Die Jump To Aktion in ActiveCampaign leitet Kontakte innerhalb einer laufenden Automatisierung direkt zu einem definierten Punkt, sobald sie eine konfigurierbare Bedingung erfüllen – unabhängig davon, wo sie sich im Automationsablauf gerade befinden. Damit reagiert sie auf Verhalten, das sich erst während des Durchlaufs zeigt, und liefert gleichzeitig vier präzise Segmente zur Performance-Messung.
Das Wichtigste in Kürze
- Jump To prüft Bedingungen kontinuierlich und bewegt Kontakte aktiv durch die Automation, nicht nur an einem festen Entscheidungspunkt wie If/Else.
- Jeder Kontakt kann eine Jump To Aktion nur einmal pro Automation-Durchlauf auslösen; für eine zweite Auslösung muss er die Automation verlassen und neu eintreten.
- Die Position "Anywhere" erlaubt Sprünge aus If/Else-Zweigen heraus; "Below contact's position" beschränkt den Sprung auf Bereiche unterhalb der aktuellen Kontakt-Position.
- Bei Nicht-Erfüllung der Bedingung stehen drei Verhaltensoptionen zur Wahl: weiterlaufen, warten oder die Automation beenden.
- Vier automatische Segmente (gesprungen, nicht gesprungen, übersprungen, wartend) machen Jump To zum präzisesten Mess-Instrument für Conversion-Points innerhalb einer Automation.
Was Jump To von If/Else unterscheidet – und wann du welche Variante brauchst
If/Else trifft eine Entscheidung zu einem festen Zeitpunkt: Der Kontakt kommt am If/Else-Block an, das System prüft die Bedingung einmalig, der Kontakt geht links oder rechts weiter. Das ist sinnvoll, wenn das Entscheidungsmerkmal beim Eintrittspunkt der Automation bereits feststeht – etwa ob jemand ein bestimmtes Tag trägt oder einer bestimmten Liste angehört.
Jump To arbeitet anders. Die Bedingung gilt nicht für einen festen Punkt, sondern für die gesamte Laufzeit der Automation. Erfüllt ein Kontakt sie zu irgendeinem Zeitpunkt, springt er sofort – egal ob er gerade auf eine E-Mail wartet, sich in einem If/Else-Zweig befindet oder drei Schritte vor dem Sprungziel steht. Das macht Jump To zum richtigen Werkzeug, wenn sich eine entscheidende Eigenschaft des Kontakts erst im Laufe der Automation herausbildet: Er öffnet eine bestimmte E-Mail, besucht die Preisseite, überschreitet einen Lead-Score-Schwellenwert.
Kriterium | If/Else | Jump To |
|---|---|---|
Zeitpunkt der Prüfung | Einmalig, am Standort des If/Else-Blocks | Kontinuierlich während des gesamten Durchlaufs |
Reaktion auf späteres Verhalten | Nicht möglich; der Entscheid ist gefallen | Möglich; Bedingung wird laufend geprüft |
Conversion-Tracking | Nicht integriert | Optionales Conversion-Event bei jedem Sprung |
Segmentierung nach Verhalten | Nur durch Verzweigung im Automations-Baum | Vier fertige Segmente direkt aus der Jump To Aktion |
Mehrfach-Auslösung möglich | Nein; Kontakt läuft den Block nur einmal durch | Ebenfalls einmalig pro Durchlauf; Neustart nötig |
Die Faustregel für die Wahl: Wenn du weißt, was ein Kontakt beim Eintrittspunkt schon mitbringt, nimm If/Else. Wenn ein Kontakt in der Automation erst zeigen soll, wohin er gehört, nimm Jump To.
Die fünf Bausteine einer Jump To Aktion
Beim Anlegen einer Jump To Aktion konfigurierst du fünf Komponenten. Jede hat direkten Einfluss darauf, wie präzise und stabil die Automation läuft – und wie viel du später aus den Segmentdaten ablesen kannst.
Name
Der interne Bezeichner, sichtbar nur im Automation-Editor und in den vier automatischen Segmenten. Wähle einen Namen, der das Ereignis beschreibt, das der Sprung markiert: "Preisseite besucht", "Score 80 erreicht", "Demo gebucht". Generische Namen wie "Jump 1" oder "Weiterleitung A" machen Segmentanalysen mühsam, besonders wenn eine Automation mehrere Jump To Aktionen enthält und du in der Auswertung zwischen ihnen unterscheiden musst.
Bedingung
Du baust die Bedingung über denselben Segment Builder, den du auch für Listen-Segmente und If/Else-Blocks nutzt. Kombinierbar sind nahezu alle Kontaktdaten, die ActiveCampaign kennt:
- Tags und Custom Fields – für explizite Aktionen wie Käufe, Formular-Einreichungen oder Support-Anfragen
- E-Mail-Engagement: E-Mail geöffnet, Link geklickt, bestimmte Kampagne geöffnet oder nicht geöffnet
- Website-Aktivität über Site Tracking: besuchte Seiten, Besuchsanzahl in einem Zeitraum, spezifische URL-Muster
- Deal-Status und Pipeline-Stufe aus dem integrierten CRM
- Lead-Score-Werte als Schwellenwert ("Score größer als 75") oder als Bereich
- Datum und Zeitbedingungen, z. B. "Kontakt ist seit mehr als 21 Tagen in der Automation"
Bedingungen lassen sich mit UND/ODER verknüpfen. Je präziser die Bedingung, desto aussagekräftiger die Segmente. Eine Bedingung, die auf einem einzigen häufig gesetzten Tag basiert, lässt viele Kontakte sofort beim Eintreten springen, noch bevor sie eine E-Mail erhalten haben – das verwässert die Analyse. Besser: Zwei oder drei Kriterien kombinieren, die zusammen ein konkretes Verhalten abbilden, das erst während der Automation entstehen kann.
Position ("And when this action is")
Below contact's position erlaubt Sprünge nur aus Bereichen, die in der Automation-Struktur unterhalb der Jump To Aktion liegen. Ist ein Kontakt in einem If/Else-Zweig, der räumlich neben der Jump To liegt, wird die Bedingung von dort aus nicht geprüft.
Anywhere hebt diese Einschränkung auf: Kontakte können von jeder Position in der Automation zur Jump To springen – aus If/Else-Zweigen, aus parallelen Pfaden, aus Wartebereichen oberhalb der Jump To. Bei Automationen mit Verzweigungen ist "Anywhere" fast immer die robustere Wahl. "Below contact's position" eignet sich für lineare Automationen ohne Verzweigungen, wenn du gezielt verhindern willst, dass Kontakte aus frühen Phasen das Sprungziel direkt ansteuern.
Aktion bei Nicht-Erfüllung
Wenn ein Kontakt die Jump To Aktion als regulären Schritt im Automationsfluss erreicht, aber die Bedingung nicht erfüllt, greift diese Einstellung:
- Continue anyway: Der Kontakt geht ohne Sprung zum nächsten Schritt weiter. Nutze das, wenn der Sprung eine optionale Abkürzung ist und alle Kontakte – mit oder ohne Sprung – das Ende der Automation erreichen sollen. Dieser Kontakt landet im Segment "Has skipped a jump to".
- Wait until conditions are met: Der Kontakt bleibt an der Jump To stehen und wird regelmäßig geprüft, bis er die Bedingung erfüllt. Nützlich, wenn das Ziel-Ereignis sicher eintreten wird, aber der Zeitpunkt offen ist. Dieser Kontakt erscheint im Segment "Is waiting at a jump to".
- End automation: Kontakte, die die Bedingung nicht erfüllen, verlassen die Automation sofort. Geeignet als Qualifizierungsgate – aber nur, wenn das Ziel tatsächlich ist, Kontakte herauszufiltern, nicht nur weiterzuleiten.
Conversion-Tracking
Optional lässt sich festlegen, dass jeder Sprung als Conversion gewertet wird. ActiveCampaign trägt das Ereignis ins Automation-Reporting ein, sodass du die Conversion-Rate direkt in der Automation-Übersicht siehst, ohne ein Segment abfragen zu müssen. Das ist besonders hilfreich, wenn die Jump To einen wirtschaftlichen Meilenstein markiert: Demo gebucht, Testversion aktiviert, Angebot angefragt, Kauf abgeschlossen. Ein sprechender Conversion-Name hilft dabei, später zwischen mehreren Automationen zu unterscheiden.
So richtest du eine Jump To Aktion ein – Schritt für Schritt
Das Einrichten dauert je nach Komplexität der Bedingung zwei bis fünf Minuten. Setze die Automation vor der Bearbeitung auf inaktiv – Änderungen an aktiven Automationen werden sofort wirksam und können Kontakte in inkonsistente Zustände bringen.
- Automation im Editor öffnen: Automationen → betreffende Automation auswählen → Bearbeiten.
- Automation oben rechts auf "Inactive" setzen.
- An der gewünschten Stelle auf das Plus-Symbol (+) klicken.
- "Conditions and Workflow" → "Jump To" auswählen.
- Einen beschreibenden Namen eingeben, der das Ziel-Ereignis benennt – nicht "Jump 1", sondern z. B. "Score 80 erreicht" oder "Preisseite 2x besucht".
- Im Segment Builder die Bedingung definieren. Bei UND/ODER-Verknüpfungen: die Logik vorher als eigenständiges Segment testen, bevor du sie in der Jump To Aktion speicherst.
- Position wählen: "Below contact's position" für lineare Automationen, "Anywhere" für Automationen mit If/Else-Zweigen oder parallelen Pfaden.
- Aktion bei Nicht-Erfüllung wählen: "Continue anyway", "Wait until conditions are met" oder "End automation".
- Optional: Conversion-Tracking aktivieren und einen Conversion-Namen vergeben.
- Speichern. Automation wieder auf "Active" setzen.
Kontakte, die sich beim Reaktivieren bereits in der Automation befinden, werden sofort von der neuen Jump To Aktion erfasst. Erfüllen sie die Bedingung beim Aktivieren bereits, springen sie beim nächsten Prüfzyklus. Das ist bei nachträglichen Änderungen an bestehenden Automationen relevant: Prüfe vorher, wo bestehende Kontakte stehen, bevor du Sprünge mit "Anywhere" nachträglich hinzufügst.
Drei Einsatzszenarien, die sich in der Praxis bewähren
Jump To Aktionen entfalten ihren Nutzen am stärksten in Kombinationen mit anderen ActiveCampaign-Funktionen. Die folgenden drei Muster decken einen großen Teil der typischen Anwendungsfälle ab.
Engagement-Gate in einer E-Mail-Serie
Eine fünfteilige Nurturing-Sequenz soll hochaktive Kontakte frühzeitig in einen direkteren Sales-Pfad leiten. Nach E-Mail 2 sitzt eine Jump To Aktion mit der Bedingung "Hat mindestens 3 E-Mails dieser Automation geöffnet UND mindestens 2 Links geklickt", Position "Anywhere". Kontakte, die dieses Engagement-Niveau bis einschließlich E-Mail 4 erreichen, springen sofort in die Sales-Sequenz; die übrigen durchlaufen die vollständige Nurturing-Serie und erhalten danach ein sanfteres Angebot. Das Conversion-Tracking zeigt, wie viel Prozent der Kontakte das Gate passieren – ein direkter Indikator für die Qualität der Nurturing-Inhalte. Eine niedrige Conversion-Rate am Gate zeigt meist, dass Inhalte oder Senderhythmus angepasst werden müssen, bevor der Gesamtprozess skaliert wird.
Lead-Score-Schwelle mit CRM-Übergabe
In B2B-Automationen mit aktivem Lead Scoring in ActiveCampaign lässt sich ein Kontakt genau dann an den Vertrieb übergeben, wenn er einen definierten Schwellenwert überschreitet. Die Jump To Aktion mit Bedingung "Lead Score größer als 80", Position "Anywhere", gibt diesem Kontakt sofort eine Deal-Aufgabe im CRM, sendet eine interne Benachrichtigung an den zuständigen Mitarbeiter und beendet die Nurturing-Sequenz. Ohne Jump To müsste diese Logik entweder über eine separate Automation mit eigenem Eintrittspunkt gelöst werden oder über eine If/Else-Prüfung, die den Score nur zu einem festen Zeitpunkt prüft – und damit Kontakte verpasst, die den Schwellenwert kurz davor oder danach überschreiten. Conversion-Tracking zeigt, wie viele Kontakte das Score-Ziel pro Monat erreichen und ob die Schwelle gut kalibriert ist.
Website-Verhalten als Auslöser
Site Tracking in ActiveCampaign liefert Daten über Seitenbesuche direkt an das CRM. Eine Jump To Aktion mit Bedingung "Hat Preisseite besucht (mindestens 2 Mal)" fängt Kontakte mit offensichtlichem Kaufinteresse mitten aus einer Bildungssequenz heraus und bringt sie in einen zeitkritischeren Pfad. "Anywhere" ist hier fast immer die richtige Position-Einstellung, da Seitenbesuche unabhängig davon eintreffen, wo sich der Kontakt in der Automation gerade befindet. Das Muster funktioniert besonders präzise in Kombination mit einem zweiten Kriterium: Preisseite besucht UND mindestens drei E-Mails geöffnet – damit werden nur Kontakte weitergeleitet, die sowohl Inhalte konsumiert als auch Preisinformationen aufgerufen haben.
Die vier Jump To Segmente als Mess-Instrument
Jede Jump To Aktion erzeugt automatisch vier Segmente, die du direkt aus dem Automation-Editor aufrufen kannst. Sie zeigen den Innenstatus der Automation so präzise, wie es kein anderes ActiveCampaign-Werkzeug kann.
- Has jumped to [Name]: Kontakte, die die Bedingung erfüllt haben und zum Zielort gesprungen sind. Das ist deine Conversion-Gruppe – der Anteil, der das gewünschte Verhalten gezeigt hat.
- Has not jumped to [Name]: Kontakte, die die Automation bisher durchlaufen haben, ohne je die Bedingung zu erfüllen. Nützlich als Basis für eine Nachfass-Kampagne oder zur Kalibrierung der Bedingung selbst.
- Has skipped a jump to [Name]: Kontakte, die organisch – also über den regulären Automationsfluss – zur Jump To Aktion kamen und die Bedingung dabei nicht erfüllten. Die Einstellung "Continue anyway" lässt sie weiterlaufen; sie landen in diesem Segment. Das ist oft das aufschlussreichste Segment: Es zeigt Kontakte, die engagiert genug waren, um bis zu diesem Punkt zu kommen, aber das Ziel-Verhalten noch nicht gezeigt haben.
- Is waiting at a jump to [Name]: Kontakte, die aktuell an der Jump To stehen, weil die Einstellung "Wait until conditions are met" aktiv ist. Das Segment gibt einen Echtzeit-Überblick über Kontakte im Wartezustand und zeigt, ob die Bedingung realistisch erreichbar ist oder ob Kontakte hier dauerhaft stecken bleiben.
In der Auswertungspraxis ist der Vergleich von "Has jumped to" und "Has skipped a jump to" besonders wertvoll. Er zeigt den Unterschied zwischen Kontakten, die das Ziel-Verhalten gezeigt haben, und solchen, die dieselbe Sequenz durchlaufen, aber das entscheidende Signal nicht gesendet haben. Aus diesem Vergleich lässt sich gezielt eine Nachfass-Kampagne aufbauen, ohne eine separate Segmentierung anlegen zu müssen.
Empfehlenswert ist es, die wichtigsten Segmente einer Jump To Aktion als gespeicherte Segmente anzulegen. Damit sind sie ohne Umweg über den Automation-Editor direkt über die Kontakt-Suche erreichbar und lassen sich für regelmäßige Auswertungen ohne erneute Konfiguration nutzen.
Typische Fehler und die Grenzen der Jump To Aktion
Jump To Aktionen sind schnell eingerichtet, aber in komplexen Automationen entstehen Fehler, die sich erst in der Performance-Analyse zeigen – oft Wochen nach dem Aufsetzen.
Position auf "Below" bei Automationen mit Verzweigungen
Wenn eine Jump To Aktion auf "Below contact's position" steht und ein Kontakt sich in einem If/Else-Zweig befindet, der räumlich neben oder über der Jump To liegt, wird die Bedingung von dieser Position aus nicht geprüft – der Kontakt springt nicht. Das Symptom: Das Segment "Has jumped to" bleibt unerwartet leer oder sehr klein, obwohl Kontakte die Bedingung laut anderer Daten erfüllen. Gegenmessung: Bei Automationen mit Verzweigungen konsequent "Anywhere" wählen und nur dann auf "Below" wechseln, wenn du die räumliche Struktur der Automation genau kennst.
Zu breite Bedingungen führen zu Sofortsprüngen
Wenn die Bedingung aus einem einzigen, beim Eintrittspunkt bereits gesetzten Tag besteht, springen Kontakte sofort nach dem Eintreten in die Automation – noch bevor sie eine E-Mail erhalten haben. Die Jump To Aktion wird damit zum Eingangsfilter statt zum Verhaltens-Sensor, und das Segment "Has jumped to" zeigt nahezu alle Kontakte, was die Messung wertlos macht. Abhilfe: Zwei oder drei Kriterien kombinieren, die ein Verhalten abbilden, das erst im Laufe der Automation entstehen kann.
Aktive Automation während der Bearbeitung umbauen
Änderungen an einer aktiven Automation werden sofort und ohne Vorwarnung wirksam. Kontakte, die gerade auf einen Schritt warten, können in einen inkonsistenten Zustand geraten, wenn Schritte hinzugefügt, verschoben oder gelöscht werden. Konsequenz: Automation erst auf "Inactive" setzen, Änderungen vornehmen, dann wieder aktivieren. Die kurze Pause von Sekunden bis wenigen Minuten verursacht keine verlorenen Kontakte; sie werden nach der Reaktivierung an ihrer bisherigen Position weitergeführt.
"End automation" als Qualifizierungsgate falsch einschätzen
Die Einstellung "End automation" bei Nicht-Erfüllung der Bedingung klingt nach einer sauberen Hürde. In der Praxis beendet sie die Automation für Kontakte, die die Bedingung zu diesem Zeitpunkt noch nicht erfüllt haben – obwohl sie es vielleicht noch täten, wenn die Automation weitergelaufen wäre. Ein Kontakt, der die Preisseite erst drei Tage nach dem Prüfzeitpunkt besucht, wird nie in das Sprung-Segment gelangen, weil er die Automation bereits verlassen hat. Nur einsetzen, wenn das Ziel tatsächlich ist, Kontakte herauszufiltern, nicht nur weiterzuleiten.
Jump To und If/Else redundant kombinieren
Häufig findet sich in Automationen direkt nach einer Jump To Aktion ein If/Else-Block mit derselben Bedingung. Das ist redundant: Wer gesprungen ist, hat die Bedingung erfüllt; ein weiteres If/Else danach prüft dieselbe Eigenschaft noch einmal. Die Aktion bei Nicht-Erfüllung der Jump To übernimmt bereits die Funktion, die der If/Else-Zweig erfüllen soll. Eine sauber konfigurierte Jump To Aktion macht den nachfolgenden If/Else-Block in diesem Fall überflüssig.
Wann Jump To generell nicht das richtige Werkzeug ist
Jump To bleibt immer innerhalb derselben Automation. Wenn du Kontakte in eine andere Automation überführen willst, nimm stattdessen die Aktion "Go to a different automation". Wenn ein Kontakt dieselbe Logik mehrfach durchlaufen soll, zum Beispiel bei jeder neuen Bestellung, muss die Automation neu eintreten lassen – Jump To lässt sich pro Durchlauf nur einmal auslösen. Wenn die Entscheidungslogik beim Eintrittspunkt bereits vollständig bekannt ist, liefert If/Else eine übersichtlichere Automation ohne den zusätzlichen Zustandsraum, den Jump To mit sich bringt.
Häufige Fragen
Kann eine Jump To Aktion innerhalb einer Automation mehrfach ausgelöst werden?
Nein. Ein Kontakt kann jede Jump To Aktion pro Automation-Durchlauf nur einmal auslösen. Erfüllt er die Bedingung ein zweites Mal, passiert nichts mehr – die Aktion ist für diesen Durchlauf verbraucht. Damit er die Aktion ein zweites Mal auslösen kann, muss er die Automation verlassen und neu eintreten, vorausgesetzt der Eintrittspunkt erlaubt ein Wiedereintreten.
Was passiert mit Kontakten, die sich bereits in der Automation befinden, wenn ich eine Jump To Aktion nachträglich hinzufüge?
Sie werden ab dem Moment der Reaktivierung von der neuen Jump To Aktion erfasst. Kontakte, die die Bedingung beim Reaktivieren bereits erfüllen, springen beim nächsten Prüfzyklus. Kontakte, die sich hinter dem Sprungziel befinden, sind nicht betroffen. Das ist besonders bei nachträglichen Änderungen zu berücksichtigen: Prüfe vorher, wo bestehende Kontakte stehen, bevor du "Anywhere"-Sprünge in aktive Automationen einfügst.
Wie unterscheidet sich "Has skipped a jump to" von "Has not jumped to"?
"Has not jumped to" umfasst alle Kontakte, die die Bedingung nie erfüllt haben – unabhängig davon, ob sie organisch zur Jump To kamen oder gar nicht. "Has skipped a jump to" ist enger: Es erfasst nur Kontakte, die organisch zur Jump To gelangten und die Bedingung dabei nicht erfüllten. Das sind Kontakte, die aktiv an der Hürde vorbeigegangen sind. Für eine Nachfass-Analyse ist dieses Segment wertvoller, weil es eine qualifiziertere Gruppe beschreibt.
Kann ich die Bedingung einer Jump To Aktion ändern, ohne Kontakte zu verlieren?
Ja. Setze die Automation auf "Inactive", ändere die Bedingung, aktiviere die Automation wieder. Die Kontakte bleiben an ihrer jeweiligen Position. Kontakte im Segment "Is waiting at a jump to", die die neue Bedingung erfüllen, springen beim nächsten Prüfzyklus. Kontakte, die die alte Bedingung bereits ausgelöst hatten und gesprungen sind, bleiben an ihrer neuen Position; ihre Segmentzuordnung bleibt unverändert.
Lassen sich Jump To Aktionen mit externen Ereignissen kombinieren, z. B. einem Shopify-Kauf?
Indirekt: Ein externer Kauf setzt über die ActiveCampaign-Integration ein Tag, aktualisiert ein Custom Field oder erstellt einen Deal. Diese Datenpunkte lassen sich als Bedingung in der Jump To Aktion nutzen. Die Aktion reagiert auf den Datenpunkt, nicht auf das externe Ereignis direkt. Das Ergebnis ist funktional identisch, mit einer kleinen Verzögerung je nach Sync-Intervall der Integration.
Wie sehe ich, wie viele Kontakte gerade an einer Jump To Aktion warten?
Das Segment "Is waiting at a jump to [Name]" zeigt die aktuelle Zahl in Echtzeit. Du kannst es direkt aus dem Automation-Editor aufrufen, indem du auf die Jump To Aktion klickst und das entsprechende Segment öffnest. Für regelmäßige Auswertungen empfiehlt es sich, dieses Segment als gespeichertes Segment anzulegen, damit du es ohne Umweg über den Editor aufrufen kannst.
Wer Jump To Aktionen regelmäßig in Automation-Setups einsetzt, entdeckt, dass die vier Segmente oft mehr Optimierungspotenzial zeigen als jede einzelne Kampagnen-Auswertung. Den vollständigen Aufbau einer Automation – Eintrittspunkte, Wartezeiten, Aktionen und Testing – erklärt der Leitfaden zu ActiveCampaign-Automationen erstellen.


