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E-Mail formatieren: Leitfaden für Business, Sales und Marketing

Tom
Tom
13. März 2026 · 14 Min. Lesezeit

E-Mails professionell zu formatieren bedeutet mehr als korrekte Rechtschreibung und eine passende Grußformel. Betreff, Anrede, Textstruktur und Abschluss folgen je nach E-Mail-Typ unterschiedlichen Regeln: Formelle Business-E-Mails brauchen andere Bausteine als Cold-Sales-Nachrichten oder Marketing-Newsletter. Dieser Leitfaden zeigt, was für jeden der drei Typen gilt – mit konkreten Beispielen und Schritt-für-Schritt-Aufbau.

Das Wichtigste in Kürze

  • Business-E-Mails folgen einer festen Struktur: präziser Betreff, angemessene Anrede, ein Gedanke pro Absatz, professionelle Grußformel und vollständige Signatur.
  • Cold-Sales-E-Mails gewinnen oder verlieren in den ersten zwei Sätzen – wer zu lange einleitet, verliert den Empfänger, bevor er das Angebot gesehen hat.
  • Bei Marketing-E-Mails entscheidet der Kanal, ob HTML oder Nur-Text besser funktioniert: Im B2B-Bereich erreichen schlicht formatierte Texte oft höhere Antwortraten als aufwändige HTML-Layouts.
  • ActiveCampaign ermöglicht für alle drei Typen präzise Personalisierung, A/B-Tests und automatisierte Follow-up-Sequenzen – sofern der Grundaufbau der E-Mail stimmt.
  • Die häufigsten Formatierungsfehler sind zu lange Betreffs, fehlende Handlungsaufforderungen und Anreden, die nicht zum Verhältnis mit dem Empfänger passen.

Was eine gute Betreffzeile von einer schlechten unterscheidet

Der Betreff ist der einzige Text, den der Empfänger sieht, bevor er entscheidet, ob er die E-Mail öffnet. Diese Entscheidung trifft er in Sekunden, oft auf dem Smartphone, wo nur die ersten 40 bis 60 Zeichen angezeigt werden. Ein Betreff, der zu lang ist oder den Inhalt nicht trifft, kostet den Klick – unabhängig davon, wie gut der Rest der E-Mail geschrieben ist.

Was einen guten Betreff ausmacht, ist je nach E-Mail-Typ unterschiedlich. Allen gemeinsam ist: Er beschreibt konkret, worum es geht. Vage Betreffs wie „Kurze Frage“ oder „Wichtige Information“ lösen kein Interesse aus, weil sie dem Empfänger keine Entscheidungsgrundlage geben.

Wie lang ein Betreff sein sollte

In den meisten E-Mail-Clients werden Betreffzeilen auf Mobilgeräten nach 40 bis 60 Zeichen abgeschnitten. Auf Desktop-Clients ist die Anzeige breiter, aber auch dort liest niemand einen langen Betreff vollständig, bevor er sich für oder gegen das Öffnen entscheidet. Die Faustregel: Das Wichtigste steht vorne. Wer den Betreff so schreibt, dass er auch abgeschnitten noch Sinn ergibt, verliert keine Information.

Welche Betreff-Typen in welchem Kontext tragen

Bei Business-E-Mails trägt ein sachlicher Betreff, der Thema und wenn nötig Datum oder Bezugsdokument nennt, am meisten: „Angebot Nr. 2026-118 – Rückmeldung erbeten bis Freitag“. Bei Cold-Sales-Nachrichten wirken Betreffs, die eine konkrete Situation oder ein bekanntes Problem des Empfängers ansprechen, glaubwürdiger als allgemeine Versprechen. Bei Marketing-E-Mails ist die Teststrategie entscheidend: Wer Betreffs regelmäßig als A/B-Test gegeneinander laufen lässt, kommt systematisch zu besseren Ergebnissen als jemand, der auf Intuition setzt.

Was im Betreff nicht funktioniert

Großbuchstaben signalisieren Dringlichkeit, die der Empfänger nicht immer teilt, und wirken in vielen Kontexten wie ein Spam-Signal. Ausrufezeichen im Betreff senken in B2B-Kontexten regelmäßig die Öffnungsrate. Betreffs, die ein Versprechen machen, das der Inhalt nicht einlöst, schaden der Glaubwürdigkeit für alle folgenden E-Mails dieser Absenderadresse. Der Empfänger merkt sich, wenn er getäuscht wurde.

Formelle Business-E-Mails richtig aufbauen

Formelle Business-E-Mails folgen einer Struktur, die dem klassischen Geschäftsbrief ähnelt. Diese Struktur ist in Situationen wichtig, in denen der Empfänger die Nachricht als verbindlich oder repräsentativ wertet: erste Kontaktaufnahmen, Angebote, Beschwerden, Behördenkorrespondenz und Kommunikation mit Personen, bei denen das Verhältnis noch ungeklärt ist. Wer die Formalität in solchen Momenten unterschätzt, riskiert, dass die inhaltlich korrekte Nachricht nicht so aufgenommen wird, wie sie gemeint war.

Anrede: Was im DACH-Raum gilt

Im deutschsprachigen Raum ist „Sehr geehrte Frau Müller“ oder „Sehr geehrter Herr Schmidt“ nach wie vor die sicherste Wahl für formelle Kontexte. Akademische Titel gehören in die Anrede, wenn sie bekannt sind: „Sehr geehrte Frau Dr. Weber“. Wenn du die Person bereits kennst und regelmäßig Austausch stattfindet, ist „Guten Tag, Frau Müller“ oder „Hallo Frau Weber“ oft angemessener und klingt weniger steif.

Was vermieden werden sollte: „Sehr geehrte Damen und Herren“ ohne Namen, wenn der Name der Ansprechperson bekannt ist. Diese generische Anrede signalisiert, dass keine individuelle Recherche stattgefunden hat. In den meisten Fällen ist der Name über die Unternehmenswebsite, LinkedIn oder das CRM in wenigen Minuten zu finden, und dieser Aufwand lohnt sich.

Der Textkörper: Ein Gedanke pro Absatz

Die häufigste Formatierungsschwäche bei Business-E-Mails ist zu langer, ungebrochener Text. E-Mails werden nicht wie Berichte gelesen – der Empfänger scannt zuerst, liest dann. Kurze Absätze mit einem Gedanken helfen dabei, den Kern schnell zu erfassen. Drei bis fünf Sätze pro Absatz sind in den meisten Fällen genug, dann kommt ein Absatzumbruch.

Die Struktur folgt einer einfachen Logik: Die erste Zeile nennt den Kontext oder Bezug – warum schreibst du jetzt, zu diesem Thema? Der Mittelteil enthält die eigentliche Information, Frage oder Bitte, konkret und vollständig. Der Abschluss benennt, welche Handlung du dir vom Empfänger wünschst, und wenn ein Datum relevant ist, steht es dort.

Aktive Formulierungen sind passiven vorzuziehen. „Ich sende Ihnen die Unterlagen bis Freitag“ ist klarer als „Die Unterlagen werden Ihnen bis Freitag zugesendet“. Passivkonstruktionen verwischen, wer für was verantwortlich ist. Das kann in einfachen Antwort-E-Mails tolerierbar sein, in Angeboten oder Vereinbarungen aber Unklarheit erzeugen.

Grußformel und Signatur

Die Grußformel richtet sich nach dem Grad der Formalität. Im beruflichen Schriftverkehr ist „Mit freundlichen Grüßen“ der sichere Standard. Bei bekannten Personen oder lockereren Verhältnissen passen „Beste Grüße“ oder „Herzliche Grüße“ besser als die steife Langform. „Viele Grüße“ ist ebenfalls weit verbreitet und neutral.

Die Signatur sollte vollständig sein, ohne zum Marketingblock zu werden:

  • Vollständiger Name und Position im Unternehmen
  • Unternehmensname und gegebenenfalls Abteilung
  • Telefonnummer für Rückrufe, falls die Kommunikation eskalieren könnte
  • Website und optional LinkedIn-Profil bei B2B-Kontakten

Signaturen, die länger sind als die eigentliche E-Mail, wirken deplatziert. Signaturen mit großen Bildblöcken oder Logos können in einigen E-Mail-Clients als Anhang dargestellt werden oder den Spam-Score erhöhen. Eine einfache Textsignatur ist technisch zuverlässiger.

Cold-Sales-E-Mails: Den ersten Kontakt gestalten

Eine Cold-Sales-E-Mail geht an jemanden, der dich nicht kennt und deine Nachricht nicht erwartet. Das verändert die Formatierungslogik grundlegend: Kein Empfänger schenkt einer unbekannten Absenderadresse die Zeit für einen langen Text. Die Frage, die unbewusst gestellt wird, ist: „Warum soll ich das lesen?“ – und die Antwort muss im ersten Absatz stehen.

Die ersten zwei Sätze entscheiden

Cold-Sales-E-Mails verlieren ihren Leser in der Regel in den ersten zwei Sätzen oder gar nicht. Ein häufiger Fehler ist ein langer Einstieg über das eigene Unternehmen: „Wir sind ein führendes Unternehmen im Bereich...“. Den Empfänger interessiert das nicht, bevor er weiß, was es für ihn bedeutet. Der Einstieg muss zeigen, dass du die Situation des Empfängers kennst – und einen konkreten Beitrag leisten kannst.

Was das in der Praxis bedeutet: Statt „Ich möchte Ihnen unsere Software vorstellen“ lieber „Ich habe gesehen, dass [Unternehmensname] gerade [konkreten Schritt] geht – und genau dort arbeiten die meisten Unternehmen mit einem Prozess, der Zeit kostet.“ Diese Formulierung setzt voraus, dass du echte Recherche betrieben hast. Cold Sales ohne vorherige Recherche produziert regelmäßig schwache Ergebnisse, unabhängig vom Textformat.

Länge, Struktur und der eine CTA

Cold-Sales-E-Mails sollten kürzer sein, als die meisten Absender annehmen. Eine einzige Handlungsaufforderung am Ende ist effektiver als mehrere Optionen. Wer zwei Links und einen Button anbietet, zwingt den Empfänger zu einer Entscheidung, die er nicht treffen will – und er trifft keine davon. Drei CTA-Formen haben sich in der Praxis bewährt:

  • Eine konkrete Frage, die eine einfache Antwort ermöglicht: „Wäre das in Ihrem Kontext relevant, und wenn ja, passt ein kurzes Gespräch diese oder nächste Woche?“
  • Eine direkte Handlung mit Link: „Wenn das Thema für Sie relevant ist, können Sie hier direkt einen 15-Minuten-Termin buchen: [Link]“
  • Eine Einladung zur Antwort ohne sofortiges Commitment: „Macht es Sinn, dazu kurz zu schreiben, wie das bei Ihnen konkret aussieht?“

Social Proof: Was funktioniert und was nicht

Social Proof ist in Cold-Sales-E-Mails wirksam, wenn er konkret und glaubwürdig ist. Ein Beispiel ohne Namen, das die Branche oder Situation beschreibt, funktioniert: „Wir helfen Unternehmen aus dem B2B-Dienstleistungsbereich, ihren Follow-up-Prozess in ActiveCampaign so aufzubauen, dass weniger Kontakte verloren gehen, bevor sie kaufbereit sind.“ Kein Empfänger überprüft das unmittelbar – aber eine vage Behauptung oder eine erfundene Referenz schadet dem Vertrauen nachhaltig und ist im DACH-Raum auch wettbewerbsrechtlich heikel.

Wann und wie du nachfasst

Die meisten Cold-Sales-Sequenzen gehen nach der ersten E-Mail verloren – weil keine Nachfass-E-Mail folgt. Eine kurze, respektvolle Erinnerung nach drei bis fünf Tagen ohne Rückmeldung ist üblich und zulässig. Sie sollte nicht identisch mit der ersten E-Mail sein: Entweder wird ein anderer Aspekt hervorgehoben, oder du fragst explizit, ob das Timing schlecht war. In ActiveCampaign lässt sich diese Sequenz als Automation anlegen: Kein Klick nach fünf Tagen triggert automatisch die Follow-up-Nachricht, ohne manuelle Nacharbeit.

Marketing-E-Mails: Aufbau und Technik

Marketing-E-Mails unterscheiden sich von Business- und Sales-E-Mails in einem wesentlichen Punkt: Sie werden nicht an eine einzelne Person, sondern an eine Liste geschickt. Das verändert, wie formatiert wird – und wie gemessen wird, was funktioniert. Eine Marketing-E-Mail, die niemand öffnet, liefert keine verwertbaren Daten. Eine, die geöffnet, aber nicht geklickt wird, zeigt, dass Betreff und Inhalt auseinanderdriften.

HTML oder Nur-Text: Wovon es abhängt

Im B2B-Bereich, vor allem bei erklärungsbedürftigen Produkten oder Dienstleistungen, erzielen oft schlicht formatierte Nur-Text-E-Mails höhere Antwortraten als aufwändig gestaltete HTML-E-Mails. Der Grund ist nicht technischer Natur, sondern psychologischer: Eine HTML-E-Mail wirkt wie eine Werbeanzeige. Eine Nur-Text-E-Mail wirkt wie eine persönliche Nachricht – auch wenn beide automatisch versendet wurden.

Im E-Commerce oder bei visuellen Produkten ist HTML klar sinnvoller. Produktbilder, Preisblöcke und Call-to-Action-Buttons sind in diesen Kontexten erwartbar und hilfreich. Die Entscheidung hängt also von Zielgruppe und Inhalt ab, nicht von einer abstrakten Präferenz. ActiveCampaign erlaubt es, beide Varianten als A/B-Test gegeneinander laufen zu lassen – das ist der zuverlässigste Weg zu einer fundierten Entscheidung für die eigene Liste.

Personalisierung: Was über den Vornamen hinausgeht

Der Vorname im Betreff oder in der Anrede ist ein Minimum, kein Differenzierungsmerkmal. ActiveCampaign bietet Conditional Content: Innerhalb einer einzigen E-Mail kannst du verschiedene Inhaltsblöcke für verschiedene Empfängergruppen anzeigen. Wer aus der Finanzbranche kommt, sieht einen anderen Abschnitt als jemand aus dem Einzelhandel. Wer zuletzt einen bestimmten Beitrag gelesen hat, bekommt eine darauf aufbauende Empfehlung.

Diese Art von Personalisierung setzt saubere Segmentierung im CRM voraus. Wenn Kontaktdaten nicht aktuell oder Tags unstrukturiert sind, nützt das beste E-Mail-Design nichts. Die Qualität der Personalisierung hängt direkt an der Qualität der Datenpflege – das ist der häufigste Engpass, den wir in der Praxis sehen.

Der Preheader als zweite Betreffzeile

Der Preheader-Text erscheint in der E-Mail-Vorschau direkt nach dem Betreff. In den meisten E-Mail-Clients auf Mobilgeräten sind das 40 bis 90 Zeichen. Wer keinen Preheader setzt, riskiert, dass der Client automatisch die erste Textzeile der E-Mail anzeigt – oft ist das ein technischer Satz wie „Probleme beim Anzeigen dieser E-Mail?“ oder eine leere Zeile.

Der Preheader ergänzt den Betreff, wiederholt ihn aber nicht. Wenn der Betreff „5 Muster für bessere Automations-E-Mails“ lautet, gibt der Preheader eine zusätzliche Information: „Darunter ein Beispiel, das im B2B-Bereich besonders gut funktioniert.“ So arbeiten beide Elemente zusammen, anstatt dasselbe zweimal zu sagen. In ActiveCampaign lässt sich der Preheader-Text im E-Mail-Editor für jede Sendung individuell festlegen.

Rechtliche Grundlagen für Marketing-E-Mails im DACH-Raum

Für Marketing-E-Mails im DACH-Raum gelten verbindliche Anforderungen, die keine Frage des guten Willens, sondern der Rechtskonformität sind:

  • Eine dokumentierte Einwilligung des Empfängers, in der Regel durch einen bestätigten Double-Opt-in-Prozess nachgewiesen
  • Ein funktionierender Abmeldelink in jeder E-Mail, der einfach zu finden und ohne Hürde nutzbar ist
  • Ein Impressum in jeder kommerziellen E-Mail gemäß den Anforderungen des Telemediengesetzes sowie der nachfolgenden Regelungen
  • Ein Hinweis auf die Datenschutzerklärung oder ein entsprechender Link, der die Datenverarbeitung transparent macht

ActiveCampaign ist DSGVO-konform konfigurierbar. Die Plattform erzwingt keinen der genannten Punkte automatisch – die Verantwortung für die rechtskonforme Nutzung liegt beim Absender. Wer die eigene Konfiguration nicht sicher einschätzen kann, sollte sie von einer fachkundigen Person prüfen lassen.

So baust du eine Cold-Sales-E-Mail auf – Schritt für Schritt

Das folgende Beispiel zeigt den Aufbau einer Cold-Sales-E-Mail an einen potenziellen B2B-Kunden. Der Empfänger kennt den Absender nicht. Das Ziel ist ein kurzes Erstgespräch. Die E-Mail soll auf einem Mobilgerät ohne Scrollen lesbar sein.

  1. Betreff formulieren: konkret und kurz, kein Versprechen, das du nicht halten kannst. Beispiel: „E-Mail-Automation bei [Unternehmensname] – eine kurze Frage“. Mit dem tatsächlichen Unternehmensnamen des Empfängers. Angestrebt: 50 Zeichen oder weniger.
  2. Anrede und Einstieg: Name des Empfängers, dann sofort zur Sache. Beispiel: „Hallo Frau Weber, ich habe gesehen, dass [Unternehmensname] regelmäßig neue Inhalte für [Zielgruppe] veröffentlicht – das deutet darauf hin, dass Lead-Nurturing für Sie ein Thema ist.“
  3. Relevanz herstellen: ein Satz, der erklärt, warum du schreibst – nicht wer du bist. Beispiel: „In Projekten mit ähnlicher Ausgangslage sehen wir häufig, dass Follow-ups nicht konsequent genug laufen und Kontakte verloren gehen, bevor sie kaufbereit sind.“
  4. Angebot benennen: konkret, ohne zu oversellen. Beispiel: „Wir helfen dabei, diesen Prozess in ActiveCampaign so aufzubauen, dass er automatisch funktioniert – auch wenn das Team wächst.“
  5. Call-to-Action setzen: genau eine Handlungsaufforderung. Beispiel: „Wäre ein 15-Minuten-Gespräch diese Woche sinnvoll? Hier können Sie direkt einen Termin wählen: [Link]“
  6. Länge prüfen: Die fertige E-Mail sollte auf einem Mobilgerät ohne Scrollen lesbar sein. Wenn das nicht der Fall ist, kürzen. Eine Cold-Sales-E-Mail, die gescrollt werden muss, wird in der Regel nicht zu Ende gelesen.

Typische Fehler beim E-Mail-Formatieren

Die häufigsten Formatierungsfehler entstehen nicht aus Unwissen, sondern daraus, dass Gewohnheiten aus einem Kontext in einen anderen übertragen werden, wo sie nicht passen.

Den falschen Ton für die Situation wählen

Die locker formulierte Anrede „Hi Anna!“ funktioniert unter Kollegen gut. In einem ersten E-Mail-Kontakt mit einer Entscheiderin in einem größeren Unternehmen kann sie als respektlos empfunden werden – nicht weil die Person kleinlich wäre, sondern weil der Ton ein Verhältnis vorwegnimmt, das noch nicht existiert. Umgekehrt wirkt „Sehr geehrter Herr Müller“ in einem langjährigen, freundlichen Kundenverhältnis steif und distanziert. Im Zweifel etwas formeller als nötig – aber sobald das Verhältnis klar ist, anpassen.

Den Call-to-Action vergessen oder verdoppeln

E-Mails ohne klare Handlungsaufforderung lassen den Empfänger im Unklaren darüber, was als nächstes passieren soll. Das gilt besonders für Sales- und Marketing-E-Mails. Das gegenteilige Problem ist aber häufiger: Wer drei Links und zwei Buttons anbietet, zwingt den Empfänger zu einer Entscheidung, die er nicht treffen will – und er trifft keine. Eine E-Mail, eine Handlungsaufforderung ist in den meisten Kontexten die bessere Wahl.

Zu lange Betreffs schreiben

Betreffs, die mehr als 60 Zeichen lang sind, werden auf Mobilgeräten abgeschnitten. Das Problem ist nicht nur die fehlende Sichtbarkeit des Endes – das Wichtigste steht häufig hinten. Ein Betreff sollte so geschrieben sein, dass er auch mit den ersten 40 Zeichen noch funktioniert und den Empfänger zur Entscheidung bringt.

Signatur und Impressum vernachlässigen

Das Fehlen einer vollständigen Signatur oder eines Impressums wird vom Empfänger oft nicht bewusst bemerkt – senkt aber das Vertrauen und kann den Spam-Score erhöhen. Eine vollständige Signatur mit Unternehmensangaben signalisiert Seriösität. Für Marketing-E-Mails an Empfänger im deutschsprachigen Raum ist das Impressum keine optionale Ergänzung.

Keine Mobiloptimierung prüfen

E-Mails werden auf Mobilgeräten geöffnet, bevor sie auf dem Desktop gelesen werden – das gilt für nahezu alle Zielgruppen. Wer eine E-Mail nur auf dem Desktop entwirft und nicht gegengeprüft hat, wie sie auf einem schmalen Display aussieht, riskiert abgeschnittene Betreffs, schlecht lesbare Schriftgrößen und Buttons, die zu klein zum Antippen sind. ActiveCampaign zeigt im Editor eine Mobilvorschau an – sie sollte vor dem Versand immer geprüft werden.

Häufige Fragen

Wie lang sollte eine Business-E-Mail sein?

Für kurze Anfragen oder interne Kommunikation reichen oft drei bis fünf Sätze. Bei komplexen Themen mit Hintergrundkontext darf es mehr sein – aber der Empfänger sollte aus der E-Mail heraus handeln können, ohne weitere Dokumente lesen zu müssen. Wenn die E-Mail länger als eine halbe Seite wird, lohnt es sich zu prüfen, ob ein kurzes Gespräch oder eine strukturierte Zusammenfassung als Anhang effizienter wäre.

Wann sollte man HTML und wann Nur-Text-E-Mails in ActiveCampaign verwenden?

HTML eignet sich für visuelle Kommunikation: Produktankündigungen, Newsletter mit mehreren Inhalten, Eventeinladungen mit Bildmaterial. Nur-Text wirkt persönlicher und performt im B2B-Bereich bei erklärungsbedürftigen Angeboten oft besser. ActiveCampaign erlaubt es, beide Varianten als A/B-Test gegeneinander laufen zu lassen – das ist der zuverlässigste Weg zu einer fundierten Entscheidung für die eigene Zielgruppe.

Was gehört unbedingt in eine E-Mail-Signatur?

Mindestens: vollständiger Name, Position, Unternehmensname und eine Kontaktmöglichkeit – Telefon oder ein Rückruf-Link. Für Marketing-E-Mails kommen rechtlich verpflichtende Angaben hinzu: Unternehmensanschrift, Handelsregister und Geschäftsführung, sofern das Impressum direkt in der E-Mail stehen muss. Eine einfache, aufgeräumte Textsignatur ohne große Bildblöcke funktioniert technisch zuverlässiger und wird von Spam-Filtern weniger negativ bewertet.

Wie viele Follow-up-E-Mails sind bei Cold Sales sinnvoll?

In den meisten Cold-Sales-Sequenzen sind zwei bis drei Follow-ups üblich. Die erste Nachfass-E-Mail kommt nach drei bis fünf Tagen ohne Rückmeldung. Eine zweite kann nach weiteren sieben bis zehn Tagen folgen, wenn immer noch keine Reaktion kam. Danach ist es in der Regel sinnvoller, den Kontakt in eine passive Pflegesequenz zu überführen, anstatt weitere direkte Anfragen zu schicken. ActiveCampaign bietet dafür Automationsregeln, die auf dem Öffnungs- und Klickverhalten basieren.

Darf ich Emojis in Business-E-Mails verwenden?

In formellen Business-E-Mails sind Emojis unüblich und können in konservativen Branchen als unprofessionell wahrgenommen werden. In internen E-Mails oder bei langjährigen Kundenbeziehungen ist die Grenze lockerer. Im Betreff von Marketing-E-Mails können Emojis die Öffnungsrate beeinflussen – ob positiv oder negativ, hängt stark von der Zielgruppe ab. A/B-Tests geben hier zuverlässigere Antworten als pauschale Empfehlungen.

Wie richtet man automatische Follow-up-Sequenzen in ActiveCampaign ein?

Du legst zunächst eine neue Automation an unter Automationen, wählst einen passenden Startpunkt und fügst eine Warteaktion ein – zum Beispiel fünf Tage. Im nächsten Schritt setzt du eine Bedingung: Hat die Person die vorherige E-Mail geöffnet? Wenn nein, wird die Follow-up-E-Mail versendet. Wenn ja, läuft der Kontakt in den nächsten Schritt der Sequenz. So entsteht eine Verzweigung, die auf dem tatsächlichen Verhalten basiert, nicht auf festen Zeitabständen.

Wer den E-Mail-Aufbau für alle drei Kontexttypen – Business, Sales und Marketing – systematisch weiterentwickeln will, findet im ActiveCampaign-Kurs von Advertal eine strukturierte Grundlage mit konkreten Vorlagen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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