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E-Mail-Marketing-Lexikon: 50+ Begriffe, die du beherrschen musst

Tom
Tom
13. März 2026 · 18 Min. Lesezeit

E-Mail-Marketing-Fachvokabular ist kein Selbstzweck: Wer die Begriffe sicher kennt, kann Kampagnen gezielter aufsetzen, Ergebnisse richtig deuten und Fehler früher erkennen. Dieses Lexikon erklärt über 50 Begriffe aus Kennzahlen, Zustellbarkeit, Segmentierung, Automationen und DSGVO – jeweils so, dass du sofort weißt, wann und wie du sie anwendest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Öffnungsrate, CTR und CTOR messen drei verschiedene Aspekte deiner E-Mail-Leistung und ergeben erst zusammen ein vollständiges Bild.
  • Zustellbarkeit hängt von technischen DNS-Einstellungen wie SPF, DKIM und DMARC ab, nicht nur vom Inhalt deiner E-Mail.
  • Double Opt-In ist in Deutschland der einzig sichere Weg, Marketing-E-Mails rechtssicher zu versenden.
  • Segmentierung und Automationen greifen ineinander: Saubere Segmentierung ist die Voraussetzung dafür, dass Automationen das Richtige an die richtigen Kontakte senden.

Was die Kennzahlen tatsächlich messen

Kennzahlen im E-Mail-Marketing sagen dir mehr als ihre Namen vermuten lassen. Öffnungsrate, Klickrate und CTOR klingen ähnlich, messen aber grundlegend verschiedene Dinge – und führen zu unterschiedlichen Optimierungsmaßnahmen.

Öffnungsrate (Open Rate)

Die Öffnungsrate gibt an, wie viele Empfänger deine E-Mail geöffnet haben, gemessen an der Anzahl der zugestellten E-Mails. Die Messung erfolgt über ein unsichtbares Pixel, das beim Laden der E-Mail eine Anfrage sendet. Weil viele Mail-Clients Bilder standardmäßig blockieren oder Vorschauen ohne Pixel-Laden anzeigen, ist die Öffnungsrate nur ein Näherungswert. Seit Apple Mail Privacy Protection eingeführt wurde, weichen die gemessenen Öffnungsraten bei iOS-Nutzern systematisch nach oben ab. Nutze die Öffnungsrate als relativen Vergleichswert: Für Trendanalysen und Betreffzeilen-Tests ist sie weiterhin aussagekräftig, als absoluter Benchmark ist sie mit Vorsicht zu interpretieren.

Click-Through Rate (CTR)

Die Click-Through Rate – kurz CTR oder Klickrate – misst, wie viele Empfänger auf mindestens einen Link in deiner E-Mail geklickt haben, bezogen auf alle zugestellten E-Mails. Sie zeigt, wie gut deine E-Mail als Ganzes funktioniert: Betreffzeile, Inhalt und Call-to-Action zusammen. Eine niedrige CTR bei guter Öffnungsrate ist oft ein Hinweis darauf, dass der Inhalt die Erwartung aus der Betreffzeile nicht einlöst.

Click-to-Open Rate (CTOR)

Die CTOR ist der aussagekräftigste Qualitätsindikator für den E-Mail-Inhalt selbst. Berechnung: Klicks geteilt durch Öffnungen, multipliziert mit 100. Im Gegensatz zur CTR filtert die CTOR den Einfluss der Betreffzeile heraus – sie misst ausschließlich, wie überzeugend der Inhalt für die Empfänger war, die bereits geöffnet haben. Eine schlechte CTOR signalisiert Handlungsbedarf bei Inhalt, Layout oder Call-to-Action, nicht bei der Betreffzeile.

Abmelderate (Unsubscribe Rate)

Die Abmelderate zeigt, wie viele Empfänger sich pro E-Mail aus deiner Liste ausgetragen haben. Ein einzelner Spitzenwert bei einer bestimmten Kampagne ist kein Alarm, sondern ein Datenpunkt. Auffällig wird es, wenn mehrere aufeinanderfolgende E-Mails erhöhte Abmeldewerte zeigen – dann stimmt etwas mit der Frequenz, der Relevanz oder der Erwartung nicht, die du bei der Anmeldung gesetzt hast.

Hard Bounce und Soft Bounce

Beide Bounce-Typen signalisieren, dass eine E-Mail nicht zugestellt wurde. Ein Hard Bounce bedeutet, dass die E-Mail-Adresse nicht existiert oder dauerhaft gesperrt ist. Diese Kontakte musst du sofort aus der aktiven Liste entfernen, weil jeder weitere Sendeversuch deine Sender-Reputation beschädigt. Ein Soft Bounce ist temporär: Das Postfach des Empfängers ist voll, der empfangende Mailserver vorübergehend nicht erreichbar oder die Nachricht zu groß. ActiveCampaign wiederholt den Sendeversuch automatisch und markiert Kontakte erst nach mehreren Soft Bounces als inaktiv.

Conversion Rate (Konversionsrate)

Die Conversion Rate im E-Mail-Marketing gibt an, wie viele Empfänger nach dem Klick eine gewünschte Aktion abgeschlossen haben: einen Kauf, eine Anmeldung, das Ausfüllen eines Formulars. Diese Kennzahl liegt außerhalb des E-Mail-Tools selbst und muss über Web-Analytics gemessen werden. Ohne eine klare Definition, was eine Conversion bedeutet, ist der Vergleich zwischen Kampagnen wertlos.

Customer Lifetime Value (CLV)

Der Customer Lifetime Value beschreibt den gesamten Umsatz, den ein Kunde über die Dauer der Geschäftsbeziehung generiert. Für E-Mail-Marketing ist der CLV ein zentraler Planungsparameter: Er bestimmt, wie viel du in die Pflege bestehender Kontakte investieren kannst und wie du Kundenbindungs-Kampagnen priorisierst. Wer nur auf die Klickrate schaut, übersieht, dass ein Reaktivierungs-Mailing an hochwertige Bestandskunden wirtschaftlich sinnvoller sein kann als eine Neukundenakquise-Kampagne mit besserer CTR.

Return on Investment (ROI)

Der ROI im E-Mail-Marketing wird berechnet aus dem durch eine Kampagne generierten Umsatz minus die Kosten, geteilt durch die Kosten. E-Mail gilt im Direktmarketing als einer der Kanäle mit besonders günstigem Kosten-Ertrags-Verhältnis, weil die variablen Kosten je zusätzlicher E-Mail gering sind. Die tatsächliche Zahl hängt stark von Listenqualität, Produkt und Branche ab; pauschale Benchmarks sind deshalb irreführend und solltest du nicht ohne eigene Messung übernehmen.

Wie Zustellbarkeit technisch funktioniert

Ob deine E-Mail im Posteingang oder im Spam-Ordner landet, entscheidet sich zu einem großen Teil schon bevor der Inhalt gelesen wird. Empfangende Mailserver prüfen technische Signale, bevor sie eine E-Mail annehmen. Wer diese Mechanismen kennt, kann gezielt gegensteuern.

Deliverability (Zustellbarkeit)

Deliverability bezeichnet die Rate, zu der deine E-Mails tatsächlich im Posteingang ankommen – nicht nur zugestellt werden, sondern auch dort landen, wo Empfänger sie sehen. Ein wichtiger Unterschied: Eine E-Mail kann technisch „zugestellt" sein, weil der empfangende Server sie angenommen hat, und trotzdem im Spam-Ordner liegen. Deliverability umfasst beide Aspekte. Tipps zu konkreten Optimierungsmaßnahmen findest du im Beitrag über E-Mail-Zustellbarkeit in ActiveCampaign verbessern.

SPF (Sender Policy Framework)

SPF ist ein DNS-Eintrag, der festlegt, welche Mailserver im Namen deiner Domain E-Mails versenden dürfen. Wenn du E-Mails über ActiveCampaign versendest, musst du die Server von ActiveCampaign in deinem SPF-Eintrag autorisieren. Fehlt dieser Eintrag oder ist er falsch konfiguriert, behandeln viele Mailserver deine E-Mails als verdächtig. Der Eintrag wird in den DNS-Einstellungen deiner Domain gesetzt, nicht im E-Mail-Tool selbst.

DKIM (DomainKeys Identified Mail)

DKIM fügt jeder ausgehenden E-Mail eine kryptografische Signatur hinzu, die beweist, dass die Nachricht tatsächlich von deiner Domain stammt und auf dem Weg nicht verändert wurde. Der empfangende Mailserver prüft diese Signatur gegen einen öffentlichen Schlüssel in deinen DNS-Einträgen. In ActiveCampaign richtest du DKIM über Einstellungen und dann Domain-Authentifizierung ein. Ohne DKIM riskierst du höhere Spam-Einstufungen und schlechtere Platzierung im Posteingang.

DMARC

DMARC (Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance) baut auf SPF und DKIM auf und legt fest, was empfangende Mailserver mit E-Mails tun sollen, die diese Prüfungen nicht bestehen: zustellen, in den Spam-Ordner verschieben oder ablehnen. Gleichzeitig liefert DMARC Berichte darüber, wer E-Mails in deinem Namen versendet. Seit Februar 2024 fordern Google und Yahoo für Massensender eine DMARC-Richtlinie; ohne sie steigt das Risiko, dass E-Mails abgewiesen werden.

Sender-Reputation

Die Sender-Reputation ist eine Bewertung, die Mailserver und Anti-Spam-Dienste für deine IP-Adresse und Domain führen. Sie ergibt sich aus mehreren Faktoren: Bounce-Rate, Spam-Beschwerdequote, Volumen und Regelmäßigkeit deiner Sendungen sowie dem Alter der Sendehistorie. Eine gute Reputation aufzubauen dauert Wochen; eine schlechte Reputation entsteht innerhalb weniger Kampagnen. Shared-IP-Umgebungen – wie sie viele E-Mail-Service-Provider standardmäßig nutzen – bedeuten, dass die Reputation aller Nutzer auf dieser IP deine Zustellbarkeit beeinflusst.

Spam-Score

Ein Spam-Score ist eine Bewertung, die Anti-Spam-Filter für eine einzelne E-Mail berechnen. Technische Prüfwerkzeuge wenden dabei Regeln an, die typische Spam-Merkmale erkennen:

  • Fehlendes DKIM oder fehlerhafte SPF-Konfiguration erhöhen den Score automatisch.
  • Bestimmte Wortkombinationen in der Betreffzeile oder im Inhalt, die als Spam-Signale bekannt sind, werden bewertet.
  • Ein ungünstiges Verhältnis von Text zu Bild oder übermäßig viele eingebettete Stile im HTML treiben den Score ebenfalls nach oben.

Jede Regel gibt Punkte; ab einem bestimmten Schwellwert gilt die E-Mail als Spam und wird entsprechend behandelt.

IP-Warming

IP-Warming bezeichnet die kontrollierte Steigerung des E-Mail-Volumens über eine neue oder lange inaktive IP-Adresse. Mailserver sind misstrauisch gegenüber IP-Adressen, die plötzlich Tausende E-Mails versenden – das sieht für Anti-Spam-Systeme wie eine typische Spam-Kampagne aus. Beim IP-Warming beginnt man mit kleinen Volumen, nur an die engagiertesten Kontakte, und steigert das Volumen schrittweise über mehrere Wochen. Wer eine neue dedizierte IP nutzt oder nach einer längeren Pause mit hohem Volumen sendet, muss diesen Prozess einplanen.

Blocklist und Whitelist

Eine Blocklist (früher Blacklist) ist eine Liste von IP-Adressen oder Domains, die als Spam-Quellen bekannt sind. Wenn deine Sende-IP auf einer solchen Liste steht, lehnen empfangende Mailserver deine E-Mails direkt ab. Bekannte Listen sind Spamhaus, SORBS und Barracuda. Eine Whitelist funktioniert umgekehrt: Empfänger oder Organisationen, die dir explizit vertrauen, tragen deine Domain oder IP ein und umgehen damit ihre eigenen Filter. Das ist selten direkt steuerbar, aber indem du Empfänger aktiv bittest, deinen Absender zu ihren Kontakten hinzuzufügen, arbeitest du in diese Richtung.

Was Segmentierung, Listen und Tags voneinander trennt

Diese Begriffe werden oft zusammengeworfen, stehen aber für unterschiedliche Konzepte. Wer den Unterschied versteht, setzt Kampagnen gezielter auf und vermeidet typische Fehler wie das doppelte Ansprechen von Kontakten oder fehlende Personalisierung trotz vorhandener Daten.

Segmentierung

Segmentierung bezeichnet die Aufteilung deiner Kontakte in Gruppen nach gemeinsamen Merkmalen. Diese Merkmale können demografisch sein (Branche, Unternehmensgröße), verhaltensbezogen (hat in den letzten 30 Tagen geklickt) oder transaktional (hat Produkt X gekauft). Das Ziel: unterschiedliche Gruppen bekommen unterschiedliche E-Mails. Segmentierung ist kein einmaliger Akt, sondern ein laufender Prozess, weil Kontakte ihr Verhalten ändern und Segmente sich damit verschieben.

Liste und Segment

In ActiveCampaign gibt es zwei grundlegend verschiedene Arten, Kontakte zu gruppieren. Eine Liste ist eine statische oder manuell gepflegte Gruppe – alle Abonnenten deines Newsletters, alle Teilnehmer eines Events. Ein Segment ist eine dynamische Filterabfrage, die in Echtzeit berechnet wird: alle Kontakte aus der DACH-Region, die in den letzten 14 Tagen eine E-Mail geöffnet haben und das Tag „Kurs-Interessent" tragen. Segmente ändern sich automatisch, wenn Kontakte die Bedingungen erfüllen oder nicht mehr erfüllen. Für die meisten Setups empfiehlt sich eine einzige Hauptliste mit vielen Tags, weil das Doppelerfassung vermeidet und die Segmentierung flexibler hält.

Tags

Tags sind Etiketten, die du Kontakten zuweist, um Eigenschaften oder Aktionen zu markieren. Sie sind die wichtigste Grundlage für Segmentierung und Automationsbedingungen in ActiveCampaign. Ein Kontakt kann beliebig viele Tags tragen. Typische Verwendungen:

  • Ein Tag markiert das Interesse an einem bestimmten Thema, das ein Kontakt durch seine Klickhistorie gezeigt hat.
  • Ein Tag signalisiert die Teilnahme an einem Webinar oder den Download einer Ressource und löst eine Folge-Automation aus.
  • Ein Tag kennzeichnet den Status im Verkaufsprozess und steuert, welche E-Mails ein Kontakt als nächstes erhält.

Tags sind keine permanenten Etiketten – du kannst sie in Automationen setzen und entfernen, wenn der Kontext sich ändert.

Personalisierung

Personalisierung im E-Mail-Marketing bedeutet, dass der Inhalt einer E-Mail für den einzelnen Empfänger angepasst wird – basierend auf Daten, die du über ihn gespeichert hast. Das beginnt beim Vornamen in der Anrede und endet bei vollständig unterschiedlichen Inhaltsblöcken je nach Kundenstatus oder Verhalten. Personalisierung und Segmentierung hängen zusammen, sind aber nicht dasselbe: Segmentierung bestimmt, wer eine E-Mail bekommt; Personalisierung bestimmt, was der Empfänger in dieser E-Mail sieht.

Dynamische Inhalte

Dynamische Inhalte sind Blöcke innerhalb einer E-Mail, die für unterschiedliche Empfänger unterschiedlich dargestellt werden – ohne dass du mehrere E-Mails erstellen musst. In ActiveCampaign legst du Bedingungen fest: Wenn ein Kontakt das Tag „Bestandskunde" trägt, erscheint Abschnitt A; für alle anderen erscheint Abschnitt B. Das spart Aufwand und erlaubt eine differenziertere Ansprache, ohne die Listenstruktur zu verkomplizieren.

Merge Tags und Custom Fields

Merge Tags sind Platzhalter im E-Mail-Text, die beim Versenden durch echte Kontaktdaten ersetzt werden – etwa %FIRSTNAME% durch „Maria". Damit das funktioniert, muss das entsprechende Feld im Kontaktprofil ausgefüllt sein. Custom Fields sind benutzerdefinierte Felder im Kontaktprofil, die du selbst anlegst, um Daten zu speichern, die in ActiveCampaign nicht standardmäßig vorhanden sind: die Unternehmensgröße, das Produkt, das ein Kontakt nutzt, oder das Datum des letzten Termins.

Lead Scoring

Lead Scoring weist Kontakten Punkte basierend auf ihren Aktionen und Eigenschaften zu. Wer mehr Punkte hat, hat statistisch mehr Interesse oder ist kaufbereiter. Das Score-Modell legt fest, welche Aktionen wie viele Punkte geben – und welche Punkte wieder abgezogen werden, wenn ein Kontakt längere Zeit inaktiv bleibt. Wie du ein vollständiges Scoring-Modell in ActiveCampaign aufbaust, erklärt der Beitrag Lead Scoring in ActiveCampaign. Im Kontext dieses Lexikons ist wichtig: Lead Scoring ohne saubere Segmentierung und Tagging-Logik funktioniert nicht, weil das Scoring auf eben diesen Datenpunkten basiert.

Wie Automationen, Trigger und E-Mail-Typen zusammenwirken

Marketing-Automation ist das Kernstück einer professionellen E-Mail-Strategie. Aber das Konzept spaltet sich in mehrere Einzelbegriffe auf. Wer hier unsauber trennt, baut Automationen, die zu früh oder zu spät senden, falsche Kontakte ansprechen oder in Schleifen hängen.

Marketing-Automation und Workflow

Marketing-Automation bezeichnet das automatisierte Versenden von E-Mails oder das Ausführen von Aktionen, ausgelöst durch das Verhalten oder die Eigenschaften eines Kontakts. In ActiveCampaign wird eine Automation im Automation Builder aufgebaut. Ein Workflow ist der konkrete Ablauf innerhalb einer Automation: die Abfolge von Schritten, Bedingungen, Wartezeiten und Aktionen. Ein Automation kann mehrere parallel laufende Pfade enthalten, und Kontakte können je nach Bedingung unterschiedliche Wege nehmen.

Trigger

Ein Trigger ist das Startereignis einer Automation – die Bedingung, die dazu führt, dass ein Kontakt eintreten kann. Gängige Trigger in ActiveCampaign:

  • Ein Kontakt füllt ein bestimmtes Formular aus und tritt damit in eine Welcome-Sequenz ein.
  • Ein Kontakt öffnet eine bestimmte E-Mail und löst damit eine Folge-Sequenz aus.
  • Ein Kontakt erreicht einen definierten Lead-Score-Wert und startet damit eine Vertriebsbenachrichtigung.

Ohne einen klar definierten Trigger ist eine Automation nicht funktionsfähig. Der Trigger bestimmt auch, ob ein Kontakt eine Automation einmal oder mehrfach durchlaufen kann.

Behavioral Triggers

Behavioral Triggers sind verhaltensbasierte Trigger: Sie feuern nicht aufgrund von Stammdaten (wer jemand ist), sondern aufgrund von Aktionen (was jemand tut). Das setzt Site Tracking oder Event-Tracking voraus, damit das E-Mail-Tool das Verhalten außerhalb der E-Mails erfassen kann. Beispiele:

  • Ein Kontakt besucht dreimal innerhalb einer Woche die Preisseite und erhält daraufhin automatisch ein Angebot.
  • Ein Kontakt klickt auf einen Link zu einem bestimmten Produktbereich und wird in eine passende Nurturing-Sequenz aufgenommen.
  • Ein Kontakt hat 60 Tage keine E-Mail geöffnet und wird automatisch in eine Re-Engagement-Kampagne eingetragen.

Site Tracking

Site Tracking erfasst das Verhalten deiner Kontakte auf deiner Website – welche Seiten sie besuchen und wie oft. Diese Daten stehen dann in ActiveCampaign für Segmentierung und Automations-Trigger zur Verfügung. Site Tracking setzt voraus, dass der Tracking-Code auf deiner Website eingebunden ist und der Kontakt identifiziert ist – entweder weil er auf einen Link in einer E-Mail geklickt hat oder weil er in einem Formular auf der Seite eingetragen ist.

Newsletter und Kampagnen-E-Mail

Ein Newsletter ist regelmäßig und informativ: Branchennews, Tipps, Produktupdates. Der Versand folgt einem festen Rhythmus, nicht einer Empfängeraktion. Eine Kampagnen-E-Mail ist zeitlich begrenzt und auf eine konkrete Aktion ausgerichtet: ein Angebot, die Anmeldung zu einem Event, der Download einer Ressource. In ActiveCampaign werden Kampagnen-E-Mails über den Bereich „Kampagnen" erstellt, während Automations-E-Mails Teil eines Workflows sind. Der Unterschied ist relevant, weil Statistiken und Optimierungsmöglichkeiten je nach Typ verschieden sind.

Transaktionale E-Mail

Eine transaktionale E-Mail wird durch eine konkrete Aktion des Empfängers ausgelöst: Kaufbestätigung, Passwort-Reset, Rechnungszustellung, Versandbenachrichtigung. Transaktionale E-Mails haben typischerweise deutlich höhere Öffnungsraten als Marketing-E-Mails, weil Empfänger sie erwarten und aktiv suchen. Rechtlich ist die Unterscheidung relevant: Transaktionale E-Mails dürfen auch ohne Marketing-Einwilligung versendet werden, wenn sie ausschließlich transaktionalen Inhalt enthalten – kein Upsell, keine Werbung.

Cold E-Mail

Eine Cold E-Mail sendest du an Kontakte, die dich nicht kennen – klassische Kaltakquise per E-Mail. Im B2B-Bereich kann das auf Basis berechtigten Interesses nach § 7 UWG zulässig sein, wenn die beworbene Leistung inhaltlich zur Tätigkeit des Empfängers passt. Cold E-Mails sind konzeptionell kürzer und persönlicher als Newsletter, weil der Empfänger kein Vorwissen und keine Bindung mitbringt. Das direkte Versenden über Marketing-Automation-Plattformen ist bei Cold E-Mails aus Deliverability-Gründen meist nicht zu empfehlen.

Welcome-Serie und Drip-Kampagne

Eine Welcome-Serie ist eine automatisierte E-Mail-Sequenz, die unmittelbar nach der Anmeldung eines Kontakts startet. Sie stellt dein Unternehmen vor, setzt Erwartungen für künftige E-Mails und führt den Kontakt in dein Angebot ein. Eine Drip-Kampagne ist breiter definiert: eine zeitgesteuerte Sequenz von E-Mails, die schrittweise Information oder Überzeugungsarbeit leistet. Die Welcome-Serie ist eine Unterform der Drip-Kampagne. Beide Formate laufen in ActiveCampaign als Automationen mit Wartezeiten zwischen den E-Mails.

Re-Engagement-Kampagne und Autoresponder

Eine Re-Engagement-Kampagne richtet sich an Kontakte, die über einen definierten Zeitraum keine E-Mail geöffnet oder geklickt haben. Das Ziel ist, ihr Interesse zurückzugewinnen oder sicher festzustellen, dass sie kein Interesse mehr haben – damit du sie aus der aktiven Liste entfernst, bevor sie deine Deliverability beeinträchtigen. Ein Autoresponder ist die einfachste Form einer automatisierten E-Mail: eine einzelne Antwort auf eine einzelne Aktion, zum Beispiel eine Bestätigungs-E-Mail nach dem Ausfüllen eines Formulars.

CRM-Pipeline, Deals und A/B-Test

Diese drei Begriffe begegnen dir regelmäßig, wenn du ActiveCampaign für den gesamten Marketing-Vertriebsprozess nutzt. Eine CRM-Pipeline in ActiveCampaign besteht aus Stufen, durch die ein Verkaufsprozess wandert – von der ersten Kontaktaufnahme bis zum Abschluss. Ein Deal repräsentiert einen einzelnen potenziellen Verkauf mit Wert, Wahrscheinlichkeit und Abschlussdatum; E-Mail-Automationen können automatisch Deals erstellen oder in Stufen verschieben. Ein A/B-Test (auch Splitvariantentest) sendet zwei Varianten einer E-Mail an einen Teil deiner Liste – zum Beispiel zwei verschiedene Betreffzeilen – und dann die besser performende Variante an den Rest. Ein Ein multivariater Test geht weiter und prüft mehrere Variablen gleichzeitig, erfordert aber deutlich größere Listen, damit die Ergebnisse statistisch belastbar sind.

So prüfst du die technische Basis deiner E-Mail-Einrichtung

Die technische Grundlage bestimmt, ob deine E-Mails ankommen. Diese Einstellungen einmal korrekt vorzunehmen ist kein großer Aufwand, aber das Überspringen hat direkte Konsequenzen für die Zustellbarkeit. Mit diesem Ablauf kannst du den Status deiner Konfiguration selbst prüfen.

  1. Öffne in ActiveCampaign die Einstellungen und gehe zu E-Mail und dann Domain-Authentifizierung. Dort siehst du, welche Domains du bisher hinterlegt hast und welche davon authentifiziert sind.
  2. Klicke auf "Domain authentifizieren" und gib deine Absender-Domain ein. ActiveCampaign zeigt dir die DNS-Einträge, die du setzen musst: DKIM-Einträge und einen CNAME für die Tracking-Domain.
  3. Öffne die DNS-Verwaltung deiner Domain (häufig bei deinem Hosting-Anbieter oder in Cloudflare). Trage die genannten Einträge ein. DKIM-Einträge können bis zu 48 Stunden brauchen, bis sie weltweit sichtbar sind.
  4. Prüfe deinen SPF-Eintrag in der DNS-Zone: Der TXT-Record für deine Domain sollte den ActiveCampaign-Pfad als Include-Direktive enthalten. Wenn noch kein SPF-Eintrag vorhanden ist, lege einen neuen TXT-Record an.
  5. Setze einen DMARC-Eintrag als TXT-Record mit dem Namen "_dmarc.deinedomain.de". Ein sinnvoller Einstieg ist die Policy "none" mit einer Reporting-Adresse: Damit werden Verstöße nur berichtet, aber noch keine E-Mails abgewiesen. Wenn du die Reports ausgewertet hast und alle Quellen korrekt konfiguriert sind, kannst du auf "quarantine" oder "reject" wechseln.
  6. Überprüfe alle drei Einträge mit einem Tool wie MXToolbox (mxtoolbox.com). Das Tool zeigt Fehler und fehlende Konfigurationen direkt an und ist kostenlos nutzbar.

Welche rechtlichen Anforderungen im DACH-Raum für E-Mail-Marketing gelten

Im deutschsprachigen Raum gelten im E-Mail-Marketing strengere Anforderungen als in vielen anderen Märkten. Wer die grundlegenden Begriffe kennt, kann eigene Prozesse besser einordnen und vermeidet häufige Fehler beim Listenaufbau und beim Versand.

DSGVO und Einwilligung

Die DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) gilt in der gesamten EU und regelt, wie personenbezogene Daten verarbeitet werden dürfen. Für E-Mail-Marketing bedeutet das: Du brauchst eine Rechtsgrundlage für jeden Versand. Die häufigste Grundlage ist die Einwilligung nach Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO – der Kontakt hat aktiv zugestimmt, Marketing-E-Mails zu erhalten. Die Einwilligung muss dokumentiert sein, darf nicht als Voraussetzung für eine andere Leistung erzwungen werden und muss jederzeit widerrufbar sein.

Double Opt-In, Single Opt-In und Confirmed Opt-In

Beim Double Opt-In bestätigt ein neuer Abonnent seine E-Mail-Adresse über eine separate Bestätigungs-E-Mail, bevor er Marketing-E-Mails erhält. Dieser zweistufige Prozess ist der Standard für den DACH-Markt. Er beweist die aktive Einwilligung und filtert gleichzeitig Tippfehler und fremde E-Mail-Adressen heraus. Beim Single Opt-In reicht das Ausfüllen des Formulars ohne zweiten Bestätigungsschritt. Das Risiko: Die Einwilligung ist schwerer nachzuweisen, und ungültige Adressen gelangen ungehindert in deine Liste. Confirmed Opt-In wird als Synonym für Double Opt-In verwendet.

§ 7 UWG

§ 7 des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) regelt, wann E-Mail-Werbung eine unzumutbare Belästigung darstellt. Danach ist E-Mail-Werbung ohne ausdrückliche Einwilligung grundsätzlich unzulässig. Für B2B-Kontakte gibt es eine Ausnahme für ähnliche Produkte und Leistungen aus einer bestehenden Kundenbeziehung. Diese Ausnahme ist eng ausgelegt. Im Zweifel ist die explizite Einwilligung der rechtssichere Weg.

Impressumspflicht

Jede Marketing-E-Mail benötigt nach deutschem Recht vollständige Absenderangaben: Name und Anschrift des Absenders, Rechtsform und Vertretungsberechtigte sowie Kontaktdaten. Das gilt auch für automatisierte Sequenzen und Newsletter. In ActiveCampaign kannst du eine globale Fußzeile mit diesen Angaben anlegen, die automatisch an jede ausgehende E-Mail angehängt wird.

Datenschutzerklärung und Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)

Deine Datenschutzerklärung muss beschreiben, welche Daten du im Rahmen des E-Mail-Marketings erhebst, zu welchem Zweck und auf welcher Rechtsgrundlage. Wenn du ActiveCampaign nutzt, verarbeitest du personenbezogene Daten auf einem externen System – das erfordert einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit ActiveCampaign. Dieser Vertrag ist über die Kontoeinstellungen abrufbar und muss aktiv abgeschlossen werden. Ohne AVV fehlt die datenschutzrechtliche Grundlage für die Datenverarbeitung, was einen DSGVO-Verstoß darstellt.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen CTR und CTOR?

Die CTR (Click-Through Rate) misst Klicks im Verhältnis zu allen zugestellten E-Mails. Die CTOR (Click-to-Open Rate) misst Klicks nur im Verhältnis zu den Öffnungen. Die CTR wird durch Betreffzeile, Sender-Name und Versandzeitpunkt beeinflusst. Die CTOR filtert diese Einflüsse heraus und misst ausschließlich, wie überzeugend der Inhalt für die Empfänger war, die bereits geöffnet haben. Beide Kennzahlen zusammen ergeben ein vollständiges Bild: Eine hohe CTOR bei niedriger CTR ist ein Hinweis auf eine zu schwache Betreffzeile, nicht auf schlechten Inhalt.

Reicht SPF allein, oder brauche ich auch DKIM und DMARC?

SPF allein reicht nicht aus. DKIM schützt vor E-Mail-Spoofing, weil die Signatur an den Inhalt der Nachricht gebunden ist – SPF schützt nur die sendende IP. DMARC verknüpft beide Mechanismen und gibt empfangenden Servern klare Anweisungen für den Umgang mit nicht authentifizierten Nachrichten. Für Massensender sind seit Februar 2024 DKIM und ein DMARC-Eintrag bei Google und Yahoo verpflichtend. Ohne alle drei Mechanismen riskierst du höhere Spam-Einstufungen und in bestimmten Fällen direkte Ablehnung.

Muss ich in Deutschland immer Double Opt-In verwenden?

Es gibt keine gesetzliche Pflicht zum Double Opt-In, aber eine gerichtlich anerkannte Praxis, die dich im Streitfall absichert. Ohne Double Opt-In liegt die Beweislast für die Einwilligung bei dir. Für Newsletter und Marketing-E-Mails gilt Double Opt-In daher als Standard. Bei rein transaktionalen E-Mails (Kaufbestätigung, Passwort-Reset) ist keine gesonderte Marketing-Einwilligung erforderlich, solange die E-Mail ausschließlich transaktionalen Inhalt enthält.

Was passiert mit Kontakten nach einem Hard Bounce in ActiveCampaign?

ActiveCampaign markiert Kontakte nach einem Hard Bounce automatisch als bounced und schließt sie von weiteren Sendungen aus. Das ist technisch notwendig, weil jeder weitere Sendeversuch an eine nicht existierende Adresse deine Bounce-Rate erhöht und deine Sender-Reputation schädigt. Du solltest diese Kontakte regelmäßig aus der aktiven Liste entfernen oder als inaktiv kennzeichnen – nicht löschen, sondern inaktiv setzen, damit die Bounce-Historie erhalten bleibt.

Wie unterscheiden sich Tags und Listen in ActiveCampaign in der Praxis?

Listen sind die oberste Ebene der Kontaktorganisation in ActiveCampaign. Ein Kontakt muss mindestens einer Liste angehören, um E-Mails erhalten zu können. Tags sind zusätzliche Etiketten ohne strukturelle Funktion: Sie ermöglichen feinere Segmentierung, ohne Kontakte zwischen Listen zu verschieben. Für die meisten Setups empfiehlt sich eine einzige Hauptliste mit vielen spezifischen Tags, weil das Doppelerfassung von Kontakten vermeidet, Statistiken sauber hält und die Segmentierung flexibler macht als separate Listen.

Was ist IP-Warming und wann ist es nötig?

IP-Warming ist der schrittweise Aufbau einer Sendehistorie auf einer neuen oder lange inaktiven IP-Adresse. Es ist immer dann notwendig, wenn du eine dedizierte IP-Adresse für deine E-Mails nutzt – nicht bei Shared-IPs, wo der E-Mail-Service-Provider die Aufwärmphase für die gemeinsam genutzte IP selbst verwaltet. Die Warming-Phase dauert in der Regel vier bis acht Wochen, je nach angestrebtem Volumen. Wer diesen Schritt überspringt, riskiert Blocklist-Einträge von Beginn an.

Wer diese Begriffe in der Praxis mit ActiveCampaign umsetzen will, findet auf der Seite unserer ActiveCampaign-Agentur einen Überblick, wie Advertal dabei unterstützt.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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