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Du kennst das: Jemand besucht deinen Online-Shop, schaut sich um, legt Produkte in den Warenkorb – und verschwindet dann einfach. Oder jemand öffnet deine E-Mails regelmäßig, klickt aber nie durch zu deiner Website.

Genau hier setzt E-Mail-Retargeting an. Es ist deine zweite Chance, aus interessierten Besuchern zahlende Kunden zu machen.

In diesem Beitrag zeige ich dir die 3 Schritte, mit denen du E-Mail-Retargeting erfolgreich umsetzt. Basierend auf unserer Erfahrung mit über 170 ActiveCampaign-Projekten bei Advertal.

Was ist E-Mail-Retargeting und warum funktioniert es?

E-Mail-Retargeting bedeutet: Du sendest gezielte E-Mails an Menschen basierend auf ihrem Verhalten auf deiner Website oder in deinen E-Mails. Das kann sein:

  • Website-Besucher, die ohne Kauf verschwunden sind
  • Kunden, die schon einmal gekauft haben
  • E-Mail-Abonnenten, die nie gekauft haben
  • Kontakte, die deine E-Mails nicht mehr öffnen

Warum funktioniert E-Mail-Retargeting so gut? Laut Studien bringen E-Mail-Kunden 11% mehr Umsatz als andere Kanäle. Der Grund: Du sprichst Menschen an, die bereits Interesse gezeigt haben.

Das ist der Unterschied zwischen Kaltakquise und warmen Kontakten. Bei Retargeting kennst du schon ihre Interessen und kannst gezielt darauf eingehen.

Die zwei Wege des E-Mail-Retargetings

Du hast zwei Möglichkeiten:

  1. Getriggerte E-Mails: Automatische E-Mails basierend auf Website-Verhalten (z.B. Warenkorb-Abbruch)
  2. Retargeting-Anzeigen: Facebook- oder Google-Ads für Website-Besucher

In diesem Beitrag fokussieren wir uns auf getriggerte E-Mails – das ist der direkteste Weg und lässt sich mit ActiveCampaign perfekt umsetzen.

1) Schritt 1: Sammle die richtigen Kundendaten

Ohne Daten kein Retargeting. Die Frage ist: Welche Informationen brauchst du wirklich?

Das Minimum: Die E-Mail-Adresse. Klingt simpel, aber das ist dein Schlüssel zu allem anderen.

Diese Verhaltensdaten sind Gold wert

Sobald du die E-Mail-Adresse hast, kannst du mit ActiveCampaign Site Tracking folgende Daten sammeln:

  • Welche Seiten wurden besucht
  • Wie oft jemand auf deiner Website war
  • Welche Produkte angeschaut wurden
  • Ob etwas in den Warenkorb gelegt wurde
  • Wie lange jemand auf bestimmten Seiten war

Plus die E-Mail-Daten:

  • Öffnungsraten der letzten E-Mails
  • Klickverhalten
  • Letzte Interaktion mit deinen E-Mails
  • Kaufhistorie und Umsätze

Pro-Tipp: ActiveCampaigns Site Tracking ist hier unschlagbar. Es verbindet Website-Verhalten direkt mit E-Mail-Marketing. So siehst du in Echtzeit, was deine Kontakte auf der Website machen.

Formulardaten clever nutzen

Wenn jemand sich in deinen Newsletter einträgt, sammle strategisch weitere Infos:

  • Vor- und Nachname (für Personalisierung)
  • Standort (wichtig für DACH-spezifische Angebote)
  • Interessen oder Präferenzen
  • Unternehmensgröße (bei B2B)
  • Wie sie auf dich aufmerksam geworden sind

Aber Achtung: Nicht zu viele Felder auf einmal. Das schreckt ab. Besser: Schrittweise mehr Daten sammeln.

2) Schritt 2: Erstelle präzise Zielgruppen-Segmente

Jetzt kommt der Teil, den fast niemand sauber spielt: die Segmentierung.

Schlechte Segmentierung = E-Mails, bei denen sich der Empfänger denkt: "Warum schickst du mir das?"

Gute Segmentierung = E-Mails, die sich anfühlen wie persönliche Empfehlungen.

ActiveCampaign Segmente, die wirklich funktionieren

Mit ActiveCampaign kannst du Segmente basierend auf Tags, Custom Fields und Site Tracking erstellen. Hier sind bewährte Segmente aus unseren Projekten:

E-Commerce Segmente:

  • Warenkorb-Abbrecher der letzten 24 Stunden
  • Kunden, die vor 30-60 Tagen gekauft haben
  • Browser eines bestimmten Produkts (min. 3 Besuche, kein Kauf)
  • Erstkäufer der letzten 7 Tage (für Cross-Selling)

Engagement-Segmente:

  • Öffnet E-Mails, klickt aber nie (letzte 30 Tage)
  • Keine Interaktion seit 60 Tagen
  • Hohe Öffnungsrate + Website-Besuche, aber kein Kauf
  • Newsletter-Abonnenten, die noch nie gekauft haben

Der Trick: Je spezifischer das Segment, desto klarer die nächste Aktion. "Frauen, 25-35, interessiert an Produktkategorie X, letzter Besuch vor 3 Tagen" ist viel wertvoller als "alle weiblichen Kontakte".

So setzt du Segmente in ActiveCampaign um

ActiveCampaign bietet dir verschiedene Segmentierungs-Tools:

  1. Tags: Für Verhalten und Interessen
  2. Custom Fields: Für demografische Daten
  3. Site Tracking: Für Website-Verhalten
  4. Deal-Status: Für den Sales-Prozess

Diese kombinierts du in Automationen, die automatisch die richtigen E-Mails an die richtigen Segmente senden.

3) Schritt 3: Erstelle deine Retargeting-Kampagnen

Jetzt wird's konkret. Du brauchst Inhalte, die deine Segmente zurückholen.

Die 4 wichtigsten Retargeting-E-Mail-Typen

1) Warenkorb-Abbruch E-Mails (Abandoned Cart)

Der Klassiker. 60-80% aller Warenkörbe werden abgebrochen. Mit der richtigen E-Mail-Serie holst du 10-15% davon zurück.

Bewährte Serie:

  • E-Mail 1: Nach 1 Stunde - "Vergessen?"
  • E-Mail 2: Nach 1 Tag - "Brauchst du Hilfe?"
  • E-Mail 3: Nach 3 Tagen - "Letzter Versuch + kleiner Rabatt"

2) Cross-Sell und Upsell E-Mails

An Kunden, die kürzlich gekauft haben. Sie sind bereits "warme" Käufer.

Beispiel: Jemand kauft eine Kamera → E-Mail mit passender Speicherkarte und Tasche.

3) Reaktivierungs-E-Mails

Für Kontakte, die deine E-Mails nicht mehr öffnen oder seit Wochen inaktiv sind.

Ansatz: "Vermisst du uns?" oder "Letzte Chance, dabei zu bleiben".

4) Browser-Retargeting

Für Website-Besucher, die sich Produkte angeschaut, aber nicht gekauft haben.

ActiveCampaign Automationen für Retargeting

So baust du die Automationen in ActiveCampaign:

  1. Trigger festlegen: Site Tracking-Event, Tag-Hinzufügung oder Zeitverzögerung
  2. Bedingungen prüfen: "Nur wenn noch nicht gekauft" oder "Nur bei bestimmten Produkten"
  3. E-Mail-Serie senden: Mehrere E-Mails mit steigendem Anreiz
  4. Goal setzen: Kauf, Klick oder andere gewünschte Aktion

Wichtig: Nutze ActiveCampaigns "Goals" Feature. Sobald jemand kauft, verlässt er automatisch die Retargeting-Automation. Das verhindert nervige E-Mails nach dem Kauf.

Warenkorb-Abbruch: Die profitabelste Retargeting-Kampagne

Lass uns das konkret machen. Warenkorb-Abbruch E-Mails haben Öffnungsraten von 45% und Recovery-Raten von 10-15%.

Die perfekte Abandoned Cart Serie

E-Mail 1 (nach 30-60 Minuten):

  • Betreff: "Vergessen? Dein Warenkorb wartet"
  • Inhalt: Zeige die Produkte, biete Hilfe an
  • CTA: "Einkauf abschließen"

E-Mail 2 (nach 24 Stunden):

  • Betreff: "Brauchst du Hilfe bei deiner Bestellung?"
  • Inhalt: Häufige Fragen, Kundensupport-Link
  • Social Proof: Kundenbewertungen

E-Mail 3 (nach 3 Tagen):

  • Betreff: "5% Rabatt für deinen Warenkorb"
  • Inhalt: Kleiner Anreiz + Verknappung
  • CTA: "Jetzt sparen und kaufen"

Pro-Tipp aus der Praxis: Nutze ActiveCampaigns Dynamic Content, um die Produkte aus dem Warenkorb automatisch in die E-Mail zu ziehen. Das spart Zeit und wirkt persönlicher.

Cross-Selling: Der übersehene Umsatz-Booster

Kunden, die bereits gekauft haben, sind 5x wahrscheinlicher, wieder zu kaufen. Trotzdem vernachlässigen die meisten Unternehmen Cross-Selling.

Smart Cross-Sell Automationen

Beispiel für einen Online-Shop:

  1. Trigger: Kauf von Produkt X
  2. Wartezeit: 3-7 Tage
  3. E-Mail: "Das passt perfekt zu deinem [Produkt X]"
  4. Inhalt: 2-3 ergänzende Produkte mit Nutzen-Erklärung

Bei B2B funktioniert das genauso: Software gekauft → E-Mail mit Schulungen oder Add-Ons.

7 Praxis-Tipps für erfolgreiches E-Mail-Retargeting

Was sich in unseren Projekten bewährt hat:

1) Timing ist alles

Warenkorb-Abbruch: Erste E-Mail nach 30-60 Minuten. Cross-Selling: 3-7 Tage nach Kauf. Reaktivierung: Nach 30-60 Tagen Inaktivität.

2) Personalisierung über Namen hinaus

Nicht nur "Hallo Max", sondern "Hallo Max, deine Canon EOS wartet noch". Zeige, dass du weißt, wofür sich der Kontakt interessiert.

3) Mobile First

80% deiner E-Mails werden auf dem Handy geöffnet. Kurze Betreffzeilen, große Buttons, schnelle Ladezeiten.

4) Social Proof nutzen

Kundenbewertungen in Retargeting-E-Mails erhöhen die Conversion um 15-20%. Besonders bei Warenkorb-Abbruch-E-Mails.

5) Anreize dosiert einsetzen

Nicht sofort mit Rabatten um dich werfen. Erst Hilfe anbieten, dann (kleinen) Rabatt. 5-10% reichen meist.

6) A/B-Tests für Betreffzeilen

Teste verschiedene Ansätze: Neugier ("Was ist passiert?"), Nutzen ("Spare 10%") oder persönlich ("Max, vergessen?").

7) DSGVO-konform bleiben

Im DACH-Raum wichtig: Stelle sicher, dass du eine Rechtsgrundlage für das Tracking hast. Bei Newsletter-Anmeldung meist über berechtigtes Interesse abgedeckt.

Quickstart: Deine erste Retargeting-Kampagne in 2 Stunden

Wenn du nur wenig Zeit hast, starte mit dem Minimum Viable Retargeting:

  1. ActiveCampaign Site Tracking einrichten (15 Min)
  2. Warenkorb-Abbruch Automation erstellen (45 Min)
  3. 3 E-Mails schreiben (45 Min)
  4. Testen und aktivieren (15 Min)

Das ist die Retargeting-Kampagne mit dem besten ROI. Alles andere kannst du später ausbauen.

Fazit: Retargeting ist deine zweite Chance auf mehr Umsatz

E-Mail-Retargeting holt Kunden zurück, die sonst verloren wären. Mit den richtigen Daten, präzisen Segmenten und gezielten Kampagnen holst du 10-15% mehr Umsatz aus deinem bestehenden Traffic.

Der Schlüssel liegt in der Automation. ActiveCampaign macht es möglich, dass deine Retargeting-Kampagnen im Hintergrund laufen, während du dich um andere Dinge kümmerst.

Wichtig: Fang einfach an. Warenkorb-Abbruch-E-Mails sind der beste Einstieg. Den Rest baust du schrittweise aus.

Wenn du E-Mail-Retargeting mit ActiveCampaign professionell umsetzen willst, melde dich bei uns: advertal.de/start. Wir helfen dir dabei, aus deinen Website-Besuchern zahlende Kunden zu machen.

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