Zurück

Wenn du schon mal eine komplexe ActiveCampaign-Automatisierung gebaut hast, kennst du das Problem: Du willst Kontakte basierend auf ihrem Verhalten zu bestimmten Punkten in der Automation weiterleiten. Genau dafür gibt es die Jump To Aktion.

Was die meisten übersehen: Jump To ist nicht nur ein Werkzeug zur Navigation, sondern auch ein mächtiges Tool zur Performance-Messung. In über 170 Projekten haben wir gesehen, wie diese Aktion den Unterschied zwischen einer durchschnittlichen und einer hochperformanten Automation macht.

1) Was die Jump To Aktion wirklich kann

Die Jump To Aktion bewegt Kontakte sofort zu einem anderen Punkt in deiner Automation, sobald sie bestimmte Bedingungen erfüllen. Dabei springen sie über alle dazwischenliegenden Schritte hinweg.

Der entscheidende Punkt: Kontakte können jede Jump To Aktion nur einmal pro Durchlauf antreffen. Willst du, dass sie eine Jump To mehrfach durchlaufen, müssen sie die Automation verlassen und wieder eintreten.

Das macht Jump To besonders wertvoll für:

  • Conversion-Tracking in Sales Funnels
  • Verhaltensbezogene Segmentierung während der Customer Journey
  • Performance-Messung einzelner Kampagnenabschnitte
  • Intelligente Weiterleitung basierend auf Engagement-Level

2) Wie Kontakte zu Jump To Aktionen gelangen

Es gibt zwei Wege, wie Kontakte eine Jump To Aktion erreichen:

Organisch

Der Kontakt erreicht die Jump To als nächsten regulären Schritt in der Automation. Hier prüft das System, ob die Bedingungen erfüllt sind.

Durch Sprung (Jump)

Der Kontakt springt direkt von seiner aktuellen Position zur Jump To, weil er die definierten Bedingungen erfüllt hat.

Wichtig: Die Automation muss aktiv sein und der Kontakt muss sich bereits darin befinden, damit eine Jump To Aktion ausgelöst werden kann.

3) Die fünf Elemente einer Jump To Aktion

Jede Jump To Aktion besteht aus fünf konfigurierbaren Komponenten:

Name der Jump To Aktion

Der interne Name, den nur du siehst. Als Best Practice empfehlen wir descriptive Namen wie "Kauf abgeschlossen" oder "Lead qualifiziert".

Jump-Bedingung

Die Bedingung, die Kontakte erfüllen müssen. Du baust diese über den Segment Builder und kannst fast alle Daten aus deinem ActiveCampaign-Account nutzen:

  • Tags und Custom Fields
  • E-Mail-Engagement (geöffnet, geklickt)
  • Website-Aktivität durch Site Tracking
  • Deal-Status im CRM
  • Lead Score-Werte

Position ("And when this action is")

Bestimmt, von welchen Positionen aus Kontakte zur Jump To springen können:

"Below contact's position": Kontakte können nur zu Jump To Aktionen springen, die unterhalb ihrer aktuellen Position stehen.

"Anywhere": Kontakte können von jeder Position aus zur Jump To springen. Das ist besonders nützlich bei If/Else-Verzweigungen.

Aktion bei Nicht-Erfüllung

Was passiert, wenn ein Kontakt organisch zur Jump To gelangt, aber die Bedingungen nicht erfüllt:

  • Continue anyway: Weiter zum nächsten Schritt
  • Wait until conditions are met: Warten bis Bedingungen erfüllt sind
  • End automation: Automation beenden

Conversion-Tracking

Optional kannst du eine Conversion auslösen, wenn Kontakte die Jump To-Bedingungen erfüllen. Das ist goldwert für die Performance-Analyse.

4) Praxis-Beispiel: Lead Nurturing mit intelligenter Weiterleitung

So sieht eine typische Umsetzung aus, die wir bei Advertal häufig bauen:

Szenario: Ein B2B-Coach möchte Interessenten nach Engagement-Level segmentieren.

  1. Kontakt trägt sich für kostenloses eBook ein
  2. 5-teilige E-Mail-Serie mit wertvollen Tipps
  3. Jump To Aktion: "Hochengagiert" mit Bedingung: "Hat mindestens 3 E-Mails geöffnet UND 2 Links geklickt"
  4. Hochengagierte Leads bekommen direkten Sales-Pitch
  5. Andere bekommen weitere Nurturing-Inhalte

Die Jump To steht dabei nach E-Mail 2, mit Position "Anywhere". So können auch Kontakte bei E-Mail 4 oder 5 noch zur Sales-Sequenz springen, wenn sie plötzlich sehr aktiv werden.

5) Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

If/Else vs. Jump To

Viele nutzen If/Else, wo Jump To besser wäre. Der Unterschied:

  • If/Else: Statische Prüfung zu einem festen Zeitpunkt
  • Jump To: Dynamische Prüfung während der gesamten Automation

Nutze Jump To, wenn sich Kontakte-Eigenschaften während der Automation ändern können.

Position falsch eingestellt

Bei komplexen Automationen mit If/Else-Verzweigungen führt "Below contact's position" oft zu Verwirrung. Hier ist "Anywhere" meist die bessere Wahl.

Automation nicht deaktiviert beim Bearbeiten

Wenn du eine aktive Automation bearbeitest, setze sie erst auf "Inactive". Sonst können Kontakte in einen unvollständigen Workflow gelangen.

6) Performance messen mit Jump To Segmenten

Das Besondere an Jump To Aktionen: Du kannst daraus vier verschiedene Segmente erstellen:

  • "Has jumped to": Kontakte, die die Bedingungen erfüllt haben
  • "Has not jumped to": Kontakte, die die Bedingungen nicht erfüllt haben
  • "Has skipped a jump to": Kontakte, die organisch zur Jump To gelangten, aber nicht gesprungen sind
  • "Is waiting at a jump to": Kontakte, die aktuell an der Jump To warten

Diese Segmente sind goldwert für die Analyse. Du siehst genau, wo Kontakte "hängen bleiben" und kannst deine Automation entsprechend optimieren.

7) Setup Schritt für Schritt

So richtest du eine Jump To Aktion ein:

  1. Automation auf "Inactive" setzen
  2. An gewünschter Stelle auf Plus-Symbol (+) klicken
  3. "Workflow" → "Jump To" auswählen
  4. Descriptiven Namen vergeben
  5. Bedingungen im Segment Builder definieren
  6. Position festlegen ("Below" oder "Anywhere")
  7. Aktion bei Nicht-Erfüllung wählen
  8. Optional: Conversion-Tracking aktivieren
  9. Speichern und Automation wieder aktivieren

8) Erweiterte Strategien für Profis

Lead Scoring Integration

Kombiniere Jump To mit ActiveCampaigns Lead Scoring. Beispiel: Jump To "Sales-Ready" wird ausgelöst bei Lead Score > 75.

Site Tracking nutzen

Mit Site Tracking kannst du Jump To basierend auf Website-Verhalten auslösen:

  • Besuch der Preisseite → Jump zu Sales-Sequenz
  • Download bestimmter Ressourcen → Jump zu vertiefenden Inhalten
  • Mehrfache Besuche → Jump zu Retargeting-Kampagne

CRM-Integration

Bei B2B-Clients nutzen wir Jump To oft mit Deal-Status:

Deal Status ändert sich zu "Proposal sent" → Jump zur Follow-up-Sequenz

Was sich in der Praxis bewährt hat

Nach über 170 ActiveCampaign-Projekten haben sich diese Patterns etabliert:

  • Engagement-Gates: Jump To nach bestimmtem E-Mail-Engagement
  • Behavior-Triggers: Jump To basierend auf Website-Aktivität
  • Conversion-Points: Jump To zur Messung von Zwischenzielen
  • Rescue-Automationen: Jump To für Kontakte, die "verloren gehen"

Der größte Hebel liegt meist in der Kombination: Site Tracking + Lead Scoring + Jump To. So erkennst du kaufbereite Leads automatisch und leitest sie zur richtigen Zeit in den Sales-Prozess.

Fazit: Jump To als Performance-Booster

Die Jump To Aktion ist mehr als nur ein Navigations-Tool. Sie ist dein Schweizer Taschenmesser für intelligente Automatisierungen.

Der Schlüssel liegt darin, Jump To nicht isoliert zu betrachten, sondern als Teil eines durchdachten Automation-Systems. Wenn du das sauber umsetzt, hast du nicht nur eine funktionierende Automation, sondern auch die Daten, um sie kontinuierlich zu verbessern.

Wenn du Jump To Aktionen in deinen ActiveCampaign-Automationen strategisch einsetzen möchtest, unterstützen wir dich gerne dabei. Bei Advertal haben wir über 170 Projekte mit komplexen Automation-Setups begleitet.

Melde dich bei uns: advertal.de/start

E-Mail-Marketing automatisieren?

Wir unterstützen dich bei der Automatisierung deiner E-Mail-Kampagnen für Neukunden und Bestandskunden!

Jetzt Strategie kennenlernen

Inhaltsverzeichnis

    Starte noch heute mit deinem E-Mail-Marketing

    Erzeuge Erstkontakte mit potenziellen Kunden, verwandle bestehende Leads in zahlende Kunden durch optimierte Funnel-Strategien und maximiere deinen Umsatz pro Kunde mit personalisierten Upselling-Methoden - vollständig automatisierte durch E-Mail-Marketing.

    Jetzt Strategie kennenlernen