Zurück zu Wissen

Bilder für höhere Conversion-Rates: Was wirklich funktioniert (und was nicht)

Tom
Tom
12. März 2026 · 14 Min. Lesezeit

Bilder beeinflussen die Conversion Rate direkter als fast jedes andere Element einer Seite oder E-Mail-Kampagne. Der entscheidende Faktor ist dabei nicht das Budget für die Fotoproduktion, sondern die Passung zwischen Bildinhalt, Kontext und Kaufentscheidung. Wer Bilder nach Funktion auswählt statt nach Ästhetik, kann damit gezielt Vertrauen aufbauen, Nutzeraufmerksamkeit lenken und Entscheidungen beschleunigen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Authentische Fotos – echte Menschen, echte Produkte, echte Ergebnisse – übertreffen generische Stock-Bilder verlässlich, weil sie im deutschsprachigen Markt Vertrauen aufbauen, das Kaufentscheidungen trägt.
  • Bildplatzierung schlägt Bildqualität: Ein passendes Foto oberhalb der Faltlinie wirkt stärker als ein perfektes Foto drei Scrolls tiefer.
  • Jedes Bild auf einer Seite erhöht die kognitive Last – Bilder ohne klare Funktion schaden der Conversion eher, als dass sie helfen.
  • Ladezeit zählt mit: Jede zusätzliche Sekunde Page-Load senkt die Conversion Rate messbar; Bilder sind häufig der größte Einzelfaktor dabei.
  • A/B-Tests für Bilder brauchen andere Rahmenbedingungen als Texttests – wer das nicht beachtet, zieht Schlüsse, die nicht halten.

Warum ein falsches Bild nicht nur nichts nützt, sondern schadet

Bilder werden im Marketing oft überlastet. Ein einziges Visual soll gleichzeitig Aufmerksamkeit gewinnen, Vertrauen aufbauen, ein Nutzenversprechen transportieren und ästhetisch ansprechen. Das überfordert jedes einzelne Bild. Das Ergebnis ist eine Seite, die visuell vollgestopft wirkt, aber inhaltlich wenig kommuniziert – und das senkt die Conversion Rate, weil Nutzer mehr kognitive Arbeit leisten müssen, bevor sie entscheiden können.

Die Grundregel lautet: Ein Bild beantwortet eine einzige Frage. Entweder zeigt es, wie das Produkt aussieht. Oder es macht greifbar, welches Ergebnis ein Käufer erwarten kann. Oder es signalisiert soziale Zugehörigkeit und Kompetenz. Bilder, die keiner dieser Funktionen zugeordnet sind, solltest du weglassen – auch wenn sie handwerklich gelungen sind. Der Test ist einfach: Nimm das Bild gedanklich weg. Wenn die Seite dadurch klarer wird, gehört es nicht dort hin.

Dieses Prinzip erklärt auch, warum manche bildreiche Landing Pages schlechter konvertieren als schlichte, textlastige Seiten. Es ist nicht die Bildmenge, die entscheidet, sondern die Funktion jedes einzelnen Bildes im Kontext der Botschaft, die die Seite sendet.

Authentische Fotos vs. Stock-Bilder – was die Datenlage zeigt

Die Frage "echtes Foto oder Stock-Foto" wird in der CRO-Community seit Jahren diskutiert, und die Datenlage ist klarer als viele erwarten. Kontrollierte Tests zeigen konsistent, dass authentische Personenfotos höhere Conversions erzielen als professionelle, aber generische Stock-Bilder. Der Mechanismus dahinter ist gut verstanden: Echte Gesichter aktivieren Vertrauenssignale, die das Gehirn verarbeitet, bevor ein Mensch aktiv nachdenkt.

Wenn du auf einer Landing Page das Foto eines erkennbaren Gründers zeigst, dem man das Fach ansieht, aktivierst du dasselbe Muster, das soziale Zugehörigkeit und fachliche Kompetenz signalisiert. Ein Stock-Bild eines anonymen Business-Menschen tut das nicht – egal wie professionell es produziert ist, weil es keiner realen Person zugeordnet werden kann.

Warum das im deutschsprachigen Markt besonders gilt

In DACH-Märkten ist die Skepsis gegenüber übertriebenen Werbeversprechen ausgeprägt. Kunden hier erwarten keine Hochglanzfotos, sondern Belege dafür, dass hinter einem Angebot echte Menschen stehen, die ihr Handwerk kennen. Ein klares, unperfektes Foto des echten Teams schlägt in dieser Umgebung ein pixelgenaues Stock-Foto regelmäßig.

Das bedeutet nicht, dass Bildqualität keine Rolle spielt. Unscharfe, schlecht belichtete oder inkohärente Bilder schaden dem Vertrauen ebenfalls. Der Korridor ist: klar, echt, kontextuell. Das Bild muss erkennen lassen, dass hier ein echtes Unternehmen mit echten Personen hinter einem echten Angebot steht.

Wann Stock-Fotos trotzdem funktionieren

Es gibt Kontexte, in denen Stock-Bilder – und mittlerweile auch KI-generierte Illustrationen – verlässlich funktionieren: bei abstrakten Konzepten, die sich schwer fotografieren lassen (Sicherheit, Cloud-Dienste, Prozessabläufe), bei erklärenden Grafiken, die einen Ablauf visualisieren, oder wenn Personenfotos rechtlich oder logistisch nicht möglich sind. Entscheidend ist, dass Stock-Bilder in diesen Fällen eine inhaltliche Lücke füllen und kein Ersatz für authentische Inhalte sind, wo diese möglich wären. Die Hierarchie lautet: echtes Foto schlägt Stock-Foto schlägt gar kein Bild – für Kontexte, in denen ein Bild überhaupt eine Funktion hat.

Welche Bildtypen in welcher Situation tragen

Nicht alle Bilder funktionieren gleich für alle Zwecke. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Bildtypen, ihre primäre Funktion und die Kontexte, in denen sie am stärksten wirken.

Bildtyp

Primäre Funktion

Stärkstes Einsatzgebiet

Gründer- oder Teamfoto

Vertrauen, Gesicht hinter dem Angebot

Landing Pages, About-Seiten, E-Mail-Absenderbild

Produktfoto (Hero-Shot)

Klärt, was genau angeboten wird

E-Commerce, Software-Pakete, Dienstleistungen mit sichtbarem Output

Produkt im Einsatz

Überbrückt die Vorstellungslücke

Physische Produkte, komplexe SaaS-Features, Beratungsleistungen

Vorher-Nachher-Bilder

Macht das Ergebnis greifbar

Services mit messbarem Outcome, Coaching, Optimierungs-Tools

Screenshots oder Dashboard-Bilder

Sozialer Beweis mit Substanz

Analytics-Tools, CRM, Marketing-Software

Testimonial-Fotos mit Name

Soziales Proof-Signal mit Gesicht

Lead-Generierung, Hochpreis-Angebote, B2B

Zertifikate und Badges

Autorität und Compliance

DSGVO-sensitive Themen, regulierte B2B-Segmente

Personenfotos – wann Gesichter konvertieren

Gesichter sind der mächtigste visuelle Reiz, den du auf einer Seite einsetzen kannst. Augenkontakt zur Kamera erhöht das Vertrauenssignal; Gesichter, die in Richtung eines CTA-Buttons blicken, lenken die Aufmerksamkeit des Betrachters dorthin – das belegen eye-tracking-Studien konsistent, unter anderem der Nielsen Norman Group. Aber das gilt nur für echte Gesichter.

Stock-Modelle, die zu jung, zu glatt oder zu generisch international wirken, erzeugen für deutschsprachige Nutzer das Gegenteil des gewünschten Effekts. Ein echtes Gründerfoto mit klarem Hintergrund schlägt das professionelle Business-Portrait einer anonymen Person. Wichtig ist außerdem, dass das Foto zum Kontext passt: Die abgebildete Person sollte der Zielgruppe ähneln oder eine Autorität repräsentieren, der die Zielgruppe vertraut. Ein Foto, das zur falschen Zielgruppe gehört, erzeugt kognitive Dissonanz und schadet der Conversion.

Produktbilder in drei Ebenen denken

Für Produktbilder gibt es ein bewährtes Schema, das bei physischen wie digitalen Gütern funktioniert. Die drei Ebenen bauen aufeinander auf und beantworten je eine eigene Frage des Käufers.

Ebene 1 – der Hero-Shot: Das Produkt in klarer, technisch sauberer Darstellung. Er beantwortet die Frage "Was ist das genau?" und schließt die erste Informationslücke. Ohne klaren Hero-Shot muss der Nutzer raten, was er kaufen soll – das kostet Vertrauen und Conversion.

Ebene 2 – Produkt im Einsatz: Ein erkennbarer Mensch nutzt das Produkt in einer realistischen Situation. Bei Software: ein Screenshot der echten Benutzeroberfläche im Arbeitsmodus. Bei physischen Produkten: echte Nutzung in einem erkennbaren Alltag. Es beantwortet die Frage "Wie verwende ich das?" und überbrückt die Vorstellungslücke zwischen Angebot und Alltag. Viele Anbieter bleiben bei Ebene 1 stehen und fragen sich, warum Nutzer abspringen, bevor sie die Kaufentscheidung treffen.

Ebene 3 – das Ergebnis: Was hat sich durch das Produkt verändert? Bei Software ein Screenshot mit aussagekräftigen KPIs, bei einem physischen Produkt ein Vorher-Nachher-Bild, bei einer Beratungsleistung ein belegtes Kundenfeedback mit Name und Unternehmensbezeichnung. Diese Ebene ist die stärkste für die finale Kaufentscheidung, weil sie den Nutzer gedanklich in den Zustand nach dem Kauf versetzt.

Soziale Beweise als Bilder einsetzen

Screenshots von echten Ergebnissen – Analytics-Dashboards, konkrete Kennzahlen, Kundenstimmen mit Foto und Name – sind die stärkste Form des sozialen Beweises im Bildformat. Sie verbinden Text (die Aussage) mit Bild (die Person oder das Ergebnis) und erhöhen die Glaubwürdigkeit, weil beides gleichzeitig überprüfbar wirkt. Jeder soziale Beweis braucht außerdem Kontext: ein Logo ohne Erklärung ist wertlos; ein Screenshot ohne Beschreibung, was er zeigt, verwirrt mehr als er überzeugt.

Im deutschsprachigen Markt funktionieren Logos bekannter Unternehmen in einem Referenzblock. Aber nur dann, wenn du tatsächlich mit diesen Unternehmen gearbeitet hast. Eine gut gewählte, echte Referenz schlägt einen generischen Logo-Grid aus zehn unzugeordneten Marken spätestens im Verkaufsgespräch.

Bildplatzierung ist wichtiger als Bildqualität

Laut eye-tracking-Studien der Nielsen Norman Group erhalten die Bereiche einer Seite, die ohne Scrollen sichtbar sind, deutlich mehr Aufmerksamkeit als Bereiche unmittelbar darunter – der Aufmerksamkeitsabfall direkt unterhalb der Faltlinie ist erheblich. Das bedeutet: Dein wichtigstes Bild – ob Teamfoto, Produktbild oder Ergebnis-Screenshot – gehört in den Bereich, der beim Laden sofort sichtbar ist.

Auf Mobilgeräten ist dieser Bereich kleiner als auf Desktop. Wer auf Desktop ein breites Hero-Bild platziert, muss auf Mobilgeräten prüfen, ob der zentrale Bildinhalt noch sichtbar ist oder im Beschnitt verschwindet. Dafür brauchst du separate Bildausschnitte oder responsive Bildquellen.

Die zweite Platzierungsregel betrifft die Blickrichtung: Wenn eine Person auf einem Foto in Richtung eines CTA-Buttons blickt, erhöht das die Klickrate auf diesen Button. Das ist kein Design-Trick, sondern Physiologie – das Gehirn folgt dem Blick einer anderen Person automatisch. Für Testimonials und Ergebnis-Screenshots, die Vertrauen aufbauen sollen, funktioniert die Platzierung unterhalb des Nutzenversprechens oft besser als oberhalb, weil Nutzer zu diesem Zeitpunkt emotional offen für eine Bestätigung sind.

Nutzer scannen Webseiten häufig in einem F-förmigen Muster – Aufmerksamkeit konzentriert sich oben und links, wie Forschungsarbeiten zur Blickführung zeigen. Bilder, die links vom Text platziert sind, werden früher gesehen; Bilder rechts neben dem Text werden später, aber oft aufmerksamer betrachtet, wenn der Nutzer bereits tiefer in den Inhalt eingestiegen ist. Das ist kein starres Gesetz, aber ein nützlicher Ausgangspunkt für Platzierungsentscheidungen.

Wie Ladezeit und Dateiformat die Conversion Rate beeinflussen

Bilder sind der häufigste Grund für langsame Seitenladezeiten – und Ladezeiten beeinflussen die Conversion Rate direkt. Jede zusätzliche Sekunde, die eine Seite braucht, kostet messbar Nutzer, die abspringen, bevor der Inhalt vollständig geladen ist. Das gilt besonders für mobile Nutzer mit schwankender Verbindungsqualität.

  1. Bildformate modernisieren: WebP und AVIF liefern bei gleicher oder besserer Qualität deutlich kleinere Dateien als JPEG oder PNG. Wer noch mit veralteten Formaten arbeitet, verschenkt Ladegeschwindigkeit ohne inhaltlichen Grund. Moderne Browser unterstützen beide Formate seit einigen Jahren flächendeckend.
  2. Lazy Loading aktivieren: Bilder, die erst nach mehreren Scrolls sichtbar werden, müssen nicht beim ersten Seitenaufruf geladen werden. Das verbessert die Time-to-Interactive der Seite und damit auch Google PageSpeed-Werte, die ein Ranking-Signal sind.
  3. Responsive Images einsetzen: Ein Bild, das auf Desktop 1200 px breit benötigt wird, sollte auf Mobilgeräten nicht in derselben Auflösung laden. Das srcset-Attribut im img-Tag löst das technisch und ohne sichtbaren Qualitätsverlust – es liefert Browsern verschiedene Bildgrößen und überlässt die Wahl dem Gerät.

Neben dem Format spielt die Kompression eine Rolle. Bilder, die verlustfrei komprimiert werden, verlieren keine sichtbare Qualität, werden aber deutlich kleiner. Viele CMS und Build-Tools können das automatisch übernehmen – wer das noch manuell macht, verliert einen Optimierungsschritt, der keinen redaktionellen Aufwand erfordern würde.

So testest du Bilder systematisch – Schritt für Schritt

Bild-A/B-Tests laufen nach anderen Regeln als Texttests. Du kannst nicht einfach zwei Bilder gegeneinanderstellen und nach einem Wochenende entscheiden, welches besser war. Ein belastbarer Bild-Test braucht einen klaren Rahmen.

  1. Hypothese formulieren, bevor du startest: Beispiel: "Wenn ich das generische Stock-Foto auf der Startseite durch ein Foto unseres Gründers ersetze, steigt die Formular-Ausfüllrate, weil Besucher das Angebot einer echten Person zuordnen können." Ohne Hypothese weißt du nach dem Test nicht, warum eine Variante gewonnen hat – und kannst das Ergebnis nicht auf den nächsten Test übertragen.
  2. Einen Faktor pro Test ändern: Nicht gleichzeitig Bildinhalt, Platzierung und Größe variieren. Wenn mehrere Faktoren geändert werden, ist das Ergebnis keinem einzelnen Faktor zuschreibbar.
  3. Ausreichend Datenvolumen sicherstellen: Für statistische Signifikanz braucht ein Test bei typischen Conversion-Raten mehrere Hundert Konversionen je Variante. Wer nach 50 Seitenbesuchen entscheidet, trifft Zufallsentscheidungen.
  4. Mindestens sieben Tage laufen lassen: Nutzerverhalten variiert nach Wochentagen. Ein Test, der nur über ein Wochenende läuft, bildet das Verhalten von Wochentags-Nutzern nicht ab – und umgekehrt.
  5. Sekundärmetriken mitbeobachten: Ein Bild kann die Klickrate erhöhen und gleichzeitig die Lead-Qualität senken, wenn es die falsche Zielgruppe anspricht. Messe daher nicht nur die Konversionsrate, sondern auch Absprungrate, Sitzungsdauer und – wenn möglich – Abschlussqualität im Verkaufsprozess.
  6. Ergebnis dokumentieren und Folgetest ableiten: Der Gewinner ist die Ausgangsvariante für den nächsten Test. Bildoptimierung ist ein kontinuierlicher Prozess, kein einmaliges Projekt. Eine einfache Tabelle mit Hypothese, Laufzeit, Ergebnis und Folge-Hypothese reicht als Dokumentation völlig aus.

In ActiveCampaign lässt sich dieser Prozess mit Site Tracking und Custom Events flankieren: Definiere Events für die Interaktion mit deinen Schlüsselbildern – etwa ein Formular-Absenden nach einer Testimonial-Ansicht – und verknüpfe diese mit deinen Automations-Pfaden. So erkennst du, welche Bildtypen bei welchen Kontaktsegmenten besonders stark wirken, und kannst das in dynamischem E-Mail-Content spiegeln. Wie du A/B-Tests in ActiveCampaign dabei konkret aufbaust, zeigt der Leitfaden zu A/B-Testing in ActiveCampaign.

Was Bilder schadet: typische Fehler und Grenzfälle

Typische Fehler und wie du sie vermeidest

Zu viele Bilder pro Sektion: Mehr Bilder bedeuten nicht mehr Überzeugungskraft. Drei mittelmäßige Fotos pro Abschnitt erzeugen mehr kognitive Last als ein einziges starkes Bild. Die richtige Frage ist nicht "Haben wir genug Bilder?", sondern "Welches eine Bild trägt diese Botschaft am besten?"

Inkonsistente Bildsprache: Wenn auf derselben Seite professionelle Studiofotos neben Smartphone-Schnappschüssen und Clip-Art-Grafiken erscheinen, wirkt das unprofessionell – nicht wegen der einzelnen Bilder, sondern weil sie keiner gemeinsamen visuellen Logik folgen. Ein einfaches Bildkonzept hilft: maximal zwei visuelle Stile, eine Farbpalette, eine Qualitätsstufe.

Alt-Texte vernachlässigen: Alt-Texte werden gern als SEO-Pflichtübung behandelt und entsprechend halbherzig formuliert. Dabei beschreiben sie den Bildinhalt für Nutzer mit Sehbehinderungen und für den Fall, dass ein Bild nicht lädt. Ein guter Alt-Text nennt konkret, was zu sehen ist: "Screenshot ActiveCampaign Automations-Editor mit Eintrittspunkt-Auswahl" schlägt das generische "activecampaign-bild-3".

DSGVO bei Personenfotos ignorieren: Wenn du erkennbare Personen zeigst – Kunden, Mitarbeiter, Testimonial-Geber –, brauchst du schriftliche Einwilligung für den jeweiligen Verwendungszweck. Das gilt auch für Fotos, die in einem anderen Kontext entstanden sind und nun auf einer Marketingseite erscheinen. Eine fehlende Einwilligung ist kein redaktioneller Fehler, sondern ein Rechtsverstoß.

Bilder ohne E-Mail-Fallback: Wer über E-Mail kommuniziert, muss damit rechnen, dass ein erheblicher Teil der Empfänger Bilder nicht lädt – viele E-Mail-Clients blocken Bilder standardmäßig, bis der Nutzer aktiv eingreift. Eine E-Mail, die nur aus Bildern besteht, ist für diese Nutzergruppe leer. Stelle sicher, dass jede E-Mail auch ohne Bilder verständlich und handlungsauslösend ist.

Wann Bilder nicht helfen – und wann sie schaden

Nicht jeder Inhalt profitiert von Bebilderung. Es gibt Kontexte, in denen du besser auf Bilder verzichtest oder sie stark reduzierst.

Performance-kritische Seiten: Ein Checkout-Formular, ein Buchungs-Widget oder eine einfache Lead-Capture-Page solltest du so schlank wie möglich halten. Jedes Element, das nicht aktiv zur Conversion beiträgt, bremst den Prozess – und Bilder sind hier häufig der größte unnötige Faktor. Eine klare Seite mit einem gezielten Produktbild und einem CTA konvertiert in vielen Fällen besser als eine bildreiche Seite, durch die der Nutzer erst scrollen muss.

Ablenkende Bildslider: Rotierende Bild-Karusselle gehören zu den am häufigsten eingesetzten und am schlechtesten konvertierenden Elementen auf Websites. Nutzer scrollen daran vorbei, klicken kaum auf einzelne Slides, und die Bilder kosten Ladezeit. Das Karussell erzeugt die Illusion von Fülle, ohne dass jemand mehr Informationen bekommt. Wenn du mehrere Botschaften kommunizieren willst, formuliere sie im Text untereinander oder nutze separate Abschnitte.

Kein authentisches Material vorhanden: Wenn du keine echten Fotos hast, ist kein Bild oft besser als ein Stock-Foto, das erkennbar generisch wirkt. Die Lösung ist nicht "nehmen wir dies halt", sondern: Investiere in ein einziges gutes Echtfoto, das mehrfach verwendbar ist. Ein Smartphone-Foto unter gutem natürlichem Licht, scharf und klar, übertrifft ein generisches Stock-Foto in den meisten Kontexten.

Häufige Fragen

Erhöhen Bilder grundsätzlich die Conversion Rate?

Nein. Bilder erhöhen die Conversion Rate nur, wenn sie eine klare Funktion erfüllen: Vertrauen aufbauen, ein Ergebnis sichtbar machen, Kontext herstellen oder Aufmerksamkeit lenken. Bilder ohne erkennbare Funktion erhöhen die kognitive Last und können die Conversion Rate senken. Wenige, funktional eingesetzte Bilder übertreffen in der Praxis regelmäßig Seiten, die visuell überfüllt sind.

Wie testet man, ob ein Bild zur Conversion beiträgt?

Am zuverlässigsten durch einen kontrollierten A/B-Test: eine Variante mit Bild, eine ohne – oder eine mit authentischem Foto, eine mit Stock-Foto. Wichtig ist dabei, nur einen Faktor zu ändern und ausreichend Traffic abzuwarten, bevor du entscheidest. Eine Entscheidung nach einem Tag oder 50 Klicks führt zu falschen Schlüssen, die du im nächsten Optimierungsschritt teuer bezahlst.

Wie viele Bilder braucht eine Landing Page?

Als Orientierung gilt: ein starkes Hauptbild above the fold, ein bis zwei Bilder im Mittelteil (Produkt im Einsatz oder Testimonials), ein optionales Bild im Abschlussbereich. Bei einfachen Lead-Capture-Seiten oft nur das Hauptbild. Bei komplexeren Angeboten können mehr Bilder sinnvoll sein – solange jedes eine eigene Frage des Käufers beantwortet und kein anderes Bild diese Frage bereits abdeckt.

Was muss ich bei Bildern in E-Mails beachten?

Bilder in E-Mails sollten die Kernbotschaft verstärken, nicht ersetzen. Viele E-Mail-Clients blocken Bilder standardmäßig – formuliere die wichtigste Aussage daher immer im Textbereich. Setze Alt-Texte für alle Bilder, nutze ein Bild pro Sektion und verzichte auf Bilder-Karusselle, die auf Mobilgeräten ohnehin zusammenbrechen. Für Produktbilder gilt: ein klares, gut sichtbares Bild schlägt fünf kleine.

Sollte ich KI-generierte Bilder einsetzen?

KI-generierte Bilder schließen Lücken, wo Echtfotos fehlen oder nicht möglich sind. Sie funktionieren verlässlich für Illustrationen, erklärende Grafiken und abstrakte Konzepte. Bei Personenfotos hingegen erkennt ein erheblicher Teil der Nutzer KI-Bilder – unbewusst durch unnatürliche Hände, Augen oder Hintergrunddetails. Das untergräbt das Vertrauenssignal, das authentische Fotos aufbauen sollen. Setze KI-Bilder dort ein, wo kein Vertrauenssignal benötigt wird, und investiere in Echtfotos dort, wo Vertrauen die Kaufentscheidung trägt.

Wer Bilder systematisch nach Funktion auswählt, platziert und testet, verändert die Conversion Rate schneller als mit den meisten anderen CRO-Maßnahmen – weil Bilder unbewusst und sofort wirken, noch bevor ein Nutzer die erste Textzeile gelesen hat. Der erste Schritt ist meist derselbe: Geh durch deine fünf wichtigsten Seiten und frage für jedes Bild einzeln, welche Frage es beantwortet. Wenn du keine klare Antwort findest, ist das Bild ein Kandidat zum Entfernen oder Ersetzen. Wer das mit den Möglichkeiten von ActiveCampaign verbindet – Site Tracking, Custom Events, dynamischer E-Mail-Content –, erhält ein System, das aus Bildinteraktionen lernt und sich mit dem Nutzerverhalten weiterentwickelt. Wie du Landing Pages dabei technisch und inhaltlich weiter optimierst, zeigt unser Artikel zu E-Commerce-Landing-Pages und Conversion-Optimierung.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

Kostenloses Erstgespräch

Du weißt jetzt, wie es geht. Sollen wir dir bei der Umsetzung helfen?

Zwanzig Minuten, ohne Verkaufsgespräch: Wir schauen gemeinsam auf dein Marketing – was schon trägt, was liegen geblieben ist und was sich automatisieren lässt. Du hast danach drei konkrete nächste Schritte. Ob du ActiveCampaign schon nutzt oder noch nach dem passenden Werkzeug suchst: Wir richten es so ein, dass es zu deinem Unternehmen passt – und zeigen deinem Team, wie es damit weiterarbeitet.

Jetzt kennenlernen

Kostenlos und unverbindlich · Offizieller ActiveCampaign-Partner · über 200 Unternehmen im Advertal Partner-Netzwerk