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Lead-Formulare erstellen: 7 bewährte Typen und Praxis-Tipps für mehr Conversions

Tom
Tom
12. März 2026 · 13 Min. Lesezeit

Ein Lead-Formular ist das Tor zwischen Traffic und qualifiziertem Kontakt. Ob es sich öffnet, hängt von drei Dingen ab: dem richtigen Formulartyp für den jeweiligen Kontext, einem klaren Wertversprechen und einer Automatisierung, die den Lead direkt nach dem Absenden weiterführt. Dieser Beitrag zeigt dir alle sieben Typen in ActiveCampaign und wann welcher passt.

Das Wichtigste in Kürze

  • ActiveCampaign bietet sieben Formulartypen – wähle den Typ nach Kontext und Ziel, nicht nach Popularität.
  • Das Wertversprechen entscheidet stärker über die Conversion-Rate als das Formulardesign.
  • Die Feldanzahl richtet sich nach der Tiefe des Angebots: Newsletter erfordern nur die E-Mail-Adresse, Demo-Anfragen rechtfertigen fünf bis sechs Felder.
  • Jedes Formular braucht eine direkt anschließende Automatisierung – ohne Follow-up-Sequenz verpufft der Lead.
  • DSGVO-Konformität ist im DACH-Raum nicht optional: Einwilligungstext, Datenschutzlink und Double-Opt-in sind Pflicht.

Die sieben Formulartypen in ActiveCampaign und wann welcher passt

ActiveCampaign unterscheidet intern zwischen Inline-Formularen, Floating Bar, Floating Box, Modal, Exit-Intent, Scroll-triggered und mehrstufigen Formularen. Diese Einteilung folgt dem Anzeigeverhalten auf der Seite – kein Typ ist per se besser, jeder hat seinen Einsatzbereich. Die Wahl des falschen Typs für den richtigen Moment ist einer der häufigsten Gründe, warum Formulare Besucher abschrecken statt ansprechen.

Inline-Formulare: fest eingebettet, nicht aufdringlich

Inline-Formulare sind direkt im Seiteninhalt platziert – auf Landingpages, in Blog-Artikeln oder auf der Kontaktseite. Sie erscheinen nicht überraschend, was den Widerstand senkt, und können beliebig viele Felder aufnehmen. Das macht sie zur ersten Wahl, wenn du einen mehrstufigen Qualifizierungsprozess abbilden willst, etwa für Demo-Anfragen oder Beratungsgespräche. Auf einer dedizierten Landingpage gehört das Inline-Formular in den ersten sichtbaren Bereich, neben den Haupttext – nicht darunter.

In ActiveCampaign erstellst du ein Inline-Formular über Formulare → Erstellen → Inline. Du kannst beliebige Standard- und benutzerdefinierte Felder per Drag-and-drop hinzufügen, darunter Dropdown-Menüs für Branche oder Unternehmensgröße. Diese Felder landen direkt als Kontaktfelder in ActiveCampaign und lassen sich sofort für die Segmentierung nutzen.

Floating Bar: permanent sichtbar, minimal störend

Die Floating Bar klebt oben oder unten am Browserrand und bleibt beim Scrollen sichtbar. Sie eignet sich für einfeldrige Anmeldungen, typischerweise nur die E-Mail-Adresse. Da sie dauerhaft im Sichtfeld bleibt, braucht sie ein knappes, klares Versprechen – wer viel Text in eine schmale Leiste packt, verliert die Aufmerksamkeit schneller als auf jedem anderen Formulartyp. Sinnvoll einsetzen für Newsletter-Anmeldungen mit geringem Widerstand, Hinweise auf laufende Webinare oder Promotion-Aktionen. Nicht sinnvoll, wenn du mehrere Felder oder ein erklärungsbedürftiges Angebot hast.

Floating Box: mehr Raum, ähnliche Platzierung

Die Floating Box schwebt meist rechts unten auf der Seite und gibt dir mehr Gestaltungsraum als die Bar. Sie kann zwei bis drei Felder aufnehmen und ist gut für Angebote, die eine kurze Erklärung benötigen – zum Beispiel ein kostenloses E-Book oder eine Webinar-Einladung. Wichtig: Die Box tritt nicht in den Vordergrund. Wer aktiv liest, nimmt sie wahr; wer das Fenster schließen will, wird nicht aufgehalten. Das macht sie weniger geeignet für hochpriorisierte Angebote, bei denen du aktiv Aufmerksamkeit brauchst, und stärker für ergänzende Angebote neben dem Hauptinhalt.

Das Modal legt sich als Overlay über den gesamten Seiteninhalt. Es erzwingt eine Entscheidung: Formular ausfüllen oder schließen. Das führt bei einem Teil der Besucher zu den höchsten Abschlussraten – und bei anderen zum aktivsten Wegklicken. Der Unterschied liegt fast vollständig am Wertversprechen: Ein schwaches Angebot wird im Modal zuverlässig ignoriert; ein starkes Angebot konvertiert im Modal deutlich besser als dasselbe auf einer Inline-Position.

Modal-Formulare in ActiveCampaign lassen sich zeitgesteuert (nach x Sekunden) oder scroll-getriggert einblenden. Empfehlenswert: das Modal kurz nach dem ersten echten Engagement einblenden, nicht sofort beim Seitenaufruf. Wer nach drei Sekunden ein Pop-up sieht, hat noch nichts von deinem Inhalt konsumiert und keinen Grund, seine E-Mail-Adresse abzugeben.

Exit-Intent: der letzte Moment vor dem Absprung

Exit-Intent-Formulare registrieren, wenn der Mauszeiger in Richtung Adressleiste oder Tab-Bereich wandert, und blenden dann das Formular ein. Das ist der letzte Moment, in dem du einen Besucher noch abholen kannst. Funktioniert gut für ein pointiertes Angebot, das einen direkten Bezug zum gerade gelesenen Inhalt herstellt: Bevor du gehst – hier ist die Checkliste zu genau diesem Thema. Ein generisches Newsletter-Pop-up als Exit-Intent-Formular produziert dagegen fast ausschließlich Reaktanz. ActiveCampaign erkennt Exit-Intent über das JavaScript-Tracking-Snippet, das du auf deiner Website einbindest. Ohne dieses Snippet funktioniert der Trigger nicht.

Scroll-triggered Formulare: Engagement als Eintrittsbedingung

Scroll-triggered Formulare erscheinen, wenn jemand einen definierten Anteil der Seite gescrollt hat – zum Beispiel 60 oder 80 Prozent. Das Scrollen selbst ist ein Engagement-Signal: Wer tief in einen Artikel eintaucht, hat nachgewiesenes Interesse am Thema. Das macht scroll-getriggerte Formulare besonders passend für Wissensartikel, bei denen das Angebot thematisch anschließt. Wenn jemand einen Artikel über E-Mail-Automatisierung liest, passt ein Anmeldebogen für einen Automatisierungs-Workshop besser als ein allgemeiner Newsletter.

Multi-Step-Formulare: mehr Felder, weniger Abbrüche

Mehrstufige Formulare teilen eine längere Abfrage in mehrere Bildschirme auf. Der erste Schritt enthält immer die einfachsten Fragen – meistens die Branche oder die Unternehmensgröße. Erst im letzten Schritt wird nach der E-Mail-Adresse gefragt. Das nutzt ein bekanntes psychologisches Muster: Wer einmal begonnen hat, bricht seltener ab als jemand, der sofort mit allen Feldern konfrontiert wird. Einsetzen bei B2B-Demo-Anfragen mit Qualifizierungsfragen, komplexen Beratungsformularen und Onboarding-Prozessen. Nicht einsetzen bei Newsletter-Anmeldungen oder einfachen Einzel-Downloads, wo ein einziges Feld ausreicht – wer zwei Schritte braucht, wo einer reicht, schreckt unnötig ab.

Zur Orientierung, welcher Typ für welches Ziel passt:

Formulartyp

Felder

Aufdringlichkeit

Typischer Einsatz

Inline

1–8+

Keine

Landingpage, Kontaktseite, Artikel-Ende

Floating Bar

1–2

Niedrig

Newsletter, Promo, Webinar-Hinweis

Floating Box

2–3

Niedrig–Mittel

Download-Angebot, Webinar-Einladung

Modal

1–4

Hoch

Starkes Angebot mit konkretem Nutzen

Exit-Intent

1–3

Mittel

Thematisch passender Lead-Magnet beim Absprung

Scroll-triggered

1–3

Mittel

Inhaltlich anschließendes Angebot im Blog

Multi-Step

4–10

Mittel

B2B-Qualifizierung, Demo-Anfragen

Was ein Formular wirklich zum Konvertieren bringt

Das Wertversprechen ist der entscheidende Faktor

Kein Formulartyp, keine Farbe und keine Schriftgröße kompensiert ein schwaches Angebot. Die Frage, die ein Besucher stellt, lautet: Was bekomme ich dafür, dass ich meine E-Mail-Adresse abgebe? Die Antwort muss spezifisch, sofort nutzbar und thematisch passend sein.

Starke Lead-Magneten für den DACH-Markt sind solche, die ein konkretes Problem lösen: eine Checkliste für den nächsten Arbeitsschritt, ein Template, das Stunden spart, oder ein Webinar zu einer eng gefassten Fragestellung. Allgemeine Leitfäden zu allem verlieren als Lead-Magnet an Zugkraft, weil sie dem Leser keine unmittelbar spürbare Erleichterung versprechen. Zwei Testfragen helfen: Würde jemand dieses Angebot auch für 5 Euro kaufen? Ist es spezifisch genug, dass nur die richtige Zielgruppe darauf anspringt?

Die Feldanzahl richtet sich nach dem Angebot, nicht nach der Faustregel

Die Empfehlung, weniger Felder führen zu mehr Conversions, gilt nicht universell. Sie gilt für Angebote mit niedrigem wahrgenommenem Wert, bei denen jedes zusätzliche Feld eine Hürde darstellt. Bei höherwertigen Angeboten – einer kostenlosen Erstberatung, einer individuell abgestimmten Demo – signalisiert das Ausfüllen mehrerer Felder Ernsthaftigkeit. Wer fünf Felder zu Unternehmensgröße, Branche und aktuellem Werkzeug ausfüllt, ist qualifizierter als jemand, der nur die E-Mail-Adresse hinterlässt.

Als Orientierung:

  • Für Newsletter-Anmeldungen reicht die E-Mail-Adresse; optional ergänzt du den Vornamen.
  • Für Content-Downloads wie E-Books oder Templates genügen E-Mail-Adresse und Vorname.
  • Für Webinar-Anmeldungen brauchst du E-Mail-Adresse sowie Vor- und Nachname.
  • Demo-Anfragen rechtfertigen vier Felder: E-Mail-Adresse, Name, Unternehmen und Telefon.
  • Beratungsgespräche erlauben alle Qualifizierungsfelder, die du für die Vorbereitung brauchst.

Der Button-Text benennt das Ergebnis, nicht die Handlung

Generische Beschriftungen wie Absenden oder OK verschenken Wirkung. Der Button sollte das Ergebnis der Handlung benennen – was passiert, wenn jemand klickt. Checkliste herunterladen, Webinar-Platz sichern, Guide sofort erhalten sind Formulierungen, die das Versprechen aus der Überschrift wiederholen und die Hemmschwelle senken. Entscheidend: Der Button-Text muss mit dem Wertversprechen über dem Formular übereinstimmen. Wenn der Titel Kostenlose Vorlage verspricht, darf der Button nicht Anmelden stehen.

Platzierung above the fold gilt für Landingpages, nicht für Blogartikel

Auf einer dedizierten Landingpage sollte das Formular direkt im ersten sichtbaren Bereich erscheinen – ohne Scrollen, und neben dem Haupttext statt darunter. Auf Blog-Artikeln ist das anders: Dort liest der Besucher zuerst den Inhalt und entscheidet danach. Das Inline-Formular am Ende des Artikels oder ein scroll-getriggertes Formular ab 70 Prozent Scrolltiefe treffen diesen Moment besser als ein Formular ganz oben, das noch vor dem ersten Satz erscheint.

So richtest du ein Lead-Formular in ActiveCampaign ein

Das Folgende beschreibt die Einrichtung eines Inline-Formulars mit anschließender Willkommens-Automatisierung. Der Ablauf gilt sinngemäß für alle anderen Formulartypen; der einzige Unterschied ist die Triggerbedingung im Anzeigeverhalten.

  1. Formular anlegen: Navigiere in ActiveCampaign zu Formulare → Erstellen → Inline. Vergib einen internen Namen, der das Angebot und die Seite beschreibt, zum Beispiel Newsletter Blog 2026 oder Demo-Anfrage Produktseite. Dieser Name ist nur intern sichtbar.
  2. Felder hinzufügen: Ziehe E-Mail-Adresse und, wenn nötig, den Vornamen per Drag-and-drop in das Formular. Für Qualifizierungsformulare fügst du benutzerdefinierte Felder wie Unternehmensgröße oder Branche als Dropdown hinzu. Diese Felder erscheinen nach dem Absenden direkt als Kontaktfelder in ActiveCampaign.
  3. DSGVO-Einwilligung einfügen: Füge unterhalb der Felder den dedizierten Einwilligungsblock aus dem Formular-Builder ein. ActiveCampaign stellt diesen Block gesondert bereit; er speichert Einwilligungsstatus, Datum und IP-Adresse strukturiert. Passe den Text an und verlinke auf deine Datenschutzerklärung.
  4. Button-Text anpassen: Ändere den Standard-Text auf eine handlungsbeschreibende Formulierung, die das konkrete Ergebnis nennt: Guide jetzt herunterladen oder Webinar-Platz sichern.
  5. Bestätigungs-Aktion festlegen: Entscheide, was nach dem Absenden passiert – Weiterleitung auf eine Dankesseite (empfohlen) oder eine Inline-Bestätigungsmeldung. Die Dankesseite ermöglicht es, einen nächsten Schritt vorzuschlagen und lässt sich in Google Analytics als Conversion-Ziel definieren.
  6. Double-Opt-in aktivieren: Aktiviere das Double-Opt-in unter Optionen → Opt-in-Bestätigung. Passe den Text der Bestätigungs-E-Mail an dein Angebot an – der Standard-Text ist generisch und erklärt dem Kontakt nicht, warum er bestätigen soll. Besser: Bitte bestätige deine Anmeldung – deine Vorlage wartet.
  7. Automatisierung verknüpfen: Wechsle zu Automationen → Erstellen → Formulareintrag als Auslöser. Wähle das soeben erstellte Formular. Füge direkt nach dem Auslöser die erste E-Mail mit dem versprochenen Inhalt ein. Setze anschließend einen Tag, der die Herkunft des Kontakts kennzeichnet, zum Beispiel lead-magnet-checkliste-blog.
  8. Code einbinden und testen: Kopiere den generierten Einbettungscode aus ActiveCampaign und füge ihn auf deiner Website ein. Trage dich anschließend mit einer Test-E-Mail-Adresse selbst ein. Prüfe in ActiveCampaign, ob der Kontakt korrekt angelegt wurde, alle Felder stimmen, der Tag gesetzt ist und die Automatisierung gestartet hat.

Typische Fehler und Grenzen bei Lead-Formularen

Generisches Formular auf allen Seiten gleich

Ursache: Ein einziges Formular wird global auf der gesamten Website ausgespielt, unabhängig vom Thema der Seite. Wer einen Artikel über E-Mail-Segmentierung liest, bekommt denselben Newsletter-Aufruf wie jemand auf der Preisseite.

Gegenmittel: Formular und Lead-Magnet werden auf das Thema der jeweiligen Seite abgestimmt. ActiveCampaign lässt sich über URL-Parameter so konfigurieren, dass du trackst, von welcher Seite ein Lead stammt, und anschließend entsprechend segmentierst. Einblick in über 200 Projekte zeigt: Das thematisch passende Formular konvertiert auf Blogartikeln regelmäßig besser als ein seitenübergreifendes Standard-Formular.

Kein Follow-up nach der Anmeldung

Ursache: Das Formular ist eingerichtet, aber es gibt keine anschließende Automatisierung. Der Lead landet in der Kontaktliste und bekommt den versprochenen Inhalt entweder gar nicht oder erst manuell Tage später.

Gegenmittel: Vor dem Go-live muss die Automatisierung vollständig eingerichtet sein. Mindestens: eine sofortige Bestätigungs-E-Mail mit dem Lead-Magneten, ein Tag für die Segmentierung und eine Willkommens-Sequenz mit zwei bis vier E-Mails über die ersten zwei Wochen. Die Erstreaktion in den ersten Minuten nach dem Absenden hat den höchsten Engagement-Wert – wer hier nicht antwortet, verschenkt den besten Moment.

Schwache Bestätigungs-E-Mail im Double-Opt-in

Ursache: ActiveCampaign schickt nach der Anmeldung eine Bestätigungs-E-Mail, bevor der Kontakt aktiviert wird. Wenn diese E-Mail generisch klingt und keinen Bezug zum versprochenen Inhalt hat, sinkt die Bestätigungsrate – und damit die Zahl der aktivierten Kontakte.

Gegenmittel: Passe Betreffzeile und Text der Double-Opt-in-E-Mail so an, dass sie das konkrete Angebot nennt. Bitte bestätige deine Anmeldung ist vager als Bitte bestätige – danach erhältst du sofort deine Automatisierungs-Checkliste. Der zweite Betreff macht dem Leser klar, warum das Bestätigen sich lohnt.

A/B-Tests werden nicht genutzt

Ursache: Nach dem Einrichten des Formulars bleibt es unverändert laufen, ohne zu messen, ob ein anderer Button-Text, ein anderes Wertversprechen oder eine andere Feldanordnung besser konvertiert. ActiveCampaign bietet A/B-Tests direkt für Formulare an – sie werden selten genutzt.

Gegenmittel: Richte einen A/B-Test für den Button-Text oder das Wertversprechen ein. Variante A könnte Checkliste herunterladen lauten, Variante B Sofort Zugang erhalten. Lasse beide Varianten laufen, bis du einen belastbaren Unterschied messen kannst, und deaktiviere danach die schwächere Variante.

Mobile Optimierung fehlt

Ursache: Das Formular wurde am Desktop entworfen und sieht auf dem Smartphone schlecht aus – zu kleine Eingabefelder, unzureichender Abstand zwischen Elementen, ein Button, der nicht vollständig sichtbar ist, ohne zu scrollen.

Gegenmittel: Prüfe nach jedem Formular-Setup die mobile Ansicht in der Vorschau-Funktion von ActiveCampaign und öffne die Seite zusätzlich auf deinem Smartphone. Wichtig sind ausreichend große Tipp-Ziele, genügend Abstand zwischen Feldern und eine Tastatur, die beim ersten Feld automatisch aufgeht. Modale Formulare auf dem Smartphone müssen außerdem vollständig schließbar sein – ein X-Button, der auf kleinen Bildschirmen außerhalb des sichtbaren Bereichs liegt, sorgt für Abbrüche.

Wann ein Website-Formular nicht die beste Lösung ist

Bei Werbeanzeigen auf Meta oder LinkedIn bieten beide Plattformen native Lead-Gen-Formulare an, die sich direkt in der Werbeanzeige öffnen. Vorteil: Der Nutzer verlässt die Plattform nicht, viele Felder werden aus dem Profil vorbefüllt, und die Abbruchrate ist deutlich niedriger als bei Formularen, die auf eine externe Landingpage weiterleiten. Nachteil: Die Daten liegen zunächst auf der Plattform und müssen über eine Integration – zum Beispiel Zapier oder Make – in ActiveCampaign übertragen werden.

Für Kontakte, die du auf Events oder in persönlichen Gesprächen sammelst, ist ein Website-Formular ebenfalls nicht der richtige Weg. ActiveCampaign bietet eine mobile App, mit der du Kontakte direkt eintragen und in eine Automatisierung einfügen kannst. Und für einen bestehenden Verteiler mit niedrigem Engagement ist ein Re-Engagement-Workflow ohne Formular das sinnvollere Werkzeug als ein neues Formular auf der Website.

DSGVO-Anforderungen an Lead-Formulare im DACH-Raum

Formulare, die personenbezogene Daten erheben, unterliegen der Datenschutz-Grundverordnung. Für Unternehmen im DACH-Raum sind die folgenden Punkte verbindlich; das Fehlen eines einzigen kann zu Abmahnungen führen.

  • Der Nutzer muss aktiv eine Einwilligungs-Checkbox ankreuzen – sie darf nicht vorausgefüllt sein.
  • Ein eindeutiger Text beschreibt, wofür die Daten verwendet werden – idealerweise mit konkreter Nennung des E-Mail-Marketings.
  • Die Datenschutzerklärung muss direkt im Formular-Text verlinkt sein.
  • Das Double-Opt-in für E-Mail-Marketing ist Pflicht: Die Bestätigungs-E-Mail dokumentiert, dass der Kontakt die Anmeldung aktiv bestätigt hat.
  • ActiveCampaign speichert Datum, Uhrzeit und IP-Adresse der Anmeldung automatisch – diese Protokolle musst du bei einer datenschutzrechtlichen Anfrage vorlegen können.

ActiveCampaign stellt einen dedizierten Einwilligungsblock im Formular-Builder bereit, der die Einwilligung strukturiert speichert – nutze diesen Block statt eines einfachen Freitext-Feldes. Den vollständigen Einrichtungsprozess für die Bestätigungs-E-Mail findest du in der Anleitung zu Double-Opt-in-E-Mails in ActiveCampaign einrichten.

Häufige Fragen

Wie viele Formulare sollte ich gleichzeitig auf einer Seite aktiv haben?

Nicht mehr als eines pro Seitenaufruf. Wenn ein Besucher auf derselben Seite mit einer Floating Bar, einem Scroll-Pop-up und einem Exit-Intent-Formular konfrontiert wird, ist die Reaktion meist Absprung – keine Anmeldung. ActiveCampaign ermöglicht es, über Cookie-Steuerung sicherzustellen, dass ein Besucher, der ein Formular gesehen oder geschlossen hat, für einen definierten Zeitraum kein weiteres Formular angezeigt bekommt.

Brauche ich für jeden Formulartyp eine eigene Automatisierung in ActiveCampaign?

Nicht zwingend, aber es ist sinnvoll. Wenn du denselben Lead-Magneten über ein Inline-Formular und ein Exit-Intent-Formular anbietest, kannst du beide an dieselbe Automatisierung knüpfen. Willst du jedoch wissen, über welchen Weg ein Kontakt kam, brauchst du entweder zwei Automatisierungen oder du nutzt UTM-Parameter und URL-basiertes Tracking in ActiveCampaign, um die Herkunft zu dokumentieren und getrennt auszuwerten.

Was ist der Unterschied zwischen einem ActiveCampaign-Formular und einem Plugin wie Gravity Forms?

ActiveCampaign-eigene Formulare übergeben Daten direkt und ohne Zwischenschritt an den Kontakt in ActiveCampaign, setzen Tags, lösen Automatisierungen aus und protokollieren die Einwilligung intern strukturiert. Drittanbieter-Formulare müssen über eine Integration – Webhook, Zapier oder ein Plugin – angebunden werden, was zusätzliche Fehlerquellen schafft. Native Formulare sind die verlässlichere Wahl, solange du kein Formulardesign brauchst, das der ActiveCampaign-Builder nicht hergibt.

Funktionieren ActiveCampaign-Formulare auch ohne Cookies?

Die Grundfunktion – Felder anzeigen, Daten übergeben, Automatisierung starten – läuft auch ohne Cookies. Allerdings braucht die Cookie-gesteuerte Anzeige-Steuerung (Formular nach dem Schließen für sieben Tage ausblenden) und das Site-Tracking Cookies. Wer ein striktes Cookie-Consent-Management betreibt, muss sicherstellen, dass das ActiveCampaign-Tracking-Snippet erst nach der expliziten Einwilligung geladen wird.

Wie teste ich, ob mein Formular korrekt in ActiveCampaign ankommt?

Trage dich mit einer Test-E-Mail-Adresse selbst ein. Überprüfe danach in ActiveCampaign unter Kontakte, ob der Kontakt mit allen ausgefüllten Feldern angelegt wurde, ob der vorgesehene Tag gesetzt ist und ob die Automatisierung gestartet hat. Prüfe außerdem, ob die erste E-Mail korrekt versendet wurde. Führe diesen Test nach jeder Änderung am Formular oder an der Automatisierung erneut durch, bevor du live gehst.

Was passiert, wenn jemand dasselbe Formular zweimal abschickt?

ActiveCampaign erkennt bestehende Kontakte anhand der E-Mail-Adresse. Wenn ein Kontakt das Formular ein zweites Mal abschickt, wird kein Duplikat angelegt; stattdessen werden die Felder aktualisiert und die Automatisierung erneut ausgelöst – es sei denn, du hast eingestellt, dass sie nur bei neuen Kontakten startet. Für Formulare, die nur einmalig genutzt werden sollen, zum Beispiel eine Demo-Anfrage, setze die Automatisierungsbedingung entsprechend oder begrenze die Wiederholung der Automatisierung.

Wer die Formulareinrichtung in ActiveCampaign weiter vertiefen will, findet in der Anleitung zu ActiveCampaign-Formularen erstellen alle weiteren Einstellungen vom Einbettungscode bis zur Segmentierung nach Formularherkunft. Für den Schritt nach der Formularanmeldung – die Bewertung und Priorisierung der Leads – gibt der Beitrag zu Lead Scoring in ActiveCampaign die nötige Grundlage.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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