann in keinem guten Verhältnis zum Nutzen.

Häufige Fragen

Welchen ActiveCampaign-Plan brauche ich für Lead Scoring?

Die Kontaktbewertung ist ab dem Plus-Plan verfügbar. Lite-Nutzer haben keinen Zugang zu dieser Funktion. Wer mehrere parallele Scoring-Modelle betreiben möchte – z.B. ein Modell pro Produkt oder pro Marktsegment – benötigt den Professional-Plan. Die Deal-Bewertung im CRM-Modul unterliegt ebenfalls Planbeschränkungen und ist kein Teil der Kontaktbewertung.

Wie unterscheidet sich Contact Scoring von Deal Scoring in ActiveCampaign?

Contact Scoring bewertet Personen und entscheidet, wann jemand reif für ein Vertriebsgespräch ist. Deal Scoring bewertet Verkaufschancen im CRM – also konkrete Deals in deiner Pipeline nach Abschlussnähe, Deal-Größe und Prozessaktivität. Für ein vollständiges B2B-Setup sind beide sinnvoll, greifen aber an verschiedenen Stellen des Funnels. Den Aufbau des CRM-Moduls zeigt der Leitfaden zum ActiveCampaign CRM.

Soll ich Punkte für E-Mail-Öffnungen vergeben?

Ja, aber mit Deckel und Verfallsdatum. E-Mail-Öffnungen sind ein schwaches Signal: Sie zeigen Aufmerksamkeit, aber noch kein Kaufinteresse. Vergib kleine Punktzahlen (1–3 Punkte), begrenze die Vergabe auf maximal dreimal je Kontakt, und lass die Punkte nach 60–90 Tagen verfallen. Allein durch E-Mail-Öffnungen sollte ein Kontakt nie die Vertriebsschwelle erreichen; dafür sind stärkere Signale wie die Demo-Anfrage oder der Preisseitenbesuch zuständig.

Wie übergebe ich einen qualifizierten Lead sauber an den Vertrieb?

Die sauberste Methode: Eine Automation reagiert auf den Trigger „Kontaktpunktestand ändert sich", prüft in einer Wenn/Dann-Bedingung, ob Fit- und Verhaltens-Score gleichzeitig die Schwelle überschreiten, setzt den Tag „MQL", erstellt einen CRM-Task und sendet eine Benachrichtigung mit dem Kontaktnamen, dem aktuellen Score und der letzten Aktion an den zuständigen Mitarbeiter. So ist die Übergabe immer dokumentiert und kein Kontakt geht verloren.

Wie oft sollte ich das Scoring-Modell anpassen?

In den ersten drei Monaten monatlich. Danach quartalsweise oder bei Änderungen am Produkt, an der Zielgruppe oder am Funnel. Sofortiger Anpassungsbedarf besteht, wenn Kontakte mit hohem Score systematisch nicht kaufen oder wenn gewonnene Kunden auffällig niedrige Scores hatten. Beide Muster zeigen eine Fehljustierung in der Gewichtung.

Kann ich Lead Scoring auf Unternehmensebene statt auf Kontaktebene aufbauen?

Account-Level-Scoring im klassischen ABM-Sinn – ein Score, der auf Unternehmensebene über mehrere Kontakte desselben Unternehmens aggregiert wird – ist in ActiveCampaign nur mit zusätzlicher Automations-Logik möglich. Das „Konten"-Feature im Professional- und Enterprise-Plan ordnet Kontakte einem Unternehmen zu, bietet aber kein natives Account-Scoring. Für die meisten DACH-B2B-Unternehmen im Mittelstand reicht Contact Scoring auf Personenebene aus, solange die Firmographics als Custom Fields auf dem Kontakt gepflegt sind.

Der nächste logische Schritt, nachdem das Scoring-Modell läuft, ist der Abgleich mit dem CRM: Wie hoch waren die Scores der Kontakte, die tatsächlich zu Kunden wurden, zum Zeitpunkt der Übergabe? Diese Rückkopplung macht aus einem statischen Regelwerk ein System, das sich über Zeit verbessert. Wer bei der Einrichtung der Bewertungsmodelle, der Automations-Architektur und der CRM-Integration Unterstützung sucht, findet auf der Seite für B2B-Unternehmen eine Übersicht, was Advertal dabei übernimmt.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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