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DSGVO-konforme Einverständniserklärungen in ActiveCampaign: Praxisleitfaden für deutsche Unternehmen

March 12, 2026

Wenn du E-Mail-Marketing betreibst, kommst du um die DSGVO nicht herum. Das ist nichts Neues. Trotzdem sehen wir in unseren über 170 ActiveCampaign-Projekten immer wieder dasselbe Problem: Unternehmen sammeln Einverständniserklärungen, die rechtlich nicht wasserdicht sind.
Das kann teuer werden. Bußgelder von bis zu 20 Millionen Euro oder 4% des weltweiten Jahresumsatzes sind möglich. Aber keine Sorge: Mit ActiveCampaign kannst du DSGVO-konforme Consent-Prozesse aufbauen, die rechtssicher sind.
In diesem Leitfaden zeige ich dir, wie das geht. Schritt für Schritt, mit konkreten Beispielen aus der Praxis.
Unter der DSGVO musst du für jede Verarbeitung personenbezogener Daten eine Rechtsgrundlage haben. Beim E-Mail-Marketing ist das meist die Einwilligung nach Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO.
Eine rechtskonforme Einwilligung muss diese Kriterien erfüllen:
Was sich in der Praxis bewährt hat: Vor-angekreuzte Checkboxen sind verboten. Der Nutzer muss aktiv handeln - entweder eine Checkbox anklicken oder einen Bestätigungslink in der E-Mail anklicken.
Die erste Möglichkeit sind Formulare mit expliziten Checkboxen für jede Art der Datenverarbeitung.
Dein Formular sollte diese Elemente enthalten:
Beispiel für eine rechtskonforme Formulierung:
"Ich möchte den wöchentlichen Newsletter mit Marketing-Tipps erhalten und bin damit einverstanden, dass meine E-Mail-Adresse und mein Name zu diesem Zweck gespeichert und verarbeitet werden. Diese Einwilligung kann ich jederzeit per E-Mail an datenschutz@unternehmen.de widerrufen."
So legst du die Checkbox-Felder in ActiveCampaign an:
Pro-Tipp: Erstelle für jeden Verarbeitungszweck ein separates Checkbox-Feld. So kannst du später granular nachweisen, wofür jeder Kontakt seine Einwilligung erteilt hat.
Mache die Einverständnis-Checkboxen zu Pflichtfeldern. In ActiveCampaign funktioniert das so:
Jetzt kann das Formular nur abgeschickt werden, wenn die Box angehakt ist.
Das Double-Opt-In-Verfahren (auch Confirmed Opt-In genannt) ist der Goldstandard für DSGVO-konformen Consent. Hier der Ablauf:
Der Vorteil: Du hast einen eindeutigen Nachweis, dass die Person ihre E-Mail-Adresse bestätigt hat.
Standardmäßig ist das Double-Opt-In bei allen ActiveCampaign-Formularen aktiviert. Das ist gut so - lass es aktiviert.
Kontakte, die den Bestätigungslink nicht angeklickt haben, werden als "Unbestätigt" markiert. An diese Kontakte werden automatisch keine E-Mails verschickt.
So überprüfst du den Status deiner Kontakte:
Das ist der Teil, den fast niemand sauber spielt: Die nachträgliche Einholung der Einwilligung von Bestandskontakten.
Wenn deine bisherigen Einwillungen nicht DSGVO-konform waren, musst du sie nachträglich einholen. Das geht mit einer ActiveCampaign-Automation.
So baust du eine Automation für bestehende Kontakte:
Das Goal "Einverständnis erteilt" konfigurierst du basierend auf deinem Checkbox-Feld. Beispiel: Kontakt hat Feld "Newsletter-Einwilligung" auf "Ja" gesetzt.
Um deine EU-Kontakte zu identifizieren:
Sicherheitshalber kannst du auch alle Kontakte um neue Einwilligung bitten - nicht nur EU-Kontakte. Das erhöht zwar den Aufwand, macht dich aber rechtlich sicherer.
Die DSGVO verlangt, dass du beweisen kannst, wer wann welche Einwilligung erteilt hat. In ActiveCampaign machst du das mit der "E-Mail-Ergebnisse"-Funktion.
So dokumentierst du jede Formular-Submission automatisch:
Jetzt erhältst du für jede Formular-Submission eine E-Mail mit:
Wichtiger Hinweis: Bei Double-Opt-In-Formularen erhältst du die Dokumentations-E-Mail erst, nachdem der Kontakt den Bestätigungslink geklickt hat.
Für Double-Opt-In-Formulare brauchst du zusätzlich einen Screenshot der Bestätigungs-E-Mail:
Wenn du die Bestätigungs-E-Mail änderst, mache einen neuen Screenshot.
Für die lückenlose Dokumentation solltest du das Einverständnis-Datum in einem benutzerdefinierten Feld speichern.
Zuerst erstellst du ein Datumsfeld:
Die Automation für die automatische Datums-Erfassung funktioniert so:
Für Checkbox-Formulare:
Für Double-Opt-In-Formulare:
Jetzt siehst du im Kontaktprofil genau, wann jeder Kontakt seine Einwilligung erteilt hat.
Diese Fehler sehen wir in der Praxis am häufigsten:
Falsch: "Um das E-Book herunterzuladen, musst du dem Newsletter zustimmen."
Richtig: Download und Newsletter-Anmeldung sind getrennte Aktionen mit separaten Checkboxen.
Falsch: "Ich möchte über Neuigkeiten informiert werden."
Richtig: "Ich möchte den wöchentlichen Newsletter mit Marketing-Tipps per E-Mail erhalten und bin mit der Speicherung meiner Daten zu diesem Zweck einverstanden."
Jede Einverständniserklärung muss einen Hinweis auf die Widerrufsmöglichkeit enthalten. Beispiel: "Diese Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen."
Ohne Nachweis ist die beste Einwilligung wertlos. Aktiviere immer die E-Mail-Ergebnisse-Funktion.
Neben den Einverständniserklärungen solltest du diese ActiveCampaign-Features für DSGVO-Compliance nutzen:
Das ActiveCampaign Site Tracking funktioniert mit Cookie-Banner-Tools zusammen. Setze es nur ein, wenn der Nutzer Tracking-Cookies zugestimmt hat.
Erstelle Automationen, die Kontakte nach bestimmten Zeiträumen automatisch löschen:
ActiveCampaign bietet Export-Funktionen für Kontaktdaten. Nutze sie für Auskunftsersuchen nach Art. 15 DSGVO.
Gehe diese Checkliste durch, um deine DSGVO-Compliance zu überprüfen:
Die DSGVO ist kein Hindernis - sie ist ein Qualitätsmerkmal. Wenn du saubere Consent-Prozesse aufbaust, gewinnst du das Vertrauen deiner Kontakte. Das führt zu besseren Öffnungsraten, weniger Spam-Beschwerden und einer qualitativeren Liste.
Mit ActiveCampaign hast du alle Tools, die du für DSGVO-konforme Consent-Prozesse brauchst. Die Einrichtung ist einmalig, aber der Schutz ist dauerhaft.
Wenn du das alles nicht selbst aufbauen willst: Wir haben in über 170 ActiveCampaign-Projekten DSGVO-konforme Setups implementiert. Die rechtssichere Einrichtung gehört zu unserem Standard-Service.
Nächster Schritt: Gehe deine aktuellen Formulare durch und prüfe sie anhand unserer Checkliste. Fange mit dem wichtigsten Formular an - meist ist das die Newsletter-Anmeldung auf deiner Website.
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